Skip to main content

Full text of "Handbuch der pathologischen Anatomie"

See other formats


This is a digital copy of a book that was preserved for generations on library shelves before it was carefully scanned by Google as part of a project 
to make the world's books discoverable online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 
to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 
are our gateways to the past, representing a wealth of history, culture and knowledge that 's often difficult to discover. 

Marks, notations and other marginalia present in the original volume will appear in this file - a reminder of this book's long journey from the 
publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prevent abuse by commercial parties, including placing technical restrictions on automated querying. 

We also ask that you: 

+ Make non-commercial use of the file s We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain from automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machine 
translation, optical character recognition or other areas where access to a large amount of text is helpful, please contact us. We encourage the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attribution The Google "watermark" you see on each file is essential for informing people about this project and helping them find 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are responsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can't off er guidance on whether any specific use of 
any specific book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search means it can be used in any manner 
anywhere in the world. Copyright infringement liability can be quite severe. 

About Google Book Search 

Google's mission is to organize the world's Information and to make it universally accessible and useful. Google Book Search helps readers 
discover the world's books while helping authors and publishers reach new audiences. You can search through the füll text of this book on the web 



at |http : //books . google . com/ 




über dieses Buch 

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Regalen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfügbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 

Das Buch hat das Urheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 

Nutzungsrichtlinien 

Google ist stolz, mit Bibliotheken in partnerschaftlicher Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nichtsdestotrotz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu verhindern. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 

Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche für Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials für diese Zwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 

+ Beibehaltung von Google -Markenelementen Das "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht. 

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben. 

Über Google Buchsuche 

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser Welt zu entdecken, und unterstützt Autoren und Verleger dabei, neue Zielgruppen zu erreichen. 



Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter http : //books . google . com durchsuchen. 



HANDBUCH 



R S' K 



PATHOLOGISCHEN 

ANATOMIE 



VOM 



Dr. F. G. V O i G t E L 

iANDrBYflRUsr VNDIBILGAIIZT ZV KIJLIBIV 



ERSTER BAND 



MIT ZUSÄTZEN 






P. F. M E C K E L 



HALLE 

KT HtMMIHPC UMD ScRWSltCHIlK 

> ^o 4. 



DEM 

H ER R N 



Dr. JOH. CHRIST. REIL 

KÜN1GL. PREVf. OBEttBERGHATIt UND ÖFFCNTL. 
ORDIKTL. LEHRER 'dER H'EfLKUNDl • 
.ZU HALLE 



MEINEM 

VEREHKUNGSWÜRDIGEN 

LEHRER UND FREUNDE 

ALS BEWEIS 
DER INNIGSTEN HOCHACHTUNO 

GCWIOMST. * 



^ 



•Deireits Tor vier Jahren war vorliegeades »Werk 
(cVion ausgearbeitet. ■ Ich legt* es damals dem fee* 
ligen Oeheimenrath Meckel zur PrOfang vor^ und 
feinUrtheil fiel nicht ungOnftig aus. Er ?erfprach 
fogar — was konnte nwr erwünfchter fein? "^ 
Zdatze zu liefeirn, die in Befchreibungen dc^r ver» 
zOglicfa&en pathologifchen Präpar9tii> feines reich. 
haltigeo Kabinets beftehen follten^ Kaum aber wa^ 

ren 



^. 



f en die erftep acht Bogen gedruckt, fo traten Hin- 
^erniffe ein, die ihn von Zeit zu Zeit an der Fort« 
(etzung der Revifion, und der Ablieferung der ver> 
fprochenen Beiträge hinderten , bis ich endlich, 
knrz joj: den\Xode diefesmir ewigunvergefsljchen* 
Lehrers, und Freundes, eine beträchtliche. Anzahl 
fcbätzbarei^' Beiträge, und Zufätze. zum. crften Bande 
. Yon ihm. erhielt, die mich, fo. bald ich fiegeorcinet 
hatte, in 4en Sta^d fetzten y^ den. DrucK fortfetzen« 
;u laffen^ 

Die Wichtigkeit der pathologifchen Anatomie- 
brauch*' ich dem Arzte, der nicht blos an Hypo- 
^hefen kleht,, nicht blofer Anhänger und Nachbeter 
irgeQ.d eines Syftem*^ ift, nicht e rft zu enthüllen ; 
er wird eben faflark davon aberzeugt fein, als ich 
felbft. Nur durch fie, mit Hälfe richtig aogewabd- 
ter chemifcheaUnterfuchungen, können wir viel- 
leicht dereinft jene Stufe der wabrfcfaeinlichften Be- 
fti.ramung der yerfchiedenenUrfachen und Formen 

des 



des Uebelfeios^ dieuns^ trotz alles Schreieö^, Zaa- 

keos und TobenSi. bis. ]etz\ noch in. einer fernen 

trüben Höhe liegt ) en^eichen und endlich einmal 

den Gnuicl auffind^n^ w^e die Mifohuiig und Foi'm 

organifcher Körper verändert^ wie 'daraus die ab* 

normen Wirkungen, djis Organismus entftehen^und 

vrie diefe dann durch Tichtig|e, auf Gx:Qnden und 

Erfahrung beruhende Behandlung auf ihren Nor* 

i;nalgrad wiedei: zurQckgebrdcht werden, können«. 

Bis wir jene. Stufe der möglichsten Vollko.ra* 

menheit erreichen , ift es > meiner Ueberzcugung 

nach, zur Vervollkommnung erfpriefsl|ch, torerfl 

Vo \\t\e Falle von verletzter Form und Mifchung, 

wenn fie durch anatomifche und chemifche Unter. 

fuchungen haben aufgedisckt werden können, als 

möglich ift zu fammeln. und zufan^raenzurtellen, 

um Materialien vorrätliig zu, haben , woraus der« 

einft, wenn erft noch manches EUndernifs. befeitigt, 

manche Aufklärung gegeben, worden ift, ein feftes 

Ldirgebäudt aufgeführt werden kajnn.. 

In 



Xo vieloii^ Krankheitsformen können t*ir frei 
lieh die MifcbuDgsverJetzungen nicht handgreiflich 
wahrnehmen; deswegen ift es aber noch nicht apo» 
diktifchi dafs keine Mifchungsverletzungen zum 
Otonde liegen. Vielmehr mfllTen wir die Schwä- 
che untrer Sinnorgane eingaftehen , die nicht jede 
mögliche Verändrung in der Mifchung erkennen 
können. Genüge wir erkennen in vielen Krank- 
heitsformen die Verletzungen in Mifchung und 
Form, und find deshalb berechtigt , hiervon weiter 
auf andre Fälle zu fchlieften und diefe aus jenen 
. analogifch zu Erklären« 



I^ 



Inhalt. 



Einleitung S. 1 -* 64. 

Crfter Abfchnitt: Allgemeine Bed^ungen 
S. 65— i3i. 

A. Die Haut S. 65 -— 85« 

B. Die^ägelS. 85— 88. 

C Die Haare S. 89 — 96* . 

D. Die Moikeln S. 96 — - iSo« 
£• Die Sehnen S* 120* 

F. Die Sohleimbentel S. 121 '— 123* 

G. Die Knoelienhaut S« 124 "-* i3i* ' 

Zweiter Abfohmitt: Tpm Knocheagebäode 
S. i3i — 370. . ^ 

A. Die Knochen &berhaiipt S« i3i -«• 058« 
B« Von den einzelnen Knochen S. 259 **- 359* 
e« Knochen des Kopb S. 25^ — 309« 
1. Das Stirnbein S« 1^89 — - 294« 
eu Die Scheitelbeine S« 294« 

3. Dai 



3* Das Hinterhauptsbein S* 294- 

4* Die Schlafl\eine S. 295* 

5* Die Gehörknochen S. 296 ^- 298' 

6. Das Keilbein S. 2t^8-*-3oo» 

7. Das Siebbeia S. 3oo. 

8. Die Oberkinnlade S. 3oo — 3o2* 

9. Die Gaumen.beine S 3o2* 

10. Die Nafenbeine S. 3o3. 

11. Die. Tbränenbeinchei^* 3o3. 

12. Der Unterkiefer S. 3o3« 
i3. Die Zähne S. 3o4 — 303, ! 

b. Das Zungenbein. S. 2o9«l 

c. Die Säule der Wirb.elbelne S. 3a9^ 323. 
d* Das Kreuzbein. S/ 323*. 

e. Das Kukuksbein S. 324* 

f. Die Rippen S, 3t4 — 3a6. 

fi. Das Bruftbein S. 326 — 328* 

^Das Schulterblatt S. 328. 

L Die Schlürrelbüine S. SaS* 

k. Die Armknochen S» 3^9«. 

1. Die Beckenknochen S. 33q-^ 354* 

in. Die unteri^ Extremitäten S. 354'*^359f 

C. Die K^norpel S. 359.-362.. 
D« Die (.igamente S. 362-— «370*. 
Dritter Abrchaitt:. Voa den EUntgefäliiem 

s. 371— 493. 

A,. Das Herz S. 374 — 442* 

B. Die Pulsadern S^ 442 — 477. 

C. Die Blutadern S.^ 47& — 493^ 

Vier- 



Vierler Abfelinitt: Vom lympbatifchen Sy. 
ftem S. 494*^585. 

A. Die Lyinpbgefärse S. 494 — 5i6« 

D. Die DraCen S.5i6~S85. 

e. Von den Drüfen Oberhaupt S, 5 16 — Sayi 
b. Von einigen Diüfen insbefondere S. 537-585« 

t. Die Spei cheltJrüren S. 527 — Saj. 
8. Die Milcbdrüfe S. 539. 

3. Die Schilddrüfe S. 53o — 535- 

4. Die Rackendrüfen & 536. 
6# Die Lungendrafen S» 536. 

.6. Die Drafen der Luftrdbrenäfte S. 53; • 53$» 

7. Die Gekröid rufen S. 539 — 543. 

8. Die Magendrüfe S. ^43 — 555. 

9. Die Nierendrüfen S. 555*^-* 559* 

10. Die Vorfteherdrüfe S. 56o-^569* 

1 1. Die Brüfte S. 569 — 585. 

Fünfter Abfcbnitt: Vom NerTeofyftem 

S- 586 — 689. 

A. DesGebirn S. 586 ^653. 

#• Das groCse und kleine Gehirn überhaupt 

S. 586— 6«7- 
b. Von einigen Tbeilen det grofsea Gebirnt 

insbelondere S. 628 -- 653* 

a. Die Gebirnkemmem S. 628 —638. 
«. Das Adergeflechte S. 638 ~ 641» 
3. Der Tiichter S^ 64k 
4« Der Balken S. 642» \ 
6. Die Scheidewand S. 644. 

6. Der 



.AU 



6. De/ gcrolUe Wulft S. 644. 

7. Der gertreifte Hügel S. 644. 

8. Sehnervenhügei S. 645* 

9. Die Queerbändchen S. 647. 

10. Die Vierhügei S. 647. 

11. Die Hirnklappe S. 647* 

12. Die Zirbel S. 647 — *65i* 
a3« Der Hirnanhang S« 652* 

B. Das Rackenmark S. 653. '— 

C. Die Nerven S* 660. 

Von einigekk Nerven insberondere. 

a. Die Gehörnerven S. 673. 

b. Die Sehnerven S. 676. 

c. Die Netzhaut S. 681. 



Aoo 



Einleitung. 



^ ir findan^im menfchlichep Körper eine Reib« 
Krankhafter Zafalle, deren Grund in einer ficht* 
baren und finnlichen Verändrung des natüriicheil 
Znrammenhangstind der urfprttnglichen Form der 
körperlichen Theile liegt, fie fey nun entwtdet 
ein Fehler der erften Bildung , oder die Folge ei« 
r krankhaften Zerftörung; fie gebe fich durch 

l^:>v3iidiung der Farbe, Dichtigkeit, Schwere» 
(*e% Geruchs, Gefchmacks u. f. w. oder dulrcb ei* 
o-it Mangel,*^ oder durch ein Uebermaafs in. einem 
Trj*ile finniich zu erkennen. 

Uiefe krankiiaften Zuftancie find der Gegen« 
ftan-.i der pa th ologifch en Anatomie, 

Diefe ift demnach zur Erkeontnifs der Krank* 
beit^n , zur Aufkiäi'ung verwickelter Fälle und za 
einer beftimmten und glflcklicheo Diagnoftik det 
ficlierfte Führer, und dem praktifchen Arzte, der. 
niciit von Hypothefe Zu Hypothefe fchwanken 
oder ewig ein roher Empiriker bleiben will , der 
feftefte Grund zu einem dauerhaften Gebäude far 
feine Wiffenfcbaft. 

Unfere Wiffeofchaft ift aber nicht allein dem 
praktifchen Arzte nützlich, fondern auch dem 
fcrithtlichen Arzte und dem Wundärzte. 

Hanclh. iLß.afkoL Atua* t^B. A Je. 



9 Einleitung. 

Jen^r.wird durch fie «. B, belehrt, dafs auch 
Oalle eine, den fcharfeii Giften ühnlicbe Wirkung 
hervorbringen könne, und dafs auch gleiche Er* 
.fcheinungen oft erft nach dem Tode durch die 
Wirkung des Magenfaftes auf die IchJofe Fafer des 
Magens entftehen können ; er wird nicht Jede Ver- 
-'letzung eines Eingeweides gleich für tödlich erldä* 
ren, wenn er oft die grofsen Zcrftörungen deffel* 
ben,. ohncj dafs das Leben fchneJl gefihiMet wur* 
de, mehrmals bemerkte; er wird den wahren 
Mörder von dem zufiLlligen unterfcheiden können. 

Dicfer wird durch Ce 7war behutfamer, aber 
auch ficherer hey vielen Opei-ationeo geleitet, z.B« 
bey der Bruchoperation, wenn er w^ifs, dafs die 
^ Oberbauchfcblag^ader fich bisweilen um den un- 

tern nnd inriern halben Theil des Bauchrings her-» 
«mfchlägtj er wird bey Verhetzungen grofser Ar* 
terienftämme nicht fogleich die Abnahme eines 
Gliedes vornehmen, fondern erft Alles zu detten 
Erhaltung verfuchen, wenn er weifs, dafs oftmals 
Anaftomofen, oder ein widcrnatarlicher Lauf der 
Arterienäfte die Stelle des Stammes einigermafsen 
erfetz^n. 

Eine vollftändige, lehrreiche patbologifche 
Leichenöffnung mufs uns mit dem ganzen Gange ' 
der Krankheit, der angewendeten Heilmittel und 
der ganzen Lebensart des Subjektes bekannt ma« 
dien; fie mufs die wahren Fehler gehörig von de^ 
zufalligen, oder erft als Folge der Krankheit und' 
des ^ Todes eotftanduen unterfclieiden; fie mufs 

auch 



Einleitung. j 

«Dch **die' klelnften Verändrungeii ahj^ebeh'^ und 
cit UabefäDgenheit, , Treue und Einficht abge^ 
ülst fern; 

Leider haberi hiclii alle tieicheiidfißntingäi 
dkte Erfordernirfe. Wir finden fie bald zu kur:^ 
\dA zn langweilig, bald mit Vorbttbeileti ii. f. vir; 
iDgefülit. - 

Nach hiehrern Krankheiten , z. B. nacn tiian« 
ch« Fiebern, in Körpern, die vom Blitz getödtet 
waren n. f. W4 findet auch eile g^tutuefte Unterfii« 
tiiDBg gewöhnlich keine finnliche Üiniiirandlun^ 
itr Materie üftd Forni; ISji ift aber tieUeiclat dia 
Terdndrung fflr ilns nicKt fiiinlich genng; 

Mit dem Anfange des fecdzehnten Jahrhun* 
ifcrtsj wo fich die gifnzä Anatomie zu heben an» 
£ogi finden wir auch die erften pathölogifcbeü 
L?ic(ienöfTnnhgen< Antoii Benivieni zn Fioreni 
liefert fie uns' zuerft in einem uefondern WcrK«^ 
nachdem Einige m\i einigen wenigen Zerftreutea 
Beixierkungen vorhergegangen waren *j. JViit ihm 
iffirf nach ihm öffneten Kenntrha/niy iußachi^ 
r^/aly Fallöplj Rembert^ Dodofis^ Marcellus 
Donatits ü. a. inehrere LeiöheA mit tldckficbt auf 
widernatürliche Beschaffenheit. 

Aber bis zum achtzebnieh Jahrhundert ging 
ünfre WiUenfchaft im Ganzeh wenig vorwärts; 
Socbt nach Raritäten, Aberglaube, Wunderglau- 
be, Jlangel ah Pathologie, tiypothefehfucht und 

A i Ober- 

•; S. Meibom'« Vorrede zn A r n. B <y ö t de a£f?cfiinrs 
cmrlTu. Helrnft. rtf64. 



«J' 



4 Einletrung. 

-nberliaapt die damalu^P' KiidlieitVIer g^r4mmtpn 
Arznei wiffcnrdioft, hindei^ltn rine grrtmllirhe tln- 
terfuchu np; , OiUr (He rJcliJijre UciUtheiJung und 
Anwendung df»s Oefundenpn. 

Doch finden wir In den Werken eines Pa\hf^ 
'Kerkring^ Tulpe^ Slalfwrt van der V\ip\^ Haitht^ 
Fabrlz iwu Hildrn ^ P/atf^i, Är///»//A:, in denSclirif* 
*en mehrerer i^eh»hrteii Gcrf-I|f<liaften, ?.' B. in den . 
Ephemerid, Arademlan ."^J^uurac Curlofontm u. a. • 
manche gründliche, nfttzliche und wichtige Beob- 
achtang. 

Man fChJre auch tÜe \Vi litigkeit unri Nntz- 
liclikeit der anatomifch- pathologifchen Bf»frhafti- 
gungen. Bonet und nach ihm CIcrc und Mitnget 
Tcranftaltet(*n daher (ranze Sammlungen von Lct- 
chcnöfTnungen, freilich nicht mit aller nat/iicheä . 
Auswald, 

Efft unferm Jahrhundert war eine reichere 
Ausbeute und eine grnn'ilichere Bearbeitung die* 
fcs Gegeiiftandes vor[)ebalten. 

Ich fibergehe die molirrrn einzelnen Bemer- 
kungen, und nenne nnr gleirh ilm Johann Kap^ 
tißu Morgagni. Diefer ift der V'atcr unfrer Wif- 
fenfchaft. Noch jetzt ift fein Werk: de caufils 
et fignis morboruni ein Hauptwerk, ja das Erfte, 
für die anatomifche Patliologie. 

Nach ihm lieferten Mehrere einzelne zer- 
ftreute Bemerkungen, z. B. van Swieten^ L^ rhw^ 
7te^ Lö/eke, Ludwige Hai/er^ Büttner u. a. Oder 
fie ftelltt^n auch ganze Sammlungen an, wie z. B. 



Einleitung* 5 

Ueutaudj der aber Morgagni bej weitem aicl^if 
erreicht. 

In den neueften Zeiten vermied man immec 
mehr und meiir die Fehler der ültern und ftelltf» 
oti wahre Alufter fchöner und lehrreiche^ Leichen^ 
otogen auf, z« B. A^eckei, S^oHy Camper^ Hiin^ 
ier^ SaNdiJort, 

"Man machte aofehnliche anatomirch- patho« 
Icg^fche Praparatenfammlungen, und vorauf taltet« 
lehrreiche Befchri^ibungen «iavon^ z. B. Ruyfch^ 
Vater\' Bonn , Sdnßfforiy Khhhf\ WdU'er. " 

Man fing anch an'dlefe VViffenfcliaft ftie'hr im 
Ganzen zu bearbeiten, und als Wiffenfohaftzu^be- 
kndc^n. Chrißian Frleütdch l.uda?ig (cfarieb ein 
Jdeines, fcbätzbares Kompendiurnderfelben, 3ind 
Ccnradi fährte es, nach demfelben Plane yij^eiter 
aus. ßailtie gab uns eine Heibe fcbiUzb«rer Be- 
merkungen. 

Jetzt erhalten wir auch eine Folfi^e mehi^rer 
Icli^tzbarer Abhandlungen über einzelne Gegen- 
ftjj;ideder patholpgifchen Anatomie ^ als medicini- 
IcTie Probefchriften vöiä der Uhiverritaf'iu HaJIe, 
Wovon die Meiflcn chirch die Befcfireibung und 
AhbildoDg lehrreicher und interreffanter Präpara- 
te'ans der vortrefflichen'Saimhluni; des' Herrnkje- 
Tieim. Rath Meckeis nm fofchittibärer wel-den. 

Noch aber fclieint eine neue, vo]Iftäiidi£;ere 
Bearbeitung diefes Qegeo,(tande^, ^^^^ ^VU^nötz zu 
lern. Von dicf^in Nutzen über zcuj;t, unter na^fri 
ich diefe Arbeit,, die mit einer Menge Schwüri^- 

kei« 



/ 



r 



S Binleitüuf. 

^^ttta und' HindarnilTe verknüpft war/ E^ 
muls mir daher, trotz aller MOhe und all«3 Be«> 
firebens nach VoUCtändigkeit, noch inimer Vielem 
fntgangefn f«yn. Inzwirchen hab ieh das, was ich 
geliefert habe» vorfichtig ausgewählt, und tren er* 
•zählt, feJtejpi Etwas, phne den Schrift^eller f«Ibft 
nachgelefen zu haben, nacherzählt. 

Auf folgende Punkte glaubte ich beydecBear« 
^^tung vpczQgJicli fehen zu qfiOffen : 

keinen Fehler eines Organs, fira er i^iich 
Ofysb fo klein ^ zu übergehen ; 

a) diefe Fehler nach eiAer. fyftematifchen Ord- 
nung vorzutragen ; 

^) fo viel ^, ohne das Werk unnöthig ausza* 
' dehnen, möglich war, bey wiohtigen Fälleh 

die^ ganze Kvankhfitsgefchiobte in Kurzem 

mit zu erzählen; 

4) inch öfters die dazfi gehörigje Semiotik init 
einzuweben; 

5) von. j^d^in Fth)«4r fin^e Fälle 2u erzähiep 
und mehrere in den^Schriftftellera nach zu- 
weifsen; endlich 

6) \üe nnd da einig« Qefpltate fqs cfeii ThatT^- 
chen zu ziehaQ. 

i ■ ■ • 

Zuletzt gebe ich hier noch eine Ueberfichl 
derer Sefariftfteller, welche fich entweder aiī 
fchliefslich mit der pathölögifchen Anatomie he- 
fehäftigten, «der einzelne und ferftreute Bem^< 

kon- 



■Einleitung^ lf 

knngen Jiefiprteii. Ich habe fie nach der Zeitfolge 
ihrer Schriften georrinet« Die akademifchen 
' Streitfeh riften laffe ich hier cfer Kür;:e wegen weg» 
fe wie auch viele einzelne Biemerkungen , weiche 
in serfchiednen gFöfsern Werken vorkommen, da 
kfa fie ohnedies im Werke fclbft Nieder anfahren 
^ofste. Mit der Literatur der pathologifchea 
inatomic, befonders mit den akademifcl^en Schrif- 
tea, befcb^ftigt ficb Baldi/iger in dem hernach an- 
zoführenden Stöcke feines ^lagazins. Auch ha« 
Vea Ludwig j Courßdi und befonders Hecker. ia 
der Einleitung zu feinem Magazin für die pathpL 
Anatomie , viel lilteratur. . 

1« Amtok Bbnivikius (B^nivieniX 
Arzt zu Florenz; ftarb i5o2t 

%x fammehe nicht allein andrer Bemerkungei^ 
Ibndern ftelhe aucfi ren)ft"LeicIieh(>ffniliigen ah, ünidt 
gieut uns, vieTletcht' die ärften, Beobachtiinigen voft 
^llenfteinen, Herzpolypen, Verhärtuneen des Mi« 
geW, Vereltrung de« NetÄfe« uJ f. w." 

Er fchrieb : de ahdltit nonnullis'ac mirandit mor» 
et fanmfidmUmcai(/Jh. Florenf. 1507/4* 

3. II Z A L O V S C O LU M, B U f , 

^usCremona j Pro/eJJbr zu Pad^ua^ und endlich 
tu^Roml JtarbiSyj',' * 

Er bcfchrieb mehrere Abwlilchungen verfchred- 
|rr Thcile des menrchllchcii Kdrpers iin funfzthntcn 
Ksehe feines iWerlcs': ' ^ 

dere anatomicq^Vih^ XV* l^entt. iSS^« fol. FrancF. * 

j593. 8. • • ^ ^ - 

, A je- 



' 



t^ 






' ^ B i n i e i t u n g. 

3. Jo D o c* L 6'm m I u s (van LomX " ■ 

Arzt zu Biitffel, 
Er fchricb : obferüationum medieinalium Li)). IIu 
Atttw. i56o. -i- Opera. /imfteL 1745. Vol.. 11. 8. 

Frqfefjat zu terrara^ Fifa und Padua ; ftarb 1 56 i. 

Er war einer der eriien WicderJieiftelU»r der 
Anatoiuie und einer der grolscen An&toinen feiiior 
ieii. Seine 

Obp'ruationes anatonäeae* Veneu iS€i* 8 
enthalten auch Einiges fur^dio pathologifche Ana* 
toniie» 

i5» Baut B'O lomaus Eustacuxvs> 
Profejfor zu Rom; ftarb i570. 

Er entdeckte und liefchrieb in der Anatomie 
Vieles genauer und I)errer, als bislier gefcliehen war, 
entdecke die N^V^^nnieren , fah zuerft die hernach 
' Tom Thebefius beCchricbne V^vel beim Ausgange 
der gro&en Vene des Herzens y iiefchriei) zuei It den 
^ilchbehdller und grofsen MiJchkanal in der Briift» 
die Muttertroinpeten und die Euftachifche Troiii,- 

Sete im Ohr. Einiges iindet man auch für ulifre 
ifüTenfchaft bey ihm: 

Opufcula anatomica. f^enet. i564* 4*^^^ TOnfoer- 
hnve^ Lugfi» Bat- 1707« 8* 

6. Anpreas Vesaliv^^. 
Fro/effor zu Padua y dann zu Botos^nay Fifa und 
Bafel und endlich Leibarzt Philipp d^s zweiten 
von Spanien* Auf der Räckrci/c vom gelobtem 
Lande y wohin er eines Gelübde wegen gewaltfakr' 
tet wary kam er durch Scl^ffbruch bey der Jnfei 
Za^te 1 564 ¥''<* 
Er war einer der erften Wicderhcrüeller der 
Anatomie« Auch für die pathologifche Anatomie 
Jfindcn wir Einige^ iji dem 

Examen ohferuationum Fallopii* Venet. i564» 
und in fpinem Werke 

ile e^rpgris humani falprica. Baf, i555* 

7, Jo- 



i 



Einleitung. ' g. 

7.JokannKknnti«akn» 
Arzt ZiL Torgau; ftturb i568. 

Sein Werk über die Arten der Steine »n m^nfcbr 
liehen Körper war das Elfte Werk über dielen Gc( 
gcnftand : 

talcttloruni in corpore humanq gejnera XIL ' 

nd findet iich mit in Conr, Gesner de omni rerufn 
JaßiliMfn genere. Tig. 2 565»' 

8. Am ATU^ LUS ITA N US» ' -^ 

Bey diefem Schrirtfieller findeii wir zwar man- 

cberley wichtige Bemerkungen ; inzwifchen kann 

nan nicht Alles gerade zu auf Treu und Glauben an- 

■ehmen» da er voller Vorurtheile und Aberglaube ifc. 

Curmtionum meäicinalium Cent. VII l^enet- i566. 8* 

ßnrdigai. 1620. 4* U' ^* mehrere Orten. 

9. Jo B A N H Wl E R, " "5 

. Arzt zu Cleve, * 

Bey ihm findet man befonders einige'BemerkuH« 
gen über*die Zeugungstheüe und deren Kran kheiteii» 
Obftrvutiones medicäe^ Bt^/iL i5b9« 

10. VOLCHER CoiTER, 

aus Groningen , zuletzt Arzt in Nürnberg ^ wo er 
auch 1600 ftärb. 

Von ihm haben wir die wichtigften Beiträge 
xnr vergleichenden Anatomie und auch mehrere fiXr 
die pathologirche Anatomie» in feinen folgenden 
UafTifchen Werken: ^ 

Externarum et internarum kumani corporis tabul^te^ 
atque anatonueae exer^itutiones obfervtUionesque» 
Koritnberg. i^-j^ Fol. 

Sectiones Gabr, Fallopii de partibu^ fimäaribus hw 
mani corporis» His accejjere diverforum aniinalium 
Jceletotum expUcationes. itiä^.i^^S» Fol. ; 

^11. RlK- 



5* Einleitung. 

3. Jo D o c* L o'm m I u s (van LomJ^ *' 
Arzt zu Biüfj'el, 
Er fchrieb : ohferuationum medieinalium Lili. IIL 
Antw. i56o. — Opera. /imfteL 1745. Vol.. 11. 8. 

Frqfrffat zu terrara^ ti/aunä Padua; ftarb 106'^. 

Er war einer der eruen WiedcrherftellcM- der 
Ana 19111 ie und einer der grOÜten AnatouiL^n ieincr 
Zeit. Seine 

Oöp'ruationes anatomieae» Venet. i56i« 8 
enthalten auch Einiges fur^di» pathologirche Ana- 
tomie. 

i5» Bart B'O lomaus Eustachius> 
Profejfor IM Rom; ftarb xS'JO* 

Er entdcckle und befchrieb in der Anatonne 
Viele« genauer und beffer, als bislier gefcbehen war, 
entdeckte die Nebennieren, fah ziicrft die liernach 
▼oin Thebefius befchricbne V^vel beim Aiisi^ange 
der groben Vene des Herzens , befchrieb zuci ft i}L%in, 
Jklilchbehdller und groCsen Milchkanal in der Briift» 
^e lUuttertrounpeten und die Eurtacbifclie Troni,- 

«ete im Ohr. Einiges Hndet, man auch für uufre 
(Türenfchaft bey ihm : 

Opufcula anatomica. ^enet. i564« 4* ^^^ TonlBoer- 
have, Lugd. Bat. 1707. 8. 

6. Anprbas Vssalxu$, 
Frqfeffar zu Padua^ dann zu tio/oi^na^ Fifa und 
Bafel und endlich Leibarzt Philipp des zweiten 
von Spanien. Auf der Rückrcifc vom gelobtem 
Lande ^ wohin er eines Gelübde wegen gewalifahr' 
tet war^ kam er durch Sei iffbruck bey der Jnfel 
Zagte i564 ^''>* 
Fr war einer der erftcn WiederhcrftcUer dcx 
Anatomie« Auch für die pathologifche Anatomiis 
Jinden wir Einiges iji dem 

Examen obferuationum Fallopii^ Venet. i564* 
und in Mnem Werke 

dt frpvris humani faü/rica. Baf. i555* 

7. Jo- 



* . . . 
Einleitung^ ' ^ 

7«JoBANkKsNNT, MAWN» 
Arzt zu Torgau; ftarb i568. 

Sein Werk über die Arten der Steine ün menfclir 
liehen Körper war das Elfte Werk über diefen GeC' 
gccftand : 

taleuLorunt in corpore humano ge/iera XIL • 

■id findet üch mn in Co/tr. Cesner de omni rerum 
fijfiliutn genere. Tig. i565* 

8. Amatust Lusitanvs, -^ 

Bey diefem Schrirtfteller 'finden wir zwar man- 

cherley wichtige Bemerkungen ; inzwifchen kann 

Bin nicbt Alles gerade zu auf Treu und Glauben an- 

lelunen, da er voller Vorurtheile und Aberglaube ift. 

Carationum meäicinalium Cent. VII freuet. i566. 8* 

hnrdigaL 1620. 4* u. a. mehrere Orten* 

9« J o B A N N W I E R , ' ^* 

Arzt zu Cleve, * 

Bey ihm findet man befonders einige'Bemerkun- 
gm öber'die Zeugungsthcüe und deren Krankfaeiteii* 
Obfervationes medicäel BaßL i369* 

lO. VOLCHER CoiTSR, 

aus Groningen ^ zuletzt Arzt in Nürnbergs wo er 
auch 1600 ftärb. 

Von ihm haben wir die wichtig ften Beiträge 
snr Tei gleichenden Anatomie und auch mehrere fiir 
die pathologifche Anatomie » in feinen folgenden 
kJairifchen Werken : ^ 

Extemarum et intermarum humani corporis tabul^te^ 
atque anatomieae exerxitationes obfervationesque. 
Ä\orimberg. x^n^ Fol. 

Sectioiies Gabr. Ftälopii de partibus fimiiaribus hw 
mani corporis» His nccrjjere diverfbrum animalium 
Jcelttorum explicationes* i6i<^ 1^7 5» Fol. 

I *ii. Rbm- 



'fp Einleitung. 

Leibarst Karls des Erftcn von England; Jftarh löS?. 

. Die grobe Entdeckung des Umlaufs dej» Blurcs 
wachte* er zuerfi, oder berichtigte Tie 'winigftens 
ya|lkonimen. Auch machte er mehrere wichtiije 
Entdeck un gen tiher die Befruchtung utid Erzeugung. 
Dabey linden wir in Feinen Schriften mehrere ana- 
'torniri h- pathologifche 'Beobachtungen. 

Exercitatto anffomiett de matm coflslH et funguinis 

in aninitfilibus. Fruncf, 1628* 4* ■ 
ExercUatione^ IJ anntomicne de circulntiöne fmoßujr 

mis ad y. Riolanum Fil. Cantobr. J649 i:^. 
Beide Wt»:ue zu^iumen worden öftrer aufgelegt, 

2, B Roterod."^\b'7Ü 12. ' 1 

Seine optra omiiitf, cura eollegii medici Londuienfis* 

Lond. 176&.4. \ .. ■ 

'* 21. Wilhelm ^k%i.oi;iv%i(de Baillou)^^ 
. Prqfeßur Vi Paris ; ftarb 1616* ' 

Seine Schriften gab nach feinem Tode Jag. 
Tb B V A RT heraus. Hieher geli'.Men : 

,::Ejndefnibrmm et &pkerner^dmm. Lib* Par» i64^ 4* 
Paradigmiaa (tt kiftoriae jnorborrnn ob raritatem ob* 
ßrvatione digniffimae, ibid. 1648. 4. 
' *' ' Opera, f^enet. 1734« Vol. IV. 4. und mit einer 
Vorrede von T u s o D. T R o N c 11 i N. Gentit. 
. I7tj2. Vol. IV. 4. 

' 22. ZacutusLusitanur, 

^^ ^ Arzt t4i Amfterdam; ftqrb 1642. 

Seine Werke enthalten wenig Brsucbb» res» da 
mr volfer Aberglauben und Sucht nach wunderbaren 
Dingen ift« - •-. 1 . . 

Praxis kiftoriarum morborum. LLb.V. Amf tel. i6^\m 
^ Vol. III. 

**" Praxeos medtcete kdmirandac* tibr. III. 

Dies letztere Werk kam mit feinen übrigem 
Schriften c»-i»eidta 1641 Itf ^ Foliobänden 
lieraus» 
••• 1 23. La- 



E i n l e i i u n g^ 48 

«3- 1- A ZARVS RivERius (RiViere)^ 
Pro/eJ)or ZU Montpellier ; ftarb 1 655. ■ . 
Obferutitiones medicae ^et curat iones i nßgnes, C(^nU 
l — IIL Paris 1646. 4» Cenu IVta (poftbama) 
Hag, Coniit* i659* 8* 

24« Pb'terBo|ielx-us, 
■ Arzt zu Paris. 

Er hafcht blos nach'Sekenheiten und ift daher 
vcBig brauchbar« 

Obferuationesme'iicO'phjrßcae. Cent. IV« Par. i656- 

25. JohankRiolan, 
Pro/e/Jor zu Pari^ ; ftarb 1 SSy» 

Er fchrieU mehrere anatomifcfae Werke. Hie> 
Wr gehört fein 

Eaekiridium anatomicum et pathologieuiiu Parifh 
1648. Praurf. '^^ll* 8,. 

•I16' Thomas Bartholin, 
Proff^ffar zu Kqpenha\j^en; ftarb 1680. 

Er war ein fehr fltfifsiocr Arzt, und Heohachter 
Ton den Lymph- und (Ylilcligefärscn, und von dem 
Milciibrnftgang fchricb er znerft am Bpfirn. Er 
laismehe zwlrtzig jähre lang eigne und fremde ana- 
tijinifch- pathologifclic LcichciiölTnungon, um Jie in 
einem hefondrrn Werke bekannt zu machen. Sie 
wurden aber der Raub einer Feuersbiun Ct. 
De bibliothecae inc^ndio, Hafn, 1670. 8. 

Inz^i^ifchen linden wir in feinen i'ihrigen W^t^ 
ken noch immer einen grofsen Vorrath uichti^i^ 
tnd .zweckmäfsiger Bem6V*kungcn. E% gebore» 
Ueher : 

Hiftariarum anatomicarutn rariorum Cent. VI. Hqfn» 

i654— 1661. Vol. III. 8.. 
Epifiolarkm medicarum Cent, ly. Hafn, 1 663-^— 67» 

VoJ IV. 8.. 
Aetamedicaet philofönhiGa Hafnienfia, Hafn, lÖ-^S — 
Ao. Vol. V. 4« 

De 



14 EinlBitungk 

Dif 'änafoma practica, ex cadaveribus^morhuißs udöt* 
nanda Gonfillum. Htiftu 1674- 14* 

Ö7. P t T B H P A ^, ^ 

trofeffor zU Luiden. 

Von ibm haben wir einige wenige Beobaclitiui* 
gen, welche l^artkt^iin nach feine^ti Tode zugleicU 
mit dem zweiten Bande feiner ki/ton anat, tar. her- 
ausgab : 

t>. Petri Puwii obfernktiones mnatömicae Jifeciiores^ 
• iatrl primum editaCf cur'ante Tk. Bnrtholino Htfm 

28. JOHANK JaKÖB WkPFER, 

fVürtembergi/cker Leibarzt; fiarh 1695. 
in feinen Schriften finden . wir einen wt&ren 
Scliati ziiverlärCii^'er und wiclitigcr Beobadituhgen. 
befonder^ f&r die Gefchichte der KfankJieiten d'ök 
Gehirns. 

Hifioriae apoplectico^itm hbfervationibäs tt fcholiii . - 

anatomico-mfdicis iUyftratae. Scaphuf, i658. 
Obfervntionhs anätomic'ati ex cadaifeHbus ehrüm^ qmai ' 

fuftutit/aj^opiexia. Amft. 1681. 
Obfertiutiones medico practieae de qffectibüs enpitU - 
titernis et i'nternis. Scaphuf, 1727. 

09. I^AUtbARBBTTS^ ^ 

^ Arzt zu Amfterdnm. 

Er fchrieb eiii unbedeutendes Konip^hdiufn detr < 
AMtomie, in welchem er anch den krankhafteA '. 
Zofiand ]edes ThcilS angibt, aber der Natur nicht 

äen genug bleibt , und an Vornrtheilen und Hypc(** 
efen klebt. 
, Anatotre practica. AmfteL i 6S9 i)«i< 1697. &• 

3o. C0NR.AD Victor Schneid^ Ry ^ 

Pr^>Jfdr zu ßVirlenber^; ftlirb 168Ö. ^ 

tey diarem guten Beobachter finden wir «inigo \ 
Bemerkungen : 

De catarrhis Libr« V« IVitemberg* 1660 — ^ 6^i J 
Vol. V. 4- 

'1 



E £ A l i i t ü li g; 1 iS 

ii. T R bk Ais Wt LtlSi 

Prtfijjbr zu Oxford und nathker Arzt tu London i" 

ftarb 1675. 

Er bat 2ur pathologifchen Anatomie viel beyge- 
Iftgen, "wenn man feine Hypötbcfen^brechnet. 
Cerehri anatome* Land. 1664« 

Fathologia cerehri tft neruqfi generU. Oxdn. iGjj. 4« 
Flarmacevfice rmtionälis. Oxon, 1674« Vohll. 4, 

3^. Jö 11 ANN Vt S LIMÖ9 

Pro/rJU^r zu Tadka; ftarb 1649. 

Ohferuationes anatomicae et epiftolae mtdicat^ H'aftL 
iSS/^* Hag. Comi 1740^ 8« 

33** TBBODOR KERtAiNGi 
^ Arzt in Arnfterdatn 

im einer der Erfteni welcher« getf-ockriete TheilÄ 
des Körpers aU ans^törhifche Präparate aufbehieJt« 
Fär «lie patbblögifbbe Aftatomie enthalten leintf 
Werke manche wichtige Beobachtung. 

Speci/rgittm anatoshicmn ^ continens ohfervatibnum 
antttomicarum Genturiam^ ntc non ofteo'^eniam 
foetutm. Afnft. 16704 4. Lugd. Bat. 1729. 4. 

34. 'Nico LAUS TÜLPlf, 

Arzt und Bürgirm^iflifr sH Amfi^rdam} ftarb i(J^4, 

£r war in aller Röcklicht ein vortrcAicher Arzr^^ 
ikd i\t pathologifche Anatomie verrlahkt ihiii lehr 
title zuverläCTige und wichtige äedbachtuhgeii. 

OifervtUiones medicae, Edit. quarta.. AmJtßL 1672« 8. 

35> Geararo Slasius, 
Frqffjfor zu Amfterdam\ ftarb 1682» 

Uert uns einige, nicht unwichtige Feobächtungen 
IM widernatürlichen und krankhaften Befchaffea« 
inten riniger iTheilc des menfchlichen' Körpers. 
Obfrruata anatomica in homine ^ fimia^ eqUo cet. 
Aceeäunt exiraordinaria in hainirm repertu. LugcL 
Mmt. 1674» 



i^ E i m t c i t uJt gi 

Ohferuationes medicae rariores* Accedit Alonftri 
plicis hijtoria, ibid» 1677« 

36. Theofhilus Bonet, 
Arzt zu (jeiify wo er 1 689 ftarb. 

Er yeranftaltctc eine grofse Sainjxilunff patli( 
^ifcher Leichenöffnungen aus mehrern Scfanftfiellc 
'WOZU er auch faine eignen Beobachtungen fügte« 
ift im Grunde ein ganz' guter Sammler, freiließ ni 
ganz Frey von Fehiern und Hypothefen feiner L 
£r übergeht auch nicht feiten wichtige Beobacht 
gen, welche er hätte aufnehmen können, läfst 
die fo nöthige und wichtige KrankheitsgefcMc 
weg, fährt dagegen häufig eine Ge fehl ehre mehrm 
auff fteih viele an den unrechten Ort, führt < 
Schrirtftcller faifch an, verkürzt und entftellt vi 
Beobachtungen, bringt mehrere unter falfche i 
fchnitte,* u. f. w. wie Afor^aga/ be merklich mac 
und feine Fehler zu verbeffern fucht. Indeffenb] 
ben den Pathologen Bonets Werke immer wichtig. 

Prodromus anatomiae praeticae. Genevae i6jS* 
Sepnicretüm anatomicum f. anatomia practica 

cadaneribits moröo denatis» ibid» 1679» Vol. 

Fol. Vermehrt von Manget. Lugdun. -17 

Vol. III. Fol. 
Medicina fcptentrionalu coUatitia, Genev. 26 

Vol. IL Fol. 
Po/yaithes f, thefaurus medico - practicus* il 

1690 — gi. Vol IIL Fol. 

37. Gregorxus Horst, 
PrqftJJor zu Giefsen , nachher Arzt in Ulm* 

Er ift ein' fehr guter Beobachter. Seine hiel 
gehörige Werke find folgende : 

Obferoationum inedicinalium ßngularium Libri 1 
Acc. epiffolur, et confultat. Librr» Ulm* l625. 

Specimen anatomiae practicae* Francqf, 1 678« 4* 

38. J o 



Einleitung. ij 

38. Job yliti Mxxkbrn,'^ 

fVhnäarzt in Amfttrdmn* • 

MajDtlie merkwürdige Fälle liefef-d utis feioe 
Obferumtiones medico ' chirtirgicae. Amfi^'i^^^^ 8» 

i^^ioUKU^^ Conrad P£ysr, 
Arzt zu SchaßiauJ'en ; ftarb 17121 

4o.JöbAKHjAftoB HaHD^JI, 
frqftffor in Bafel; ftarb 1712. 

Beide gaben. Ihrett 6riefwecbrel j. iri Welchem 
l^ir eine Menge gutbeobaeliteter und fe]Uier Fälle 
intretTen, zufamii^en.ütiter folgendem Titel heraus : 

PAfcoN'U €t VYTtiAOO KAt txercitätidnes unatom^ 
cot et meäicae. Bafileae 1683. 

Von Peyer gehören aucbtidch hieher defTen; 

Paterga anatomicä r^liqku Ft. Amfit I682} 
tuid TO0 Hat* der dcffen 

Apiärium Objervationum* Bcjil, tSA'Ji 

. 41« CoRNJ^Liüs STAtPARt van der Vfmti 
Arzt im Haagi 

tn feinen ßeobdchtungen Kriden wir fehrtriel^ 
rortrefFJicfae Bemerkungen, dit er ein fehr treuer 
uid anhefangner Beobachter war. 

Eerfte en tweede konderd ,, iees • h^get- ed fuydektHl* 

dige Anmerkingen. Amjt. 1^82* lbä6* 8- 
in dai Lateinifche überfet^i: 
Obferutäiones i-arioret anatomUoMi Lfigd. jßät. t66i^ 
Vol. 11. 8. 

4s. HittiöUtUiJi fÄititiVi föü AqüAPjVDBNti^ 
Prqffjfor zu Faduä; ftarb i6igf. 

Qperä ohinin äriatomieä et pAyßölogicd, ix edÜ» 
Jo. housii- Lipf. 1687. Fol. cum pratfat.BtKH. 
Sl£GFR. Albinx. Lugd. Bat. 1738. Fori. 

Hgml^. ä. pmkdl4 Antu. i.Ms M 43. Sfs, 



i8 Einleitung, 

43. StephanBlankaart, 
Arzt zu Amj'terdam* 

. Er war mehr Sammler, als Zergliederer, und 
jhmmelte überdies o)ine Ordnung und Auswahl. 

Anatomin practica rattonalis . f, variorum cadavf 
rwn morhis denatorum anaiamica infpectio, Amft* 
l683. 12. 

Auch gehört hiehcr ein von ihm frühfr herauf* 
gegebnes periodifches Werk, welches ich hernack 
bey den Zeitfchrirten anführen Verde. 

44' Friedrich Ruyscit, 
Frqfeffor und Arzt zu Ainßerdnm; ftarb 1731. 

Er war tiner der grölsten Zergliederer, und 
fammelte eine anfehnliche Menge patholo^ircher 
Präparate, deren Befchreibung wir auch in Sandi- 
FORTS Mufeo anatpmico Vol. 1. Sect. II. finden. Sei- 
ne wichtigen Bemeilcungen und Beobachtungen cnt« 
halten folgende Weirke : 

Ohfcrvationum anatomico - chirurgicurum Ccnturim» 

Amftcl* 1691« 4* 
icdecim refponfionei ad totidem epiftolas problema* 

ticas. Ainft. 1696— 1708. 4* 
Thcfauri anatomici X. ibid. I70r— i5. 4* 
Curac posteriores J. thtfaurus niaximus. ibid. 1724.4. 
'■ «^ Curne rcnovatae f» thefaurus no$us, ibid. 1718. 4. 

Adverfariorum anat. chjrurgicorum Decades IlL 

ibid. 1717 — 23 4- 
Opera. i6irf»' 1721—25. Vol. II. 4. 

45* Johann Nico laus Pbchlin» 
• 'Profeffer zu Kiel; ftarb I706. 

Er liefert matfthe fchätzbare Bemerkung. 

Qbferuationum phyJico^mcdiQarum. Libr. III. Harn* 
bürg 1691« 4« 

». 4^* 6 o X T- 



Einleitung. t^ 

46* Gottfried BidloOi 
Profejjor zu Leiden ; ftar-b I7l3- 

Ob/ervaiiones de nnhiialculis in hcf^nte c.viUo dcte'ctis* 

Lugd. Bht i6.)8i 4. 
Exercitationet^ aaatomivo ' ckirttrgicae, ihid, 1708« 4* 

.f 
47. JOHAKK JaCOBJWaN^SbT, 
Arzt zu Genf; fiarb 1743« 

Er war ein fleifsiger und guter Ssrnmler, und 
er^'arb lieh dadnrck um die patbologilche Anato« 
iiiie wefetMliche Verdienfte» 

Bihilutßieca anatinnica illuftrnta et aucta» Genevat 
1099. Vol II. Pol. ■ ' ' 

Theatruii' ünaUhJrton^ ibid, 1716. Vol, II. FoL 

4S- D AHlZL L£ Ch^KC f 
Arzt. ZK G^i\f; fturb 1)72 8« x 

Er war Mitailieiter dejf vorigeif ScTiriftriellüri 
•B deffen ^n^^ixxhji^n hibiiofhei^a atuitomica, üel>er- 
dies geil oft auch von ihm foi'.-riiji .-i \Verk' hieher: 

lußoria nalitralis et medica latoium Unnbricof^m» 
Geneu^ 1715. 4* 

4g. JoHAKNFAKTOKIi 
froffjyar zu Turin; fturb 1758« 

Von ihm gehören .Iiieher: 

DtJJcrfatifmes anntömicae laurin 170t. P» 
Opufcula medica et p/iyfiologicA* Genev, 17? 8. 4« 

5o« Jo H AK N ß A PTIST A M O R G A G »1 ,^ ' 
• Profeffor zu Padua; ftarb 1771. 

Sein nflcrnr/üdetör Flcifs bcreichterta nicht allein 
die ganze Anatomie ^ fondern auch vorzülflich die 
patholorprche AnAtomie« Sein erltes W'erk warten . 

Adrr^'fariti anaf^mnica. Bonon, 1706— 13. Vol. Vi ^f 

• ' B a / 'Auch 



ao Einleitung. 

Auen finaen Ech in den von iB'oiRHAvsN hl 
ausgegelinen 

EpifioL anatom. IL Lugd. Bat. 1728. 4. 
und in den 

Opufcul. Mtfceiian. Venet. 1763. Vol. 111. Fol. 
"«1616 hieber gehörige Bemerkungen. Des Hauf 
werk aber ift feine Schrift 

De'ffiäibfnr et rnttjps morborum per anatomen indap^ 
tis. k'enet 1761. Vol. .II. Fol. auch Patav, 176 
Fol. Amftei. ItjßS. V(»l. II. 4. Genev. ex rdi 
TissoTi 1779- Vo). III 4. t>eutfch von K 
n ig s da r/er, Altenb. 1771. V Bde 8. 

DiefesWerk machte in der pathologifchen Am 
tomie Epoche. Er befüinmte es 2iir Verbefferur 
nnd Forlfetzung des B^nnet^ und liefert&uns rine 
wahren Schatz fowohl eigner, als Andrer Deniei 
kungen, hefonders des V atfalvay feines Leluer 
Bey den meiften Beobachtungen geht eine Gefchichl 
der Krankheit vorher, und aus vielen zieht er R4 
faltate far die Pathologie. 

5i. Johann Maria L/wncisi, 

JLeibarzt Papft Riemens des zweiten; ftar^ 1720. 

Seine Werke enthalten viele und lehrreiche Lei 
chendfTnnngen. 

De fuhitaneis mortibas» Libt, IL Rom 1707. 4. 

De bouiiia pe/te. ibid» 1714- 4« 

De motu cordis et aneurysmatibus, ibid. 1728. Fol 

Operm omnia. Venet. 1739. Fol. Rom 1745. 4« 
Von dem erften Werke er fehlen auch eine 
mit eignen und fremden Beobachtungen vermehrt« 
deutfche .Ueberfetzung von Job. Chriftoph Fak 
mer. Leipz* 1790« 

52. Friidricr Hofmann, 
Profeßor zu Halle; ftarb 1742. 

In feinen Werken finden wir manche patho« 
iofifche Beobachtung; auch gehören hieher melt 
rere von fein«n unzähligen Oiffertationen , z. B. 

De anatomes in praxi ^ediea u/u. Hai. 1707. ' 

Me- 



Einleitung* 91. 

Medicina rationalis et fyftematica» • HnL 1718« 

Vol. IX. 4. 
Opera» Geneoae 1740. Vol. IX« Fol. 

53* Johann Salzmann, 

Prqfeffor zu Strasburg^ j finrh 1741* ^ 

• 

Speciinen anatomiae curiofaeet utilis, Argent* 1709. 4« 
Öe offificatioae praeter natur alt. ibid* 1720. 4* 

54*JohannBoun» 
P^feffor zu Leipzig; ftarb 171 8« i 

Von feinen Werken gehört hieb er 

JD^ renunciatione wiUerum ietkaliunu Lipf. 1711.4* 

1755. 8. 

' 55« W I L i.'h E L 11 C a I S E L D Z N > 

'Wuniarzt zu London; fiarb 1752. 

Amatomy of'the human body. Lond» 1713« 8« 174^ 
and 1756- 8. ** ■ . 

Ofieography* Lond* 1733* Fol. Schätzbar durch 
▼ide Abbildungen merkwürdiger kranker 
Knocken. 

56. Jobakn Maukxtxus Hop mann, 

Prqffffor zu Altdarf; ftarb im Anfange dirfes Jahr* 
kundertu " ' / • • ^ 

Er fchriefo das erfte Lehrbuch der pathologi« 
chen Anatomie, indem er die von ihm nach und 
ach gefchri'ebnen DirCertationen fammehe und zu- 
unnien herausgab , unter den» Titel : 

Difquifitio ^corporis humani anatomico - pathologicm 
rationihits et ohfrrvationibus veterum et recentio* 
Tum Jingtflari Jtudio coltectis '^conßrmata. Alt- 
4/91/1713. • 

67. MAä- 



rfi' ^ Einleitung:,' 

57t M A R T r N S C H Ü K I G , 

Arti und Phyßcus zu Dresden , in der crffen Hu'/fe ; 
di^fes yahrhundertSy • 

war zwar ttnl- Sammlerj aber fohr flcirsig, mit üri- 
. nuiifi und Answahl. » •-; 

i^p^rmntoio^ia^f feminis hnmani confid€ratio.Frani;fm 

Sialolocja^ /. falivae humailae co/\ßderatio. Drcsd» 

Chylolof^ia f. chyli humant confid. ibid, 1725.. 
Gvnacvologia f, congrejjhs miäiebris conjid, ibid. 

Mutiehria /. partium genitäliuin muliebrium cpnf* . 

ihid, i7i!C)- 4* 
Pathennlo^iaf. confid, virginitatis ibid, eod. 4* 
Syiiepßülogia /. conceptionis muliebris confid. ibid. ^ 

17.^1. 4 
Embryoiogia f, infantis hum, confid ibid* 1732« 4*' ^ 
Sithologia hifiorico-medica* ibid, 1744* 

58. Johann DominikuS Sa n to e i h x , 

Arzt ZU yenedig; ftarb 17.^7. 
' Obfen ntiones anntomicae^ ^enet* 1724*4* 

59. Hbrmannboerhave, 
Pro/ejjor zu Leiden ; fiarb i 738. 

Der berabmtcfte und glücklichfte Arzt feiner i 
Zeit In feinen Schriften Htiden wir mehrere vor*| 
trelliche Beobachtungen für die pathologifche Ana«! 
toinie; I>efonders aber gehuron hieber dip Leichen-1 
öfTnung des Aumirais von fV,a ff t n n a r und des Grm^ 
Jkn voii S aint A uban: - u 



Hifrorin morhi atrocis fVaffenarti, Ln^d, Hat, 1 724» 






Hifioria altera mnrbi «trocisS, Auöani, ibid, 1728« 
Cura Baldingeri. Francof. et Lipf. 1771. 8. 

60. Bkrnharp Siegfried Albin, 
Prnfcffor zu Leiden; ftarh 1770« 

Unftrcitig Finer der gröfsien Anatomen unf« 
JahrhuQdei ts* Inzwifchen mthaUen feine Schrift) 

frt 



^ 






B tn i e i t u n^f. «$ 

Anemrysmatis fpurii poft venae B^fiUcM Sectionem 
QTti hiftoria et curat io. Nortmb, 1769. 8« 

67- Johann Theodor Ellbr, 
Preufsifcker LeibarU ; fiarb . 1 760. 
H^Uinifche und chirurgifche Anmerkungen, Bert: 

1740. 8. und .einige Abhandlungen in den 
Mcmoir^ fle Cacad* des Scienc. de Berit n^ ' 

68« Johann Baptista Bianchi, 
PrqfeJJbr zt$ Turin; ftark 1761. 
Dt naturalis vitiofa morbofaque generatione^ Turin. 

1741. 8. ^ 

69* Philipp ConradFabrizxvs, 
ivur Prqfejfor in Helmftädt. ' 

Idea anatomiae practicne. JVetzlar, I74i* 8« 
SYliageobfervatiqnunt anafomicarum. Helmft^ IjSq* 4* 

und viele anatomifche DU'putationen. 

, . , I * . ,, 

70« PurcbardDatidMavchart» 
PrqfeJJoP in Til(^nge'n; ffarb I75l. 

In der Pathologie der Augenkrankheiten haben 
wir ihm Viel zu * verdanken ,' z. B, ' 

Diff. de hypopio. Tnbing 1741« 

Seine vielen dahin gehörigen Disputationen hat 
fteujs gefammelt : 'DtJJpprtatianes medicaej'elcctae Tubini' 
gtujes^ ocuti humani qßFectifS medicQ- chir*urgice cof{fide> 
ntos ßftentes. Tubing. 178J.' ^0/. iL 

71. JosiAS Wextbrect, 
Pro/rßo^ ifn Petersburg ; fiarb 1 747, 

Mehrere hieher gehörigen Bemerkun|:en hat er 
4cn i^9inmentaris Societatis Petropolitanae einverleibt« 

72. S. SCHAARSCHMIDT, 

war Artt zu Berlin* 

Jdedicinißche und chirurgifche Nachriohtenn Berl. 
j 743 -48. VI Bde. 8. 

. 73. Gf»» 



a4« Einleitung. 

65- A L B E n T von H a l l e r , 
. Prqfeffor in Gdttingen^ zuletzt Mitglied des arofstt{ 
Raths in Bern^ feinem f^ßtcrlanäe ; ßarb 1777. 

Um die Anatomie und Phyfiologie niachte ei 
fich höchfi verdient- Auch um die pathologifchc 
Anatomie hat er durch viele l^eichenöffnüngen uvd 
Beobaghtungen unendliche Verdicnfte« Seine hiehef 
^hörigen Werke find folgende ; 

C(k^nmffntarii ($4 praeiectiones BoERBAVXi in inßi^ 

tiittones proprias. G^tting 1739 — 44. Vol. Vi. ft 

Elem^nta Phyjiolcgiae^ J^ftufann^ 11^7* "^ 66* Vol, 

VIII. 4» 

I)e partium corporis humani fabri^ß et functionibus^ 

B^rn 1777. Vgl. Vm. tin 
Opera minora. Lauf» 176;^*^ 68- Vol. II|. 4* 
Opufcula pathologica. Lau/an/^. 1768« 8* 
Coliectia difputßtionutfi ä4 mi$rborwn hiftoriam ei 

curation^m/acient, Lauf. 1756- Voh VII. 4« 

Den^rfteni zweiten und dritten Band überfetzti 
Cr eil upter dem ^\\.e\\ Sammlung academi* 
ß:her Streitfch ritten die Gefchiehte und Heilung 
der Krankheiten betreffend, Helmft 1779 8o« 
3 Bde. 8« und die folgenden Bände unter dem 
Titel: Hnller's Beyträge zur Beförderung det 
Gefchiehte nnd Heilung dfr Krankheiten* BerL 4 78 1 
•B^ 84. VBde. 8« 

^ €C* Christoph JacosTi^xw,. 

Ar^ zu Niirnberg; ftarb 1770. 

Von ihm haben wir manche hieher gehörig« 
gute Beobachtungen zerftreut in den Actis Katuras 
Curiofqri4n% y und im Cqmm^fcie hJorico» Sonft gehört 
auch noch iinter feine anätomifchen Schriften ; 

De differentiis inter. haminetn nat^m et nafcendun^ 
^ ' Nor 17:^6.4- 

Abhandlungen voft einiget^ Verfchiedenheiten^ welcßt 
mm Menfchen vor ßnd nach feiner Geburt wahrgS 
nommen werden. Mit gemahlten Knpfipr tafele 
N«i>ii6. J770. 4. 

AtißM 



E i n i e i t u n^. g5 

Anettrysmatis fpurii pcft venae Bäfilicae Sectionem 
orti hiftoria et curat io. Norimb, 1769. 8« 

67. Johann Tbbodor Ellbr, 
Preufsifcker heiharzt ; ftarb . 1 760, 
MedUinifche^ und ckirurgifche Anmerkungen, Bert; 

1740. 8. und einige Abh^pdlungen in deA 
Memoir^ (ie t^'actui* des Science de Berlin^ 

68* Johann Baptista Biancbi, 
Frqfeffor ZH Turin; ftark 1761. 

De naturalis vitiofa morbofaque generatione^ Turin. 

1741. 8. 

69* Philipp Conrad Fabrizivs, 

* nftar PrqfeJJor in Helmftädt. 
Jdea anatomiae prßcticae, JVetztar^ 1741« 8t 
Syllogeobferüatii^num anafomicarum. Helm/t^ ^jS^* 4« 
und viele anatomif che DUputationen. 

70« BuRCHARD David Mavchart» 
Prqfeffop in Tui^ngen; ftarb lySl* 

In der Pathologie der Augenkrankheiten haben 
wiriilin Viel zu verdanken / z. B, * 

Diff. de hypopio. Tubing 1741» 

Seine vielen d^hin gehörigen Disputationen hat 
Xfujj gefammeit : 'Dtffertationes medwaejelectae 1 i/äih- 
|rj!/ipf, ocuii humani qffectus medicQ- ckit'urgice CQi\fide» 
Htt! ßft$ntes. Tubing, lyii. ^qL iL 

71. JosiasWeitbrect, 
frofeffor^Jn Petersburg; ftarb 1747, 

Mehrere hieher gehörigen Bemerkungen hat er . 
im Q9fhmentaris Societatis Petropolitanae einverleibt« 

72. S. SCHAARSC^MIDT, 
war Arzt zu ßerliiu 

Mtdicinijfihe und ckirurgifche Nachrichten, Bert. 
1743-48. VI Bde. 8. 

, 73. GflU 



^ Cinteittlng» 

82« CxitlSTOPB Go TTFKISD fivTTNBR, 

Prof -jfor in Königsberg ; ftarh ijjS* 

Amatamtfcfie Anmerkungen bey finetn mit ktraus^ 
' hängendem Herzen lebendig gebokrnen Kinde. iCd- 

nigsbefg 1752.4* * ' ' ' ■ * ^ ^ 

In vielen Jakren gefammelte Anatomifche fVakrnekr 

mitngen, Ebeni. 1769. 4-' 
Befckreibung des innern JVafferkop/s und des BciJf 

kör per i einer Perfon. Bbend- 1773. 4# 

' • " « ■ 

83« Johann PALrvH» 

fVundarit zu Gent^ in der erften Hälfte unfer» 
Jahrhunderts. ' ' ', ' ' ^ ' 

Anatomie chirurgicnie, Augmente pnr P b ä t a l . 
Par. i'jSiS. Ins Detttfche überfeut: Närnk. ■ 
1760. II Bde. 4.' ^ -^ ^ 

84LoiiBNzHEiilrEii, 
Prpfeffor äh 'Altdarf und drauf zu Helmjtadti 

ftarb 1758. - • ^ * 

Jnedicinifcke\ ckirurgifcke und anatomifcke fVakr* 

nekmungen. Roftock 1763. Dct 7.wcite Tlieil 

kam nach des Verfaffers Tode durch F/% fV* 

Cappei 1770 haraut* * ' - ^ 

85JaubsL.nd, 

" ^r2^ zu Ediuburg. 

, Er befohreibt die Verändrupgen der innern K6r* ' 

pertheile beim Skorbut. ' . ' ". / 

^ A treatife qf tke Scurpy, Edinb. J753« 8. Deutfeh: j 

Riga 177Ö. 8. • ^ 

•• f 

SS.WALTREKTanDoVBUBN» j 

PrqfeffarZif Groningen^ drauf tu Leiden; ftarb iyS3* ' 
De vermibus inteftinalibus hominum , praecipue 4% \ 
' taenia. Lugd. Bat. 1753» 4^* *' 
Speeimen obfeivationum academicarum ad monftro^ 
.' rum kiffonam\ anatomen^ patkoiogiam et artem^ 
9tftetriciam fpeciantium, ibid. ijßS» 

87. G B B a/ 



Miml0ituHg. lif 

%j. Gb Ah. An DK. Mu L LtK, ^ 

FraffJJor in Giefit/t. 

Progr. de mtiUtatt anatämiae praeticae.- Oief. ifSS* 

M. JOBAMM LVOWXO LXBHECHT LqSIKS, 
Arzt in Berlin \ ftarb 1767. 

OhfervaiiomiS anatomio* chirurg, medicae novae et 
rarior^s. ßeroi ijS^* Neue nadfeltne anatomir 
fche, chirurgifche und medicinifchc fVakmehmun- 
gen. BerL 1.767. 

89- ABAAfiAM KAAtr-BoSBHAVB, 
rujjifcher Leibarzt; ftarb, \yhi. 
Hift^ria anatamica if\fantis monftrq/i, PetropoL 

1754.4- 
Hiftoria altera iwfant, monftr. ibid, 1754* 4« 

90.CarlGiakclla.. 

Kon femper ex cadaoerum fectione colligi potefty rec- 
ferne out perperam fi$ cUratio morborum infiitW' 
ta, Patau. ijSS» 4* 

91'. J&BAVU ÜANttL Ml^ZOtR, 
noch lebender königl, preufsifcner Leibarzt und Pro- 
feffor in Königsberg, 

Seine Verdienfte um die gerichHiche Arznei* 
YiITenrchaft lind anerkannt grofs. Hielier gehört 
feiner frahern Differtationen : 
Obfervationes nonnuUae anatotnico^pathologicaey e« 
Epicrifi* Regiom. ijSf» 

92. JoftAKN FXIDRICB MfiCKBL, 

Profeffor in Berlin ; ftarb 1 774. 

Er war unftreitig einer der vorzü gl lehrten Zer- 
gliedrer vn Ter« Jahrhunderts. FQr die pathologifche 
Aoctomie forgte er durch eine reiche S.'iiiimhiiig 
■lerkw^ardiger Präparate und durch treue Abbildun- 

üiA all«r $tUenli«u«n.des reichen Beriixfer Thea> 

ters 



Slf B i m t e i t Uni. 

,98* ^amuklClossy, 
Arzt zu London^ 

'^ Ohfervations on ferne qf the dtfeafes qf human bo 
taken from the äiß'evtioQS qJF morbid bodies* l 
don 1763. 8.. 

Sie enÜMlten wenig Merkwürdiges« 

99. PBYKH Jo a A NN MaKTM AKM| 
Prqfejfor ia Franl^urt an der Oder. 
Progr. Anaiauu practica quaedäfhobfervata.Fraü 
1763. 

lOO. nElM&tCIfCoVLlK, 
Prqfejfor in fVitsn. 

Seine Fortfet2ung' des StSrkfcheil annüi fnedi 
•Qthält mehrere LeicnenöfTnungeit. 

Ohfervationes medicae circa morbös acutos tt ahn 
^ cosj feu S T o lit K« Annus medicus tertiüs. Vi 
1764. 

lOt. lostPfl BxKTtKÜTt, 
ArttzuLucca» 
I ' {H/Ierüatiottum medicarum tjuae onatatHiae Jkpirftr, 
taefnnt* Lucae 1764« 

i02. JofiAKN 6t oHG.llo DfcRitä, 

Prqfeffor zu Gottingen; ftarb 1763* 

2V mörbo mucofo. Gott* 1764« 4« wovon, i 
« • fVagiers Abhandlung, über denfelben Gegi 
ftand ^ine neue Auflage erfcfaien : 

J. G. IIb DKRER et A. C. G. Wa g LtRi trac 
tMS'de motbo mttcafo denuoreafut annexaqut pr^ 
/atione ed. a6 Wr i s B bKg. Gott. 1782. c. i 

io3. PRanz B:umI| 
- Arzt zu Mailand. 
Obfepvationes nnatomicae, /choiiis iäu/träta^* Tom, 
Mtdiolan.\ tfSS* 4* ^ 
' . 104- i 



£ JA l e i t u n g. 33 

104« JOHAHH Pft(NGLS| 
EngiiJ'cher Leibarzt; ftarb 1782« 

Ihm verdanken wir lehr viele LeicheiM/Tnon« 
ea ond merkw&rdige patho^ogifche FäHe, b^on« 
ers über verfcbiedne Feld * unid Lftzaretbkraok«' 

icke«. 

Ohferoationt on the ä/eafes qfthe army. LontL 176& 4« 
Dcutfch: Altenburg 1772. 8. ^ 

• ' 
io5. Ri ciiARD Browne C&i&Töiii 
H^umdarzt beim Kranhenhaufse zu Glocefter. 

fmthological inffuiriei and Qbfervations in Surgery 
from tke dij^ections of morbid bödie^. fVith aa 
Appendix containing ttveife cajes on d\fferant 
Subjects. Glocrfttr 1766. 4. c. lig. Deutlch von 
J. CA. Fr. Scher//. Gotha J7Ö0. 

io6>. JostrR Li^üTAüD« 

Arzt zu Paris; ftarb 1780« 

Er rammelte aus den neuern Zeiten, was Mor* 
fi^i in feinem Werke aiugelaffen hatte. Dabey ifc 
l«r PUn und die Ordnung gut, man vermi£^t aber 
iie Rrankengefcbichton tmd die genaue Angabe der 
{oellen, woraus er fcböprte. 

Hifloria anntcfnico - itredica^ ßftens nrnner^fißlmt^ 
cadaverufn humanorum extifptciay ifuibus in apri-* 
cnm venit genuina morboi-uin fedrs. Par, 1767. 
Vol. II. ^.recudi curavit ^ correxit et fuppL com" 
piet J. Chr. Fr. Schlxosl. Longo/aiif/* 
1786. 87. Vol.U. 8. 

107. JouAKN Eaiist NfiüBÄüaai 

, Fro/rjjor zu Jena; ftarb 1777« 

Von ilim baben wir zwar nur wenige, ab#r 
ite patholugifche fiemeikungen« 

Üijf. de tunivts va^inalibus trftis, Giej/ 1767. 4* 
hf e;*i;'ioo- ofckevcele. Jen* 17^0.4* 
^lanan i. pathoi, Anat. \, ßt C JBVu 



E'inleitung^ 

Defcn'ptio anat^inica rar. p^ritottaei conceptacu 
tenuia inteftinn a reiif/uis mbdominis vifceribus feci 
fa tenentis. Jen. 1775. 

Opera anatomiea colUcta curavit G. C« H i N • J 
ms^. Francqf. 1786. 

io8«' Franz Boissxer de Sauvages, 
PrqfeJJor zu Montpellier ; ftarh 1767. 

Seine Nofologie entli9]( aucL für dlelpatholog 
fche Anatomie viel Brauchbares. 

No/ologia Methodica , iuxta Sydenhamii mentem 1 
hotanicorum ordinem. Genev, 1768. Vol. II. 4. 

109* AuovtT Karl GottlisB/ Waglsr, 
Leibarzt zu Braunfchweig ; ftarb 1778* 

De morbo mueofo. L vorher No* 102. 

HO* Lebrecht Friedrich Benxamik Lenttn'» 
hdnigL Grosbrittan. Leibarzt zu Hannover. 

Die vortreffliclien Schriften diefet greisen An 
tes enthalten auch für unfre WilTenfchaft lehr vic 
Brauchbares« 

Obfervationum medicarum Fafc. L et IL CeUii 176$ 

70. 3. 
Memorabilia cirea aerem , vitae genus ^ fanitatem 1 

morbos Clakjthaliei^ium, Gott. 1779« 4* 
Beobachtungen einiger Krankheiten, ebendaf* >774« 
' Beobachtungen der eptdcmifghen und einiger fporadi 

fehen Krankheiten am Oberhaf-ze, DeJJau 1783« 
Beyträge zur ousübendcn ArzneiwiJTenfchqft* Leipz 
17^7. B. I. 1798. B. IL 

111. ErnstAnton Nicolai, 
Hqfrath und Profeffor in Jena. 

Pathologie oder fViJfenfchaft von Krankheiten. Halh 
1769 — 79. VI Bde. 8« fortfetzung der Patholar 
gi€. Ebend. 1781 -84. UIBde. 



Einleitung*, "* 3C 

In diefein Werke Hnd fehr viele pathologifchf 
Bcheiiöffnuiigen gefammelt. « « 

112. CASPARpO&LXHf» 

Arzt ZU Venedig* 

Kmriores oh/er vatioaes mtdico • praetieae et anatömif* 
eae. Venet. 1769. 8* • 

iiS.Carl CaspakSicbold^ 
Hofrath und Prqfeffor zu fVürtburg. 

Von ihm ^gehören mehrere DiXTertationen hie-* 
br; befonders 

Coüectio obfervationum medico - chirutgicarunu 
Fafc, l. fVirceb. 17^9 & 

Farotidis fcirrhofae feliciter exftirpatae ktfioria. 

Er/. 17S1. 
De vefieae urinan'ae calculo, fVirceh, 17 85. 4« c. fig, 
tkirurgifches Tagttbuch, NSrnberg 1792. 8* ♦ 

114. E. F. ESCHBNBACH* 

Qbferüota qnaedam anatomico • chirui*gico - medica 
rariora, Röft- 1769. i. 

I 

ji&CbkistianGottlibbLvdwiO| 
Trqfeffor zu Leipzig; ftarb 1773» 

Viele fürnns wichtige Beobachtungen, befondert 
imGreding fiiv die Pathologie des Gehirns , enthal- 
pdie Ton Ludwig heraosgegebnen 

Attoerfaria medico • practica. Lipf* 1769 "^ 73» 

Vol-III.8. 

I 

i ii6* Pa V L s*GaA owxjK, 

L Arzt XU Groningen, 

[*• 

j^ 9ratio de unatomiae patkologieae utäitute et ntcef" 

Jitute. Croning. 1771. 

C 2 117. De- 



96 Einleitung.) 

t 117. DOMXKXCVSCOTUKKX, 

Arzt zu Neapel. 

Dt fedibui variolarum. Vindob. ifjU 
De Ifehiade nervofa* ibid. i774* 

118. JOBANH KaKlInSFSLV.* 
De li^fibus naturae. Lugd. Bat. 1772. 4* 

I IQ« Johann Huxbam« 
Arzt ZU Ptymouth; ftarb 1768. 

Bey einigen Epidemien ftellte er häufige Lei 
ohenöfFnungen an» 

Opera jyhyßco-medica , edid. G. ChEaRiicuxI 
Viennai 1773. 

12D»FRiED&ICB AuCVStWbIZ, 

juraktifcker, Arzt in Naumburg. 

Er yeranftaltete eine Sammlung und Uelierft 
tzung chiriirgircher Difputationen, in welchen aad 
Air uni man t he Beobachtung enthalten ift. 

VoUf tändige Auszüge aus dien brfien chirurgifche 
Disputen. Leipz. 177 i — 74. VI Bde. 

Neue Auszüge aus Differtationen für fVumdärzti 
Frank/, u. Leipz. 1774 fgg. XV. Bde, 

121. Ja'Cob Friedrich Isenflamm, 

^ PrqfeJJor zu Erlangen ; ftarb 1 798. 

In^feinen folgenden Schriften find viele nützl 
che! anatomifch • pathologifche LeichenöBExxungen en 
lialten. 

Verfuch einiger praktifchen Anmerkungen über di 

Nerven. Erlang 1774« 8. 
Verfuch \einiger praktifchen Anmerkungen über di 

Muskeln, ebend^i^j^ i. 

Vn 



Einleitung* ^ 

Verßick etmiger^praktifchen Anm€rknngen Über di§ 
Knocken, ebend. 1782« 8- 

Verfuch einiger practifchen Anmefiiwtge» . Otef die 
Eingeitfcide» ebend* 1784* 8* 

Eine vortrefiiche Unterweifung zu zweckmäJGd- 
pi und lehrreichen pathoIo^fcHen Leichenuf&iun- 
um, deren er zugleich Viele erzählt, giebt er in acht 
Kffertatiönen , welche unter folgendem Titel : 

De dijfieili in obfervntiones anatomicaf epier(fi 

& Erlangen erfchienen» und von feinem Sohne 
7* C. F. Ijen flamm unter gleichem Titel, Erlang« 
1793* 4* herausgegeben worden lind«^ 

122- JOHANK StSZDB&I» 

JVundarzt yund Geburtshelfer in fVien. 
« . .'. . .i ,» 
Sammlung merkwürdiger Beobachtungen von der im 
der Geburt ^errijfenen Gebärmutter* fVien 1774« 
Kaehtrag 9ur Sammlung «• £ ^; l^emLljjS^ ■ . t 

123. Jobann Gottlxvb W-alt-be,| 

JfrqfeJJor in Biriinm • • 

Er ift einer unferer gröfsten Zcrglie3terer , wiF 
kt BelitzerJ einer der vorzugticWien Pr^ar«tcni* 
biDDlflng in Deutfcl^Iand, fpri V^lcher ftnn» Sohn 
ttu rortreäiche Befclireibung zu liCifehi angefangen 

Ohferüationes anatomicae^ rBeroL lyjS* Fol* 
Betrachtungen über die Geburtstheiie des weiblicher^ 

Ge/Mechts, BerU 1776. 8- 
. Gefch/ehte< einer Frau , die in ihre^ Unferleit^ eim 

verkärtetps Kind 1:2 jfahr getragen hat* ebend* 

1778. 4- 
De morbis Peritonaek et npoplexia. ibid. 1785. 4» 

Sur les maladies du Coeur ^ in den Memoir. dw tar 
ead. des Scienc* de BerL i785«c 

124« M«- . 



4fi Einleitung, i 

•i'io, Erkst Gottfried Baldivoeä!« 
H^JTcnhijjvIfchn' Gekeimer Rtith und Leibarzt y .Pra/rß 
for Primarius zu Marburg. 

DiefiT ^rofs« und gelehrte Arzt hat Reh auck 
um unfre Wiffenfchaft vardient gemacht. Sein 

s Neues Magatinfür Aerzte. Leipz. 1779. %8' 

und d.is ' 

Medicinifcke Journal. iGötting. 1784* ffig« 

enthalten manche lehrreiche Leich^nöflnung« Befnn- 
de'rs aiier liefert un$ der gelehrte Verfaffer rell>rk 
•ine LitterafKT- d¥r vkrnehmffen Schrffrfteller zur täiata* 
f$Ua pdfholon^iöm ^ im Neuen Magaz* B- IX St. L S. 87^' 
fgg. lind B XVI St. VI S. 481. Vorzüglich befcbal^ 
ligt Er £ch mit Differtttionen. 

i3i. Franz Homb, ^ 

\hniglirh Grosbrittannifcher Lnbßrzi und Prqfeßür 

XU Edinbmrg. ^»i 

■■•■■■ j ** i - * «. 

Clinical exptrimemtSy hiftories and diffections. EdiiÄJ^ 
1780. Deutfoh: L^ifiz. 1781. «t 

• • 1 .1 '*ft' ' ' '. '• ' 

i39* Ga^n'/sfAH Goti'i'tEB Sillz, 
•w ■ -^ . <: Cekeirfu*RaVh iknä Prttfeßor in Berlin, 

..., Ihm^TerfUnken wir hefonders Qher das^Kind* 
tet^ Fehl/ Wichtige änatoniifche Beobachtungen. 

Neni Beiträge zur Nafin" und ArzneywiJJenfvhafl^ 

" 9^rt. 1782 T- 86. III ßde, * ^ 

i33. Maukvs {t^xEs EU Bloch, 
Arzt in. Berlin. 

Sr hat für die Gefchichte der Wfirmer im 
uenfcbliclien Kftrper lehr viel gethan. 

Abhandlung von der Erzeugung der Eingeweidewurm 
\71er. BirL 1782. 4* "*• Kt 

134. !•. 



E i n l e i't' « i gf« 4^ 

i34i Jo'ba nkAsoust Efhiia;x m'^GötzSi 
Pßtdiget %m Quedlinburg ; ftarb i^gS. 

Mit dem vorhergehenden SctiriftiTteDer, ' mit /' 
fVfrmer^ Fifcher u A. hat dieCsr Mann fchr viel I^cht 
über die Lehre i/on den Eingeweidewürmern ver« 
breitet. 

Verfiick 'einer Naturgefchickfe der Ehtgrweiäewür^ 
mer tkierifcher Körper. Blankerthurg 1782. 4. mit 
44 Kupfern* 

:i35. Feamz GsvrjffA&i,' 

Arzt zu Parma. 

f\ .' ■ < 

09 pecuUari ßructura cerebri non^ullistfue eins mor* 
bis, Paucae aiiae anatomicae obfervationes acc&o 
• etuat. PoKm* 1782* &• 

i36« JoRAKN Cbristopb Andreas Mayek, ^ ' 
Gekeinu Rath , LeiBana nnü Pr^effor in Berlin. 

Befchreihung difs ganzen meiifchlichcn Körpers^ mit 
den wiektigften neuern Entdctikungen hendkherfm 
Berl. 1783. fgg« Bis jetzt VIII Bde. 

In diefem Werke nimmt der berühmtje Verfaf- 
ler oft RückK£bt auf de» abvi^esoheBdeii und kraa« 
kcB ZoXu&d der Thpile» 

1 37. J O S E » H P L E N C 1 Z , 

Pro/eßor ZU Prag. ' , 

• Acta et ohfkreata medica. Pragae 1783. 8^ , . { 

\ ■ -■ ■ A 

i38. Andäias Bo HH, V 

Frrfeffür zä Amfierdam. 

Befonders Terdient hat er fich um die^rankhei«' 

I der Ki:ochen ^mfcht. * 

Dfjcriptio tkrfauri ojjlum morhaforum H o y l A,Ni« 

AwJU 1783. 4« 
TabNlae offium morhofomm^ . praeciprte thefauri 
H o V i A N i.Amfi. 1785— Bs-FoliFafcl — III. 

Veher 



y 



4> E i m l € i t u n §0 

Üfiher die feifne und itUderntttüiUche B^fchaffenheit 
der Harabiafe und Geburtst/ie^le eiuei twol/j€ihri» 
geil Knabet^ Strasb. 178^ 8. 

i3a. Ä « z i A, ^ 

Pro/eJJhr %n Favia. 

Specimem phfervtUionmm anatq^icarnm et pathologi* 
corirm. T^cüff .1784; 3« . 

i4o* Ch&istxan Gottfribd Escr'ekbach, 
Prg^J/brin Leipzig. 

Vermifchte medicihifche Und chirurgifqhe Brinerkau'^ ; 
.- «. gen. übet:, verfekiedne Krankkeiteiit der, ßry/k mnd j 
dfis Unterleibes* Nebft hlackrichten 9on m^wür^ ^ 
digea Leichenöffnungen. . Auf verfchiednea, aus* 
ländifchen Schriften. L^ipzi 1784 — 86* III Bde| 

.•-■'■■• - • , ; 

141« 6. P&oc 0Af X A.i •/. :\ y 

frqfeffor in Pra^, *: 

Ann^tationum weademicarmm. Fa/bie. i'-^ilL Frm» * 
gae 1784. ' ;• *^ ' ; i 

r .-: 141^ WriKfctA.M Hunt« Ky ,\t 

Auf serordentlicher Arzt der Königin 'CA4Lr-iDt4i ^^ 
von England; ftarh 1780« , t 

' " . • '. u 

Er ift der Entdecker des aneuryfinatis varicofi. 
Seine grofse und Vnit fehr Teltnen^SUicken Terfehn» 
Präparaten Sammlung befindet, fich im den Hi|)dea ' 
Jlf: bailiies. Eine Menge wichri|?r pathologifcher 
Abhandlungen, yoil ihm find in den Lpndner Zeit* . 
fchriften zerftreiit, in den^hilofopkical 4r^'^f''^tions^' 
jnedical .TransactionSy ^nedical Obfervations ^ und meitfi- . 
C0I Communications, Zum TheÜ haben wir diefe Auf- 
fitze auch in einer deutfchen Üeberfeuung: "^ ^ 

''■'.* \ ■ ' '• 

fV. H itnters' medicinifche und chirurgifche Beoh^ 

achtungen und Heilmethoden^ von Kühn, Leipz, '; 

1784.*- 85. If Bde. 8. 

Sein 



i 



E i H l 9 i i m H'§, 4S 

Seiii Werk : Anatomy of the human gravid Uterus* 
Im^. 1775* im grölsten Folio, übertrifFt an Genauig- 
keit nDd Schönlieit Alles andre, y^a$ wir in diefem 
Fache belitzen. 

143. J. Blxvland. 

Ohfervationes anatomico - medicae de fana et morhofk 
oefophagi ftructura» Lugd. Bat. 17 85- 4* 

T^ractatus de difficili out hnpeditOi alimentorum ^ 

ventriculo in duodetmm Jirogreffu* ihtd. 1787. 4' ' 

. u 
Auch gehört des VerfaTfers Inaugural Dirfnrta« 
ÖOli : de difficili nut impeditq alimentorum Mepuffione* 
l^igdm Bai. 1780. hieher* 

l44« JOHAKK PlTXR FraNK| 
hmiferl. kömigL Gubernialrath uad,Profeffor in fVfen* 

DeUctus opufculorum medicorum. [Ticini 1785 '«-• 

92. Voi. XII, 8. 
EpitoTne de morbis hominum curandis. Mahih. 

1792. fcjq.. Deutfeh: ebenda *794 ^SS' 

In beiden Werken finden wir mehrere von dem^ 
grolsefi Arzte felhrt gemachte Leichenöffnungen,* 
welche er^'fo wie die ?on Andern, fttr Pathologiü^ 
vsd Therapie vortrefflich benutzt hat. 

14s* TiiomasLavth, 

frefeffor in Strasburg, .^ 

Er hat lieh mn die pathologirche Anatomie 
lurch feine Samvnlnng der ScbriMteller über die 
SchUgadergefphw^Ifte verdient gemacht. 

Scriptorum Iqtinorum de aneurysmatibus coUectio. 
Argentor. 1785.4. mit XV. Kuprertafeln. 

Diefe Sammlang enthalt die Schriften des Lart- 
zifit G uattanij Mataniy ^*'"*''«gge, H'el* 
im. Murrayj Trew und Asmann. 

146* C B a t- 



44 MimlBitung* 

146« CRftXSTXAH FrIBD&ICB LuBWX6| 
PrqftJJor zu Leipzig* 

Er lieferte das erfte vollftäiidlige Handbach def^ 

anatomifchen Pathologie, in einer gedrängten Ueher* 

ficht, und trng dadurch Vieles bey, daß diefe Wif- 

'fenfchafr mehr Aufnahme fand, und den Aerzten ' 

ihrNutzen und ihre Wichtigkeit bemerklicher wurde* 

Primae lineae anatomiae pathoiogicae, Lipf. 1785* 

. . Auch in feinen Anmerkuligen zu den Ct^uik^ 
fkmnk und Afaxc/x^n^ lieferte er viele Beiträge zv 
deir Pathologie des Lymphatifchen Sy«ftems. 

' fFUliamCruikfhank's und Paul Mafeagr^ 
ni's Gffchichte und Bffchreibung der Saugadetm ^ 
des menjchliehen Körpers^ Leipz, 1789 -* QflU' 
III Bde. / • 

Koch 'wichtiger ift fein neueftes Werk: . 
•' De quarumdam aegritudinnm humant corporis yÜtf- | 

hur et caujfis adverjfaria academica. Lipf, ly ^6% Foh t 

, \i 

%6fj% Johann Ffxede.icrBlumenbacb,^ 

Hrfrath und Prqfejfor in Götiingen. * 

^Diefer groCse Naturforfcher machte üch aocii. ' 
^m unfre WifTtafchaft theils durch einige Abband- I 
hmgcn in den Commentar, Soe* reg, Götfiag. und feiner ? 
-^-^ciuifchen Bibliothek^ theils durch feine * 



Gefckichte und' Befchreibung der Knockendes men/ck' ' 
liehen Körpers. Göttingen 1786. 8. ^ 

worin^^" er häufig Rückficht auf Raritäten nnd ' 
Knochenkrankheiten nimmt , verdient. 

, s48* C S. S c B X N z. 

De cmuPo fectionum cndavrrum ttfu , ad diittdicamdmi 
morborum caiijjas. Göttiag, 17&6. 4* 

149. HiiNRicH Palmatiu« von Levsling, ' 

Prqfrffor zu Ingolfiadt. \ 

Er befchreibt einige Abweichungen des Uteroi^ f" 
■Hd Knochenkrankheiten. . [^ 

Obfervationes anatomicae rariores. AnglipoliijSS*^ 

i5a Sa* 



Einlftitung. • 4$. 

l5o. S A M U fi L H A B M 1 tf A H M* 

Uaffirciies Werk 

Ueher die Arfenikuergifiung , ihre Hü(fe und gericht^ 
iiche Ausmittiung^ Leipz. 1786. 8* 

: lach dem gericlitlicHen Arzte .und dem AiMtomi* 
V wichtig« 

i5i» AhtonBalthazaax. 

Chirurgifche Krankheitslehre. Aus ^dem [Holtäaäiß 
fcken. H^ien 1786. II Bde. * 

i52. JoBN Hunts n. 
Ar^ XU, London; ftarb 1793* 

Er fammelte ^ioe anfehhliche Menge anatomi* 
tier Präparate 9 und theihe auch in den Scbriften 
T Londner Aerzte viele pathologiTche Beohachtun« 
■ mit« Befonders gehört aber j^ine] Unterfnchun^ 
<r die ¥enerifclie Krankheit hieher> worinncn er, 
ich pathologifcfaen Leichenöffnungen , mehrere 
ÖBUBgen berichtigt. 

A treatife on tke vencrenl difeafe. LoneL 1786« 4* 
Deutfeh: Leipz- 1787. 8. 

a53« Johann Christian Starke, 

Hqfrath und trofeffor in Jena. 

Sein fchätzbares 

• 

Archiv für die Geburtshülfe ^ Frauenzimriierund neU" 
gebchrner Kinder Krankheiten» Jena 1787—97. 
VI Bde. und deffen Foitfetzung: 

Keues Archiv für die Gehurt ihülfe^ frauenzimmer' 
und Kinderkrankheiten , mit Hinfieht auf Phyfio' 
logie^ Diätetik und Chirurgie, Jena 1798. B.I. 

mhake.i , theils von dem berühmten und würdij:(ett 
Icriusgeber, theils in Beiträgen von andern Aerz- 
en, inaachcn fehäizbaren Beitrag für unfre Wi£fen- 
ckaft. 

154. M. • 



4S Binll^itmmg. 

i54* M, As t A L IN X der lungere. 

Ejjai meiical für les vaiffaux lympkatiques, ä Turtm . 

^ 1787* 12^* DcMtfch: Dresden 1752* und in der -[■ 

SßinmL ausertefner Abhandlungen zum Geärauckt ., 

praktifcher Aerzte. B. XV. S. gS- fgg- J 

i55.' HiiKR ICH August Wrisbeeg» *-^ 
Hqfratk und Prqfeßor in Göttingen* 

Von diefem crofsen und TortreiFlichen Anetom j 
bat die patbologifche Anatomie mehrere wichtig« 
und fcliätzbare Beiträge erhalten» welche er theile Y 
in den Commentar. So(s reg*. G'ötting. (z. B. über dmt -f 
Sttugadcrfyftem f u^tches fowohl Krankheiten hervorbringt^ ' 
mü auch heilt y ib. Tom. IX. Gott» 1789. pag. i36j theili ^ 
io- tiefondern Piecen mittheUte, z. B. / 

Commentatio de uteri mox poft partum, natp^al^mi^ 
. r^fettione noa lethaii, Götting. 1787« . »j 

\ De praeternaturaCi et raro intefiihi recti cum t^Jictf^ 
urinaria coalitu, ibid. 1789. - "^ "Ä* 

mehrere Bemerkungen in der hernach anzußilv||^ 
renden Ueberfetzung des HalUrfchen Gruad*^ 
rilfcs der Phyfiologie. JJ 

^^ 
i56. JusTu s Arne MANN» H^ 

Profeffor zu Göttingen. ' ^\^ 

V^rfuche Hber die Regeneration an lebenden Thiereß. \ 
Qötting 1787. 8. 

Verfuche über Gehirn und Räckentnark. ebenda/^ , 

1787. 8. ^ 

Magazin für die JVundarzneiwiffenfchaft. eb€adaf%\. 

1798. B.I. 1799. B. IL T 

.157. Ph I ^1 F F Fei «deich Mec ee t, *i^ 
kdnigl. preufsl. Geheimer Ratk und Prqfeßor zu HaÜ9m • 't 

Von diefem grofsen und vortrefflichen Mannte ^ 
der Einer unfcrer erfren jetztlebenden Anatomen iß^^ 
gejiören mehrere fiemerknngen, welche er dem höh r 



.er 



ickm Gntndrirr« der Phyriologie beigAf&gt hat 

Aibert 9on Haller^s GPundrifs der P hyßologie^ 
MMS dtr vierttn lateinifchfn Ausgabe des Herrn 
Prqf.^J^r isbe rg überfetzt cfurch S ömmering 
und mit Anmerkungen brßl^itet' und beforgt von 
FA. Fr. Deckel. BerU iV8& 

Aach ftehn viele päthoIogifQbe LeichenöfFnun* 
m in dem 

Neuen Archiv der prahtifchen A^zneykunfi» Leipz» 

idin « 

3r. C. fF, Junker' s Vörfchläge und Nachrichten 
u^r^ie Pockenkrankheit, haue 1792. }i* 

MeckeVs Samra]tiDg von anatomifcben Präpa- 
ttn durch feinen eignen unermüdeten Fleifs und ' 
irch den Nachlab feines Vaters (S. oben 92.) ift 
ft die einzige in ihrer Art. Wir haben uns ^araus eine 
•che Erncite iür die pathologtfabe Anatomie zu 
s-Ciireche« , da diefer würdige Mann auf eine fahr 
iimane Art fchon angefangen hat, fowohl BeCchrei- 
ingen, aU anch Abbildungen mebrerer wicbtiger 
ille in einigen Hailifchen Dilfertatioaen uns mit- 
Lcilen au lalfen. - , ^ 

• ••?■;», 

Fä. Güxl. VoiCTiL Fraginenta femioi^giae 
obftetriciae. HaL 1790. 4* "^it Abbildungen eines 
ipraffcrköpfigen SchedeJs und einiger Mo nlb-o-*" 
Letten. 

O, Yi%u% de renmn morbis. ibid. 1790. 

R A R N depaffionis ilincae patkoiogia. ib. 1791* 

Otto Fa. Rosbnbergeä. de viribus partum 
efficientibus gener atm et de utero Speciatim. HaL 
1791.4. 

J. G. T o L k 1 1^ o de värietate h) menum. ibid. - 
1791. 4. 

Chiu 



41 Binte-itnng. 

CBR.t^R.DtUTSCfi degf^viditau abdominalis 

Jinguiari obfervatione' ad Tab. If^. aeneas iUufirdA 
ta^'Ctun qtiibusdatn ad hiftoriam litterariam addi^ . 
tamentts , kucfycientiius, ibid. 1793« 4* - 

H. C. de Gri G o R X K I de iiydrofe uteri. ibiA 4 
i7f5. 4* 

Car. GoTTfR. GuiL. Kav^ de morbis ven* * 
triculi ex materiei animcdis mixiura/brma^uelarfm \ 
expiicahdis, ibid. 1798. 4* ^ ^ 

GuüT. Klsffil de fungo mticuiorum. ibidm' ' 
1798. 8. , 

GoDoFR* Götz de morbis ligamentorum ex m«*'i 
teriei animalis mixtura et ftructura mutata oof^ }i 
nofcendis. ibid. 1798. 4. > 

C4R. THAMMfl^ff genitaiium fexus' fequioris va^^ 
rietatibus inprimis de utero bicorni |^ 6{fido et ditt \k 
plici. ibid. I799. 4- "^J 

J, C A R. S y B 1 L dt quibusdam materiei et/ormam^ 
oi'uli aberrat ton ibus a ftatu nannali. ibid. 1759 '«P 

JoAN. Throfb. Schmidt cutis morbi «m^l 
. materiae animalis mittura et forma mutatis am^r^ 
mqfcendi. ibid. 1709« •{' 

i58. WilliamStark, Ij 

ftarb 1787 als Märtyrer feltfamer diatetifcher Verfuch^^^ 

Seine anatofnifchen BeobacIitDiigen kamen er A 
nach feineiii Tode, zugleich mit feiner eignen merk« > 
würdigen LeiclienüfFnung licraas : -'^ 

Klinifche und ana/otnitche Bemerkungen , nehjt dißt€^ "*" 
ti/chen k^erjuchen^ herntisoegeben von jf.C. Sm ytb^^^ 
fntd aus dem EnglifJten üicrf. von C. F; Mi^* 
clhaeits. BresJ. 1789.8. 

1U 
1S9. JoHANH BaPTISTA Mof^T^GGlA, 
Arzt zu Mailand. 

tafMuli pttthologini^ Mrdiol. l^i^. K- 

m 



Einleitung* 4^ 

l6o* Ahton Jakob vanDöriAEK, 
Arzt zu Leiden. 

Er ift der wOrdige Sohn eines gelehrten Vaterf 
S. oben 86.) und hat un^' drcy merkwürdige Beob- 
cknngen iiher ein Gelchwür des Öefophagus und 
Ic&Pancreas geliefert. 

Dißert. inaugur» Obftrratia^ies pathologico - anatotni» 
cae. Lußd, Bat, i789-'«4« mit drey lehr Iclid» 
nen Kupfertafeln. 

i6i. NxcoLAus Cbahbon de MoNtavx, 

£r liefert uns fehf viele Leichenöffnungen, die 
W alle mit gehöriger (renaiiigkeit» Einficht undl 
Irfiim.ntheit vorgetragen find. 

Ohfcrvatiortef ctitäccte^ curat ionef morhorum pericif 

liißorum et rnrioruin , auf phaenomeua ipforum iii 

■ tadaveribug irtda^ata refercntes. Paris 1789. 4* 

Deiufch : Merkwürdige Knrnkrngrfchichten uni 

hiicHenf*/fnuni>€n> Mit einigen Anmerkungen* 

■ Lcipz, 1791. 8. 

162. CuRlSTOPtt MAkfiKKocÄ, ' 

Arzt zu Leipzig* 

* hfhtirßs tenäinum mueoßs. Lipjt 178g. 

I^t mortis burfatum tendinummttcofttrum.ibid. 179&. 

Beide- Schriften zufan/men überfetzt: Untecfu* 
chuag drs *natiirtichen Eattts und dir KrankheiteA 
ierSchieimbeuttL Nürnberg 1795. 

163. JoBAKKCöÄXStlANKÄIL, 

Fro/effor in Halle» 

Uemorahiiium clinicorum-ynedieo- practiQorUm.PafciMs 
L et IL /ia/.. 1790 — 95. l^it. Häa-iy^^ 

Archiv für Hie Phyfiologief //«//* 17^6, fgg. 

Im i^rftern Werke liefert uns der würdige Vef* 
ffer, Einer der crften Aeiztc, einige febr wiohi»- 
M^db. d. paihoU Anttt. \Vß^ ' D ^9 



ga, p«liio1ögtrche LeiclienölFnaiigeTi. In dem A^ch 
yre ftehen mehfere pathologifch,- anatoinifchc AI 
handlungen, in Hiniicht des, dem Verfaffeneigei 
thOmlicben S^fternt der veränderten Mifchung nn 
Form der thierifchen Materie. 

t64* Johann Ernst G^bding, 
Arzt 'dm Armenhaufe zu fValdheim; ftarb 1776. 
^ ' • I 

Ihm jrerdanken wir eine Menge Tortreffliclie 
pathologiFcher LeichenufFnimgen wahnfinniger , fall 
ittchtiger» blödfinniger nnd ähnlich kranker Perf« 
InaB» Sie belinden iicfak fchon in Ludwig ii adverfm 
miiu Aber erft nach feinem Tode gab fein Sohi; 
Carl fVilkelm Greding feine ' 

Sangliche medieinifßke Schr\ftea. Greiz, 1790.1. 1 
1791. ILB« 

•heraus. 

iC5. Danibi Gottlob Silb^bmank. 

De promovendis anatomiae pathotogicae adminiß^i 
I tioMöus. HaL 1790. 

Diefe Differtati«n giebt die ErfordemiTfe zugii 

' ten pathologifchen Sectionen an, beftimmt Regeta 

^'nech welchen ein Handbuch der pathoIogifcheB 

Anatomie! zu entwerfen wäre, giebt eine kurze Lift 

Uratur und enthält au.ch einige Leichenöilnungeii. 

166. KarlKitk, '^ 

euglifcher fVi^ndarzl. 

•m 

Weber die IViederherfteliung fekeinhartodter AfdP 

fckem* Aus dem Engt von C. F. Mieha^üm 

Laipz^ 1790. 89 «^ 

i67'^i>mundGoodwyn. jg 

Ecfahrungsma/sige Vnierfkvhung der JVirkuitgm ^ 
Snriaktof i Erärcffelns und durch fchädUcktf Li^ 



« 
mrien erfolgten Erfti^ens* Au$ dem Engl, vom 
Michaelis, Lcipz. 1790. 8- 

Beide Schriftem. find* der pathoTogifchen Anate« . 
uc dnrch die LeichenöiTnungen Erftickter wiohtlf^t 

l68* ft A M U X L T R^ MAS SöMMSUlflO, 

Hofrutk und Profeffer in Mainz. 

Diefer :ge1ehrte tind fleifsige Zergliederer and 
ckriitfteller hat.fich auch um unfre WifTenfchaft 
irobe Verdienfte erworben. Seine hieber gehöri* 
n Schriften zeichnen lieh durch eine vorzD^gliche 
irftimmtheit und Deudichkeit aus* 

Athildungeu und Beftskreibungen einiger Misgeburten» 
Mainz 1791* Fol. 

Vom %aue des ^enfchlichen Körpers. Franl^f. I79l;r 
fgg. Hisr nimmt er öberall auf die krankluif^ 
te Verflndrung der Theile Rückficht. 

Bemerkungen über f^errenkung und Bruch des Rück- 
grads. BerL ijcß, 8. 

De .morbis vaforüm abforbentium corporis humani. 
fori patkoiogtca. Trajecti ad Moen. l^^S. 8* 

De ,concr€mentis biliariis, ibid. 1795« 

169* Chr. E. H. Kn A c KSTXDT,- 
Prqfejfor in Petersb^g. 

Ammtömifche Btfchreibnng einer Mißgeburt ^ Welche 
ohne Gehirn und Hirnfchedel lebendig gebohren 
-wurde. Petersb. 1791. 8* 

Anatomifcke und chirurgifcho Beefbacktungem* Go- 
tha 1797. 

170« Johann Liokbakt Pxscssa» 

Prt^effor der Anatomie ZU Kiel. 

Für die kenntnifs der EingeweidewrQrmer hat 
r wichtige Beobachtungen geliefert. Varfl» vorher 
iflS« Dazu geliört auch noch : 

D a Teo* 



5a Einleitung^ 

Ta&niae kydäti^cnat in pltxu chhroideo invenfae Äi- 
ftorin. LipJ\ 1789. 

Die befte Anweifung zur Verfertigung patholo- 
gifch-anatoinircher Präparate gieht feine : • > 

A n weifung zu r praktifch cn Zei iriicdrun^sk unft. i f t er 
TheiL Leipz. 1791* ster Th, ehend. 1792« 

, I71. L £• G I L I B E RT» i 

Adüerfaria medico- practica J\ annotat iones clinica^», 
Lyon. 1791. in das Deutfche überfetzt Yqm^ 
E. B.G* Hebe n/t reit. Leipz, 1792. i* 

'■'->■ 

172. PkRC I V A L L Po TT, ^ 

ehemaliger^ IVundarzt zu London. '4\ 

. Er hat uns über die Brucl «■ über die Lähniun|\ 
dar untern Gliedinafsen u. f. w. mehrere wichtig«^' 
Beobachtungen niitgetheilt. i 

The chirurgical fVorkt. Lond. 1791. Vol. £11, 8. ^\j 

Sehr viele feiner einzeln Abhandlungen Jinfi^j 

nach altern Ausgaben ins Deutfohe überfetzt, z.B»iMV . 

Vcber die Lähmung der untern GLedmafsen. Leipm^ 

J786. ^ 

173* PascaljosepbFbrro, i 

"• Rath und Proffjjor zu JVien. 'j 

Ephemerides medicae, \ienn. 1792. 8. 
Deutfeh von Aug. Ckriftop h Rofenbia^jjt^ 
Jena 1796. 8. ^- 

174* E.CoLBMANhT. --sz 

Abhandlung über das durch Ertrinken^ ErdroffeßT 
und Erfticken g€ hemmte Athemholen. Aus ckfpi 
Engl. Leipr. 1793. 8. * 

L 
175. Jakob Penada, "ff 

Arz-t ZU Padua. ^ 

Er giebt uns die Befchreibung eines Getchw^mß 

«m Herzen und am ZwülfÜBgerdariDt einet Jtfiai 

ntr«.^ 



/ ' E i H l € i t u li g, 53 

lera WafTerkopfs, einer Hirnloren Mbgeburt 

S^gio H^üfjßrvazioni ^ e mem^aria^ fitpra \ftlcuni a^ 
fingalitri, rlfcontrati nell\efercizio deiia Medicina 
e della AnatomLa' prattica, Padua 1793« 4* mik 
5 Kupfertafeln. 

176. Friedrich A ü g v «t Triju t ;.br. 

-• . . • • ■ ' . ■■ * 

' Ohftrva^ones anatomico - pathologicas^ Auctuarium 
i hdminthologiofn humani corporis contmentes. Lipfi 

793.4- 

177. P,ST?& XhBO'DOI^ TOn Le VBLINO. 

Ueber' eine merkwürdige hünßliche Erfetzung mehr 
rerer^ fowokl zur Sprache als zum Schlucken noth' 
wendiger^ aber ,zcrßQrter 'Werkzeuge, He^deü{' 
1793. 8. .• \ 

^ befclireil^t vos den Kopf des bekannten Jfih 
mutßeck, def inir fehlentdenr, aber künftKch »rfet» 
INI Werkzeugen ^dcir Sprache taid des Sdilttckont 

^aifchlarfA durcbzog« . ■ / • - ^ ^ 

178. Johann P.htsrWeidma.^in^ 
Hafratkund Profehbr «u Mainu * ' ' 

. He necrofi offium. Francqf» 1793. Fol. mit vprtrcfl^ 
fclen Kopfem. 

Deutfeh : Abhandlung Über den Brand der Knochen^ 
LetpT* 1797.8 Ohne' die Kiibfcrt* ^ ' ' ' 

5in klafrifcl^es Werk l "''''/ ' ' \. 
* ' 

I73. NlKO^AUsKo RNSLTÜS d.e FrX M ERY* 

De muttttionibüs'figurae pelvisy prnpf^rtim iis^ t^uae' 
ax ojjiurh em'öUitionc'oriuntur. Lugd. Bat, 179a« 4* ' 



i8of Csiii« 



04 X i m t e i t u 9 g. 

iSo* CBKISTOPH WxLLRlSLMHvrttAN» 

Prqfejjor zu ^ena. 

Von diefem TortrefFlicken Arzte btofitzen w 
mehrere Schriften, worinnen er nns- wichtige p 
Illologifche Leichenöffiiungen mittheilt. 

Bemerkungen über die Blattern. Leip9^ 1793. 8* 

Ueber di^ Nafur, hrkenntnifsmittel und Heilart d 
Skrofelkrakkkeit. jfena 1795. 

Jfournal der praktifchea Heilhunde» jfenM i7Qfl— * g 
B. I — ViL 

Neues Journal der prdkt. Heilk. ebend» 1799* B«I 

löl. MaTTBSW BAXLttSi 

Anet am Georgsfpitnl zu London. 

Er befchreibt» anmittelbtr nach der N«€ 
Jblbft , eine Menge krankhafter Verflndrungen me 
rerer Theile des menrchlichen Körpers, mit ein 
•Vtinheit» Treue und Oeutlicbkeit, fa(st feine'Bei 
theilungen und Refnitate mit einer folchen Vorfie 
«nd Befcbeidtaheit ab, dafs fein Werk unter d 
TorzQglichften unfrer Wiffenfcbaft gehört* Selb 
befitzer einer anfehnlichen Präparatenfammlung, < 
langte er auch den Beiitz der berühmten Hut^terfcl 
(No. l^a.)» welche er auf eine ausgezeichnete We 
benutzte* 'Viele Beobacbtmlgen thactite er auch 
Jfrifphen Leichnax^en , deren er eine, grofse Ittei 
zergliederte. 

' The morbit Anatomy of fome of the mofi impart 

>. Forts qf tke human body. Lon^n 17^'i* 9* v 

deutfcht yop 5. Th. Sniimmering* Bert. 1794« 

welcher zugleich eigne Bemerkungen a 

-riele Litteratur über mehrere FälJe beibi-acb 

.^ -' t8ä% HziitjiicB Tan deLAAR. 

Obfervationes ckirurgico» obftetricio' anatamHo^i 
dicae. Lugd. Bat. 1794* 8« €• £g. 

Er erzählt drey hiehergehörige , merkwBrd 
Beobachtungen ; von einem angewachfenen B1a( 



\ 



E i H l e i t u n gm 5^ 

liein, von einer befondern Verfchlipgung der Na« 
belCcknur und Ton einem Gchirnbrucb. 

i83* Johann Adam ScnMinr, . 
Prqfpßor in H^'.en. 

Co^mfnfiHtariuf de ncrvis lumbalibits emrumque jUexm 
anatomico ' patkologicus» yiennm 1794* 4* 

184« Johann Ernst Wichmann, - 
[ hömigi. Grosbrittannifcher "Leibarzt zu Hannover. 

finer der grüfsten Aerzte Deiifchlands. Er 
«nterfuchte ^le T^atur ^ler Bronchocele und der 
Ibtsma, des ehren) Tchcn Er hrechens, des Herzpnlyps 
s' andrer Kranit heilen Tirit Hülfe d^r patbologifchen 
Anaxomiei und zeigte dadurch» wie diefe mit Nutzen 
ncewendet werden niüfre. Sein Meifterwerk find 

tf 

Jdeen xur Dingnafiik. B. I. Hannover 17^4* B« U» 
1797- 

l86* S A M VB L BiNKÖy 

KomL'titspkyßkus in Ungarn» 

Er ^fbiet« mehrere hundert Leichname;, di6 
^ichtigben Bemerkungen dalnsy enthalten feine 

Epkemerides. meteorologico^ meäicae ännarum 17 80 
— 1793* yiennae I794. Vol.I. 8. 

i8& VincbnzoCr'xaruo*, 

-• Ä ' ' ty '"^ I--. • • 

Arzt ZU Florenz. 

■■ - > ^ . ■ 0, 

AbhandlvTi^ ^hnr den Wahnfinn {überhaupt und 
faihjcfondre. Nel>[k einer Centui-ic von Beohacbtun- 
gen. Aus dem Italien Ifch^n. Leipz. 1735. HI Bde. 8« 

187. Karl jKaspak Caevs, 
frofeffar zu Mainz* 
Von den Krankhe^n des weiblichen Beckens. Bert. 
* 1705" 4* 

188t Eno>- 



i 



SB Einleitung, 

' fi88. EduahdFord, 
fVundartt zu London. 

Semerk.U'^S^n über die Krankheit des Hiifigeieaks^ 
üi^r wc.fse Knie^t^fqhwütfce ^ Beir\fras am Hand'^ ^ 
gelenk und andrp hieher gehörige Zufälle. Aus . 
dem Engl Breslau 1796* 8. Nebft 8 Kupfern. 

189* JohanhAbsrhbtty, 
ProffJJor tu London, 

Chiruraifche und phyjiologifehe Verfuclü. Ueberfetxt 
V. J' ß. Brand i $• Leipz. 1 795. 8« 



\ 



190. C F. L. W X l D B B t Q. -^.^ ^ 

• V^rfueh eintr anatomifch' phyßologifih; peitkelogi^': 

fcfun Abhandlung über die GeMrwerkzeuge dtß * 

y Mfinfchen. Jena 17 q5. 8. " ' 

191. Johann Valbntin Hvikricb Köhlsr, 
Hqfchintrt^us .und Untermuffeker der EntbindungianßaJi 

zu Jena\JYarb tjqq. 

^ Befckreihung der pkyßologifchen und pafhologifchem J 
■ Präparate y welche in der Sammlung des Herrn j 
c ' - . Hqfratk Lader enthalten find, Jena 1795« B* L 

.'. 1 .. . .. ... • i 

Ein IVlelfterwerk, welches fich kühn den andern 
ihn1ic!icn Schriften gleich fteDen kann. Schade» - 
dafs der Tod den Verfaffer an der Fortfetzung hin*, 
dcrtc. So haben wir leider nur die Bcfchreihung - 
4mr trockhen Präparate einer Sammlung, v«lcfa« '; 
eineF folchen Befchreibung wertb ift. - ^ 

192, Georg Cr msToFHCöNRADi, 
Sta^dfphyßkks in Nordheim ; ftarb 1 799. 

Handbuch den pathologifehen Anatomie, Hannover 

1796- . 
Drr Verfaffer befolgte darinnen genau den Lud* 
^igfchea Plan. 

193. Gott- 



IgS. ÖöttfriedHerdie, 
praktifcher Atzi zu Weimar. 

liiff' inmtgur, de aativo proiap/u wfitae urinariae 
invtrfm^in puella obfervato. Jen. 1796. c.tab- «e/x* 
Deufch io Stark's Neuem Amhi^. 6« L $t«L 

S. 21* 

194* AüOvtT Fribdkich HickeRi 
. Profeffor in Erfurt. 

Magazin für die pafho/ogifche Anatomie und Fhy 
fiologie. Altena 1796* I.Heft. 

In diefem erften Hefte liefert um der Vcrfaffer 
iaige ifterkw^ürdige Leichenöffnungen, befondert 
iicr eine kurze GeCcfaichte und die wichtigfte Litte« 
itor der pathologiCchen Anatomie« ; 

195. WxLiHjLM Anton Ficksr, 
Oberiandwu/idarzi uhd Lehfet- der . Chirurgie und 
Geburtshü(fe zu Paderborß^ 

Beitrüge zur Arzaeiwiffenfckqft ^ fVundarznei " und 
Entbindungskunft. L Heit, Miinffr 1796- 

Eothilt einige pathologifche Merkwürdigkeiten» 

196« FrI S ORI'C H A U P VST Wa I^TBR, 
Profeffor zu Berlin. 

Piefer ' würdige Sohn feines gelehrten Vatert 
fl ttos mit einer ßefchreibung des TortreflFlichea 
ibinets feines Vaters befchenkt« 

Anatomifches Muftmn^^ gefummelt VQn jf.G' fVnU 
ter^ befchrieben von Fr. A, fV alter, Erfief 
TheiU Kerl 1796. TEnthält die Steine , die Tfc 
rerfchiednen Theilen des menfohlichcn'Köf- 
pen gefunden worden. Zweiter Thetl Ebeni* 
X756* (Enthalt die kranken Knochen). 

197. J u s'T 



11 Mimieitumg, 

|<>7. Ju^T Cb &IST1AII Lo>.i|&, 

H^ratk^ Leiber U und PrqfeJJfbt in Jena. 

/ * ■ . 

Von Jer Präparate« • Saminl^ng dietes grc 

ntkd thätigen Anaiomen haben «rir - Xcbon vo 

(S No. 1)1.) gere<kit. Se^n 

Journnlfür die ChirurgU^ Gehurtshüf/e und gei 
liehe Arzfj^eyjkunde. Jt^na. J757. ffig. 

enthält aach iiir upfre WifreDfcbaft Manches m 
w&rdijje. 

198* p. F. D51LNI&. y 

Pf graviortffus quihusdafn cattiiaginum^utation 
'tübing l?98. 8. 

195^' j. ran HB-BKiiitK% 
De efieogeneß praeternaturalis c. tuK aen. l 

d|OAi' AhtowPortva(», 
Prefeffpr tu Paris. 

Obfemmtions für ia natu^e et' ie fy^ifernant du 
ekdtisfne. a P». 1798« Dewtfck: Weifse 

Beobacktnngen über die Natur und Behandln n^ 
Lungenfahwindfucbi. . Aus dem Franz. von C 
* Mük^y* Hanno». 1799* il* Bde. 

aoi« ,L. Fo a usY, 
S/ltdiciMi^j^ EphemoHäem vom B Berl. 17^ 



Aulser diefen T^erkcn finden ^rir fehr^ 
irichtige anatomireb - MtholpgircbiB Bemerk ui 
zerbreut in den SchritUp yurfipM^^^ct- geleh 
Gerellfchaften, mediciniToKen jpiirnaleni und 
SammlungAi jBinzelner AbhandlnngeB* Von di 
fiüire ick jetat diefeiligeli an» auf welehes in dit 

• H 



idbuch* FtHe angeftihrt End. Sie folgen nach 
I Jahr^B« ^ift £q ilireQ Anfang nehmen. 

^ ' ^02. 

>5. ^fhilopqipkicai Ti^m^actious^' Lond. -• Anc ihnen 
lijeferte Ltske auserirfeae Abhandlungen zur Na* 
turg€fckiekf o. f^ w. iMeekijj^, f^g. 

65. yourttal det Scavans. .Par. 4. * ^ 

904- •' 

^a MifsefUmea f. Ephemer. piedicQ ' phyf. Acaic 
tniße Naturae Curiofocum Uecur^ HL 
francqf. 4« Vom Jahre 171^. a^ ^ffchienen fi« 
unter dem Tiicl ; £^A«wr, /. obfervationes medUo" 
phy-ficaty in X. Centmr. Darauf h^atnen fietfti 
X Bänden, Tom Jahre 1729^- an i äep Titel! Acta 
phyfico' medica^ und voni Jahr« 17S7 4n heiCBen 
Re Nova acta phyß^^ niedien. Sfe find für unfre 
Wirrenfchafo ^e der r^chJbüKi'^en Sannnlun- 
f;en. Sie wurden aiich ips Deutfiil^e dherfetzt: 
'Nürnberg lySS- fgg. XXBde — Medicinifche Beobr 
achtungen* Ei^e /i uswqM oMf^^^l iVoita atstif der km^. 
Akad» d*\ Natu r/orf eher. Aus dem Lot. von L.C. 
tr.Cmppel. Gött.,%rßi.B.h 

2ö5. 
#79. Nie, deB^EG uy /iM^veilet decouvertes furtoft- 
tes les parties de ia mecUcinCf 12. — . L^t- j^odiacus 
medico'galtiem. Oenov, i6)}cy.4.VottTBV B o ifür. 
-» •■ 

1680. Steph. Blakkaaut collectmnea medic^? 
pkfficm. Amft. ß. - • f 

207. 

1(82. Acta eruditorum, hipf» 4* J^»« oct. erifdlt ibid. 

208. 
tj^. Hißoire ie/a€ß4* roy. des Scießc, 49 Pflris^ inM 
Us Memoires, 4* 

209. 



6ö Sinleitun§fB 

309. •' . 

1710. MifceHmn* Bfrolinenf.^Vom Jabr» 174 
£chi(*nen die Scnriften der Akademie der H 
fchnften zu Berlin ^ frlTitölifch : Hifioire de l 
' dnmie des Scierices et helies Mttesif ai/te' ie^ M 

resy und vom Jahre 1770 an heiften fie NqU 
Memoire^. — - Im Auszugß.wiirdfitt.Reron Mji 
ler überCrtzt:* phyßknlifche und mrdicinifcfu 
handlnngen der Akadenu der H^iff* zu Berlin. ( 

1781. fgg. 1 

210. 

1718. Sammlung von Üatur - und Medicin- wie 
hierzu geh'ijriger Kunfr - ttnd - Litterat urgef'chi 

j»r«/;itt. ' XXXVIII ThcUe* und iy Sü^^^ 

bände. 

" / f ■ ' 211. . . ^. 

. 17^6. (^om oiLenfMrii ^uettdemine faientiftrum P^^tra) 
tanae^ "Vol. XIV. -^ I^avt Cümmentarii." 
• ,. Yol XX. — Aota acadi 177«. — Ph)//fial:jcl 
.^, medicinifci^e Abhandlungen der Akademie) der. 
in Peters^, "u^rß au Jf. L. C« Mümmlhrm 

1782. fgg. 

8l2f . 
tjZl»' Commeatarii Bomaniemfes, i73t* 4* 

2l3. , 
173i< Commercium litte rar ium Noricmn, VoLXV« 

214. 

Jjrll« l\femnires de Facademie de Chfrifrgie* P^r, V« 
VcbtrL Aiieahurg 1753 — 81. V Bdc, 

t733' Medical ^Jfays and Ohfervations. Cdinbi 
1^33 _ 42. Vol. VI. 8. Effays and Ob/erla 
phjftcaL and lUterary; ibid. 1754. fgg. 

216. 
1«39« Swensha Vetenfkapacndemiem Handlingar, h 
1739. Vol. XLI. 8. — nya Handlingar i}8o. fg: 



Einlei tungi Si 

Abhandlungen der Sckwedifchen Akademie der fVif- 
femfchaften; überf, von A, B. Käftner, Leip^ 
1780. XXX Bde. 

217. 
Vflfi* Acta Vpfalienfis focietatis fcientiarum^ 
Vol. V. ii. — Nova acta 1 773. 4* ,. 

21S. 

175 1- Commentarii Societatis Göttinge nfis. Vol. IV. 
4. — novi Commentarii 1769 j— 77. VoL X. 4. -J^ 
Commentatioues. 1778. I^* 4* 

219* 

1^5^ Recueil periodiqMe d^ohfervations de Medieine^ 7a« 
ris. Vol. XIV. 12. lieraus<,'egebeii von van d&f 
Monde* 

220, , 

Vfi&. Verhandlingen der Hollandfche Maatfchappye der 
Weetenfchappcn te H aarttrr, i. 

221. 
17S6. FrSnkifche Sqmmluni^en von Anmerkungen aus der 
Katurleßire^ Arznev^tlahrlicit u. /. w, Kürnber^ 
1756— 68. VIII Bde. 8. 

222. 
1»57. Medical obfervations and inquiries by a Society of 
pkyßciens. Lond. 1 767 — 84. Vol. VI. 8. . , ; : 

223» 

1761* Gazette Sdlutaire Builian. 4* 

224. 
1762. Journ, dk Medicine. F aris^ par Mr. R o U x- 

225. 
1763* Giornaiedi medicina, Ed, Ort ef cht. Venet. I7fi5 
— 74» VoJ.XII. 4* "" nitovaCrioraale di medicina, 
ed. F.WiTALif -4781» Iq(j[. . 



<4 ' ^iß,-i^ itt« gf. 

»45. . . ,. . 

« 

1794« P^'i^ärick Ben^jantHn Ofiander$ DerkwQi^ 
dls^kcittn für Hie^ HfilkmiM und Geburtshü(fe* (j6t* 
fing. ß. I. 1794* B- n. 1795* *- Ntue Deakw&r» 
digkeiten; ebend. 1797« ' 

246. 

%Jq5» your^al der prahtifchen Heilkunde y von CAr. tf^^ ' 
Hufelmmd» jF^na. S. Torhcr No« 'i8o* "r ) 

247. j 

1796. A. Fr. Hecker^s Magazin für die pathologiffiif*^ 
Anatomie und/PhyJiologie* Aitoßa» S* Torhit,) 
Mo. 194. 4 

248. i 

1798. Geift der neueften mediTiMifcltci%LittituiurinFmd^{ 
reich von A% Zadig. Breslmu* j 



i 



I 



^rtfi^ 



6S 



" Erfter 'Abfchnitt. 
Allgemdine Bedeckungen. 

A. Die Haut% 



j) 



ie fämmtliche häutige Bekleidung 
<les Körpers fah Bartholin ^) bei einem monftröfen 
Kinde fehlen, 

Tulpius 5) kannte einen Menfchen, deffen 
HiBt eine folrhe Au ;»' dehn barkeit hatte , dt{s 
erfie vom Hälfe bis über den Mund und die Nafe, 
und von der Schulter, wie einen Schirm, über 
da ganze' Geficht ziehen konnte. 

Das Oberhäutchen (cpidermis) fand 
Bianbei elpem neugebohrnen Kinde, welches bald 
■ac^ der Geburt ftarb, durchaus fehlen 4); 
SaifiardJ) fah dies auch bei Kindern ^^ welche am 
JLeben blieben. 

Der 

t) Dan, TLrner von den Krankheiten der Haut. Attenburf 
1766. — y. y. Plcnk doctriiia de morbL^ ciicaneis; Vin- 
dob. 1776. «kiurdi : WarfcliHii 1777. — A, C, Lorry dft 
mnrbis cnkaneis. Par. 1777. ilbt'rf. von Clir. Fr. Held. Lclpi. 
1779. -^— CxMtu murbi ex materiae animjJU mixciira et 
forma mntatiä oognofceiidi; düT. inaiig. auct. J, Tk, 
Schmidt. Hal.''l799s. 

s) Hiftor. aiiatnm. rarlor. HaFn. 16^4. Cent. III. Iiiftor. V, 
Tona. II. p. 15. — cf. Ruyfch obfl. anat. chir. Amft. 169%, 
Obf. LXXl. fii?. 59. 

j) OblH mod, Amh. 1672, Üb. I. cap. LVII, pag. loo. 

4} Bmrtholiims 1. 1. Cent. 1. obf. 31. Tom. I. pag. ^(i. 

5} il/^-iMAnotat. academ. Lib. I. oap. i. 
' '\.d.pmth9LAnat, l.B* £ 



66 J" Aifgemein9 Bedeckungen, 

Der Abgang <liofer Haut bf?im Kinde im Mut- 
terleibe, zeigt (leffen Tod an ^); doch lehren uns 
neuere Erfahrungen, daf« dies von einer Art Pem- 
phigus (pcmphigus neonatorum) herrüh- 
ren und das Kind doclrJeben kann 7). 

Nach Friefeln, Mafern und andern Krank- 
heiten der Haut, pflegt die Epidermis, wie be- 
kannt, fich abzufchälen. Dies gefchieht auch bis- 
weilen nach hitzigen- 8) und Wechfeltiebern 9). 
Ein junger Mann verlohr nach einem zugeheilten 
Fnfsgefchwür die ganze Epidermis des Fufses ^^). 
Ini Pellagra fondert fie fich allen>al a1) ")• 

Bey einem fechsmouatlichen Kinde fiel fi« 
alle Monat ab "). Bey einem jungen Menfchen 
war fie fehr rauh und hart, und wechfcltc alle 
Jahr «> 

Eine Krankheit der Oberhaut, wobey fie firh ' 
ganz^on der Haut trennte, und wie ein Hand- 
fchuh über die Finger und Zeehen herunterziehen 
liefs, hefchreibt Govch '^)« Auch die Nägel fielen - 
mit ab. 

Eiue 

€) O.l^.Sttiti's theoi^t. Anleitung *iir.Geb!irtj.]iriire. 3Idrb. 

1795. i^. 155. 
7) F. B. Ojiafiffers Denkwürdigkeiten für dio Heilkunde 

nnd G^-bmuliülfe. Oött. 1794. M. I. TI1. II. S. 4c*:. 
I) Mifcell. rN.it. Cm. Uec. 111. An. II. obf. gj. An. HI. obf. 

134. -*- .A<Jt. Nat. Cut. Vt»l. 111. cibf.^3, — Uirett/r.Ha" ■ 

gedorn liilr. med. !>l>>r C'eijt. 111. obf. 62. ' 

9) SaJmulh obfT. ineaic. Cent. I. i>bil 9%. 

10) ibid. obf. 67, 

M) Weimers ital. raed. cliiv. Bibl. B. II. St. I. S. aa^ 

12) -MifceU, N«t. Cur. I)«»c. III. An. l. nbf. 154. 

aj) y^ier prctgr. de ciitirula pncii XV. aiinornni, cntis rlii- 
nocei«ttis »nt corticis arboris inftar incralüita. Vitemb, 
1735- — .\u5erlelne Abliaiwihingen ans den piiilDftiiihi- 
fcben Transuktifuicn, von LeskCy IJ. IV. ^. 2O8. 

14) Medic. and chirnrg. obiervat. naj». ilg. nnd die beyge- 
fO^^rc* KmtCerufci. Anrli ift dicler Tall enthalten in'dr« 
PbUofopL. TiünsACt. for th« yc^'1769. Vvl. LIX. pag. 



i 



Eine andre fonderbare Hautkrankheit erwähnt 
Brisbane '^); die Oberhaut nemlich löste fich^ 
uoter beftandigem JQcken, immerfort in groüsen 
Sciiappen fo häufig ab, dafs der Kranke wol zw^y. 
Utttköpfe voll täglich famipeln konnte. 

Wir finden fie verdickt, raub, hart» 
itbnppenartjg *^); befonders, noch mit Kuoten»- 
Answüchi'en und Riffen, beim Ausfatz /7) und im 
Pellagra **). Ein fechzigjährigQr Mann. wurde, 
Mch einer vorbergegangnen wäfsrigten Fufsge« 
fchwuirt, fo fteif, dafs er kein Glied rQhren konn« 
te. Nach drey Jahren ftarher, und man fand fei- 
ne Haut fo hart, wie Leder, und einen Vtertelzoll 
Ack'^). Zacutus Lufitanus ^^) fdnd fie bey einer 
an gleicher Krankheit leidenden Frau fo dick wie 
Ochfenleder, und hart wie Baumrinde. 

Sie ift bisweilen der Sitz verfchiedenerWar-* 
aer, welche dannPufteln, Ausfchläge und Ge* 
fehwüre erregen "). Daher die Wichmannfche 

. E 2 ' Theo- 

3t T. nnd in den Sammlnngen aiiserlelener Abhandlungen 
^ znm Oebranch praktlTcber Aerue, B. I. St. II. S. I. fgg. 

15) S^lect cafe.' in the Piactice of Medicine. Lond. 177a. 
' pag. 45. DeiicTcli : Samml. anferlcfii. Abliandl. f. pi'. Ae.B.l« 
' «. I. S. 149. 

16) FechUni obferv.med. pbyf.Hamb. 1691, Lib. II. obf.43» 

— Morf^atfni de fedibiis' et canHls morbomm, Ep. LVI. J. 

— £ra/7i/////ii AbhaJidl. der Jorepliiiiifchtn m«d. chir. Aka- 
dem. zu Wien, B. I. S. ^69. 

.17) HeJi^Ier vom abendiünd. Ansratz;. Hamb. X790. S. 157. %g. 

— Bo/iordctt diiX. de lepra ft^iianiofa. Hai. 1795- 
It) H>/>e/ a. a. ü. 
19} Hcftr. fT/M. i'. d, Voik diO*. exhib. Ob&rvationei vArü 

argtimenci. Oröijinjj, 1793- J. 17» 
ao) de prox, med. Lib. II. obl. 100. 
tl) Erej!au£r Samml. \di^ iNiatnr- und Medizingc Gefliehten«. 

1731. .S. 91. — Mifc. Nat. Cur. Dec. I. An. il. qbf. 109.. 

— Lerhc a. a. O. B. I. S. 166. — Jon in. de Med. Tom. 
XXXIV. onpnl. V. pag.434. — Act^Helvet. Vol. VlLpa^. 
177. — J. A, Murräj de vermibus in lepra obviis. OCO» 



£t 'i AUgtmeine Bedeckungen» 

Theorie von den Kr'dizmilhen 22). Sie wird ver- 
letzt durch Infectenftiche, Neffelii u.f. \v. ^5). Von 
iafserlichen Reizen, z. B. Vefbrennuiigeiij BUfen- 
pflafterii) erhebt fie fich. Eben fo auch in eini* 
gen Krankheiten, als Pemphigus -♦)> Blafenfie- 
ber ^5), Blatterrofe -^). Auch in der Hautwaffer* 
facht erhebt* fich die Oberhaut oft in kleine mit 
Waffer angefüllte Bläschen y welche endlich zer* 
platzen ^). 

Beim weiblichen Gcfclilechte Sndet man, nach 
Vcrhältnifs, mehr Fett, als beim männlichen, da- 
her die gröfsere Zartheit und Glätte ihjrorHaut ^^\ 
und daher auch die rauhere Haut, welche man 
bey unfruchtbaren bemerkt haben will ^9). 

Die Ausdün ftun g der Haut eine wi-. . 

dIernatOrliche oder kränklicheBefchaffenheit. Ei-, \ 

ne Frau hatte ftets eine fo unerträgliche, urinhaft- ■ 

fidnkende Ausdünftung^dafs fie deshalb jedermana ' 

% • ver« 

22) Mifc. Nat. Cnr. App. ad Ann. X. n«c. II. p. ^5. — Un»' • 
naei ainoenit. acdd. \ ol. III. pa». 555. Vnl. V. p^p. 95.— 
Aetiolngie der Kratz.r, \ on J. E. Wichmann. Hann. I7g6. ' 

33) Bnrelii liift. et oblT. med. ]»hyf. 1 u« . 1656. ^af*. 149. — 
Rivinus de prnricii cxaiitJicinatiiin ab acaiiä. Lipf. 1733. — . 
riova act. LpfaUciir. Vnl. 1. paj!. 44. ^ 

54)^ Wichmanns ld«»<»n /.nr Di.ip^iioftik. Hanno v. 1794. R. I. 
;5. 79. f. 21. — Brann über den Pcniplii^ns und das BI4- 
(enfiüber. Leipx. 1795. m. Knj>t*. 

25) Chrifci'e med. Joinn. nt' I.ond. I789. pap. 4. — H'ick^ 
mtinn*jt Idern f. 32^ .S. 82. — Dt-aitn a. .». O. 

26) Wichmann\f Idreu S. Cj, fi-'jr. 

a/) ^lifrrtll. Nafc. Cni'. Dpc. lli Ann. X. ohH 54. — ^«r« 
/Äiy^wi l. l. Ep. XXXVni. 26. — A. Mourfj Abliandl. von 
der WalTerfiicIit nnd iliien bffnndern C^iittunpi^n. Leipa. 
1777. fi. 115.— SachtUbcn's Klinik der W'an'erfjiclir. L)*if- 
«lÄ 1795- ^.34^ 

2%) J. F, Ackermann Hher die korperlk-he VerJ'diieäenliei^s 
de* Mannes vom Weibe. UeberC von J. Wenzel. Koblen^BK 
I?««. i. V. S. II. 

99) Morgagni fip. XLVI. ). 



A. Die Haut. 69 

▼crmied ; nach ihrem Tode fand Wrisberg ^) 
die Eine Niere gänzlich fehlen, und die andre, 
nebft der Urinblafe, fehr klein. Pauliini )') er- 
zählt von einem Juden, dafs feine Ausdünftung 
einen aufserordentlich ftarken Knoblauchsgeruch 
gehabt hätte. Ein gleiches erzählt i^ecft/i/z ^^) von 
»iiecn Mädchen>;:ur Zeit ihrer Menftruation. Be- 
kannt ift der eigenthümliche Geruch der Neger??). 
Aach <iie Llthaüifclicn Frauen haben eine eigne, 
widrige Ausdünftung '*). Beim Ausfatze 55) und 
Pellagra 5^) ift der Geruch fehr ftark. Der eigeta- 
tliQmliche Geruch der Ausdünftung und des Athems 
bey älatterk ranken ift bekannt. 

Der S c h w ei f 8 variirt in feiner C o n f i f t e n z 
und Farbe. Man fand ihn milchigt^O» fß> 
tig und öhligt 5'\ Bey einem arthritifchen 
Mann'e brach bisweilen beim Ende desParoxismus* 
ein kalkartiger, fandiger Schweifs aus ?^). 
Einen fandigen Schweifs bemerkte auch Bartho- 
lin ^^) bey einem mit der Gicht und dem Steine 
geplagten Manne. Bey einem Fallfüchtigen brach 

im 

}o) Htület^s Grnndrif« der Pliyliolofrie , mit Antnerk. von 

fVrisberg, durch SiSmmering und M^ckel^ Berlui ItIS» 

S. 160. Anmerk. 79. 
%\) Ubfervatt.phyl.med. inAppend. Mifc. Nat. Cur. Dec.II. 

An. V. obf. 9. 
92) 1. l. lAbt 11. ohf. 51. 
39) ThibituU dt Charalori vovaje a 1a Martinique, p. 44. 

— Forfters Reife um die Welt, Th. HI. S. 170. 
i4) Ci/tberi Samml. pr«kt. BeobaThtui.gcn, überf. von He* 

henfercii, Leip«. 1792. S. 919. 

95) Hensler 6. 19g. 17a. 

96) Sprengcts Hdiidbuch der Patliologie, Th. IlL S. 951. 
9rt Paii//ini oblT. l. c. olJ. ig. 
9t) S,:kiirz in Mifc. Nat. Cur. Der. 1. An. VI. obf. 17p. - * 

MbUenbrock ibid. An. 11. obf. 19. 
%^)'fmiUiHi l. c. «)bC g5, 
40) Hift. aiiAt. rar. Ceiicl. obf. 94. Tom. II. p.55. 



ijö h Aiigemebuf Bedeckung^» 

im ledesmaligen Anralle ein bl n u e r Schweifs In 
der rechten Seite».hervor ♦O* Einen g r fl n e n be- 
merkt Borellus ^^). Ein hitziges Fieber emligte 
ein fafrangelber Schweifs ♦'). Ein Junger 
gefonder Mann bekam bey jeder heftigen Bewe- 
gung einen bo'chrothen Schweifs unter den 
Aermen ^^). Einen gleichen Schweifs bekam ein 
fchwächlicher Mann bey ierfem Beifchlaf am gan- 
zen Körper ♦O* B^y einem Mädchen erfetzte 
ein folcher hochrother, blutiger Schweifs die feh- 
lende Menftruation 4^). Schwarz, wie Dinte, 
war derSchweifs eines Scorbutifchen ^7) und piner 
renerifchen Weibsperfon ♦Ä). 

Er %^ariirt auch in Rückficht der Stelle feines 
Atisbruchs. Einer fchwitzt heftiger am Kopfe» 
als an den andern Theilen des Körpers; der An- 
dre mehr an den Fofsen, auf der Bruft (iiefondcrt 
hektifche Perfonen), unter <!en Aermon u. f. w. 
Halter 49) felbft fchw^tzte ftark auf der rechten 
Seite, wShrend er auf der linken kaum transfpi* 
sirte« Ein Mann fchwitzte jederzeit nur an der 
rechten Seite des Körpers, nie an der linken 5®). 
£in^ Frau fchwitztc immer auf der linked| nie auf 
der rechten Seite 5ij. 

Von 

41) Dp/aeut Mifr. Nat. Cur. Dee. I. Aa. M. oV£ €6. 
43) Obff. med. pliyL Cent. II. obf. 54. 

43) Aeoliuh Mifr. Nüt. Cur. Dee. II. Ao. IV. obC. i6t. — 
FahHcii Hi/iiani obff. Cent. I. obr.17. 

44) Maur.Ho//7nannJ/lifc.T^»t,Cxxr^VB9Ah A». Itl. obf.ST« 

45) PauUini 1. c. An. VI. obf. 47. 
44} ibid. obC46. 

' 47) Lanaelou Mifo. Ndt. Cnr. Dee. I. An. VI. obf. 10. 
4») Lf.nzsni K|>)iem. ?Iiit. Cur. Cent V. et VI« obf. 7«. 
49) FAem. Phyfiol. Lib. XII. J. in^. 
^ Franke ^llfc. NaC. Cnr. De'c. I. Aa. IV. ^ J09. ' 
9t) 5dbM^'iM^J>a«i a^Aa. U. oW. lU. 



A. Die HmuK « 7^ 

Von dem malpighifclieD Schleime 5^) 
hängt die Farbe der Oberfläche des Körpers ab. 
Bey den Mulatten ift er braun^ bey den Mohren 
frhwarz ^'). In einem käJteni Klima wird mit 
«»er Zeit diefe Schwärze verändert und heller. Ein 
Molif^ in Venedig, der als ein Knabe dahin ge* 
b^cht worden war, bekam nach und nach eine 
hlä'Yere Farbe, welche derjenigen in einer leichten 
Gelbfucht gleichkam H). James Bäte 55) erzälUt ' 
Ton einer jungen Mohrin, dafs fie mit ihrem z.wan- 
zigften Jahre weifs zu werden adfing, und end« 
licli fo weifs wie eine Europäerin wurden Dakej 
war Ce vollkommen gefund und ftark« In einem 
gewiffen krankhaften Zuftande vorgeht die fchwaj^- 
7e Farbe der Neger auch, entweder an einzelnen 
Theiien des Korpers, oder am ganzen Leibe, und ; 
wird milchweifs; dies find die bekannten Albi- 
Dos, Dondos oder wcifsc MoKren5^). Ein 
Gfgenftück zu ihnen ift die krankhafte Verände- 
rung der weifsen Farbe der Europäer in maiH'hei:- 

ley 

cc) Lridenfrofi dilT. de fcatu praeteraaturali fucci retis 3Ial- 
pichiani. Dnisb. 1771. 

Sj) kmHcri Elem. Phyriol. Tom. V. pag. 565.— Albi/u difil 
de fede et caitfTd coli>ris Aetliiopum. L. R. 1797. paar. 4. 
Tab, 1. — J, F. Mcr?;c/ airatfiniilche DntpiTnchnu^ über 
die natürliche Hetohaftenlieir des Oberli.*tnu*hens und def 
Malpigliirchcii JSotzc.s, i-iul über die Vcrfcliif^dcwlieit der 
Ftirbe der markii^en Subfranz der ISeser; in' Abhandl. der 
koiu*:!. Akadem. der WiiTenfrh. in )ieri;in, iihcpf. vüü 
Müntiitier, B. IV. <ifMlia 1785. — Scmmering filier die 
körperliche VerfcLiedfuhcU des Mi.hi tu vom Knropaer. 
Fidfikf. 1785. — Santii/ovt Miif. a at. Vol. I. c?ect, II. 
pa«. \^. n. XXXVIl-LX. — J, F. Lhmenbach de gciie- 
rii biiiuani varietato narlva. Göttin;;. 17*^5. 

54; CdItUni iuftittit. phyfioli«j|;. Lipf. 1786. pag. 15L 

55^ Uske Ä. a. O. B. V. öv 107. 

$6; Mem. dt Ta'^ad. de* Scuno. d'» Par. 1754. pa^ ic 17^1 
-na^. 12. — Usl&s anserl. Abhandl. B. V. --1 Biumen- 
ttfcA L 1. 



jt L Allgemeine Bedeckfingcit. 

I 
ley Krankheiten. In der Oelbfurht wird fie gelbt 

Hagedorn ^7) fah einen drcijährigbn Knaben, weU 
eher 'nach einem Fieber durchaus bleifarbig 
geworden' war, und diefe Farbe auch fein ganzes 
Leben hindurch behielt. Frank ^^) fand bey einer 
l^ran nach einem Faulfieber die Hfinde Avie mit ei« 
ncr rufsfarbigonSchwär7c 0ber7ogen. Strack'^9^ 
fah einen Menfchen nach einem Wechfelfiebcr 
fchwarz , wie ein Mohr, werden ; einen andern 
fah er in dorfelben Krankheit erft gelb, und nach 
jgeheiltem Fieber ^an?. fchwarz werden. Ein Mäd- 
chen, welches ihre Reinigung nie gehabt hatte« 
wurde plötzlich gan^ fchwarz. Durch einige Mit^ : 
tel wurde diefe Schwärze zwar Tertriehen, fie kehrte .. 
■ber immer wieder zurück. Vor ihrem Eintritt ; 
^ng allemal eine flüchtige Röthe und V^tze vor* 
her ^®). Camper ^') fand bey einer Wöchnerin 
die Prüfte und den Unterleib ganz fchwarz. Le j 
Cat ^*) fah die Haut am Unterleibe einer Bauert» * 
frau in der Schwangerfchaft fchwarz werden, nacb 
der Niederkunft aber ihre weifse Farbe wieder an^ -, 
pehmeo. Bonyare ^'^) erzahlt von einer Frau, dab *; 
fie in jeder Schwangcrfchaft fchwarz geworden \ 
fcy, mit der Niederkunft aber ihre weifse Farbe • 
Vriederbrekommen habe. Von der fogenannten 
blauen Krankheit, welche ihren Grund in ei- 
sern Fehler des Herzes hat, wenie ich beim Uer**^ 
tt mehr zu fagen Gelegenheit haben« 

In 

57) liift. -mea. pbvf. Cent. 111. bift. U. 

5t) Kleine Scbrincn praktLfcheii Infulu. Aus dem Lac Toa 

Eyeref, 8. 374. 
59) de ff bribiiff jnti^rnnitteatibut. Okfenb. 1785. p. 1^4. 
4o) ^««erl. Abhm^iit vr»n Leif;e^ B. 1. S. 1. 
it) Hi/dehranttj Hdiidhurh der Anatomie, 0. II. S. 954. 
$2) Trait^ de la Couleur de U pe^u hunlaine. Amte. 17^5« 
' ag. 14»- 

Di t ionnaira d'liifioira natorella. am Ne^r«« 



ji 



A. Die Haut. 73 

In dem Malpighifcheu Schleime ift <ler Sitz der 
Somm er fpr offen und aller flachen Hautaus- 
fchläge, 2. B. derPetec h ien ^*); wahrfcheinlicH 
auch der verfchiedenen Auswüchfe und Schwie- 
len^), derLeichdornen ^^) und Warben ^7}. 
Zaden letzfern gehört da'S Beifpicl von dem foge- 
Bifloten borftigenEnglander. Diefer war bis 
JD die neunte Woche gefund, wie andre Kinden 
Jetzt wurde feine Haut gelb, darauf fchw3i'zlich,und 
nach nnd nach entftanden dunkelbraune, warzen- 
förmige Answüchfe über den ganzen Korper, das Oe* 
ficht, den Kopf, die flachen Hände und Fufsfohlen 
•vsgegommen. Sie waren theils einen halben Zoll 
lang, theils kürzer, bald hohl, bald platt, konifoh und 
diek wie ein Bindfaden. Strich man fie, fo ver- 
vrCachten fie ein Gcräufch. Im Winter fielen fie 
ab; eben fo auch bey den Blattern und bey einer 
nreimaligen Speichelkur. Aber immer wuchfexi 
fie wieder. Er zeugte fechs ihm gleiclie Kinder ^^}. 
Hieber gehört auch die neuere Gefchichte eines 
Mannes, wcf Ich er, von feiner Geburt in, am ganzen 
Körper mit einer Menge warzenförmiger AuswQch- 
li bedeckt war, die bald eine bläfl'ere, bald eine 

^ dunk- 

/ 

€4) Sam. VogtN Handbnch der prakt. Ar^neivriiT. B. KU» 

S. 250. 
i^'i Bertrandi von den GeCchwilren. Aus d^m Ital. Eifurt 

175». #. 525. 
66} Medic. fucL5 and ObUrviitions. Lond. VII. n. ?. — jAnterl« 

Afahaiidl. von LfTA-r, B. 11. S. 1. ß. IV. S. 17^. 
•7) BoreHu* 1. c. pag. 24. — D^'en,f de fniij'o canrrnfn e 

Verruca oito. Arg[cnt. 1772. — Kinhter in Lorierx Jnnfn. 

fili die Chirnrffie K. 1. %S. 441. 1*»^. VM. h*frlMPil»t cineii 

iit-rtx - nnd {^cnnppenavtijrftn AiisiV!i!jp* von Giehr.irut'»ri«. 
<| Ji rrir^Kntyel. 1756. T. II. Pdit. 111. p;ip. ny. — PM* 

l.r. Ir.m'r.n. i-ji. i.. 42^. 1755. ^'»'1- XLl.s. pap. Ji. — 

Vi.*h»n alleren-:; HO N.iti.»;fercliicliti\ Herl. 1774. B. VI. 8. 

t-i. - - Sdirchtr's ÖdMgittiAiti-e. kriojig. 1775. Th. I. S. i|, 

AuiD«ik. 1. 



74 '• Aligemeiite Bedeckungen^ 

ddnklere Farbe hatten, unrf von der GroCse einfer 
Erhfc bis 7ur Grofse eines Taubcncies ftiegen •9)^ 

In ihm fch eint ferner der Sitz dcrhornarti* 
gen AuswQchfe, welche wir erwähnt finden, 
zu fcjn. Es vtirden mehrere Kinder mit folchea 
Auswflchfen gebobren ^°). Oft entftande« fie bey 
Erwachfcnen nach einem Druck, nach einer Ver» 
wundung, oft auch ohne bemerkbarr Urfach. Ich 
vnM hierzu einige Beifpiele auszeichnen. Bene^ 
dlctus'^^) fah einen grofsen hornartigen, Auswuchs 
aus einer Pfeilwunde entftehen. BarthüHn 7^) fah 
eine Frau, die an der rechten Seite des Kopfis eia" 
Hörn bekam, welches zwölf Zoll lang, und voa 
Anfebn, Dicke und Härte einem .Ziegenhorne 
gleich war. Fabriz von Hilden 79) fah an dem 
Kinne eines Mannes ein Hörn von der Lange eines 
halben Schuhs und einen Daumen ftark hervor*. ' 
wachfeo. Dumonerau^^) hefchr^ibt ein Hörn, wel- 
ches einer acht und fiebzigjährigen Frau an deF 
Lende hervbrgewachfen und abgpfchnitten wordeo 
war ; es glich vollkommen dem Home' eines Zie» 
genbocks, war über neun ZpJl lang, an der Rafis 
drey Zoll , und gegen das Ende einen Zoll dick». ; 

Eben* 

6^) Hiftoria patholn^ica cutis turpitudinif Joa^^. Godo/r, 
Keitthardi^ viri L. ar.iiornm. Priiefatns eft Chr, Fr. Lui^ 
»i>. Lipf. 1795. 
70) Amati Lnjitani riirat. mediciiial., Wnft. 15Ä6. Cent. I. 
curat. 51. — Ftvaci Opn. c'.irmp. Lib. X\IV. cap. 2. 
— /?i4'^r/i obfervatt, med. ol»f. XVll. — Sehen!: AeGra» 
fenherg obfei vat. mwJicac. Baf. 1584. Lib. 1. nbf. XX. pap.ii. 
^l) Zmcutus Lujiianitt de inedicor. princip. hiftoika. Lib. II. 
liUt. 4. 

72) Hift. anat. rar. Cei\t, I. liift. 7f. pa/t. Ifi». C fig. 

73) obfr. med. rbinng.Ceut.lI. obf. 25. !i:id 26. 

i74) Jonrn. de Medir. Tom. XIV. Fcvrirr 17ÄI. «beif. in Ä. 
^. Samml. atiseiL WabniehmiiiiMn »ans allen Tlieilen d«. 
AriMfiwi/r. A»i5 dem Fraiii. Strii*. 1766. fgg. B. V. S. |0(. 
Aiil der beigefügten Kupfcrtalel Fig. L 



A. Die Haut. 7fl 

Ebenderfelb^ 7!) befchreibt auch noch ein andres 
Hbrn , welbhes eilf Zoll lang , am untern Ende 
drey Zoli und an A^m obern vierzehn Linien dick 
war; es fafs ebenfalls an dem Schenkel, und &el 
T<m felbft ab. Vicq dÜAzjr '7^) fah an der Wange 
«lies jungen Menfchen durch eine Vervrundung 
nie dem ScheermelTer ein drey Finger langes 
Bora entftehen. Eine Frau von fieb;!ig Jahren 
bitte an der Stirn eine fchwammigte afrhgraue 
Erhebenbeit) die fich in drey knotige und fehr har- 
te Aefte theilte, welche fowohl an Feftigkeit, als 
an Farbe und Geftalt einem Hirfchge weihe fehr 
ähnlich waren. Die zwey Seitenäfte waren kurz, 
aber der mittelfte vier 2^11 lang und gebogen. Die 
Seitenäfte hatten ebenfalls fehr zugenommen, aber 
zerbrachen leicht bey dem geringfien Stofse, ob (ie 
^ich die Dicke eines kleinen Fingers hatten. Die 
innere Subftanz diefes Horns war nicht fo hart, als 
die Riodei fchwammigt und heller gefärbt. Wenn 
die Frau die Stirn runzelt, fo bewegt fich das 
Hom; ein Beweis, dafs es nur mit den häuti- 
|en Theilen zufammenhängt. Die Perfon ift 
ttbrigens ftark und gerund. Es zei|[!;ten fich diefe 
Auswüchfe zuerft nach heftigen Kopffch merzen 
Bit Zuckungen, und auch noch jetzt bekommt fie^ 
veon fie daran geftoffen wird, Kopffchmcrzen und 
Zockungea 77). 

Mehrere Beifpiele von Hörnern findet man in 
den unten angezeigten Schriftftellern 78). 

In 

75) ehrni!af. S. gl. Fijj. IV. 

•■6) Hif oii . de X'ac-id. de Medio. Par. 1780. et 17IT. Vol. V. 

77} Oa:trtte falnf.iirc de ÜuniUon. 1788. in Hufeland's An- 

tiJ'*ii der fratizt)!*. Arzn^ikunde. B. 1. S. 447. 
7t' Sckcnh l. c. obl'. XXI 1. et XXllI. pag. 22. %. — Man- 

nrngeiim in AiiTo. Na^ Ciir. Dec. I. An. l. ofaUXXX. Seh*-; 



^g L Allgemeine Bedeckungen» 

In dem malpighifoben Schleime finden wir 
auch endlich noch den Sitz der Mutter mal er 79), 
der Flecken beim Scorbut 3») und der Fle- 
cken, welche man bey folchen, die an fauligten 
Krankiiciten gcftorben find, nach dem Tode an- 
trifft 8*). Cotunni *^) fand den Sitz der Blattern' 
in dem malpighifchen Srbleime, ganz unbefcha- 
det der Haut; eine Puftel ift mehreiitheilB da, wa 
ein Haar irt. 

Das Zellgewebennd di/s Fetthaut >}) ift 
der Sitz^ der Vena Medinenfis ^^), die mas' 

fehr 

lion. — Joiirn. de Med. Tahi. X. p. 2X<5. — Lohe inl>#» 

^e'j.ÄUserl. Abhandl. B. I. S. 341. Sind Afck ebend. S. ;43.' 

— Repertoriiim medic. und cliirin «j. Abkandl. f. prakC 

Ae. 11. Sv. Ae. B. II. S. 259. — Medic. tacts and obferv. 17JI. 

Vol. in. n. 12. — SandifortMuL anatom. Vol. I.Sect.IH. . 

n. CCnil. pag. 124. Sccc V. n. XCIX. pjig.275. n. C.pMp 

376. — Schmidt difC cir. pag. 20. ii{<[, 
79) Glifjon de naevis; in Onn. m^d. anat. L. B. 1691. Tom, 

111. pap. 31. — Eller in Memoir. de Tac^d. des Sciene. 

de Berlin. 1756. pap. 3. 
%o) IV, Brown in Medical Commentar. Dec. II. Vol. II. pag. 

328. -- Samml. anserl. Abbaijdl. f. pr. Ae. B.XllI. S.A. 
%l) TijTot's fdirnnrlirbe Schriften, B.VII. Leipz. 1784. S. 45. 
S2) de fedlbns varioUnirn. Vienn. 1771. 

83) /'oÄ/propr.demorbi.^ coiitcxtiiN oellnlon in jr*»iiere. LipC 
1765: — Larry viin dem Fette im nienrclilicfion Kürper, 
von delTen Vrirknncen, Felilern und Krankheiten; aiB 
den Memoir. de la Sorietr roy. de Medic. Par. I779.pai«. 
97. flberf. in der Samml. anserl. .Ahhandl. f. pr. Ae. R. Ix] 
8. 222. Ipj;. — .- Lcipold dilT. de moibis telae ccllnlorae. 
Erlang. 1783. in Wms N. Aiisy.fip. R. XVIII. S. 44. — 
Pinpnedinis animalis cnnßderatin phWiolngica et patho- 
lopica, cur. t¥, X. Janfen, Lnpd. Bat. 1784. ilbeif. von j, 
C. 3^on/i.T, Halle 1786.'— H. CA. Iltti/Jinn diff. dfe pin- 
gnedine fana et morbofa. Jen. 1791. --- Vh.B. Seifert dilT. 
phyriolopido - patholojrica depinpnrdine. Ciiyphisw. 17^4.* 

84) 6. H. fVelfüh de vcna m«»dinf»nG. Av^.. Viiid. 1674. — 
Rouppc de morbis navi^aneinm. pa*^. 282. — Jmirn. de 
Äledii'. 1760. Tom. XU. nap. 121. — Pullaif de infWtit 
vivcntibii« intra viventia. L. B. 176a — Gtillandat in Nor. 
Art. Nat. Cnr. T^im. V. append. pap. 103. — 'Sirhuhr^e 
Befcbreibnng von Aidbien. Conenhag. 177a. S.' 133. — « 

Fe9^ 



A. Die Haut. 77 

ehr oft durchs OcfoKl entder-ken kann 8^. Auch 
ndrc Tbiere und Infectcn findet man dafelbft i^^). 
^erncr ift hier der Silz vop B alg- und Speck- 
refch wfl Iften «7), Windgefchwülften M), 
JerHautwaffejrfucht 89). Man findet in ihm 
Wafrerblafen 9©)^ k "»^h igte und fteinig- 
UConcrementc 9»\Haare 9^), und fremde 
lörper. Diefe letztern verurfachen oft die fon- 
lerbarffen Erfcheinungen. Denn, da das Zellgewebe 
m ganzen Umfange des Körpers zufammenhangt, 
■id fich zwifchen die Muskeln und bis an die Ein- 

«•* 

fermtn defcript. de Surinam. Tom. II. naf. 934. — Grif 
^r in Act. Acul. Elector. Mogüiitin. Ann. 1777. p^ß« 257. 
— G. F. C, Fuchs de dracnncnlo Perfarum f. vruia tnedi- 
neitfi Arahniii. Jen. 17S1. ~- Eüays plnlofnph. JuExcraiC 
des V<iva;:i'«! de M. cn Afie. Par. I7S3- 

I5J Ibffteriu R'tchtcr's cliirni p. Ribl. 0. VII. S. 7g7. 
• 1^ Jonrn. de M«dic. Toni. XXXII. ])a^^ 9)9. — Vergl. oben 
S. 2. AnnK'ik. 19. 

17) Corir.Trioen obfrrVatiojinm medico - cliirnrjricarnmFa- 
JciciJi'«. Lncd. Bat. 1745. Vä'^. 33. — Hcifter de tumori- 
bii« c\r(i<:U rinfftilaribns. Helmft. I744.. — Reichet diIT.de 
Cipiti- tiim«iribii8 timicatis. Lipf. 1765. — J-: Rifter diff. 
ic tiiinnribiis cyftiris ferofis. Areent. 1767. — J. Chr. 
Lor/rr'j- lU'ohacbtnngpn und Erlatiningen über die Bali;- 
£f/tt)vvi1(fte luid deren Ausrottiing , von jj. C. Jakoh/on, 
teipz. 1791. 

Uf Franc. Thierry tlief. in liacc verba: an in ceUiilofo 
textti fre()nenti(is morbi et mnibonim mntationes. Par. 
1757. in Haiteri collect, difpnt. ad morb<>rnm hiftor. et 
cnrat. facicnt, Tojn. VII. paft. 855. — Oi. Acreli's elii- 
rurgircLe Vorfalle. UeberC von J, A.Miirtav, Gott. 1777. 
B. 1. S. 45. — Wilh, Httnter's medic. und cliirnrc. Heob- 
achtnnf^eii. Ueberf. v. Kuhn, Leipz. 1784. 15. I. S. 48. — ^ 
Kichter*s Anfanpsprilnde der Wnn<Larzneik. H.'I. ii. 447. 

19) 2. B. Morgagni Kp. XVII. 2^. Ep. XXXVIIL 36. 

90) Leskc's aiiserl. Abhandl. K. I. 8. 61. 

50 Boreiins 1. c. p, 92. — Hiftoir,^ de Vacadem. roy. de» 
^ieuv. de Paris 1754. pag. 63. — Hiftoir. de Vacad. rov, 
de .Scienc. de Rerl. 1755. — ^^"igt diff. de abfcelTu lä- 

Iiillos (|nufldam contijiente. GielT. 176«. — - Bromßeid ob- 
crv, rliiriirg. Toni. II. p. 156. 
>3) Patotu* etPythagnrae (IfAj*d«ri «tPeygri) expj oitC antt. 
Atd« Baiil. i^S. p.ig. 53. 



78 L allgemeine Beäeckiutg<^. ^ 

i ' ' 

geweide erftreckt» fo liegen nicht allein fremde^ 
(Chatte ut\d Tchwere Körper oft lange Zeit obneBe- 
fchwerde darinnen verborgen , fondern kommen 
auch oft häufig an ganz andern OrtcOy als wo iis 
züerft Eingang fanden, zum Vorfchein. 

So fah Tulpius ^0 ^i'^ Wlelv«, die 5n di« , 
Brufthuhle gefchlOpft war, durch Hüften auswerfen. * ;• 
Verfchluckte Nadeln gingen durch Rjtergefchwara ' - 
an der linken Schulter ab 94). Ein Mädchen von eilf - 
Monaten wurde mit einemmale fchwach und fiech; \ 
zwar hatte fie um diefe Zeit einen Katarrh gehabt^ v 
weicher a.'ier fehr unbedeutend gewefen war. Sie 1 
wuchs heran, war aber ftets kraftJos, fodafs fie dem \ 
Tode nahe fehlen. Endlich, im vierten Jahre, be* fl 
kam fie eine Oefchwulft in der rechten Hüf^ge« 1 
gend, mit heftigen Schmerzen. Man öfTnete fie, '^ 
und es Jofs blofses Blut heraus. FOn¥- bis fechs« } 
mal erCchien eine völlig gleiche Oefchwulft. End« 3 
lieh entdeclvte man von ohngeführ eine lange Steck- 
nadel in diefer Gegend , nach deren Wegfchaffung Z 
das'Mado^en ganz gefund wurde 95). Frycr 9^) 
erzählt von einer Frau, dafs fie fechzig Jahre lang 
viele Stecknaileln in denBrüften, ohne Befchwer» 
de, getragen habe, und dafs diefe Nadeln ganz " 
fchwarz ausg^'fehn hätten. Auch fand er in der 
Wade eines Mannes einen Dorn, welcher dafelbft: 
drey und zwanzig Jahre lang, ohne Schmerzen, ver« 
borgen gelegen hatte. Ein Geiftlicher verfchluckte 
eine Aehre vom gramiue tomentofo fpicato » wo- 

voa « 

9)) Obfr.meJ. Üb. Il.cap. XIV. pag. iso. 

94) Philofoph. Traniact. Tom. LIX. pag. 9. 

y5) Chanivon de Montau.v merkwilrdica Krankeneefchich* '' 

teil und Leicliciiütliiniigeii. Aiu liem l'ianEül. Le&ps. ; 

1791. Ö. 587. J 

$i) Medic. ia«u mi oblervations. Lond. 17^5. VoL VIII. a. f. ' 

.1 



A, Dit Haut-' 7^ 

m er einen Anfall von Erftirfcung bekam; von 
im man ihn durch ftarkes Schütteln befreite, 
rcy Tage empfand er weiter nichts, als einen be- 
liwerlichen Hüften und ein Stechen in der Kehle, 
sti vierten bekam er- Fieber, den achtzehnten 
»ijle ficli eine Gefchwulft zwif^hen der erften fal- 
dkea aiiil letzten wahren Rippe, wor^niien man 
ietor drcy Wochen verfchiuclvte Aehrefand 97^.. 

Melirerc foJcher Fälle findet man b^y. ver- 
ihiedneii in der Anmerkung 9^) angeführten 
chriftftcUern. 

Das Fettgewebe Enden wir fehlerhaft inRück- 
cht feines Uebcrmaafses. Denn es häuft fich 
jclit feiten durch den ganzen Körper ganz aufser- 
rdentlich an. So bemerkte .iSa/7r///br^^ 99. eine au- 
»rordcntliche A"h'^"fu"i; des Fettes bey einem 
neebbhrnen Kinde, Tulpius '®®) fah einen 
b^ährigen Knaben von hundert und fünfzig 

Pfuiid. 

f7) HifuMi". «t m^moir. de Vacad. des Scienc, de Tonlonfe. 
I-M. "bei f. in Hu/'e/antts Aiiiialen der Iran/.. A. K. B. l, 

91) 5.Ar»i* o1.IT. mc«!. I il>. 111. Sect. II. ob(^. VIT", fij. pay. 
1- Iij. — B/ancarili aiiiit. |iia('t. ratituial. Oiit. 1. t»|>l', 
XLU. pafT. lOI. — Derfiuns y]\)i\cnthciAv'^y, Loiid. 1716, 
fj2. %X1. — Huy/ih "bf. ar.at. LV. adverH D«»<!. II. jüig. 
13. — Luther de fpica ile.;?lnritu «t per aportcma IiYt>ü- 
chnndi ii dextri lejtM'ta. Ki»l 1704. — C<»inuieiit. de j^- 
bii.< ui rcifiit.iKiti lali et ini'diciiia fjeftis. I.ipf. Vul. XVIII. 
päf!. 643. — Philitf. T'-aii'-art. II. 265. 282. ^4. — Meinnir. 
4e Tdcjd. de( hinirg.Vol. l.pa(r.S07- — ^t-//7 ibid. Vnl. V. 

£*!. 550, — Chatf, fVhyte cMle- in fnrgeiy, püjr. 131. -»- 
t/g:,'er rliirm jr. Wahr nV hin. IJei 1. I765. S. 544. — P^ie- 
^.i./c-Vdin'.i.biT. med. tiij^a. Ontt. 1768. — O/. Acre// a. 
a. U. F5. 1. ^. 242. — Ma\L'r.v Kefrlireibunj,' rie.* Pienrchl. 
Kr.r|i. 1 s li. 1. i^. 167. — ßa/äht^cr'jc neue« Magazin,». III. 
S. 141. «. V. S. 447. 
JJ' ObfiTvanoiies anatomico -patliül<»gicae. LiW. IV. cip. U. 

p*r. 21. i.!»?. IV. et V. 
i30;'ubir, mC4L Lib« Hl. cap. LV. pa^ 26^ 



80 J* Alig€tnein§ Bedeckungen, 

Pfund. Ein Madchen von eilf Jahren w«r fo 
dafs fie über zweyhundert Pfund wog ')• J< 
benlhmte fette Englander , Eduard Bright^ 
fechshundert und neun Pfund ^). 

Bisweilen ift diefe Fettanhclufung ungl 
vtrtheilt, woraus mancherley Zufälle und IV 
Itrofitaten entftehen. So fand z. B. Morgagi 
in einem übrigens fehr magern Manne unter 
Haut am fchwerdförmigen Knorpel einen fi 
grofscn Feltklumpeu. Lorry ♦) fah ein jun 
fehr fettes Fraueiuimmer, welches eine gr 
FettmafTe an dem linken Fufse mit auf die \ 
gebracht hatte > die man ohne Schmerzen zul 
mendrQcken konnte, und worinnen der Eindr 
des Fingers keine Grube machte. 

Herr Geh. R. Mrckel löste eineFettgefchv« 
(Lipoma)i von einem Fufs Länge und ebe 
viel Breite, alfo drey Fufs im Umfange mefTi 
bey einem zwanzigjährigen Madchen ab. Sic 
ftreckte fich unter der Haut der linken Sf^ite 
Rückens und der L^ndcngegend diefer Seite, 
der neunten Rippe bis zur Haftheingräte,bede< 
die ftachligten Fortfatze der drey untern Rflck 
und der vier obern Lendenwirbel, fo wie die zwife 
dicfen Thcilen liegende fehnigte Scheide der t 

t 

l) Th, Barthol ini hi'fL anat. Cent. 111. liift. 8S. Tora 
pa«. lÄO. 

a) Pliilnfopli. Traii5act. Vol. XLVll. pac. \%%. — C. 
Lptne' vullftandi^f» NatinTs ff^iij von Af^Z/er. Ntirnb, I 
B. 1. S. 104. — >!^lirere Üeilpielc von üliermälVi« fi 
Verfüiieii: Mifc. ^at. Cur. IW». I. An. 11. ohf. 87. S« 
Üecv 11. An. VI. olif. 190, — Q^urhnafz dilT, «Ic piü 
(line eiusqnf foiio tarn fc^ciindurn « •ptani praeter natil 

nonftitnu. Lipf. 1748, MuNcr ü. a. Ü. -^ B^ 

.ill^^fiii. Natnigcfch, B. VI. S. 255. 
. I) l::p. XIX. 58. 

4} 4. «. ü. S. 22%, '- HuclmaU 1. •, 



A, Die Haut. 8» 

I- und Rückcnniuskoln, an denen Re durch ein . 
kn?s Z^Ijj:ew»»be fo beweglich gebunden war, 
s fie verm ttelft ihrerSrhwere, die zwifchen drey 
1 vier Pfund betri'g, firh über die linke Backe* 
iGe^ä^'ses herabfenkte, un i das Anfehn einer 
iAtcn Erhabenheit in diefer Gegend- gab. Diefe 
iffe, deren Au«rottiing man nicht vornebmeti 
liSen« weil fie ihren Urfprung, (chon gleich .nach 
r Gehurt, durch eine kleine Hinde beweghche 
■fe zu erkennen gegeben , älfo ahgebohren war^ 
i{sre,dem Vorurtheil 7ai Ehren, bis zu jener ange» 
benen Grölse gedeihen > die ihre Ausrottung be* 
iwfrlich und wegen ziemlich ahfehnlichen Blut- 
rlufu bedenklich machte. Ihr innerer Bau zeigt, 
iees bey allen diefen Fettanhäufungen der Fall ift, 
niüich den eignen Sitz des Fettes in befondern Sä-* 
Ken, die von den Fächern des Zellge\vebes ver- 
mieden find, und durch die Fafern diefes Gew^* 
m Dar aneinander geheftet werden ; indem grö- 
ere und kleinere, mit einer glatten dünnen Haut 
berzogne Fettklumpen, meiftentheils von rundap 
adeyförmiger Geftalt, den. grorsen Eettklumpea 
Dsmachten. 

Hieher gehören auch die verfchiedneo Arten 
»0 verändertem I^ett in eine Talgartige , Käfe-, 
rev- ond Grfltzubnliche, Honigartige, Speck- und 
corpelartige Maffe, die den Namen von mejice- 
;9, fteatoma, atheruma u« f. w. veranlab» 
Ol und manchmal zu ungeheuren MafTen wec« 
n,die ihren Urfpr^n^ aus der Fetthaut, mit brci- 
r Fläche, oder mit engen Stielen oder Wurzeln 
hmen. Purrmann ^) zeichnet eine dergleichen 
Miwalft» die fich unter dem Olirlappen eines 

acht- 

> Chirui-pia cnriofä. Fi'«iicof. ifjÄ. pag. ISO. Tab. ll. 
*.dh, d. patkmL Anai, l.B, ^ 



%2 J' Atigemeine Bedeckungen, 

achtzehnjährigen Mädchens befunden, und von ih- 
retti zehnten Jahre an , bis zum Gewicht von vier« 
lehalb Pfunden feitdiem angewachfen, auch aus 
verfchiednen Rlumpen oder Schollen zufammen- 
gefetzt erfcheint, und von ihm glücklich theiJs ab- 
gebunden , thcils ausgefchält worden war. Eben- 

' derfelbe ^) rottete durch gleiches- Verfahren eine 
dergleichen achtzehn und drey Viertel Pfund fchwe- 
re,ausderFetthantdes linken Schenkels, unter deiQ 
Backen entftandne Gefchwulft mit glQcklichem Ei^ 
folge aus.^ Acrell 7j befcbreibt efne gleiche ÖfJ- 
fchwulft von zwölf Pfund, welche aus harten , auf; 
-getriebenen Fettblafen und einer unglaublichen 
MMge lofen Fettes beftahd, von dem hintern Ran- 
de des Haftknochens an bis auf den halben Schen- 
kel eines fünf und zwanzigjährigen MadcheiU 
-herabhing, und von ihm glücklich ausgerot- 
tet wurde. Eine gleiche Gefchwulft von ein 

; , tind zwanzig Pfund nahm ehenderfelbe ^) ebenfalli 
•mit dem MefTer , aber mit tödtlichcm Erfolg, weg, 
Doizaiier ^) liefert uns die Oefchichte einer Specks 
gefchwulft, die innerhalb vier Jahren von einedi 
kleinen Knötchen auf dem erften Rückenwirbel ei- 
ner acht und dreifsigjährigen Bauerin als Folge 
eines ailbaltenden Drucks beim Tragen fcbwer^ 
Körbe entftand, und naoli und nach fo anwuch^ 
dafs ihre Grundfläche von der Spitze des erfttfl 
RfickeDWirbels bis zu der des achten und neuntel 
*fich erftreckte/ Der übrige Theil derfelben reicÜ 

4) ibid. pag. 970. Tab. VIT. 

7) chirurpifche Voiialle. Ucbeif. von Murrny,^, II. S.)fQ 

Tab. VI. Fip. I. 
•)' ebpuadf. S. 393. Tab. VI. Fig. 2. imtl 3. 
^) in Lodere Journal lüi die Cljinirgic. ß. I. St. I. S. <f 

Tab. il. flg. I. a. 



A. Die Haue, 63 

te bis auf daS heilige Bein herunter. Reohterfeits 
eiftrccktc fie fich, unter der AchfeJgruhe, bis ah 
den grofsen Brurtmuskel. Die Peripherie ihres 
Hilfes bptrug fieben und zwaniig und einen hal* 
bea Zoll, iinii der horunterhäiigcnde dickere Theil 
twev rnil drclfsig Zoll. Ihr Gewicht betrug nach 
der AusfchÄlunj:, welche glücklich von Statten ging, 
aachdem die Oefafse blutleer geworden, fünf und 
zwanzig PFunrl. Sie beftand gröfstentheils aus einer 
ta Fettklumpen zufammengcballten Maffe , Wozwi« 
Ichen 6ch hie und da mit Lymphe gefüllte Säcke 
befanden. Mehrere ubnliche Fälle findet man auch 
BOch von verfchiednen andern Seh riftftellern aufge* 
zeichnet, z. B. von L'utre *°), Gooch "). 

Zuweilen bilden fich folche widernatttriichd 
FettDiafTeu auf innern Theilen "), wovon ich ah 
den gehörigen Stellen melir fagen werde. JUett 
G. K. Meckel fand die Wurzel eines krebsarti«- 
gen Schwamm es, den er bis auf dieFafcia lata 
det Schenkels mit der verhärteten Haut, im Um* 
bog von vier Zoll, bis auf denOrund ausrottete, in 
der Fetthaut, aus wehber er auch zum zweiten- 
male unaufhaltbar wieder hervörwüchs und dem 
Arfenik fowohl, als dem MefTer, fammt allen in« 
■erllch angewandten Mitteln, trotzte» 

Zuweilen ift die Menge des Fettes zta ge** 
ring, es ift faft wie vertrocknet. Befon'^ 
ders ift dies der Fall bey Auszehrungen, und dann 
Erlieft die Haut ihre Gerchmeidigkeit, fühlt fich 
Uflh und hart an ^))« In mehrern Arten des Aus- 

F 2 fatzes 

lo) M«moir. dr» Ticad. roy. des c?cienc. 1709^ 
II; r.Ait*% and Remaj-ks in Snr^cry, Vol. II. pa^. 2%2» 
iz'. \:'iic.. Nut. Cm. Dec. !. An. IV. obf. 2%. — Lo7f>- a a< 
O. S. 294. )0). 9Ö6. und die nuten dnznfillir enden .Scliiift» 

Ij, Äf'-rgn^ni 1. e. Epift. XLlX. i^. — Lei.kc*9 ao<cil. Ab* 
u^ioJ tt. iV. ä. 107. 



84 <'• Aiigtfmeine Btdetkungen. 

btzes wird das Fett vertrocknet und der Körper^ 
ermagert H). ^ 

Manchmal findet man diefen Mangel des Fet- , 
les ohne alle offenbare Krank heitsurfach. Lorry^^) ^ 
kannte einen Mann, der gegen lein funfzigftes Jahr, 5 
ohne irgend eine Veranlaffung, c'illes Fett ver* '^ 
lohr und fehr mager wurde, dabey blieb feine G#* i 
fundheit feft und gut, ja fie wurde faft noch beffer, 1 
und feine Kräfte, vermehrten Geh. '; 

DieFettfubftanz leidet in ihrer Confiftenzman« k 
cherley Veränderungen. Sie wird widernatarlieh « 
weich, befonders bey Wafferfuchten. Sie wird^ 
zerftört durch Eitergefchwüre, oft blos durch 9 
Entzündung '^). \ % 

Morgagni "7) fand das Fett im MittelfoHc ei-JI 
nes Schlagflüffigen ganz braun gefärbt, vielleiclittiji^ 
wie er meint, von ftockendem Blute. V- 

Bisweilen liegt das Zellgewebe fo feft auf deaL^' 
Muskeln auf, dafs es wie angeheftet ift und fchw«r=^ 
getrennt werden kann '8). • ^ 

Endlich mufs ich hier noch eine Krankheife- 
•rwäbnen, welche das Zellgewebe und die Haule"^ 
betrifft, und nur bey Kindern vorkommt, meiiT 
bald nach der Geburt. Die äufsern Bedeckungefl 
find hart, gefpannt und fteif , fo dafs man mit dekB 
Finger keinen Eindruck machen kann. Befonderi 
hart ift die Haut der äufsern Oliedmafsen , welck« 
violett ausfehen und gekrümmt find. DieHant «sfl 

ganziBi 

14) HemUr vom ahendl^nd. AiLofatze S. 150. 158. u. in. 

15) u. a. O. S. 364. 

16) Pct, J<ic. vtin Mannen difT. de abfnrptione folidonU 
L.H. 1794. ini An.'zuge in ReiVs Aich. fiii die FhyfioV 
gic 1i, II. St. 1. S. 15s. 

17) Br. III. 26. B. 1. S. 119. 
11; Morgagni ß*. LXIX. a. B. V. S. 26^. 



A. Die Häuf. 85 

ganzen Körper hat eine geihliche Farbe und Gebt 
ohogefahr aus wie weiches Wachs. Die Franzo- 
{eo nennen (diefe Krankheit Endurciffement 
datiffu cellulaire. Nach dem Tode findet 
mam das Zellgewebe verhärtet, dicht und 
Vftralgt« Die Lymphgefäffe der Haut und die 
Ortho lind angefch wollen. Macht man Einfchnit- 
to in das Zellgewebe , fo flie&t ein dunkelgelbes 
Wafler heraus '9). 

DicTaJgdrnfen der Haut fondern, ftatt 
der gewöhnlichen Feuchtigkeiten, manchmal eine 
Ute, fteinartige Maffe ab. Bey einem Kna-* 
bao fand Herr Och. R. Meckfil alle Behälter der 
TalgdrOfen am Schenkel mit Steinchen angefOllrJ 
Viele hundert derfelben befinden fich, nebft der 
laut, io DefTen anatomifchcr Präparaten - Samm- 
liDg. Bey zwey Kindern befanden fich folch« 
bnoartige Maffen an der Stirn und der Nafcnwur- 
lel, und liefsen naob ihrer Wegnahme tiefe Gni^ 
bca zorQck. 



B. Die Nagel 20^. 



Die Nägel leiden vielerley Veränderungen bey 
krankhaften Zuftande des Körpers. 

Sie 

19) Armftrong über die gcwöhnlichrtcn Kinderkrankhei- 
ten. Rpgeiisb. I7JJ6. Kap. II. — Gn-taimcr von den Kin- 
4frkrrtnklieiten. 8. iig. — Samml ausnl. Abharfdl. fHr 
pi . .Ae. B. XV. S. 604.. — Hn/c/atiff's Aiinalen der franz. 
AW. B. 1. 8. 142. — Pt'ter Moskatl \i\Kuhn unAWcigers 
lul. med. rhir. Hibl. B. il. 8t. II. S. 85. 

30; IVeriter difC de uni^titbtis hnmantA varioqne modo, qno 
jioiluiit cnrrumpi. Lipf. .1773. — l.a Fore/t fibpr die 

Knnft, 



86 '• Allgemeine Bedeckungen. 

Sie fallen ab z. B. beim Weich felzopf ><), 
in der Luftfeuche ^^)> nach genommenen Gif- 
ten ^')} nach aufsern Verletzungen und Ge- 
f chwüren. In manchen Arten des Aiisfatzes _ 
werden Se krumm, fchuppig^ unförmlich, und f al« 
len endlich aus ^^). Hensler ^^ fah ein iMädchen 
mit dem höchften Grad derRaucle. Befonders ftark 
war diefe an den Händen, wie hornige Schuppen, dio 
man ein wenigaufiiehen konnte, und darunter tbeila. 
rohes Fleifch, theils kleine Milben und Maden ge« 
wahr wurde. Die Niigel ftellten einen faTt cylindri« ' 
fchen, hornigen Knollen vor, der wol den fechftea^ < 
Tneil eines Zolles vor den Fingerfpitzen hervorrag« ; t 
te,am aufsern Ende durrer fehlen und kleine Riffo h 
hatte. Spielenberger ^^) fah einen Mann, deffcn, \ 
Nagel an den^eehen aufserordentlich ftark wuch^^^ 
ien, und in krumme, dicke, bleifarbige Klauea^ 
ausarteten. Darauf fingen auch die Nägel an dea^' 
Fingern an zu fchwären und abzugehen. 

Bisweilen erfetzen fich auch die abgegang^i^ 
nen Nägel wieder, doch ohne ihre vorige Eben- 
heit wieder 7u erhalten. Selbft n^ch Abnahme 
des erften Gliedes, oder beider erften Glieder der 
Finger, erzeugten fich auf dem flbriggebliebeneo 
Gliede neue Nägel ^7). An einem Fufszeehe fah« 
ich nach Verluft des erften Gliedes eine, einem 

Nagel 

Knnft, die Fflfte zu beforgen. TTebcrf. to« J, G, Hojfi' 

mann. Leipz. 178S. 
tx) La Fontaine oliiriii-g. medic.Ablidndlnngen, Brpsl. 179^« 
S9) GtriaHtier\oa den veiMriTohen Krankheiten. Gött. X797« 

S. 20. 

2%) PIcnh von den Hautki jt^i^ilieiten a, a. 0. 

54) Hcnsicr S. 153. 158. IH. 

35) A. a. 0. S. 183. Anmerk. 48. \ 

s6) Mifc. Nat. Cur. Deo. I. An, 11. obf. 70. = 

%7) Tuffiü ohf. med, Lib, IV. cap. LVI. pap. 97©. ^ 



B. Die Nägel. 89 

Nagel gleiche» doch nicht ganz fo harte» Bedeckung 
ficb wieder erzeugen. 

Auf ihnen findet man häufig welfse Fler 
cken. Loder ^S) fab bey einer Lähmung der Aer« 
ne die Nägel der Finger Ureideweis werdsn; fo 
wie die Krankheit abnahm, wurden fie röthlicher, 
ihsn blau» und am Ende bekamen fie ihre natflrliche 
färbe wieder. 

Hier ift auch die Fleifchhaut zu bemer- 
ken, welche fie manchmal überzieht (pterygiu m}. 

Noch mufs ich einiges von ihrer durch Krank«* 
iieit oder Unreinlichkeit erlangten, oft ungeheu- 
ren Dicke und Länge erwähnen. Bartholin '^^) 
Iih einen BetteljuDgeo^deffeu Nägel alle ungewöhn-^ 
iicfa lang, dick und krumm waren. Bcionders 
{Tofs war der Nagel des Daumen, welcher durch 
Ihd« Schwere abfiel, bald aber wieder nachwuchs* 
Aach die übrigen wuchfen wieder, wenn er fie 
alifchoitt. Hilling 5°) fand bey einem Manne fehr 
hnge, fpitzige Nägel, welche afchgrau ausfahen» 
hart und inwendig ^ohl warep; jedes Jahr fielen fie 
ib, und zwar die am rechten Fufse iui Frühling» 
ifie am linken im Herbfte. Ein gleiches Beifpiel 
trzahlt Schelhafen '*)• Morgagni ^^) fand fie an 
den grofsen Zcehen einer alten Frau wie ein klei- 
BCi Hörn in die Höhe gewnchfen. Ein ähnliches 
Beifpiel» wo durch vornarhläffigtes Abfcimeiden 
Ad anreines Verhalten iMt Nägel d^r FuTszechon 

eine 

11} Mec!ic. und cliirnvg. Beobachtnng[^n, Jena 1794« 

J9) Aoa Hafuiciif. 1671. et 1673.. Vol. 1. tM, XVL pag. 45. 

T<b. I. lig. 2, 
33) Mifc. ^at. Cur. Dcc. II. An. 1. obf, 160. Tab. VI. ilj. 

I. bi'i II. 

M) y.ifc. Njt. Cnr. Dcc. II, An. III. obf, 162, Tib. V. f;g. 5. 
53; Ejiilt. LXVm. 6, 



98 ^* Ailgemeine Bedeekuif^en. ^ 

eln^ »üfccrordentJirhe Länge und Dicke «rrcichl 
hatten, habe ich fclbTt vor mir;* der Nagel de^ gm 
isen Zeehen am rechten Fufse ift, von feiner VVur 
zel an gerechnet , beinahe rwey und einen halbei 
Zoll lang, vorn gekrümmt nnd faft dr^y Liniei 
dick. Dabey ift die Haut deffelben rufses wl> 
mit dünnen, hornarrigen Schuppen bedeckt )'). 

Im Kabinet de« Herrn Geh. R. Merkel befin 
den fich beide Füfse eines Mannes, die von de 
Wade an bis zu den Zeehen mit dicken hörnartigei 
Schuppen bedeckt find, und vvoran die "NSgc 
durchaus die Länge von anderthalb bis zwey Zo] 
und eine halbzollige Dicke haben. 

Als einen Fehler der ersten BilduO; 
fah man bey einem Madchen den Nagel des Zeigf 
fingers auf der iovirendigen Seite ^^). • 

Bey einem Manne, welcher ohne Finger gc 
bohren war, fah man Hie Nägel am Stumpfe )^. 

Nach dem Tode wachfen fie fort. Hnller ^ 
fahrt die Sage von einem einbalfamirten Körpe 
an, dtm noch nach zweihundert uud fünfzig Ja) 
ren die Nägel beftändig fortwtlcfafen, .und jäbi 
Ixch abgefchnitten werden mflfsten. 



4 C. Dl 

)9) Mehrere Baifniele rfm monftrofer Rildimi; der NSfl 
Sndet man in lol^fendeii Schrilte« : Uintlani medic. piv 
fiülop. cap. XVI. J. 51. — Barthn hu epiltol. medic. C€ii 
IV, Hiln. i6€\, lom. II. epift. 100. — Mufaei diff. 1 
tmgiiilnii raonftrofi«. Uafn. 1716. — Bre^Unf r Sümmln: 
gen von Natur- und Medicingcfclücliten , 172J. S. IC 
— Comraerc. Liter. Noric. 1754. p. 173. — Werner 
ungiiihn« Iiiimaiiis. — And, Bonn dorci iptio thel4nri i 
finm morboforiim H«)vijm. Aml%. 17S3. p^ß- 14^. 

34) Bariho/int'Wt, «nat. Cent. II. hift. XLIV. Tom. l. pag. u 

is) ^i**<i' P'if^- 240. 

96) Kif m. PhyiioL Tom. V. 6ect. I. f. 16. 



C. Die Haare» 
C. Die Haare V). 



In Rackficht der Farbe der Haare will man 
& befondern Fälle beobachtet haben, dafs 6e^ 
voi Natur grfln oder blau waren )^). Bey iMe- 
tiUarbeiten foU dies keine ganz ungewöhnliche 
Sache feyn )9). 

.Mit zunehmendem Alter werden fieweifs. 
Doch fefchieht dies bey Manchem zeitig, bey 
Manchem fputer. Hannemann ♦^) erzählt von ei- 
ae'm achtzehnjährigen jQnglinge, dafs er fchon fo 
frab wie ein Mann von fechzig Jahren war. Ich 
kenne eine Familie,, deren Mitglieder fchon mit 
dem zwanzigften Jahre graue Haare zu bekommen 
pflegen, und dennoch (ehr gefund find, ^nd mei-. 
ftens fehr alt werden. Achnliche Bemerkungen 
nachten Zeiler ♦») und ¥lenk 42). ßefonders foll 
dies der Fall bey Solchen feyn, welche von fchon 
greifen Eltern erzeugt wurden ♦'), 

Nach fchweren, die Kräfte erfchöpfenden 
Krankheiten werden die Haare oft weifs. Lud- 
wig 

%7) OÜffon L l. Tom. 11! . pag. 47. — ForttftntUT PUmpius 
de afFectibtii capiUornm et niiiriiinin. L<>v«in. 1663. -*• 
Meibom diff. de pilU eonimqite in'»rbis. Helnift. 1704. • — 
Witkof de pilo hiimano, Dnish. '1750. — Sulwik diu. de 
norUis pilonim , trib. 1777. — Kneiphof von deu Haa- 
ren» Rothenb. 1777. 

|t) F. Borelf uf l. c. Cent. II. obf. 56. — Romme f in Mifc. 
Tidt. Cur. Dec. II. An. VI. obf. 226. An. Vll. obf. 155. 

9J) TA. Bnrtholhius \. 1. Cent. 1. nbr. XI,. Tom. I. pal». 65. 
Fauflini in Mifc. Nat. Cur. Dpc. 11. hw. IV. .Append. obf. 3|. 

40) Mifc. Isdt. Cnr. Den. II. An. I. oiif, 69. 

41; I-jiTt. Cent. 1. 17. — ff. Hiftf/itfi Lincie medicM. 1(9^, 
inenf. Drremb. obf. XVI. p.ig.4}:;. 

49} Lt'\\r*i vim diin KiAnkh. der Hant, S. 242. 

4); 7/io/fj. Zuingcri tbeatrum pr^x. med. pa{, 969. 



go L AUgeifu^ine Bedeckungen» 

wig ♦♦) fall einen Menfchen, deffön Augen vtim« 
pern, welche vorher fch^arz waren, ganz weifs 
wurden, da er in reifern Jahren die Blattern be* 
kommen hi*tte. Zu den Folgen Urä'oklicher Be« 
fchaffenhcit gehören auch die weifscn, ins fchmutr 
ziggelbe fallenden Haare der Kakerlaken, oder 
wöifs^fn Mohren*^). Eben fo erzeugen auch 
Kanlmer, Zorn, Furcht, Srü reck und andre Lei«» 
denfchaflen und unbekannte Urfachen .ein fr Oh* 
zeitiges, oft plötzliches Grauwerdea 
der Haare. Schenk *^) erzählt von einei« jungep, 
Menfohen, dafs der Schreck über fein Todesur- 
theil in Einer Nacht feine Haare bleichte. Ha/|« 
riemarin ♦?) erzählt eine ähnliche Gefchichte von 
einem vier und z\yan zigjährigen jungen Mannet 
der in der Kriegsgefangenfchaft der Türken, aus 
Furcht des angedroheteo Todes, in einer einzi<«. 
gen Nacht grau wurde. Pechlin ♦S) erwähnt eines 
zwanzigjährigen Menfohen, dem eine dreitägige 
Todesfurcht, bey Scheite^ung feiaes Schiffs, die 
fchwarzen Haare plötzlich in graue verwandelte. 

Eia 

44) Prima«^ lineae anut. pathol. pap:. 29. not. q. 

45) HiftDir. de Tacail. de« Scienr. de P diu» 1744.. pap. 12.*— 
Scltrekcr's S^npiMere B. I. S. ix. — Perch-ail med, (neu 
aiidObf«rvat, Vol.V. n.15. — Bourrit defciipt. du Mont- 
blanc. Ljtufdn. 1776. pdf,". 17. —- Rcynier in MenjoLr, do 
la Societe dft» i?cienc. pl^vf. de Lanfannc, 1784. p4p.32* — 
Blumeuhach's medic. Bihl. B. U. S. 537. — SJcho/d eben» 
dar. B. li. S. 161.— Picke! ebend. S. 167.— Rliode ebeii- 
daf. S. 170. — Mic/iar/h clw^nd. S. ^»68. ßie nnatomircUe 
Unterfiichimp eines Kakciltiken liefe» t Buzzi in IVci* 
geif ital. med. eliiv. Bibl. Ö. IV. St. I. S. 17. — Vcr^l. 
vorhor S. 72. Annicrk. 54. 

46) Obfcrv. medic. in:. Lib. I. de Cdpitcobf. I. pjg. I. 

47) Mifr. ISat. *:i:r. ücp. II. \n, IV. obf. 60. 

4g) cf. Borö/i'tis 1. c. ohf. XXVI. p:ifl:.55. """ Bonttet'. medir. 
S*pt**i!i:rinjial. mlldt^ Tom. 1. pa,». xo. —* Dome ei:»rt ■ 
rdJiitif>s a timore, Par. 1657. — i*j änkilche Samml. ß. < 
IV. S. 464, 



C. Die Haare» 91 

Ein dreizehnjähriges Mädchen mit fcbwarzemHaa* 

K fand einTt des Morgens beifti Aufftchn, dafs eine 

.ganze Haarlocke in diefer Nacht weifs geworden 

fiar; nach einigen Tagen gefchah dies mit einer an* 

dem Locke und fo fort mit mehrern, fo dafs ihr Haar 

«ttdlich aus fchwarzeo und weifsen Streifen he- , 

fiad; dabey veränderte fich auch ihre'hlsherige 

kanne Hautfarbe in eine feine röthlichwcifse '^9), 

Das GegenftOck vom frühzeitigen Grauwer* 

den geben ans mehrere Beifpiele von alten Perfo* 

jua, deren Haare bis in das fpätefte Alter ihre Par* 

be bebalten. So kenne ich eine Frau, die bis ge- 

|ta das fiebzigfte Jahr die fchwarze Farbe ihres 

Haars behielt, und nur alsdann erft einige graue 

Hure bekam. 

In heftigen Gelbfuchten will man die Haare 

mäi eine gelbe Farbe haben annehmen fehen5<>)« 

Krankheiten, wnfiche mit Eotkräftung ver- 

kmden find, verur fachen das Ausfallen der- 

Haare ^Oi 2* B. Kopfweh, venerifche Krankheiten» 

Schwindfucht, Wochenbetten, hitzige Fieber, Hrb- 

pind. Bisweilen fallen fie aber auch ohne aÜQ io 

[die Augen fallende Urfachen aus. So verlohr 

' ein gefunder, ftarker Mann alle Haare am ganzen 

I Körper ^0. Frank fah einen ftarken jungen Mann» 

I der nie 'krank gc^efen war, aufser dreizehn Jabr 

vor^ 

49) Memoirs of tbe medic. Societ. of Lond. 1793* Vol. IIK 

^c) KUtUini Line^e Mcdicae A». 1697. tebr. ob£. VII. paff. SS. 

51) HcUand difl". de calvitie, FraxiooF. 1602. — ejiisd. dilT. 
(ie ^lopt'cU ft ompliiafi, ibid. iClZ, — Ampjutg difl. d« 
dtlop/*'-!«« et ompliiuii, RoTtoch. 1676. — Sund de arciie 
jf:;r-i iSi:.-«, al(»|i-''cia et uin{>I)iiin, U*»j:!,on\. I6iii. — hrnntk 
iä.» A:i:aldi:i, A!l 170^. — > HcifUr:; med. ciiir. und oxx^S 
linn. W.il.rirefiin. S. 159. 

5a) Hi^'Jicr in Mifc Xar. Cur. Deo^ L An. U. obL X03, *-• 



M I' Allgem^.intt Bedeckungen. 

vorher an der Luftfeuche, welchem feit zwrey Mo- 
naten faft alJe Haare des Kopfs, Bartes, der An- ' 
gen und Schaamtheile abgefallen, uofd die Nägel 
abgeftorben waren; dabey war feine Stimme un- 
verändert, und er konnte den ehelichen Beifchlaf ' 
ohne Mangel an Kraft verrichten ^'). ^ 

Manchmal fcheint das Ausfallen der Haare ; 
Erblich zu feyn, fo dafs alle Mitglieder einer Fa- ' ■ 
mllie zeitig Kahlköpfe werden 54). 

Oft fehlen die Haare an gewöhnlichen Stel»** 
len von Natur. Dies findet entweder an einzcl»' 
n^n Stellen ftatt, wo fie ganz und gar fehlen -^ '.! 
T. B. bey einer drey und zwanzigjährigen Frau «a ..! 
der Stelle der grofsen Fontanelle 55) — oder man v! 
findet durchaus einen fehr fparfamen und dfln«^-. 
jften Haarwuchs, oder fie fehlen auch anf der - 
g«n zen Qberfläch e ganz und gar. So faltf«" 
Danz 5^) zwey erwachfene Juden, welche weder ^ 
Haare, noch 2^hne je gehabt hatten. 

Caftraten haben gewöhnlich keinen Bart57); w 

Oft findet man einen fehr vermehrten, oder** 
an ungewöhnlichen Stellen erfcheinenden Haar* ^ 
wuchs. Bartholin 5^ fah einen Knaben, welcher* 

55) Grundfütze über die Behandlung der Rraiikbeiten» B. IVi^-J 
S. 117. - Vcrgl. Morgagni 1. c. Kpirt.XLVI. j. 

54) Procopitt.T de morb. liaeredit. in pcnp-ibns, F.rUng. 
I7S8. <. 5S. — P/nitk a. a. O.S.328. — Rougemont Ober 
die erblichen Krankheiten , flbeiT. vnn IVegclet-^ ^raiikC 
1794. ß. 80. 

55) Mifc. ^at. Cur. Dcc. I. An. VI. obf. 74. 

5«) in Stark'* Archiv filr die GebiirtshiUfc, B. IV. S. 614. 
57) Sfevoi^t dilT. de fpadonibns, Jen. 1690. — J.'Ph. Lm> 

JVithof difT. de caftratii, Laufan. 1762. 
5s) Hirrnr. anarom. Cent. V. hift. XXIV. Tom. III. pag. 4K-' 

— VergL auch Acta Halnienf. Vol. IV. obf. CHI. nu^« ' 

J74. — Acta Nat. Cur. Vol. VI. obf. XI. — Borefii o^^ ' 

fej vatc. phync. medic. pag. 6). 



C. Die Haare* 93 

am ganzen. Körper dick behaart war. Player 59) 
bnd einen Mann, deffen Körper mit Haaren ganz 
bedeckt war, und'deffen Sohn und Tochter eben- 
falls fo behaart waren. Bey einer Frau wuchfen 
die Schaamhaare fo ftark, dafs fie anderthalb Ellen 
Wog wurden ^•). 

Manchmal findet man einen ungewolinh'chen 
Haarwuchs an den Gefchlechtstheilen Frühreifer 
Kinder ^O» i"* Gefichte iieugebohrner ^^), bey 
nanchen Frauenzimmern, befouders anfruchtbä- 
reo, am Bart ^'). 

GUibert ^*) Tai: bey einem Mädchen auf dem 
Rflcken einen breiten Streifen von harten ftarken . 
Haaren. 

Oftander ^5) fand bey einer zum erftonmal 
Schwangern einige Finger breit ober dem Nabel 
eine mit flaaren befctzte Stelle, welche fich erft 
während der Schwangerfchaft erzeugt hatten. Auf 

die-r 

59) Obfenatt. med. Lil>. III. pap. 590. 

>Jelireje «'i'hnliclie Beifpiele : ya/ifneri npp. Venet. 173?. 
Vol. 11. paj!. 278. — J* Bang de m<»nftrü HaFiiiae n.ito 
17(»7; in Cojle«. med. HafiPLiii. Vol. Upu8.s»2. lab. IV. 
"^Bnle profrr.de practeriiatnruli piloriMu proventn. I.ipf. 
1776. in fFf/cN. Aiiszilj!. an« Dlfptit. i. WAe. B. IX. S. 7». 
(O) Collect. -Acadoin. Tom. HI. pa;;. 168. 
• fil) BorelUts 1. c. — Hiftoir, de TdCad. dcdScieiic. de Pai . 

1749. 

it) Ilrolaner Samml. 1720. S. 672. — Mlfc. Nat. Ciir^ Dec. 

11. .An. IV. nbf. 163. pag. 348- 
()) Borrflus 1. c — Bttrlin de fi>einiiiiä ex rupprcHii^c 
I meiiütiTii barbati.4, .^Udnrf. 1664. — Bnncti medic. 6e- 

1 pteiicr. Tom. 1. pa.r;. 80. — Mifc. Na t. Cur. Ufu. 1. .An. IX. 

etX. iibf. 95. Dec. Ü. A«. V. obf. 48. — Hiftoir. de Taca«!. 

de» oci«nc^-iXe Par. 174«;. — fFf/hq/ii üpj>. Tom. 1. j»au. 

283. — J'Hiin. Ljicyrl. 1783. Tom. H. Part. Hl. pap. 520. 
<4j J. Im. Gi/ibertSamin], j)i akt. HeobacliL, überf. \onHr- 

äcH/ircie, S. 56. 
^5) Oenkwiii di^keitcn aus der GeboruhfllT« » B. il. St. U. 

S. 406. 4 



94 I* Allgemeim Sedeckutigm. 

diefer Stelle hatte fie ein Jahr zuvor» bey eine 
h/'tzigen Fieber, ein VeGcatorium liegen gehabt 

Auch auf innere Theile follen fie fich ve 
irren, z. B. auf die Hirnhäute ^), in die H< 
den^O> inQfef^hwOlfte^, in die Eier ft« 
c ke ^9) u. f w., wovon ich an den gehörigen O 
tea mehr fagen werde. 

Sine ganz eigne Krankheit der Haare ift d( 
Weichfelzopf 70). Es fchwitzt eine in d: 
Haare abgefetzte Feuchtigkeit dort aus, vwwirl 
und klebt fi? zurammen. Er ift in Anfehung feln^ 
' Geftalt einfach, vielfach, ffriemenförmig,mafftnfö: 
mig, mfltzenförmig, dreifach und vom Kopf fre 
ftehend. Die Haarwurzeln findet man bey di 
Unterfuchung merklich gröf^cr, und fie gcbei 
wenn man fie drOckt; einen biafsgelben, klebrfj 
ten Schleim von fich.* Wahrfcheinlich ift Arthritl 
dieUrfach, da allemal Gliederfchmerz vorhergeh 

Von zwcy Weichfelzöpfcn in dem vortreffl 
eben Meckel/ohen Kabinotle hat der Eine acht b: 
Zehn Linien Durchmeffer und über drey Fufs Läi 
ge. Aus den fehr roth ausgefprQtzten Gelafse 
der Haut des Schedels ift die Injection durchau 

' nid 

6i) Morf^a^ni 1. c. Ep. X3J1V. 4. 

^"Z) Schaar/cfimitfc"! med. 11. cbirnrg. Kachrichcen , J^n 
IM. .<. &8. ' 

^1) Panofii'f ^t Pvthaffnrae exercicr. anat. gj. — Heißet 
eiilTtoU de y)ifiÄ, otTihiii et d'-rribus in Vdriis coipori 
linmaiii partibiis rout* rtis , Helinli. 1747. — Äo/e progi 
cit. — Sandiffjrt führt im Mnf. anacom. acdd. Lu^dur 
Vol. I. c;crt. 111. pug. 134. 11. CraV. Haare an, welch 
auf einem Gcfchwilrc im UntCrleibe liervorgeLomiiitj 
waren. 

69) D/anctirdi anut. pract. rdtionjlis, Cent. II. obf. XXVI] 

f>a^. 240. — i*. C ScLacUer diif. de uteri atlieromate. ni 
ofo. Lipf, 1755. 

70) J, i^r. Hoffinann ßofclireibnng ties Weiclifelaopfei, KS« 
ni^sb. 1793. ••* De in FQntaint cliir. med. AbbaiidL I. 



C. Die Haare. ^5 

nicht in- Jen Weichfeizopf «bergegangen. Die 
Haare find durch einen fetten Schmutz in einan- 
der verwickelt. Der anrire ift Ober acht Fufs läng, 
von einer Frau im DolTauifchen, der völlig austiei 
and die Genefung der Frau von Gichlanfallen bc- 
^rkte. Hier find die Haare mehr fiechtenartig 
ffwundon, und weniger feft zufammengeklebt. 
Ehen, fchreibt mir Herr Geh. R. Meckely falie ich 
einen Mir niuutern und gefunden ICnaben, deffen 
graa- blonde Haare von Geburt an fo in einancfer 
nrwickelt und kraus find, dafs fie völlig den An* 
fcheio einer aufs fefteftc zufammentoupirten, fünf 
bis fechs Zoll hohen Vergette, nach fonftigcr Mo- 
de, haben. 

Eine tier vorher 'Eingeführten Bemerkung, 
dab Giciit die Urlach des Woiclifclzopfes fey, 
Völlig analoge Bemerkung giebt uns Ihtfeland 7'). 
Es zogen Cch nemlich bey einem fünfzigjähri- 
gen Manne, welcher mit Kopfgiclit geplagt 
war, allemal bey jedem Anfall fcinvr Sclnner- 
zcn, alJe Ilaare nach oben zufammen, kräufelten 
, and vem-irrten fich in eiqen Wulft. Während des 
Anfalls war es auf keine Art möglich, die Ilaare 
fon ciiian<^er zu bringen; aber nach geeniljgtcm 
Paroxvfmus vcrloliren fie von felbft ihre Vcrwir- 
nog und konnten loicht ausgekämmt werrlen. 

Eine fonderbare Veränderung an den Kopf- 
haaren befchreibt uns Spielen berger 72^: Eine Frau 
bekam nach einem üherftanchien ungarifclien Fleck- 
fieber monatlich ein-, aach wol zweimal liie heftii;* 
flenKopffclimerzen. Den dritten oder vierten Tag 
legten fi<: ficli, nachdem zwifchen ihren natnriir!« 
ichwarzen Haaren eine Menge weifser, oder graut i\ 

fmger- 

71'^ Jnriiijl J-r piakt. Hoilknnilp, ß. IV. S. 15 1. 
;s; Miic. >\it. Cur. Dec. I. Au. IX. et X. «bf. 12. 



^ 1. AUgemeiM Btd^ckungtn. 

fiagerlaoger Haare hervorgebrochen wiren. Die 
gefchah in Einer Nacht. Mehrentheils fafsen 6 
unter dem Wirbel, auch am Hinterkopfe und a 
den Seiten. Wurden ße binnen vier Tagen hei 
aosgerilTen, fo ^erlohren fich die Schmerzen gan; 
lieh. 'V^rSumte man dies aber, fo zogen fie fic 
gänzlich wieder zurQck, und die Koptfdimerze 
wurden empfindlicher. 

Es ift nichts feJtnes, dafs die Ifaäre nach dei 
Xode fortwachfcn. Rommel 75) erzähjt uns abi 
ein fehr foltnes Beifpiel von einem Schädel, dtl 
er in einem Beinhaufe fand. Er hatte keine Hav 
mehr, aber noch alfe Haare^ welche mit ihn 
Wurzeln tief in der Hirnfehaale fafsen und nur ml 
einiger Gewalt herausgeriffen werden konnten. 



D. Die Muskeln 74). 



1 
Die Muskeln find einer Menge krankhafte 
Zufalle au5gefetzt, der*Entz Qndung, den Afa 
frerr*»n, den Gefchwilren, derErfchla^ 
f u ng und rtbermäfsigpn An fpannung, z. B. i 
der WaiTerfucht, Schwaugo rfchaft u. f. w. 

Sie find bald ftärker, bald fleifchlgtei 
in Körpern voll Gefundhcit und Kraft, bald dQfl 
n e r und mager, bey fchwächlichen, ausgetrodi 
n et elf Subjecten. 

Bai 

-^) Mirc. >5Ht. Cur. Dee. II. An. VI. obf. 134.. 

••4.) Krank^ritep Her Mufkelfaferii , di«; in ilirer verlecat« 
Mirrhniiß nnd Form grßrcindet iiiid ; vom./). tio#i ScAji 
hntumer in Reil*^ Aicliiv für die rijyßol. ß. IV. St. 11. I 
233. als (lelTeii zu Halle 17^9. eiJchiencnt InaugiiriUk 



D. Die Muskeln. ^f 

Bald find fie angeTch wollen, entzün* 
det, bald welk and fchlaff, wie z. B. bey Läh* 
muugen; fo hm^ Morgagni '^^) bey einem Man* 
Bc, welcher wegen einer Ankylofe des Hinter- 
kiaptbeins mit den Halswirbeln den Kopf wenig 
Wveseii konnte, die Halsmuskeln äufserft fchlalT. 

Oft findet man die Muskeln nach EntzQn- 
Ain^ und Eiterung untereinander und mit der Haut 
ferwa c h Ten "6). 

Oft 6nd ße Tchon im Leben ganz: ?erftört durch 
Aufliegen und Brand in langwierigen Krank« 
feiten 77). 

10h kommen fie aus ihrer natflrlichen Lage 
nd find verrenkt, en^veder durch veränderte 
kellung der Theile, woran fie fich befeftigen, wie 
kr Luxationen, BrQchen und Krümmungen der 
hochen, oder durchs Verfchiobung der Sehneti 
ud des mittlem Theils der Muskeln felbft 7S). 

In manchen Kranlxheiten wird ihre Farbe 
verändert und wird bläffer. Vorzüglich finden 
wir Ee fo bey rachitifchen Subjecten 79). Biswei* 
kt findet man fie auch fo bey Lahmungen und 
Contracturen. Ein Mann hatte eine laiige Zeit 
Mf dem einen Beine gehinkt; man fand nach fei* 
Km Tode diefen Schenkel fo hinaufgezogen, dafs 
■10 durch das ftfirldte Ziehen nicht ina Stande . 

war, 

n) Ep. LXIX. 8. 

7«) Ha/Uri Eiern. Pliyfiol. Tom. IV. Lib. XI. Sect. I. |. 7. 
77) ffl" Mannen 1. c, — Vergl. SchaUhammer S. 36g. fg. 
71) El, Poiiteau verinifcljte Sclirilten , Dresd. 1764. S. ^84. 

J92. — Richters iliir.Bibl, B.VIl, ö. 344' "T^ SchaUhanf 

mer *. *. O. f. 4. S. 22». l^;. 
79} J, P. Büc/irter diff. du racliitide pi?rFecta «t iinperfcct«, 

Arzeiic. 1754- ^'^ Half er i coli. difp. ad hift. et ciii-. mor- 

bnr. \a '. Tom. VI. pag. 377, -^ Bortal über die Uucljiüü, 

WeiiT. i.f. 179». S. 44. 45. 
%Btdh. d. patkml. Anni, l.B. O 



gft ^ «'• Allgemeine Bedeckungen, 

war, denfelben auszuftrecken. Dabey waren fp 
wpl die Beugemaskeln, als oiich die Ausftreckc 
xnuskeln von einer fchmutzigoii^verfcboffeneiiFai 
be S^}. Ein junger Menfch Jitt ein Jahr lang ai 
einem heftigen Lendenfchmerz, wotzu endlich ein 
XTnbeweglichkeit der Schenkel und eiDcWiniN un< 
Wafferfjicht kam. Nach feinem Tode fand mai 
an jener FleifchmafTe, welche den gemeinfchaftli 
chen Anfang des facro-lumbalis und longiffimu 
\uldet, eine Stelle von fQnf Zoll in der Länge um 
Breite, ganz vom Anfehn alten Nufsbaumhölzet 
dabey waren die Fibern in diefer Gegend feb 
Ichlaff und. nachgebend > übrigens aber alle andr 
Muskeln natürlich befchaffen >(). Bey einem Jflti| 
linge, der an Phrenitis geftorben war, hatten di 
Muskeln durchaus eine gelbliche Farbe S^j. Eji 
andrer junger Menfch wu%Je durch einen Stein 
wurf am Kopfe verwundet, fiel darauf in ein fchlei 
GÜen des Fieber, die Wunde -fchlofs fich nicht, e: 
lyarf Eiter aus, und bekam noch kurze Zeit vorsfei 
nem Tode ein grofses GdchwOr auf dem Rücken 
die Muskeln fand man an vielen Stellen blafs um 
miisfEirbig ^)* . , 

ImRheumatismvsfandman die])Iuskeh 
baufig mit einer gallertartigen Materli 
überzogen« Bey einem Menfchen, weicher an ei 
nem heftigen Rheumatismus der Schulter gelilte| 
liatte, fand man die benachbarten Muskeln mit ei 
' nem fet^gen Serum bedeckt i^}. Au den Mus 

kdi 

so) Mprgajfni L c» Epi£t. LXIX. •. • 

Sl) ebend, £p. LVII. 17. 
«)} ebeni, £p. VII. 2. 
'13) ebend, Ep. LI. 19. 
* «4) Bomd Sepulcr. anat. Uh. Ih Seet. IV. obf. 50. 



D. Die Muskeln^ gj 

kein eines Rheumatifcheii fand man einen gallert- 
artigen llebcrzug, welcher fo iljck wir; zwey bir 
drcv Dücaton war ^^). Eine Flüffigkeit , die tnan 
bey' drm If^fiiagra gewölinlich in den Zwifchen- 
Tücnien der Gelenke findet, bat man auch in dea 
Zwifrhcnräumen der Muskeln angetroffen^). 

B^y Zuckungen, oder auch bey heftigen 
Anftreiigungen zcrreifsen die Muskeln 
sieht feilen. Die Zerreifsung gcfcbieht fa£t im« 
Ker nur in dem flacbfigten) oder dem daran grSn* 
leaden Thcile,'"Tveil bey der Zufammenziebung 
fiffs Muskels der mittlere Theil derfelben mehr an- 
fchwillt und fefter wird, die äufsern Enden abeb 
ferbältnifjmäfsig dönncr und fcbwacher werden» 
b erftreckt ficb deshalb die Zerreifsung auch, nii 
aber den gan/en Muskel , fondern es iftnurim» 
mer ein mehr oder weniger ftarker Th^il der 
Maskelfafern , welcher abreifst^^). Bey heftigen 
Zackangen fah Chefeldcn ^ die Schienbeinmus* 
kein eines Menfchcn entzivey reifsen. Eine Zer« 
reifsung des Bruftmusl^cls bey Aufhebung einer 
fchweren llaft, bemerkt Bonet «»), Valfalva 99) 
fand bey einem Erhängten die Muskeln, welche 
dasS^ngenbein mit der Kehle und den nächftgeleg* 
Ben Theilen verbinden, zerriffeni fo dals diefes 
Bein \'on der Kehle losgetrennt War. 

Die Muskelfubftanz findet man in eine fett* 
arti^,^ oder vielmehr wallrathäfanlich« 
Maff e verwandelt. Man hat dies fbwol im todteii» 

G a alt 

15) ÖreHrtcourt bey Morgagni Ep. LVII. l^ 

16; Botteei Sej>ulci . aiiat. Lib. IV. Sect. VIII. obf. lt. 

17; Vi(L tie j uptur* miilciilari, faf. X78J. im Auszuge. in 

Hufe/aiifts neiiüft. Auual. der franz. A. W.,.B. 1. S. 441, 
U\ HaN<fi elem. Phyli«.;. T«»ii^» IV. Lib. Xl. Sc«l.|ll. ^,^;^ 
|y) 1. I. Lib. I. Scct. 1. in Schul «d obT. IXi» 
>Cj Murgm^ni £p. XIX. S* 



lOO I» Allgemeine Bedeckungen. 

als im lebenden Körper beobachtet. Wegen 
nes Falles verweife ich auf die unten 9*) gen^ 
ten Schriftfteller. Im lebenden Zuftande bemej 
fchon Bonr^ 9^) bey einem Kinde» deffen Scher 
XU einer aufserordentlichen Dicke auFgefchwo 
war, das Muskelüeifch diefes kranken Theils in 
kompaktes, mucilaginöfes, altem Specke Shnlic 
Wefen verfindert. SaiUant 91) fand in einer 
rühmten Krankheit der Wittwe Melin l^att 
Muskeln flberall nichts, als Fett, ifi welcl 
man nur mit vieler Mühe die GefaTse und Ner 
UDterfcheiden konnte. Le Tonal 94) fand die IV 
icdln des Beins und einige des Schenkels in i 
Jfiifle terwandelt, weiche wirklich entzündb: 
Fcftt wAr ; die eine Hälfte des zweiköpfigen IV 
ktls war noch gefundes Muskelfleifch. Eine ä 
liehe Verwandlung der Fufsmuskeln befchr 
i^icif ttAzyr9^). Ifenßamm 9«) fah alle Gefic 
intiskeln in eine rerdickte Fetthaut degenerirt. 
dem Leichnam^ eines von Jugend auf ftarken T 
tcers, welcher zuIeQrt, wegen tauber Schmer 
und Schwäche in den untern Extremitäten, 
9ette nicht mehr hatte verlaflcn können, f 

A 

f l) Fallas in fiaycr's- zoolog. Annalen, B. l, — Am 
de chymic, Tom. V. p, 154. Tom. Vllk p. 17. — Cr 
ehem. An'nal. 1792. B. II. S. 923. 1794. B. I, S. 5). 137 
Schalihammer a. o. CL S. 378. Hf,» 

' 9a) 1. c. Lib. IV. Sect. 11. übf. XIL §. 3. 

■ 91) Memoire Iiir U maladie de U venve Melln, par : 

. . /ff/ir, Par. 1776. — Journ. de Med. 178». d'Aoiit,paf. 
Samml. aiicerl. Abb. f. pr. Ae., B. VHl. S. 178. — A 
de Tacad. roy. des öcienc. de Pur. 1776. Samml. anse 
Abb. B. V. S. 7}i. 

' ^♦) Journ. de Medic. 1771. Tom. XXXV. — Richier'i i 
ßibl. ß. II. St. I. S. 15). 
95) Mem. de Tacad. de Fat. prcfenUi ptr dei fav. cti 

Tom. VIII. 
96} a. a. O. f. 158. 



D« Di# Muskiln. tat 

Martin 9^, j^n der Stelle des grof9en Wademnuir 
kels, einen hSutigen 3ack, ganz voordeffen Form, 
nsd mit einer Fettmaffe angefallt. Sip zeigte ganz 
diefelbe Organifatxon, wie' in dem Zellgewebe des 
Fattes, und die in den Zellen enthaltene Materie 
Ub& fehlen fich in nichts von dem gewöhnlichen 
Felle zu unterfcheiden. ^ In demfelben Zuftaude 
Mand fich auch der plantaris, der hintere Schien- 
beinmuskeJ, der folaris, der gemeinfchaftliche 
Strecke- unu Beugemuskel derZeehen. ImOber- 
fchenkel waren der vordere gerade Muskel, der 
dreiköpfige Muskel, der gracilis, fartorius, die 
beiden vafti und der cruralis nur erft unvoUkom« 
men in jene Ausartung übergegangen, fo dafs ihre 
Snbftanz durch mehrere abwecbfelndeStreifen voa 
Muskelfafern und Fett gleichfam gefurcht erfchien« 
Diefelbe Erfcheinung fand er auch in dem Leich* 
nam einer alten Frau , die aber das Vermögeni za 
geben, noch nicht ganz verlohren hatte. AlleMus- 
keln der Unterfchenkel waren ganz und gar in ei* 
ne Fettmaffe Qt^ergegangen, ausgenommen der vor- 
dere Schienbei^muskel, der eigenthümliche Beu- 
gemuskel der grofsenZeehe und der gemeinfchaft- 
liche Beugemnskel der Zeehen, welche nur erit ia 
ihrer untern Hälfte diefe Veränderung erlitten 
hatten. lu dem Cabinett des Herrn Geh. R. Me- 
ekel befinden fich mehrere Beifpiele diefer Ausar- 
tung, 

97) Recueil des actes de la Snciet; deSante de Lyon, Tom. 
1. Tan VI. pag. )S4. dentfch im Geift der neiiercen me- 
diciniTchcn Literatur in Frankreich, von O. A. Zadig^ 
Bre«l. 1798. St. 1. n. VII. nnd initAnmerk. vom Prof. f/«r- 
Us in Reilt Archiv Fiir die Phyfiol. R. IV. St. 11. 3. Ig9. 
—- Einen dhnlichnn Fall erzaklt Vandermonde im Journ. 
de Medic. 1759. Maj. Tom. X. iibcrf. in der^enen.SammL 
anscrler, Wührn. , aus dam Frans« 8(ra«b. 176t. B. L 
6. 55$. fgg. 



tarig) wovon uns Schallhammer 9S) Befchreibi 
«ond Abbildang geliefert hat. 

Eine ähnliche Beobachtnng, wo die Musl 
fubfranz in eine weichei breiartige, 
Confiftenz des Oehirns nahekommei 
Maffe verwandelt war', liefert ftns B. Franken ^ 
'Ein MSdchen von ohngefähr neun?(ebn Jahren 
kam an dem linken Oberfchenkel eine Gef<5hwii 
dafe delTen Umfang beinahe eine Elle betrug, da 
'Gegentheil der rechte nur halb fo. dick war. 
baue dabey heftige Schmerzen. Naeii einiger 2 
machte man einen ftarken Einfchnitt, und erblic 
Dun eine weiche» breiartige Materie von verfchi 
iier Farbe. EinTheil war wcifsljch,d«r andre, v 
eher unter jenem und weiter nach oben zu lag, \ 
etwas grauer und der oberfte Theil bräunli 
Der weifsliche Theil kam in der Farbe und Co 
ftenz der Subftanz des Gehios ziemliqh nahe. 
diefer Materie fand man gar nichts von Musl 
fubftanz, aufser nur ein kleines Handel Muske 
fem, von dem man fagen konnte, dafs es zu 
sem Muskel gehdrtf. Es war aber fo veräni 
' und. verunftaltet, dafs man nicht erratiien koni 
. XU welchem Muskel es gehört hatte. Nichts ' 
kenntlich geblieben, als diegrofsen, unzer ftOr 
Blntgefiärse, Der Knochen war mit einem beiriLi 
liehen Beinfrafs befallen. 

Es fcheint diefer Fall der Muskelverderbi 
welche uns Bill >^),Poi^ ') und andre 3)befch 

9SJ a. «. O. 8. 3S4- Tab. I. Fig. ]. nnA 8. 
5p) Haarlemer Veihandelinf;.» Deel XVI. St. 11. najr- 
Samml. auverl. AbliMidL für prakc Ae., B. VII. 6. 2t(( 
leo) Lebrb^riff der Wimdarzncyknsift, Th. V. 8.^6. 
I) chinirg. Beobacht; B. II. S. ^^r. 
%} Bmt/our in Med. ^obfai v. ^nd luqnir.. Vol. IV. — i 



D. Die Muskeln. io3 

ben haben , fehr übereiozukommeD: Es entfteht 
' oeralich zuweilen, ohne deutliche Urfach, ja bcy 
f ginz gefunden Menfchen, eine Gefrliwulft ain Bei- 
\ Be, meiftens an deffen unterm Theile, welche in 
I eiaigen Stellen weich, an andern hart ift. Zuwei- 
len ift fie gleich anfangs fehr fchmerzhaft, ge« 
«dinlicb aber hindert 6e nur das Gehen« Nach 
nd nach vergröfsert fie fich, wird fchmcrzhafter, 
■ad die Haut bekommt eine livide Farbe. In ih- 
rer Tiefe glaubt man eine FlQffigkeit zu fflhien. 
fadlich verbreitet fie fich Aber den ganzen Um£ang 
des Gliedes* Einfchnitte leeren nur eine geringe 
Menge einer mit geronnenem Blute vermifchten 
Gauche aus, ohne Erleichterung. Nichts hilft, als 
die Amputation. Im amputirten Gliede findet man 
den Knpchen kariös, und die Muskeln in ei- 
ae feröfe, blutige und fchleimigte Ma- 
terie aufgelost. Pott fand zugleich die hintere 
Schienbeinfchlagader erweitert, verdorben, oder 
geborften. ^ 

Eine andre merkwOrdige Degeneration der 

MDsI(eln ift die in eine fch^a mmigte Maffe. 

Ein Mann brach die Knochen des Unterfchenkels» 

die fo zerfplittert waren, dafs die Kur nenn Monate 

dauerte und das Bein krumm und verkürzt blieb. 

Nach zehn Jahren bekam er einen heftigen Schmerz 

• an dem Beine, der taglich zunahm, bis eine rothe 

fchmerzhafteGefchwuIft an der Wade entftand. Sie 

wurde zertheilt. Aber bald entftanden neue 

I Schmerzen , die alte Narbe ging in ein Gefchw&r 

ftber , welches bis auf den Knochen drang und viel 

I ^at ergofs. Bald erfchien an der Seite eine neue, 

Tpthe, 

in Schmücker's TPina. Schriften, B. I. S. 34$. — SchulU 
kommet a. a. ü. S. 271. Igg. 



So4 '- Allgemeine Bed^kungem. 

rothe,fchincrzhafie Oefchwulft, von gröfserm Um* 
fange, als die erfte. Man öffnete fie, aber e» Ro{$ 
njichts als dünnes Blut heraus, bis eine elaftifche 
klaffe die Oeffnung verftopfte. Man machte hio* v 
tereinander mehrere Oe^Fnuogen, die aber jeneMaf« 
fe bald wieder verftopfte. Täglich • vermehrte fich • 
jeng Maffe» und wuchs zu allen Oeffnungen her« .1 
•US. Unterbindungen und Abfchneiden halfeii 
nichts, machten nur unerträgliche Schmerzen und. 
grofsen Blutverluft, und der Schwanom;wuchs im- 
mer von neuem. Im Leichname fand man die Kno- 
chen -Enden übereinander gefchoben, überall mit ' 
fcharf^n Spitzen befelzt, den Schwamm von der*' 
Gröfse eines weifsen Kohlkopfs und weich. Er ^ 
glich der Subltanz des Gehirn^ , beftand aus eine|r , 
lymphatifchen Feuchtigkeit und einer dem frifcht«' 
Käfe ähnlichen Materie. Von den Muskeln w«^'.: 
Iceine Spur da, und ihre Stelle hatte jener Schwamm ; 
ganz eingenommen '). Ein ähnlicher Fall fteht.]| 
auch,. in den Edinburgifchen Verfuchen 4). Aoi 
der äufsern Seite des Schenkels cntftand eine fclur j. 
fchmerzhafte Gefrhwulft, in deren Mitte man Rö-;; 
the und eine erhabne Stelle bemerkte, j^o man d^i .^ 
Schwappen einer Flüf6gkeit zu fahlen fchien. Nacbl 
gemachter Incifion flofs nichts als drey Unzen ein^ *. 
(chleimigten Materie aus, und aus der Oeffnung i 
wuchs ein Schwamm heraus, der jenem weichel^. 
Zellgewebe ähnlich war,, das man am Rücken der!' 
Schwindfflchtigen findet. Nach einigen Tagen- 
ftarb der Kranke am hektifchen Fieber. Bey der : 
Oeffnung fand man alle Muskeln in jenen Schwammt ' 

I) H«//i in Richeer's cliir. Bibl. B. X, S. -So. 

4} Ediiibiirpirchft med. Bemerk, und VeiTuebe, n« ta. — - 
Schailkammtr S. ?.€%. 



D. Die Musketn. io5 

'wandelt, und esr war keine Fafer yon dem Mas* 
[fleifche mehr zu finden. 

Wir finden aqch an den Muske]fafern der in* 
m Theile, z. P. am Uterns, am Schlünde u. f. w. 
B bisher auFgefQhrten Degenerationen völlig glei* 
eBeifpiele, welche an den gehörigen Orten yotr 
Mimen werden« 

In wa ff er Tüchtigen Körpern fand man 
iHaut, das Fett, die Membranen und die Mu s- 
»In der angefchwollnen FAfse wie einen mitWaf* 
' höchftangefQllten Schwamm 5J. 

Im Oegentheil der bisher angefahrten Ver« 
leniDgen, werden die Muskeln auch hartf tU 
de und fteif ^). Bey einem abgezehrten Man-« 
fand man .'die Intercoftal- und Bruftmuskeln 
B eine tendinöfe Subftan'z 7)« Cain/en ^ fah di^ 
iskeln, die zwifchen den Stocken zerbrochner 
orben eingeklemmt waren, in eine häutige 
jftanz ausarten. Im WaUerfchen Mufeum 9) fin* 
Lsian das Präparat von dem Schenkel einer Frau, 
lehn durch einen Fall in ihrer JugendT die Knie* 
leibe verrenkt hatte, worauf eine Ankylofe folg* 
; die Muskeln find ganz dQnn, fchwach und un* 
'mliclH von Farbe weiis und in glänzende S e h- 
I n ▼erwandclt. Trye *®) fand den SchlafmuskeJ 
eh einer äu&ern Verletzung blafs, ganz feines 
erigten Anfehns beraubt, und lederai;tig. 

^ • Peir^ 

i) Morffagni Ep. KI. 3a 

\) Mijrgagnx Kp. VIII. ?. — Samml. anserl. AbhandL für 

pr. Ae., B. V. S. 309. — Ifenjiamm a. u. O. 3. 159. 
r) Chavaffe mrd. Joiirr..of Lond. 17S6.pag.40S. — Samml. 

anaerl. Abh. Tür pr. Ae., A. XI. S. 694. 
1} AcL Med. Soc. HaFii., V^L II. 
}, AuatitmifcheA Mufeum von F. A, Walter^ Th. II. S. ZS4. 

n. ^So. 
10} Medic. ComnnicAt., Lond. 1790. VU. 



loS L Allgemeine Bedeckungen* 

feirce '0 iintcrfuchte an eioem Caciaver einft nit« ^ 
geheure Oefclnviilft, die an den Knochen des Un-< 
terfchenkels auffafs, und von .aufsen knorpJigt^ 
inwendig gegen ihre Höhle knöchern war. Die.« 
daher liegi^nden Muskeln hatten (wie er fagt, durchr' 
den beftändigen Druck und den jMangel an Bewe^- 
gung) ganz, ihr fafcrigtes und fleifchigtes^ AnfeluiV- 
verlohren. Blafft ") fand bey einer fQnf und drei-^^^ 
fsigjährigen Frau dtn Unterleib hart, wie, Steid^' 
wnd bey der Eröffnung kein Fett, keine Muskelq,. .^ 
fondern Alles in eine kartilaginofe MafTe ver«', 
wandelt. ^ 

Verlohren gcgangne Muskelfubftanz € 
zengt 6ch nicht -wieder als Fleifch , fondern es erb.] 
fcheint an deren Stelle eine fehnigtc Maffe. Itit| 
Kabinette des Herrn Geh. R. Meckels befindet fidt^ij 
der gerade Ausftrecker des Schienbeins eines Hmi", , 
des, detfen, während des Lebens, ausgefchnittntiVu 
Stock nur durch f ?hnigte Subftanz erfetzt wurd«{ ^ 
jmgleichen der Schenkel eines Frofches , an wel« T 
ehern die aus^efohnittnen Stücke der Beugemuskelir V 
auch nur durch Sehne erfetzt wurden. Die äm-X 
gefchnittne Achillesfchne eines Hundes ward durch^ 
knorpelartiges Zellgewebe in Geftalt eii.*^ elJiptl-.^ 
fchen Knopfs erfetzt« Die Abbildungen von je« T 
ncn Präparaten fehe man bey ScbaWiammer ■^). ij 

Bey einem hydrophobifcben MenfehedV^ 
fand man alle \Muskeln durchaus trocken '^). T^ 

Fin* Y 

Xi) Pliilof. Transacc n. 453. — Le^kc's auserL AbhandL 1s 
B. II. S. 3)9. < 

la) Cer. Etaßi obferv. medic. rar. obf. V. pa{;. 10, Tab.lLl 

15) ü. ,1. O. Ö. 286. fpg. l'ip.lV.^. — Auch Huhn unrf Afiir- \ 
ray (Jilf, de rrpeneratione partiutn, Oött. 1787O beftüt^ i 
fjf'n die Kcliciciptunp: , da£$ Mu^^kelÜeiTch fich nicht vi*- ?^ 
(Um- rrzPiijte. ■ r 

14) Morßa^ni Ep. VUl. jcx J 



X 



D. Die Muskeln% 107 

l 
Findet die Vertrocknu Dg an einzelnen Muskeln 

latt, fo entftehen davon natürlicher Weife örtliche 
Fehler derer Theile, welche fie betreffen. Alor- 
mni '^) bemerkte bei eincrTaubhcit eine Ver« 
irocknung der Gehörmuskeln. Auf Vcrfchrum« 
ffang und Verhärtung des mufculi maftoidei 
o&lgt der fogenannte fchiefe Hals (caput 
•Mtipum) >^). ' ', 

Ifenflamm ^7) beobachtete einen Ma/in von 
fahzig Jahren, deffen rechter Fufs in allen Gelen*' 
\ittL fo fteif und unbeweglich war, dafs man diö 
Glieder auch mit Gewalt nicht biegen konnte. Bey 
gnuiaererUnterfuchuDg zeigte das äufsere Anfehn, 
£e Form und Farbe nicht die geringfte Verfchie*> 
tebeit von dem gefunden Fuf;^. Die Haut' hatte 
fie gewöhnliche Gefchmeidigkeit und Empfindlich« 
J^t;''die natürliche Wärme war nur fehr wenig 
mmindert. Aber die Muskeln frthlten 6ch fo hart 
in,vrie einemarmorne Statfle,und man könnte durch 
das Gefühl leicht mehrere einzelne .vluskein unter« 
Ccheideii. Es muftte hier eineVcrhartun;} der Mus- 
keln feyn, da man diefe Erfcheinung von der Ergie- 
isoDg irgend einer Materie nicht herleiten konnte; 
demi es war keine Gefchwulft da , es waren keine 
rheamatifche und atthritifche Zufälle vorhergegan« 
gcn , und man wQrde die einzelnen Muskeln als» 
dann nirht fo beftlmmt haben fühlen können. 

Man findet die Muskelfubftanz verringert, 
der V erfch wanden, nicht allein bcy Ausge^ 
zehrten, fondern auch durch Ruhr, Lähmung 'S) 

und 

'„) Ft.. XIV. 15. 

K, B*etfii obf. inei!., Part. II. ohf. I. pa^. 9^ *— Tulpii ohfT. 
m^ii.Lib. IV. «-an. r.VIlI.nj:;. 511. — Richter** AnfdRS»*' 
C.iir.. i\. W.A., r.. n. *?. 256. 
17) Wiiü« h ü!>er üie 'In^keln J. 159. % 

\%) V^v^ SQkaUhmmmcr {.lo. 6. 246» ^ 



lo8 ■ !• AUgemeia» Bedecjümgen» 

und anhaltenden Druck einet framda; 
tigen Körper«. Z. .B. durch xlen Druck eini 
ungeheuren Kropfs waren die mufculi fte 
no*hyoidei und thyrepidei faft ganz v^ 
fchwunden ^^). Bey einem Waff^rfüchtige 
waren, durch die ungeheure Ausdehnung des i7l 
terleibes und durch den , anhaltenden Druck d 
WafTcrs gegen die Bauchmuskeln i di^fe beinal 
ganz rerfchwunden ^^j. 

Bisweilen haben Bal^gefchwülfte ihri 
Sitz in den Muskeln. Morgagni ^').fand am Half 
an der Bruft und am Unterleibe eines jungen Mei 
fchen eine Meoge Beulen , die in dem Zellgewel 
lagen und an den darunter liegenden Muskeln fe 
anhingen. Sie enthielten eine weifse, zum The 
floffige, grOlstentheils aber fefte und talgftrti| 
Materie. 

In den Muskeln findet man auch knochif 
te und fteinigte Coneremente. Bey einei 
Menfchen, delTen ganzes Knochengebäude ankylc 
tifch war , fand man in dem Fleiücbe der Muskel 
ein ganz abgefondertes , freiliegendes, vier 2o 
JangesKnochenftQck^^). Befonders bey rhei 
matifchen und arthritifchenPerfonenfche 
nen öfters erdigte oder fteinigte Abfetzungen gl 
funden zu werden ^'). Bey einem Podagriftisn gir 
gen an der grofsen Zeehe einige weifse, harte, er^ 

fen 

19) Tratte de Myolojrie, ftuvant la Methode de Defaul 
par H. Gavardi fon eieve, a Par. Tan VI. de 1« repab 
pag. la. 

«O) Morgaffni Ep. XXXVIII. 47. • 

tl) L c. Kp. LXVIII. IS. 

ai) Phil. Tranaact. 1741. n. 461. 

$i) Verpl. Marc, Donati hift. med. mirah. Lib. IV. cap. 3c 
— J^ B. Contuft de lapidibns podagrae et chiragrae v 
Corp. hum. prodactis« Rom. 1^79. — Sehurigii Uthole 

6" 



D: Die Musketn» 109 

imgro&e Steine heraus ^4). Walifir '0 befchrefbt 
in Vorderarm eines an der Gicht geftorbenen 
Mannes, wo fich zwifchen den Sehnen der Mus» 
' kdn eine weifsc KalUercte abgcfet/t hat. Bey ei- 
n«r von heftigen langwierigen Gicht2urüllcn .ge- 
lokciten Frau fand ich eine kalkartige Materie, von 

IihrGröffie und Geftalt eir.er lialben HarelimTs im 
Dettamuskel. Mehrere Beifpiole findet man in 
te angeführten Schriftftellern ^^). 

Hieher gehört auch wol folgend* merkwHr- 
fge Krankengefchichte. Ein Jüngling von neun« 
Khn Jahren bekam ^chmerz und Gofchwulft am 
Gelenke der rechten Hand. Diefe Gefchwulft 
nrwaodelte fich binnen einem Monat in eine knö« 
deme Subftanz. VVährend der Zeit ging es mit 
in Kniien Vorderarme eben fo. Die knocbigta 
Hlrte erftreckte fich nach und carh bis an die 
Sebultern. Nach einigen Monatt^n fing der rechte 
hh zu fchweileit ^n und verknöcherte ebenfalls. 

Nach 

fia, cap. II. j. 58. pa.;;. S2=. und mein ere der hernach aii- 
get'ilLrten Sein ittCteller. 

14; Scho/ze in Mifo. >at. Cur. Dec. I. An. II. obf. 64. 

25) Andcc»»!. .Miifciiin, 1). I. S. 144. 11. 289. 

25; Boreflus I.e. C«'iu. 1. nbf. 87.Cent. II. obf. 7. — Sthenk 
öt lithii^ienefM cap. IV.'pap. 21. — Barthoihti hift. ixiiAt, 
Cent.V.hjft.XCI. Tom. Ill.paj?. 172. — Drouin imjoiirji. 
de« Scdv. i694. — Mi^t>- ^at. Ciur. Decj. 1. An. IX. et X. 
obf. «9. Dec. II. An.lll. obf. 189. An. V.cihf. 107. Au. VI. 
obf. 52. — Schurif» 1. l. — /?. G. Hilrnigk diff. de ind«i- 
Mtione J»artinm praeter natnrain, Lij>f. a75o.'in Het/icri 
coli. difp. ad liiit. et cur. morbor. iacicnt. Tom. VI. n. 
XC.pa^. 344. — Mechcl in Memoir. de Tucad. desScienc. 
d« Uerl. 1/54' P^?- 93. Collect, part. acad. etrang. Tum. 
IX. pa«.2. — klier ibid. 1755. pag. 24. — Voigt de abs- 
cefs'n IdpiIlo.s «piiisdam contineiite, Gicff. 1762. — 5////- 
jnr/f.f in Pl.ilof. Ti aniact. 1774. pap. 108. — IValter oblT. 
an Atom, pap, 49. cap. HI. — Sfintlifort oblt- anat. patho). 
Lib. IV. eai».VlI.pug.90.Tab.X.üg. 3. — ejusd. Muf. ana- 
tom. Vol. I. iJccL V. pag. 280. n. Vi. — Ludwi^ii ^rim. 
lifu pathol. anaC pag. I6. not. «^. 



110 /. Aüg^meine StfdeAungtn» 

Nach dem eüfserllchen usd inn«rlichen Oel^rani: 
des Queckfilbers irerbefferte fich dasUebel dochr 
viel, dafs die Verknö(rherungeii nicht Weiter. 9 
nahmen und die Gelenke wieder bewegliol 
wurden *7)» 

In den Muskeln hat man auchWormer ei 
deckt (Finnen, taenia hydatigena), eine/ 
Blafenbandtvürmer 28)^ 

.Häufig kommen Falle von fehlend-en|<i<i 
überflüffigen, oder unge w&hnlipl| g 
formten Muskeln voTy von welchen ich dife jr< 
sQglichfteo. Veränderungen anfahren will ^). 

0. GefichtsmuskeL 

Den Lachmuskel des Santorin t 
Mayer '^) auf beiden Seiten doppelt an» ui 
Albini ^ü) fah neben dem u^ederdrAckend^ 

Mv 

Ä7) Wilh. Ucnry\n Philof. Traniact. Vol. LI. Pwt. I. p 
19, VoU LIJ. PüJ t. 1. pag. I4J. -^- 5^. Mohrenheim^s W 
ncrift^lic Hevtirfire, B. II. S. 219, — - Einen dhnliclien I 
findet man im Joiirn. de Med. X75S. Jul. pag. 51. — 5. 
ragts (Nffolog, method. Tom. 1. pag. 550.) nennt di 
Kranklicit C a t o c h u ^, un d ilf rrc^r/ae (iiitroduct. med. 
t>icor. et prax. med., Traj. 1774.) Sarcoftofis. 

d8) Weruer verminm inteftinalinm bievif expoficio , pag. 

— Ludimg 1. c. pag. 17. 110 1, r. 

aS) Vergl. ß. S, A/lini auniitat, af ad. Lib. IV. V. et VI. 
Kitaio Bo'crhare in CommeuC. Soc. Petropol. Tom. II. p 
157. — PAiV. Ad. Bö hm tri (»bfciv. anat. rar. Fafc. 1. 
praef<-it. png. C. Vdk. II. in piacf'at. nag. 5. fa. — San 
/ord exercitt. icadem. Lib. 1. cap. Vi. Lib. II. cap. VI. 
Bemerknng einer merkwürdigen Varietät am nervo ir 
fcnln - cutaneo und eijiigejMp^kelvnrietäten, v. G.F.h 
debrand in B/umenLach's med. Bihl. U. UI. St. I, 8. i' 

— Mayer*s Befchreib. dea ganzen menfclil. Körpers, B. 1 
S. 545. iigg. — SUittmtring vom Bau des menfclil. K< 
uers, Th. UI. 

50) a. a. O. 8. <45. 

)i) Uilcor. BttTculorum^ Logd. Bat. 17)4* Lib. III. paf. i 



/ 



D. Die MuskeU. 111 

•Muskel des Nafeafldf^rels noch einen zwel- 
\ Jen ähnlichen. Muskel. Seiten find auch der gr ä- 
V.cilli ni US oculi und der a»omalusinfacie^ 

IcT einem Manne hob fich dnrcb einen eignen Mus- " 

kd mit der Sür nbaut immer zugleich die Nafe in 

4kHöhe)3;. 

A. Halsmuskeln* 

.. Den Sterno-thyreoidcus fah Morgaff* 
«)^ fehlen, und Albin ^^) fah ihn mit zwey 
Köpf en, welche am untern Theile des Ualfes wie- 

tder zufcimmenftiefscn/ So fah er auch den Sty- 
lo-byoideus an Einer Seite doppelt, und im 
G^entheil, in einem andern Falle, auf der Einen 
täte gänzlich fehlen ^S). 
üöhmer )^) fand Ley einem Leichnam keine 
. ftvloeloffos. 

Derfalbe *7) fah einen doppelten ftylo<- 
pLaryngeum auf der einen Seite. 

EinFafcikel vom Sterno-cleido-maftoi- 
deos ging bisweilen bis zum Schwcrdknorpcl des 
Iniftbejn^ ^^)^ ja fogar bis k.uni gradeu Bauch* 



el 59;, 



Courcelles 4^) befchreibt einen Rachenmus- 
ktl onter dem Namen Cephalor phary ngeus, 
«reichen aber viele Zergliederer nicht Iahen 4i). 

Auch 



4 



)3) Bonneii Sepulcret. «natom. Li(>. IV. S.XII. obf. V. {,). 
jj; Ep. Vlll. 12, 34) 1. 1. pap. 204. 

39) jbiil. pa{;. 3X1. 

[6} Üi.ni oiiat. rar. Fafc. II. in pra^t'at. pag. VI. not. 1. 
JT) ibiiirpü«. VU. not. m. 

31) Pf.. Lunr.Feibricu i«1ea dnatomiae praciicae, Wetzlar 1741. 
59; Bot.rienne in Roux Joiirn. de Med. 177J. Vol. XXXIX. 
4C} Icoiie* miifciilorrun capitis, Lnpd. Bat. 174I. lab. VI. 4 
41} a. B. Mo-'gaini, H^/fcr, Mayer a. a. O. B. IV. Ö. 3«4. 



'^ 



Auch findet man eineii feltnen Muskel oi 
dem Namen p:etrofopharyngeu8^')iUnd ei 
dritten fpheno-falpiogo-pheryngeu.s 
der an jeder Seite von der ftachligtcn Spitze 
FiQgelkDOcbens und von der untern Fläche der 
ftacnifqhen Trompete zum obern aponeiirotiic 
Theii des Rachens hinabläuFt. 

Diefe Muskeln find äuCserft feiten, uml^v; 
Zergliederer iahen fie nie. Ueberhaupt 'find 
«uch nicht als eigne Muskeln zu betrachten , f 
dem nur als rbn andern Halsmuskeln abgehe) 
Fäfeikel und Fafern. 

Der gerade Seitenmuskel desKo] 
wird oft noch von einem kleinen Muskel in/pai 
leler Richtung begleitet 44). 

Einen eben folchen Muskel, der fich v 
Oueerfortratz des Atlas bis hinter den Warzenfc 
fatz des Schlafbeins erftreckte, und einen fch 
fen Hals verurfachte, fah Efchenbach ♦^). 

Mayer ^^) fah an feinem Cadaver fölger 
merkwürde Vervielfältigungen: der Stern o*li 
oideus und genio-hyoideus waren auf jec 
Seite doppelt, und der genio - gloffus { 
dreifach; die zweiköpfigen Muskeln c 
Unterkiefers hatten fehr dicke Bäuche, vor^Qgli 
ragten die vordem hervor, welche durch Fafcik 
die fich kreuzten, verbunden waren. Di< 
verbanden fich wieder durch eine ftarke Aponc 

rc 

43) Haafe fpeclm. quo miirculi pharyn^is velique palat 
obÜRrvaCt. quib'iacL illnrcriti contiiicntiir, LipL 17S4. p 
XXI. — Wivshw trait« de la t«ce j. 476. 

49) Wiiulow l. 1. 

44) Albhii hifc. mrlc. paf;. 415. 

45} Anatomische Beftlireibuiitf des menfchL KCrpert» Rc 

1750. — Vergl. auch WinUow L c. T. II. pag. IS7« 
46) a. a. O. B. 111. S. 547> 



D« Die Muskeln* ix3 

rore mit dem Körper des Zungenbeins, unri in diefe 

. eutligte fich der M y 1 o - h y o i d e u s, welcher wol 

, 2»ey Linien dick -^'ar. Die Stylo-hyoidoi hat- 

tn zwey befondre Fafcikel , deren einer .' n i\eTi 

Winkeln desÜnterkinnbackensder andre aber an 

irac Aponeorofe ftiefs. Acuf^erlich fah man den 

Hals fehr dick, ohne DrüfengefchwOifte zu be- 

■vkeD. 

e. Bruftmuskeln. 

An der Handhabe des Bruftbeins entfreht 
Hancbmal ein Muskel , vrelcher fchräge zur Seite 
Ober den vordem Theil Aqs grofsen Bruftmuskel9 
kerforgeht, und fich apoiieurotifch» theils in die 
Haat,tliells in den grofsen Brurtmuskel felbft^oder 
Iber den Rauchmuskeln verliert 4^). Da er bey 
, lerCchieduen Thieren fehr gewöhnlich ift, fo heifst 
•r der mufculus fternalis brutorum. 

Der mufcuius fterno-mafxoideus ver« 
läogerte fich einmal neben der Seite des Bruftbeins, 
kii auf den geraden Muskel des Unterleibes 4S)^ 
Zuweilen fehlt der fleifchigte Fortfatz des 

4 Bmftmuskels , durch welchen er fich mit den äu- 

1 fsern fchrägen Bauchmuskeln vereinigt 49). 

I Der dreieckigte Muskel des Bruft« 

I keins fehlt bisweilen ganzlich ^^). 

I Der mufculus 'fybclavius war dop- 

pelt 5i). 

d. Nß' 

47) Alhini Uftor. mufcuL pa^. 391. — Halleri icones axia- 
Kom. Fafc. VI. Tom. 1. -- La Baje in HUtoir. de Tacad. 
de." ^ciei.c. de Pur. 1736. ^a^. %2, 

41) Jonrii. de Med. chir.Pai . 1773. t. XXXIX. pa^. 45. U.J09. 

49) Mayer a. a. O. S. 346. 

59; AlbiHi Ijil't. mulc. p«!». >09. — Morgagni £p. XLlIl. 3^. 

fi; Bckmer i. 1. pa^.^A. not. bb. 
£mÄ. d.ptuhQl Anai. I. B. U 



114 i- Allgemeine Bedeckungen. 

rf. Nackenmuskeln» 

Der Hcbemuskel vom JVinkcl det.^ 
iSchulterbLatls hat ftatt der vierFafcikel bey 
feinem Anfang«, manchmal nur drcy, manchmal 
aber auch fAnf^^); ja man hat auch bi8\¥eilen noch 
einen zweiten gefunden 5)). , 7^ 

Gewöhnlich findet man drey mufculi fcft-« 
leni; manche ZergHcderer nehmes aber nur. 
zwey ^\ andre vier 55) und fünf« ^^) an. Oft find 
fie alle an die'erfte Rippe befeftigt, und keiner an 
die cweite 57). ■ 's 

Ueberhaupt variiren die kleinen Nacken- midi 
Halfmuskcln unendlich 58), 

e. Unterleibsmuskeln* 

Der zwölfte Fafcikel des aufs er n fchiev 
fen Bauchmuskels fehlt zuweilen , wenn dte. 
zwölfte Rippe zu kurz ift, oder mangelt. Doch, 
heftet er fich im letzten Falle oft auch an den lan«- 
gen Queerfortfatz des erften Lendenwirbels , ödem- 
f Q den apooeurotifcben Theil des i n n e r n f c h i e* 
fen Banchmuskels 59). So fehlt auch manch« 
mal der erfte FäTcikel ^^). 

Die .muiculi pyramidales fehlen oH 
ganZ|Und zwar toll dies öfter beym weiblichen G^r 

fchlech-C 

52J i4//>i/rn« 1. l.pa^.95). 53) Afaj<rr S. 551. ! 

^4) y^falius de corp. 1mm. fdbrica. — H^inslow 1. c. 1 

55) Doi/^ //7/rMyo{;rapliiae con)()drft|tie rpccLmeii, Kdinb. 1775^1 
%6) Athinui 1. c. pj». 204. *— Zu diefeii rerfchiediieii Mci*? 
Yiim;;eii galien die Wel«*!! Verietäten Aülaf^, <lexieii dieüerj 
Muskel vorzüglich untenrorien ift. Mar<:r a. a. O.S.aa7»l 
57) fVnisiow 1. c. pag, 17Ö. «4 

5«) A/hinuf 1, c. pa^ 165- 3 tf- — Mayer S. 54S. fp, ^ 

%9) Majer S. 2^ io) ebenO. S. 55^ ,i 



D. ph Muskeln. ii5 

Cchlechte» als beim männlichen vorkommen ^<); 
Oder man fand auch nur Eiuen folclicn Muskel ^^). 
Oefters ift einer weit gröfser, als der andre ^))r 
Winttow ^*) fand ihrer drey ^5), und Sabatier ^^) 
ihrer y i ie r e auf j^dex: Seite. 

Zuweilen nehmen einige Faferbnndel des cre« 
»after ihren Urfprung von dem äufsern fchie- 
[ faiBauchmuskcl^oder vom Schaambeine ^^). Auch 
viU man ähnliche Muskeln in- einem weiblichea 
JUrper gefunden haben ^7). 

Alle Bauchmuskeln fehlten bey einer Mis« 
(ibart^S). 

/. Rückenmiiskeln. 

Morgagni^9)üh \n vier Füllen den bxeiten 
Kflckenmuskel bis zum Hinterkopf fortgehen. 
Haller 7^) fah feltene Muskeln, welche von einem 
Suchelfortfatze entfprangcn, über den nächften 
«^gingen, und fich erft am dritten anhefteten. Er 
aaonte fie interfpinales long!« 

g. Muskeln der Oberextrer^iiäten. 

Zvrifchen dem mufc. infrafpinatus und 
dem runden Armmuskel entfpringt am un- 

H st, tern 

• 

4l) Joan, Rhotiii mantirfa anafiomica ad Thom, Sü^tkoit' 
niiniy p^«!, ja — Huber Act. nat. Cur. Tom. X. 

<3) KhodJiiM I. CS 63) Mayer 6. 274. 

€4) L 1. p»g. aj. 

45> Trdite cmpplete «l'Anatomie. P^f. 1755. 7o<&l* pag.35C 
cf. Böhmer l. c. pag. g. nut. t. 

46} Mavcr a. a. O. W. V. S. 95. 

<7} RhöJiu.f l. r. pag. 37. 

6t) SmTtarnh in Act. Societ. Hafn. Vol. L 

69) Adveilariu anafiomica, Vol. V. 

yo) Ob£ej v^oAM quatdam myglogica«»* OMiaf. 1749« 



'1l6 • L AUgcmtint Bttifckmgnu 

tern Rande des Schulterblatts zuvireilen ein l'eltner* 
Fafcikel, der Geh atm lijntern Rande des D el ta- 
rn ask eis anheftet 7iV 

Der durchbohrte Muskel des Caffe- 
rius b^fteht oft aus zwey Fafcikeln, die nur beim 
Rabenfeh Dabei* fich wieder vereinigen 7-). 

Der zweiköpfige Armmuskel hat oft noch' 
einen dritten Kopf, der neben dem Innern Arm» 
itriiskel, oder aus diefem felbft entfpringt 75)^ 
Manchmal find die Köpfe bis zom Ellcnbogengelenk^ 
gefpalten 74). Einmal war er fo kurz^ dafs er fich 
am Oberarmbein endigte; von diefem Knochen,* 
aber entftand ein eigner Beugemuskel, der fich am 
rubitus anheftete 75). 

Der dreiköpfige Arromuskel bat biswei- 
len vier Köpfe '''^\ 

Der lange Span um uskel der Apo neu* \ 
r,ofe der Hand mangelt nicht feiten 77), oder \ 
Jieftet fich auch an das Ringband der Speiche 7S). i 

Simmons 79) fah einen feltnen Muskel , wel- , 
eher fehnigt am innern Gondylus des Armkno« i 
chens entfprang» und bis zur vordem Fläche der j 
Ellenbogenröhre fortging. Lleiuaud^^) iah einen ' 
ähnlichen gröfsern, der fich bis zur innern Fläahe 
der Handwurzel erftreckte. • 

Le : 

.71). Albinas L c pag. 423. 7a) ihid. paj. 4)6. 

7J) ibid. pag. 45«^. — Hi/Jehrand A. ^,0. S. 177. — Jouru. .' 
de Äledic. 17^4. menf. Sept. 
, 74) Wciibrecht in Commencar. Sociot. Pet» np. Vol. XII. 

75) Pftit in Mcmoir, de Tat^ad. deü rcieiic. 1733. pog. ai. j 

76) Böhmer 1. c. pap. IX. not. aa. ^ 

77) Sinunoits medic. obf. and Inquir. Vol. I. pag. )4a J 
78), Rhoditu 1. L pag. 31. 79) l c p^. 349- ; 
So) Hifc anatom. med. Vol. I. pag. 29%. ^ 



D. Die Muskeln. i\J 

Le Faye 8i) fand ana Rad[<en jeder Hand ei- 
nen ongewöhjilicheii Muskel, der von der Speiche 
Innen Urfprung^ nahm, und fich in zwey Sehnea 
endigte, die aa beiden Seiten des Mittelfingers 
Seil anhefteten.. 

Oft trifft man ron den vier regenwurm- 
förmigen iMuskelit der Hand nur dreyan^^j. 
lisweilen auch f an f S'). 

I>er eigen thilmliche Ausftreckör 
lies Zeigefingers fpaltet fich bisweilen fchon 
an Arme in zwcy Schenkel ^4), welche fich in der 
Xake des Fingers wieder vereinigea. 

Der eigentho-mliche Aus.ftrecker 
des kleinen Fingers^ fehlt oft ganz Sf). 

Einen ei genthAmlich.eaAusft recker 
des Mittelfingers bemjcrKteu Albin 8^) und 
Sandifort »O- 

Der Beugemuskel Ae^ kleinen Fin-i 
gers fehlt bisweilen 8S). 

Mayer 8^) fah ein Paar feltne Muskehi ; der 
Eine entftand aponeurotifch von der innern Fläche 
des eigentbamKchen innern Bandes der Handwur- 
acel ond der darunter liegenden Sehnenfcheide, und 
endigte fich durch eine dOnne Sehne neben dem 
kleinen Höcker der Ellenbogeixröhre. Das Zweite 

war 

tl) Hift. de l*aca(L des fcienc. 1796. pag. 82. 

Xi) A/Oinus 1. 1. p.ig. 495. 

Ij) Biihmer 1. c. pag. 8. not. y. — Mord im Joiirn. de Med. 
1759. decemb. lom. XI. iibeiT, in der iVenen Samml. aiis- 
erl. \Vdhi:ieliin. ans allen T heilen der A. W., Straäb. 1767 
B. II. S. 351. 

14) Mayer a. a. O. S. 5^2. 

15) Alblitux 1. c. pag. 506. 

%C) Annotat.acadeni.Lib.lv. cap. VI. pag. 28. Tab. V. fi». 9 
j i7; ÜbfeiAMtt. anarom. pathol. Lib. IV. cap. IV. pag. 99. fq 
[ >t; Albini HÜt. raulcwL pag. 506. 89) a. a. ü. S. 55 5. ' 



llB !• AUjßemtine Bedeckungen* 

war auf dem Rücken Atr Hand, entfund aponeu'* 
rotifbh an dem äufsern eigenthümlichen Bande der 
Handwurzel, und endigte fich beim Zeigefinger ' 
mit einer dünnen Sohne. 

I)ie Zwifchcnmus]cel n der Hand vi» 
riiren l)isweilen in der Anzahl, fo, d^fs manchmal 
Einer nber di« gewöhnliche Zf}\\ da ift; feiten ift 
die Üeberrahl von Mehrern 9®). 

h* Muskeln der UnterextremWäten. 

Der kleine Pfoas fehlt oft ^Oi feltner ift^ 
der Fall, dab noch ein dritter da ift 92). 

Albin 9)) fah den uatcrn Zwillings*'! 
muskel der Lende^^eblen; Muycr 94) fah ihaf 
doppelt. 

Eben fo fah Hlnslotv 9^ den K a m m m u s k «I 
doppelt, und neben dem biriiformisjcn Muv]! 
kel noch einen andern, vow vOlJig ähnlicAer G^ji 
ftalt und Lage 9^); in dicfeni lalle geht der groff( 
Gefäfsnerve, oder einer feiner gröfsern Ae[te, zwi- 
fchen beiden Muskeln dur^h. 

D^n Schneidermuskel fah Huber 9^ 
doppelt. 

Neben dem eigenthümlichen Schenke l-[ 
muskel laufen zuweilen zwey bcfondrc unbe4 
ftindige Muskeln, jeder an einer Seite, bis zuh 

Kiü4 

-J: 
fo) Halleri r»>ifr. mynlnp. 1 c. 

51) A/hinus I. c. pag. 312. '' } 

92) Whislow J. r. png. 214. 95) 1. 1. paf. 526. ; 

^4) a. a. O. 3. 554. ^) 1. 1. |Mi^. II«. J 

>6) il»i(U p.ip. 1:4. — Verpl. Mayer a. 9. O. S. 554. — Ei 
ne n ulmliolieii FäII befchreibt Haler m Act. Helvet. Vol 



Hl. pftjf. 245;. 
57) Act. i«*t. Cifr. V61. X. obf. XXXIV. pag. 109. 



I 



Z>, Die Musk§iu I15' 

Kniegelenke fort, wo fie fici fefanigt befe- 
fügen 9«); • 

Die regenwurmför migen Muskeln 
rfesFufses variiren febr; manchmal (paltet fich 
Bner in zwey Schenkel 59),^ oder es fehlt Einer, 
oder « fehlen gar zwey *^®). 

Die vierte Sehne des kurzen genxeia»^ 
fcbartlichen Beugemuskels derZeehen 
fehlt zuweilen *). 

Einen feltnen MusHel fah Mayer ^) an dem 

aufsern Rande der Sehne des Hippokrates fehnigt 

fo^ehen, dann fleifchigt werden^ und endlich fich 

.aponeurotifjch auf der Mitte der Wade, in der 

Schenkelbinde» endigen. 

Den Kniekehlenmuskel fah mau dop« 
pelt )), und die Wadenbein muskeln drei-» 
fach ♦). 

Der Fufsfohlenmuskel fehlt fehr oft ^. 

Einen befondern eigenthOmlicheu Muskel 
des kleinen Zce.hes, welcher fich am Mittel« 
fuCsa anheftete, bemerkte Rhodius ^)« 

Einen feltnen Mangel fehr vieler Lea«i 
deorouskeln beobachtete von Bergen ^t 

Im 

5t) Dupre Ifes fonrceji de laSynovie et nne nouvelle dcfcrt» 
ption des mufcles deTepLne, Par, 1699. — Albüti aung« 
\ tat. academ. Lib. IV. pag. 27. 

99) Mayer a. a. O. S. 536. in der Anmerkung« 

100) Rhodius 1. c. pag. 31, 

I) Mayer S. 555. a) ebenda/, 

I) Fabriciui ab Aquapendente de motu locali aninullum, 

Patav. 161«. 
4> Morgagni adver far. anatom., Patav. 1717. paff. 20. 

5) Mayer 555. — Hildebrand ^. a. O. — Ifcnflamm Ver- 
fiicir einiger prakt. Anmerk» über die Mr.fkeln, J. 114.. 

6) 1. o. pag. ?2. 

-) Dirfeit. de plarium mufculoram femoris defevui» Fran-» 
c«»L 1734* 



tao 1. Allgemeine Bedeckungen, 

Im Kabinet des Herrn Geh. R.Meckel ift eio 
Fötus, an deffen einem Schenkel alle iMuskeln feh-* 
len, und die Knochen nur mit Haut und Fett he** 
deckt find. Ebto'laf^lbft befindet fich auch ein 
Acepbalus, dem alle Muskeln am gaVizen Körper ' 
fehlen, und deren Stelle eine gallertartige MafTe 
irfeizt Ä). Die Abbildung des erft^n liefert 
Thamm ^). 



E. Die Sehnen. 



Sie find den gleichen Krankheiten der Mus» '4 
kein unterworfen, der Entzflnclnng, der Eiterung, xj 
den fchwammigten AuswilchlVn u. f. w. 1 

Befonders noch bemerken wir an ihnen das jj 
Ueberbein, gangllum, als eine Folge einoj 1 
in der Flechfenfchei^le entftandnen RilTrs, und der i 
daher ausgetretnen Feuchtigkeiten *"^ Vielleicht \ 
find fieaber mehrenlbeils Krankheiten der Schleim- ^ 
beulel "). 

Die Sehnen zerreifsen; befonders leicht ' 
widerfährt dies der Achill esf eh ne ")• 

Vcr. 

\ 

S) f. Sckalihammer a. a. O. S. 3)4- ^• 

9} dÜT. de Geiiitdliiim fexiis lequiorU varietatibns , Halae 

1799. piiff..a4. Fi^. I. 

10) Richier^s Anfangsgründe der Wunder zneykimft, B. l. " 
S. ?u. 

11) S. den folgenden Abfchnitt. 

13) Menaoir. de Tacad. roy. de« Scienc. de Paris 1712. — 
A. Monroes fämmtUcbe Werke, prake. und ohinn p. In- 
haltp, a, d. F.xi^l. Leipz. 1782. S. 584. — BoUc/icr v. d. 
Krankheiten der Knochen, Knorpel und Sehnen, Köni«<b. 
1795. B. III. Th. II. Kap. XXXll. S. 244. — Vogl. oben 
S. D.fg. 



K. Die Svhnen. 121 

Verhärtet, mit abgelagerter Knochen- 
i; materie, hat mao fie gefelien, vorzüglich im ho- 
: hen Alter «O* 



F. Die Schleimheutel »♦). 



Sie find fehr häufigen Varietäten in Rfickficht ' 
ihrer Geftalt, Anxahl und Lage unterworfen «5). 

Sic können verwundet werfen, in Ent- 
zflndung und Eitfrung Hbergshn »^). Man j 
faod fie zerriffen, fo dafs ein widernatürlicher ^ 
Weg aus dem Schleimbeutel in die Oelenkhöhle 
zogegen war, ohne dem Kranken Befchwerde ge- 
macht zu haben *7). Im Gegenthoil aber verur- 
facht ihr Zcrreifsen oft groTsc Befchwcrden; z. B. 
ein vierzehnjähriger Knabe quetfchtefich dielland^ 

wo- 

15) VtsUnpii obfervaM. anat, is. — r.crtholhms de dU' 
pVira{!ni. ftrnctnr. rov. Par. \(»y(t, — D'mn l'ave praeltct. 
ad üiftitntioncs medic. cd. Hafici\ «iiitt. iTJp. }. 478. — 
Mayer a. a. O. B. III. c^. 61. — Ha/Uri KloimMit. Fhvfiol. 
Vol. VIH. Part. I. p.ig. ^6. 

14) A/e.e. Monro defcriptinn o[ nW rb^ biuTa'» mncnfae oF 
the Iiiimaii body, illiilti atc^d witli I.ibles, TMinb. 1788.- — 
Chr, M. Koch dÜf. anal, v}^^^' d<* 1mm ils tr^iidinum inn- 
cofis, Lipf. 1789. Ejttsd. dilf. dr innrbi/. burriium teiidi- 
niirn imiCfTarum, Lipl. 1790. Hnifie AblutiidlimKen ztifaiii- 
men iibeiTeizt unter dem Tit«l: Chr. M. Koch*x UnteiTii* 
chiinp; de« n;itiirlichfn B^iieii mid der Kidiikbeiten der 
S'jlileiiubentel , Niirnn. 11. Ahd. 1795. — J. Ck, G. Her- 
tali^ ditr. de morbid bni'fdrnm iniitdraniin, Gütt. I795. 

15) \Ve.-:;^lb ich auf Kovh's arhc .Mjliaiulliing verweife. 

16) Koc/t 6 ic6. 116. 119. -— Monrtt I. v.. pui». 36. 

17; Monro paif. 5D. i ab. VII. i^jr. 1. 2. 3. — Kork S. 120. 
.— Hf*y iiltf'u ?<»rfnnoii F.md ma-i dii* Mi.inbi'aii/*n un* 
j2vV.!'-iMiI)#inr»'l ffivol, dl> <li»^ I.ifiann';iH' v»T/.ehrt, nb- 
ne r.jf-. riilcii»; k^iTfinieii be) Lt^bzeiton Sciiioei'Z an die- 
fc!i rr-^UiMi emwfwr.d'^ii bättPii. Mofiro in Samml. anterl. 
Abliandl. f. pr! Ae., Ü. XVII. S. 407. 



I22 i. Allgemeini Bedeckungen. 

wodurch ^dit Schleim beutcl fo febr zerriffen wur- •! 
den» dafs ihre Feuchtigkeit unaufhaltfam nach&e*^ 
pertp, und ein runcfes« über zwey Zoll langes, aus /A 
einer fettigen, käfigeff Subftanz beftehendes Ge-* « 
wachs bildete, welches den kleinen und den Ring«/^ 
finger nach und nach ganz aus ihrer Lage brachte^ i 
dgftifch, unfchmerzhaft und weifs, wie die Haut»/.,^ 
war *8). Man fand fie auch nuoh Zerreifsungeil ,v' 
und Entzündungen zu fammen gefallen und 
irerwachfen, wodurch Steifigkeit des Gelenkt "^^ 
•ntfteht "9). Vielleicht ift hieran auch oft eio4'ji| 

' zugcringe Ahfonderung des Schleim beu^ ' 
telfaft^ Schuld 20), 

D^r Scbleimbe#telfaft kann auch io zu ;J 
grofs er Menge abgefondert werden, und dadurch.] 
eine Ausdehnung der Häute verurfachcn und Oc- ^ 

^fchwülftc bilden 2*), welche eine Art der Ue- | 
berbeine find , wo nicht gar alle Ueberbeine au9 j 
diefer Krankheit der Schleirabeutel enrftehen ^^)m [^ 
Die Materie in diefen GefchwOlften ift bald dünn, 'j 
bald dick ^^)\ bald bildet fie harte, knorpligte • 

Gon- 5 

1$) Lertti'n in I.o//jr*.r Journal filr die Chirurg. B, I. S. <to.f?« \ 
TaU. I. li?. I. «»id a. " ' 

19) Kmh a. m. O. 6. Il6. und 141. , : 

20) FJyefK^. Sin. • "ä 

21) Eht'nd.S. izi. Fc!». — Manchmal rrl,inrren fie eine aii- 
iseroidontlicli«» Oröfse. Ctfw/;<T (V'cbfer die Natrr , l-rfa- 
rhm niitl Ijt'Iiaiullni'pj der vpi rcliirdiic« Arton der V\if- ; 
ferriclit, in Hilmir. dp 1;i Ö«»Lii't r»y. de M»Mirinf, An. 
1784- 1785. F»''. I7*8' ^lemoi,-. p^j?.' 46. dontrch in der 
Samml. für nrdkt. A*»rEto, K XVI. S. 422. 600.) Ipfrta 
en< einnr folclien GefclixTnlft, w<»lolie lUf* Grölse euiQi* 
KiriderKnpfs lutrp, vcrniirt^'lft de> Trorkart« fecUzclii» 
r'n/.en i-'inor P.iXlT^icn^ jöthlichon, dnrfdirieliliffen und di- 
cket: I'ep«liri|rk«»it an«. I>y riiieij^udcrn Pcrfnn Tah er 
('IUP. rl^-icli«? (>efc"h%vnlft am 01ekran<jn , Vftn der GrOfso , 
ein»*'» CiänlV-Ki»»«, S. 60X. 

52) wie Fnurcrny pUiibt, in Hiftoir, de Tacadenv. de M«^ 
die. 17R8. paü/410. 

53) Toffr inedic, ciiirurg. Bibl. ß. III. St. III« S. 20X. 



F, Die SckleimbauteL 123 

loncremente ^♦), oder ift mit folchen vermifcht. 
laltl find fic fchn^erzhafr, bald nicht; o& wachfen 
le mit der 2^]t fo an , dafs fic das gan7.e Gelenke 
Bmgehen« Sie Können entftehen von äufsern Ge- 
waltthätigkeiten, von einem Druck, Schlag und ei- 
ner Erfchatterung. Hucclii/ifoa ^^ erzählt folgen- 
des Fall. Ein Mann verftauchte ßch das H^ndge- 
Irak, und bald nachher bemerkte man dafelbft ei- 
BcXSefchwuirt, welche ßch innerhalb drey Jahren 
bis auf dr^y Zoll ans Ellenbogengelenk erftreckte. 
Ein Wundarzt öffnete fic, und djefer Stich verwan- 
delte fich in ein Gefchwilr, da?; ganz fchwarze Hän- 
der hatte, und durch öftere Blutungen und einen 
hiofigen AusRufs einer übeln Gauche den Kranken 
dahin brachte, da(s man den Arm abnehmen mufs- 
te. Die Gefchwulft beftand aus einer körnigon 
fetten Subftanz. Die Schleimbeutel des extpuforis 
earpi radialis bildeten , an ftatt dreyer verfchied- 
nen SScke,cine einzige grofse Hohle, die mit einer 
trflben, feröfcn Feuchtigkeit aiigefüllt war. Es 
fcheint daher, ciafs der ente Anfang der Gefchwulft 
▼on einer widernatürlichen AnfüJIuugeinesScIdeim- 
bentels herrührte. . Bisweilen aber können auch 
iaBere'Kraokheitsurfacbcn fie bewirken; vor^ü|;^ 
lieh gehurt zu diefen eine rhc u ma ti fcl^e und 
Gicht-Materie ^^); nicht weniger der Scor- 
bnt ^ und das Skrofelgift ^^). 



G. Die 

24) Camper a. a. O. S. toi. — Monro 1. c. p"iig. 52. fq. Tab. 

IX. - #r*)cAa. a. O. S. 13«. 
35) '1 Iie New London medical Jonrnal, Vol. I. Part. II. obf. I. 

--- Klchtcr\x rMrm j». lUhl. ß. XV. i^t. I. S. 74. 
Sf.) ytuiiro 1. c. p.ij:. ^$. — Kvch S. 129, 
87; Jmne* Lind treatüV* 011 the Scuivy, Luiid. X772. pa|;. 

10:;. l)iiiirch: Ki^a 1775. 
zt\ Monro paj. II, 3^. — Koch 8. 12S. 



il4 '* Allgemeine Bedeckungen^ 

G. Die Knochenhaut t^J. 



Sie nimmt Theil an allen Knocbenkrank-^ 
heiteo. 

FOr Geh ift ße entzönrfet» vereitert, wider- ' 
natflrlich cUUm oder verdickt. Die veiierifchea:1 
Knochen fch merzen haben ihren Sitz nicht 
fowol in den Knochen, aJs in der Bpinhaut ^^ju 
Auf, in, oder unter ihr, in einer befondern Kapfel,;^ 
trifft man'die Gum migcfch wülfte (gumma-..^ 
ta), welche leicht mit den K nochenge fchwülftea; 
verwechfelt werden '*). IndefTen ift auch in man« ■ 
chen Fällen der Knochen felbft mit angefchwojp 
len ''). Man fand diefe Gummigefchwillftc hax% 
faft ki)orj>eIartig, tnit kleinen runden, fcirrhöfe^' | 
Knoten, bey einem Kranken, der nach beftigea<^3 
L»^rlenfchraerzen eine Gefchwulft des Oberfchon- 
kels,worinnen eine blutige Gallerte enthalten war^ 
bekommen hatte ^'); wahrfcheinlich eineFolge ei 
ner rneumatifchen Entzündung, welche fich bis 
die Beinhaut erftrerkte. 

So ift dieBeinhaut auch der Sitz der Kno-* 
chenfpeckgefch wnift (ofteofteatoma), | 



je e|. ' 

)is in ] 



Da 



i 



29) Kahfchmifit difT^ d^ mnrbiit prrinfrni, Jrn.i« 1759. flberr \\ 
in H^fiz vollft.iiidij;. Aiiszil;;. a:i.s d(Mi beft»?n cliiriii j. Di- 

fput. H. II. Leip«. 1770. S. 261. f 

%0) Girtanner von den venejirclieii Krjnkh«^it«n , drirt«- * 

Anri. H. I. S. 365. J 

91) Jeic. 7-nn dfr Haar fihrr die Enunndnnj, Vercifernii^, ^ 

Vnlidrtiij.c niid itHS Abfterbcti der ;!i ftfx n Knnrbejiröh- Ä 

rf-n , iiberl. an den Vor]iaii<ltIiiif!rii tc Haarlein , Deel -^ 

XV. paj:. X. iji d«r S<tinml. frir prakt. Acute, B. VIU. i 

S. /Jyi. .j 

■ ^2) van der llaai- S. 693. J 

35; W/W in «ten Act. Mal. Cm. Vol. I. Obf. 15. — Samml. . t 
iili pr.ikt. Aerzte, B. VII. S. 287. 



> 



G. Die Knochenhaut» laS 

aber durch einen Fehler fliefer. Haut auch der 
r ihr gelegene Knoch«»n alshalj leidet, fo fia- 
Tian auch in diefem FaJle allemal den ((npchf^n 
r oder weniger ver«5orben. ' Dahi»r befleht 
• Oefchwulft tlieils ans 7jhen, hieyig^en, theils 
fchiiigten, fettartigen, tficiis aus knorpeligten, 
chigten Theilcn; die Rnochen unter ihr find 
\aTty oft ganz aufgelöst und innig mit ihr Ver- 
den. Sie kann an jedem Theile des Körpers 
teheii, und ift übrigens an fich unrchmerzhaft. 
rib gefchiehtwoldieKnochenverderbniTs durch 
5 krankhafte Reizung auf das Syftem der abfon- 
nden und einfaugendeti Oefäf^e der Knoclien 
[ der Knochenhaul, indem fie durch eine Art 

Eiitzflndung in gröfsere Thätigkeit gefetzt, ei- 
ilhermafsige Menge elaftifcher Lymphe und thie- 
her Gallerte abfondcrn und dadurch eine Auf- 
ing der Khochenfubffanz bewirken. Ich zeich- 
einige der vorzrtglJchften FiUle hier aus. Ein 
nn von dreifsig Jahren bekam hofiige Schmer- 
1 an dem linken grofsen Trochanter , wei- 
ft über ein Jahr dauerten , und bey welche^i er 
der eine Veränderung der Hautfarbe, noch auch 
jges Auffchwellen bemerkte. Nach diefer Zeit 
irden die Schmerzen heftiger, und es entftand ei- 

Gcfchwulft, welche beftändig zunahm. Der 
anke Schenkel betrug zwcy Fufs im Umfange; 
? Haut auf der Gcfchwulft war glatt und eben; 
ch bemerkte man einige leichte Eindrückungen, 
d in diefen ein Schwappern einer Materie, wel- 
e durch kleine Blattern, durch ein faft unficht- 
res Loch hervordrang, klar und von röthlicher 
rbc war. Dabey war die Haut mit einer Menge 
Qtaderknoten bedeckt. Nach feinem Tode fand 
in die Gefchwulft faft drey Fufs im Umfange, 

gleich- 



126 '• Allgemeine Bedeckungen. 

gleicliram in drey Beutel abgctheilt, und blos In, 
der Beinhaut fitzend. Unter ihr war, der Knochen . 
zerbrochen. In ihr fand man eine dicke, gallert- 
artige Feuchtigkeit, und mitten in diefcr eine lAkU 
trigtc, knochenartige, zerreibliche Concretion^' 
welche auf keine Weife mit dem Knochen zufam*. 
menhing '♦). Die Gefchiclitc einer faft gleichen. - 
Oefchwulft erzählt uns Murray ^^. Sie befanij,; 
fich ober- und unterhalb des Kiiiees. Nadi dem^ 
. Tode fand man das Zellgewebe, welches die 0*^' 
fchwulft mit den üntcrlieg-onden Theilen vereinig" 
ie, fo zerftort, dafs man durch ein gelindes Zfe^; 
lien die Gcfcluvulft leicht abfondern konnte, Ani 
dem Obertbeile der Cefchwulft bemerkte man die^ 
breite Birfde, welche fehr dünn war und fich im* || 
terwärts in ein Zellgewebe verwandelt hatte. Dte j 
Theile der Muskeln , welche die Gefchwulft üicM 
gaben, ftellten gleichfam nur eine dOnnc, moskel^l 
artige Haut vor. Die Oefchwulft felbft war mik! 
ei{icm dünnen Zcllgewel)e umgeben; in ilir fand i 
man zellige Fäden oder vielmehr kleine bSnder» ' 
fdrrfiige Hüute, die hier und da zufammenfaingen^'H 
und Oberall unregclmäfsig gebildete, mehr oder,-. 
weniger harte und grofse Knochenftückchen unjij 
knorpelige Theile. Bey ihrer Zerfchneidung konok' 
Ie man keine Kennzeichen der ehedem an diefeqi^ 
Orte gelegenen Knochen bemerken. Der in ilir> 
enthaltene Saft war durchfichtig, nicht ftinkenc^-^' 
und gallertartig. Merkmale von Eiter oder ver- 
dorbener Feuchtigkeit konnte man nicht entde*t' 
ckeo. Uebrigens hatte die Maffe eine gelblichi- 

oder 

34) Dm Ftiart in den AHlundlniigen der PariGfclien Aeade» 
g raie der Cbirurg.. Alter^b. 175 j. ß. 1. 

• $5) Act. Med. Suec. 1. pag. 253. — I^eua SammL anaerlrbbt 
ylbhtfiidl. fnr WuudÄraie, Lcipx. 17S3. Sc. II. S. 79. J^ 



C. Die Knochenhaut, . 127 

oder li eil grau Farbe, und an ei»nigen Stollen war 
fic weich, wie Brey. Die KnorLcii in ihrer Nähe 
waren melir oder wenisjer v^ßr:(orhen, die Gelenke 
desKuiees abtir widtT Erwarten völlig gefunil. Uie 
Schingadern auf ihre/ Ol)erfiarlic waren knorplig 
«vtcCie Blutadern mit Knochenftiicken verfehen. 
Surger '^) zergliederte eine Frau, welche eine un* 
geheure Knochenfpeckt^cfchwulft am Oberkiefer 
hittp. Sie beftand aus einer fpcckigt galatinöfen 
Sobflanz, welche im Leben der Krau fo büuti^ im 
Munde hervorgewachfcn war, dafs fie das Schiin« 
gen und Sprechen faft benalini, und von dem Ver- 
fafTer zu wieiicrholtenmalen \veg2;efchnilten wer* 
den mufste, aber immer von neuem wiederwuchs* 
In clor Mitte diefcr Subftanz waren hin und wie- 
der mclirere kleine Höhlungen, in welchen Eiter 
eothaltcD war. Allein in der Tiefe war dicfes 
fpcckigc? Wefen mit kleinen Beinchen, Knorpeln 
und mehrern Blutgefäfsen untermifcht. Das gan- 
ze rechte Oberki/ferbein, bis auf einen kleinen 
yheil des Nafenfortfatzcs deffclben, ferner das 
hilbe Joch- und halbe Gaumenbein derfelben Sei- 
te, der Augenhöhlenfortfat/. und der halbe kleine 
Flflg*^^ *^^* Keilbpins, das ganze rechtfeitige Thrä- 
nenbein, beide Nafenmufcheln und die Pflugfchaar 
waren ganz verlohren und in diefe Gefchwulft auf- 
gelöst. 

Einen der uierkwQrdigften Fälle diefer Art von 
Gefchwalftcn beobachtete Herr Geh. R. Meckel. 
Ein armer, zwanzigjähriger Strumpfwirker, mit 
Icrofulöfer Anlage, bekam im linken Arme hefti- 

}6) B^«*bac]minp einer morkwui (li|ren Knoclicnfrif^ckge- 
M^vrnUi im Gefiel it, in //u/I'/o/kTx Journ. d^ pruKt. Ai?:- 
uc>kufid«, fi. V. S. 153. fsS- 



128 !• Allgemeine Bedeckungen. 

ge, anfangs vorübergehende , dann anhaltende 
Schmerzen I deren Sitz ör in der Tiefe der Kno» :^ 
chen angah. Der Arm fchwoll anfangs nur wenig ü 
an, nach Verlauf eines Jahrs aber bekam er den J! 
Umfang von mehr als drittehalb Fuis, und einen ^<; 
folelien Grad von Härte und Ungleichheit, dafs : 
man wegen der Natur der Gefchwulft, die (ich un» > i 
tcrhalb des Schultergelenks anfing, und bis ans t 
Vorderarmgelenk erftrccKte, zweifelhaft war. Diö -t 
Gefchwulft wurde darauf an vcrfchiednen Stellen» .i 
vorzüglich aber hinten, wahrfcheinlich wegen def- (?; 
Drucks, den die Gefchwulft beim Liegen erlitt,,^ 
weil der Arm eine fo ungeheure Schwere erhalteq 1» 
hatte, dafs ihn der Kranke gar nicht mehr tragen,« \ 
oder auf irgend eine Art bewegen konnte, bran« bi 
dig, brach auf, und gab eine blutige Gauche voa i 
ficb. Diefe Oeffnung vergröfserte fich fchnell, er« ^; 
laubre aber weder der Sonde, noch dem Fingeri j^ 
den man fehr tief hineinbringen konnte, irgend % 
etwas Knöchernes zu verfpüren ; alles fühlte fich t 
wie eine fchwammigle, harte Maffe an. Der fchoa ,": 
-an fich fchwfichliche Menfch verfiel in ein Zehrfie- V 
her, litt an mehrern wichtigen Befchwerden def .\ 
Athemholcns , und der Vorrichtungen der Ver* \ 
dauungswerkzeuge, und ftarh daher höchft elend . 
vnd aus'gezelirr. Die höchftmerkwürdigc Section :v 
wurde mit Unterfucimng des Arms angefangen.' 
Unter der fehr verdünnten Haut deffelben zelgtctf 
fich kaum Spuren von Blutadern. Die Muskeln 
waren nur am obern und untern Theile der Ge* .. 
fchwulft fichtbar, über der Gefchwulft we^ w*areA •"!■ 
fie ganz häutig, höchftcns etwas fehnigt. Die Ner- 
ven und Pulsadern des Arms waren nur in der / 
Achfclhühle natürlich. Innerhalb der vordem Fii« f. 
che der Gefchwulft lagen fie in einer tiefen Rinne ' 

dM- 



C* Die Knoehenhmiii, 12^ 

erCelbea» waren aber enge 2ufan]mengeprefst und- 
ie Nerven fchienen marklos zu feyn , als ob ihre 
läiie allein übriggeblieben wären. Die Gefchwulft 
elbft.erfchien nun als ein aus mehrern knorplich« . 
ea Kugeln» von verfchlednem, bald gröfserm, bald 
küriBern Durcfameffer, zufammengefetztes Gewe- 
hr Die Maffe zwifchen den Kugeln wai* aber eben 
bAft vnd hart, als die Kugeln feibft, fo, dafs die 
IbOe ein Ganzes bildete, das im Durchfchnitt nur 
ID wenigen Stellen etwas weicher, als Knorpel er- 
ehien» da vorzüglich, wo fich die gauchenden Ge«** 
'cbwflre befanden. Als die Maffe bis zum Kno* 
htn der Lunge nach gefpalten worden , erfchien 
äefier fo viel weniger angefchwollen , dafs er viel* 
ubr^wie von der umgebenden harten Afaffe, wor- 
in fich die Beinfaaut umgeändert hatte, von allen 
■ien znCammengeprefst zu feyn fclüen. Nur wenn 
ie koorplichte Made mit Gewalt vom Knochen 
isgedmckt wurde, mit dem fie fehr fefi zpfam« 
■eebings entblöfste fich der übrigens glatte ,Kno« . 
keilt der nur auswendig, an feinem oberften Drit- 
bell 9 gerade am Ende des eiternden Kanals, def- 
ee ol>en gedacht worden, bis in feine Hole durch 
leiofraCs zernichtet war. Die innere BefchafFen- 
kdtdes Knorpels zeigte, dafs diefe Krankheit der 
laochenhant viel allgemeiner, als man denken 
ollle« vorhanden war. Die ganze linke Bruftho- 
e war nämlich längs der linken Wand der Rucken- 
irirbelbelniaule und der innern Seite der Kippen, 
lOB der Spitze derBrurihöle bis zum Zwergfell her- 
in&er 'mit Bergen von knorpliclilen, mit einander 
Ut Vürbundnen Kugeln überzogen. Sie ragten fo 
»eil von allen Seiten gegen den Mittelpunkt der 
Ira&höle herein, dafs fQr die, fonft gcfunde, nicbt 
nmel angewachfenc Lunge, kaum der vierte Theil 

Hamdb, d,pathoi.AHat,B,i, i 'des 



^3<> '/• Allgemeine Bedeckungen. 

des natürlichen Raums übrig geblieben war. Das 
Herz war durch die Knorpelhügel ganz gegen die* 
rechte Brufthöle heruntergedrückt; die rechte 
Brufthöle und Lunge gefund. Das Üebel war- 
um fo mehr der Beinhaut zuzufclireiben,. als* 
das Brnftfell, in aller Rückficht von Dünne, inne* 
Ter Glätte, äufserm lockern Zellgewebe, wodurch' 
es auch'fonft mit der Rippenbeinhaut verbundea' 
wird, natürlich befchaffen wan Bey übrigens mit« 
telroäfsiger 6efcha£fenheit der Eingeweide de^ Un»- 
1erl^bes,fiel ein, in der linken Hüftbeingrube, hin- 
ter dem Darmfell hervorragender harter , rnnder^^. 
kegelförmiger Körper , d«r gut den Dürchmeffer- 
von zwey Zoll hatte, auf. Auch er war ein Pro« 
diikt der Beinhaut; denn die Grundfläche der hier 
plattgedrückten Kugel )iing 9i)t dem Knochen, dti^ 
übrigens gefund war, feft zufammen. Noch eifMÜ 
dergleichen knorplichte Sphäre, von einem ftarkaü' 
Zoll im Durchmefier , hing, als ein Produkt der' 
Knorpelhaut des Schikiknorpels am Kehlkopf feft- 
und hatte die Schilddrüfe aus ihrer Lage gedrängt* 
Mehrere Fälle finden fich in den unten ange- 
zeigten Schriftftellem 37). * \\ 

Noch 

« 

37) JCv/mui ^rr. de exoftnlirteatoniatode olavtciilae, Gedaa. 
. 173a. — Fr. Jac. TiUmann refp. C. Fr, Hundert mark oftea*. 
fctatomatifi cafni rarior. Lipf. 1757. in HatUrl collect, 
lUTputt. ad murb. hlft. et curat.* facient. Tom. VI. ii. tof^ 
P*g-. 349. — Breslauer Samml. 1735. S. 917. 1726. S. 6^1. 
— J. ö. Hermann de orteofteatomate. Lipf. 1764. c. taK 
aen. in iVeiz Auszug. B. V» n. V. — Störk Aimus niedie, 
11. pag. 36^. — "Noel \A den AusKüi^en aus den heftea 
ffraiizöf. medL chir. pharniac. Schrifcen, Leipz. 17S0. B. L 
6. 79. "— A, Htttam Obfervat. de offeis tumoribus» Colon« 
1765. — Ad, Murray dilT. de ofceofteatomate, Upfal. ITSO^ 
«ind in^Murra/s med. Bibl. B. III. S.487. — 7. Fr.Böti^ 
eher Abhandl. von den Kraiiklieiten der Knochen, Knor» 
^ pel wndvSehnen.'B. 111. Th. l. Kap. VH. S. 43. — Sandi- 
/cri Miot anat. VoL 1. Sect. IV. nag. x6l. Tab. XXX. XXXL 
XXXU. XXXIU. liefert vorcrtffiicht AbbUJungen.— Geor^ 



O. Die KnochfinkmuU i3l 

Noch muffen wir von der Knochenbaut bar 
nerken , dafs fie (ich manchinal widernatürlich 
Terdickt, befonders nach Quetfcbiingeu und Ver« 
Idzungen. So fand man fie nach einer Kopfver* 
ktzung wenigftens einen halben Zoll dick 'S). 

Auch will man fie knöchern gefunden 



Zweyter Abfchniti. 
Von dem Knochengebäude* 



Am ypn den Knochen überhaupt ^% 



B, 



'ey der Pathologie der Knochen bemerket wir 
tnerft die eigeiuhümlichen Veränderungen , wel« 
die einige fpeci6ke Krankheitsmiasmen in ihnen 
iMTVorbringen. 

Die widernatürliche Weichheit der 
Kaocfaen hat gewifs mehrere Urlachen zum Gran* 
de, welche man aber noch nicht fo ganz auseinan- 
der gefetzf hat, dafs wir völlig damit aufs Reine 
rives» Ich will oiit der Rachitis^) anfangen» 

I Ä Por^ 

Lee im Lond. med. Kevi^'w. June igoT. f. Journ. der 
■iT«]Snd. mediz* Literatur, von Hufelandy Schreger und 
HurUs, B. I. S. 3) i^. Laders Journal K. III. S. 46. 

Xi) Trve in medic. ('ooimunicAt» Lond» I790, VoL II. 

ff) ^ejrer in Epliem#»r. Nat.c:ur.Dec. II. Ann. VII. Gbf. )ö^» 

l) J. Fr. BöticJier't Abliundlnn{( von den Krankheiten der 
Knochen, Kuorpct tind Sehnen, K/Jnigsb. 1795. 9 Bünde» 
-^ //Vr^sifijri praktifche Bemerkungen über die Knochen» 
tri. i7»3. 

i) iVhifetr de morbo nncrili An«3oin]m, qtiem p'atridlo idio- 
»ate vocant thc ricKCi.t^ Lond. 1645. Dies war dun erfce 
Werk Ober die Racliitii. — > J, F. U Capfftl Verrnch ei^ 

iiar 



iSs IL Von dem KnochengeftäucLe* 

Portal dehnt den Begriff von diefer Krankheit of* 
fenbar 2u weit aus» indem er eine venerifche, fkro* - 
fulöfe, flcorbutifche, exanthematifche, eine von \ 
Verftopfungen in den Eingeweiden des Unterleibet^ < 
und eine gichtifche und rheumatifcbe Rachitis, und ., 
auch aufserdem noch eine Art derfelben , welche \ 
Folge der Kaftration und eine, welche Folge diV *' 
Selbftbefleckun^ feyn kann, annimmt. Wir fin* ^ 
den freilich, dafs diefe verfchiedenen Gifte oft mehr^ ,.' 
oder weniger, die Knochen erweichen; Dies thua \ 
fie aber nicht ftets, ja wirklich niir in felthen Fäl* | 
len und überdies ift auch in diefen feltnern Fällen f 
die Befchaffenheit gewifs fehr verfchieden, ohne*? 
noch dazu die febr verfchiedenen Symptome im Lau* . j 
fe der Krankheit und die mannichfaltigen Veran- : 
derungen im todten Körper zu erwähnen, welchf ; 
hieher nicht gehören. Ich glaube, dafs es wirkf:'^ 
Heb in der Natur der Sache gegründet ift, weÄikf 
man eine urfprünglicheRachitis annimiti^ 
' «ine gewilTe Krankheitsanlage, welche angebohriwt^ 
ift,undfichin den erften Kinderjahren entwickelt^» [ 

baldf 

n«r volirtandigen Abliandlnng über die fogenannte eng- ^ 
lifclie Krankheit, Rerl. 1787. — IVz, Trniza von ICrao» 
Witz luft«riaRaulutiais,Vieii. 1787. deutfch^ Leip». I7|^ 
— Napht. WelJely diff. de racliitidc, Gott. 1790. — Frk - 
Am. Gfeve difi. de rachitide. Bonn. 1790. — Johdmk 
Vcirac Abhandlung über die Rachitis oder cngUrclis 
Krankheit. Aus dem Holldna. \'oii J. B, Keup , Stem* , 
dal 1794. — Obfervation für la natme et le traitemcnt' 
da Rachitisme, ou des coubnres de Li culonne vertebrjdt 
» et de Celles de# cxtremites Tuperieurs et inFerieurs, par 
Ant, Portal, Par. 1797. überf. Beobachtungen Aber die 
Natur and Befchaffenheit der Rachitis, vou Ant. PoruU^ 
V^eiffenfels 1798. 

ßefchreibuugen und Abbildungen rachitifcher Kno- 
chen liefern uns Köhler a. a. O. S. loj. bis 110. — Bonm 
defcriptio thefauri ollium morbofonmi Hoviani. Amft. 
1784* — P'd. Sandifort Mnfeum anatom. aradem. Lusd. 
BataV. Tom. U. Tab. I. bis IV. 
i) UidenßrQj't refp. Wilkinghof diCf. de raohitide. L. B. 
1771. ♦. V 



Af , Von den Knochen überhoMpt. . i33 

I- ■ 

bald zeitiger, bald fpäter, je nachdem eine Gele- 

geoheitsürfach die Entwickelung begünftigt. Jjai 

Sinrie 6nd die feften Theile weicher und fchwä« 

eher, und die Knochen Laben noch lange nicht die 

Härte, welche fie mitzunehmendem Alter erlangen. 

Vorz^üglich fchwach und dabey reitzbar Ift das Ijn^* 

fhatifcbe Syftem der Kinder. Diefes Syftem h^t 

nm im Kindesalter das Gefchäft xler Ernährung 

fiift gaiiz allein zu beforgen, und daher find deffen 

Sraokheiten im Alter der Kindheit £o häufig. la 

der vermehrten und übergrofsen Reforbtionsfä- 

higkeit des Lympbfyitems. findet deshalb Heine 4) 

die näcbfte Urfach der Rachitis. Der kalkartige 

Theil des Knochens >^ welcher vondiefen Gefalsea 

be&ändig aufgenommen wird, wird nämlich dur^ 

diefe widernatürlich oder krankhaft vermehrte 

Thätigkeit der Lymphgefäfse in gröfserer Menge 

weggenommen, es entfteht ein Mangel an £eften 

Theilen in den Knochen; und fie werden daher 

Ccfawacb, weich und biegfam. Auf diefe fcharffi^- 

Big ausgeführte näcttfte Urfach kann man aue|i 

diejenigen einzelnen Fälle (wie ich fehon vqr^r 

beym ofteofteatoma erinnert habe) übertragen, wo 

bey (krofulöfem, venerifchem und exanthemati-« 

Cdbem Zoftande ^ine Weichheit der Knochen änt* 

ftand, dSL diefe Krankheiten, wo nicht ihren Grund 

im Lymphfyfteme haben, doch gewifs auf diefes 

fehr wirken. Hierher find auch die Fälle zu rech- 

oen, wo man bey der Harnruhr, alle Knochen er- 

weicht fand ^* Doch ich komme auf die Rachitis 

i 2"' 

4) E. Fr, GuiL Heine dilT. de varorum abfoTbentimn ad ra- 
diitiiiem procreandam (lotentia, Gott. 1792, — Girtanner 
AbhaiidL fiber die Kra^ikheiten der Kii.der, Berl. 1794. 
S. 505. — S, Th, Sifmmerin^ de raoi-bis varorum abfoi"- 
bcnüiim, Tra). ad Muco. 1795. 

5) z, B. Pott io PiiLlof. Tr ansäet. 175^. No, 459. 



i34 ^* ^^^^ ^^^ Knochengeh&ude. 

zurück, und ihre nächfe Urfach mag feyiij welch< 
£e will> fö küinmert fie uns hier wenig, da wii 
blos mit dem zu thun haben, \vas nach dem Todi 
' tachitifcher Kranken gefunden n'or^ien ift. 

Die Rachitis erweicht die Knochen. Dt< 
ber denn eine ungleiche Verknöcherung, ein un* 
gleicher Wachsthum,Aufgetriebenhciten und KrQm« 
mungen derfelben. Am meiften leiden durch 
KrAq^mungen und Biegungen das Rückgrat ^), die 
Schenkelbeine und die Schienbein- und Wadea« 
Icnochen, da auf diefen die ganze Schwere dei 
Körpers ruhtOi die Knochen -Enden find aufge* 
trieben, breit und platter, die Knochenmateric 
'Weich, wie Knorpel, oft fo weich, wie Wachs. 
Bisweilen ift die Knochenfubftanz nur in einem 
einzigen Knochen, (fo findet fich im Cablnet dei 
Geh. Raths . Meckel der Schenkelknpchen töa 
einem grofsen und ftarken Mann, der ganz alleii 
in einen ftarken Bogen gekrümmt und ganz platt 
von äufsen nach innen zufammengedrückt ih\ 
^idle übrigen Knochen find gerade, ftark und natür« 
liöh geftaltet), oder in einigen Knochen ^), oderii 

eint 

€) C G. Bo/e de gibbofomm e rachitide ^ moleCtiit, LipC 
17SI. *— ejusd, gibbofae e racjiitide exemplnm, Lipt ibihk 
eod. — VergL diefen Abfchnitt B. beym Rückgrat. 

7) Diefe Krflmmangen kehren aHemal den erhabnen TMl 
nach d€r Seite ;tu, wo die wenigften Muskeln liegen» und 
wo deshalb ein geringerer Widerfcand futtfinden kaiuu 
Lcrret in den Samml. auserlefn. Abhandl. für prakt. Aerxtfü 
« B. I. St. IV. S. 15s* — Beifpiele vieler und ftarkgebo|- 
ner raohidfcher Knochen geben mis Köhler a. a. O. fc 
103. D. )66. bis S. 110. n. 980. — Sandi/ort Mnf. aniC 
Vci. I. Sftct. IV. pag. ia9. Tab. V. paf^. 213. n. CCCXLII 
bis CCCLXXVII. pag. 2%\. n. CCCCLXXXIV. bU DC 
DXXIV. bis DXXXIII. — IV^Uer's anat. MuC fi. II. S. 4i 
». %9%' bis 404. 

t) Veirak a. a. O. J. %y. S/.Sa. — Fortal .4. a. Q.ß, ^. }l 



4d* Von den Knochen überhaupt* i39 

tiiiig€n ihrer Theile 9), oder in mehrem Knoeheir 
veriadert; feltner ia'allea Knochen i^)» In den 
Wirbelbeinen I wie in der zellichten Subftanz an- 
drer Knochen, findet man nicht feltto eine röthli- 
che, blutige Feuchtigkeit "). Zuweilen findet 
■um an den Knochen gar keine bemerkbare Auf- 
Mbuog) ja fie find manchmal felbft dünner, at9 
iBgeConden Zuftande; aber ihre ordentliche Län« 
ge fehlt ihnen gewöhnlich '^)« Die Verwachfting 
IriflBt man am häufigften bey den Körpern der Rll;> 
dc9a%vlrbel , zuweilen auch an den onterften Rip- 
pen an; aucb findet man, doch feiten, die Knie* 
üAeibe unbeweglich am Schenkel- und Schienbein 
angeheftet '3)^ An mehrern Wirbeln , befondern 
an den untern, fehlen nicht feiten die Stachelfovt-^ 
fitze und dieBruft hat faft allemal etwas fehlerhaf-^ 
tet, fey es nun in ihrer Form oder in ihrer Ge^ 
raninigkeitH). 

Nicht minder findet man die Knochen 'dea 
Kopfe beyracbitifchenSubiecten verändert. Derfel"* 
be ift verhSltnifsmafsig gegen den übrigen Körper 
%u grofs ; feine Knochen find unregelmäßig verknö« 
cbert, ausgedehnt und wldernafürlich verbogen^ 
befonders das Stirnbein , welches bald hervorragt» 
bald platt Ift j und eben fo verhält es fich Mch mit 

dem 

9) Forial 8. 9. 45« »4^- 

ao) Ein markwilrcUges SpAcimen' ▼cii'e^erfaufiepar^ntlx- 
cliea rachicifchen Misbildting aller Knochen, liefertun» 
Köhler in leiner Befchreibun^ der phyGologifcben un^ 

£atholoeifchen Präparate in der^^rnml. d«9 UrnrHofr 
9der, Leip?. 1795. B. 1. fi. loj. Na, ^66. K « 

Sl) Portal T. I. Ahfcho» II. S, 43» 

la) eberuL S. 9. 31. 45. 14«^ 

I» Veirac a. tu O. J. 64« S. gl. 

14) Fartal S* 47^ 14«. — Veirac f. €a.[S. 7^ 



lS6 U* Von dein Knochengebäude^ 

dem Hinterhauptbeine <^). Die Gefichtsknoehen find 1 
dagegen weniger verändert, und deshalb verhältnifs- ä 
mälsig kleiner. DerWachsthum der Zähne wird i 
▼erfpätet oder in Unordnnnggebracht,und man'fin« m 
det deswegen dieZahnhölen und die in ihnen ein« ü 

. gefrhloffenen Zähnein einer mehr oder weniger feh« Jk 
lerhaften Ordnung entwickelte^). Es ift daher aiMli ^tt 
das Zahnen rachitifcher Kinder feljten ohne Ott*' kl 
fahr'T), Sind beym Ausbruch der Krankheit fchfttt.^ 
zahne vorhanden, oder kommen einige währ enddte )t 
Krankheit zum Vorfchein^ fo werden fie leicht ver* 4 
dorben, fchwarz, angefreffen, mürbe und faUCtt & 

{«US ^. Veirac '9) fand fie bey einem zweyjSbri^li 

gen Madchen fo weich und biegfam , wie Weeh% \ 

und das Kind blieb zahnlos. ji 

Die 2^1Ien erweichter und aufgetriebener \ 

• Küochen enthalten mehr Mark, welches baldipebr« \ 
oder weniger flürfig, bald blutroth, bald weife, :. 
wie Lymphe und bisweilen in folcher Menge dt > 
ift, dafs der Knochen damit getränkt ift;^^). i 

Nicht feiten findet man Eiterungen und dn^reh i 
£e verurfachte 2jerftörungen in rachitifchen Kno- 
chen «). 

Die Blutgefäfse rachitifcher Knochen fand 
fonal 2^) in mehrern Fällen weiter, als im geüm- 
den Zuftande. ' 

Dief 

ts) Veirac {. 59. S, 75. — Portal S. ^. 4}. 96. loa lej. ig; 

1x6. 149. fg. 
16)' J, P, Büchner de racliitide perfecta et imperfectü, Ar- 

gentor. 1754. in Halleri collect, difp. ad morb. Lift, et 

curat, fac. Tom. VI. pag. 277. J. ^ 5. 6. — Veirac |. lU 

S. 54. — Portai S. n, 100. fg. 113. 151. fg. 
17) Büchner 1. c. — Pönal S. 100. I02. I16. 
1«) Veirac J. 98. S. 54. J. 6%. S. 8?. 

19) •. a. S. S. 55. 20) Portal S. g. %$. 151.= 

Jl> chend^f. S. 4- 1S»> "J ^- *55. 



i4. V^n den Knochen überhaupt^ 1^7 

Dies find diejenigen Veränderungen in rä- 
idiitirchen KnocheVi, wie man fie gewöhnlich und 
tm haufigften findet. Man findet aber auch Fälle 
aa%ezeiehnet, wo man faft das Geirenthei) von 
]eocr BefchafFcnheit bemerkte. Diefe Fälle find 
ihcr feltner. Portal ^^) fand die Zellen mit eiiter 
ksfrpelartjgen Subftanz angeFüllt. Bisweilen war 
AMarkröbre an einer Stell e, oder auch lA ihrcrr 
gmzen Lunge fo- verengert ^ däfs man fie nicht 
•ehr unterfcheiden konnte ^4), Bisweilen hatteki 
die Knochen eine gewiffe Sp'rödigkeit, waren 
krfichig und hart ^). 'In diefem Falle bnocheti 
ie laicht, heilen aber auch, wie gefunde Knochen, 
durch einen Kallus wieder zufammen. Doch er- 
fcbeinen fie alsdann gewöhnlich unförmig, in ei- 
nen bald mehr, bald weniger ftarken Winkel vet« 
emigt. Dies zeigen Beyfpiele im Walterfoh^n 
M a f e u m ^), in der Loderfchen Sammlung ^7),und 
der gleich hernach aus der Mecklfchen Sammlung 
angeführte zweyte Fall. Bisweilen vertritt auch 
^eine membranöfe , gelenkige Fügung die Stelle des 
Kallns, wie dies der Fall ii> dem erften Beyfpiele 
^lut der angefiQhvten Sammlung 7eigt. 

Selten entwickelt ficb die Rachitis vor dem 
nennten Monat, feiten nach dem dritten 
lahre ^'). Doch findet man auch von diefer 
iDgemein angenommenen Meinung einige Ausnah- 
men. 
»;) a. m. O.-S. 159. 

si) RuYfth Thelaur. anat. — Portal S. 15 J. . 
15) Bonneii Sennlcr. anat. Lili. II. Beet, I. pag. is.-^Otf^- 
linger difl". ie viribus radicis riibiae tiiictotnm antira- 
cbiticis. Tübinp. 1769- pag. 49. — Hufeland's neuefte 
Annaleu der Iranzöf. A. W. B. II. S.177. — Portal S. 9. 
31. 4». 9«. 149. 152. fg. 
26") S. 47. J. 2. S. 50. N. 404. 
27"^ KöMtr a. a. O. No. 366. b. S. 103 fg. 
al) yeirac a. a. O. Kap. 111. 8. 94 fg. w. a. nr. 



|38 I^ Vom dmn Knochengehäudt^ . 

nien. Denn offeDtar faad >nian fie bisweilen vc 
dem neunten Monat und nach dem dritten Jahre 9 
Ja man führt auch Beyfpiele von Kindern an, wc 
che mit der Rachitis gebohred wurden )^)» AnfM 
den, die Rachitis gewöhnlich begleitenden FaJ 
lern, war bey dem Kinde, welches iC/eiTi befchreib 
der Nabel nur zwey Finger breit über deqSchaa« 
beinep, unter ihm eine ovale Oeffnuog, ans ^§ 
«ine käfigte, von Galle gelb gefärbte Milch fUfi 
.finter derfelben der After, welcher umgewaM 
vorgefallen war. Die Ru^e war ohne OefFnu^i 
die Eichel und Vorhaut aufgefchlitzt, der Hodai 
fack natürlich gebildet, aber ohne Hoden; aodl 
fehlte die Harnblafe» und der Harngang öffnef 
-fich in den Maftdarm. Köhler '<) erwähnt dft 
Gerippe eines rachitifchgebohrnen Kindes, Ih| 
welchem ^noch die Merkwürdigkeit Statt find4| 
dafs das linke ös Femoris in der Mitte ein widfli 
natürliches Gelenk ban Vielleicht gehört ao^ 
Forefes 3^) Bemerkung zu der angebohrnenRaeK| 
tis , er fah ein neugebohrnes Kind , deffen re 
' ter Arm fehr biegfam war. Nach Ponals Omi 
iitzenkann fie auch in jedem Alter eniftebcn«] 

Noch mufs ich hier einige merkwür 
Specimina diefer Krankheit aus def reichen San 
long des Geh. R» Meaket beyfügen« '-j 

voJjß 

. • . ) 

M$) Büchner L e. f. J. — Fortal S. 94T* > 

|0) Franc. G//y7on/r traotatiis de ricbitide. Lond. ttf59'.M| 
m feinem Opp. m9&^ anüt. Lngd. Bat. 171 X. Tom. I. M| 
XV. J. 4. p. 17a. — y. H. KMn diff. fifeefit eaTom m 
•bitidis con«enitae> in infante varie monftroU ^^^ 
vacao. Arg«Qt. 174?, und in den liov. toc Nat.^OH 
riof. Vel. I. pag. 14^. j 

}0 a. a. O. S. 107. Nc. %€% 

3i) obfiervat. et eurat. med. Fr«»aof. t6ot. Xib.Xyil. obT. Xf» 



A* Von den Knochen ÜherkaupU l39 

No. !• Pas Skelett eines zwey bis dritthalb- 
(hrigen Mädchens, deren Alter acht durcbgebro- 
hene Schneidezäline) vier Baekenzähnei vier deoi 
)orchhrach nahe Eckzähne, die alle vollkommen 
{rfond find, beftätigen. Es find dabey alle MerH* 
Dale eines WalTcrkopfs. vorhanden, eiqe lehr Ober- 
l^endeGröfse desSchedels im Veihältnifs gegen 
hl kleine Oeficht, eine Vergföfserung von Ver« 
hmiiiDg, befonders der breiten Schedelknochen ; 
hno^h anfebnlich grofses häutiges Plättchen und 
Inf am breiten Theil des Hinterhauptsbeins die 
lelie des Knochens vertretende häutige Fleckchen» 
leren Umfang fünf bis fechs Linien beträgt. Am 
Imnpfe und an den Extremitäten ift keinKnocHea 
9n dentlichei^ Merkmalen der Erweichung ver- 
tont. Die Halswirbel find überhaupt zwifchea 
in Schultern herunter . und zufammengeprefst» 
I, dafs ihrer nur fünf über der Bruft £chtbar 
od; die (^ueerfortfätze diefer Wirbel gehen von 
men nach aufsen etwas aufwärts vom tiefer 
^enden Körper derfclbeii in die Höhe; über- 
Mpt fteigt die Axe der Halswirbel etwas ge« 
crtmmt und fchief von der linken zur rechten 
b'te. Röcken «und Lendenwirbel bilden, ein lan- 
|esS, fo, dafs die Axe der Rückenwirbel» von 
er rechten zur linken Seite gekrümmt» bis zu|i 
eanten diefer Wirbel fortgeht, Seh dann wieder 
is zum vierten Lendenwirbel von links nach 
scbts beugt, wo eine foharfe}KrammaDg v^oin 
ierten Lendenwirbel und erften Heiligbeinwlrbel 
DO der rechten Seite zur linken das Höherfeia, 
er linken, und das Herunterfinken der recbttfa 
[üfte; und dadurch die fchiefe Stellung des gan- 
Do Beckens von der >-echten zur linken Seite 
irurfacht* Das Heiligebein pebft dem .Schwanz- 
beine 



l4o 'IL Von dem Kno€hengehäuä§^ 

beihe find fo ftark hcraufwärts gegen doB Bec 

gebogen, dafs der dritte Wirbel des HeiJigb 

mit dem Tierten einen Winkel bildet und die 

tze d^s Schwanzbeins bis in die obere Oeffn 

des Beckens vorwärts lierauffteht. Zu der i 

her erwähnten fchiefen Richtung des Beckens 

einer Seite zur andern , kömmt die zweyte ui 

dieten Bedingungen gewöhnliche, wo nämlich 

Becken vorwärts licraufgedrängt ift. Daher 1 

der vordere Umfang der obern' Beckenöffo 

höber, als der hintere, vom Heiiigbein und c 

Hflftknochen gebildete. Zufolge der aüzutief i 

geholter Haftbeiogruben, find die Ränder derH 

knoehen einander zu nah. Der innere Umf 

der Heckenhöie ift nicht m^r, durch die eben 

gezeigte Krümmung des Heilig - und Schwanzbe: 

verktirzt, und in- zwey kleine Seitenhölto getbc 

fondem auch dadurch von der einen zur and« 

iSeite verengert, dals die Bfannen des Hüftbc 

ftark nach einwärts gedrtickt find. Die Quc 

ftacke der Schaambeine gehen gekrümmt v 

"wärts, und vereinigen fich,- einen guten Zoll i 

dem vordem Umfang des Beckens^ in einen 1 

*tzen Winkel. Die Sitzbeinhöcker ' nähern 1 

'eina;ndcr ungewöhnlich; doch ift djer von ihr 

' gebildete Bogen noch ziemlich flach. Die R 

**pen find alle an ihrem innern und vordem I 

de dick und angefchwollen , an ihrem innc 

•Dritthell auswärts vertieft, mehr aufwärts, 

vmtenytrts gerichtet und enden fich durch fta 

gewölbte , von auswärts ftark krumm •. fogar fp 

hervOrftehende Knorpel an das noch aus fünf kl 

nen Knochenkernen beftehende Bruftbein. I 

rechte Schulter fteht höher, als die linke. I 

rechte SchlOffelbein ift fehr fcharf S förmig , 

krüm 



A. Vo» den Kmockea überhaupt* iiß 

Ribjekfen fand ich die drey letzten KOckenwirbel 
hrcfa Beinfirafs zerftört und dasRückgrat gebogen. 

Am mciften fcheint das Skrofelgift auf dto - 
Ichwammichten Knochen zu wirken. Paher fin- 
küficbbey den roebreften-Rackgratskraramun* 
feafljurofulöfe Znfftile. Ich bin daher auch Ober« 
mgt^ dafe eine der bösartigfien Knochenkrank* 
Idten, 'die paedarthrocacei allemal fkrofu^ 
Ififai Urfprungs ift. 

Bey den Schrlftftellern 94) finde ich dtxi Be-* 
griff von diefer Krankheit n;e deutlich genug ent- 
•idielt» und häufig mit dem von der f p i n a v e n« 
tofa, von welcher ich hernach reden werde, ver-' 
widkelt. Ich habe oft Gelegenheit gehabt, diefe 
Krankheit zu beobachten , freylich nie von ihrem 
erften Anfange her, fondern gewöhn^h nur dann 
erft, wenn fie einen hohen Grad erreicht batte.^ Mei« 
ftcns betraf fie Kinder von dritten bis zum zwölf- 
ten Jahre; einigemal zeigte fie fich erft im acht- 
tdinten Jahre. Allemal waren mehrere, oder 
venigere (krofulöfe Zufälle dabey, DrUfenge« 
tchwülfte, (krofulöfe Oefcbwüre u, f. w; DieKno« 
rdicn, welche litten, waren allemal die kleinen 
Enochen der Hand, oder des FuCses ; feiten warea' 
diron die langem Knochen angegriffen ; und dann 
Ijifehah auch dies nur erft zu der Zeit, wenn die 
kleinem Knochen fchon lange gelitten hatten, 
fchon zerftört waren. Die Krankheit äufferta 

fich 

|4) FtfuA"* dirr. de paedaitlirnrace. H^idelb. t^57. -~ 0** 
wafd de paedarthrocace. Bafil. \6%7. — Cfmn de prftfdar« 
tLroc«iCe. Mflibtirg. 1^97. — Schmid de paedardi. Liig;d« ^ 
Bat 1731.^— NV6e/ diir. de pdedarclirncace» Heidelb. 1745. 
Kujanblutt dilT.firens ca£um paedartkrocaces. Lund. 1745. 
— Btsuchwr Abhandlung von den K^f jmkhti6«n> d«r Kno« 
•b«.i; B. lU. Kap. UM. 8. lX%i^ 



l44 '^* ^^'^ ^^ Knockefig^nde. • 

fich auch dann nicht ib dem feften Röhrentheili 
de& Knochens, fondern in den fchwaoimichteo En 
den deffelben. Brines einzigen Beyfpiels erinnen 
ich niichi wo blos der Radius angegriffen wajr 
Sie zeigt fich durch eine wenig oder |;ar nicb^ 
fchmerzhafte Anfch;^'eIIung eines jener kleixiei 
Rnöchelehen. Dabey bemerkt manfaft gar keiqi 
.Veränderung.im äufsern Anfeben der fleifchigfei 
und häutigen Bedeckungen. Nur erft in der Folgf 
bekommen diefe ein gefpanntes, glänzendes Anf» 
1ien,i)i^rden entzOndet und brechen auf» Unterfuchj 
man jetzt den Knochen, fo findet man ihn rauh 
meift durchlöchert, oft fchon in mehrern Stflckei 
zerbrochen. Das Eiter ift anfangs gutartig uvk 
Ton geringer Menge; nach und nach vermebcj 
es fich» wird dünn, gauchicht undftinkend. SieKl 
man den Knochen ganz, fo ift er nach allen Di* 
inenfionen ausgedehnt, von unförmlicher Geftalt; 
feine Oberfläche ift etwas rauher, als natarlich: 
er ift fehr leicht, feine Fächer find ausgedehnt und 
enthalten gewöhnlich eine röthlicheFlüfßgkeit. 

Die Spina ven tofa 55) (der Winddorn] 
ift von jener Krankheit fehr verfchiedcn. Sie ifl 

gewifil 

55^ Corn.Trtoen nbfervatinn. medico- cllirnrpicarum f«- 
Icioiilns. pap. 105. -r KaltfchitiitU progr. «le raro fpinal 
ventoftf^ cafii. Jen. 1752. — , linuin^rriiqnn <ie fpina vea« 
tüfa. Riiitel. 17^5« — Lrntin ohfei vat. medicae, Lipl 
1769, Fafc. I. 2%, — tashe^s anserlef. Abhantfl. ans de« 
philof. Traniaciiottcn. ß. II. S. 261. — Diütchtr a. ü. Qb 
B. 111. Kap. XIII. S. 131. — F.L.Au^nßin diff. de fpina 
Veiitofa.^Haiae 1797' "»it vsitrelliicbeji Abbildnnr»eu auf 
dem IValtcrJchen Kabinct. 

Andere vortrelfÜche Abbildungen und Refchreibitn- 
gen von der fpina ventoid liefern wnsSandiJort Muf. äna- 



.tom, .»c-ad* Lngd. V«l. I. Sect. I. pap. 6. li. V. .Sect. IV, 
pag. 2X1. n. CCCXIX. Tab. LXXXIX. l\^, 1. 3. ^. „o 
CCCXX. CCCXXI. paß. 2iy. n.CCCCXX. bis CCCgLXXlV 



— Köhler A. a, Ü. S. 34 fg, Ko. 113 — 134. — h^aiicr^ 
l\u£, B. II. S. 37. r^o. 378. S. 51. ^o, 406 bis 419, 



A, Von den Knocken äherhatipt* t^ 

pwifsauöh** Öfters* ifeine Folge des Skrofel gif 1 6$^ 
b man fo. häufig SkroFeJkrankheit datriit Vferbuii«- 
4eii,oclor wenigftens vorhergehen fiehh Walter ^^y 
bffchreibt das Oberarmbein eines neuki^ehnjäh«' 
fi^en Frauenzimmer!5, welches am obern ntid um 
tot Ende durch einen Beinfrafs, der von fkrofu- 
InfiffSehärfe herrührte, fehr angegriffen und' fiber- 
<et mit idnet Menge rauhen, winddornartigen 
frhabenheiten befetzt ift. Eine gleiche Verbin» 
teg %eigt auch noch ein Oberarmbein von einettr 
jugen , 6eb2ehn)Shrigen , fkroful^)feil Menfchen^ 
■M eizi anderes von einem Menfchen Von rvvatizig 
fahren »0. 

Die fpina ventofd fängt ebenfalls, \vi& 
dlepeedattbrocace, mit einer Auffchwellun^ 
der Knochen an^ die aber nichts wie jeite, fchmerz>^ • 
los, fondern gewöhnlich mit ftarken Schrtierzeni 
verbanden ift. Im Fortgange erfolgt fintäiOndong 
lad Vereiterung der äufsern Bedeckungen, mit 
Aasflnfs eines ftinl<.enden > gauchigten Eiters» 
[ Ueberhaupt findet knan die kranken Knociien 

iailiefer Krankheit von einer doppelten Befchaf-^ 
itaheil )<)• 

la der erften Gattung JBndet mün den Knö^ 
^ita in feiner äufsern Oberfläche rauh, höckrig, 
ond in vollkomm ne Stacheln und Zacken ausgc^ 
ichoOren ; dabey ift er in (einem Umfange vergrö- 
bert^). Seine Maffe weicht an Harte nicht von 

der 

%i\ anat. Mot B. II. S. 9t. no. 490. 

17) thtndal. no. 491. 49a. — Veigl. 41X. S. 54! 

M) Wahtr a. a. O. S. 51. §. a. 

Vl\ So befchreibt z. B. Kühler S. 55. No. ii«. eine Tibia, 
die Aurch diefe Krankheit fo anrgetrieb*:r. und ejitftcllt 
ift, daTs fie, befonderf an ihrer oherii lläifte, vier Flti- 
cfaen zu h^benfcheiuc, deren jede zwcy Zol( breic ift. 
Dabey Ut ße vnn beträclulicher Schwere. /Ka/^cr beßt/.c 



t4ß O* Vmm dem KmoektmgMiuä§4 

der natürlichen ab, öfters ift fi« weit Lifte 
nieift find (olche Knochen auch {chwerer , al 
fnnde 4i); ilire Höhlung und ihre 21el]en wi 
mit Knochenftoff angefallt, fo, dals fie als 
durchaus fefte Subftariz erfcheinen 43^. Dia 
berrefte von der Markhöhle und Zellen, die bij 
len noch hier und da erfcheinen^ find gemeini 
verdorben und fchwarz 49). An der nicht 1 
lien St^e find die Markzellen natOrlich und 
Knochen gei/iruhnlich gefchwundtn 44). Sehi 
ten geht dsefe Art in Vereiterung 49); diefe ent 
dann nur von Verderbung der d^n kranken i 
chen umgebenden weichen Tb eile, nie aus 
Knochen felbft ^). DieTe Krankheit befällt i 
die langen Röhrenknochen, feltner die IIa 
Knochen, und dann auch meift aus einer äu 
Ur£ac|i 47), . Die ausgewachfenen Zacken 
bisweilen j^fferordentUch hart, da hingegen 

, ül 

ein Wadtn« vhd Scbient>ehi , welclie beyde fefar i 
fchwoUen find, aber ihre dreyeckige Figur belijilte 
ben. Jenes ift zwey Zoll funt T.ini<*h , diefes zwey 
dreyLioiei» dick; jenes wie^t elf und diefes iiel>zeK 
^n. Beyde find fehi' hart und niie einer i'fhr gr 
Menge harter, ftlter Zacken befeut. S. delien anat 
6. lt. iS.i^ Nt>. 4^7* tt«d Augufim drÜ. cit. pac 
Tab. 11. 

40) z. B. Walters MiiT. B. II. S. 55, N0.409, 

^l) z. B. KUkUr 6. 35. No. 117. iif. u. toi.^ Pßalitr 
No. 417. 

49) KMer (S. )$. ^o. i\i) befclueibt eine Tibia. 1 

MtrkhfAile gaes und gar mit Knocfaanmaflte auspfnl 

. Jn eineni os femoris (ebend. No. 117,) ift nach obi 

falt AUet in Knocbenmafle vervrandelt« .Vergl. auc] 

lao. 114. iie* u. a. 

4J) z. B. KöMer S. 94. No. n4b. 115, n^. 117. 
. 44) Köhier S. )4. N. m. 

4'0 Waher S. 51. J. ä. 

46) z. B. ff «/><?#• S. 5a. No, 406.4^7. S.54. No. 4fa l 
No. 41S. — Auguftin 1. C Tab. III. — i Kühler S. 57. No, 

47^ So befchrrtbt Walter (anat. Muf. B, II. S. %%, No. 
ein Bcylpiel dt i Winddorni der Ccfiokcskno^i^ ; 



A, kan den Knochen üherhaupt. a49 

irige Knochen febr locker und mürbe ift. So 
id bey Walter ^^ die fämmtlicben Fufsknocfaea 
Ml vier2igjäbrigea Mannes erweicht and anky» 
irt| und noch dabey mit dem Winddorn ?erfch 
Ik Die eniftandenen Knochenzacken find fehr 
and feft, obgleicfh die Knochen i^elbrt felir 
und mürbe find» DieGröfse der Knochen* 
;en ift verfchieden. Walter ^^ befitzt ein vor* 
fchOnes Stück vom Winddorn > woran die 
:en durch ihre Verbindung und durch kreu« 
diefen Knochen de.nBlüthen desSchleendome 
iBeh machen. Sie üifld dabej auf drey 2oIl lang« 

;Die Zweyte Gattung des Winddotns ift die» 

der Knochen mehr blätterartSg erfcheint|.we-» 

r hart üt, ungleich ftarker aufzufch welLän und 

%er und leiehtei^ in Eiterung überzugehea 

Zu diefer Art gehdtt das merkwürdige Bey« 
eines Winddotes, welches Walter 5'} be- 
leibt und Augvftin^^) jgmz Tortrefflieh abbil« 
I Er befiüdet fich im linken Oberfchenkelkno« 
einer dreyCsi^jährigen Frau, der ihr ein Paat 
■ ■iter dem kleinen Trochanter abgenommen 
lUe» FaftderganzeKörpetnnd das ganze untere 
iides Oberfchenkelknochens find davon an^e« 

üglieb lind di^ NtTenlciloc^tin , die dittneii Knbchen in 
4»'N«fe,di» Flag^lfortlatee beydter Oberkiefer Mit aa- 
aeUiwoUen , bnd Tehr hart nnd haben ein kraule» An* 
Uli, iaSt wi« ein verfieinerter dbh^hktelh» Er war bey 
|»m drfyf«f#aM igten Manne dqrch«iiiM6ttJrai^^^ 
\ Iponten intOeTicbt^entfunden. Vorcreffiioh iehSn M* 
det Auguftin (1. t. Tab. I.) dies fe^UneStfick ab. 
t) a.a.O. B.2%. No.J7t)i ^ ^ „t 

' 8. 5^. No. 4tl, — Auguftin I. c. Tab, Ul.i 
Walicr ana^ Mut B. IC t, S^ ^ I* . 

Q, pa|.f0wT4b/IVv 



\i 



l48 n. Von dem Knocke ngehBude, 

griffen. Der Knochen ift fo fehr auFgetriebqj 

dafs fein äui'serer Umfang achtzehn Zoll betrXgi 

"Kr ift ganz blätterartig und h5n und wie^ler durcfl 

iSchert, fo, däfe man Zellen in ihm findet utad c 

beyoflbe einem Bienenftocke ähnlich fiehr. *^ 

Eip fdrchterlicher Feind fflr die Knoch^ik-^ 

auch derSkorbuf. Zuweilen erweicht und triH 

er die Knochen aiif. Portal ^yhnd bey eiiittä 

fnit allen Zeichen des Skorbuts behafteten; 'i^effi 

fä'hrigen Mädchen, das unter^'Ehde des SchefalU 

beins und das obere Ende des Schienbeins auiji 

-Iriebeui die Gefchwulft ungleich, hOckrig, 9H% 

Tilgen Steilen hart, an andern' weich, wieWtcH 

Bey einem dreyfeigjihrigen Mann , welcher, mll 

*den Zeichen des fchrecklichften Skorbuts'^ -all 

'befonders nach £ehr ftarken SdhinerKen in-darCI 

gend 'der untern Racken -und der obern Leadi| 

•»wftbel, bucklich geworden war, fand Ebend^i 

-f'elbeH)die genannten Wirbel widernatflfl^ 

-gebildet; ihre Subftanz war in Ihrer Mitte m 

' weicht; ihre vordere Höhe war geringer, als-Al 

hintere, befonders des letzten RQckenwirbels mi 

des erften Lendenwirbels. ^ Er leitet davon Uä 

Tidritte Art der Rachitis , die fkorbntifcbe , Jit 

Von der knochenerweichenden Kraft des SM; 

•Inits ift auch das ein Beweifs, dafs der Kallus fi 

4iailter Knoohenbrflche von ihm wieder' aii%i 

löfet wird 5$); Auch macht er die Knoche^k bi 

weilen fprö.de und leicht zerbrechlipf 1^ 

'Befonders aber verbreitet Ech feine Warknng d 

53) a. a. O. Abfchn. III. S. it. . i^ 

54) ebenda $.14. ■ vx* . • .'"■ \h 

55) Anjon'* RtiTen in di^ Sadfee.- S/96." 

56p Böuger «, «. O. S. 6«. ^ CAr. L,. l^iXfmßnn VoAfiä^ 
buck» vou atrtuAr»ucii« u. t. ^;*Mffnfltr 17IS. S. E » 



A» Von dm Knochen überhaupt 14^ 

4ia rchwammigtea Theilc der Knochen und verui^ 
fabt die bösartigfteo 9 die Knochenfubftanz ganz 
terftörcoden Gefcliwflre. Portal 57) fah in eini^ 
gern Sabiektcn die VYirbeJheine in ihrem Innern 
iKwamtsen zerfreffen, dafs fich in ihaen eine fehr 
MriKechliche Höhle gebildet hatte, welche nur 
die äufsere» (ehr dünne Knochenplatte be^ 
ifar. Berlin ^^) beobachtete einigemal bey 
fegffbtttirchen Subjekten das Nämliche ; äufserlich 
IVCüdie Wirbelbeine wenig von/O^rem natürii- 
flm Zufiande verfchiedeo , ihr Inneres aber, bil- 
iiHB eine gro(se Hohle, die durch einige unregel» 
pibigt Scheidewände > von weicher Kon6rten2» 
t war. Cheri 59) fah eine Frau von feths 
feof/ig Jahren, welche fchon in ihrer Jugend 
mit verfchiedenen (korbutifchen Zufällen geplagt 
IMMfen war. Gegen ihr vierzigftes Jahr bekam 
ll eio langdauerades viertägiges Fieber, worauf £• 
^ifl .Monde und auf dem Kopfe mehrere fkorbuti« 
tiieKiu>ten bekam* Nach ohngefähr zehn Jahren, 
da ihra Reinigung ausblieb, brachen iie auf und 
worden von Zeit zu Zeit immer tiefer, der Unter« 
fluter ging gröfstentheils durch Beinfrafs verlob« 
KB, Biui.dje in dem übriggebliebenen Stücke der- 
Ubu noch vorbandnen Zähne fielen aus. Auch 
kaehen die Knoten am Kopfe auf, und ergoffen 
dB zähes Eiter« Diefe Gefchwüre verurfachien 



^vam ftarken Beinfrafs , der einen grofsen Theil 
^ der Scheitelbeine und des Stirnbeins, bis an die 
iVarzel der Nafe, dcftruirte« Endlich fonderten 
Utk diefe Knochen mit einmal von^der harten Hirn- 
haut 
57) a. a. O. S. gS. 
IO ^n Pf»rial S. 19* 
-1 tf) Haarlemcr V«rbandeUn{;. DcelVI.St. IIT.pji;. t. Samml- 
^ awarleL Abb. £ür praku A. B. II. St. l. S. | j. 



/ 



's5o' IL Fah firm KnoeHttgMiudt* 

liaut ab, fo» dafs nur ein klonet StQck von dai 
untern Thoile des Stirnbeins, über den StimhftlH 
Xet and denSchlafheinen übrig blieb« Man koAal|| 
das Schlagen der Arterien und die Bewegongd 
des Oe.hims deutlich' fehen. Die Kranke klagtl 
fnfongs, dafs ihr diefe unbedeckten Stellen fiAf| 
empfindlich wären; dies verlobr fich aber mjeK 
und nach, £d wie die harte Hirnhaut mit eiäer fttil 
ken dicken, neuerzeugten Haut, Ton rohedaj 
dnnkelrothem Anfehn, bedeckt wurde. Die Ste|f 
len gaben ein blutiges, ftinkendes, aber, nach dal 
Grobe der Verletzungen, nur geringes fiitdr VM 
fich. Die Bewegung d^s Gehirns konnte man irafl 
nicht mehr fehen, auch konnte die Kranke ct|i 
Wirkung der Luft und Mbh (pinen ftarketi flwpü* 
druck auf den entblöGsten Theilen, ohne Empfind 
lichkeit, leiden. Durch den Verluft diefer KxM 
chen und der Unterkini^lade waf- das Gefieht fehl 
verkürzt worden und vernrfachte, mit den Uli« 
gleichheiten der Knochen an den Stellen , wo fidj 
folche abgefondert hatten und mit einem Obrigge- 
bliebnen Klumpen Haut auf der linken Seite, et^ 
nen unangenehmen Anblick. Ein Schifsjunge voa 
zehn Jahren yerlohr durch, den Skorbut dat gante 
Birnftbein, mit den Schi Qffelbein «Knorpeln und 
den knorphchten Extremitäten der fi)nf erften wall« 
Ten Rippen ^®), 

Das renerifche Oift erzeugt im hdhefa 
Grade der Krankheit Gefchwülfte und Kno- 
ten in den Knochen, d. h^ eine theilweife AxS' 
fch wellung des Knochens^ dafs auf feiner Ober 
Hiebe «ine mehr oder weniger kugelrunde Erha- 

benheil 
^) 0«9ette fikiuire dt Bouillon. 17%% in ffttfyfantt* nenafc; 
AtinaL der franst AfV^yl^i>'^4«< ^' i« ^« 4>o. — Veri^i 
roTßl S. ||. %, 



A. Vom dM Knöchern üborkampi^ %%% 

Inheit entfteht ^). Bald find diefe Knoten weicli 
md fchwammig (tophi), bald hart und elfen^ 
keiaartig (n o d i). Maiftens find fi& gutartig , und 
\ höchftfdten in Eiterung ttber. Am hfiufigften 
\ fiean denSchedelknocheb, doch oftgnug 
mA ma den Röhrenknochen. Walter ^^5 ^^ 
Ureilit uns mehrere Knoten an Knochen voo ve- 
Urfacha. 



^Da£i das yenerifche Gift auch dje Krochen 
erweicht und deftruirt,be\veifen mehrere Beob- 
achtongen und Xi.eichenöffnungen h^j Portal ^'}. 
Wmlter ^^) liefert uxvs das Beyfpiel einer Knochen* 
«Maichung aus venerifcher Ürlache bey eifern 
avanzigjährigen Mädqhexx« Sämmtliche Knochen« 
dar Kopf ausgenommen, waren » tn ihrem nocK 
bflclien «nd naflen Zuftande> fehr weich ; troekea 
ibar find fie lock er > leicht, und laffen fich syri» 
Ukm den FiQg^rn zu Pulrer reiben. 

Eben fa verurfacht diefes Gift auch bisweilea 
MarbheitundZerbrechlichkeit derK^o« 

Bisweilen bewirkt es auch eine Auf fch-we}« 
laag eines Knochens io feiner ganzen Lange« 
WmUer ^) befchreibt die Speiche und denEllebo*. 
fjUk aines funfzigiährigen Mano.98, welche beyde 
fahr aofgefchwollen und auf ihreic Oberfläche mit 
yetfchiadneo ßeulen befat^t find^ 

Der 

<0 ^P'oher*! anati Muf. B. II. S. 43. f. It« 

4») a. a. O. & 44« ^o. l^his 996/ 

<|) X. B. Abfcfan. IL Beobaehu I. II« V. u« m. 

(4) Amat. MqI: B. II. S. 19. No. )7a. 

C5) S. A. Meckren ob£^rvjit. medico chirurg. Arnft« Ul^ 

paa- HI* — S0lle's neue BaytrSge. B«I. &• !}• 
U) B. U. S. )6. No. 377^ 



%Sa ['JL Von denk Knacke^gehäude^ 

Der.Beinfjrafs aus venerifchen Urfa« 
chen ^7) kann aa allen Knochen entftehen, dia 
«Ut vonerlfchea Knoten befetzt find , oder auch 
befonders an fqlcben, deren weiche Bedeck ung«i^ 
den Geicbwflren am vo/^Ag^llchften ausgefetzt find^ 
Daher bemerken wir ihn am häußgften an.dei^ 
Gaumen -und Nafenknqcheo , an den Nafenfort^ 
{atzien der Oberkiefer» an den Thranenbeinohe% 
ynd Oberhaupt ^n den Schedelknocheo. Eine 
Reibe Knochen mit venerifchemBeinfrafsbefcbrei« 
ben uns Sandifon ^«), Kühler ^9) und Waher 7% 
Bey iCöhler 7i) finden wir befonders einen weibli^r 
<;hen Schede!, an welchem faft alle Knochen gelit« 
ien haben« Die beyden offa nafi find faft gänzlich 
cleftruirt; dasi Stirnbein ift da, wo es fich mit den« 
ielben verbindet« fo zufammengedrückt^ dafs zwi« 
fchen der äubern und innern Tafel gar keinlJa« 
terfchied mehr zu bemerken ift« Im Innern dej( 
Nafe wird man weder von den Mufcheln und dem 
J^flugfchaar, noch vom Siebbein eine Spur gewahr« 
Pie kleinen Oeffnui^en der noch vorhandenen la- 
mina cribrofa des letztern find » fo wie der linkt" 
Nafenkanal, gänzlich verfchloffen. Die obere Kinn«« 
lade ift an der inwendigen Seite fo zerfreffen, itafe 
das a9trujn Highmori mit der Nafenhöle von bey^ 
den Seiten eine gemeinfchaftliche Höhle ausmacht« 

Am 

^7) y-Fr.Knoi/e de olRura «arie venerea. Li|>r,*l76^, c, fig. 

— H, F. l.ev^ling de carift cranii militis c^uuiulam vcne- 

rei. Manheim 1774. c, fig. — Schmucker' s vprin. s^cliiif« 

Un. B. II. S. 16). 
6$) Mufeum anatomicum. Vol. I. Scct. IV. paj;. 155. No. 

XXXVn. Tab. XXll. Fi|5. 1. p. 154. No. XXXVIll, T^b. 

XXVIII. Exil. I. ^'o. XXXIX. Tab. XXII, flg. 4, 5. pa£, 

,15^. ^'o, XL. Tab, XXI. Fig, 9. 4. 
^5^5 5. 79. ♦No. 271, u. o. 

70) a. a. O. R, II. S. n ig. 

71) a. a. O. S. 80, ^o. sjo. 



An Vom den Knochen^ äberkaupK \Si 

AmGaumenkuochenfiDct zwey« ganz abgtninitetfl^ 
Oeffnungeo durch (ien.Beiiifra^&entrtanden, Avtr. 
itr diefen findet fich noch eine dergleicheAgkkh 
«ater dem liuken os maliei ander obern- Kinnlade- 
iMid eine aodera da, wo fich der procesfus bafilarit 
mit dem Körper des affis fph^^noidei veoDbindet»- 
filbrt nach der bafis cranii hin. und hat ggaz abge* 
rudete Raiuler* Das Ganze ift fehr laacht.win 
Gewicht. . 

Id den Knochen veneriCcher Perfohen^fand 
«an Queckfilbjer, bisweilen in nietallifcher Geftalt^ 
ob fie es gleich nicht in derfelben genommen hat« 
tan 71). 

Gicht und Rheumatismus habisn einen 
fiarkeo Einflufs auf die Knochen, beConders auf 
die Gelenke« Arthritifche Knochen haben, clat 
Eigene 2 dafs fie glatt und glänzend und mit einer 
barten,ihnen eigenen, elfenbeinartigen Maile, hald 
pnz Aberzogen t bald in ihren Gelenken damit 
angefOlit find. So fand Pönal 75) bey einigen Ar* 
thritiCchen die äufsere Flac]\e der Knochen mit 
knochenartJgen AuswücjiCen bedeckt,, die mebry 
oder weniger feft an denfelben anhingen; fie gli- 
chen einer Art Stalaktiten^ die bisweilen Ober^ein- 
ander weggingen , und fich hernach mit einander 
lereinigten. Köhler befchreibt mehrere mit einer 
dergleichen Rinde i)berzogene Knochen. Z. B* 
einSchenkelbeiu^i), deffen Kopf von feinem Knor- 
pel ganz entblöfst und von feiner glatten Ober&a* 
che foviel verlohren hat, dals man die inperavziiU 
lalöfe Subftanz felien kann. Rund um den gan- 
zen Knochen herum findet man noch die Ueber- 

refta 

7a) Perneiiu* de liiij venerea« cur. o«p, Yll, '- fuih^ias 

de mprbo ^allico. cap. LXXv'Ul. 
75^ •. a. Ü. Ö. I?6. / . » 

7*; d. a. ü. S. 26. No. %^^ 



j54 -U* y^f^ ^^^ Knöehengehäude. 

f€&e cIm abgefdiliffenen Knorpels, Ton der Natur 
zo' einer dem Elfenbein ähnlichen Mafle umge- 
fehaffbn. Ein änderet Schenkelbein TS) ift fo wi* 
dcrnatarlich gebildet, dals weder Kopf, noch Halt- 
daran xu finden ift. Statt des erftern wird man, 
dem !\ieineii Trochanter gegen über, eine Fläche 
gewahr, 'die nach Hinten, gegen den grofsen Tro* 
ohanter z«, mit einer glatten, den ArthritifcheB 
eignem MaiTe Oberzogen, und nach \om rauh ift. 
Im Mittelpnnkte dieftnr FMche Seht man den Ein- ] 
druck vom ligamentum teres. Vielleicht rtthrt j 
die Mibbildung iron Oichtmaterie her, welche den \ 
Kopf und Hals deftruirte. Auch Portal 7^) fak '• 
▼erichiodne Gelenkte von gichtifchen Perfoneni i 
die mit einer voUftändigen Knochenplatte überzo*^ , 
gen und eingcfchloffen waren« Ju/iin TT) fah brf i 
einem Manne, der an einem rheumatifi^en .Fieber -; 
geftorhen war, faft jedes Gelenk zum Theil ^ 
mit einer Subftana Aberzögen , die der gepulvert 
ten. Kreide ähnlich war« ^ 

Nach Teiinanis Verfuchen enthalten dlo 
Gichtknoten harnfaures mineralifches Laugenfalz, 
und Fourcroy und Vauquelin beftätigen dies ; dai» 
bey' enthalten fie eine beträchtliche Menge thieri- 
ficher Materie 7^). 

Die. an einander paffenden Gelenkflächetf 
art]irit.i«:her Knochen find von ihren Koorpelrin» 
den, mehr oder weniger entblöfst, oder find, 
aui^er, dals fie abgerieben und polirt find, zugleich^ 
cnfwedec mit fchwammigten , oder mit cUchiea 

Ana* 

71) elieu4i^. No. ^ 

76) a. «. O. S. 136. 

j^y Aajlin treatife ob tka ori}(in ai>d compAnen^ parts 
•£ (he Sope in tke urinary filadde«. Lond. 1791. i j «tsr 
auiorleC Abhandl. fOr prakt. A. B. XVI. S. 139. ' 

7%) L Kuhn'* phyfiCoh-medioiu. Journal iSoo.Febr. S.isi. 



AmwOchfep umgebeu, weiche zowcileii ebenfalls 

i^und polirt find« BieweBion legen -fie fioh iu 

Form eines Ringes um das Galonk herun^7Si), 

BinreiJen ift der Rand ziemlicii breit und hervcMEw 

üefacnd, und fieht, im üanzeu gCiioir)pieii».wie eiii 

Irdfchwaimn aus ^°), Oder aber beyd^. Gf lenk* 

Ikhen fcheineii, als wären Oe erweicht und. \v^ 

diebm^urtand^ 9n eli^ander ^'^PilrQckt wqrdep and 

^hätten fie dadurch ihre ndtärlicheForm verlob* 

reo. Im frifchen Zuftäpde bemerkt man d)6 

Knorpelrinden bisweilen nur wenig äbgeriebeQ^ 

leo Qelenkfaft etwas trübe, mit milohweifea 

I dicklichen Flocken; das Gelenk Coheint etwaf 

|^nndet> ift aber noch bewfrglioh, und b^y der 

leivcguug bemerkt man einen eigenen Laut. Hin*' 

'|egen l^leb^n bisweilen die Oelenkßächeo durch 

ttnen knorpelartigen '^t^lftoff znfammen und das 

OeJeak ift unbeweglich 8»), 

Manchmal findet man die arthritifchen Kno« 
eben auch ^uF^etrieSen, porüs \\u\ ange- 
lreffen. KölUer 8^) befdiroibt ein Sche^ikelbdo, 
ddTen Subftanz durchaus fch wammig uud der Kopf 
Wirachtlich auf^fchwollen un({ von feinem Knor- 
pel ganzlich enthlöfst ift. 

£in Mann von drey und drrtvfsig Jahren fpArtei 
hb alle Knochen, die ZUhne ausgenommen, all- 
B^lig dicker wurden. Nach ffcchs Johrthi* hatten 
ie beynahe das Doppelte ihrer Gröfse erreicht. 
Sie Augen waron faft ganz h^rvorgetriehen, die 
Rippen ftiefsen an einander und die Beugfam^eit 
lUer GelenKo war vermindert. Die IV^uskeln v^* 

ren 

10) thendqf. S. 27. Ko. 9j, 

|i] SttmmeriMg ühT die Caoh^ofbe^ in ßf^m^9kmoh*4 

nedio. BibL B. IU. S. 5QS, 
12) Kdft/erä. 35. No.a^, 



^x 



i66 IL Von dem Kn§thengebaudeB'~ 

gleiche Die finden der Knochen tti^s linkü 
^cbenkele, die da^ Kniegelenk bikfeir/finci nid 
ganz Co dick angefchwoHen» als die oben BJeKclirl 
benen, übrigens aber,' in''Betreff der Kiiich^üwH 
(te> die £th rauh ondzatkig um die Rätider di 
artikülirenden Flächen legen, mit jenta *flbereii 
{timmend gebildet. Die linke Schien bei] 
röbre iCl .weniger 'an|refch wollen) ufid nur I 
einigen Sielien zackig und ftriefig rauh. Die K n i 
fcheibe ift etwan* einhalbmal gröfser^ als g 
wöbnlicb, vorzüglich aber innwlrtfi und an ihre 
Obern Eände mit einem faalbzölligim hervorft 
henden , zackigen Rande verfehen. Die gtStliel 
und kleinern Knoeh-en der Pufawurt^l fini 
wie- die Knochen dea Mittelfufaes, ielb 
dier Ze heu, durchaus um den Umfang det jart 
fculirenden. Enden am meiften mit Knochenau: 
wQchfen von ziemlicher Oröfse verfehen^ Abc 
find ihre Flächen hier' und da mit kleinern m 
grcyfimrn Kaochengcfchwaiften wie bellet» AI 
diefe Knöehen haben an Gewicht eher abj als 21 
genommen und zeigen nichts von veränderti 
Mifchung durch Trennung der tbferifcheil Er« 
von den übrigen Beftaudtheilen des Knoehenf* 

:) Bev einem andern Gichtkranken fcfivro 
das obere Ende des lin^lcen Schenkelkn« 
ehens betrachtlich an'..' 'Die Oefchwülft dehnl 
fich mehr gegen die innere Fläche deä Knöchel 
awifcheiT den anziehenden Muskeln dei Schenke 
aus,* und liefs dem GefOhl eine ungleiche Flächi 
wie aus verfchiedenen Knochenftflcken beftehte« 
wahrnehmen. Aus einer von|felbftentftaodeiiei 
Oeffhu6g.; nahe amBeckeh^ flofs eine dOkitie,-e 
terartige sFetfehti]gl<ett heraus, undjh^chtletti' fic 
dio OnflFubng anfehnlich erweitertj,hatte) ging* 

er 



A. Von den Knocken überhaupt. i6l 

erft kleinere Knochienhacke , von der GröOse ei- 
aer Hafelnufs, bis zu* der einer Wallnufs, ijoch 
nicht ruDci, foddern zackigt unct ungleich geftal- 
I tet, heraas. Es erfolgten deren nach und nach 
bis anf elf Stack. Darauf kamen zwey Stücke her* 
tor, die an Gröfse bey weiten! die andern aber- 
trafen 9 indem das eine zwey Zoll lang, in der 
t Mftte einen 2^11 breit, hiufchelartig gebildet, rauh, 
I in mehrern Stellen durchlöchert; das andere abeir 
■iefat ganz folangj doch breiter, ebenfalls rauh^ 
farchlochert, vdn aufsen konvex, und inwendig 
aasgehöhlt war; Nachdem diefe Stacke, lockerer 
■od fchwammigter , als gewöhnlich der Knochen 
ni üeyn pflegt, herausgenommen wären, fonderted 
kh' fechs blätterigte KnoclienftOcke, wovon das 
l^röiste zwey Zoll an Lange, einen 2oIl an Öreitd; 
(las kleinfle fechs Linien in der Länge und vieir 
Linien in der Breite beträgt, ab. Uotei: ciiefeii 
Urnftänden ftarb der Kranke; Der Schehkelknö- 
, ehen crfchien in den untern drey Viertheilen ge- 
I^ fand, dagegen war das obere Viertheil auf man- 
cbcriey Art verändert. In der äufsern Maffe ift 
H ungewöhnlich hart und feft. Der Kopf und 
Hals des Knochens erfclioint fo umgeformt, dals 
nur allenfalls der aufsere RolDirigel noch kennt- 
lich ift. Dagegen il't, ftatt des ganz fehlenden 
Halfes und Knpfs diefcs Knochens nichts weiter, 
als eine grofse, knöcherne, ungleiche Mufchel 
fiorig geblieben^ deren konvexe Seite nach innen, 
die kodkave nach aüfsen gerichtet ift; fie ift vier 
Zoll lang und drey und einen halben Zoll breit, 
mit einem mittlem breiten , feften Stireifen ; und 
hat das Anfehen einer faferigten Effloref^enz aus 
dem innern Rollhügel, fchöner in der Sache, als 
die Befchreibung fie zu fchildern erlaubt. 

Händh» d.pathol,Anut.B.l, t^ S)' 



^64 ^' ^^n ^^^ Kmock^ngekStidt. 

Höfe Punkte, aber eihe betrficfatliche EatzOnduDi 
Uebrigeas war«it die Knochen um ein lieträchll 
-ches kleiner, als andere Knochen. Gagliardi ^ 
unterfuchte eine Frao, die nach anhaltenden rhei 
matifeheo Sciimerzen eitle allgemeine Erweichun 
der Knochen bekommen hatte; die Knochen de 
Extremitäten waren fo weich , wie Fleifch , d] 
übrigen , wie Knorpel« Courtlal W) erwähnt e 
ner Frau, die nach den entfetzlichften Gliedr 
rchmensan ganz krumm geworden Wai*, Und dere 
Knochen in^efammt, die Zähne ausgenomma 
gan2 weich waren« Saviard ^ fah, eiiien Mani 
der heftige Gliederfchmerzen gehabt hatte, defTe 
Knochen "im Leben (ich biegen lieüseil und nac 
dem Tode • ganz erweicht gefutlden wurdei 
«flrtik «^) ftnd fafr aiJc Knochen einer Frau, di 
lang« heftige Oichtrchmerzen ausgelYatideti hat! 
Sn fino6henbrflchen' fehr geneigt, — an mehrere 
Gliedmafsen gekrOmmt war und endlich fchwac 
«nd abgezehrt ftarb, fchr weich, fo^ dafs fie dei 
Fingerdrucke nachgaben und eine Grube davo 
turQekbehielten. 

Eine Frau erlitt in zWey und einem halbe 
lahre dfey und zwanzig veffchiedeneKnochenbrfl 
che, d^nen jedesmal ein mehrere Tage lang anhal 
fendef Schniefz an diefen Stellen voranging. AiJ^ 
Knoeh A , felbft die flache/i Sehedelknochen hM 
man tt)ich ihrem Tode fehr weith 9i). 

%7) Aoatome orTium Cxp^ IL oUT. III. pag. 70. 

Sg) Hiftüir. Je Ta^iid. roy. desScienc. a Par. 1700. \iAt,^i% 

* %^) Boerhavil pr^elect. acad. c. not. Malierin T. Ul. pap. JW 

. JO') 'J, Chr. Planh praeF. G. ¥r, Siäwart diff. fiften* «an 

biim Oiteofarcofeoi iingulari caiii illiiftr. Tnbinf;.- Iffl 

liberf. in. der neuen SHinml. i'ür Wiindar/.te« St. XX. S.l 

'^0 Goodivin \n\ Kepei tuf, medic. uud vhirurg. Ablian'^ 

tf. I, Xo. J — 5. 



A* Von den Knochen überhaupt^ tS5 

Za diefer Art der Erweichuog und Mfirbig^ 
dt der Knochen ans einer artbritifchen oder 
lenmatifchen Urfache, kann man mit Recht alle 
iejeoigen Fälle rechnen , welche yon den unten 
Dgefahrten Schriftftellero ^^) erzählt werden^ Da- 
iiBgehOFt auchPor^a/i gichtifche und rb^u^ 
Batike he Ha Chilis 9)). / 

Das 

fS) Bowelli hiftor. arint. pag, 951. — Fernelius de abdic 
rerum caulll Lib. II. caj). IX. pap:. 488. — Holleri ob- 
ferrat. rjirior. obf. VII.--r.Ei)hem. P^at. Cur. Dec. I. An. 1, 
obf. 97. Dec in. An. in. obf. 2. — Act, Hafnie^if. VoL 
lll. obf. XXIV. pag. 38. — Lamhert rclation de maladie 
de Bernard «\*Armaj:nac, .liir iin rariioIUnitnent de? <^». 
Tonlonf. 1700. — Petit in Hiftoir. de Tacad. de« Scieno. 
1732. pag. 311. — Pou in Phil. X«i»nsaet^ 1753. — Pringle 
ibid. — Moraud biftoire de la maladie fingnliere et de 
Tex^men au cadavre ^imt lemme devenne en pen de tems 
•oute contrefait par nn raimoUiiTenient eeperal des o». 
Far. 17^3, Dies enihdlt die Rrankheitsgelchiclitc der da* 
dnreh bekannt gewordenen Wi(vre Supiot, die ebender- 
(elbe Vcrfnlter anch im .Iowrn. drs Scavans 1752, Decbr, 
^o. lll. und in dt^n Memoir. de Tacad. des Scienc. 17^3* 
nnd Ahr.Holty in PbiluL Traniact. Vol, XLVill. Pari. t. 
pag. 36. beloli rieben. lieber die Morantffche Sclirift 
ichrieb Gautier in d«" obferratioiis Inr Thiftoire na- 
turelle. Tum. II« P^rt. II, pau. 115^. und Na Wer- ob* 
fervat. tlieoret, et ])riitiq. luv ramoliffemmt Ai*» os. Par. 
1755. — Mnra,nd der jupiiere befchrieb einen fjlei^heÄ 
I4II von einer gewiflen RurgiUot in den Menmir. de 
Tacad. des %Sciences 1764 pag. 3o6. luid Saitfant meini»ir. 
für la maladie de la veuve Mclin. Par. 1776. — »Saniii\l. 
an*erf Ablinndl. fiir pr. A. B. V. S. 731. -— Conper med. 
Obfervat. aiid Ja«pMs. Vo l. V. p. 201. ^- Ph, A. Böhmer refa, 
Zemfffch tlill. de ofHiim mollUie. Halao 17<»3. — Cha^ 
mmrs Acciuipt ou tlic VWatlicr et DtÄPafes of South. *^ 
Carcdiii. pag. J%, ; — 'Ihontpfon in Med. obf. and inquir^. 
VoL V. p. l^^.—Kichters iliir. \V\h\^ l\, IV. St. 1. S. 67. 
— Murrays medic. UiM. ß. II. S. 349. — Äfpatlt/ethlein, 
de Tacad. des Scienc. 1765. pag. 45. — C/ir. O, Ludwig 
progr.qno obXeivata in t^vt. cadav. i'ueminac, c<i)iv (oUa 
cmolita erant, proponlr. Lipf. 1757. cjusd. adverf. med. 
pract. Vol. l\. pag. 421. — Sei/e's nwie üe) trage, ß. !". 
wozu die Bcichreibung des Knoclicngeripp? in ^ aitei^-i 
anat. Muf. \\, II. S. 29, ^lo. 373. gehört. — Lo^crj Jour- 
nal fiir die Chirurgie. B. III. S. 49 lg. 
3) Abfcbn, VI. S. 119. 



l6S '^fP. Fou dem JCnemkengwhBucit. 

Das Jrehsgift xvirkt ebenfalls aof . 
j^nocben. Bcfondor? entrteht cfayon icicbt Be 
firafs. Dicfc Art tlcr Ver7ehrunp,fagt fTö/^er 1 
unterfchcidet fich von allen andern Verzehriioj 
ganz befonders dachtrch,'däfs die Knochen ftell« 
TTcis nach und nach, verzehrt werden und dieKi 
^hen bis am Räude der AnFrefFung beftändig il 
natürliche Feftigkeit behalten. Hingegen bey c 
Ver7ehrung der Knochen , die durch eine andi 
Schärfe entftandenifl, find jedesmal viele Stellen ; 
einmal angegriffen. Die Knochen find looU 
etwas leicht und mao'ßeht offenbar, wie plöt^lj 
auf einmal ganze grofse Stücke verzehrt werdt 
^u^lejcb befchreibt er uns mehrere Beyfpiele v 
Knochen, welche vom Kreb£gifte gelitten habi 
Am meiften betrifft es die Qeficbts- und auch < 
$chedelknochen. 

Von der Weichheit der Knochen in der I 

chftis, upd von derjenigen, welche wi^- bisher v 

andern K'^nkheitsurfachen hergeleitet haben, 

eine a&dere^ viel bösartigere, Weichheit fel^r 

ynterfeheiden, welche man gemeiohin O fte o fa 

Cofisneant. F/'a/7A'9.^)nennt fie racbitis adu 

tprum. Sie betrifft nur immer einen, oder vi 

9ige Knochen« DJe Knochen fchwellen auf, wc 

^en weich und fleifchartig, fo, dafs man fie n 

dem Meffer ohne Anftofs zerfchneideu kann i i 

dß'm wohl auch hier das Ljmphfyftem, krani 

haft gcreitat, theils eine vermehrte Abfonderui 

thierifcher Gallerte, theils eine widernatürKcl 

]^nfaugung der erdichten Beftandtheile verurfacl 

pie UrCach ift gewifs fel^r verfchieden , und kau 

• bai 

S0 ft. a. O. B. II, p^. 94. 

9 ^ delectus opafcu],or. VoL II. pag^ ^4» 



A. yoM den Knotken üherkahpt. %^j 

fcald im Einern gicIiHfchen, bald in einem krebsar« 
tigen , bald In einem fk/ofulöfen , bald , und dies 
wohl am Inlufif^teB , in einem veneFifchen Miasma 
ttgCD ^). Petit 97) fah einen Hüftknochen und 
dB andeFmal die obern Enden der Tlbia und Fi- 
Main eine folche weiche, fleifchichta Maffe vcr^ 
nHdelt, Acrelt^i) fond bey einend Bauer die 
goize uutexe Kinnlade in eine Fleifcbmaffe ver«« 
wandelt; 6e {teilte eine grofse, fchwammichte^ 
MillofoGefchwolft vor, welclio auf einen, anhalten- 
dai| nagenden Sbbttierz in der Kinnlade effolgt 
war, von der Knocbenmaffe war keine Spur mefac 
9S entdecken. ' 

Ein iungerMenfob von funi^elm Jahren hatte 
(eitdrittehaHi. Jahren an der linken Seite des Ge- 
ficbu eine Gefchwo)ft, wodurch fie ohngeiahr t^tn 
drey ZoH hoher wurde, als die rechte. Sie war 
hart, ohne Hötbe und aach faft ohne Schmerz« 
Sie hatte mi% einem nnfchmcrzhaften Auffchwel* 
leo Ober dem Jochbein und dem untern Tbeiie 
des SrMafbein.^ angefangen und nahm, n^ch und 
nach fo zu, da fs die- Bewegung der Kinnlade, das 
)[anen und Schlingen fehr hefchwerlich wurden. 
Der Kranke konnte nur floffige Dinge zu fich nehr 
men und endlich auch dicfe nicht einmaL An 
dem leidenden Orte hatte er oft rheumatitcba. 
ZoGÜIe gel.abt^ die immer mir einige Tage dau^i^^^ 
tau Die Gefchwulft, die inaji nach (einem Tods, 
inierfuchle, fchlols eine weifslichte, der Sub&anz^ 
cinei^ Scirrhus ähnliche Materie in fich. Der 
Oberkiefbr, das Jochbein, der untere Theil dea. 

Schliif- 

96) Böttcher a. a. O. B. III. S. 70 fg. 

97) Von den Krankheiten d«r Knodien. Ana. dem Fr^n^^ 
Berlin 174^. H. I. S. SOO» 

9t) a. 4. O. B. 1, S. 95^ 



/ 



l68 II. Vom dem Knoclieugebäude» 

Schlafbeios, der zitzMförinige Fortfatz und .eia 
Theil des Wiokel$ der unteru Kinnlade , waritff 
durchaus in eine fleifchichte Subftanz verw^f 
deltW). : ..Ü ' 

BiFweilen fand man.foig£(r die Zähne von 4i^t 
tor Krankheit angegriffen "^^). .. 

Die umgränzte Ausdehnung eines Knodieot ^ 
an irgend einer Stelle über feine Natürliche Graae 
ze, nennt man Knochenauswuchs, Exofto*. 
fis. Ihre nächfte Urfacbe ift vielleicht eine Ver* 
letzung der Beinhaut, wodarch theils ein zu ftar* . 
ker Andrang des Knochen ftoffs an diefe Stelle 'j 
verurfacht , theils der Knochen nicht in feinen ge« 
hörigen Gräozen gehalten werden kann« Dief« 
Verletzung kann durch die vielea, vorhin an^a» 
zeigten Miasmen gefchehen, und dann nennt man 
die Exoftofe bösartig (wohin z. B. die venfe*. 
rifchen Knoten gehören);, oder fie kann auch ihrea .j 
Grund in einem Lokalfehler des Knochens un^ \ 
der Knochenhaut haben, und von gar keiner Bch i 
deutung feyn; die gutartige Exoftofe. O^ ^ 
entrteht fie offenbar aus einer äufsern QewalttliS* ^ 
tigkeit. So fah Baute *) eine Exoftofe am ^ 
Schienbeine nach dem Schlage eines Pferdes ent* ^ 
ftehen. WaUer **) führt eine Exoftofe an , die f 
an einer zerbrochou gewefenen, aber vollkommeil.:;. 
geheilten Rippe hervorgewachfen war; fie ift grif* 

fei. 

99") Collomh's. in«<iicinifch- chirnrgirdie Werke, üb^fe« 

von W. Harke, Brfchw. iloo. B. I. S. 7a. 

lOO') Ifenflamni VerfacVi einiger prakt. An merk, über üi« ^, 

" Knocbeni S. 427. ' *^ 

1) Journ. de Medic. Tom. XII. 1760, Jnin. — tiberfetttii ^ 

' der neuen Sammlung an«erlefener Wahruebmun^en eol \ 

allen TheilenderArzney^qriflenfcbafC Strasb. 176I. fi.|Uv ^- 

\H 1^. % g. B. II, s. ^5. No. 431. 



if« yon, dßn Knochen überhaupt* %ff^ 

^migund befindet Ticb an der Stelle de^ehema- 
in Bruchs. Ehenderfetife ^ befchreibt den 
ipotationsftutnpf vom Unter fchenkel eines ^|an* 
« Beyde Knochen fincl.vou dem, am abgefägt 
. Qrte erzeugten Knochcafaft gefcbloffea* und 
t einander vereinigt; an der äufserm Seite des 
idenbeins ift diefer Knpchenfaft aber zu «iner 
kenfcirmigc^ Exoftofe hervorgewachfen, welche 
cy Zoll zwey Liuiei^ lang und acht Linien dick 
Die gutartige Exoftofe ift auch an und für 
1 nicbt fchm erzhaft, nur verurfaoht fie nach 
d nach, bey Zunahme ihrer Gröfse » iiv dei) be- 
chbarten Theiien Befchwerden ; breitet fie fich 
\ an ein Geienk aus, fo hindert fie die Bevire^ 
"5 ^> dringt fie an der Hirnfcl^ale nach in« 
o,fo verurfacht fie Kopffchcnerz, Blddfinnigkeit^ 
ahnfiun '), in der Atlgenhöhlc verurfacht fie eine 
LophthaioU^ ^)* Am meiften erzeugt fie fieh am 
hienbein, an der Uirnfchale und in den Becken^ ^ 
lochen, wo^fie nicht feiten die Geburt erfcliwert 
id gefahrvoll macht )), Bisweilen fcheint auch 
anchep Korper eine befondere DifpoGtion zu 
coftofen zu haben; fo ^ndat n(ian.,an einem Sub- 
kte oft mehrere Exoftofen ♦). Bisw^^ien fin- 
}X man fie auch fchon im jugendliche^ H^M^^^ ^)* 

•) ebendaf. Nq. 435. 

^ Z. ß. Walter S. 71. No. 446. 

1} 9. weiter unten mehr bey den Knochen de| |C9p£s, und 

beym Gehirn, 
J) i, B. Baldinger'* Neues Magazin. B, XVII. S^ 198, 
%) van Do€r ereil fjiecini, obff. aq^d. cap. XU. pag. 177, — 

Stark in Batdlnger^s N. Mafaziii, B. VI. S. 73, V* J, J. 

Wiehert diff. de exprefcentiis prueternaturHlii^^s ex iji- 

ttriore pelvis miiUebr. iiiperficie. GOtt. 17V7» — - Veigl. 

Becken, ^ 

2. B. Kiihler S. ag. No, 96. S. 2% Np^ \Q^ 
$) Köhler S. a«. No, ^. 



ijo W» yon dbm Knochengcbhud^. 

Die gutartige Exofiofe ift feft, liart und diclit,' 
w\t die übrige gefunde KnochenmarTe. Oft fio- 
det man aber auch Exoftofen, welche hohl, oder 
delllcht, in eine lockere Malte aufgelöfst find, 
und auch eine Flürßgkeit enthalten ^}. Eine Exo* 
ftofe vpn befojidercr Art ])efcllreibt Köhler 7); fie 
befindet Goh an einem Schenkelbeine; dies ift aca ^ 
feiner untern Hälfte mit einer weifsen kalkarti^ 
gen, zwifchen den Fingern zerreiblichen MafTe 
umgeben, die mehrere übereinander liegende KriH ; 
ften bildet, und mit A^m fogenannten Strahlen«- 
gyp& die auffallendfte Aehnlichkeit hat; fio. fallt 
fogar einen Theil des Raums zwifchen Ai^n bey» 
'den condylis aus ; die condyli felbft aber find Äm^ 
wo fie mit Knorpel überzogen find, verfchont ge- 
blieben ; an manchen Stellen, wo die Maffe durch 
Zufall fich abgerieben hat, crfcheint der darunter 
liegeuflo Knochen kariös; übrigens ift der ganze 
I(nocli^n fehr fchwer. 

Manchmal wächft die Exoftofe ^u einer an« 
foiinlichen Grülso. ttV/Z^er 8)befrhreibt eine'Exo* 
ftofe am SchonkeJknonhen , die f:inf Zoi Dang ift, 
und fich in fpitze Fortf.itze endifjt; Köhler 9) eihe _ 
derglcirhco von der Gröfse eirier Kauft; eben« 
dcrfol be '^) eine andere, an der in^venfIig«n Sei» 
te des Schedels, die faft deffen <;anze linke Seite 
deftiuMt hat. Diejenige, welche ich vorher von 
^aiuv ^i:?gefilhrl habe, hatte den uugcbeur'^*n«Uai^ 
lang von fieben und zwanzig Zoll^ 

DieGeftalt der Exoftolen ift verfchiedenj 
bald find Qe kugelrund '^), bald lang und fpi- 

tzigi 

6'\ z. B. Kühler 6. 30. P^o. I^. V 

7) S. 50. ^o. 104. 8) a. a. O. S. ^g. No. 445, 

9; S. 50. No. 109. le) d. ä9. Ko. 100. 



A» Von deu Knocken übe^haujk. 171 

feig**), gahelfärtnig H), gekrArnrnt *♦), fcharf und 
eckig, wie Schippen H)^ Walter >^) führt eine 
lioffofe ao, welche kugelrund ift, üher eisen Zoll 
W Dnrchmeffer bat, und auf einem Stiele von 
fcho Linien Dicke, und vier Linien Länge fitzt» 
Jbhkr •T) befchreibt ein os fcmoris , welches an 
ihem ttntern Theile eine wunderbare Exoftofe 
Der Knophen hat nämlich dadurch eine fo 
rhare Figur erhalten, dafs es rcheint, als 
n ein StAck gleichfam einge^iapen und abgeböi- 
wäre; die äufsere Lamelle des KQochens, 
it der Auswuchs bedeckt i(t, fieht eben fo 
wie die, welche deo gefunden Theil über* 
ieht, und fcheint gleichfaqi eine Ivontinuation 
Melben zu feyn, 

Befchreibungen und hin und wieder AbbiL 
Bogen von Exoftofen findet man bey Ruyfch ^^% 
^ifpan %,Hoiißec ^%Chefelden ^')^MorfiaU^), 
mdifort n)^ Köhler ^S Walier ^^), 

Aus 

U) KöJkUr S. ag. No. 97- "— ^a/tcr B. II. S. 65. Nu.451. 

e. 67. I^o. 441. 
■•U) Köhler 3. 92. N. 110. — fVa/ter S, 65. No, 435. 
MifVaher j>icr. 435. S. 67. Wo. 441. 
15) Köhler 0. 31. rSü. ic^. 

I«) S. 65. Kn. 433. 17-) S. 31. No; 105, 

II) Thet anatom. X. Tab. II. lii!. 4^ 5. 9. 
I.IJ) de cxortofi csjanii rariore. Amft. 1730. in Halierl coU, 

4ifp. chir. Vol. I. No. IV. ^ 

JO) in Memoir, de Tiicad. de Chirurg, Tom. HI. pag, I3Q. 

TaB. IV. V. 
J|) Oftcogräphy Tab. XLII, XLIII. 

ii) exortoiis ßngnlari exempki illaftrata. Tubin«;. I7|X^ 
ii) Obrenrat. anat. patjiolopj. Lib. II. cap. VI. p^g- 121-% 

Tab. Vlll. Fi^. i.«. — Mufeum anatoni. Vol.l. Scct.IV. 

pag. 169. No. LXll, pag. 211. No.CCCXIlI. Tab.LXXXViU. 

tk.lbM4. No.^CCXIV. Tab.cit. lnc.<.6. No. CGQXV. 

CCCXVI. Tab. LXXX. Fi2.4.5. No.CCCXVII. pag.iai- 

^o. DXXXVIII. pag. 216. N. DLXVIM. U^XIX;. Dl^XX^ 

i.b. eil. 

H) S. af. No. $6. bis S. 34. No. 113 c. 
35) «, |. 0. B, \\. %. 64. No. ^1-^4^ 



l^ft !!• Von dem Kiipckemg9öSude»\ 

Au» dein Kabinet d/^s Geh. R. Meckel kann 
ich folgende Beyfpiele von Exoftofen mittheilen, 

i) An dem Unterkiefer einer alten Fraa 
ift die . ganze rechte Hälfte in eine Knocbenge* 
fchwulft ausgeartet, ,die (ich bis zum Kehlkopf er- 
streckt, in die Mtindhölile (ich fo weit ausdehnt^ 
d$ifs fie den Gaumen berührt und fb weit in die 
linke Seite dringt, dafs diefe nic^t einmal mehf 
die Hälfte ihres gewöhnlichen R^ums einnimmü 
Pen Sclilundkopf hatte fie rechterfeits dermafsen 
nach inn^ gediückt, dafSs fein innerer Umfang 
ziemlich um die Hälfte verringert ift. Ihre Ge«« 
(talt ift länglich > fo dafs ihr längftcr Purchmeffer 
vom rechten Winkel des Kiefers bis über die Mitr 
te des I\ärpers (ich erftreckt^ und vier \ind cineE 
hi|lbeii ZqII lang. ift; von oben nach unten ift ^ 
drey und einen halben Zoll hoch, und ihre Dickt 
von aufsen nach innen beträgt gute drey Zoll. 
Oben und vorwärts jftihre, übrigens glaste und 
runde FSäclio mit zwey Erhabeiiluütcn verfeheo, 
davon eine einen ganzen 2^11 , die andere einen 
halben ^.oU lang hervorfteht. ^ Innerhalb nach 
der Mundhöhle zu, ift eine dritte Erbabonheit, die r^ 
flacher, j^ber weiter ausgedehnt ift. I>ie äufsert p 
Kieferpuisader verbreitet fich mit ihren Aeften •; 
nber die Gcfchwulft, welches ehenFaÜs auch voip ^ 
breiten liautn^uskel desHalfes (latiiTimus colli^Pia- ^ 
tismainoyides) gefcliieht. Der vu^sere Käumuskel "" 
entftebt yom obern Ende derfelhen , auch g^obt fifl f 
denen unterhalb des Kiefers gelegenen, zur He- P 
bung des Zungenbeins beftimmtcii Muskeln, wlefc 
dem innern Bauch des zweybauchigcn Muskeif 
des Unterkiefers (Biventer maxillae i^iferiori^ 
dem Mylo • I^yoideus und Genio • Hyoideus den Ul 
fprung; ai\ch dem. auf diefer Seite von ihr zun 

' Schlundi 



i 



A^ Von den Knocken äherhanj^Ü 17^ 

Schltande gehrtden Muskel. Den vom Brnftbeiii 
zum Zitzcnfortiatze berauffteigenden Muskel hat 
fie febr änrück und auswärts gedrätigt; IhreMalTe 
ift dorbh und durdi feft und mit der Natur der 
fibrigfen, nochj fehr ftärk^h titid gefunden Knochen 
tbereinftimmend. Ohngeachtet fi^ , iiircr Oröfse 
wq[en , die Bewegungdo 6e^ Kiefers beym Kauen 
AJdit wenig hindert)) auch die Bewe^i^ungen der 
Zange, fo wie das Schloten merkliöh erfchwe- 
ren mufste,fo hat die Perfonfie doch z%vanzig Jahre 
trtraj^n , war dabey wohl auf, und wurd^ gegbn 
iebenaig Jahre alt. ■ 

12) Art. der rechten Seite des Unterkiefers 
eiver fonf-'bis fechs und zwdn2igjührJgen,*an der 
Longehfäfiht geftorbenen Fraaensperfon, befindet 
fich eineknochengefrliwulft, die in- und auftwSHs 
ofangefahr einen halben Zoll hervorragt, und ihehr 
als einen Zoll Lunge bat. Sie gehört zti den bösar« 
tigen Kxoftofen, wpiJ fic^ Schmerzen veraiilafste, in 
ihrer Höhläng Eiter «nlbioit, di&KnocheMfubftanz 
ioneirhalb derfolben '/ernichtot ift, fo, dafs der gan» 
ze noch (ihrige aufsere Knoclienreft fogar dtirch- 
fichtig ift, und auswendig fowohl als iiiweridig &rh 
ein Loch imUmfarlj» von acht bis noüiil-inien be- 
findet, zufolge deffen hier nichts weiter, als die 
Bdnhaut des Kiefers die Höhle vorfchlofs, aus der 
daft Eiter gcfwifs hervorgekominen wäre, wenn die 
in diefelbe fich öffnende Zahnlücke ihm niclit den 
Assgaiig in den Mund verftattct hättd; 

3) Von gefchvvollencri Zahnwurzeln fin- 
den fich mehrere Beylpitl^ Sie find gemeiniglich 
tDgleich mit Beinfrafs an den Körpern und Kro- 
nen der Zähne verbunden, und betrcfTen mehr die' 
grofsen Backenzahn^, ats die andern. Vörzflglich 
■lerfcw ardig ift ein Zahn, deffen VVurzd i^enig- 

fteus 



1^4 "*- ^^"^ -^^"^ KnochengeöäMdem 

ftens tun ein ftarkes Prittheil längefi urtd mehr 
alr doppelt fo dick>als gewöhnlich ifu Oberhalb 
diefer Wurzel. ift der Körper und der untere Theil 
der Krone in eine l»nglichte, fefte Kno'ohengev' 
fchvrulft verändert, die in der Querrichtüag zehn 
bis elf Linien lang ift|. deren Höhe fieben bis echt^ ; 
und deren Dicke fünf bis fechs Linien betrigt» Am 
innern Ende befinden .fich nur noch die zwey mjl 
ScfarpahE überzogenen Spitzen, die den kJeinM 3lh^ 
ckeüzahn tuszeichneik. .<i 

.'4) An einem Schädel befindet £ch am idof ' 
tcrn üiid untern Winkel des linken S^beitelbeinf ,i 
und 'afh'obern Winkel d^ Hinterhauptbeine eioe i 
fefte)* glatte, über die ünrsere Fläche gedachter .' 
Knochen einen guten halben Zoll hervorfteheodt ■ t 
Kdochengefchwülfh Ihre Geftalt ift eyrund Und *^ 
ihr Läng^ndurchmeffet beträgt Von oben nach um "/s 
len e&neil und ein Viertheil , ihr Queerdurchrnd*- j^ 
fer (AM drey Viertheil Zoll, ihr etwas zackiger ^ jL 
Rand hü an mehreren Stellen Aehnlichkeit mit k 
den natQrlichen Ungleichheiten der Aänder der i. 
Knochen, auf deren fie ihren Sitz hat, er ftefat anch jt 
fo anfebnlich abet* die flbrige Maffe der Knochen«* j: 
gefchwulft hervor, dafs man zwifchen ihr und den ^« 
darunter liegenden Knochen hineinfeheh und eid ^' 
Inftrument einbringen kann*. Die ganze Qefchwulft i 
hat daher ein fchwammii»es Anfehn. 

5) An einem andern Schede], delfen obe^ j 
re Hälfte ahgefägt ift, befinden ßch inwendig mein' 
rere Knocfaengeichwalfte* Din Airkfte! da\u3n fitzt 
am rechten Augenhöhlentheil des Stirnbjins,, iji^ 
rund gewölbt j und mit einem kleinen fpitzigea 
Küochenanlatz verfehen. Sie geht einen gulen halr 
ben Zoll aufwärts nach dem üeiurn zu, und drangt 
fich nach iiiAwärts iO; dals fic den liahnenkamiil ' 

aoi 



A». Von den Knochen überhaupt» 17 j 

Siobbcin völlig berührt, und kaum eine^$pur 

Siebbein blattwahriiehmeo lafst. Sie wuxde 
cb Druck auf die rechte vordere Hälfte dcs^er 
BS, nacbthcilig > and verurfachto durch ^^ufam- 
ipreffung des Oeruch^inßrveii. Geriichlofigkeit« 
iter ihr ift der kleine Flügd des KoilbeiiiS fo« 
lernatürlich verwic]«elt, daÜB er, der roiift k^Uni 
c Linie dick ifr, hier vier bis (i^nthrnmßi und 
äorserftpu (rünnTteti Knde noch zwey- bis dr^y 
lien mifst. Dem .zufolge ift das» fojaft .in dd^ 
ei|r eyruiide Loch zum Durchgänge .ilpsSeb; 
ven, theils verkleinert, thdls in feine;r, Qeftalt 
verändert, dafs deifqn L9ng^ndun;hcneffer v<04 
en nach Unten itebt. Zugleich ^ft ^ler i^ehte^ 
ifse FlOgel vom Keilbein, nebft dem jStchMppen- 
il vom Schlalucin fö verzückt, dafs,, wf^ Idet 

1 Schlafbein kaum die Dirke: oiner l4n\ß hat» 
wenigftens drcy bis vier. Linien in derDickf 
xSgt» und durch ftarke Hervorftehungtn n^vh 
\en nngioich gemacht ^ird. 

6} An «wey Scliede]n, gaii'^ Jn disr Mitte det 
rdem Fläche des Stirabcins beCndon fich zy^ey 
tie knöcherne Eriiobeidieiten, wovon die eitic 
t ungewuhulidier Dicke des Stirnbeins, rtind 
,d in der Gröfse einer fehr grofsen Krbfe, die 
idere länglich und in der Gröl'se einer Bohne ift. 

j) AmSchedel eines Biödlmnigen befin- 
rtich, an der innern Flüche dejs rerhten Schei- 
IbeioSi gegen den ohcrn uiid vordem Winkel 
tlTelbeii zu, eine Exoftofc, deren Grün Ifiäche 
vev Zoll im Durchmeffer bat. Sie erhebt 6ch 
er gute JLinicn hoi-h und Iteigt, mit einer 7.acki- 
in, ungleichen, breiten Spitze gegen die harte 
irnhaut herab wärts« Neben der Furche des 
oisen oberu &vheiförmigen Blutbehaiters befin-' 

del 



i'jß IL Von dem Knockeng^tände*, 

detifich, an der Stelle, vtro gewohnlich diel^ac 
fcbto Drafeh am r.ahlreichffen iiifid am gr 
6ni-j eine tiefere und gröfsere'Grub^, läls^ei 
lieh, in der fich mehrtre kleine Vertief 
acrsz^clineh ; -Aber dem vordem Ende dei* < 
iftdIeKnochenfubftanzTo verdünnt, dafs das 
dleih übriggebHlEib^ne Blatt des- Knorhehs 
dai^chfi^hCig ^wordeii ift; der hintere Th 
diiröli i^inige fcHarf nach inften hervcrra 
&iodhetiftfcifeh ' iinterbrochen. Diefer ( 
gegennbef : b^find^t *fich eine Ivleinere- am ] 
SiKeitUbeine. ' 'Hlttter diefcM-, auch nebe 
F%rch^ fbi^' den girefsen fichelförmigeh Blut 
terjlft etnej nur et^van anderthalb Linien ha 
lieh: biJIrvorftehetidiB Knochen gefchwulf^ die 
falls twkigf'aber kleiner in ihrem Umfah] 
di^ aüi rechten Scheitelbeine itt. Auch i 
linke Seite des Stirnbeins inwendige dicht 
feiner linken Höhlung, iiebeti der fpitzen 
gung oben erwähnter Furche, merklich h( 
ftdherid und glatt angeCchwollcn , AüITer < 
Knochengeffchwalften befanden fich in den G 
deii derfelbenj auf jeder Halftfe der harten 
haut, fchwaoimigte Auswüchfe, die ziemlicl 
Eindracke in die Hirnmaffe bewirkten. Im i 
Schenkel der rechten obern Hirnkämmei 
die Hirnmaffe , im Umfange dt9 darinh be 
chen Ammonshdrns, durch einGefchwflr ze 
8) Am Rückgrat find die Knocl 
fchwdifte gewöhnlich entweder mit Krüm 
verbunden, odor eine Folge von Vei^bein 
der handartigen Maffe zwifcheii den Kc 
^ei* Wirbel. In einem S förmigen Rückgr 
fin.'iet fich zwifchen dem dritteh und vierte 
^keaWifbei feine zwey bis drey Linien htt\ 



B* VfM dtti Knoohen Ühv4umpU i|77 

lodr querlaufcnde Hervorragung, die die Hälfte 
s Gelenks zwifchen heydeu Körpern der Wirb^ 
anioDinf.' Die gröfste Anfchwellung fängt voa 
!ff vordem Fläche des zehnten Rückenwirbels 
alt uod flach an , erftreckt fich ab^r , fptiärirchy 
sdis bis fieben Linien Aber die Flache diefes<(o« 
rskj« als des elften RAckenwirbels , fiehen bis 
dbtlJnien erhaben und glatt J[änglich herunter» 
10 Se fich am untern Rande d^ Körpers des elf« 
m Wirbels endigt. Die Körper des elften und 
ivölften Rdckenwirbels find , wie der erfte und 
»eyte Lendenwirbel, linkerfeits durch eine er- 
abeaa KnochenrnadTe beinern verbünden« 

9) Zwifchen zweien L e n d en w 1 r h e) tt Von 
in Paar andern Subjekten fin^iet fiöh ebenfalls 
ine Verbeinerung der handartigen Maffe swifchea 
en Körpern, mit Harvorftehung der verknöcher* 
» Subftanz. 

10) In einem andern Bedken hat fich die 
'ttgong zwifchen dem Körper des vierten und 
Inflen Lendcnwirbeis, rechterfeits in eine 
>chs Linien hervorgehende Knochengefchwulft 
inagelrildet, und zwifchen dem letzten Lentfea- 
rirbei und der Grundfläche des Heiligbeins ragt» 
»einahe durch die Hälfte der Tagung, eine, meiftens 
dneo Zoll weit hervorragende Knochengefchwulft 
in die obere Beckenöffnung herein, die den klei« 
sen Darchmeffer diefer Oelfnung anfefanlich ver« 
nindert. 

11) Hey noch andei'n vier Lenden wir« 
beln findet die nämliche Abänderung Statt, oho« 
geachtet fich zwifchen den zwey obtrrix derfeibea 
deutliche Spuren vom Bemfrafs zeigen, wodurch 
Ibwohl ein grofser Theil der Körpermaffe diefer 
Hmndb. d, pathml. Anat. B.i, M Wir* 



Wirtiel als auch die 'ZwiFdieiiinalle derblbeir ( 
'serftArt ift. 

12) Auf der -linken Seite Tom K6rper 
•letzten L-etidenwirbels eines andern ! 
.jiftkts findet fichebenf.<)JseinefurkeHerviirrä^ 
i3) Neunzehn Wirbelbeine Im Ri 
grate eines alten Pferde ^ find in ihren-K<^ 
-'durchaus fo mit einander vereinigt, dafs %mn 
dem eriten und zwe'yten derfelben die Verb« 
irung, bey weiten weniger durch die VerknÄ 
rung der Zwifchenmaffe, als durch einen; 
obern Rande des obern , zum untern Rande 
zweyten ßch erftreckenden , einen guten- 
c^inwärts herrorrageaden glatten Knochrnt 
. hervorgebracht \vorden ift. Die drey folget 
.liängen auf .gleiche Art ^ darch eine laogelre 
. weniger hervorftehende, glatte Knoohenßilchc 
fammen. Zwifchen dem fünften und fech 
.Körper ift um den Umfang der Obereinander 
genden Flächen eine Knochenfläche fo ung] 
liervorfteheod ergoffeni dafs fich die Körper v 
lieh beweglich gegen einander l)ermden. 
' ausgetretene Knochcnmaffe ift vom oberni^ör 
befonders rechterfeitSf dermafs^n Ober eine * 
"untern. Körper hervorgekeimte ergoffen, daß 
^ eine Höhle zur Aufnahme der letztern bildet» n 
''rend auf der linken Seite eine Erhabenheit 
obern Körpers in eine Vertiefung des untern, 
gepaust ift. Unter diefen find acht Wirbel n 
nur in ihren Körpern, fondern auch in den fti 
"^lichen Qirset-- und fchiefen Fortfätzen, durd 
'tttfamm^ngi^Hoffen; Ober die vordere Fläche 
idrey obei^i derfelben liegt ein Ober einen 
hinwärts hervorragender Kiiochenberg ; die 
tintern Überzieht eine lange, und eben fo 



4b Vom den Kaocheä überhempU 17^ 

Torragende Knoehenkette. Die ftaehlichen 
rtfätze machen eine lange Knochenfiäche zu 
rdeil Seiten aus, die aber beftändig durch, übe^ 
hervor ftehend^, halbe und ganze Zoll dicke^ 
>chenfort(at^e ungleich gemacht Wird. Di6 
bf uoterften Wirbel find in ihren Kdirpern adem- 
i^iatt vereinigti nur hier Und da ergeben ficli^ 
d auf der rechten, bald auf dier linkj^4 vordietit 
che mäfsige Knocheng>srch\völfte, die aber zwi« 
M d^n artikulirenden Fortfätaen dinier Wirbel 
;einei^ beträchtlich hervorragen^ Auch in dem 
Ichernen gefügten Vereinigungen ;2wifchen deil 
ftbeinen iind dem Heiligbeine , und zwifchea 
I Scbaembeinen find die Fflgungea niclit glatl)^ 
dern foivolil aus- als einwärts merklich erha*^ 
I3 und theils glatt, theils uneben hervoritehend& 

i4) Zwey Schulterblätter, von eSnem 
no, zeichnen Geh durch ihre Gräten und ver- 
gertcn Akromions aus. Die Gräte des rechteik 
breiter,' und hat fchneidend zackige I^änd^r^ 
fich in eine zackige, fchneidendeSjpitzö, Ftisitt 
I gewöhnlichen breiten Akromions, eh^i^m 
jgegen Ift eben diefer Fortfat2 am linken Schul«^ 
blatt wohl um das doppelte breiter und läiiger^ 

im natürlichen Zuftamle, zugleich aufseirft 
ih und zackig, und in der Mitt^ durch ein ün« 
rthnli^htfs Loch, das von aülTett nach inneil 
if bis fechs Linien lang und von oben faich ün« 
i zwcy bis drey Linien breit ift^ ansgi^ieichnfst« 

i5) Anzwey Aritiknocheti l^gen fieh^ 
ade iil der Mittls der hintern fläche von deü 
rpern diefer Knochen , zwey fonderbar^ Kiio« 
mgefchwülfte an. Die kleinere befindet fifch 
'rf chteh Armknochen , hat eine fechs Lioi^A ^ 
Ige Bod zwey Linien breite Grundflapht| wlii« 
M 2 OM 



i8o . 2Z. Von dem Knoekmgthäudi^ 

det fich in der Länge roxi Geben bis acht Lin 
um den vleVten Theil c^es Umfangs vom Armk 
eben nach hinten und aufsen fo, dafs Ge mit ih 
vqrderii ausgehöhlten Fläche eine Mnie VomK 
chen abfteht, and wie ein grofses Myrthenb 
'geftaltet, -fich in eine ftumpfe Spitze endigt. 
Unken Ariilknochen li«>gt auf der hintern Fli< 
wie aufgeklebt, ein gröfserer Knochenhdgel, 
durch eine beynahe zveey Zoll lange undzollbr 
Grundflftche entftebt, lOnf bisr fcchs Linien Q 
die Fläche des Knochens erhabeft ift und fich 
einen rauhen, linglichen, halben 2U>li langen R 
endigt.- 

i6) An einem Schenkelknochen el 
.grofsen, erwachfenen Mannes befindet Cch 
fonderbarer Knocbenauswuchs. Er entftelit t.\ 
Zoll Ober den innern und untern Knorren du 
eine zwey Zoll lange und ?ier bis fünf Lir 
breite Grundfläche, fteigt von daher auf- und • 
wärts, etwas gekrümmt, flach konvex nach 1 
ten und etwas konkav nach vorn, platt von v 
nach hinten, einen guten halben Zoll breit > z^ 
Zoll lang in die Höhe, ift dabey an feinem ino 
und äuffern Rande zackig und endigt fich in < 
doppelte zackige, fcharfc Spitze. 

17) An einem andern Schenkelk 
■chen befindet fich an der nämlichen Stelle, 

,«m vorigen, ein Knochenauswuchf , der mit ei 

lEOlllaiigen Grundfläche anfängt und ohngefähi 

nen halben Zoll Ober die Oberfläche des H 

. chens einwärts hervorfteht. Der Umfang de 

. btn ift glatt, aber die breite Spitze fehr rauh. 

18) FJne K'niefcheibe ift, ohne "verj 
ÜMTt zu feyn, an Ihrer vordem Fläche mit n 

f 



k^eiiien knöchernen Erhabenheiteo befetxti 
■d dlidarch' a^ni^binend rauh geworden. 

;Mil dpr galartigen Sxbftofe ift der Kallas^' 
ej, J^j^oobenbrOchen vöIUg einerley. Wir fio« 
Ica.ilui bald feit. und hart^ bald etwas weicher; 
ridil^ ergialt, bald unförmlich, rauh, mit Sta* 
Un.niid Spitzen befetzt ^ büsweilen ift er in fehr 
ycifiwr Mcaige ausgetreten und bildet dadurch öi- 
fSftwKijnWulft^. 

i>er Külns erzeugt firh bey l^noobenbrachea 
if swe jerle j Art Bey Trennup^en der flachen 
BrnfolMlenknqchen fchliefst Seh die Knochen» 
naiid^ ¥orerft dnVch ein» Haut, an weicher man 
n AaCtiige keine Spur von erdigten Thellen be« 
lerkt; Mcb und nach wird dafelbft Knochenma!» 
nie abgefetzt, dafs die Haut if Knochen verwan.»* 
alt, ond die Narbe gefchlofTen wird« Bisweilca 
kibt i|ber ftets ein kleiner 2wifchenratim übrig, 
•r fiah ple ganz mit Knochenmaterie anndl^*, J8ey 
ra Brachen der andern Knochen tritt aus denGe- 
llsen ein mit erdigten Theilen angefQlIter, dickect 
M»iditer Safk hervor, welcher allmählig immer 
ttckitr wird, und iich endlich in eine harte, fefte 
dalfe verwandelt iind die Knochen »Enden veJT^i- 

XMtf« 

9t\J, B^ Böhm^ dfi callo oiriam e rubiae tinctorum ca^ 
cia paftn intectornm. Lipf. 175a. -f- tjusd, ^i'ogif. de ofr- 
Con cmUo. ibid. 175S. -^ Andr. Bonn cUd. de pfkuin cüI- 
]d, 'welch* feiner defoript. thef. oft. niorb. HaviAoi an- 
|0Ä2nct ifc DeotTch : Andr, Bonn* und A, Marriguet 
^yfioiog. and cliirurg. Abhandl. Ober die Natur nndBr- 
saäjTiina det Kalliu überhanpt und insbisrondere von den 
UnlSr4Dliebkeiten und Fehlern deflell>en bey Beinbrtt- 
eben. Leipz. 1716. — Böttcher a« a. O. U. L S. i$6. -^ 
Käk/er a. Ä. O. — 9Va/ter a. #. O. 

9Sf) z, B. Köhier ^. 65. No. 995 a. 

•i) Ver^lfFaiier a.a.Q. B. lU S. l%6. f. 4 ^« S.II7*f-f* 
S. 164* |. 19- 



f 8^ 11. Koji d^m Knackengehäude^ 

^ Diefer Knochenfaft ergiefst fich Wo« über ctte 
§ufserliche Fläche der Knochen; hingegen fieht 
man an feiner inwendigen Seite nicht die mindefte 
$pur davon. Dies Geht man deutlich, wenn mau 
zerbrochen gewefene und wieder geheilte Knochen 
der Länge nach auffugt. Spritzt man die Gefäfse 
eines gebrochenen Knochens aus, fö findet raaii 
liuch, dafs die Gcräfse der äufsern Beinhaut fich in 
den Kallas verlängern , hingegen die Gefäfse der 
Innern Beinhaut ßch nicht in daffel be erftrecken ^9). 

Beyfpiele vom Kallus, der bald glatt, bald 
vnfdrmlich erfcheint, geben uns Köhler )^} und 
Walter 5*). Eine vortreffliche Abbildung von ei- ,- 
»em fehr unförmlichen liefert uns Ludwig 5'). j 

Hey fchlccht geheilten Knochenbrüchen, weN - 
che nicht gehörig eingerichtet, fondern dislocirt - 
find, fchliefst der K<<I'us bald die eine oder dift ■ 
endere Al-arkhuhle, bald alle boydc *). " a 

•in dem Kabinet de^ Geh. Kaths Meckel bet ^ 
finden fich unter andern folgende merkwürdige » 
$pecimina von Knochenbrüchen: : 

i) Ein Fall von einer beträchtlichen Höbe a 
yeranljU^ste bey einem jungen Aladchen den Brach 

dei . 

*9) Wtifter R. II. S. \6\ F/r. — Eine romlerbarc F.rzy^nniDf; _, 
' von einem Kallu.s b^•fcIlleibtZ/////r/r^•/'<7i7; (üpfthichtf nud , 
Befchreibun^ drr Kiincln*:! des niPnl' liliciiru Kni ]m*! Ji.S.44t *_ 
|. 55>. Tab. \. Fijr. i.) Das /«rbrctlioiic Schenkel beiaft- . 
nes rdchitifch > vt'nci ifcJien Kin(\fs ilr nätnlicli nicht ^af " 
die gewohiilicho Art wieder vereinipt, fondern ei lut .^ 
ficb lim deflcn Brnch ein breiter Hijii> von ausgeti'ccrnem «^ 
Knochenfatt JuMiini^^elogt , welcher die ^ctiennten Kno- 
ehenüilcko ZMr«iminrn hält; die uebrcichenen £ndai '?- 
felbft hingegen find durdi eine anfeiiuliche leere LildM - 
von einander getrennt. 

)o) z. B. S. 6x. iSo. aco ^z- *^* ^)- ^'^* ^08. u.a. 

30 S. 199. Nn. 59^ lg, 

32*) de anarnndiun aegritndinMm corporis humani TitdÄbat 
et canhs. Tabnl«^ fedecim. pai^. ^vx.2%. Tab. X. lifs. i.li 

t^ f. B. Kühler S. 68. r^o. 230. $. 69. ^9. 2-^1. 2)). u. la 



A. Vom den KjHchsn, ükerkaupt^ 18} 

def linken Schenk elbeins und des rechten Untere 
Ichenkel- und Wadenbeins« Der erfte ging in 
(chief er Richtung durch dje Mitte des Schenr 
kel b e i n s , und veranlafste ein fo ftarkes Abweif 
eben der Knochen - Enden von einander. , dafs das 
iksre Eiide des untern Stacks drey 2^11 aufw&irtfl^ 
du oDtereEnde des obern Stücks eben fo weit her; 
{ wierwtrts zu ftel>en kant. Vernachlafsigte Ber 
i kandlung defTelben gab dazu Anlafs , dafs, da die 
Knochen-Enden nicht gegen einander Ober geTtelk 
wvden, fie 6cb von der hintern Elache des Kno«* 
dwns fo mit einander vereinigten , dafs das oberf 
Sttlok Tonv^rts, das untere aber hinterwäitts zt^ 
bAen kam. Dem gemafserfohei^tin,demgetrock:^ 
Mten Schenkelknochoa. eine Gcfchwulf%, 
dUt nicht nur von den doppelten hintereinandei; 
litgonden Knochen entfteht, fondern eipen deitOs 
I gröbern Umfang erhält , als die da:?wifchen aus^ 
fefondeile Knochenmaffc einen beträchtlicheil 
Ranm zwifchen beyden ausfallt. Diefe Knochen«i 
Baffe bedeckt das untere Ende des obern und da| 
obere Ende des untern KnochenfiQcks, fo,^dafe 
die Oeffnungen der Köhsen völlig dadurch ve;^- 
Ichloffen find ^ und durch das Zufammenkommea 
dieCer umgebenden Knoehenmaffe eine, vorn glaV 
te> Uiuteu zaciyige und ungleiche Gcfchwulftentp. 
^ebt, liic von vorn nach hiutca drey Zoll> voj$ 
aaiseo nach iivneu zwey Zoll im DurclimQrfer bci» 
trigt^ und in der Lange von vier Zollen um dea 
UnoüEang des mittlem Theils vom Knochon fortr 
geht« — Der ßruch dor Knochen vom Vnr 
terfch.enkei be&ndct ficKam untern Ende» grgr 
de im untern vierten Thcile derfelben., junjd geht 
i fckief durch die beyden nebeneinander liegen» 
i 4ee l$[,oocheas Durcli gleiche^ Vernaehlä^figui^ 

find 



1^4 ^' f^^ ^'v* KmBekengehä§u[^» 

findytnit VerfcTiliefiHing dar HöhrendfFaangen bey 
dar Knocheii, die Enden krumm aneinander ge- 
heilt, fd^ daifs. fie nach vor» hervorftehen ^ nacH 
hinten ausgehöhlt find; der ftonipfe Winkel, id 
den fie vertheilt find, veranlafst eine Herrorfte^ j 
faung derfelben , yermittelft deren fie einen guten z 
2,^11 vorwärts gebogen erfcheinen. Der Kallut 
der Tibia Hat wenigitens drey Zoll im Umfange i 
der des Wadenbeins einen und ein viertheil Zollv a 
Vom Kallus an^ bis an das untere Ende beyder « 
Knochen, gehen, in der Richtung des Zivi rcheoh»)^ 
l^no^heobandes, Knoichenfti'eifen, die in der Läu*«^ 
ge fon vier Linien oben, einen halben Zoll in ddf 
ftfitte und in ebjsn to viel Länge an den unterfteA 
Enden der Knochen verbinden, und eine Verbäi^* 
^erung von einem Knochen zum andern vorftellefll^ 
Befonders merkwOrdig ift diefer Fall noch in d«e^ 
flackficht, dafs durch die Verkürzung des linkü^ 
Schenkelkno.chens, und der rechten UnterCchc 
l^elknQchen die Perfon im Ganzen um drey Zol 
|(le>ner geworden, dadurch aber in den Stand : 
fetzt war, fo. zu gehen, dafs man ihr nicht^VMl^ 
den^ erlittenen Unheil anmerkte. ^ 

2} Ein grofser nnd ftarker Mann brach dtfi^ 
rechten Sehen keik nochen in\ oberfti 



P.rittheile der Länge des Knochens; die Knocbe^ 
£nden wurden nicht gehörig aneinander gebraeUjke 
vmt die Folge davon erfcheint jetzt im getrockv^* 
ten Knochen in der Art, dafs der Bruch fchi^£ 
von vorn nach hinten ging. Das obere En^e m 
R^iochens ift daher nach vorn, das untere na^ 
Flinten gewichen , und an der Stelle des Bruol» z 
find, mit Verfchliefsung der Markhöhlen, die mtt < 
den fo. vereinigt, dafs der Knochen fowolü nÄ, j 
XQf« > al^ ^9fih aulsen hervorragt, indem das 9m^ j 



B* Von den Knocken ÜherkampU i85 

reStOck mehrmals einenZoll aber deirvoidieriiFlS« 
oHe des KncM^bens hervorfteht^ond d^S untere eben 
'foTiel nach hinten und aufsen.-VoA diefem erlwbt 
ich ) Iloga der hintern Fläche des Knochens eine 
rauhe und zackige Oe{>SivuJrt, die bis an das im* 
tere Drittel deffelben in der Mitte her^bfteigt 

3) Das lin^ke&chenkelbein eines Man* 
aet» tnit einen Bruche am obern Theile, der- (c b i e f 
TQU lufieA nach innen geht. Daher wich das 
ebere Ende des Knochens nach innea und vorn» 
das untere nach auCsien und hinten, und beydeKno* 
dien -Endeohab^n; (ich feitwarts i^neins^nder gefügt. 
Das obere liegt inwendig, das untere ausvirärts. 
Die Länge ihrer d^rqh Knochen mafTe- bewirkten 
yereinigung beträgt drey Zoll. Die Markhöhle 
das obern Sttfcks ift nicht ve^fchloffen, fonderk 
ftebt nach vorn fpitz und offen hervor; von der 
lonern Seite deffelben gehen zackige Fortiatze ein- 
tdrts zam untern Ende Ober; und verbinden das 
obere Ende mit dem untera durch ungleiche und 
rauhe Kno.chenauswachfe mit dem innern Holl- 
kSgel und dem obern dermafsen, dafs diete itiit 
dem untern Stück Eins geworden find. Der ^n* 
lere Theil des Knochens fteht weit nach ol>en 
md sufsen fpitz hervor und hat gleiche H$hek 
i3-4ait dem äuffern RoHH^tgsl- Pas Schenkelbci^ ift 
s:t daher um ein Viertel verkürzt und der Urnffl^ng 
ier verletzten Stelle beträgt zwey Drittiftl mehr^ 
|ls die des natürlichen. 

4) Ein fchiefer Bruch der reichten 
rilSchienhein röhre am uatem Dritte} cte^fel* 
»r;atWn und ein ebenfalls fchiefer Bruch des abern 
:e ftad untern Endes vom Wadenbein , ift dahin aus-« 
1 dkeartet, d^fs die Schieoheinröhre, dicht unter ih* 
i> Air AeUue^ f^br ung^l^cb !Uiu<i l^iMh ^ewQJTci^a ift 



l86 n« Fom dmn Knoeh§ng€bäud0B 

Si« ift aber die Hälfte ihrer gewöhnlichen Dicka 
aogefchwollen ; ihre vordere Oräte ift unten gans 
zernichtet und in eine ftarke Erhabenheit ausgear« 
tat; eben fo ift esmitderäufrern der Fall, die nach 
hinten foharf und ungleic^i henrorfteht; auch ift 
die innere, befonders unten, fehr nach hinten her» 
-Torftehend. Die Brache des obem und untern 
Endes des Wadenbeins find in betrachtliche, za* 
^ckige Koocbenerhöhungen ausgeartet und zeiges^ 
beträchtliche Knochetiauswachfe. 

5) Das Schlaffeibein hat nach einem 
Bruch wohl fQr allen Knochen das Schickfal, die- 
locirt und unförmlich geheilt zu werden *)• D^ 
Grund davon liegt meiftensin der^ernachläffigtop 
Siagnofis di^fer Krankheit, indem fie oft mit 
einer Armknochenverrenkung verwechfelt wird» 
In drey Schloffelbeinen, deren zwey von der rech* 
ten Seite (wo diefe Brüche überhaupt häufiger, als 
auf der linken, vorkommen) und eins von dtf 
linken Seite find , befinden ficb fchr beträchtliche 
Dislokationen. In allen dreien gehen die Brücha 
fchief durch den Knochen von auben- nach ein« 
.wärts und von hinten nach vorn; zwey haben das 
innere Drittel des Knochens getrennt, der dritte 
mehr das äuffere Drittel dcsrelben abgefchieden« 
In allen dreien ftehen die Knochen- Enden mehr, 
als zwey Zoll übereinander, bilden anfebnliche, 
theils feftere, theils lockerere AuswüclifQ, 4js 
durch die Hervorragungen der Spitzen nothwen- 
dig einen anhalteiuien Reitz veranhffen mufsteo» 
. das abgerechnet, was fie auf 4i% darunter liegen- 

den 

\^ Yergl. 1. B^ Kühler a. a. O. S. «5. Ko. aoo-ai^ a. -^ 
Walter v a. O. B. IL fi. 15}« l^o.C^l f^. ä. 159. Ko.S4S. 



A* Von den Knochen überhaupt. 187 

«len Geß&e und Nerven bewirkten , wovon fchom 
häufige Erfahrungen bekannt find. 
I 6) Rippenbrüche fallen y der Länge und 

Dflonheit der Rippen we^en, fehr häufig vor*), 
und ms können auf einer dcite auch mehrere Rip* 
|cn zugleich und jede an mehrere^ Stellen zerbro« 
eben iMferdcn. 'Mehrere Beyfpiele aus der Samm- 
I hog des Geh. Ratlis Meckels beftStigen dies« 
\ Eise Frau von fech^ig Jahren (die befonders da«^ 
durch grofse Aufmerkfamkeit erregte , dab fie* 
dn fo grdfses eyrundes lA)ch zwifchen den Vor« 
hAlen des Herzens von Jugend auf, bis in das 
oWäbnte hohe Alter flbrig behalten hatte« daCr 
aun bequem denDaumen durchbringen konnte» oh- 
ne jemals Zufalle von der blayen Krankheit gehabt 
n haben)| hatte auf der rechten Seite fieben Rip* 
pen zerbrochen; viere derfelben zeigen zwey 
Brache, wodurch die Rippen in drey StQcke ge- 
dieilt üad\ die drey übrigen find nur durch einen 
1 Bmcn in zw^y Tlieile getheilt. Mehrere Fälle 
' in diefer Saiumhing beftätigen clie Zer'orechung 
der Rippen an mehrern Steilen. 

Befonders merkwürdig bey Rippcnbrflchtn' 
ift die i|bweichende Verfeftigung der zerbroche- 
oea Knochemftücke gegen die gewöhnlich feffie 
Vertundung, durch eipcn organifchen, gefafsrei- 
eben Kall US anderer zerbrochenen Knochen. 
Die Meckelfche Sammlung enthalt mehrere merk- 
würdige Specimina davon. Die erite häufige 
Verbindungsart zerbroohner Rippenftücke ge- 

Ilekieht auf eine bewegliche Art, dur-ch die Bein•^ 
baut. So finctet fich im Meckeifchen Kabinet 
ein verwalteter fchiefer Rippenbruch , wo die eot- 

' ^ f. B. WÄ/cr 4, a. a 9^ ^l. No, 199 ^SOT* 



l88 iL yoM dem KnocheifgehäMde» 

gegenftehenden Fliehen und Ränder der Spalta 
ziemlich gfatt abgefchliffen find und blos durch 
die glänzende fefte Beiohaut der Sufsern und in- 
nern Flachef der Rippe zufammenhängen. Dia- 
zweyte Art der Fflgung befteht darinnen, dafs ditt 
Knocheii.-Eiiden, bäuBger, als im vorigen Falle» 
durch eine, um den Umfang des Bruchs entftan« 
dane entzündliche Verdickung der Beinhaut, die 
eine Art von Ks^fel um die gebrochenen Stück« 
des Knocheiis bildet, zuCammengehalten werden. 
Die gegen überftebenden fländer und Flächen 
find . abgefchliffen , u;id es bleibt auch hier eia 
tcünrUiches Qeienk. Diefen Fall ^ndet man fia- 
benjnul in der Meckeifchen Sammlung« Eine 
dritte häufige Verbindungsart der gebrochenen 
Kippen befteht darinnen , dafs die Enden> der ab- 
gebrochenen Stücke in Knorpel ausarten, ohne 
Kiiochenftoff , wovon, es freylich das äufsere An* 
fehn hat, zu enthalten. Auch diefe Art ift be- 
weglich. Eipe vierte VereiniguiigSjart ift dadurdi 
von der vorigen unterfchieden, dafs es ein Mittel- 
ding zwifclien wahrem Kallus und Knorpel ifi| 
wodurch dje Rippen Enden beweglich an einan- 
dergehallen werden. Sind die äufsern verdicijcten 
Bedeckungen des Bruchs durch behutfame Mace* 
l^ation zerftört, fo halten die Knochen - Enden zwV 
noch an einander, aliein die gclindpfte Bewegung 
kann fie von einander trennen, indem eine* mehr 
erdichte, als knöcherne, grünliche klaffe den 
Raum zwifchen den Knochen - End^o ausfüllt 
dele Maffe fühlt fich rauh an und zeigt nichts 
organifche«. Uebrigeos ift diefe VerUiniiuag an* 
tfr aUoA die hauhgfte. Die fiUifte Verbindungs* 
«rt endUcti ift der wahre Kallus. Die Knochen- 
Euden find dann feft uAd unbieweglich verbunden, 

nod 



A. KtfA dem Knochen überhoMpf. 189 

vnd die zwifchen ihnen ergofTeoe MafTe ift orga- 
■ifirt, indem Geffirse von einem Knochen - EncTo 
zum andern abergehen. Sie ift die felteiifte Ver- 
bindungsart. Der Geh: R. Meckel fah fie nur 
^rmal. Häufiger findet fie bej Thiereni als b^y 
Meofchcn Statt. ^ 

Die hSufigere Beweglichkeit bey Vcreiniguttg 
Ar Rjppenbrflche ift öbrigens leicht auf deri-*4- 
nrlichen Gefetzen des Athen^holens zu^rklS^erf. 

Ka^lus, Exoftofen, Verknöcheriin- 
gen m^mbrinöfcr und anderer weicher Thefle, 
wo?on wir an den gehörigen Stellen mehr hören 
werden , erklärt van Heekefen '') aus einer ver- 
inderten Wirkung der Arterien* bey dem Regene* 
ratiöns- und der Saugadern be jm Abforbtioxisg^ 
leblfRe. 

Der eigentliche Beinfrafs(carieÄ) iftlih 
Knochen das, was in den* weichen Theilen ein Q^* 
(chwQr ift Man kann ihn \n 7weyerley Arten 
theilen. In der erften Art liegt die UrfacH Im 
Knochen felbft verborgen, es geht eine Entzün« 
duBg im Knochen vorher, er verdirbt zuerft und 
dvrch ihn die um ihn herum befindlichen weichen 
Tfaeile. Alle,fchon vorher angeführte, Urfaohen« 
welche Entztkn<{ung, Auftreibung, Erweichunrgu.f.w. 
deffelben hervorbringen, können aber dadurch: aiicli 
Vereiterung in ihm bewirken. So haben wir Bein« 
frab von venerifcher ^'^j, fkrofulöfer ^5)^ krebsar« 

tiger, 

3)) Difll de ofceogenef. praeter/iatnrali. Lng^. fiatAv. 1797. 

14) f. obeiiS. i53.Aiiinerk. 67. Die dafelbft angeriUirteAb- 
nandlnug \'v.\\ Knolle findet man auch in Uir.G. Lu^foig 
adverf. med. pract. Vol. 111. p. 579. und die AbbUdiin{;en 
befinden fich auch in Chr, Fn'd. Ludwig de qnai und. 
Mfrit. C. H. fed. Tab. XVI. pag. 20. Tdh. VI. Fig. 1. a. 
Die kariöfen Stellen befanden lieh am Schenkelbein el- 
acs xw4nzieiä'brigcD,an der LoTtlieuche gelter hunfeaJiin«; 

lioKJS. 



tgo 'IL Füü dem Kmociengebäudß. 

liger ^,.raöliitifcher 57), arthritiCchar ^ Schär 
'Yerfetzlef Blattergifte 39), von surückgetreteo 
AasriöhUgeo ^^) u. f» w. , 

. Di6 zweyte Art di^s Beinfrafisefl bDtftelit> wei 
d^rch eine Verderbnib der den Knochen omg 
benrfen weichen Tneile zugleich auch det Kq 
chfn mitaogegrifFen und in Eiterung gefetzt wir 
Dabin gehören Wunden i Entzündung und Verl 
.tarong der Muskeln und der Bdnhaut, ixtfaTafi 
ies Blut ü. f. w. . 

Der BeinfraCi von innerlichen ÜrTachen i 
allemal gciahrliclicr, als der von äufscrlichedft 

Bald befindet fich derBeinfrafii nur oberflid 
lieh an deuKnocheUiund zerftört nur defCen obin 
Lamellen; bald hat er fich tief in deflen innen 
eingefreffen ; bald giebt ex^ wenige oder gar kein 
Oauche iron fich, bald iüt diefe in Menge dd> uii 
halt einen flbeln Ge^ruch. 

Schriften Ober den Beinfrab uiid ßeyfpiel 
von ihm findet man in den unten ^^) angeführte 
Schrjftftellern» 

Manci 

Ifn^. Sl6 Imd über einen f^rofsen Theil ides Knncliei 
Ve>*brei€et; bcfonders furk waren fi€ am Hälfe deflelbei 
fa dafii diprer bAy Lebzeiten diefes Menfclieii ubgebrot^c 
WAV, U^brig^exis war der K'iiucben bare, feft, hatürlit 

I Wslter*^ anat. MuC B.{I. 8. 91. ^'o. 45^-49).— AI 

li^ Ä. 85 ^". 399. 
%€) Wähtr a. 0. O. Ö. 9T. No. 5Ö2 bis 519-. 
yfy Köhler S. 9^. Ko. 34«. 



n 



IS) ebenda/, S, 91. No. 31g. 
HO ^ 



I^äVk^ S. 86. Nt>. 4/^7. 478. 479. 

40} ehtnääi, 3- 93. No. 494 bij 501. 

41) ^. H. Slfvofß de carie cranii. Jen. xCs'i^, -i- Chefeith 
WJUtbbmj nfthe bnman body.pag. II. — J.mn iferBoM 
in dei-SammK auserK Abbaiidl. Hh pr. A. it. V1U.S.6I5 
<9l. 709 %. -^ TADiiK«r in d^n medfc Commentarien eine 
OeMlfobaftf in Edinbur^. B. VI. S. So. -^ Undn's Jle)' 

Ifl^ aar am abcadea A^aneyirÜF, B. 1. i^, 93$. •— San 



t 

\ 



Am Von den Knochen ü^rhanpt. -.r^i 

Mmchmal verdirbt einTheil eines EMchiniu 
oder ein ganzer Knochen, indem feine Lebens- 
kraft znr Aafnahme der Lebenskraft unterdrfickt 
ift und er dann abfallt. Diefe Krankheit nenÄt 
ttan Knochenbrandy Necrofis^^)« 

Manche Schriftfteller haben abweichende 
BegrifTe von der N e c r o f i s. Louis *') nennt nur 
diMi die Krankheit fo, wann der Knochen duröh 
«nd durüh, in feiner ganzen Dicke, abgeftorben 
ilt Andere ^) verbinden mit dem NamenNeero- 
iis jedesmal den Begriff von einem E r f a tz des 

ibge- 

dU^ri MaC tnitom. Vol. I. Sect. IV. nag. Ui. ^o.XXXlI1. , 
Tib.XX.Fig.l. Tab. XXI. Fig. 1.3. pag. 15a. ICo.XXXlV.. 
TalOCXni, Fig.i.a. >o.X5&V. Tib.XXIV.XXV.*XVU 
ZXVII. Fig. I bis S. pag. 15?. Ko. XXXVI. Tab.XXVUK 
Fig. tf. 7- Piifr 155- ^«^* XLII. Tab. XXIU. Fig. 3,4. pag. 
156.^o. XLlII.Tab. XXII.Fi?. 2, ;.pa?. 157.N0. XL VllU 
Tab. XXVII. Fig. 7. f. 9. pag.yf, ^o.XLlX, Tab..XXIII. 
Fi|r. T. Ko. LI Tab. XXIX. Bg.l.4.5. P«g. lÄx No.LlI. 
LIIIXIV. Tab.XXVin. Fig.2 bis 5. pag.218. JNo.CCÖCXXX. 
Tab. XCVII. Fig. ^4. pae«iiy. No. CCCCXXXIIL Tab. 
XCIL Fig» 4- — Kuh/crS\ 79 fg. No.a77-?5». — ^«'- 
#rrV anat. Mnf. B. II. S. 86 fg. rio.476-556. — Ludwig 
L c. Tab. 111. IV. XI. Fig. 3. 3. — Vflmann dilT. de earie 
ollaam. Maib. 1795. 
41*^ Hirfck praef. Metsrei' dilT. de necrofi oITiiim. Regio- 
anoYit. 1791. = — WeidMiunn tract. de necrofi oflinm. Fran- 
«»L 1799- c- tab. aen. -^ OeucTdi : Leipz. 1797. ohne die 
vortrefflichen Knpfertarelii. .— Horinerfaf praef. Lodet' 
cm medico-chirurgira de necrofi oITinm. JeiUe 1794 — 
A (iracdcal Efl'av 011 a certain difeafe of the bonei ter- 
aediiecroßs ilhiftrated witli fix plate», bv Jam^ Ru/yeL 
Cdinb. and Lond. 1794. -^ Frid, O/a/ZdiflT. de Scorb'nto 
m de necrofi. Lembei'g 1797. — K,Himly Abhandlmig 
fiber den Hiaml der weichen und harten Theile. Oüo 

CDBC. ISOO. 

41) Memoir. de Tacadem. de clürnrg. Tom. V. pag. 35^. 

44) Ckopart refpond. Robert dilT. de necrofi nfluim^ Par. 
fT66jiiberC in der Samml. auserler.AbhandI.fi1r prtd^t.A. 
B. VI. S. 195 fg. — David obfervations Tnr ufte maladie 
cofinue fooji le nom de necrure. Par. 1^81. deutfch iü 
täer Samml. der aüierlefenft, und aeucfc. Abhandiungen 
^.Wund^rsct. Sc. VII. 



l 

I 



.«ffli . IL' Vom tUm Km^k€ng4Vu4$^ 

a.ligefotrderten KnooheDftOcks iiurcli^in ni 

'Wa dtffen Stelle tretendes ^ Knochengewebe. 
... Sie irren. Denn llv^ls ttiufs die Kranit 

. fchon denn» Wann hlos. ein ICboch^blett,. 
Kno'dheawand oder^ein StQck ^inecKnochen^p 
ab&irbt, ttieils auch dann, 's/fätm das abgefond 
KnotheniTtflck, oder der abgöfonderte ganze 1 
oheki 4ut|h nicht wieder durch lein neutes Knoc 
•gISVifebe erfetzt wird , N e c ro fi s genannt ; 

-den 15). . 

!Qtt Knochenbrand kanh jedes Gefcbl« 
jedus Alter, jede KörperbefchafTenheit befa 
cioch mehr das jugendliche undMittelalter und n 

.diejentge MenCchenklaffe, die toiit Tchwente 
beiteh befchäfrigt lind äulsern Eindradken 
aus|^efdlzt ift. Er hangt taicht befonders idon 
oft genatinten, ^uf den Knochen häu6g wirketa 
Kra^kheitiniiastnen ab. Sein Grund liegt 
alleknal in einer kraii (Üiaften Veränderung der £ 
h^U £rkann alle Knochen beFallen, doch 
nieiften die, welche h^ch aufsen zu ttnd in 
äufsern Gliedmafsen liegen. Er findet lieh 
meiften auch in den grofseki Röfarenknoc 
doch auch in den kleinern; fo findet man 
Köhlern '^^) eineNekrofe am Ferfenbeini und 
andern ^0 an den Gohorknöchelchen. Sc 
bef&llt ^r die fchwammichten Theile der Knoc 
welche leichter durch Etterung ^erftört wer 
Bald ftirbt ein dOnnes und kleines bald ein di< 
nnd grofses KnochenftQck ab; fo z. B. bey . 

45) Vergri. Weidmann H. «. O. S. io fg. der dtddcheii 

berfetzunff. 
4«^ S. 49. ^o. I6l «. 
47> Aftruc de morb. vcnftr. Lib. IV. cap. t. *- Hettr 

JottFii. de Medic. Tom. XV. pag. }63» 



if. Von iden Knochen überhaupt, itß 

ier 4S)einKDochenftack von drey Zoll vom Ober- 
armbeine und eins von viertehhlb Zoll vom 
Schienbein; bald ftirbt die gaoze Röhre ^einef 
Kiionhens in feiner ganzen Länge ab ^9}; bald be- 
trifft er mehrere Stellen eines Knochens (^Köhler 5^) 
befchreibt eine Tibi a mit fechszehn Nekrofen- 
oSnnngen) bald mehrere an und nei>eneinander 
liigeDcie Knochen zugleich ; fo fah Saviard )'} 
£i& die ganze Hirnfchale abgelöfst. 
, In vielen Fällen erzeugt fich das abgeftorbene 

^ Knochenftück, oder auch ein ganzer Knochen 
Wieder ^0- 

Die Entftehung des neuen Knochens entwi- 
ckelt fich auf folgende Art, 

la feinem erl'ten Anfange finden wir ihn un» 
ter der Geftalt einer rothlichen Flüffigkeit 53), 
welche in geringer Meng» vorhanden ift, fich 
Bach und nach vermelirt und verdickt 54)'^ fo^ 
dab 6e gallertartig wird und in der Folge in ihr, 
befooders auf ihrer innern und unterm Flache^ 
ich liier und da Knochenfafern erzeugen , welche 
bald Blattchen und Zellen bilden y fich nach nnd 
Bach vermehren und nun endlich, wenn alles flüf« 
fige verfchwunden ift, den neuen Knochen dar- 
bellen ^0* Anfangs ift diefer rüthlicb und gleich- 

fam 

4S^ 8. t4* No. 475. u. m. — cF. Ludwig 1. c. pag. x6. Tab." 

ni. Fijf. 2-5. 

49} f. die lif*! nach an/.utühr enden ßeyrpii le. 
\ ^) S. 45- ^''' »+6. 
51} I^fiiiveau icciifil J'Obrei vatitins cliirurglcales, Pdrtf 

'1702. p.i:j. 386. , 

52; i'.Lii/.f'liie r»c>r|iii»le \vpr«U» i« li liernarli aiifüliren. 
^X) Hni/rfi IJpuii'nU plivliil. Tnin. VlII, pa; . 553. — Ä»»> 

dei»ure Mcin«»xre Inr k*^ O". pagj, 22*. — ^kciä/iunut 6.%^, 

— l'f'ju 4. d, O. S. 42. 
54) Jrnja ß. 44- — Wciümunu S. f;, 
S^) Uridnitiun ^, t%. 



h^ il* Von dem kndditngMudt. 

fam'fcImaiAinig, gewinnt aber immer mehr 

mehr an Dichtheit, Feftigkeit und Härte, i 

ttimmt auch die gewöhnh'che Knochen färbe 

Seine äufaere Oberfläche ift anfangs uneben , \ 

gleichCam mit warzigen Aiiswflchfeu von i 

fchiedner GrÖfse und hierund da mitgröfsern i 

kleinern Oeflnungen, befetzt Mittder2^it, 

{bnders wenn das todte Knochenftflck ausge 

fsen iCt, wird er gleich und glatt. letzt fet 

fich auch die Seiten des neuen Knochens ein , 

fie kurz nach feiner Eirtftehung übermäfsig d 

waren ^^). .Die. Länge des neuerzeugten K; 

diens ift der des alten vollkommen gleich, a 

fer, wenn das eine, oder das andere Ende der ; 

geftorbenea Röhre nach aufsen durchftöfst o 

kein Knochen daneben liegt, der den Druck < 

Muskeln aufhalten kann, dann wird der nc 

Knochen, der noch weich ift und daher der W 

kong der Muskeln nicht widerftehen kann , ki 

zer. Uebrigens kommt doch die Form des vo 

gen Knochens nicht ganz wieder; die Seiten fi 

entweder platter, oder die Ecken, die Grub< 

die Erhabenheiten fehlen , oder bilden fich an u 

gewöhnlichen Stellen ^; die Muskeln fügen (fi« 

völlig eben fo feft, wie vorher am alten Knochc 

an den neuen wieder an ^9), weil ihre Befeft^i 

doch nur an der unverletzt gebliebenem Beinba 

war« Die Knochenhaut, welche im Anfange b< 

der Lostrennung des alten Knochen auffchwil 

fetzt fich wieder, wenn der neue völlig erzeo, 

und gebildet ift 59), fchliefst fich feft an ihn j 

Ol 

56) Troja S. ai. — Weidmann a. i« O, 

57) Weidmann S. St. 

58) Troja S. 27. — *. Weidmann S. «9- -^ Himly u t. ( 
J. I2S. S. lOI. 

59) Troja S. 43. und 67. — Weidmofin S. CJi. 



A» Von den Knochen überhaupt. iq^ 

« 
■nd ihre Gefäfse verbreiten fich in ihn ^o). Auf 
der Innern Oberfläche erzeugt fich eine neue 
Haut ^»)- 

Ich habe fchon vorher ^2) bemerkt, claft 
oehrere Schrifrftcller , vorzOgh'ch franzöfifche, 
X.B. Choparty David ^ mit der Nekrofe alJemal 
fa Begriff vom Erfatz eines neuen, fteli vertreten« 
ilco Knochengewebes irriger Weife verbinden» 
Dean auch dann, wann dies nicht gefchieht, ift 
die Krankheit im weCentlichen nicht verfchieden, 
ÜMdern nur in der Art und im. Grade ^^). 

Eben fo fchränken auch diejenigen, welche 
figen: dafs in der Necrofis der alte Knochen 
•Bemal in dem neuerzeugten eingefdiloffen fey, 
den Begriff von diefer Krankheit zu fehr ein« 

Nur in befördern Fällen ift der neuerzeugta 
Knochen hohl und fchliefsl die Ueberbleibfel des 
alten, als lofe Körper, in feiner Höhle, wie in ei- 
ner Scheide, ein. So befchreibt Köhler ^4) einen 
Radius, der ganz abgeftorben und von der Na- 
tsr mit einer neuen Scheide! umgeben ift, die von 
aUen Seiten mehrere FiftelöfFnungen hat und den 
beweglichen Sequeftcr einfchliefst. Ein os Fe- 
anorit^jift aufscrordetnlich' fchwer, feine un- 
l«re Hälfte am ftärkften aufgetrieben und fo dick, 
dab derDurchmeffer, fowohl von der einem Seite 
TBT andern , als von vorn nach hinten , drey gute 
ft Zoll betragt; ein Stflck von fieben Zoll, der gan- 
« 9t Ueberreft des alten , abgeftorbeneu Knochens, 
4 Na liegt 

-V 4ö) Weii^mann a. a. O. 

j^ 4t) Troja S. 22. und S. 56. — Weidmann 6. 50. — OIo// 
^Ä 1. c. pj5:. 21. 
" i:) Ö. l^irAnmerknnpr 44. 
V{) Weidmann S. 31 fcr. 
^ V4} a. a. O. S. 41. No. 136. 

^; cbcndJcIbrc No. 137. 



I jG JQ^. Von dem Knovhengehäude. 

liegt noch, als beweglicher Sequefter in c}er cbi 
. gelegten Scheide ; die vordere Fläche des gan 
ift fchuppicht und mit vielen kleinen Loch 
verfehen, die bis in die Mitte der innern Subfl 
dringen. An der hintern Fläche, die mit vi< 
kleinen, fpitzigen Knochenauswüchfen befetzt 
zeigen fich drey grofse FiftelölTnungen , du 
welche der Sequefter feinen Weg nach aul 
nehmen foUte. ' Walter ^^) befchreibt ein Ol 
ar.mbein> deffen untere Hälfte ganz lofo ift i 
von einem neuen Knochen umgeben wird. In 
nem andern Oberarmbeine ^7) ficht man mehi 
grofse KnochenftOcken , ganz lofe und beweg 
in der neuen Knochenfeheide enthalten. 
Schienbeinknochen ^^) ift feiner ganzen La 
nach dergeftalt mit der Nekrofe befallen y daf 
ganz und gar mit einer neuen Knochenfchi 
umgeben ift; die Knochenftflcke find folos, i 
man mit der geringften Bewegung Stücke von 
ben Zoll Länge herausziehen kann. 

Zuweilen finden fich mehrere folche H 
len, getrennt von einander, deren Geftalt ^ 
Grölse fich nach den Knochenftücken richten, 
in ihnen eingefchlotfen find. So befchreibt R 
ler^9) eine nekrotifche Tibia, welche, au 
fechszehn Nekrofen-Oefnungen, eine Menge 
weglicher Sequefter enthält, die in befondere K 
chenlamellen eingefchloffen und fo von einan 
getrennt find. 

Gewöhnlich finden fich gewiffe Oeffn 
gen^ die zu jenen Höhlen führen. Weidmann 

ne 
66) a. a. O. S. %2. I^o. ^69. 
^ 67) ebeiidafelbft S. 83. No. 47«. 
' 6%^ cbendafclbft S. 84* ^o. 47f. 
69) a. a. O. ä. 45. JSü. 14^. 
' 79^ a. a. Ü, «. ^1. 






Ä* Von den Knochen ' überhaupt • 15^ 

nennt fic Abzugskanile, Cloacae. Sie 
find entweder rund, oder oval, meiftentheils ha* 
ben fie ((ie Stärke einer Federfpule", doch giebt es 
aacb welche, die enger oder weiter find, doch fei* 
ten um vieles; innci^lich haben fie zufammenfte^ 
liende und gleichfam zufarrtmengedrüekte Ränder, 
wie ein Trichter, nach aufsen endigen fie fich 
Bit abwärts fortlaufenden Lippen , dör zwifcheni ' 
Segende Kanal ift bald lang, bald kurz, bald ift 
pr keiner da. Dieferift mit einer feften und durch 
viele Gefafse anhängenden Haut ausgekleidet, wel- 
che gebildet wird, indem hier die äufiere Bcin- 
haat mit der innern zufammenflierst. Sie find 
nicht gleich im Anfange 'der Krankheit zugegen» 
Meiftens entftehen fie an den untern Seiten der in- 
Bern Höhlen und gehen fchief von innen nach 
anisea. Es giebt auch welclie, die ^mitten, oder, 
was noch feltner der Fall ift, oben ander Selten- 
liche des Knochens ausl^rechen und gerade'nacK 
auben fortlaufFen und alfo bald vorn, bald hinten« 
bald an der Seite fich öffnen. Ihre Anzahl rieh« 
tet fich nach rier Gröfse der abgeftörhenen StÜck($ 
nnd nach c(er iMenge jener Höhlen. Ift ein klei-^ 
ner Theil abgeftorben , fo ift nur eine da, bey ei- 
nem gröfseni mehrere. ' IVeidmann 7*) hat dereii 
nicht ftber fünfe gefunden, Troja 72) aclite nnÜ 
KöhUr 73) fechszehn. Gowölmlich enthält jede 
Höhle eine folchc Oeffnung. Bisweilen ift aber auch 
gar keine Oeffnung da; Weidmann 74) besitzt ein 
kleines 3 bgeftorbones Stück von ((erDiploe des un- 
genannten Ki.ochens, das in feiner knöchernen 

Uöhle 

7O a. a. O. S. 92. 

ro «. a. ü. S.^g. 

7J) liebe vorbei Anmeiknng 69* 

74) S. 93. 



#ob i IS^'-iyom^ dam KdodüngäfBude»- 

jticb cMfelbft ktfne Diplw zwifchen fich^^befoii 
<lerg; iik der Mitte? der Narbe, wo der Knochen 9Li 
•dünnfteh ift nnd auf Mangel^^in wieder erzeugte 
Maffe ein Loch hat« * Diefes Beyfpiel beweifst abij 
nichts« Vielmehr haben wir viele Beyfpiele in 
•läien eaoft,rdaf9}*i^enn ein Theil desHirnfchi 
dels, erftv^eder c^urch äafsere Gewalt, durch Tn 
|pao|itipir,.,od^r durch iUankheit hinweggenon 
piiett }' oder .'abgeftofeen worden, die Natur fic 
beftrebl^yidks fehlende wieder zu erfetzen, un 
dafSk die Knochen von den Rändern aus nachwtid 
^ns'jnil^nt neuer Knochenftoff fowohl jus- de 
Beinhaat,' als aus der feften Hirnhaut und aus dei 
KtQochea fclbft hervortrat *0* Oberteujfer ^) fi 
bey einend (echsjährigen Mädchen , nach- ieina 
üurpckgetriebenen Kopfgrinde, ein beträchtliche 
StQck der Hirnfchale, in der Gegend der fgtobt 
pontaneilei ficb abfondern ; in der acht und viei 
2jgften Woche fing ein harte, knorpelähnÜch 
Sfibft'anz an ficb an die Knachenräuder anzufetzei 
nach und nach näherte fie fich dem Mittelpunkt 
ümmer mehr und mehr unJ fchlofs fich -emUic 
ganz, ward mit Haut bedeckt und feft. Chopart ^ 
^ah ein Schulterblatt, welches ganz losgetreoi 
war, und woran kein Fortfati: fehlt, das Acre 
mium ausgcQommen, welches nicht die gehör 
ge Diclitigkeit zu haben und an der Gelenkfeil 
angefreffen zu feyn'fchien. Der düiinere, dicht 

un 

t5) Tenon in den Memoir cle Tacatl. dfts fc ienc. a Pai 
1758. paj:. 413 fq. — Saviard 1. cit. paj^. 38<?. — fVri 
wann c. 80. — Vcr*l. vnrbei S. 49. — Stark im ner.« 
Aicliiv für cUe GeburtÄliiiire. B. I. S. 435. Anmcrk. 

$6) in dein Mnfenm der Heilktfnde, Imraufpcriebcn von d 
Helvctiff^i*»» Cj('((llfcliart koi relpfuulircnUt)" Aeizceui 
W. A. Z Uli eil 1792. B. I. S. 107 Ig. 

Sr) a. a. O. in der d«kaiinL f. pr. A. 3. 204. 



A. Von den Knotkkn überhoHjSt^ 201 

wid clarchficlitige Tlieil, Öcr zwifchen der Grand- 
lache diefes Knochens ^Ftid dem vordem Rande 
deßelben liegt, war faft gdn^Iidh zerftört. An der 
vordem Seite waren einige Sterilen, wo er von 
der Eiterung rauh geworden war. Dei^ junge 
lilcDfch befand fich fehr wohl; die Narbe hatte 
Ugnt gefchlofTen und durch dös Geffihl entdeckte 
UB, ftatt des heransgenohirAenen Schulterblatts» 
dnen neuen, dreyeckigten und beweglichen Kno* 
dien, auf dem das Schlnffelbein feft ruhte. Er 
war aber kleiner und platt^, als der alte, viid oh<* 
■•alle Fortlatre. ' ^ 

Am häufigen findet min die Beyfpiele vott 
IRedcrerzeugung in dWi läftgern, röhrenförmi- 
gen Knochert, von welcHeii ich-einfge, gröfstcn- 
ihrils zn Belagen Ats v6rhergefagten dienende, ^n^- 
Abren werde. 

Man fand die ganze untere Kinnlade 
wieder erzeugt. 

Acrel W) behandelte einen achtzehnjährigen 
Ittngling, dem, narh einei* vorhergegangenen No* 
ma an beiden Wangen, alle weiche Theile zer- 
ftört und endlich auch die Unterkinnlade in meh- 
reren Knochcnflücken , ganz bis zum Gelenk hin- 
auf, doch ohne ihre Fortfätze (a p o p h y f e s) ab- 
gefondert unti ausgefallen war. VViiler Erwarten 
erzeugte fich aufs m^ue eine Krfochnnfnhftanr, ge- 
rade nach der Lage des vorigen Kicfcrrs, docli oh- 
ae die Zahne. Henkel 89) fah ein Stiik voih Win- 
kel der Kinnbacke bis ans Kinn fich abfondern,^ 
und fo vollkommen wieder er fetzt werden , dafs 

nicht 

10 Chiinrcif'lift Vorf.'illo HbciT. vOii Murray ^ B. 1. S. 19I. 

fjb. VIl! lip. 1. 2. 5. ' . 

\i\ >»Miff mpcliciiiifc!i«» nmlrlilrnrp.ifche Anmpikunjrpii. B«»r- 

lin 177a. li. II. — lUcfutrs düiuig. BibL H. 11^ St. 111. 

6.4». 



d02 JL' ..iyon H^piy Knothengebaude* 

nicht die geringfte- Vdförinlichkeit zurückbliebf 
Weidmann 9^^ nahm aus dem Leichnam eioef 
Men(cheD| den er im X^ebep gekannt hatte» einea 
falt ganz neu erzeugten Unterkiefer, welchen der 
Menfch, ^war nicht gut von dem obern hatte ab« 
ziehen, aufferdem- aber doch alle gehörige Ver- : 
rjchtungen.mit ih^ machen können. DefauU"^ : 
befchreibt eine Nekrofe der untern Kinnlade,^ wel* . 
die ganz allein der Natur flberlalTen wurde, aufser 
dafs er zuletzt ein |gbgc(tocbcucs Stück > welche! : 
die proqeff. coronoid. und coudyloid. ent« a 
hielt, auszog, worauf tder Schaden in acht Tages < 
geheilt war. Der. neue Knochen hatte fich fchoA i 
vorher gebildet, die Bewegung der Kinnlade war ^ 
ganz natarlich: und ihre- Geftalt nur wenig voi > 
der natürlichen ebwei9hend. Aehnliche Beyfpiel/* i 
erzählen auch Bonnet 9»), Beyer 52)^ Guernery 9f^ > 
SeUnu^nn 9*;, :^riön 95;,. Vasmer 9^), Bonn V)^ i. 
vanWy 98j, Reiplein 99), Duffololr »oo), Chopart^ . 
Ein ganz neuerzeugtes Schi flf fei b ein ik* ■ 
hen Moreau und Dangervifle ^). Ein junger ^ 
Menfcli bekam nämlich in der Gegend des linket ^ 
SchlüfTelbeins Gefchwüre» Da^es fcliien, als ob "]; 

dieüar 

90) Ä. a. O. S 74. 

*") Aiifterleftne chiruvp. Walirnchmnnjr^^n. B. IV. S. J4. 
5^1) M«<Uc. Septentrion. Lih. 11. Sect. IV. cap. XXV. 
52 in Kniiemer. ISdt. Cnr. Doc, I. An. Vll et VIU. obf, 4. 
51) üi Memoir. de l'aca«!. Je Cliiruri^. Tom, II et V. pa^ 

355 h' 94 J i^iii. P-ig. 3*>J. 

^5) obfervat. med. cliiriirgr. p. 46. 

yO in Muhretiheim*s Vi ieur.i liehen Weytr'Ap^nn. B. II. S.JIf?! 
97) defcript. tliefaiir. ofT. morbof. Hariani nap. X14. 
9%) Vermifchce medic. Schritten. Aus dem UoUäiid.?iiinik 1^ 

17%^' S, 193. 
99) in Riehter's clürnrg. Bibl. B. VII. S. 569. ^ 

103) ebcKdafelbft B. VUi. S. 71. 

1) u. a. O. S. 203. 

2) in Memoir. de Tacad. de Chüorg. Tom. V. und bf^ 
Cho^iart a. ii. O. S. AOI. 



A# Fon den Kmo^kcn üherhampt* ^o3 

Ter Knochen Toa feiner Beinbaut gänzlich ab- 
bodert wire und ganz frey lage;'fo oabm 
i Moreau mit leichter MQhe heraus, das Ge- 
wflr fcblo& fich und der Menfcb konnte den 
m firey brauchen» In der Folge ftarhi. er ap ei- 
r andern Krankheit und bey der Unterfuchung 
id man, an ftatt des alten, ein vollkommen neu- 
eengles SchlQflelbein, welches in Anfehung der 
■ge und Dichtigkeit vollkommen mit dem alten 
ereinkam und nur in Rück6cht der Geftalt ver- 
kieden war, derKörperdeffelben fehlen nämlich 
;ht fo rund, fondern oiehr «u&mmengedrackt 
Ceyn. 

Oefkerer noch fand man denObe.rarmkno« 
en wiedererzeugt. 

Acrel ') nahm ein Stack des Oberarmbji^ins 
I vier Zoll Länge heraus und fab die Heilung 
idüich erfolgen. In einem andern Falle 4) 
lim er mehrere Knocbenftöcke diefes Knochens 
g, worauf der Knochen {ich wieder füllte und 
doli. Weidmann 5) fah faft das ganze Mittel- 
ck diefes Knochens 5cb wieder neu erzeugen, 
thnliche Fälle findet man hty J. von Meekreen ^)f 
ieiun Taconi 7), Stephau Bluncard *), Dm Ha- 
»/ 1), David '^), Böhmer ")> Chefeiden >^), Cho- 
n ^}^ und andere *4). 

Zu 
1) a. a. O. B. II. S. iso. 4) cbendafclbrc S. 134. 

». «. O. S. 74. 

\) ObflerT. Med. Chinnor. Amft. x6g3. cap. LXIX. p. )3^. 
De nofinnllis cranii oiTiiimr^De i'raoturis eoruinque cön* 

iunerione. lionon 175t. \>ü^. IJ. 
i) lufcitiitione« Chii iirpae. pag. 549. 
)) In den Memoir. de Tacad. des Scienc. a Paris 1741. 
10) L c. 

II j DilT. de orfinm callo. Lipf. 1748. pae. 17. 
1:) Ofteographv or the anacomy oi die human bones.Lond. 

1751. Tab. LXIX. Fig. 4. 
\\) a. a. O. S. 199. 
U) z, B. DfMduer gelehrte Anzeigen vom Jabra 1763. 



9o4 'i* f^ön dem'Knoeh^ngebäufie» 

Zu derjenigen Art der Wiedererzeugong 
Ktfoeliens, wo der ialte in dem neuen wie in ei 
Scheide (teckt, gehören 'vom Oberarmbeine : 
gende Ffflle. Bodmer'^^ nahm ans dem Oberai 
eines neunjährigen Knabetis ein Stück der gan 
Röhre» tirittebalb Zoll in- der Länge und mit 
her tibelH^'chenden Materie Aberzogen; bey 
iiauer-Unterruchung fand' man fchon eine n< 
harte,' itiit d)en Mask^sfn umgebene Röhre, wel 
zwar etwas krumm fchieh , doch aber die natu 
che Länge hatte. Hierhen gehören 'auch die « 
MoranA\^)nnA'Bromßetd «7) erzählten Fälle. C 
felden '^ liefert eine vortrefflicheAbhandlung^ 
von. Köhter "5) befchreibt ein Oberarhibein 
Nekrofen - Oeffnungen, aus denen die Sequei 
fchbrt lalief herausgetreten find. Walter ^®) bei 
ein 'Oberarmbein , deffen ganze obere Hälfte \ 
dorbep ift, und ganz iofe in einer neuem Knoefa 
fcheide liegt. In einem andern ^O» welche« g 
nekrotifch ift, fieht man mehrere grofte Knoch 
ftflcke ganz Iofe in einem gleichfam neuen Knocl 
cingefchloffen. Chopart ^^) befchreibt ebenE 
einen Oberarmknochen, der von dem einen Ai 
tze bis zum andern losgetrennt und in einem n 
erzeugten Knochen, welcher vier Firtelöffnnitj 
hat, cingefchloUen ift, und fich frey dariajuen 
wegt. 

E 

15) Mufenm der Heilkunde. B. I. S. 342 fgr. 

16) Vermifclite clürmg. SrliriFtea. Aius dem Franxöf. 
Planier. Leipz. 1776. Ö. 447. 

17) Chirnipical ohfrri'atioiis and cafes. Vol. 11, obler 
Ufibei f. Lcii»z. 1774. 

lg loc. cit. Tab. LV. Fig. i. 
l>) a. a. O. S. 46. ^"o. 147. 

20) Anar. Mnf. B. II. S. %2. Nn. 469. und aucli No. 4A 

21) eb»»ii.larell)ft S. 8}. I^o. 47©, 
12) a. 4. O. S. aoi. 



l A» Von den Knochen überhaupt» 2o5 

i 

I Eine neticrzougte Ellnbogenröhre be- 

icbreibt Ruyfdi ^^j; die alte abpefonderte Rubre 
fteckt in einer neuen Knochenfeheide, ift allent* 
halben beweglich , kann aber nicht herausgenom- 
men werden. Bty Köhier/i ^^) finden wir eine ne* 
krotifche Ellnbogenröhre, mit beträchtlicher An* 
Uwellnng, und einer Oeffnung zum Durchgange 
db Sequefters. Auch Duverney ^^) und Fowler ^^) 
tten Wiedererzeugungen diefes Knochens. 

Eine Speiche (radius), welche ganz ans* 
fiftorben und mit einer neuen Scheide von der Na* 
laramgeben ift, befchreibt unsKöhler ^7)^ fie hat von 
allen Seiten mehrere Fiftel-OefFnungen und den 
teweglicben Sequefter fieht man fehr deutlich in 
friner Lage. 

Ein Bcyfpiel von Abfonderung eines Theils 
im Ellnbogenröhre und der Speiche 
■■Cmmmen, und der^n Wiedererzeugung giebt 
■BS Acrel ^^; bey einer Frau von vier und 
dreyfsig Jahren fonderto fich nämlich von dem un- 
tvn Ende diefcr beyden Knochen ein Stück ab> 
die aber auch fchon durch einen neuen Knochen 
bej der Herausnahme erfetzt waren ; das ^tück 
der Ellnbogenröhre mit feinem fpitzigen Fortfatz 
fp^ceflos ftyloideus) war einen Zoll, das der Spei- 
A% aber drey Qoperfingerbreit lang. 

Häufig find die Beobachtungen hiervon an 
\ Schenkelbeinen. 

; Wedel ^9) zog bey einem Manne, welcher 

\ ky einem Sturze vom Pferde das Sclienkelbeiu 
^ zer- 

4 ii) ThefaHriis aiiatoiniciis N. No, 176. 

I «5) Tiaiic" lies inala<lip$ <1es os. Par. 17^1. 

■ H) Philo füpliical Traiisactions. ^No. ;i:. 

■ S7I S. 41. >.i. 136. .*.») a. J. O. i^. u:. 

■ :9') MiiucU. ><iu Cur. Dco. II. Au. U. Ubi. U4. i^i>> VU. 



to6 U« Von dem Knockengehäufie* 

2erbrochen hatte nnd gar nicht ?ar Heilung 
tnen konnte, ein Stück diefes Knochens» vor 
Zoll Länge heraus, worauf alles zuheilte 
Knochen erfetzt und! der Fnfs wieder brau 
Wur^e; nur war er etwas kürzer. Maken: 
fah faft den ganzen Schenkelknochen bey < 
'dreylehtijShrigen .Knaben wieder volikömm* 
fetzt werdeü. Ludwig '*) fah anfehnliche S 
diefes Knochens wieder erfetzt und bildet fi 
fchön ab. Köhler ?») befchreibt ein fehr fch 
Schenkelbein, welches fo ftark aufgetrieb^ 
dafs |fein Durchnnj^fer von allen Seiten dre;jf 
Zoll beträgt; ein Stück Ueberbleibfel des 
Knochen, von fieben 2k>ll, Hegt noch als bei 
eher Sepuefter in der neuerzeugten Scheide 
vordere Fläche des ganzen ift fchuppigt um 
vielen kleinen Löchern verfehen, die bis i 
Mitte der Innern Subftanz dringen ; an der hi 
Fläche, die mit vielen kleinen^ fpitzigen Kno 
auswüchfen bedeckt !fr, zeigen ficb drey { 
Fiftdöflnungen , durch welche jener Sequeftc 
Ben Weg nach aufsen nehmen follte. Walt 
befchreibt ^uns auch einige nekrotifche Sehe 
beinknochen. 

Mehrere Bcyfpiele liefet man bey Hoßnai 
Carl Baun'>)y H. Kofch 5^), Sculeetus^f^ 

yy) Mcdic. Obfei v. and Inqiüi*. Lond. Vol. II, pap. ' 
90 Ad>-erf. med. piacc Vol. IJI. «. do. — cf. Chr. Fi 

wifii de qiiarund, aegritod. C H. Tab. XVI. pag . 

Tab. V. '^ 

52) S. 41. No.nT. — Ferner: No. 138. a. cd. 1)9. 14 

39) -^- «}• I^^- 471. 473. 

34) Mifcell. Nat. Cur. Dec. III. Am. IX et X. pig. 9 

15) Chirurg. Tract. IV. oap. VIII. p. J75. 

36) Im Koonhuyfcri heelkonfc. Anmerk. iiberU Nürnb 

ß. I. S. 517.1 
•37) AimameoUr« Cbirar^. Amfc. 1741. pag. 14^. 



if» Von 'den Knochen überhaupt. 207 

erhroek^^), Wrigt^^), Fabriz von Hilden ^% 

Vfin^^y Chefeiden ^^], David ^y), Chopart ^^y, 

mjjelin 45). 

Am häufigften unter allen Knochen wird di« 

ehienbeinröhre zerftört und wiede'rertseugt 

etroffen. Rofenaranz ^^) nahm einem zehn« 

n'gen Knaben die Schienbeinröhre gröfsten^ 

berapSt und es. erzeugte fiph eine neue. Fa^- 

von Hilden 47) erzählt dies auch von einem 

Menfchen. Diefer bekam einen beftigea 

an das linke Sebienbeio. Die Quetfcbung 

zwar bald wieder geheilt, allein nach vier 

i ftanf Monaten klagte er Aber] einen ftuitipfen, 

{deminnero des Knochens wüthenden Schmerz, 

(Schienbein fchwoU an» und es entftand ei^o 

iternng mit einem klein en^fiftulöfenGefchware, 

jlcbes bis in den Knochen hineinging. Die fiftu- 

Stelle des Knochens ward mit dem Trepan 

shrt und mit Hülfe des Meifels und HamW 

I herausgenommen. Auf diefe Art bahnte er 

durch einen Knochen , der fehr angefchwol- 

md hart war^ einen Weg, wodurch- er eia 

iftück von achtzehn Linien Länge , das ia 

Markhöie abgefondert lag, herausbrachte. 

%nn ^S) kannte einen Schuhmacher, der fich 

gröfsten Theil^ der Schienbeinröhre, nach 

Leiden, felbft ausgezogen hatte, und bey 

dem 

}l)Wö(fii obr. chii-urg. med. Üb. II. öLf. XVIII. papj.aig. 
yj) Fhilolopii. Tj-aiisacC abridged by J, Martin, Vol. IX. 
-sag. ^53. 

D) Obfei-v. Chirurg. Cent. IV. obf. 91. 
^} Index fopellectüis anacomicao Ravianae pag. 13. 
a) Ofteograph. Tab. XLIX. Fi«, 4. 

1) loc cit, 44) a- a. O. S. 20S fg. 

I Hiftoire de 1» Societ. roy. de Med. Par. 178 1. pag. jof» 
in Bartholini Act. mtd. Ji^Viiienf. VoL 111. Obl*. 1. paj. a, 



2o8 IL Von dejn Knovhengebäude, 

dem (ich daffelbe fo gat ^viecler erzeugte, daCs 
auf deqi Fufse faftfo gut, wie vorher, gehen konii 
Köhler ^9) befchreiht eine Schien beinröhre, an i 
ren untern Hälfte man das allmählige Entfteben 
Tier neuen Scheide, die den alten abgeftorben 
.KoocheB umgiebt, recht deutlich gewahr wi] 
Eia gleiches Präparat befchreibt Walter 5o). ^ 
Mehrere Fälle befchteiben Albucafis 5«), $ 
-part van der Wiel 5?), de Muralto 5J), Ruyfc\ 
M. Ho/mann ^5^, Mauqueß de la Motte 5^X 
ter 57), Schulze 58), Saviard 59), le Dran ^^y. 
verney ^*), Caietan Tuconi ^^), Teioen 
Laing^^)y Johnftone ^5), Hunter ^^)^ Böhmer 
, ^avid ««), Cliopart ^9), Sigwart 79 j^ Bouffelui 

• ,- ■ i 

49J S. 45. No. 144. 50) S. «o. No. 4^. j 

51) de Chirurgin. Argentor. 1533. Lib. 111. paf. 241, 
53) Obfervat. med. Cljiriirg. rarior. Cent. 1. obf. j^ 



k 



. 59) Scliriften von der Wundarzuey. Bafel 171 1. ObT. 
S. 655. 
5O ^PP* <>"^"i* anat. med. chirurg. Tom, I. pag. ^. ^ 

55) Mantilfa obferv. fclect. Obf. XXVUI. ^ 

56) Traitti coinplete de Chirurgie. Tom. IV. pag;3l4< 
57^) Obfervat. Lib. 1. pag. i66. 

5t) Armamentar, Chirurg, obf. 81. 

59) Nouveau recneil des obf. chir. Par. 1703. obC CXfl 
66) Oblerv. de Chirurgie. Par. 173 1. Vol. 11. obl, 104, - 
60 1. cit. pag. 457. 

63) 1, cit. pag. 12. 69) 1. cit. pag. ii<. ai 

64) In Modlcal EITays and Obfervations. Edinb. VaQ 
obf. XXlll. 

65) ibid. Vol. V. obf. XXIII. : 

66) In Medical obfervations et inquiries. Lond. VoLj 
paj;. 30}. ^ 

67) 1. 1. l»ag. 31. ig) 1. I. pag. 40U. 

69) a. a. O. vS. 199 h' > 

70) difi'. de carie coufumtae tibiae nutabili jaccori. % 
bin^. 1756. 

71) 1. tit. paj;. 121 297 



.B. Vom den Knochen ißeriuaipi* 209 

^chaelis 7^, Sehrotl 75), Ludwig 74), Sandtfon 75), 
löhler7^y Walter 77)^ DefauUy 

Einen fooderbaren, gewiffermafsen hierher 

phörfgen Fall einer unvoUkommnen Knochen- 

irffattung, er7ählt uns Richarfl Smith TS). Ein 

jpoger Menfch fCkhlte einen heftigen Söhmerz in 

Schienbeinröhre, worauf Entzündung und Ei- 

nng entftand. Man fand einen Theii des Kno* 

ens kariös. Skrofeln fchienen die Urfach za 

'&• Mittelft der Sage nahm man das kranke' 

bochenftück, welches beinahe drey Zoll lang 

weg. Nach Verlauf eines Monats war die 

onde beinahe ganz mit Fleifchkörnem ausge^ 

llt und der Kranke konnte erträglich im Zimmer 

eromgehen. Nach vierzehn Tagen hatte der 

bb (o beträchtlich at» Feftigkeit und Stärke, auch' 

Aofebung feines Aeufsern , zugenommen, dafis 

ID an der nunmehr bewirkten Verknöcherung 

ir neuerzeugten und die beiden Knochen -Enden 

«reioigeoden Sabftffnz gar nicht mehr zweifeln 

istDte. Um dlefe Zeit ftarb der Kranke an bös« 

^ arti- 

71) in Richttr*s cliirtirp. Bibl. B. V. S. 13d. 
r^) obCirvationes qtiaedam medico - cliirurgioat. Jetiae ITt^** 
7|) Chr. Cotit. Ludwigii adveiT. med. pract« Vol. lU, p«g. 
5a — Chr, Fr. Ludwigii de quarimd. C. H. aegritud. caiu^ 
etXedib. Tab.XVl« pag.19. Tab. V. Fig! 4 at 5. ■ * 

71) >1tif. anat. Acad. Ln^d. Vol. I. Sect. IV. nag. 21$. No. 
' CCCCXXIX. Tab.Xr.Vl. Fig. i. a. 9. 4. Tab. XCVll. lir, 
I. 2. JJo. CCOCXXXl. Tab. XGVlll. Fig. i. 2. ;. 4. pag. 
fl^ Wo. CCCCXXXU. "* 

F 70 a. a. O. S. 43. Wo. i)S b. S. 44. No. i)g e. 141, 143. 
» 8. 45. Wo. 14). 144. 146. S. 46. Wo. 141. 149. 150. 
,77) *- a, U.S. «l.XSio. 46^.467.8.8). ISü. 47 j. S. S4. iSo. 474. 
•) auierlef. cbirmg. \\a}irnchtniu)geii. 13. IV. S. 119, 
7t) Medic. Recordi and Rplcarches felected Irom tlic pa- 
^ per« *if a private medidl affociation. L4>hd. 17«*^. Vol. I. 
pag. 5J. überfeLtt in Sthreger imd Har/ev Aniialen der 
^ neneftcn^eufiL und t'i anzoC Cbü urgie und Geburuiiuii'c. 
f BJl. 6t. »11. 6. .927. 
|hu£^. ^. pathoL Anmt, fi. I . Q 




iöhle gdnz die Form des Sclilag^ 

itnri ganz glaft und fchJicht war; 

iriftftt^fJer ^^) fehen diefe Zerftö* 

ns als eilten wahren Beinfrafs anj 

e blofscGcfchwulft der Schlagader 

^Cwirklfii üruckj oder durch einö 

nten IlauteD derfeJben ausfchwi- 

jkeit, weJctie durch das Stocken 

'e hart wird , und eine ZerftÖrung 

<aewirUtj erregte Knochenverdert^- 

n«r Nahrung hierdurch beraubte 

I ab, wird 7erre]l>ljch und die ein* 

fäfsc ni^hmea diefe aufgelofste Koo^ 

113 F und fiihren fie an andere Theüe 

ider aus tlenfelben heraus *?), 

delnun^ widerftreiten aber viele Um- 

T i^ranke Knochen hat meiftens ein 

^~"*jnfrafs ganz verfchiedenes Anfelin; 

t djefer au^gehTihltd Knochen fo glatt 

bt> dafs man gar keine Aehnlichkeit 

i beinfrafstgen Knochen dar^a finden 

t6(gtkejnt7n übejn Gertich, keine Faul- 

*irfae oder Eitor 9**), Nor In fehr feltnen 

^>komnit das Ulut mit dem Knochen in 

unniit<> 

fVPft'n^ trjdtt^ d«^j tmUd. des a». Tom. 11. — Rttrfch 
^^ Vtl, XXXVUJ. -^ Matfini il^ itifi ' 

1 um mm bis, (. 75. iu Laut/iii ir-- 
-A^its Ut» Arpent» 1785. p*g. IS^^ 
~ , Vcl V, 

■dir. and Cliinirn, Obfcivat *«i_ 
^ia de»* deutfchen l1elieifeuwj*f" 
^ rer «, ^ ü* ö. lO fj. 




•2i;2 11* yon dem Knocke ^gehäucLe. 

neo ift ganz verzehr!. Am elften Rückenwirbel* 
beine ift etwas mehr vom Körper vorhanden, doch 
jL ft die linke Hälfte ebenfalls ganz vernichtet. Von 
/er achten linken Rippe ift der ganze untere Rand, 
ferner von der linken neunten , zehnten und elf* 
ten Rippe der ganze hintere Theil zerftört; der 
vordere Theil derfelben befindet fich in dieCer 
aneurismatifchen Ausdehnung ganz lofe, gleichfam 
■ hioeingefteck t. E b e n d e r f e 1 b e S^) berchreibt 
- einen andern Fall von einem vierzigjährigen Man- 
ne die hintere Hälfte der achten, neunten, zehn- 
ten, elften und zwölften linken Rippe ift durdi ^ 
die Ausdehnung und das Anwachfen einer noch an 
dem eigentlichen Aneurisma befindlichen und mit 
demfelben verbundenen Erhabenheit verzehrt und g 
ihre vordere Hälfte befindet fich ganz lofe in die* 
-fer Erhabenheit, gleichfam nur hineingefteckt» 
■die linke Hälfte des achten bis elften Racken wic^ .^ 
belbeins ift durch das Anfchlagen der aneurisnit- 
tifchen Gefchwulft ausgehöhlt und mehrentheilf ._ 
verfchwunden. Böy einem Aneurisma der Knie« 
arterie ift am Oberfchenkelbeine der untere Theil 
der hintern Fläche über die Condylos ganz- flach 
gedrückt und in eine gleiche ebene Fläche verwaa* 
delt S5). Der dritte bis fiebente Rackenwirbel fiii- 
•den fich ^), durch ein Aneurisma am Ende def 
Bogens der Aorta, an ihrer linkon jSeite, wie 
durch Beinfrafs, vernichtet. A)rer^) fah die 
Körper des dritten, vierten und fünften Rücken« 
Wirbelbeins durch ein Aortenaneurisma fo ausge» 

höhlt ' 

14} ebend^ifelbrt No. 561. S. 114 Fg. 
15) ebeniUrellirc Mo. 563. S. 121 fg. 
S6) ebentlafelbft No. 56^ S. 133. 

97) lieber die PnUaiiergerchvrillfte und ihje chlrMrf. Hi^^ - 
tiaiidifng. Gdtüni;. lyoo. ^. la Ij^. 



A. Vcn den Knochen Ükithampt. sif 

höhlt, difs diefe Höhle ganz die Form des Schlag« 
aderbruchs hatt« und ganz glatt und fchlicht warC 

Mehrere SchriftfteJJer W) fehen diefe Zerftö- 
rong des Knochens als einen wahren Beinfrafs an^ 
als eine durch die blofseGefchwulft der Schlagader 
nd den daher bewirkten Drucke, oder durch einV 
at den verdünnten Häuten derfelben ausfchwl^ 
Hende Feuchtigkeit, welche durch das Stocken 
Ud die Wärme hart wird, und eine Zerftörung 
der Beinhaut bewirkt, erregte Knochenverderb*^ 
■ib. Der feiner Nahrung hierdurch beraubte 
Knochen ftirbt ab, wird zerreiblich und die ein* 
ingeoden Oefäfse nehmen diefe aufgelöCste Kno<k 
cbenmaterie auf^und fähren fie an andere Theile 
des Körpers oder aus denfelben heraus ^9). 

Diefer Meinung widerftreiten aber viele Uiti« 
feinde* Der kranke Knochen hat meiftens ein 
TOD dem Beinfrafs ganz verfchiedenes Anfehn; 
bisweilen ift diefer ausgehöhlte Knochen fo glatt 
vnd fchlicht, dafs man gar keine Aehnlichkeit 
nit einem beinfrafsigen Knochen daran finden 
kaoD, er zeigt keinen übcin Geroch, keine Fäul- 
nils, Gauche oder Eitor 90), Nur in fehr feltnea 
FiUen 9'} kommt das Blut mit dem Knochen ia 

unmit* 

St) Dui*emeY trMite des malad, des os.Tom.II. — Ruyfeh 
obfervau XXX VI i. XXXV III. — Mainni de aneiirpma-» 
ticis praecordioium morbis. }. 73. in Lauthii Scriptor« 
dr anenrycmatibus lat. Arf^eiit. 17S5. pag. )5). — Monro 
Utüyi: aiid obfervat. Vol. V, 

19) Vergl. Hunter medic. and Cliinirg. Obfervat. and In- 
qiilr. Lond. Vol. 1. in der deutJchen Ueberfeczung Voa 
Kuhn S. 141 Ig. — Ayrcr a. a. O. S. lO fj. 

90) Ayrer Ö. 12 fp. 

90 -L.^.Morf^agni 1. r. Epifc. XXVI. J. 9. Diefe Gcfdiwoirt 
befand fich an der vordem Wand des Aortenbogens und 
haue die daran helfenden Enden der SohlfllTelbeiue und 
einige Hippen zerfcört; an diefen Stellen «rar ganz nn4 
gar nicht» von den Häuten der Pulsader Q br ig ge bliebe«« 



ftl4 IL Vm dem Knö^M^ngehäueUf. 

immittelbareBerübrang; gcwöholich füllen Zellge- 
webe, oder andere dem Orte, wo fu-h die Pulsader* 
gefchwulft beSndet, eigne Theile, als Aponearo- 
feil, Muskeln u. f. w. den Raum zwirdien ihr und 
dem Knochen aus und bilden eine Zwil'ciienwan'J 92), 
aseiftens find auch die Häute der Arterie in def 
Oefchwnlft ungleich {tarker> als im gefunden Za^ 
iUnde »). 

Es i(t Tielmehr diefe Knochen verderbniis 
als eine mangelhafte ^nährung des Knochens zn 
betrachten > indem durch den Druck und das An* 
fchlagen der Gefnhwulft die zufahrenden Geßfs^ 
gehindert werden, foviel Knochenmaterie abzufe^ 
^ tzen , als zur Ernährung erforderlich ift, während 
die auffaugenden Geräfse ihre Verrichtungen un* 
unterbrochen verrichten, vielleicht wegen des an<« 
behenden Reitaes vermehren^ und die Einfaugnog 
fortfet7.ea 94). 

Diefe Erklärung beftätigen auch die ¥äU% 
V/o man wegen eines beftändigen Drucks einer 
Fleifchgefcb wulft den Knochen gefchwundea 
£ah. So befchreibt Walter 95) das Cranium eines ' 
Jtfenfchen von zwey und zwanzig Jahren, von def- 
len rechtem Scheitelbein und Stirnbein ein gro» 
fser Theil durch den Druck eines Gewächfes ver* 
zehrt worden ift> £o, dafs man eine Oeffnung y»m 
drey 2^11 acht Linien Lange und drey Zoll vier 
Linien Breite fieht^ ihr Umfang ift mit rauhen Kno» 

cbeiw 

^O Ayrn a. A. O. S. 15. 

^i) Mp.n'felio die nuten Abfclin. III. B. bey den Pultiider» 

{^cfchwülften ani:efühit€n Idilc. 
54^ Ver^hfralttr iuiat. Mufcnm B. II. S. 111 fg. {. 5. d^ 7. 

— Scarpa in den ^femoir. de le Societc roy. de Medic. 

Tom. IV. All. 17S0 et 1711. pag. a^i. — Arrcr a a. O. 

«. n fjr. 

95) a. a. O. 8. iit. No. 557. 



' A. Von dem Kitoekßn ütferhüpf^ , ^s15 

«beoztekan befetzt, und neben damfelben ift die 
ivSsmre und innere Fläche der Knochen fehr raub; 
übrigens find die Knochen natürlich feft. An dem 
CraDium einer Frau von einigen fiebenzig Jahren 9^ 
befindet fich ein anfehnlich groiüses Gewachs » bey^ 
iahe VCD der liarte eines Steatoms» durch wet« 
dies der gröfste TheU des Stirnbeins nach oben 
and zur rechten Seite bie an das rechte ScheiteK 
bcin dergeftalt verzehrt ift, dafs fich dies Gewächs 
nonmelir zwifchen der Galea capitis aponeurotica 
«nd der^harten Hirnhaut befindet; an einigen Stel- 
len zeigen fich noch einige Spuren der Innern Ta- 
£bI des Stirnbeins; Entzandung und Eiterung zei« 
gen weder die weichen Bedeclcnngen , noch die 
Knochen ; diefe find bis an den Umfang der Oeff- 
nung gleich, natOrlichi hart und feft. Am drit* 
ttn Kopfe ^0 von einem jungen Frauenzimmer von 
zwanzig Jahren, befindet fich, unmittelbar nntef 
dem Jochfortbtze des Oberkiefers der linken Sei- 
te, ein Gewäclis, welches durch feinen Druck die 
vordere Tafel des Korpers des Oberkiefers -liinein^ 
gedruckt und eine Aushöhlung ven eehn Linien 
Weite und acht Linien Tiefe verurfacht hat. 

Hierher gehöret auch die Abnutzung der 
Kinnladen im hohen Alter, vvovon ich weiter 
vnteo 98) noch befonders reden werde. 

Aue allem diefen kann man die Verfchwin- 
deng der Knochen bey einem Aneurisma, ohne 
Beinfrafs erklären. Es kann aber auch bey die- 
fer Art der Knochenzeiftörung ein wahrer Bein» 
fra(s in einigen Fällen Statt finden, wenn näm^ 
lieh entweder der feltene Fall eintritt, dafs das 

Blul 

^) cbenaartlbft No. 55t. 

17^ ebendafelhrt S. ii^ l^o. 559. 

j%) iD 4ieltai Abfcbnitte ü. m. beym Uoterl^iefei^ 



Si6 IL' Van dem iuackengehäud^ 

Blut unmittelbar rien Knochen berflhrt ^), oder 
wenn bey der örtlichen Krankheit der Pulsader 
sogleich eine allgemeino Krankheitsurfarhe Statt 
findet. Hierher gehört der Fall , welchen Köh^ 
ler i<x>) befchreibn Es ift ein Stück rem Brufti- 
bein ; der Knochen ift widernatürlich aufgetrie- 
ben, und viermal dicker, als im natürlichen Zo* 
Itande; feine iufsere Fläche ift mit vielen Exofto- 
fen umgeben ^ ganz vom Beinfrafs zerft^effen und 
dadurch ausgehöhlt ; ein Aneurisma der Aorta gab 
Veranlaffong zu diefer Krankheit. Das Stück ift 
verhältnifsmifsig fehr leicht. 

' Auf eine befondera, merkwürdige, krank» 
liafte Befchaffenheit der Schedelknochen , welche 
gewiffermaafsen hierher zu gehören fcheint, macht 
unsMicAae/i^O^ufmerkfam. Es ift eine Blutge- 
fchwulft, der nur neugebohrne Kinder am |[o- 
pfe ausgefetzt find, lind welche itnmer mit Ver^ 
deifbnifii der Knochen verbunden ift Oeff&et man 
fie, fo findet man dickes, fchwarzes Blut in derfel- 
ben, welches grade auf dem rauhen Knochen liegte 
der hier nicht allein feiner Beinhaut, fondem auch 
feiner änfsern glatten Tafel beraubt ift. In diefem 
Zuftande trifft man Gefchwulft und Knochen gleich 
im Anfange der Entzündung 'an, und es ift des» 
wegen höchft wahrfcheinlich , dafs die Gefchwulft 
nur Folge des Knochenfehlers, und diefer nichl 
durch jene hervorgebracht ift. Gleich vom An» 
fange fühlt man auch fchon durch die Gefchwulft 
den fcharfen Rand des zerftörten Knochens an der 
Vertiefung ganz deutlich. Beym Auffcbneidea 

dringt 

99) fiehc vorher S. 21;. Anmcrk. 91. 

100) a. a. O. S. 89. No. 910. 

O lieber eine eigene Art von Rlnt^^efcli weiften in Lodnh 
JoHrnal iür dU Chirurgie. B. II. 6c. IV. S. 657 if- 



B* Von den Knacken üBemkaupt* %\j 

ngt das Blut, wie aus einem Schwamm aus dem 
>chen hervor. Bey Palena in Mailand fahJtfi- 
elis drey bis vier Schede! von »^Kindern , die 
ils froher» thells fpSter an dierer Krankheit ge- 
rben waren. Er lelbfr heilte fie bey einem Kin- 
; äer Knochen war rauh, eniblöfst und feine 
kere Tafel fehlte; der oben erwähnte Rand liefs 

I devtlich fahlen. Nacli der' Heilung konnte 
n nsr durch die Haut die Vertiefung im Kno* 
en ^m fcharfen Rande der aufsern Tafel erken^ 
d; flbrigens tchien die Haut völlig mit demKno* 
m vereint, und das Kind zeigte auch beym ftärk« 
n Druck auf diefe Stelle keinen Schmerz. Nach 
liger 2^it ftarb es an einer andern Krankheit. 
T Rand im Umkreife der Gefchwulft war npch 
:ht ganz verfchwunden, die Stelle im Knochen 
ir rauh, fehr roth, der äofsern Tafel beraubt, 
rigens aber mit dem Pericranio verbunden. An 
ligen Stellen hatte anch die äufsere Tafel (ich 
ader angefangen zu regen eriren. Jener Rand 
X beynahe eine Linie hoch erhaben , aber nicht 
larf, fondern rund und glatt, wie immer da, wo 
le Reforbtion Statt gefunden hat. 

Attlser diefen angehohrnen Blutgefchwfllften. 
idel man auch bisweilen bey Erwachfenen der* 
eichen, wo das Blut in unmittelbarer Berührung' 
ttdem Knochen liegt, und bald flaf6g, bald ge- 
looen ift. Verderbnifs des Knochens ift alle* 

II damit verbunden, und fcheint nicht Folge der 
ntergiefsung und der, von vielen angenomme* 
SD, knochenauflöfenden Kraft des Bluts zu feyn 
»Odern vielmehr, eben fo wie bey der Blutge, 
hwulft der Neugebohrnen^ Uifach der Blutan. 
immlung ^). 

Die 
ebendafelblt S. 664. 



«i8 ii* Von tUm Krt^ekengebättde» 

Die dicken Enden der Röhrenknochen » b^ 
fonders der Schenkclbeine, find einer befonderil 
Krankheit, einer An Wafferfucht, untenvor» 
fen, welche van H^/0 befch reibt, und hydro« 
fteon nennt. 

Ueberhaupt fch'einen bey einer allgemeioeii 
WaiTerrucht des* ganzen Körpers* die Markzeliea 
der Knochen oft iiii*es Markes beraubt und mit 
Waffer angefüllt zu fcp> als das Zellgewebe ^). 

Nicht felteb findet man die Höhle der 
Böhrcoknochen, ihrie zelligteSubftanz und 
auch die kleinen Knochen ganz in eine' 
fefte, (olidc Knochenmaffe verwandelt 
Es findet fich dies oft bey der Spina ventofa S). 
Aber eben fo oft findet es auch bey andern Auf« 
treibongen der Knochen Statt. Eir entfteht nim* 
lieh dabey eine ftärkere Abfonderung; nnd ge« 
hen die hingeführten Tbeile in Eiter aber, fo 
entfteht Vereiterung des Knochens^^ ift aber der 
Zutrieb der erdigten Theile nach dem akil]getrie« 
benen Knochen fehr (tark, und werden die flflffi« 
gen Theile eingefogen) fo werden die erweiterten 
Knochenzellcn mit Knochenmaffe ausgefüllt, und 
der Knochen verwandelt fich in eine fchwere fefte 
Maffe ^). Ift aber auch wirklich fchon Eiter er« 

zeugt, 

3) Heelktmaip. ^lengelftnlf Decl II. St. L 

4") J. Hafl Veifnclie und ßeob^chtungen ttber die in den 
niArkipen ZeHen der Knoclien in der Waflerfucht tnt* 
}iaUenen FIOHij^keiten/iu der Samml. aiiierlef. Abb. l'dr 
pidkc. A. R. XII. S. 20 fg. ans dem I.ond. Medic. Jonm« 
* 178^. PArt. n. pa?. I<7. — Ajjaiini Verfuch ober die 

Krf tikheiteo des lympliAtiTchen Syftetns. Auf dem Frani« 
Dresden 179t. S. )3. 

f) z. B. Knfi/er a. a. O. S. 94. No. 115. S. 55. No. n^. 117, 

. 8. 57. JNo.iaa u. m. — Vergleiche vorher S. 141. 

6) IVtther a. a. O. B. II. 6. 57. $. 7. nnd 8. Unter andern 
biToh reibt . er ro)|i;ende JNerkwilrdige hierher ^ehörii^ 
lälle. Die Sdiieabeinröbrc vou beyden Untcricbenkeln 



A* Vö» dem KjtocAem Überhaupt* 9i% 

€Ogt, und bat dicfes einen gehörigen Ausflufs, fo 
r'erden mit der Zeit endigte Theile in den erwei-» 
erten Zwifcben räumen des Knochens abgefetzt^ 
nd der kariös gewordene Knochen heilet dadurch, 
lab er in eine ferte Maffe verivaodelt wird 7). 

Bey einem hohen Grade der Gelbfucht findet 
nan die Knochen gelb gefärbt ^j« 

Die 

einet vierzig] ulingen FraiTenzimmert (S. )f. No. )ao.iiitd 
Iti.y Tind beynahe in ihrer guizen Länge au^efchwol^ 
ItDy aii&erlich rauh, und von dem Anfehn , aU ob (ich 
Knoten zeigen wollten ; die Dicke betrügt im Diirchmef* 
fer einen Zoll h'hif Linien, die Malle ift ziemlich feit; man 
£eht die allm^liche VollfüUung der Knochenfacher 
mit KnocIienmafTe, wodurch der ganze Knochen beyna* 
\t vollkommen in ein folides AVefen verwandelt wor« 
deiu Am nnterften , gefunden 1 heile find die Kno- 
cbenlacher naturlich Das Schienbein einet vierzi^f^^ 
jahrigen Maiinet (S. 3g f^. No. 9S3.) ift durcbant • «n£« 
|el«faw)uilen » hat aber feine natürliche Ftgnr behalten. 
Die Oherßäche ift ranh, die Mafl*e hart und i'eft. * An 'ei- 
nigen Stellen ift die Rühre durch und durch in eine fo- 
lide MaTfe verw;mdelt, an andern Stellen werden die er- 
weiterten Knnchenzellen noch mit KnocbenmiCfe 'voll* 
cefölU; am gefunden Theile find ße natürlich« Vergl. 
No. ?7«. 979. 9«5. 
i) Walter S. 59. J. 9. — Kin Obtrichenkelknocfain (Nd. 
}S4. S. 40.) welcher fchnn in der Jugend durch die Ha* 
chitit etwas aufp;pfch\v<>llcn und gebogen war^ fing auch 
im Alter winder anznfchwellen an^ ward an der SiSite 
mid nach hinten etwas rauh , ift aber Übrigens dem gc* 
fujidcn Zuftando ziemlich gleich. In ihm war Eiter er- 
zeugt, das auf drr Jiint*.rn i-lacTfe ausgefloflen war. Der 
Knochen ift bis auf eine kleine OefFnung geheilt and an 
den Orten, wo die Kiterung war, in eine Fefte Maffo ver- 
wandelt; da, wo die Aulfchwellung nicht in Eiterung 
Abergegaogen war, ift er blos aufgelockert/ luid hat felrr 
grofste Kji«>chcnF.'ciif.'r. Ein anderes Obcrfebenkelbeln 
\jA%>, ;t5*) ift HU fjefch wollen, und erfcheint ebenfalls 
4a, wo die Kltcrnn^; war, in eine durchaus fefle Idciffe 
»erwandrlt, ohne all*» Holile; da, wo noch Eiterune vor* 
handea ift, ift der Kn«»clicn etwas locker, wird aber mit 
dem Maafse, wie das titer abflief t, fehr feft; am gefuit* 
^cn Theile ift er von nattirl icher Refchnffenheit, Eine 
deiche liffchdlTenheit zpip,t ar.ch ein deliienbein eines 
*1anncs von einigen dreyfbig Jahren (No. %%6, S. 41*'). 
John Andrce Gonüderatiunt on biUout difeaCDS end fo- 



S20 !/• Von ietn KaockengehSude. 

Die Gelenke der Knochen find der Vcr- 
waclifung (ancylofis) unterworfen 9). Sie enl- 
Cteht gewöhnlich von äursern Urfachen, feltener 
von innern, befonders aber dann vom Skrofe]gift 
oder Von gichtifcher Urfache. Noch feltener ift 
fle angebohren. Ludwig '^) befitzt eine Ankylofe 
des erften Halswirbels mit dem Hinterhauptsbeine, 
welche angebohren war. Bisweilen entfteht fie 
durch widernatürliche Knochenauswüchfe an den 
Gelenken; ein/sn folchen merkwürdigen Fall be- 
fchreibt Walter "). Bisweilen entfteht eine An* 
kylofe nach Knochenbrflchen, die nicht weit von 
ihren artikulirenden Flächen vorgefallen waren '^ 
Oftmals hat fich rund um das Gelenke eine fefto 
khochichte Materie, wie eine Scheide ergoffen, und 
verurfacht eine Verwachfung der artikulirenden 
Knochen • Enden \ ein folches merkwürdiges Spe* 

cimen 

nie' particiliar atfectiöns of tlie lives and tlie Gall-blad- 
«le5. Lnnd. i/^o. Ueberf. in der Satnm]. auserl. Abliandl. 
für pr. A. ». XIV. S. 259. — Störkti Amins Medicu* 1. 
p. 150. — StclPs Heilnnj^Äinetlintle überf. von Fahrt B. III. 
Th. II. S. 148. — Sömmering von dein Baue des menicuL 
Kcirjior». B. I. S. 4. 

i) Miilfer diff. de ancliylofi. Lngd. Bat. 1707. in Halleri 
CtiUectione dÜMiitatt. clururf;ic. Vol. IV. No, 120. — Fuul 
difT. de ancyloii. Arpent. 1774- — Büchner de ancyl^f:. 
Erlord 1753. — V^n de Wynpreffe nnd van Doet*em 
difr. de ancylrfi. hnj-d. Bat. 178}. — Böttcher von den 
Krankheiten der Knocbcn. B. ill. Kap. XXIX. -S. as).— 
Ad, Murray dilT. de Anchylnfi. Uplal. 1797. in RuefoI^Wr 
fchwcd. Ainialen. B. 1. St. 1. 5. 152 i'j,. 

tp) Primae lineac anatomiac patholngicae. pa^. fO. noc.X. 

in.a. a. Ü. B. II. S. 71. ^". 446. Do» Knpl beydcr Scheo- 
Kelkiiochen ift abvrbroclien, nnd durch diefe Gewalt di« 
Rcinhant nm die Pfanne der bcyden unjjenannten Bein« 
fo vcrleut worden, dafs fich am Umfanj^c der P£«nnfl 
sacken form Ige Fortfütze von einem Zoll nnd 7.ebn Li* 
nieii LÄnpe befinden, wclclie fich mit dem am Hälfe der 
Schenkelknoclien erzeugten KnochiMifaftetWäs vereiitigeo- 

12^ f^'a/ter a. a. Ü. S. 163 fg. ^o. 65t. verjjl. auch de*» 
Vorher angefülnten Falk 



f 



A, Von den Knöchern i^rkaupt. azi 

imeo befchreibt uns Köhler ^^). Meiftens findet 
ie Ankylofe durch Verknöcherung vder Ränder 
Htt '^). Oft eatfteht fie nach Verrenkungen. 

Bisweilen betreffen die Verwachfungen meh- 
■Cfe Knochen und Gelenke, ja, man hat einige Bey- 
tpiele von Verwachfung aller Gelenke, fo, dafs 
dbKrankeD ganz fteif und unbiegfam waren. Ca- 
bambus 'Q befchreibt ein Skelet, an welchem alle 
Gdanke, vom Kopf bis zu den FuCszehen verwach- 
Ein waren* Connor ^^) fah einen ganzen Rumpf 
b verwachfen , dafs alle Knochen nur einen Ein* 
zu bilden fchienen. Bey einem jungen Men- 
1 waren ebenfalls alle Knochen verwachfen *7). 
WnU^r ^ befitzt das Beingerjpp eines fünfzigjäh- 
rig 

11} a. a. O. S. 15. No. 59. Es ift eine Ankylofe des Sclien-^ 
kelbeins mit dem nogeaannteii Beine, nach einer Lnxa- 
tion entfunden. Zur Refefti^nug der Luxation wSbke 
a% Natnr folgenden Weg : i^ von der Spina anterior in- 
ferior criitae offis ilinm geht eine ftarke KnochenfiTnU 
nadi ^tm Schenkel, 2) zwey andere beträchtliche Kno- 
cbenCialen gehen vom Schadmknofhen ab, laufen über 
das Forameo ovale hinweg, vereinigen fich aoFdem ace» 
tabnlo und verlieren fich in den grofsen Trochantcr und 
helfen Grube; 3) enifpriagt ein lurker Knochenklum- 
pen ia der Gegend über derlncifnra i^hindica und Üin^- 
ter dem Ace tabnlo, füllte den £ vife heb dem 0& femoris 
und llium übrig gebliebenen Raum aus, und lauft langt 
den femur herab ; 4) aus dem Beiden des Aceubuli, da, 
WO Conft das Ligamentum teres liut, entfpringt eineKno- 
dienfanle und läuft bis zum kleinen Troclianter. Diefa 
Askylofen fcbeinen zum Theil durch VerknGcheruitg 
■^rarer Muskeln enti'canden zu Ceyn. 

14) cf. CotL Gtstz diff. de morbls liganientorum ex mate- 
riei animali;; mixtura et rcnictHr4 mutata cognofcendis, 
Halae I79t. \- IX. pag. 34. 

15) de re anatomica. Lib. XV. pag. 4g5. 

^ 14) de rtuj)endo uriium coalitu. Oxon. 1695. pag. 4. 

[ 17) Philoloph. Transfer. 1741. No. 46I. pa«. Jio. Tab. V, 

I — Leskt * auserlef. Abhandl. aus den philuf. Tranbuct. 

I Th. U. S. 554. 

; I« Böucher a. a. O. H. HI. S. aij. — H'aUor*^ aiiat. Muf. 

* Ä. U, S. 77* ^9. 46|. 



aa^ IL Von dmn Koiookengebäude^r 

planne, deffen Hals zugleich', ftark vorwärts ge* 
krümmt ift, claCs das Kion beioahe die Bruft |be» 
rührt 

In diefem fo wohl, als in dem Rumpfe eines ; 
andern altcfn Mannes findet eine allgemeine Ver» , 
beiner ung. aller Rücken - und Lendenwirbel , auch ^ 
vom letzten diefer mit dem Heiligbeine, Statt» . 
Bey dem einen ift die Spitze des Heiligbeins abeiw 
knorpelt, zum Zeugnils, dafs diefes mit dem Steis« . 
bein beweglich vereinigt geblieben war. Beim 
andern ift der erfte Wirbel vom Steisbcin mit deK ^ 
Spitze dtz Heiligbeins durch Knochen zufammes 
gelötbeti die untere Fläche des erften Wirbels voit '^ 
' Steisbein aber Oberknorpelt. Die Verknöcheroag - 
zwifchen den Wirbeln gefchieht bey beyden Alte« 
zwifchen den einander gegenüber liegenden FU? . 
cheo der Körper, theils durch wahre Verknöofaet 
rung der länglichen vordem und hintera Biiid% - 
die man noch gröfttentbeils durch den Lauf Üagt ' 
lieber, knöcherner Fafern vor der vordem Flidi|' 
der Körper der Wirbelbeine erkennen kann, Si ' 
wie fie auch an der hintern Fläche fichtbar fiaiti ^ 
theils durch Veränderung der band-faferartigen : 
Mafle zwifchen den Körpern (die nie Knorpel i^ v, 
wie Weitbrecht richtig bemerkte) in Knochen '' 
Ihre zweyte feftefte Verbindung gefchieht dnrdl i 
einen knöchernen Uebergang eines artikulirendiC • 
Fortfatzes in den andern, fo, dafs man den einea j 
vom andern kaum unterfcheiden kann; doch ift I 
auch hier die Voreinigung Folge von Verknöchlii £ 
rung des Geleakbandes, deffen Fafern man i« 
Umlang der Fügung noch gröfstentheils deullidf 
unterfcheidet. Die dritte Ankylofe findet zwi 
fchen den Staciielfortfätzen der Wirbelbeine StaH 
Die Grundflächen derfelben fcheinen durch Ves!r<^ 



IcHeniog entwedar des ganzen,' oder doch die« 
oder jenes Thei^ dea' gelben Bandes- vereinigt 
[eyn. Zwifchen den nän^lichea Fortftteen der 
idenwirbel ift der Uebergang des untern Ran- 
vom Staclielfortfatz des obenliegenden Wir- 
I zam obern Rande des nämlichen Fortfatzes 
n untern uqverkennbar Folge der Verknöche- 
lg des ligamenti interfpinofi.fo wie die 
itero Enden der Fortfatze durch Verkndche- 
lg der Spitzen -Bänder zufammenhängen. Die 
itzen« Bänder find überhaupt häufig knöchern; 
UnfiX ift der Zafammenhang zwifchen den Ra* 
eowirbeln durch Verknöchernng der ftachlich-- 
I Under. 

In beiden Subjekten find die hintern Enden 
t Rippen mit den Wirbelbeinen verknöchert* 
r koöcherner Zufammenhang findet befonders 
denen Stellen Statt, wo fie gemeiniglich am be- 
■gBchften mit den Wirbelbeihen verbunden find^ 
nUch zwifchen dem Köpfchen der Rippe und 
n Seitenflächen der Körper der Rückenwirbel* 
ioe vnd dem äufsem Ende vom Queribrtfatz* 
ic^ Verbeinerung ift auch hier augenfcheinlich 
»Ige der Verknöcherung der Bänder. Sehr nied« 
li Seht man beynahe in jeder, jetzt knöchern 
Igug zwifchen den Köpfchen der Rippen und 
m Wirbelbeinkörpern die ftrahlenförmigen Fe- 
\m diefer Bänder, in Kaochenftrahlen umgeän« 
ntmd bey vielen den Zufammenhang blos da- 
nrdi bewirkt, fo , dafs die mittlere Subftanz 
vrifchen beiden artikulirenrlen Flächen fehlt. So 
od die Queerbänder, vom Queerfortfatz des Wir* 
teil zum hintern Hü^^cl ^r Rippe, ehernem aus 
Uiöncn, blitzenden FalVn, jetzt aus Knochen 
Mtehend, auffallend fchön. DJe Vereinigung wird 

Hmndb.d,patk^l,Anmt.B,l. P da* 



dadurch noch betr^chtlidi vermehrt, dafs fi« 
fchiefenBtoder allgemein zwar feltner, alt d 
dern, die Innern aber doch noch häufiger, i 
fxmem verbehiern« 

Hlufig find die Beyrpitle Ton Ankylofo 
seiner Knochen, hiufiger doch an einigen 
-chen, als wie an andern. Befonders oft koi 
fie an den Wirbelheinen vor. Ich werde fei 
nige eiitzeloe bey den Schriftftdlem vorköh 
•de IWe aaszeichnen« 

fiineAnkyiofe der Unterkinnlade 
Cdlumkus'^\Connor ^^}y Eußachius^^^j Seht: 
und Sandiforc /^^y^' angemerkt. Kühler^ 
fchreibt uns die voUftändigfte, Sie findet ifi 
den Seitexi, befonders atyer auf der linken 
Aes Schedeis einer fieben vnd zwanzigjir 
Frau, Statt Sie litt an beftandigcn Scbmer/e: 
-ter den Ohren und um die letzte Zeit ihres Li 
an einem wahren Trismus, weshalb man il 
Obern und untern Schneidezahne heransm 
«Attfistv^ um ihr nur Lebensmittel • beizubri 
«brigen hat der, nach Verhältnifs fehr ] 
^chedel isoch alle ZShne. Die Ankylofe 
4laroh eine Knochenmaffe gebildet, die fiel 
f^roceffns zygomaticus t)ffis le 
Tum horab, und um A^n ganzen proci 
^ondyloid«us der Unterkinnlade herui 
ßiebt. 

Ul) De re tnttomica. Lib. XV, p9g. 4l^ 

• I) 1, cit pag. 7. 

aO ^^ deiitibiis. t:ap XXVIII. pae. 92. 

2)j Obfervat. inedio. ßalil. 15S4. Lib.L de «eapite. 1 

405. prt{?.44l. 
• 84") Kitercitat. academ Lib. IT. cap. V.Tab. V. Fig. 2.1 

l^*g I. •— rjutd. Obfervat. anatmn i.athol.Lib. I.c 

pag. loa fq^ r»b. VI. — ejusd. Mul. anAtCHnic 

pag 14p. Tab. XVI. Fig. i - 4. 
-^^^ a. iki O» S. %. No. |. 



A^ Voß den Knocken überhaupt^ ^^y 

Ankylofen des erften Halswirbels mit 
dem Hinterhauptsbeine haben mehrere 
Sehrifkfteller 3^) befchrieben. 

Eine Venvachfung des zweiten Hals wir* 
btig mit dem erftcn, ohne dafs das Hintef- 
havptsbtin Antheil daran nimmt , finden wir bev 
SuuUron ^). 

Im Meckelfchen Kabinet ift ein zweites 
Hd drittes HalswirbelbeiJi, welche total 
Bit den Körpern knöchern verbunden find ; ihre 
Südielfortlatze find von der Orundfläöfae bis zur 
Spitze rine knöcherne dicke Fortfetzung gewof« 
deo« Zwey andere Halswirbel in derfelben Samm« 
Ing find durch Verknöcherung ihrer Körper^ 
■R Zarftobrung eines Theils der MafTe derfelbea 
mk darch Ankylofe der fchiefen Fortfätae voi» 
triden Seiten merkwürdig. 

Eine Verwachfung der beiden erfteA 
Haltwirbel unter fich und. mit dem Hinter« 
kasptf beine befand fich im Königlichen Kabb 
Paris ^. 

Bacheracht ^^ fah alle Halswirbel bey 
am Skorbut Verftorbenen in einen einzigea 
kaSchemoo und knotigen Körper verwandelt» 

P H Diai 

a^ tofumhuM L c. ^ kluller dilT. de ancliylofi in Ha/ierl 
eaUeet. diff, cMrnrg. 1. c. pag. 545. -*- Trioen obfervat* 
atd. cbirurg. Tab. IX. — Morgagni L c. Epift. LXIX. S«. 
^ Mn de IVynpr&fJe dilT. cit. Tib. I. Fi|f. i. a. j. — 
Icndlf/br/i exercit. academ. Lib*I. c«ip.I, )k Tab.I. H. HU 
"— cPTiu^. Miireum atiatom. Vol.I. Sect. IV. pag. 14). jNo« 
XXL XXn. Tab. XIV. Fig. 1. No. XXIII. Tab.XiV. Jfis» 
a. ). — Kuhler S. 4. No. i. S. 5. No, 3. 

If) obfenrat. anac pathol. Lib. 1. cap. Vil. pa^. 99. 
r ü) Hiftoire natiif eile avco la dtfcrip^il 4u Cmbintt du 
R«U Vol. V. pag. 199. 

Sf) diu ci^ f. 40i 



228 II* Von dem KaoehengeiäuMi» 

Die Verwachfung aller Halswirbelbei- 
ne zugleich mit dem Hinterhauptsbeine be* • 
fchreibt uns Köhler 50). Die Körper der Wir- ; 
belbeine, nebft ihren Seiten * und fchiefen Fortßl- 
tzen find eben fowohl unter einander, als das Hin« • 
terhauptsbein mit dem Atlas und diefer mit dekh ' 
«Spiftropheus durch Knocbenfubftanz vereinigt.. | 
Auch der zahnformige Fortfatz des letztern, ^er ; 
auf der linken Seite karlös gewefen zu feyn fcheint^ -] 
nimmt an diefer Verwachfung keinen geringM ^ 
Antheil. : . -^ 

Einer Ankylofe aller ^Halswirbel, s«- i^ 
.gleich mit zween Rackenwirbelbeinen ^^f 
.dem Hinterhauptsbeine erwähnt Sa ndl»^ 

fort'O- - i 

Am hSufigften finden fich die Verm^thtmth'^ 
ßen in den Rücken- und Leudenwirbelbe^i" 
nen. Be^fpiele geben uns mehrere Schriflftif»^ 
1er )>).. Köhler ')) fah die fechs oberften Rtckett^'^F 
Wirbel mit dem letzten Halswirbel , hauptfiobUft'^ 
an den Queer-und fchiefen Fortfätzen, und vä^m 
gleich auch mit der erften Rippe auf beiden SekS 
ten verwachfen. Das merkwürdigfte PräparU^ 
«der Art befitzt Walter '^) ; die fechs untern Rücfc^ii^ : 
Wirbelbeine eines Mannes von vierzig Jahren &diKh 
mit einander ankylofirt ; durch die Fäulnifs ift dar 

KnoD» 



lo) a. a. O, S. 5. No. }. — cF. Sandifort exercic. ac 
Üb. IJ. cap IV. 

31) Muf. auatom. Vol. I. Sect. IV. pag. 147. No. XXVU 
Tab. XV. Fig. 1--4. r t» w 

%t) Fallopii praef ad tractat. de luxatlonibu« oHIuiii. 
Tom. II. pag. 61. — Palfyn befcliryving der beend 
pag. 218. — ^tf/r////orf Muf. Anat«.m. Vol. I. Sect. I piz«! 
Ko. 1. U. nap. 169. No. CX rcj. Tab. XXXVIU. Fig.|*i 
Tab. XL. Fig. 4. 5. J 

^i) a. a. O. S. 5. No. 4. 

94) Anat. Muf. B. II. S. 72. No. 44g. — vercL KMtri 

.N0..2). 




A. Von den Knochen überhaupt, 229 

Koorpel , der fich zwifchan sweien WirbelbeJoen 
befindet, weggefchaft und man kann zwifchen den 
Wirlxelbeinen durchfehen; an der vordem Fläche 
der Wirbclbeine befindet fich Knochenfaft, der 
gleich fam von einem zum andern fich ergoffen hat 
ind diefelben zufammenhält. 

Eine Verbindung aller Rtlcken-und Len- 
tewirbelbelne durch cinefoftarkeKnochenmaffe, 
dals fie beynahe ein Ganzes bilden, befchreibt K'öh- 
ler'^^\ zugleich find einige Rippen mit verwach«- * 
iea und auf der rechten Seite der Röcken» und lin* 
keo Seite der Lendenwirbel befinden fich beträcht« ' 
liehe KnochcnauäwOchfe. 

Köhler ^^) macht die Bemerkung, dafs man 
£e an den Wirbelbeinen vorkommenden Ankylo* 
faa und Exoftofen bey den RQckenwirbelbeihen ^ 
Idk immer nur auf der rechten , bey den Lenden-^ 
wirbeln aber auf beiden Seiten fände, und glaubt^ 
dab da^ Schlagen der Aorta wohl etwas dazu bey- 
tragen könnte, dafs die linke Seite der Rücken- 
wirbel for diefem Uebel mehr gefiebert fey, als 
die rechte. 

So findet man auch mehrere Lenden- 
wirbel für fich ankylotifch verbunden ^T)j oder 
aeh mit liem Heiligbein ^9). 

Seltner find die Ankylofen des Heilig- 
' beins mit dem Steisbein, und der Theile des 

letz- 
^fi a. a. O. S. 5. No. 5. S. 7. No. 31 a. 8. %. No. 26. 5. 9 

^» 2|.A. 

34) S. 214. 

37) Snndijort Mor. «natnrn. Vol. 1. pag. fO No. CXXIV. 

CXXV. li«j. 1-6. No. Ca) VII. lab. XI. !V. ti*. 1.2.9- 

»Ag. 171. So. CXXIII. Tab XXXVllI. Fig 5. No CXXXV. 

CLL Tab. XLlll. iig. 9. 4. — Köhler S. 6. No. n. S. 7 

No. ?i. S. %. No. 22. 2?. 
X%) Hifttär. iiAliircl. L c. 11. 195. — Sandifort Mnl. «nat. 

Vol. l. n. 174 N^. CäLIX. pag. 176. No. CLVIII. Tab. 

XLIV. iig. 4. 5. ^- 



sSo iL Von dem Knockengebäude. 

letztern unter fich. Hunte r ^^), Köhler 40) und 
Sandifort 4<) fdhi'en Beyfpiele davon an. Auch 
finden fich Verbindungen des untern Endes des 
Heiligbeins mit dem Steisbein bffufig im Meckel^ 
fchen Kabinet; aber nur ein Beyfpiel von gänt-"^ 
lieber Verbeinerung der einzelnen Stücke dei-i 
Steisbeins unter fich. ' 

Beyfpiele von Ankylofeu des Kelligbeint 
jmtdcmHOftknocheo gehBaSandffort ^^)undKök*' 
2er 49). ^ Im Kabinet des Geh. H. Meckel befib* 
det fich ein Hüftbein y von deffen b tntern Flidie ; 
ein beinahe zolllanger 2^pfeo von Knochen mate*' 
rie entfteht, fich in einen etwas ftdrkern, eyfOr^ ^ 
migen Knopf endigt, der von einer ähnlich vei^ - 
tieften Orube des Heiligbeins aufgenommen wird» 
und einen feften Zafammenhaog zwifcben dem ' 
Haft -und Heiligbein dadurch bHdet. Mehrerel 
über die Ankylofen der fieckenknochen werde ich * 
unten beim fiecken beybringeo. 

Der Ankylofen der Rippen mit den Wir- 
belbeinen habe ich fchon vorher mehrmals ge*'« 
dacht. Mehrere Beyfpiele geben die unten 44^ an« 
«geführten Schriftfteller. 

So bat man auch mehrere Beyfpiele von ,Ver- 
wadifung der Rippen unter fich. Morgäg^ 

19") Anatomia uteri humani gravidi. Tab. IX. 

40) a. a. O. S. iia. No. 387. 

41) Muf. aiiatom. VoL I. ^. 17g. No. CLXXVII. 

43^ obT. anatom. pathol. Lib. 1. cap. VII. pag. 100. Ltb. 11. 
cap. VI. pa;. 115. — ejus4> Muf. anatnn. VoL I«Sect.l. 
paff. 6. No. III. SeccIV. pag.191. CCXVII fq. 
4)) §. 10. No. )B fg. 

44) « Roy ^CL, de Tcoliofi Lugd. Batav. 1774. ?>€• 7?- -** 
Coopmmnns diu. de Cypboß. Lngd. Bat. 1775. P*S* 7- *** 
Sandifort obTerv. anat. pathoL Lib. I. cäp. Vit. paff, f^k 
— ejusd. Miif. anatom. VoL I. Soct. IL nag. t7. No.CGCLI. 
pag. 174. No. GL. pag. 175. No. CLL No. CLIV. Tab. 
XLlIl. Fi«. I. a« •» Kühler S. 5. No. 4.5. ^%. JNo.a«. 
6. $, No. 47. 



A^ V§M den Knoehen üiet^haupK . aii . 

fand di6 erXtd ujid zireyleRipp^ einer alten 
meibentheils aus einem einzigen Knochea 
Bo; beyde verliefen: DäaiÜchiaJa fie kaum ei- 
inger breil von den Wir beJ deinen entfernt i 
I ip einen einzigen- breiten Kneohen*, ohne 
ringfte Spur cinei ehemaligen Trennung ;^ ' 
Ixiif Finger breit vom Briiftbein ging aus: 
bern Rande defCebei^ ein runrier langlicheit 
il, von der freite eines halben kJieinea Pin« . 
henreX). und heftete üch an das Bruftbein ;, 
tigß Theil des Knochens war hier fcbmaier ^ 
Anfange, und hatte aar die gewöhnliebeBrei-- 

•ffien -Rippe»; oxhI war durch einen zwei-> 
pcpel mit dem Bruftbeine- verbunden« Köh» 

befchreibt 9wcy duroh KuochenmafTe mil^ 
BJC Tereinigte Ripsen; wahrfcheiolich war- 
ichwür. in der Qfufthöhle) wora^ fie nritAn*^ 
ihmen ,. die Urlach e* da ron.. Mehrere- Bey* 
iczählen. Coiiunbus^ ^Of Alhiu ^y^MertinA^^y 
), Hunauld 5*), MedikHs^^\ KaUfchmid*^ 
wi. 53) und RofaumülUt *^> 

Selr 

eanC et Ted. moi b. EpiTc LVT. \, 17^, , 

a. O. S. 13. No. 55. 47) 1. c. ptg, 4S5. 

nabU. aoadeto. Lib. II. eap« XUI. pog^ 55« *^ ejusdt 
*y Sunpcllect K/oYA/u*. I^az. sat» 
laLti «rofteologie. Tom. ifl. pag. i3'4. 
, feilten Anmeriediif^en zur Monrttfvhck OftenIhg[ie: 
kte d'Oftcologic, craUiiiC de rAiiglois de ^r, ilAflVUKHpJiV 
S'iC. Far. 175^. na^. 141. 
1 dea Blemoire;« de racadem. roy. des Scteno. aParL 

K r^p 05. . ■ ' • 

in&mlung vun Beobaciunnf^cu- aus der ArzneyvriUen-' 
a. ZÄi-ieh 1764. U t. S. te. 

gr. de cüftis duabns pritnU veris per fubrUlutLam <>C- 
1 cobaereiitibus. Jciiae 176, 

ofeum Anatomicum. Vol. 1 nag. I7.. No. CCCLIV: 
. 179. Wo. CXLVI. Tab. XLVlL Fig- u 3, paj. 174^ 
CXl4VlH.Tab..){Ml-.JciS. I. a.pag. i8o.iNo,CXCVIL 
». XLVlü. Flg. 3. 4. N*«. CXaVia. Tab. Jü-Ill. V\^^ 
i. Ne. CXCIX. lab. XHX Fig. 4. 5- 
te^tr^g« tilr die ZergUcderuugskuxifb. ß.ll. St.Iv S. 99- 
is.l. Fi(^ I.e. 



ft34 ^r ^^^ äemKnochengebäftde» \ 

d^ Vord^irarmknocben Corf , wie im ^rftan Fall, . 
noch von einander abgefondert. Hier fcbeint. 
mehc Krankheit im Spiel, geweüen zu feyn, in* 
dem der Armi^opf ceirnichtet ift, und.delfen Stelle 
durch «ine ungleiche rauhe Knochenfliche. vertre* 
teo wird, der wahricheinlich eine ähnliche J'auha 
Flactu^ des Schulterfaj^tt; gegenaher ftand, welch« 
die Bjiwegung auch hier» wo nicht ganz aufhebet^ , 
doch felur unvoUftändig. machen muCste. 

.Ehen dafelbft befindet fich auch eine unvoU« 
ftSpfl^e Ankylofe diefer Knochen , durch Krank» { 
heit dcs-Gelenks zuwege gebracht, die. ein wq« - 
thender Edelmann ieinem treuen Dieper; Jadurcli. ; 
TeranlaCste , . daCs er. ihm einige umbarmherzige 
Stockfchläge.. auf das..QeleQk verletzte^. .und die .*; 
fchrecklichen Aeufsernngen. des Scbmerzea^ der 
den Unglücklichen zu jBoden ftürztCi dadurch ge^ . 
fli(£entlicb zu erhöhea fwhte> dafs ec gerade deA 
fchon far^terlich getroffenen Ort mit allem IFi'iifii 
wieder auffuchte» um, ihq noch gräfslicher mit 
Schlägen zu behandeln» bis der Menfch feinen bar- 
barifchen Wünfchen gemäfs, mehr tod als lebendig 
ivar. Der Erfolg war, dafs eine fchreckliche Ent- 
zandung des ganzen Arms, mit dem heftigfteiiFie« 
ber Terbun'fen, eintrat» deren Ende, nach allen 
fruchtlos zur Zertheilung angcwjudten Mitteln, 
Eiterung im Gelenk war, die an mehrern Stellen 
Gang.e veranlafste, und eben fo viel verfchiedene < 
Oefinungeo theils felbft bildete^ theils durch Kunft i 
jiQthwondig machte. Im ganzen Umf^ing fohlte , ^ 
man die obern Enden der Vorderarmknochen und i 
dos uatere des Oberarms entblöfst. Der elende 
Zuftand des Armen, Mangel an aller UnterftOtzung. 
die^ ihm der Unbarmheizige durchaus verfagte, 
tiefseo auch ven Ablöfung des Arms wenig Gutes ^ 

orwar- 



^ Von deu Knodiea übef/uiup(^^ qSS 

D, wogegen auch der arcne Leidende durch* 
iteftirte. Die entblöfsteh Arm • und y<^..,' 
knoehen'errcheinen ^h ihren nebeiieijaaii« 
endeiü Enden in einer belivfralaartigeiiyer- 
^ die d^ untere Viertel dir Arnciriihre und' 
reüfger; *in den oKern Ehifbn der'Vpiid^» 
chen einnimmt, ^ackigt, jrauh, mit .^e^' 
gen /VejrtebiedenUich ^^erichteteoi ^plftzea^ 
find brifonder^ der Obefalrm^nochen unä^^ 
Ichein diefen Gebenden s (iQchBjid^pfickfi 
mknoehiein von einander, en^emt, bhnei^. . 
^ide^ -Ibiörpetfliehe i^ir^drt finct. IJliWr 
I iinVlEIlnboge»rOhre^fiAi4 durah Knöchm-^ 
iriit Ihai einzelnen Siweä>^rbonde'rt.'*^'ef- ' 
id Öbllrirniknochen find' aber tfnfiifftee^V* 
Mtcs KcbchenftOck, w^^^ eijfter nUr' 
n in dtiiüii rechten Wliikel und in dör Pro^"' 
lage^f*ik)menli<n£;t. ' Die untei^n' 'finden 
Knbdienlind auch nur bros duröh )B5dcler 

lyfpiele Von Vetx^dhfun^ der Speichen»,^ 
Inbog'entOhre unter fich, gieben !^ai|ii|r t 
I «nd Kifkler ^). In deoi einen fdU htif'''^ 
9 war dn Bruch des R k dl us gleich an kingt ' 
ifitit^ nebft betrichtlicher Dislocation bei- 
ochen » die Veranlaffung ; im zweiten Fill 
der Bmcht noch DSalodätion rorhergegangen 
ir Radius iTt am üutern Ende nott der 
I durch eine ftarke Knochenmafft verbun-« 
>f dj|£i beide Knochen in der Pronatioa fle* 
B dritten Fall war ebenfalls ein Bruch der 

EUn^ 

MlanatAin.patliol. Lib.I. cap. Vfl. pt;. toi. ->- Mih 
A Abatom. Vol. I. Sect IV. pag. 237. No. DLX^lXj 
I. Clll. 
. a» O. B» 19. Vo. 47 4. 47 K 49» 



236 IL Von dem Knoehengehäude. 

Ellnbogenrdhre, m^ Beinfi'afs unri Auftreibui 
des Knochens verbunden , die Urfacli. 

Oft findet eine Ankylofe der Speiche od 
der Ellnbogenröhre, oder beider zufammen, n 
den kleinen Knochen der Kandwurz 
Statt «'). 

Eben to auch eine Ankylofe der Knochen d 
EEand Wurzel unter fich und mit denen d 
]VfTttelhand ^O* 

Aus dem Meckelfchen Kabinet theile * l 
hiervon folgende zwey Fälle mit. Im erften 
das untere Ende der Speiche mit der erften Reil 
der Knochen der Handwurzel» diefe untereinand 
und dann auch wieder mit der zweiten Reihe d 
Hi^nd Wurzelknochen, auch diefer unter einend 
und mit den hintern Enden der .^IittelhandIul 
chen und auch diefer unter fich in Eins verkn 
chert. Hier befteht die Verknocherung grdfstc 
theils aus regelmäßig und unwiderfprechlich vc 
knocherten Bändern» die man ganz .deutlich 2 
Verhindungsmittel zwifchen der Speiche, de 
Schiff* und Mondförmigen und deni dreieckig- 
Beine nach hinten fieht» wo auch die länglicht 
und fchiefen Bänder vom Kopfartigen Bein zu 
bintef-n Ende des zweiten und driUen Mitteilun 
knochfn hinten, vorn aber oder in*.vc>uiig dicBa 
der zwifchen dem grofsen und kleinen vieller 

& 

^2) Hiftnir. iiitiir. tvcc 1a «prcri|»lion du cabinct äa H< 
Vi)l. V. pag. i;o. — 7>i'«i/i 1. c. i'dih. IX. — Sandil\ 
Mitl aiiatom. Vol. 1. .Sect. IV. pau'. 12%. *N<». DLXXV 

• DLXXVII. — Kühler S 13. No. 4^. -. iValter a. a. 
S. 7*. Nf>- 455 

6)) MiilUvi diff. de aiicylofi l. c. p. 54?. — SamUfon ol 
anutoin. patliol. L.ib. l. cap. VII. |i.i{! xoi. Not z. — eju* 
Miif Aiiat. Vol. 1 Sect. 1. ^o. IV. pag.i. Stet. IV. > 
DLXXiV. pag. 321. 



A. Von d§n Knochen überhaupt. ' ^aiy 

gen Bein und die Queerbänder zwifchen den Mit- 
telhandkaoclieii, knöchern erfcheinen. - 

Im zweiten Fall findet eine dergleichen Ver- 
bdoerung aller Handwurzelknochen, fo wohl zwi« 
Ichen beyden Reihen, als zwifchen den neben 
«nander liegenden Knochen, auch eine derglei* 
cb«B zwifchen den vorderp Flächen der Knochen 
zweiter Reihe mit den hintern Enden der Mittel- 
hanJknochen Yom Zeige- Mittel- vierten nndklei- 
MB Finger, Statt. Hier find die verknöcherten 
Bänder, bis auf einige wenige, nicht fo kenntlich 
■nd faferartig. Von Krankheit erhellet nichts ao 
den Knochen beyder Ankylofen« 

Eine Ankylofe des Schenke Iknoclien- 

kopfs mit feiner Pfanne findet oft Statt* 

Bb folches Beyfpiel befchreibt fchon Fabriz von 

Hilden^ ^^) y wo die Verwachfung fo vollkommen 

«ar, dafs beide Knochen ganz Eins zu feyn fchien«n» 

Sandi/ort ^^ befchreibt mehrere diefer Ankylofen» 

\ Fon Haen ^^) fand den Kopf mit der Pfanne auf 

L das genauefte bey einem kaum zwölfjährigen Kaa« 

L ben verwachfen. Köliler ^7), Walter ^^) und Lud- 

\ K^'g ^ fahren noch mehrere Beyfpiele auf, wovon 

• die meiften durch Beinfrafs veranlafst zu feyn 

fchei- 



1 



(0 ^ ichoie et melic. pag. 35. — cf.Hift. naturel.Tom.V. 

P»?- 117 Tq. 
<5) Obf, an»t, path. Lib. I. pag, 100. Not« r. — ejitsd,'hU\t, 

•nat. Vol. 1. pag. 199. No. CCLIII. Tab. LXXV. Fig. 

1. 1. Tab. LXXVl. Fig. ?. Ko. Crl.IV. CCLV. Tab. LXXVI. 

Fig. I. 3. iNo.CCLVl, Tab. LXXV. Fig. 5.4. Tab. LXXVl. 

Fig. 4. 
46) Heilungsmethode in denfi kaiferl. KrankenhanrcziiWien. 

Uebei f. von £.P/<rf/irr. Tb. IV. Kap.lV.J.I. B.lh S.104. 
67) «. A. O. S. 14 fjK. No. 5Ä--*a. 
6t^ a. a. O B. 11. S. 71. ^o. 446. 
§9) De auamndam aegritudinum C. H. «aufCf et ftdibUf.. 

Tab. XL Fig. i. ptg. 34. 



^B IL y^» nUm Knockettgehüude» 

fchelnen. HäuGg entfteht auch eine fcheinl 
Ankylofe durch widernatürUche Bildung 
FEanae und datier enlfpriogende Unbeweglich! 
«ttefes Gelenks, wovon ich heri^acli bey Befch 
bong der Pfanne felbft reden werde. 

Beyfpiele von Ankylofe des Schenk 
knochens mit der SchienbeinrOhre fQh 
mehrere SchriftrteUer 7«) an, Köhler 7^) befchr« 
eine folche, welche von weifser Gefchwulft 
Kniegelenks and darauf erfolgtem Beinfrafs enffl 
den war , und wobey die Koiefcheibe noch vo 
beweglich ift. 

Gemeiniglich nimmt aber an diefer Verwa 
fung auch die Kniefcheibe Antheil. Sol 
Fälle erzählen Triön 7^), Sandifort 75), Köhler 
und Watter 75). Ipi Kabinet des Geheimen Bi 
Meckel be6ndet Geh e'me wahre Ankylofe dii 
ganzen Gelenks. Der linke Schenkelknocl 
eines weiblichen Subjekts ift in feiner ganzen L 
ge, theiis durch feine Leichtigkeit und MQrbh 
theils durch feine fiuffern , befonders auf der \ 
fern Grfite, fehr beträchtlich und zahlreich h 
vorragenden Ungleichheiten und Rauhigkei 
kenntliche Aehnliche Bedingungen finden 

*^Vbrf Muf.aiiat. Vof.I. pa?.2i3, JVo.CCCLKXVlil. 1 
XC. Fi^. %. 4. paß. 2x5. ISb. CCCLXXlX - CCCLXX 

I TaK XU Fig. 1. a. — Walt^ S. 19. Ko. ^j. 

7t} a. a. O. S. ik. I^o.6«. 

73) loc. t:it. taU. X. Fig. a. 

7J) obforvai. anat. path. Lib. \, pap. tcl. Not. t. — > 
^uiat. Vol. 1. n. 21;. Ncv. CCCLXXXll. Tab. >CC!. j 
1. %. No. CCC^XXXXUU GCCLXXXIV. TJb. XGi. ] 
5.4. No. CCCLXXXV. 

74") a a. O. S. 18. No. 64 K ^6 tK 

75J a. a. O. S. 75. Nc 455. 45^ S. 76. K<k ^%t^ 4ff« 



A» Von- dem Knocken MerhmipU sS^ 

die Sdiienbeioröhre und Kniercheibe Statt. Die 
VerbeineruDjg be&odet Cch zwifchen den einander 
gegenüber ttehenden Schenkel • und Schienbein^ 
ktoorreti. Sie ift fo allgemein zwifchen diefen» 
dab nar eine kleine runde Oeffnung durch das 
gase Gelenk von vorn naeh hinten zwifchen ih- 
nen fibrig bleibt. Sie gefchieht übrigens in einem 
Aenpfen Winkel, indem der SchBnkeiknochen 
iehrig Tor* und aufwärts, die Schien beinröhra 
Cehrig hinter- und unterwSrts fteht. Die Knie- 
Icheibe hat fich vom Unterfchenkel 'getrennt, fitzt 
aber am Oberfchenkeiknochen , vorzagUch am in* 
aam Schenkelknorren , feft an. 

Hieher gehören gewiflermafsen auch noch 

ntj ibiiegelenke von einer mit Gicht fehr behaf- 

Mm Mannsperfon. Sie blieben bis zur völligen 

^ liaccratioa der Knochen ganz unbewegitch. ISrh 

;' Mdi derfeiben zeigte fich der Qrund von der Un* 

tbevieglicbkeit,; welcher darinnen beftand, dafa ver- 
fcUedene Rnochenauswüchfe der Schenkel • und 
(Uaterfbhenkelknocheo, andern, zwifchen den Er* 
kabeaheitea befindlichen Vertiefungen gegenüber 
^ fiandem 

Ankylotifche Verwachfungen der Schien- 
hein- und Wadenbeinröhre entftehen nicht 
Idtto, und meif^ens wie die Ankylofe der Ellnbp- 
gen- und Spcicbenröhre, nach Brüchen' diefec 
Knochen 7^J. 

^ Einer Ankylofe des Schien* und Waden- 

beins mit dem Ferfen- und Knöchelbein 

erwSh« 

yfl Hifcoir. Natur. T. V. pa|p.i4f. — Smtdi/imt Muf.Atiat. 
VoL 1. pag. 215. Ko. CCCCIl - CCCCXIX. Tab. XCIU. 
FiS. I. a. 3. Tib. XCIV. ti§. i ^ 4-— KbhUr^. i^ Nt>«iM ||. 



fjA*^ 1^, yom ä€m Knocheagcbäfide. 

an der Oberarmrdhrei der faineinpalleiidtt Kopfi 
aber am Schulterblatt befindlich ift. 

Eine Art von neuem Gelenke kann fidt 
auch nach (chlecht geheilte^ Knochenbrüchen er« 
uugen, wovon ich hernach mehr (agen werde. 

Die BrOche der Knochen N) gehen entweder 

a) mehr oder weniger fchrfig» oder 

b) gerade und 

c) der Länge nach darch den Knochen; 
oder 

d) der Knochen irt auch in mehrere Stü«' 
cken zerbrochen« . : >• 

Die erfte Art findet man am hSufigften. tiuj^ 
»weite wollen mehrere Schriftfteller, z. B. Reich^^ 
«ttd Sommeting ^) nicht zugeben; man findisK* 
AtT mehrere Beyfpiele davon bcy K'öhler 9^ nnt* 
Walter 9^); befondera betrifft er die Kniefchäl*'! 
he^)t und die AnCftze der Knochen 94). Audi' 
die dritte Art, oder den Schlitzbruch WoIIieii' 
Einige 9^) läugnen ; doch find auch von diefem die - . 
Bieyfpiele nicht feiten, wie uns mehrere Beobach« 



at) Bbnoh^'t v.on des Krankbeiten jter Knoctien. B. I. •— ^ 
b%yfoiele befchreiben Bonnt defcript. tbef ofT. morb. Her, ^ 
AmU. 1719. — Köhler a. a. O. S. 51. No. 17a bis 37^.-* * 
Walter a. a. O. B. 11. S. Hf. No. 593 bis 614. , ^ 

f 9^ zu Aitk^übtT Beinbrache und Vtrrenknnf^n. B. I. S. ||L S 

$0) Uebtr Verrenkung and Bruch ^s Rückgrats, fief^ 
1791. S. 34. 
z. B. S.64.N0.S17 S.6%. No.a)a S.69. ü^o.a^i. S.7C 
To. s)7. 3)9. S. 71.' No. 340. 241» u. m. 

f») B. IL S. 14s. No. 601. 8. 144. No. 604. 

^^] J, H, 'BUcking AbhanaiOftg vom Kniefcheibenbriieltf» ^ 
ettodal I7t9- — P» Camper de fractura patelUe. Ha^ 
Com. 17S9. — Böttcher a. a. O. B. 1. Kap. XXII. S.U^ "' 

94) Silhtrfchlag in Act. Nat. Cur. Vol. IX, obf. LXXX. pk|. ^ 
%i%. — Böttcher a. a. O. B. III. Kap. IX. S. 15I. 

$%) Bertrandi von den Knocbenkrankheiten. S. 4. -« KciA '■ ^ 
a. «. O. -• Sömmtring «« a. O. 



No. 



A* Y^n dtn Knoehtm überhaupt^ 



«45 



pgen von Tucconi ^, Thieringer 97), Rei* 
ft «), Sthmucker99\ Bonn »«>), Eckurd^y, Rdh^ 
' ') vnd andern ') lehren. 

Die Wanden der Knoclien von einem 

chnfs odei" Hieb gehören ebenfalls unter jen« 

Abtheilnngen« Abgehauene Knochenftficken 

man wieder anheilen gefehen, z B, ein gro« 

abgehauenes Stflck der Hirnfchale ^}« 

Lr.oc!3f' Eben fo gehört hieher die Ablöfung der 

pochen foey Amputationen. Der Stumpf ^oes 

eben abgefägten Knochens erfcheint gemeinig« 

I nach einiger Zeit kolbi<:ht und abgerundet 5), 

ilen aber wird der zuflieisende Knochtnfaft 

rauh und bildet Exoftofen. So befchreibt 

|rer ^) die Schien - und Wadenbeinröhre eines 

des, deren unterer Theii einmal abgenommen 

h der am abgefägten. Orte beider Knochen er* 

iKnochenfaft hat beide Knochen zugefchlof- 

^t diefclben an ihrem untern Ende mit einan« 

f lereinigt und an der äufsern Seite des Waden* 

Q 2 beint 

Milder 8a»Tnliing c>iiriir<^. BeTnerkiiirgen , am Terfcliie-^ 

im^ SdM:acheii. Altenbiirg 1758. B, 11. 6. 19z. 
'^\JL J.ThUrin^er <m^. de ßlfiira tibiae. Ai;p:eiit. I^5t^ 
\thr\ Rtiökel dilF. de nffium cylindruceorum filTiH-a. 
rLl7^. c.R$. vif der ahf^edmcht in C^G.lMifioigii ad» 
IfinrCir, med. pi^ct. Vol. IIl. pa/;. 25/. und in CFr^iAid' 
tHgii de qnarimd. uegi ittid. C. H. fedil>. et cduIT. pag. iu 
Tdi. VU. Fig. 1. 3. 
19) vermJclite chirurgifche Scfariftca. Berlin 177&. B^ I* 
lOo) Dcfcrtpt. theCinr. olTiuiii morbof. Haviani, pf^. 6\% 
N«, CXCIX. iMig 7^ No, i:cxii. 
I de oÜium cyiiiiilraceoruin iiffura. Lipf. 1764. 
I a. a. O. 8. 66. JSo. 22^. 
J f. n.uiRichiers cliirurg^Blblioth. B.Xl. 8.59^. B.XIL 

4) DuHamelln Memoir. de Tacad. des Scieiic. 174«. pag. ?45* 
J) -Bonn tabula« ofTium moi bot Fafc IIJ. Ta*^ XVII.— ÄÖ*» 

ier S. 96. iNo. 152. 
) a. a. O. $; 65. Nu. 435- 



4^4 "" ^'^ 4*^ Kröche ngeh^tU^ 

>«tdfc$ «uuen hackenförniigen FortfaU gebildet» Wfl* 
^sV««c nrex Zoll zwey Linien Jang und acht J^ioien 

Die Heilung der Knoclienbrüclie gefchiebt 
^rch den Kallus, von dem ich fchon vorber ^ 
j^Tiandelt habe, 

I)ie nächfte Urfach zu KnochenbrUchen ge* 
ben- allemal iäufsere Oewaltthatigkeiten». Sie er« 
fordern eine gröfsere Kraft, wenn die Knochen 
gefund find; eine geringe aber, manchmal eine äu« 
fterft geringe, wenn die Knochen fchon durch ei- 
ne befondere Weichheit, MQrbigkeit und Sprö* 
digkeit dazu disponirt find. Hierzu geben man- 
cherley Krankheiten Anlafa, z. B. Skorbut, Rt« 
chiti.^, Luitfeuche u. f. w., wovon ich fchon oben 
geredet habe. Hier will ich nur noch ein paar 
Beyfpiele von leichter Zerbrechlichkeit der 
Knochen anfahren. Eine Frau wollte einen tt- 
mer mit WafTer aufheben , und zerbrach dadurch 
beide Knochen des VoVderarms ^). Eine Fran 
litt fchon lange Zeit an Gefchwulft und nächtl!« 
chen Schmerzen der Oberarmröhre , von veneii« 
fcher Urfach und zerbrach, ohne eine gefchebene 
Gewalt, diefen Knochen in der Mitte quer durch 9). 
Ein Mann wollte feinen Handfchuh anziehen 
und zerbrach den Oberarm ^^). Ein Knabe voe 
zwölf Jahren zerbrach bey einem leichten Falle 
den rechten Arm| nach drey Jahren den linkeo 
Arm und bald darauf wieder den linken Schea- 
kel ")• Ein Mädchen hatte fchon einmal den Fürs 

«•• 
7) S. 181. Anmerkimsr ai tg. 
t) Böttchers vermircnte med. cbiiiirg. Schriften. 1791.B.I, 

9) AcrelPs chiiurff. Vorfälle. B. II. S. 13«. 

10) vmn Swietgn Commentur. in Boerhavii iipbor. Tom. !• 
pag. 5^8. 

11) Jütirn. de Mcdic, gjtiir, I7|5», — Hii/c/anif« An niW. 
B. 111. S. 277* 



A. Von den' Kn'oehen üherhaüpi. %^i 

gebrochen; einige Jahre datauF fühlte fie plötzlich 
im Stehen einen empfindlichen Schmerz in der 
Mitte des Schenkelknocheni^, fiel nieder^ und zer- 
bra<;h ihn an der nämlichen Stellci an welcher fie 
den Schmerz gefohlt liatte "). . , 

Eine andere Urfacb der M Qrbigkeit und 
Iridit^VA Zerbrechlichkeit der Knochen giebt das' 
bohe Alter, wo das gäiize Nutritionsgerchäft un- 
vollkotnmner und mangelhafter vollzogen wird. 
Diesvoigt fich znerft in derDiplöe, welche gleich» 
um fchwindet; nachher nehmen die Tafeln felbft 
Ja ihrer Dicke ab. Befonders findet diifs am den* 
Schenkelknocben Statt, welche bey älteü Perfonea 
•ft b dünn, wie Papier find i'). 

Die Trennung, der Knochen (diaftÄ- 
fis) findet nur in denen Knochen Statt, welche' 
darcb Knorpel oder Näthe verbunden find, z. B. 
bey den SchciIcJknochen durch Kopfwafferfucht, 
key dea Nafenknochen durch einen Nafenpolyp 
>. L w. H). 

Als 

f»J Htt/etatiif a. a. O. fl. ^7%. Aiim«»rlc. — Mm folic «nch' 
nt»cb mchrerr i alle bey Meibom dt* ollium conftitiitions 
n-ittirali et |ji af tfiiiiitnruli. lirlmft. 1668. — IValdfchmidt 
dff fiiiCtnris ofTnim fiiie viulertd canfTa f xtpvna. KU. 1721. 
•^ Schaar/c.'itiiiffi's niedic. und rhiriirg, N^cln iofateii. B. 1. 
?. 2p4. li. il. 6. 8). — Bertraiidi 4. a. Ü. — Saviarä 
f»Ufprv. cltiriT^". (»br.'LXII. — LcsKc's hii.sovI. Abliandl. 
an» den pIuioF. Irumact. B. 111. Ö. 279. — Verpl. vorher 
S. 19, Aiimerk. 24 Ig. S.42. Aiiuici k.5^. S.44 Aiim.641 
S. 46. Ai.m. g) if:. 
I») V'iHfi*'nbnr»'tJt(jo?c]i\v\ite und Bfrclueibiiiig der Knochen. 
f. 54. S. 40. — 6. di»ch unten inr;bi ei Cä bey den Sche- 
d-lfvitociien. 
14^ G. CVir. Ketrhel de epipbyrinm ab ofHutn diaphyü di- 
di'Ciuiuc. Li])!'. 1759* c- t'ti* ui^d in C/ir. Fr. Ludtvigii de 
•iiurund. ai'i'iicird. C. H. CduiT. et ff>il. Tab. XVI. pag. 21. 
f. Xlll. Tab. VIll. Fip. I. 3. — Sandifort Muf. ünatom. 
Vi.l. I. i.4ß. 203. No. 271. Tab. LXV. LXVUI. LXXVIL 
l'igr. 1.1. eil. CHI. — BdttLhef \\}i\ den Kraiiklieiten der 
Kiiocheu. B. Ul. S. 4. 



t46 tu Fem dmn tUockengebäuie^-. 

Als eipe zufiUige, gleichfaiti künfUicbe» Dit- 
ftafis betrachten wir hiernoch die fchleohtge-; 
heilten Knoehenbrüche. Oft werden näm- 
lich zerbrochene Knochen nicht gehörig einge* 
richtet, fo, daCs ihre Ränder nicht auf einaader 
paffen» fondern auf einer Seite überftehen» oder 
dislocirt'feyn« Dies ift ;i'n häufiger Fall» toä welr 
ehern ich kaum Beyfpiele anzufahren brauche H). , 

Der feltnere Fall hierbey ift aber der» data 
die Knochen -Enden getrennt bleiben, und ficb an 
einfer üolchen Stelle ein neues, wideraatOr- 
liebes Gelenk erzeugt. Der getrennte Kno* 
chenbleibtm befonderöStücke getheiIt,von denea 
ein jedes zwar für ficb zugeheilt und gefchloffe» 
ift, ein jedes aber auch für ficb eine artikulirende» 
Bieiftentheils glatte , und wie mit einem Knorpd 
überzogene, Fläche, und die ganze Obrige Lebens« 
zeit hindurch eine gelenkmäfsige Beweglichkeit 
behält. Bisweilen ift fdrklich hinlänglicher, oft 
fiberflnffiger Knochenfaft erzeugt, der einen gro* 
Isen Umfang bildet, aber dennoch nicht die Kno* 
eben verbindet, fondern eine gelenkm&bige Be« 
weglichkeit erlaubt. Bisweilen entftehen auch 
dergleichen widernatarliche Gelenke dadurcb,dalil 
ficb entweder gar kein, oder nur fehr wenig, nicht 
hinlänglicher , verbindender Knochenfaft erzeugt^ 
fondern nur ein häutiges Wefen zur Verbindung 
der Knochen* Enden entfte][it. 

15) s. B. Sandlfort Mnr. anatoin. Voll. Sect. IV. ptf . )0C . 
JJo.LXXVl.Tab.LXXXl. Fic.i.2.p*p. 20S. No. dCXCnt 
Tab. LXXXII. No. CCXCU. CCXCVl. CCXCVIL Tahw , 
LXXXIV. Fig. 5. 6. cft. -* Kiihltr S. 63. No. sof 8.67. . 
Wo. 136. u- m. — IVmher S. 157. No. €41. S. 15I« No. . 
<44 u. m. — Ludwig U L Tab. IX. ^ Vargl. obtnS.ltö. 
Anmerknog *). 



B. Vom tUm Knocken ÜBeH^Aimpfi 'si^y 

Köhler ^^)ht(chTeiht dasGeripp einer, waffeir* 
kÖpfig und racbitifch gewefenen Weibsperfon vott 
zwey and 7V7anzig Jahren > an welchem die obere 
Hüfte des linken Schenkelbeinknbchens fchräg 
aosurSrts und die untere fchrBg einwSrts gebo- 
gm ift. Ein Bruch des Knochens an diefer 
MIe gab Oelegenbeit dazu. Die abgebrocheneii 
Eiden find mit einer Kapfelniembran bereili 
■mgeben, von den überknorpehen Gelenkflicbeif 
~ man aber noch nichts gewahr. Doch fieht 
da(s die Natur fchon aüe Torbereitoflgeir zu 
neuen Gelenke gemacht hat, welches Tiet« 
leidit» wenn die Perfon länger am Leben geblie^ 
Wd wäre, &ch völlig ausgebildet haben wOrde»* 

Sbenderfelbe ^7) beftatigt durch einen aJH 
dm Fall die wirkliche neue Wiedererzeugung ei* 
aet widernatOrlichen Gelenks*. Der Fall betrifft 
tinen Querbruch der Ellnbogenrdhre^ deren obe« 
ics, abgebrochenes Ende ein Gelenk bildet, wet* 
ches der cavitas femilunaris ulnae ganz 
IhnlicH ficht, nur^ d!ifs es viermal kleiner iß und 
oben sn ftehen kommt; das untereEnde hingegen 
Tartritt die Stelle de$ Gelenkköpfchens. 

Waher '^ fiand an dem Biruche eines Schen« 
kdbekis fo viel erzeugten Knochenfaft, dafs der 
llntfang defTelben zwey und einen halben Zoll be- 
trigl, aber dennoch keine Vereinigung erfolgt» 
foodern ein künftliches Gelenk entftanden ift. In 
einem andern Fall >9) ift die Menge des KxH>€hen- 
faftes fo aufserordentlich grofSy dafs fein Umfang 
xw6lf Zoll hilt, oline dafs eine Vereinigung der 

beiden 
la) «. a. o. S. 105. No. ^66 b. 
17} ebcadAfelbrt S. 6^. No. 335. 
IS) a. a. O. B. IL S. idi. No. 65K Vergl. No. 6$o. 
19) ebrndaUba No. 65:. 



949 •-"* ^^'^ "^^"^ Kmockengehäude. 

beiden Knochen • Enden dadurch bewirkt, wor- 
den wäre ] es findet vielmehr zwifchen dem umgof* 
fenen Knochenfafte ein Gelenk Statt. In zwey an- 
dern Fällen hingegen ^^) ift die Erzeugung de$: 
Knochenfafts fo gering gewefen, dafs nur die bei* 
den Knochen - Enden des Bruchs far fich mit Kno- 
chenfubftanz gefchloüen , nicht aber mit einander 
Tereinigt find. 

Mehrere Fälle von folchen widernatOrlicfaen 
Gelenken nach Knochenbrüchen erzählen Sal&t 
mann ^*}, Daubenion ^\ Crell ^5), van Döoeren ^♦X 
Sandi/orc ^5), Böucher ^}. 

jEin angebohrnes widernatarliches 
Gelenk, welches fich in der Mitte des Schenkel- 
beins eines rachiti(chen Kindes findet ^ bcfctireibt 
Kdhler ^). 

Manchmal bemerkt man auch eine wider* 
natürliche Bildung der Knochen» als Feh- 
ler der erfteu Bildung. Z. B. Morgagni ^y 
fand den Kopf des rechten Schenkelbeins nacli un- 
ten zu fchmäler» zwifchen dem Hälfe und dem gro- 
isen Trochanter keine Vertiefung > beide unge- 
livöhnlich dick, welche Dicke fich bis in die Mitte 
desKnochens erftreckte, ihn gebogen und dadurh 

gegen 

MO) ebendafelbft No. 65}. S.i6t. No. 654. Vergl. ancliNo. 

<5S. 656. 6^7* 
%l) dfi artionlacionibns analn^s nnac Fracttiris oniiiRi fo* 

rerveaiuiiL Argeiit. 171S. 
Hiftoir. natin. p(.>ner. et particnl. Tom. III. 

jO Act, Nat. Cniiof. Vi.l. IX. obf. T.XII. pap. 235. 

S4/ Spec. obfervat. aca«lein. ad uionrtiu rum hirci>rUni,aiiii» 
tninen, patbologLjm et artem obfcetj-. rpecuiiL cai». XUU 
pa;!. 904. Tab. VII. Fig. 4. ' 

«5) Miifeniu Anatom. Vol. I. Sect. III. pag. f%. No. VIII. 

»i\ Verm. med. clünir^;. Sclir. a. a.O. 

A7) •. a. O. S. 107. N». 169. 

«O d« caurr. et led. morb. Epift. LX. f. 6, — cünF. TnltH^ 
advarfak-. cbirurflr. 5i»'tl4*»Ui)i 1750. F.ifc. l. 



A. Von den Knochsa Ük€f^aupt. f4S 

g^ea den linkfln umfo viel kürzer machte., ^•fil- 
eiB* Hink eil daraus entrtand« Sandifon ^9) be^ 
iekreibt mehrere widernatOrlich gebildete Kno- 
chen, z. B. eineo Schenkelknochen '^) ohne Hals« 
Der Kopf kommt ao der Seite de^ Kiiochene her- 
for, der grobe Troohanter ragt über ihn hinweg 
ttd der kleine fföist mit ihm zufammeo. 

Hierher gehören auch ]eneMisbildungen,dio 
vir an Misgeburten bemerken, un^ einige. chirurrr 
gliche Krankheiten z. B. der gefpalteoe Oaunien< 
Idi werde aber, mehr hiervon zu (agen, theils bey 
der Betrachtung der einzelnen Knochen , theiis 
bejm Fötus, Gelegenheit haben. 

Hier muffen wir auch noch die lingewöhnli«- 

^ Gröfse des Knocheagebäudes bemerkfo» 

«dche man oftmals gefunden hat^^Ji und eben fd 

aadi die widernatarliche Kleinheit defCelben 

baj Zwergen i^). Bey jenen findet häufig mehr 

oder wedjger Fabelhaflei Statt, und bey diefen ift 

licht feiten Krankheit, z« Q. Rachitis, der Grund 

ihrer 

tSf) lluieiim anatümicnm. Vol. L SecuIV. pap 20S fq. Xio. 
. CCLIX fq. 
)0) ibid. pag. 20J. No. CCLXXl. Tab. LXXVII. Fig. I. t. 

— cf. p^g. 104. N«. CGLXXll. CCLXXUl. 
jO Thom. Barthol inl bifu au«t. rar. Cent. I. hilt. XCVIII. 

Tom. I. p. 157. — Fei, Fltuer obfervauiii bomin. afFirct. 

Üb. 1. obf. XlIK — Ant. Sangutelli difqnifiL liiftoi-ico- 

crltica de Giganclluis, ed. Godci/r. Schütz, Alton, 175^. — 

lufj'on* allijein. r*iatiirgcfcb. B. VI. S.a?| fg. — Schre- 

*fr * Siugethier. S. aj. — HelHfche Bcytra;^« znr Gelchr- 

Lmkeit und Kiinft H. I. S. 95. -^Bonn delciipt. tbcfanr. 

ftfT. murb. Huv. pag. 1)4. — Sandt/ort cxercit. aoadcm. 

Üb. 1. cip. I. pMg. 4S. ^— cjusd. MuT. AnaU Vol. 1. pag 

aoj. No. CCLVIH. 
!:) Co;4iiiionur. Lipf. Vol. IX. nag. 164. — Journ, dt Me^ 

die. Tom. XII. paj;. 167. — Fbilofuph. TraDtacft. Tom. 
. XLVll. i>aj«. 37s. — Hnufiuyn's N^ti.iiil. hiftor. Dcel U 

fii. h ß. 14t. — Bnci'i hi(r. of ilie iM»y. Si)C. Toni. IV. 

pa». 5CO. — Bufjüu d, a,Ü. B, V. S. 2jO. — ► SckrmLer 

a. *. O. c. 27 tij. 



J 



tSo tL Vom dem KnöckengeüäiuUi 

ihrer Kleinheit,' uDci mäti mafs ahdann nvtt d«tf 
Oang der Krankheit be\^andern, welche niebt fo 
T^hl, wie gewöhnlich , KramniungeD verurfacht^ 
JoDctem nur den Wachsthum der Knochen aufhielte 
Femer gehören hierher die überzählig 
chen Knochen; z. B. üherzihlige finger und 
Fuszehen 91) an öbrigens wohlgebüdetenMenfehe^ 
«nd welche man nicht fehen erblich fieht )^); 
llbetiKahlfge Theile an Mi.^gebnrten , 2. B. tvnf 
Köpfe, drey Arme orter FOfae n. f. w. von y/ni^ 
chM ich an den gehörigen Orten reden werde; 
Endlich die Sefambeinchen (SehnenbeiiK 
«hen> offa Sefamoidea) )^), fie haben meh« 
rentfaeils eine bohnenförmige Geffalt, Tariiren aber 
Sehr Sn ihrer Oröfse> Lage und Anzahl. Die bo* 
fkimiifiteften> und zu welchen 6ch fögarfcboninder 
lieibesfrocbt die knorpeligte Anlage zefgt, finddier 
beiden am hintetrftei» Gliede der gro&en Zehen 
und jene beiden , welche man am hintern Oliedd' 
der Daumen antrifft ^). Oftmals findet naä Be* 

30 Cohimhus de re «natom. Lib. XV. pa^. 4I5.— n.B«r- 

tholini hift. tnat. rar. Cent. 11. hift. XLIV. Tom.I. ptf. 
»41. — Act. Hafti. Tom. 11. obf. XXXIl. pag. 77.— ÄJ. 
leri opp. minor, pag. 17. — van Doei*eren 1. e. eap. U. 
pa^. 57. ^ MBranÜ in Memoir. de l'acad. des SeitaCL 
1770. paf. 157. — Renou im Jfliirn. de Phyfique'parl^ 
zitr 1774. Tom. W, pap. ^70. — Sehmuekers ehiror^ 
Schrift. B. I. — SamJi/on obf. aoat. pHthoI. Lib. I. pac» 
139. — Köhier a. a. l>. S. 50. No. 167. — Siark's Ar- 
chiv fffr die Gcbin tsTifllFe. II. VI. S. ^95, — G. Tkom*t 
Erfahrungen Tind neinerkunfren. FckfL 1799* 

94) Rou^emont über die erblUhen Krai^kheiten. Frft. I794« 
J. 2?. S. 54. i' 54- S 76. 

35> Bfumcnhack's Gtfchichte uud Befekrelb, der Raocliea» 
Abfchn. XXVIl. S. 46) fg. 

^C) Alhini Iconet oflinim fnetus. Tab. XII. Fi|^ 150. I51.— 
ejusd, hiftor. mnfcnlor. ho min.. Tab.'i. //. ///. 64. 65,— 
D, C. de CourceileM icoof • mufenlnr. plantae pedis. Liifd« 
Bat. 1759. Tab.iW.d. — ^mÄr«?cÄ^ Svnde»m<ilocia Tab. 
XI//.Hg.7a. — Blumenback %, a. O. ^4^^ 4)4. 8^464 (g. 



btt bftfpoders bey weichlichem und «nUifetk 
&>»m;^^ bi^weilea aber auch ih<erdr«y. )^; 
ehAlicheKadchelcheo traff min MwhMU tB'<% 
teilen ah, z.B* am Sürnbeia S9>^ «o* dea 
einen 40)^ am Rückgrat 4i)^ «n decHand-^ 
43X an den Waden 4)), im Knieg^eak 44), 
bogengelenk 45) und ao andern Orten ^> 
1 diefen ungewöhnlichen Knoeben «gebörek 
eZwickelbeinchen (o(£ionl# fatu* 
1;^ t .Wormiana). Ihre AnsaU, 0»- 
iröbe und Lage ¥ariirt ttntndlieh 47). Am' 

Hi^s. v«ttlIfUtiiaife Abbaaak der CMcMlogle. Aee 4Mji 
saC Kogaok. 1771. B. IV. 8. ate . \ . 
r^m a* «. O. 

fr. Bmrckkmf^ ailT. de pemtUuri effi SäBWwlia äi' 
ironuie repeito. hoU. 174U ■ 
B. (^orfAt Mifcell. mediott. Mauaii» 1635* pag. 17. *-«* 
r. MeektA Ae qninto pi^re ncrTomm oeribrL MfC 
. pag . 31. — ZiMit de vafil liibt^oriliqe oeoli. G^et^. 
. p«a. 4p. — Porro/ hilcor. de TAeat. et da la Chi- 
. Vol. 11. pa|f. a^. 
ff. SckmUe in Gomimaro. liltr. Neiio.: 17)1, Sie. Vo 

. A^. Wc^tmi Deeai ebfenpatioo. aaatem. pag. 7. 
/ii/iat de Corporis l^a<JUiiii£abrio4.pas;ii9. >•- i^le>^ 
ofBrnn examcii.j>ag. iga — -Troif de ebvlo& foatist.' 
. 1/. Fic. V — Hefr/m a.' al O. S. t ji. ' 
rif in Medic. obferv. and Inqiiir. Vol. V. pag. )29.-~ 
ical and Philofoph. CoimiMatar. Lond« 1776. VoL IV. 

HI- 

^er Beytrifge znr Arsneywiflenfck iied W.' A. I7ft. 

— Var^ de la Chtnnl obfervat. botaniejte^m^dLc. 
. 17^. ^ ^&. find diefen AbCcbn. Z//.. B. xe. 

fr, Crtli de oflibns Selamoideit. Helmit. 174^. ** 
!«•; Eiern. PliyC Vol. i^. pa|. 500. 
i» primit. an^tom. da orTibni. pag. )t fq. — A/hinl 
X fiippeUectil. an^tom. Rttvlma* pag. 5. — ^ Stllhelin 
Imlieri collect, «lirpnt. anatom. Vol. Vh pag. 671. — 
^eri oompend. anatomic. ). 75. •— Triotn obC med. 
urf . paf. 34. Tab. //. — ^e 1. c. paa. '47. — » Bertin 

O. B. i/. S. 374. — «viri Doevertm mecina. obrer\-at, 
«m. cap. X///. i)ap. 186 fq. Tab. K/f.— Hehemftrtu 
»rmn »»iTjnm inomer.u. l.ipf. I74O. — Ale*. iÜonro 
fia\a of a Societ. atiülinburgb. Töiii.V. Pariwl.pa(;. 

3tO. 



g$i "vIA f^9» dmn ttnotktngehäuiik 

tftrcrften findet man fie in diBr^ Pfeilnath, wm^tt 
ften io'der Schuppennath ^^). Man fand toc 
der Stella der grofsen Fontanelle ein fehr gr 
Zwickelbein ^^). Am häufigften findet mm 
Oberhaupt an wäfferköpfigen Schedein. 

In Aet Meckfilfchen StLmmlang befinden 
•ine Menge Ton Scbedeln, welche mit Wormi 
Knochen verfehen find^ 

No.' i • Diefer Schedel vdn einem Erwacbl 
setchniilfieb deutlich dadurch aus, dafs das Hii 
haupUbein io zwey Theile getheiit ift. £iif 
elieriies Dreieck, das wenigftens fünf Zoll ir 
HypQtheiMile, drey Zoll in den Küheten t 
und zwey Zoll r6n der Spitze deaDreieckr Ui 
spitze dix Hypothenufe hat, erfetzl die Steli< 
oberften Stücks vom Hinterhauptsbein. Au 
beiden Seiteüwinkeln befinden fich zwey JTeh] 
fiörmliche'Wormfche Beinchen. 

No. 2. Hier finden fich fechs JZwickell 
chenv wovon das mittelfte gerade den Raum 
fch^p den hintern und qbern Winkeln der S 
telbeine und der oberften Spitze des Hinterhai 
beins ausftillt. Diefes ift dreieckig , mit der 



120. -* Taharrani in Atti dell* acddem. di Siena. 
///. AppencL nag. 35. -— Santiifort obfervAt, nuat.]». 
Lib./Z/. cap.iX. püg. 115 fq. Tab. iX. Lib. /K. pa| 
— ejnsd. Mnf. Anatom. Vol. /. pa|;. 165» No, LK> 
LXX/X. LXXX. LXXXII LXXXtll. etc. — B/ume 
**a. O. Abfcljii. X. S. 17$ fg. 

4t) Schwediaur diff. exbtbeikS defcript. praaptrat. ani 

. cor. Viiiduboueiir.Vindob.. 1773. p>tg.65. — MayeM 
fclu-^ibuiig dei menlciiL K«lrperf. B. /. 8. 271. 

49) Berein a« a. O. — van Dorrercii L l. Scct. XllL 
Il4. — Collect. HaFnienf. Tom //. pag. 27g. — ü 
a. a. O. -^ Weseiin in Starkes Archiv IVlr di« Gel 
hiOf^ B. /. St. /K. S. 101 fg. — f. G,Voigtel fraj;i 

• ifmiolo^iae obftetricia«. HaL 1790. p«4g. 67. I^ot. ▼ 
/i. Fi«..!. — Kuhler S. 10». ^o. 263. 



4» Vo^ äen Knochen übwrhaupt. a53 

tze nach oben, mit der Grandfläche nach unten 
gerichtet und mifst gute anderthalb ZoU in der 
Höhe fowohl, als in der Breite. Die übrigen, 
mehr Ton ovaler Geftalt find von unbeträchtlicher 
Gröfse , und ftehn fich , in den Schenkeln der 
Limbdanath gelegen , ziemlich gegenüber. 

No. 3. Hier liegt ein ebenfalls dreieckiges 
Zwickelbein in der Lambdanath , in der Mitte der 
bdden Schenkel derfelben. Die Breite defTelben 
iftzweyZoII, die Höhe beträgt kaum einen. Zwey 
ander«» ziemlich grofse Zwickel beinchen, in de« 
ren dnem das Zitzenloch ift, liegen zwifchen der 
■Btem und hintern Spitze des Scheitelbeins und 
dem sitzenförmigen Theil des Schlafbeins, im un- 
tern .Ende des rechten Schenkels der Iiämbdanatht 
No. 4 In diefem Kopfe find vier Zwlckelbtin* 
eben befindlich.' Die bfeiden grö&ten füllen wie* 
der den Raum zwifchen dem Ende der Pfeilnath 
nnd der Spitze des Hinterhauptsbalnif aus, jedes 
hat «ine ziemlich regelmäfsige dreieckige Geftalt 
•nd beide werden gerade in der Mitte itiwendig 
dareb eine zackige Nath ver})unden. Die andern 
heid«n find kleineir und liegen im linken Schenkel 
der Lambdanath. 

No. 5« Hier liegen dreizehn , kleinere und 
pSbere Zwickelbeine in derfelben Nath zerftreut; 
adile füllen den rechten Schenkel derfelben , die 
übr^^en den linken fo an, dafs wenige^ Stellen zur 
Bimiittelbaren Verbindung zwifchen den Scheidel* 
beineo und dem Hinterhauptsbein flbrig bleiben. 
Uebrigens ift an diefem Schedel auch noch die 
vorhaod^e Stirnnath merkwürdig. 

No. 6. In beiden Schenkein der Lambdt« 

' Bfth befinden fich zwölf Zwickelbeine» von ver« 

khiedener Gröüse und Geftalt» £in dergleichen 

rauten* 



iS^ IL Vim dem KmoekiHgMudt!^^ 

hfht^m nnd obern Rältdes vom Stirnbielny däl 
d]> Stirnnath nodh in zwe;^ Hälften -geth< 

No. 18. In (liefern Schedel benndet fi 

iShgliches 'Zwickelbein in der rechten Half 

Kranzpath und ein dr'eieckige.s, ziemlich a 

l^che^v*^^^*^^^^^^ zwifchen dlsr oberften 

des grofsen Flflgek vom Keilbein, dem ober 

de TOm Schuppentheil des Schlafbehiit, der 1 

und vorde^n Spitö» des rechten Scheitelbeit 

dbth öhem and lifnttrn Rande des Stirnbeli 

'' fehlende Knochen findet man im ( 

theil auch nicht feiten, z. B/ fehlende Fing 

einmal einen fehlenden Oberarmknochen 5i] 

lende Kopfknochü* und mehrere' andere, v 

ich bey der Betrachtung der einzelneti Kn 

uiid beim Futus anfübren werde. 

Einen der merkwardigften hierher g 
gen Fall erzählt Flachsland *)• Eine Fran 
dreimal hintereinander Kinder, die auf eii 
Art misgeftaltet waren. Alle drey nSmlic 
ren von Geficht, Bruft und Unterleib nat' 
geftaltet, aber an beiden Afmen fehlten die 
derarmsknochen gänzlich, und die Handin 
hing durch Ligamente mit den Oberarmskni 
zufammen. An den untern Extremitäten fi 
die Tibia und Fibula, und der Unterfiifs wa 
der Kniefcheibe durch Ligamente verbunden, 
obere Rand der kleinen Knochen der Handw 
und die untern Condyli derOberarmsknochei 
ren gallertartig, und konntan mit den Fingen 

. d 

50) 7A. Bnrtholhii hlh^zmi, rar. Cent.//. bifclJaV. ] 

p3£, 3J9. 34a. , 
:^I) BarthaHnus l. I. ptf. 34I. 
*J Übferv. paiiiolugico - an^icoiiiicae, Rarudii SlOO. p 



A. Von den Knocken üherhawph diif 

• 

Ickt werden. Eben fo waren auch die Knocheüi- 
ien der untern Extremitäten befcbäffen. 

Häufig lagert fich die Knochenmaterie an wi* 
tiatürlichen Stellen ab; hefonders ändet mait 
s im höhern Alten Es häuft fich alsdann der 
tigte Tbeil der Knochenmaterie immer meht an^ 
• Kräfte , um ihn an feine gehörige Stelle zu lei^ 
, fchwinden allgemach , und fo entftehen danil 
Verknöcher ungen weicher Theil^ 
lehe man fo häufig in alten Subjekten findet« 
mts ift der nächfte Grund dazu eine Schwäche 
i Unthätigkeit des Lymflhfyftems; Am häu- 
ten finden fiä an den gröfsern Schlagadern und 
Eil]seo,an den membranöfen Theilen und in deli 
ikfea Statt. Bald find folche Verknöcherungexi. 
t teftes Wachs, bald hornartig, bald knochigt^ 
d fandig, uud unter dem Meffer knirfchend« 
( Uoterfchied» welcher blos auf dem Verhält^ 
'm der Knochen - Erde gegen die thierifche Gal« 
te beruht 53). 

Es giebt wenige Theile des Körpers, welchd*. 
;ht irgend einmal follten verknöchert gefundea • 
irilen feyn 53), wovon ich an deli gehörigen 
teo reden werde. 

Die Schrlftfteller, welche dergleichen Bey- 
ide anführen, find gewöhnlich zweideutig, ob 

fiö 

fO B/umenhath a. a; O. Abfchn. IV. S. 37. Anioerk. 
O Smizmonn dilT. de nfrihcarione praeteruaturali. ArgcnCs 
I7JO. — ^ater de ortcogeiiiii natuiali et ])raetei-n«tara- 
li. Viwfib. 172^. in Hnileri collect, difp. prafct. Vol. VI. 
fio. CXVI. pac. 345. — P, G. Schacher obferv. circa ma- 
trriam oHiHcationis praeter natirram Factae. Lipf 1736. id 
Ha//cri coli. rir. V«.l. VI. No. CM\ , pa^. 5^7. — Haue- 
ri pr«cr. de oflifi^jtione praeternatnrali. Gott, 174^. — * 
Kongl.' VctciK-k. Aradcin. Handling. 1750. Vol. XI. naj{. 
12. — J. Tan Heehcrcn «Ulf. de nfceogeneii fvMaUif 
tarali. Lncd. Bat. 179S. •. tab. aen. 
i». d^athuL Anat, B, i, Ü 



aSft i/» Von dem KnochengebMudi* 

fic folche Verhärtungen knochigt, oder ftci« 
nigt beneonen follen , und gebrauchen diefe Be* 
nennungen ohne beftimmten Unterfchied. Wir 
können auch jetzt noch nicht Ober ihre wahren Be» 
ftindtheile urtheilen» da eine genaue chemifche 
Zerlegung derfelben uns fehlt. Inzwlfchen ift wohl 
fo viel gewifs, dafs die Verhärtungen , <Iie maa ' 
bey alten Perfonen in mehrern Theilen,befonders 
membranofen, antrifft, fehr von denen unterfcbie* ' 
den find, die fich nach mancherlev Krankheiten' 
erzeugt haben» Ich werde aber in der Folge je&« * 
Benennungen der Schriftfteller, ohne eine Gräna»' < 
linie ziehen 2u können, beibehalten inüffen, da et*' 
um fo unmöglicher ift, jetzt auszumachen, ob dai^* 
was fie knochigt nertnen, fteinigt, oder ihre llel*^ 
oigten Konkremente knochigt waren. ' 

Nach einem anhaltenden Gebrauch vonQoedc«^ , 
filberpraparaten hat man <tas in metallifche Geftall < 
redndrte Queckfilber auf die Knochen hin inM|i 
wieder abgefetzt gefunden. Brodbeh *) fand Ak^} f 
Luftröhrenkopf^ das Zungenbein und den Schild- 
iiod Ringförmigen Knorpel eines venerifchen, aii 
WafTerfucht endlich geftorbenen Mannes, fehr ftark 
mit QueckfilberkOcbelgen bedeckt; auch auf alle 
übrige Knochen des Körpers war es abgefetzt^ nur 
nicht fo deutlieh und häufig , als wie an den ge- 
aaBBten Stellen« 



•) S. Samml aaierlei; Abhandl. filr prakt. Aercta. B, XOL 
.ß.547%- 



f. rn^ 



B- ypm dem einzelnen Knochen^ 



A. Die Knechen des Kmp/f^ 



Dk 



'je Oeftalt des Kopfs liat thcils clurcb befon-' 
dere Gewohnheiten, theils durch endlich erblich 
gewordene Anlage, bey den verfchiedenen Nationen 
aoch eise verfchiedene eigenthOmlicbe Geftalt H)« 
Durch onCnniges Drücken der Hehammen nach 
der Geburt, durch Fälle und Stöfse in decerften 
higend, durch Vernacbläffigungen «ind durch 
Krankheiten, befonders Rachitis, leidet der Sehe« 
HA häufig in feiner Form ; man findet ihn^ pl^tt^ * 
eckigt, länglicht^, melftens ohne Folge auf Gefund* 
heif, oder Verriajulcskräftc- Doch hat diefe Verw 
fcbiedenheit der Form der Schedelkuochen auch 
bisweilen wirklich Folge auf die Verftandeskräfte. 
So fand 2. B. Boret ^^) in der Himfchale einet 
epileptifchen Jünglings Eindrücke von gewaltfa- 
iner Behandlung in der Kirdlieit. Morgagni 57) 
Iah bej einem Mann^ der an heftigen Kopfföhmer'* 

K 2 zea 

54} Sandifort MiiF. Anrt. Vol. T. TaTj. 1 — IX. — Biumen" 
bmck's Gefchjchte drr Knochen. S, |6. — ejusd, Decis 
coU^ctiouij fuae cranioruin drv'eiTjnini gentium illuIJtra- 
la. Oötting. 17JK). — Sümmcring dber die körperlich« 
Verfchiedenlieit des Mobreii vom £uro|>Üei'. Frkft. 17 Jf» 
— KbfiUr S. 117. JSo, 479 bis 490. 

55} Gnubius de m^do, quo oir«i le yicinis «ocommedant 
paitibn». Ln^d. Bat. 174J. — Danhentan dffcript. d« 
CabiiiPt du KoL Tom, IIL pag. 6% — van Do^^eren l, U 
rag. K5. — Ad, MurroY de inhuidibnlo et oißrjn capi- 
tis "ia loetti itructura tiilenA. Upfal. 1772. — Sandi/ore 
&■,:. an.-it. ])ath. ]*ib. lll. cap. X. pag. IJO. — Köhler S. 
134. No. 5ii u. in. 

56) «i« epüepiia ex drpieflioue «raiiii. Kcgiom. 1735. f. ip 

57) «U Itdib« €( GdutL morberuQU Epilc, L X^ J. ^ is* * 



a69 II' yon dem KnockrngiftQude» 

zer. und IrrereJcn gelitten hatte, einen fchicfenSche- 
del, deffen Jinive Seite, haupilächlich nacli hinten 
zu, um einen guten Thejl mehr von der Alitte ab- 
ftand, als die rechte* GUibert ^S) fah einen blöd- 
linoigen Menfchen, deffen Kopf kegelförmig ge» 
bildet war. Bey einem P'allfttciitigen fand Cre* 
ding ^9) die Hirnfchale bey der Pfeil- und Kranz* 
oath äufferlicb febr vertieft und innerlicli einer 
welfcben Nufs groCs erhöhet ; ein in der Jugend 
erhaltuer Scldag war die Urfach. Bey einigen 
Fallfüchtigen fand ebenderfelbe ^^) eine ganz run- 
de» dicke, bey andern eine faft viereckige, eben- 
falls dicke Hirnfchale; bey einigen FalifOchtig« 
Rafenden war fie klein, aber ganz rund. Vor« 
aüglich betreffen folche Schieflieiten den Vorder* 
Kopf ^0) welchen man befonders flach und ein- 
gebogen bey Epileptifchen gefunden haben will ^^« -, 
Aber nicht immer leiden Perfonen mit Schieb • 
lieiten und Eindrücken der Hirnfchale an Verftan« ^ 
des- -oder Nervenfehler, wie uns mehrere Bey* i 
fpiele lehren ^5). e 

Im & 

5S) Sammlung prakt. BeobarJjt. und KrarkengefcliicliBn. ' 
UebciT. von lUhcnfcrcii. Lfip/., 1792. S. 57. — Man Iffe 
auch Piatner de vi cnrpori« in nietnoiid. Spec. II. lipf. 
1767. T)dp. II. — Buchhulz W('> träge zur gei iclitüchea 
Arzneigel. ß. HI. S. 254. 

59) 7' E,Crea/n/^ fc7mmtl. rnedic. ScI.riFLn, bcraiifjepebai 
v©Ä C. JV. Grcding. (3rciz I7J/0. H. 1, S. 2S10. — Btttf 
have de morbi.-» ncivorum. Lngd. liat. 1761. pag. la 4lt 

^o) a. a. O. S. 291. 

61) F.Paw obff?i*v. anatoin. obf. XVII. ijjjr. 39 {^^ — J.J. 
iVeuferi obfervat. de attcctibiis capitis. Scafhnf, 1727, 
Obf. XXI. paj,'. 42. Olif. XXII. paj. 44. — Ha//i*ri EUm. 
Phyfiol. Tom. IV. pap;. 319. 

€2) Baldlngers neues jMuga-tin liir Acrzte. B. XIV. St, VI 
S. 47ß. 

63) z, B. Morgagni de caiifl. et fed. niorb. Epift. I.XIl. Ifw 
— Ifenftamni 1. 1. Commentat. III. 1773. — Comaentir 
rii Societati« Petropolit« Vol. Vll. paj^. 422. 



B. Vom den einzelnen Knochen, 2C1 

Im Meckeifchen Kabinet 6na befonders zwcy 
fchiefe Schede! merkwürdig. Im erften, von ei« 
pem pTingefähr zwanzigiährigen Menfchen) ift das 
Stirnbein auf der rechten Seite einen Zoll höher, 
als auf der linken Seite. Daher fteht das rechte 
Scheitelbein fehr hervor. Auf der linken Seite ift 
der Kopf fehr tief eingedrückt. Hinterwärts ragt 
auf diefer Seite der hintere Theil des Scheitelbeins 
fehr hervor, und das Hinterhauptsbein fteht fechs / 
Toll höher, als auf der rechten Seite, hervor. Von 
der Pfeilnath fieht man nicht die geringfte Spur. 
Zwifchen dem Schuppentheil Aes rechten Schlaf* 
beins und dem untern Rande des Scheitelbeins foe- 
fadet fich ein zwey Zoll breites und einen halben 
Zoll hohes Zwickelbein. Dergleichen Knochen 
beinden fich viele in derLamhdanath, EineSpalto 
io der rechten Seite des obern TheiJs vom Stirq* 
bein macht es wahrfirheinlich, dafs die Schiefheit 
dialcs Kopfs Folge einer äufsero Verletzung fey. . 
Der zweite fchiefe Kopf ift von entgegengefetzter 
Richtung von der des vorigen. Das Stirnbein 
fteht auf der linken Seite um einen guten Zoll hö- 
her hervor, als auf der recliten. Nach hinten hin« 
gegen fteht das rechte Scheltelbein fehr merklich 
hervor, und die rechte Hälfte des Hinterhauptbeins 
ift wenigftens einen Zoll mehr erhaben , als die 
linke. Die Kronennath fowohl als die Pfeil- und 
Lambdanath haben eine ganz fchiefe Richtung, Von 
Verletzung fieht man keine Spur. 

In Rückficht der G r ö f s e fand man ^en Sche- 
delbaldzu kl ein ^4), bald zu grofs ^), ohne 
krankhafte Befchaffenheit. 

Doch 

^) MoTgat:ni 1. c. Epift. III. 6, IV. 33. LI, 10, 30. 54. — 
Sandifort obf. antt. pathol. Lib. lll. Vitifi,, 13a — ^usd. 
Mnf. *n-t. Vol. I. Sect. IV. pag. 165. I^o. LXIX. 

65) Morgagni 1. l. Epift. LI, 9. — Köhler a. au O. S. 133. 
>«». 507. 



dfo II0 Van dun Knomhengehfiude. 

I>och karnn einy gegen dieMafTe des Gehirns 

za kleiner, und daher das Gehirn drückender, 

iv'efngrtens deffen^ freie Bewegung hindernder Sehe* 

del, Einflufs auf die Funktionen des Gehirns "haben. 

So war ein zxx kleiner Scliedel wahi-fcheinlich tue 

Haupturfach des BiödGiins und Todes eises^Mea- 

fchen, welcher plötzlich todt umgefallen war. Bey 

der Obduction fand man die Schedelknocben har* 

ter als gewöhnlich, und die Hirnhäute mit der gaa* 

2en innern Fläche des Sehedels auf das feftefte 

verwachfen. Als man die abgefägte obere ä^lftv 

der Hirnfehaale abgenommen hatte, hob fich daf 

Gehirn elaftifeh in die Höhe und wurde wenigftenf 

. um den dritten Theil gröfser» Zudem fand maft ' 

auch zwifchen demTürkeufattelundUahnenkamot^ 

mehrere Knocbenauswüchfe ^^). 

Eine widernatürliche, krankhafte Grd^ 
fse des Schedels verurfacbt die Kopfwaffer- ^ 
f u cb t ^7)^ Gemeiniglicb geben fich die Su^ureti | 

aaS'l 

t€) Joh. Chr. Fahnei'^r Bevtrac^e znr praktifchcn nnd ire* ■ 
richtliclien Arziieykimde. Stendal 1799- J*. I. Beolyacht. XV S 

€7) G, C' Buttncr's Bcfchrtibung des innerii Wairerkopfil 1 
und des canzen Beink/irpers euiei von üirer CieburCio'S 
bis ins ein nnd dreylsigfte Jahr krank pewefeneii Ptrfoii S 
weihlirlien (ieFchteclits. Königsb. 1779^ und in feiaen «o«- j 
tomlfciien Wahrnolimungen. Kap. X. S. ija. — Rurfch g 
tlief. cMiatom, II. Tab. 3. — Duncnn rafes and obfenraL I 
med. par;. 22%, — Monro in Med. 1 rans,irt. V<»LlV.paf*l 
558 — 3^'/' Tiiadd, Kluikofck Progr, «p»o liydroiMpW* ^ 
lum foctns rariorem ejnsqiie canffam prop»nit. Fragst 
177? • — Sandi/ort exercit. acadein. Lib. II, Cap.I. |»af. 
1 fq. — * tbfindcrfclb« lielert nns ancli pan?. vortreGßMM 
Abbildungen im Mnfeo anacouiieo acad. Lugduii. Vol. U 
8ect. IV^ pagr. 15Ö. No. IV. Tab. VI. Fig. i. j. 3. pj£.i 
na. No. V, Tab. VII, Fi«, i. a. ^ pap. i^k- No. *«• 
Tab. VIII. IX. p^g 136. JSo Xtll. Tab. XI. Fij^a. T«h» 
XII. — Btumenhauk^s maAic. liibl. B. III. St IV. S. hiii 
' — cbend. Gefcliichtc undBefchieib. der Knochen. S.Itl« 
Anmtrk. **•). — Vei^te/ frai^menta feniiologiae ahhm 
triciae. Tab.l. — KöhlerS,^^, No. 361. Ö. loa rio^ittL 
8. loi. ^o^ 363» 364- ^05. *^ 



& Voft den einsetnenSnocMen»' d63 

Infeinander ^8), die HirnfchaalenknochenwerdeD 
breiter, dünner uod länger, und äufserft grofs im 
ITerhsiltniffe zu der Gröfse des Aalljtze's. Selten 
iehnen fie fich nach allen Seiten gleichförmig aus» 
lemeiniglich ift der Vorderkopf mehr breit und 
beryorragend ^). Zuweilen werden die Knochea 
ireich, und manchmal fo dünn, faft membranös 7^)y 
jkis man, wenn ein Licht hinter den Kopf gehal- 
jbn wird, die gtölsern Gefäfse ^es Glehirns^ fehen v 
iJQuin. Bey einem zwanzigmonathlichen Kinde- 
^It einem ungeheuren Wa£ferkopf^ war der Sehe« 
lel an beiden Seiten platt gedrückt und dermafsen 
iorchfichtig, dafs man den fichelförmigen Fortfatz 
imd dieBlutgefäfse innerhalb delTelben fehen konn<» 
|b; fein Umfang betrug vier und zwanzig Zoll 7*)», 
Idmmering 72) hak folche membranöfe, oder viel- 
pebrknoiplichte Stellen, nicht allein fitr eineFol* 
|e der verliinderten Verknochcrung, fondern oft 
kr eine wirkliehe Verwandlung des fchon gebil- 
rieten ILnochens in Knorpel. Im GegentheiJ, aber 
|d nur feltnen Fällen , hat man die Knochen des 
jBdwdels beinir Wafferkopf widernatiirlicb dick 

und 



4i^. Bisweüen^ werden ^e aber auck mohc aiTsemander ge-' 
debiit; 2. B. Sandi/ort Muf. anat. Vol. I. Sect. IV. pag. 
295. No. XVI. Tab. X. et XI. 
'^f) Lettfom irv Med. Comment. Lond. Tön», I. — Sömme- 

ring's Kno^henlebre. J. 355. 
20) $andifort Mul. anatf)m. Lugd. Tom. L SeculV. pag. 

lU. 1^0. Xlir. Wo. XV. Tab. VI. fig. 6/ 7. 
.^Xj Memoir. prefentes a Tacad. roy. desScienc. Par. 176?. 
Tom. IV. pag.. 4(^9. — p<r/. Catnp^r in der Sainml. aus- 
erle£ AbhaiidL ftir piakt. Acrzte. ß. XVI. Sv 429. 
^j) In Heiner Ueberfetzunr; von Balllic's Anatomie de» 
icrankhafteiL Baues von einigen der wlcbti^ten Tbeile 
iai menfcblichen Körper. S. 358. Anmerk. 550. 
'5> Rpbein» Nat. Chi-, Dee. I. An. II. obf. 19* S^ndifor 
obf. «iia.t. path. LI. 



§6l^ Ih Von dem Knofhengehäude. 

lind hart 71), und die Nätba nicht von einander 
getrennt, fondern fogar verwachfen 74) gefunden. 

Pie Gröfse des wafferköpfigen Sehe« 
llels ift verfchieden und richtet lieh nach dem AI* 
ter und der Beträchtlichkeit des Wafferkopfs. Ih 
flie Wafferanfammlung gcringi fo ift auch die Grd* 
,fte des Schedels nicht foiiderlich bemerkbar. Bey 
gröfserer Menge des Waffers aber ift die Gröfse 
pft febr beträchtlich. Köhler 75) bcfchreibt mehr 
rere wafferköpfige Schede! von zwfey und zwap* 
zig Zoll, einer £Ueund ewey Zoll, bis zu fechS| 
auch acht und neun 2^11 im Umkreis. Warner 7^) 
befchireibt einen von neun und zwanzig Zoll in 
der Peripherie. Im Büttnerfchen Falle hielt 
der Umfang des Kopfs dreifsig Zoll. In Cr uik« 
fhank's Sammlung befindet fich ein Waffe/kopf 
Ton zwey Leipziger Elieu und fünf Zoll im Um* 
fange 77). 

Dafs die Art des Wafferkopfs , wo fich d^s 
Waffer zwifchen dem Hirn und feinen Häuten an« : 
fammelt, eine Rindern, während ihres Aufenthaiti ' 
in der Gebärmutter, nicht ungewöhnliche Krank- 
heit fey, finden wir durch folgende fieben Fälle* j 
^us der Sammlung des Geh. RaihsMeckel^ beftätigt, ' 

No. 1. ift der Kopf eines fiebenmonatUi? 
eben Kindes. Die Proportion des Schedels znia 
Geficht ift vvenigftens wie 8: i. Die Scheitelbeine^ ^ 
beide Seiten ftdckcn des Stirnbeins und das Hinter? "^ 
l^auptsbein ha*ben eine, dem Alter des Kindes auf* ^ 

74) Hydrocephalnm inttmum annomm XEV. pl*aefidc5v J 
/^iir/r/7//ö proponit C, Ehmark. Upfal. 1765, fl 

75) t. a. O. S. 98. 1^0. 359 bis %i^, J 

76) In Gooch cäTcs and praqtiral remarkt in Surgery.VoL £ 
II. pag. 3t. — Man fehe ancU Santlifort 1, c. \ 

77) EhrlicKs chiruigifche a«i Reifen gemachte Beobachfoa? .^ 
gen. Leipz. 1795. 3. I, y 



Bb Von den einzelnen. Knocken. ü6S 

gemedene Oröfse und erfcheinen in ihrem gewöhn- 
liehen fafer- und ftrahlen artigen Bau. Die häuti«*» 
gen Fortfetzangen zwifchen den beiden Stücken 
des Stirnbeins I zwifcben dieien und den Scheitel- 
beinen und diefen und den Schlaf- und Hinter- 
hauptsbeinen, find, fo wie die Häute der Plättchen, 
fo aosgedehnt, dafs vier bis acht Linien Haut Zwi- 
lchen iden genannten Kuochenftücken befindlich 
ift. Die grofse Fontanelle bildet eine Rante von 
zvfey 2^11 Länge und Breite; die kleine ein- Drei- 
eck, deffen Seitep einen ftarken Zoll betragen« 
Die Häute find mit kleinen Verknöcherungen wie 
beß^t und diefe haben eine ordoungsgemäfse Ver- 
thdlang in fo fern, dafs fie in der grofsen Fonta- 
■cUe einen rautenförmigeu Rand bilden, in der 
Hrilnath parallel in zwey Reihen neben einander 
Ififen, in der Kran^.nath einfach zwifchen den 
Theilen des Stirnbeins und dem vordem Rande 
dar Scheitelbeine queerOher liegen und in der 
kleinen Fontanelle ein Dreieck bilden. 

No. 2. DerSchedcl eines vollftändzgen neun- 
noDathlichen Kindes. Die Gröfse des Kopfs machte 
die Oeburt fo fchwerund langwierig, dafs fie durch 
H&lfe der Zange vollendet werden mufste. Das Kind 
kafo, nachdem es fchon vier und zwanzig Stunden 
vor der Entbindung kein Lebenszeichen gegeben 
hatttij todt zur Welt. Der Kopf zeichnete fich 
nicht Dur durch disproportionirte Gröfse des Sehe« 
dd» gegen dasGeficht aus, fondern es konnte auch 
eine fonderbare Geftalt der Schedelkpochen durch 
die äufsern Bedeckungen wahrgenommen worden ; 
fie gab den Anfcliein von Knoch^nbruch der Schei- 
telheine, beiondors clf'S rechten, den man allen- 
falls we^^en an zuwenden dem heftigen Druck mit 
derZan^e, diefer hätte zufchreiben können. Die 

Sek- 



s66 / Ilf Van dem Kn&ehengeläude» 

Sektion nnd genaue Unterfuchung des Schedeli 
beftimmte aber eine andere Urfach dadarcb, dab» 
aufser den weiten häutigen Zwifchenräumen in den 
Fontanellen und an den Stellen der Näthe, da» 
rechte Scheitelbein am obern Drittheil feiner Hd» 
he ungleich von den -beiden untern getrennt tt* 
fchien. Eine hantige Linie geht ungleich dardi 
das obere Drktheil dts Scheitelbeins, von raru 
nach hinten und von beiden Seiten verlängern fich 
knöcherne Blättchen. An zwej andern Stellen dtf 
nämliohen Scheitelbeins wird die Stelle des Koo* 
chens durch Haut verti'^eten. I>en Beweifs^von mr* 
Iprünglicber Knochenkrankheit, als Veranlaffang 
zu diefer widernatürlichen Ausdehnung, giebt da| 
linke Scheitelbein, in deffen obern Drittheil anch^ 
Statt des^Knochen^, blofse Haut vorhanden ift. 

No. 3. Die beiden SeitenftUcke des Stirn« 
bMns, beide Scheitelbeine und das obere Stück das 
Hinterhairptsbeins eines neugebohrnen, völlig aus« '\ 
getragnen Kindes. Auch in diefen findet eine kkt 
unvollft'ändige Ausbildung der Knochen Statt. Der ' 
linke Thcil des Stirnbeins hat im obern Xheüe 
zweyvr>]lig fehlende Knodienftellen, die als ziem« 
hpb grofse Locher erfcheinen. Der linke Seilea* ' 
theil hat ihrer fechs, eins, im Augenliahlentheil; 
ift in der Nachbarfchaft der Lücher > in einem be- - 
trächtlichen Umfange, fohr diTnn. Die Scheitd- 
bcine find nur unten natürlich und fo gebildet, dafe 
man fie dafür erkennen kann. Ihre obere Hälfte 
fehlt ganz und ein äufserft ungleicher Rand, durdi ** 
hervorftehende halb- bis ganz zöllige Zacken uad ri 
dazwifchen befindliche Vertiefungen, beendigt fit a 
nach oben. Sie find, befondcrs das rechte, felir | 
ungleich verknöchert, hier dünn und durchfichtigi 9 
dort dick> auch an einigen Stellen durchlöchert : 



B. Von deii' einzelnen Knocken 267 

Im oberxiTheile des Hinterhauptbeins ift ein ziem-. 
lieh anfehnlicbesLoch. Auch &eht man mehrere 
nicht ganz Verbeinerte Stellen, 

No. 4- Ein Wafferkopf mit gethciltem Rück- 
grat (Spina bifida) in fieben Rückenwirbeln» 
VOD einem Kinde, deffen Armlage die Wendung 
Botbwendig machte und die Geburt, wegen zu- 
rflckbleibeoden KopEs, fehr erfcbwerte» Die Schei- 
telbeine, das Hinterhauptsbein und die beiden Half«* 
leo des Stirnbeins haben die doppelte Grufse der 
aatarlichea in diefem Alter, find in der Mitte di- 
cker uod fefter , als unter der Bedingung von Ge- 
famdheit; an den Randern und Winkeln find aber 
die ftrahlenförmigen Fafern dieferKnocben^ wegen 
ihrer mebrern Länge und Entfernung von einan- 
der» kenntlicher. 

Ko. 5. Gleiche Lage, gleiche Schwierigkei- 
ten bey der Geburt, die für den Kopf die mOhfamc 
Anwendung der Zange nothwendig machten. Auf 
einem fehr proportionirten,eher kleinem, Rumpfe 
iXit ein Kopf, deffen Schedel um mehr, als dop- 
pelt die natürliche Grufse des grüften SclieJels ei- 
nes neugebohrneti Kindes übertrifft. Diefe Gröfse 
ift Dicht nur Folge eben fo ungewöhnlich grofser 
den Schedel bildender KnocI/en, als bey dem vo 
Tijeo, Condern ungeheurer liäuliger Räume zwi- 
bhen den Knochen, indem der Fiaum ^wifchen den 
Scheitelbeinen vorn mit drey viertel Zoll anf^ingt, 
Bod hinten anderth;dbZoll beträgt. Zwifchen den 
Scheitelbeinen und dem Hinterhauptsbein bildet 
die kleine Fontanelle ein Dreieck > deffen Seiten 
jede drey Zoll Länge hat, uod ift mit Knochenftii- 
• cken, die einen gleichen Gang mit den Seilenrün- 
dern des Hinterhaupts halten, bcfäet. Der Raum 
der Lanidaftelle betragt einen ZoUi die Seiten-Foii- 

tatel-' 



s68 U* Vqn dem Knochengebäude» 

tanellen (Foptanellae Casferii) find mit der 
hintern Fontanelle beinahe im Maafse gleich. Di« 
vordere groGse Fontanelle bildet eine Raute Ton 
zwey und einen halben Zoll Queer- und noch 
mehr Längenmaafs. 

No. 6. Auf dem Rumpf eines kaum fieben* 
monathlichen Kindes befindet fich der ungeheurt 
Kopf, der durch eine kleinere Gefchwulft rech'' 
terfeits und unten fchon hey äufserlicher ober* 
flächlicher Betrachtung als fonderbar auflallt. Ei^ 
nähere Unterfuchung beim Skeletiren gab eine« 
mit Hirubruch verwinkelten Wafferkopf zu erken* 
nen. DieGröfse des Schedels abertrifft noch di% 
des vorher erwähnten, wogegen das kaum ändert» 
halb Zoll hohe GeBcht des Kindes fehr abfticht ' 
Hier find die Knochen nicht, wie hey dem zoIeOC 
erwähnten, übermäfsig grofs, eher Idein er, ^sfif 
in diefem Alter zu feyn' pflegen und die ungeheih 
ren heutigen Räume zwifchen den Knochen werdet 
hauptfächlich Veranlaffung zu der ganzen OrO&e | 
des Schedels. Die grofse Fontanelle ift eine vier» : 
zöllige Raute, die kleine Fontanelle ein Dreieck| i 
deffen untere Seite fünf Zoll lang ift, die Seitenli- , 
nien vier iZoll, der IJebergang derfelben in du 
hintere Ende der Haut zwifchen den Schoitelbeiiten 
drey 2^i>ll. Nur um etwas welliger fchmiler ik 
die Hajit zwifchen den Scheitelbeinen felbft. Die' 
Seitenfontanellen find melir als zweizölh'ge Räumt : 
zwifchen den Schlaf- und Scheitelbeinen. Ad 
der rechten Seite verlängert fich unter diefer, zwt 
fchen dem fehr kleinen Schuppentheil cies Schlaf* 
beins, mit noch daranhängendem Rincje desTrom^j 
melfells, das ebenfalls noch diefen Ring ausf&IUi; 
der fchon von aufs«n kenntliche Sack, der auf. 
der Grundfläche de&Schedels zwifchen jenen Thet« 

len 



B« Von dtn einzeliien Knochen» 869 

i des Schlafbeins ujfid dem Felfenbeine durch- 
lt. Unter iler, von ihm abgeforderten Haut, 
cheiDt er in der Gröfse einer runden Höhlung 
n zwey Zoll Durcbmelfer, als ein Gewebe von 
ccheu uild Beinbaut. Die Oeffuuug^ durch 
jlche er mit der Höhlung vom Schcdel zufatn- 
snhängt, ift eine Rundung von drey bis, vier 
Dien Durchme[fer. Sowohl die erweiterte Sehe* 
Iböhlung, als diefe, waren mit Waffer ang^frdlt. 
im Gehirn war wenig vorhanden. Die Geburt 
I Kindes foU nicht fchwer gewefen (eyn. 

fio* 7. ift der von Folgtet *) abgebildete 
id befchriebne Schedel. Das Skelet eines etwa 
ibenmonathlichen Kindes trügt ihn auf dem klei- 
ea Rumpf. Der Schedel ift gegen das Geficht 
faf disproportionirt, vorzüglich aber von den 
irher erwähnten und von den gev^öhrtlichen da* 
irch unterfchieden, dafs das linke Scheitelbein 
De Neben* und Seitenerhabenheit bildet, derea 
enrorftehung flf)er die Fläche desSchecfels ziem* 
Ji zwey Zoll beträgt, wodurch der Queerdurch- 
effcr des Kopfs beinahe fechs Zoll verlängert 
Ird. Diefes Scheitelbein ift in zwey Dreiecke 
iheilt, deren oberes zwey Drittheil der Gröfse 
» ganzen Knochens, das untere das übrige Drit« 
leil bildet. Zwifchen beiden ift ein häutiger Zwi* 
heoraum von der Breite eines halben Zolls, Brei* 
T, bis zu der Breite von einem und ein,em viertheil 
oll ift die hintere Fontanelle. Am weitcften die 
ant zwifchen dem rechten Scheitelbein und dent 
hiafbein. Alle häutigen Räume find mitKnochett'« 
Ickchen» mehr unregelmäfsig, als hey den .an* 

dem 

) Fl agment. femiolo^. obfcecric. pag. 73« Tab^ I. Fif.i. s. 



27^ '^« ^^^ ^^ Knochengebäudem 

in einen ftumpfen Winkel zufammeiiftiefs, mit dit' 
Cßcn zuraminen fOnf und ein viertel Zoll; der 
obere Kaiui abrr war durrh einen tiefen Eiiifchnitt, 
der nach dorn Hinterhaupt zu einen rechten Win-, 
keJ bildeie, unterbroclie»; dadurcli entftand zwi« 
fchcn den Schoiteiheinen und der Spilze des Hin- 
terhauptbeins eine Lücke, weiclie mit Knorpel- 
haut aufgefüllt war. Diefo Stelle bihleteein Vier- 
eck von fieben Zoll in dt^r Länge und fünf Zoll 
ip der Queere, enthielt viele kleine Knoqhenftaok<* 
qhcn von unbeftimmterGröise, und war urfprOng* 
lieh der Tliefil des Scbedels , welcher durch i«ijM( 
Äarke Au^del^nung zur i<onifchen Verläiigeriuig ^ 
des Kopfs ijeitrug. Hier war auch das PerfocalOij 
uum eingddrungeu« Jedes Scheitelbein war iif j 
zwey Queerftücke getheilt. Die harte Hirnh^al : 
hing überall mit den Schedtlkdocfaen feft zufaiot : 
inen. Am heiligen Bein und an den benachbarten . 
Lendenwirbeln fand man ded Anfang einer fp«a( ^ 
bifida. .1 V 

. Eine grofseVerfchiedeiilieitin der Stark Ckdcf "i 
]Iirofchale iindet man auch bey gefunden MeOr, « 
(eben. Manchmal ift fie aufscrordentlich dicili ^ 
i/«//^/' 'S) fand fie einmal auf viermal tiicker, tlf . 
gewöhnlich. Bey einevri vierzigjährigen ManV j 
fand icli fie gegen einen halben Zoll ftark. Mebf | 
re-Beyfpiele vo/i fehr ftarken Hirnfchaalen führet p 
Morgagni 79), AlOin 8^), Lieutand S*), lancke W)J Z 

Adolfk 

7g) Praeloctionrs in Jlnerhavn \r\\\\t, f. 7IT. ' - 

7^) de Teil, vi c;ii:li. nicrb. tnift. III. 2. lipifc IV. li. Sfl^ . 

XIV. 35 l.i,. XXVll. 2. >... 1 \.. 12. - 

X6) IntlfX füj.ppllfct. ai Jt. kar/uni\ pa?. 4. No, 17. Sfi • ,1 

. 81) hifcor. aiiat. ni(>il. imn. II. pa^. 381. I =^ 

13) dift. de toidminibus ralv^iiae ir Sanri/fori TY.tftvt^ ^ 

■. dillVi trft. |)i <i^j dinm. a1i<u inrniuc' opufcul. f^lectifluBOfÖitf * 

Kotej . 176S. Vul. 11. pag. 302. ij. 



'S» Farn den ^fiiutUeM KüochiMm ^3 

iiolph Murray ^^yySandifort S^) und K^^ 
tor W) aD. ' . t 

la der Präparatenfammlang des Geh. IUth| 
tkekel finden fich befondcrs drey^in RQckficht ejr 
Der abnormen Stärke der SchecUjknoohen» merk* 
iffirdige Schede!. 

No. 1. Ein Schedel Ton einem alten Mann. 
Alle Näthe find f envachfen. Die Scheitelbeine 
faid doppelt fo dick, als natürlich, nirgeada nnlef 
vier Linien ; die tuber« paiiet. wenigftens feoha Li* 
Das Stirnbein oberhalb der Stiri^höhlen, hat 
einen Zoll in der Dicke, nnd das Hinter- 
kaaptsbein in der Gegend der tnberof» occip. bei- 

b^nen ganzen Zoll. Die Dicke des fchupplgea 
des Schlafbejns beträgt an mehrern Stellea 
dify bi» vier Linien» fo auch die des grofeen Flügelt 
voa Keilbein« An mehrern Steilen derGrundflä« 
die das Schedels befinden fich befondere Verdi« 
ckaagen der Knochen. Das Felfenbein hat bey« 
sähe den doppelten Umfang, die fchwerdformigea 
Fortfillze des Keilbeins find viermal ftärker^ ^If 
flMOrlich. Die Augenhöblentheile des Stirnbeins 
lad gaaz vndurchGchtig, weil ihre MafTe befanahft 
■ndreyTheile vermehrt ift. Die Stirnhöhlen find 
dabcj aagew^hnlicb erweitert. Der ganze Kopf 
ift hrinahr noch einmal fo fchwer, als natürliche 
Von d^n äufscrn und Innern Tafeln der Knocheil 
fiad wenige Sparen vorhanden ^ defto mehr Ratina 

nimmt 

t}) U< infundibnlo tt oilium vapiiis in foetu ftructura aliet 

na L c 
14) exercit. acad. Lib. II. cap. II. \t:\z. ;a Tab. III. — 

ejusd, «Hif. aiiat. path. Lib. III. •c^p. X. nag. l^ofii« •— * 

Ruf. auac Vol. 1. St5Ct. I. pag. 4. No. XXVII. «ect IV. 

p-^. ui. No. XVni. Tab. XIII. Fig. I. 2. pMg. 5. K*. 

kXVIU. j.ag. 141. No- XIX. Idb. Xlll. Tig. ^ 4. 5. 
^) a. «. O. S. 156. No. 520. . 

. d, p4iUi9L Anat^R 1. S 



«üiftnt di^ zljhgt^ Maffe äeiefel^M ein, dM^Jfn 
VDgewöhnlich dick und feft ift und dadSfch Vi 
Mitättuil'g zui* Vetdiekung der Knochen tibtsAiu 
*#ul-de, ■ 

Nov ^% In diefeih Schedel ift die Mafle VI 
Hinterhauptsbein und von den Scheitel* uttdSdl 
b*einen deM Elfenbein gleich ge\vorden, indem ij 
n^ttlere Miaffe allenthalben KHIt. Die St:he ' 
beiiäe ha^efn* die Dicke ton^rfrey, das StirAbMn I 
yMr tthd das Hinterhauptsbein, ih der Oeg«d1 
H^rirot^agtihgv von fechs Lfnien; v * 
^ " No-. 5. In -einem, tIbHgens zwar 
al>er nicht übemifsig dicken Scfhedel, ift dinrS 
beln, das 6ch dui^chwidernatbrlicheFeftigkefri 
Dicke auszeichnet, indem tlie Knke HSlfM 
Diplöe vtom Gefichtstheil defteiben , abeirhalkjj 
Stirnhöhlen, eine ungewöhnliche Härte er 
bat. OEs ^ f öfif bis fechs Linien dick tin*^ 
beinartig, und tiildeit nach innen ftarke Erli 
beitfüi. Die Slirnbeinhöhlen find in naKIr 
Oröfse^, aber ihre Wände fehr dick und ML '< 

<jredin§ «<^ ifand die Hirnfehaale bey iäte«^ 
ften feiner Kranken fehr dick, oft ganz 
dentürh ftark. Einmal fah.erfie änf d^ 
Seite fehr dick, um fo dünnev aber auf dei"l 
Es fcheinen aber diefe F&IIe weder von der Xn 
lieit abgehangen, noch weniger Einflute <dfj 
felbe gehabt zu heben. 

i An den Schedein mancher alten Perfoneni 
man dieKnocheo (Uck, aber dabey leicht und loci 
Walter ^ befchreibt den Kopf eines Mamnei ^ 
einigen fechzig}ahren, deflen fammtlicheKnc 
anfangen, leicht, mflrbe und dick zu werdea» 

U) a. a. O. S. ü%9. 

%7) antttom. MuC B. II. $, |^ NV). J^, 



B. Vom den einteUe/i KnoJ&m^ tj^ 

Bes alten Weibes > defren Knochen -fo <tQnn find, 
dafs fie an vielen SteHen y wenn nan 6e gegen ein 
Licht bält« ganz ctlirchBchtig erfcheinen. Wal" 
ier f^ befchreibt denScb^del einer Prau von eini« 
jgefk 6ebeneig Jahren^ an welchem alle Knochen au* 
berordentlich dfintt nnd leicht geworden find; di« 
Knochen dea Scbedels, befendera die beiden SchA- 
telbeine, find fo dünn^ wie Papier. 

Manchmal betrifft diefe Dünnheit» bey det 
übrigens Hoch allemal, wie ich wenigftens bemerkt 
habe, die Diplöe vorhanden i(t, nur einzelne Stel« 
kn, lOy daCs die Hirnrchaftria fonft ihre gewOhnli* 
che StSrke hat 97;^ 

Sehr merkwürdig ift tter Schedel in der Afe- 
S^fchea SämmluDg dadnrch, dafs er an der Stelle 
der Scheitelbeine^ ^o er am dickften £eyn foUte, 
am'dftnnften ift. An dem Orte, wo die Erhaben* 
heften der Scheitelbeine beider Seiten find, befin- 
det fich äufserlicb eine Vertiefung, drey Zoll lang^ < 
voo vorn nach hinten, zwey Zoll breit. Die Pfeil- 
■atfi ift dvrch Ankylofe verbunden und wenigftens 
Um Linien dick« Diefe begränzt jene Stelle in* 
«tadig; hinten hegräozen fie die durch Ankylofe 
nitdem Scheitelbein vereinigte Schenkel der Lamh- 
dnalli, vorn die natarlich befcbaffene MafTe des 
SAritribeins, feitwärts nach aufsen die fehr fefte 
unddickeMaffe des Scheltelheins, und de& damit 
verbundenen fchuppigien Theils vam Schlafbein«. 
Hier erhebt fich , da, wo fich der Schlaf beinmus- 
kd anlegt, eine wenigftens fOnf Linien hoch, her- 
vorftebende Gilte, die fonft fo unbedeutend zu 

feyn 

96} Aoat. MuL fi. II. S. 114. No. 570. 

f/) z. B. Mor^m^ni EpiXt. LXIII. — Smtdi/ort M., anat- 
paiJi. Lib.Ill. pii^.ljt. — Köhrer S.IIJ. ^0.505. S.nv 
rio. 51Q. S. 135. Kü. 51t. --* IVaiin- a. a. O. 8. la)- 
^'o. 567. 



•tI .«.Iftc* Von dtm JCstcAengflcTvcM 

ibyn pflegl. ' A». der be(chnebenen Stelle febtt alU 
mittlere zeitigte Knochen maCfi; nur eiae Knochen- 
tafel erfetzt cUe Stellediefer und der ianerAj fie 
fehlt felbft ^ß, mehrern Stellen» und der Knocbea 
ift hier g,ans <i^rchfichMg> <(o, dafs man die Fur- 
chen far die Gefäfse deutüoh unterfcheiden kano 
t>ad d^b diele dünne Stc^e, durch die leifefte Berflh* 
rnngy gewifs mit dem Obelften Erfolg fQr die dar- 
unter liegenden Gefäfse und für das Gehira, hittt 
verletzt werden könjoen* 

Am oFterften findet map die DOnnheit der 
Birnfcbaale- da> wo die äufsern Drüfeo der fefitoi 
Hirnhaut) und auch da, wo die grofsen PulS'^ unl 
Blutadern diefer Haut gelegen find. 

In fünf verfcbiedeaeu. Schedein der genaflBt- 
ten Präparaten fammlung befindet fich, in; 

No. 1» im linken Scheitelbein eine £e llib 
Btotaderfurch^, dafs man in derlLänge voa fi&fll 
Zoll durchfeben kann; fie endigt fich in eine Qrof 
be, die in der Peripherie einen halben Zoll ber 
trägt, und fo tief ift , dafs die ganze innere Tafel 
des Scheitelbeins fammt der Diplöe zerftört und 
'Hur ein durchfichtiges Knochenblättchen flbrigge« 
bliebeu ift. Auf der entgegengefetzten Seite ift 
•bcnfalU das Scheitelbein an den Stellen, vro di» 
GeräCse unter demfelbeiifortgehn, theilw^ifo dorchp 
'fichtig^ Uehrigens find die Knochen fehr fefi^ha» 
ben fehr wei^ig Diplöe; an der innern Flicbods 
Stirnbeins find fogar an mehrern Stellen widenii- 
tOrliche Ausiyadife» Die Suturen fiad ^üt fe^ 
wachfen. 

In No. 2. ift die Verdünnung der Blutadee» 
furche der beiden Scheitelbeine ebenfalls fo be^ 
trächtlich , dab fie durchfichtig ift. An vier SlA 
IcD^ aämlicb) an der linken Hälfte des Stiroboal 

ob« 



£L Töiiti9k-9iäxelnemlbmchiik 



«7f 



oberhalb der SlHmh!>iileii und neben der Pfeünatl» 
ao df^y andern Sidlen — ^ deren gröfete- fo gar 
mit gänzlicher Zerftdning' verbanden ift , f6 « da£j^ 
aia Loch entrtandea:ift -^ fieht noan, ebenfalls elna^' 
ftarke Verdünnang^ ... 

No^ 3.^ ift das Stirnbein rechter fei ts aft. 
Mr^j .Stellen, nnd jedes Scheitelbein,* dicht nebe» 
der Pfeilnath) durch Eindrücke, die theils Folgea^ 
wä vdrgrötserten ä-ufseFa Drüfen der feften>Hirn-* 
haut, tbeils von anfangendem Hirnliautsfchwanune^' 
Us zur Durchfichtigkeh verdünnt worden. 

Iii No. 4« ^^^ 3^ ▼^'er ähnliche verdünnte 
SleUea neben der Pfeilnatb, deren VeraulafTung^ 
die äofsern Drüfen der feften Hirnhaut ebeafall» 
wes , und in. 

No. 5. finden fich vfer gleiche, aus der 
■iiiiiiclten Urfarh entftandene, Verdfinnüngen.. 

Zur richtigen medicinifeh - gerichtlichen Be«' 
nrthcilung tödlich gewordnor Kopfverletzungen'' 
kanaalkrdings-eine aufgefundene' zu dOnneHirn«' 
fehaale vonWichtigkeit werden, wenn man nämlicb 
tnC eine gering« infserliche Gewaltthätigkeit , die 
aef einen gewöhnlich ftarken Hirnfchedel keinenf 
jp£lhrlichen Eindruck gemacht haben würde,fchlim« 
9101 oder gar tödliche Folgen entftehen fieht. 

Als ehi Fehler der erftcn Bildung fehl eil 
«■dl wohl die,Kppficnochcn und man trifft nur 
tfnea häutigen. Sack an. Dies ift der Fall bey 
kirnlefen Misgeburtcn 9Sj. Oder maa Cankd auch 

eiÄ- 

. Ji) Ket^ring rpecileginm ünaf^miciim. Ainftel. i6t9« ^^^ 
XLVl. pag.ioa. — H^//<rri Elem.Pbyf. Tom. IV. pag. O- 
«- tmn Doeveren fpccinii cbferv. anat. Cap. II. pag^. 4^ 
«- Henke/ neue medic und chirurg. Anmerk. H. 1. S. io* 
-^ Acu Helvetica. Tom. I, pa^j. r fq. — Collect. Hav- 
jtienL Vol. II. paf»; 274. -*• Bm. Fiatner de vi eorpoii« 
ia joeoioria» Snecira. 11. $. Ul. nag. 5.-*- Sandi/ori ana- 

como 



cJiejftPall, wo eip Hirnbruch erftin fpätero Altes 
fllljikand, erzählt ^i«//ar4 *)i 

'* Bisweilen bleiben euch angebobrne HimbrJI* 
che noch bey erwachfenen Perfonen gegenwirtig; 
In d^m Falle, welchen H^/cl ^) erzählt, -war die 
Perfon neunzehn Jalir al^ als man die GefchwulC^ 
welche die Grdfse eixies Borftorf^apfeie erreicht 
ba^te, mit dem Melier pQnete. Sie enthielt ohn« 
g^hr ein bis %wej Unsen rötbliches Wafler und 
unter diefem war das Gehirn etwas hervorgetre« 
ten*. , Quyfinoi ***) katiute einen Menfchen von 
zwey und drei Isi^ Jahren, der toxi (eixier Geburt 
an einfto Hirnbruch ge)iabt hatte. Man fand diefe 
Ikuch durch die Fontanellen hervorgebrochen 9\ 
oder .auch durch eineSutnr *^), in welchem feltne» 
fall man den ficheUr)rmigen Fortfatz im Bruche 
fand. Oder fie entftehen auch in fpätern Jahren 
erft durch eine von Beinfiiafs gemachte Oef&iung« 
K'oßig, ^) fah bey einer vierzigiährigen Bauerefrau 
durch Beinfi'afs eii\e OefFnung in der Hirnfchiiab 
entftehen , und durch diefe einen Theil des Ge« 
bims heraustreten ; nach ihrem Tode fand man 
das Gehirn an diefer Stelle gleicbfam mit Eiter an- 
gefallt, verdorben, weich, welk und fchwärzlich^ 
Donald Monro >^) erzahlt folgenden Fall. £ia 

Ma^n 

rnm cluinrpicif. Lipf. 1779. — Richters Anfanfsgiünde 
der Wiindtirznny. D. II. S. 201. — * Thiemig de heriiM cc« 
rebri. Ciutting. 17^. -^ Siehe niitea beim Gehira. 

*} Giornale di medicina. Venez. 1764. Tom. 11« obUXVlL 
pac. 129. 'O I>if^ 1 p^g. I. 

***) Stippltemenfr de» memoires de Vacademie roy. de Cht« 
iur{>ic. Tool V. pag. g^^. 

5"> Mcraoiies de THCad. de Cbinirg. de Par. Tom. XIII« paf« 
103. — HelH dül. de heriüdi oei ebri. GielT. 177^. 

10) Corviaus 1. L paj!. 6. 

11) in MifcelL Nat. Cur. De«v II. An. U obf. 1^7. pag. 399. 
It) in modiral Transactioii&. Lond. 1772, Vol. iL — Rieh' 

ter*4 cbii'ui g, BibL B. U» St. U S. 15^« 



f, . Förn dem einlebten KnocUn. ^83 

Mian' bekam in der Gegend der Aagehbrannea 
eine klopfende Gefchwaift. Drückte man aitf die« 
felbe,Ib empfand er. einen heftigen Schnoürz im 
Kopfe und ward fchwli^dlichi Bey genauer Un- 
Itrfuchung fand man hinter, ihr eine Oeffnung im 
jtirnhein, deren Umfang ungleich und kariös zu 
^n fehlen. Man biete fie fQr eine Pulsaderge« 
fchvulft» Nach und nach wurde fie gröfser und 
4tr Kranke ftarb fchlaffücbt^. Nun fah man bey 
der anatomifchen Unterfuchung deutlich eipe ka- 
riöfe Oeffaung im Stirnbein» die von der Orö&e 
war, da(s nun einen Finger fjurchbringen konnte* 
Dorch fie drang eine Gefchwulft von der Grdfse 
eines jnäfsigen Apfels hervor, dijs am vordem 
Tfaeile der linken Hälfte des Gehirns (als, aus Ge- 
hini bdftaod und mit der harten Hirnhaut bedeckt 



Lö^Z^r*) fah das ganze Os bregmatie 
fisifirum fehlen und durch diefe Oeffnung dasGe- 
Iura hervorgedrungen und. einen ftarkeu Hirn- 
bmch bilden. Stark **) fah mehrere dergleichen 
Fälle, wo bald ein Scheitelbein, oder ein Theil 
-des Stirnbeins, oder des Hinterhauptsbeins fehlte, 
die in - der Folge aber gans wiedererzeugt wur- 
den« 

Die Näthe der Hirnfchaate find einer Menge 
Verfcbiedenheiten unterworfen,tlieils durch kranlv- 
hafteBefchafTenheit (wie z, B. bey der Kopfwaffer 
fucht), theils durch einen Fehler der erften Bil- 
doBg. Man ficht fie oft fo verwach feiw ohne 
alle Spur, als ob je eine Nath da gewefen wäre. 
^ Dies betrifft in feltnern Fällen alle Nlthe, wo- 
^ von 

•) in Stark*! neuem Archi% fttr die Gebiirtshülfe. B. 1. i?. 

423 ff. 
••) ebendifelbft S. 42^ Aamerkung •),. 



I 



a84 • U« ^0'* ^M Kmochengehäudim 

vonuM Benedicius ")> Columbui ^X H^^län ^ 
Wellck.^^ Meitrom^, Schneider ««X Hunauld «^ 
PoAP^),S<?ÄM;<?iiai/r"), Sandifon^^), Greding^ 
und Blumenbach ^4) Beifpiele aofohrea. Biswei- 
len fand diefer Fall fogar in dem noch iagettdlichtii 
Alter Statt. So fand Lentin ^) bey einem feclit* 
juhrigen Knaben fcbon aJle NSthe der Himfchaale 
fo glatt verknöchert! daft man die Spuren davott 
nur mit Mflhe entdecken konnte. Defeffmrz ^) 
fah an dem Kopf eines zwölfjährigen Knabens, wet* 
cher*fo grois, als der eines zwanzigjihrigen Mao- 
fchen war>:9icht die geringfte Spur von einer Nttil, 
weder auswendig, »och inwendig. Er fehlen ans 
einem Stacke zu beftehen. Auch war die innere 
tind floisere Oberfläche fo glatt, wie Pergament» 
Inwendig wurde man aoch nicht die geringftenSpv 
ren, weder von den impresfionibus digitao 
Iibos,noeh von Rinnen für die finos, noch von 
den Verftftelungen, welche die Schlagadern der fe- 
-ften Hirnhaut dafelbft zu erzeugen pflegen, gewahr^ 

Hin. 



P«S l>i. 



\%\ hiftor. corporis hnmanL Vtntt. 150a. Lib.IV« cap.VIL 
14) de re tuatomic«. Lib. XV. pag. 4g4. 
' 15^ Atithrojpo^rapliU et ofitolofU. PariC 1649. pag. ^fiL 
14) Hecatolt. pr. obfcrv. phyH med. pag. 99. 
17) in Halleri collect, diip. anatnm. Vol. VI» paa» €97^ 
kt) de Catarihifl. Vitemb. I^I. Lib. II. cap.VIlI. jpag [ 
19*) iii Hilti>ir. de l*aoad. roy. dti Soienc. 17^4. pag. 59. 
so) dirr^refp.Nf/^e/tf/W de proltato, calculo ailectio.LipL 

^7^7r, paß. «9. 
si) dilT. CiL pag.'i^. 
aa) obf. Anat« patlu Lib. III« cap^ VIIL pa|;. 10t. — ejiud. 

»t«£anat. Vol. I. ScccIY. pag. 164. No.LXYU. naa.iic. 

Ko. LXVllI. LXXIL i^ ^ 

2i) a. a. O. 8. S93. 

34) Oefchichte der KnocKcn. S. %%. ADmerknng •). 
35> iii Bfumenbach's med. Bibl. B. III. S. 535. 
16) Memoir. de Tinftitni. Nation its Seienc. VöU 1. pa^ 

3)4. — SammL auserltf. AbliandL i'iii* praktilchtt Aerate. 

B. XIX. S. HO. 



Hili6ger .fiadet man einzelne Nathe Tiirwächfen, 

die Efeilöüth, Kranznath und den jgrufs- 
tM T'heJd'der HinterhaoKtsnatk '^ 

die i^anae Pfeil • Kraoz • und Hluterw 
haupbDatb^), 

dieKi^iiiz* und Pfeilnath bey einem acht- 
jlhr%eii Midchen '^, .1 

die PfeilUkath nnd einen Tbeil der 
Kraas« nnd Hinterhauptsnath )*), ' 

dlelCranz- nnd Pfeilnath, die Schlafbei- 
ne mit dem Hinterhauptsbeine und dem 
Keilbein 1^), 

die rechte Seite der Kranznath bey^lneni 
adll^igen Mädchen 3)}. 

AU 

«7) Cöhimhus 1. 1. 414. — F.u/eacfiius opufc. tnatom. pag. 
I4l. fabrt ftinfzebn Beifpiele davon an. — Rioianiu 1. I. 
pag. 465. -r- Albini index fnppcll. anat. RaTiani, paf;. 309. 

— Lanzoni in Eplhem. Nat. Cur. Cent. III. obf. LXFI. 
pda* 144« *- i'<rn£>on«fr#ft Sp^c. anno tat. acad. ca*)). XHI. 
paf. 194- — ^tf''^ primit. anat. de olllb. pag.at. — 1 in^- 
wttrmann de notandis circa natnrae in hnniana macliina 
liro«.Rinc. 1765. pa^. 10. — Sandifort obf. anat. patliol. 
Lib. IV, cap. X. pag. 134. — ejusd Mnf, aiiaC Vi>l. K 
8cc€. rv. pag. 165. iNo. LXX. LXXI. LXXVI. 

i|) Berger in Act. Helvet« Vol. VI. pag. 16). 

9^ SmndifoTt obf. anat. patli. Lib. III. cap. VIII. pag. lot. 

— •jofd.Mnr.anat. Vol. I. Sect.IV. pair.165. No.LXXUI. 
A n^an fwieten Comment. in Bcerhavii aphoriCrn. Tom. I. 

*• ^- P*J?V *°- *• *^^- P*^- ♦'^- ♦• ^^7. paiJ. 4H- — Hi/- 
M«ii/tf Hiftoir. de Tacad. des Scieno. 17)4. pag. 5g. 

>l) AlbifdüM de fceleto cap. XLllI. pag. 229« 

f j) 2/#in in Coromenur. Öociet. Reg. Scientiar. Cfftting. 

Tom. 11. pjig. 966. 
%i) Smndi/ort obf. anat. pathol. Lib. III. cap. VLII. pa«:. iio- 

— tjusd, Muf. aiutom. VoL I. Secu IV. pag. 159. Ko. L. 
Tab. XXIX. Fig. I. 2. pag. 165. ^«». LXW. LXXVil. — 
conf. Huiiauld Hift. d« lacad. des Scienc .'in. 17)4. pag. 
51« 1740. png. 52<* 



30 



^0/6 M, Alt ^Um Km^ektngfMUidSk 

' i?AkGegentkeii:id6r: VerfobiMFtaJIiitt^er Ni 
the findet man aber auch' nicht MfetiiA%9iTiiri 
ongm^Haliche udd widei<natürltbli£ BiÜthi 
So 6cJH man ^fehr o& .die. im . jOhgerii Alt«» geWölit 
licfa iiipMnoch fichtbariB $tiiuinath avckoft bay.fi 
%vachfenen und Alten noch fichtbatil^.^ rM[aiifi 
mal^fipddt £e fich noch gane vpllkomnieii;^ dßre 
das ganze Stirnbein» von der Kranznatlf j|Bb.Jb|S ai 
die, Nafenwnrzel . fortgehend ; manchioi^t^B^ot fi 
nur in einem Theile des Stirnbeins ^t^tt^^^ dfa 
fem: £alle betrifft die Verwachrung meifieqthei] 
den phpm Theil und die Nath iftn^pU' unten t 
fichtbar, weil die Verwachfung von oben Her^ ai 

"Bey breiten Stirnen foU man di^ Stirnnat 
iBOch öfters gegenwärtig finden, als litoj fcimii 
len^> 

, Andere widernatflrliche N$the hat man mc 
bemerkt, doch feltta. Eine doppelte Hinte] 
hiiuptsnath fah Th. Bartholin ^yi Sand 
fort )^) befchreibt den Schedel eines Mannen, i 
deffen Hinterliauptsnath fo viele Wormifche Knc 
chen befindlich find, dafs die ganze Nath Bwe 
lach genennt zu werden verdient» 

'S 

S4) Albini annot. acad. Lib. I. tap. Xt. ptg. 37. -« t*« 
Doeveren fpeclm. obf. acad. cap. XIII. paj. 154. — Cr\ 
ding a.a.O. S. 292. — 5« 11 rfZ/o/^ Miif, aiiat, Vol,I.pa£.< 
^6. Vni. IX. pag. 1(57. I^'«. ^H. cet. — KbhUr i m 
Ko. 492. S. 152. JSo. 499, 500. S. IJ4. ]So.5o^. 8. i\\ 
No. 517 n. a. m. 

35^ Mayer f Befcbreibung des menrchlicbea KOrperft.B.1 

8. -277 ff- 
3O y^falii cxamen olnuin Fallopii pazr, ^5. 
^y) Hift. anat. 1 di*. Cent. L Lift. LI. Tom. I. p«^. 79^ - 

£iii durcli eine ordentliche Nath in zw«y Theile getbeil 

tes HiiiterhaiiptAbein befchreibt RudoLphi in den labvfd 

fchen Annaleii H. I. ;S. 119. Aiimerk. 
31) Muf. anat. Vol. I. p. 166. No. LXXXJV» 



So h^A atich mehrere Änatbinen^cla^ Hin- 
terliauptsbefi» durdi eine ^cfcrnath getrennt ge- 
fanden,' z.'^B. Eiißachiüs ^^J ; Albin 40), Schrei-- 
ber ^^j^ätidifort **) und arid'etfe «). 

Seltner %Ddet inah' cfie'Scheitelbeine där6h 
eine «wette l^ath'' getrennt, oder eiöe'z weite 
Pf«ilna¥h44), ' ' i*m1 - 

Eine dö^^peltis Kraiiz- Pfeil-'äiid'Hiil- 
terliftupVsi^tih fah Muuchän ^^. 

Dop^^lfe Schuppeünfithe bämerk^e 
>MUi Doeveren ^ und Sue 47), 

Das rechte Jochbein fah Sandifon'4^ 
dnreh eine ' wahre Nath in zwey Theile gctheilt« 

An einem Schede! vdn einem jnn^cin Men^ 
fdbkn, der'fich im LoderfcKen Kalinet be&ndet, 
fiefaf man die fönderbare Üeformität de]^i NÜthe, 
dab fie alle einen zwey Liniijn breiten Sänm, *oder 
eine hervorftehende Wtilft bilden 49). ■ 

Die onlbhtenNStheimd minclinial'Tchon 
?on anben fo im Zickzack getchlängelt, wie die 
lebten^)/ ■ 

DorcK 

^rtLt tat.lCLVt. Flg.». 

40^ defc^vtö eap. XXIV. p«g. i)t. 

41) in SoT. «imment. PetrppolKt. Soc. V(>1, yi^^.Tttb. IX,, 

4i\ obf, *nat. patiiol. Lib.ill. cap.VIlI. pa^. III. Tt^.Tab. 

•^TX. Fic 1. — Miif. aiidtom. VoLl. pag.i66. No.I.XXXV- 

LXXXfX. 
41) %^ «. MlTctU* Kat. Gm . Dec. 1!. A^. H. obf. 115.^ — 

?i«v. acU Nat. Cur. Tom. IV. pa^. 6«;. 

44) Ttfr/w Oftcof rapliie. Pur. 17^3. praeface pag. 2g. Tab. V\ 
— Titn Daei'trrtn 1. c. ])ap. 195- 

45) JMiCcelK Nat. Cwr. Dec. III. An. IV. par. ij^r>, 
46)1. !• pa«. 1S7. , 

475 in leiner fchon vorher angefahrten pr-Vchrigen Aanrö« 
üTchen Ausgabe der Monrofchen Ofteulo^ie.p^. 47. Not. 

^i\ Obf. anat. path. 1. c. pag. nj. Tab. Vlll. Fi^. 7. tib. 
IV. pag. IH. 

49> Kahler a. a. O. S. <0. No. 17X. 

50) Bliuntnhacli* Gefchiebu de« Knochen, t.ai. J. 175% 



. Durch äufsareOewaltth^tigkeijUsa^^t rannen 
ficli die NSthe bIswelieD 5i). ,Die9 gefclileht «bar 
auch manclirnal ohne eine äursereGewaltthätigkeH:» 
nur von einer innern LVfach^ z.Y^^ Mof^gagni^^ 
U,nA dip Nätbe bey einem. Greifse, in welchem Al- 
ter jB^ doch fonft arn fch>^crfljen fjjfis^nt werden 
können, bey einem üeJtigeri KopÖflimerz ganz 
aus einander gawicheju Ihre Trc^nnung beim 
Wafferkopf haben wir fgjyon vorher bc^merki,. 

Dia Fontanellen ^nplet .m^ ^\!^^. yarknö» 
chert ^^) y auch felbft bey waf£erki^p&g^n Kindern 
zuweilen ftark verknorpelt, beinahe. verknöchert, 
und daher die Geburt äufserft fchwer. . £in wich; 
tiger Umftand ffir den Geburtsheifex 54^. 

WidernatQrliche Anfchwellangan und 
knorpelartige Substanzen, welche an dep 
Hirofchaale anhängen, fiiKiet man häufig bey ^aÜ* 
füchtigen, beyfoichen, welche mit ftatem Koj^^« 
fchtnarz behaftet waren und bey mehrern der* 
gleichen Kranken 55). 

Eine ungeheure, faft die ganze linke jinnert 
Hälfte des Schedels einnehmende Exoftofe be* 
fchrelbt uns Köhler 5<^), wobey das merkwürdig- 
fte ift, daÜB der Kranke kein Zeichen von einer fol* 
chen gro&en Zerftörung an fich hatte, bis nur ve« 

51) Morgagni 1. 1. Epift. LI. 19. [q. Epirt. LH. St. j 

52) 1. 1. Lpifc. IH. S. — coiif. Fabricins HiLlanuw L C Cent. L 
obUL ~> Mirc.Nat.Cui.Dec.L Au.lV. obf. )). Dec. IL jl 
An. IX. obf. ixy. / 

50 Oji ander* s Annulen der Eiitbindunp • Lefaranftak u / 
Gc>ttin*!en. i|oo. S. 17. . * 

54^ ^'egciin in Starkes Archiv für die GeburtthflUe» B. L *? 
hu IV. S. 100 Ip. 

55) Wcpfer de morbii capitis, pag. 35. — Fordjct d«He- 
micrania« f. }}. 

5Ä) a. a. O. S, 2y. No. 100. — \er^, Morgagni L C Epi«. 

. XXVIL A. and oben 3. 146« Anmei k. 4(. 



3 



B» Vom ihn einzelnen Kmthen* irSg. 

nigo Tage vor feinem Tode, wo er wafanfinnig 
wurde. 

Eine tödliche Exoftofe am Himfchedel be-^ 

ichnibt Cafpart 57). 

\ Credtfig ^ fand bey mehrern feiner Kran* 

I ken fchr dicke, breite, knöcherne Riegel, von 

I den Fellenbeinen, bis zu dem kreuzförmigen Fort^ 

^ fatz des Hinterhanptsbeins horizontal fortlaufend« 

Wir kommen nun zu den einzelnen Knochen 

des Kapb: 

1. Das Stirnbein. • 
Es variirt in Anfehmig der Gröfse, Ceftalt 
Md. Anzahl feiner Höhlen« Man findet diefe 
oft» ohne Einflnfs auf ihre innern Theile, fehc 
grefs 59); im Gegentheil auch widernatnrlich , 
kkfai ^). Manchmal fehlt die Eine oder die An» 
dere ^Ot oder auch alle Beide ^^)« Bisweilen find 
Sein mehrere Fächer getheilt^)), und bisweilen. 
ift £iBe grölser, 'als die Andere <^0* 

f7> dilT. .de «xortofi cmnii rariore. Argent. 17)0. in Hat» ^ 

ieri eollect. difjj. cluntrg. Tom. l. 
9Sl a, «. O. S. S9^. — conf. Boerkavü pra«lect. d« mnrlL 
aervor« Tom. 1. p»g, t4i. — Plaguer ,de vi corpor. iA 
nsinpria. I. pac. Bi. 
99) iänti/fore obC anat. patlinl. Lib. I. cap. VII. pag. idi. 
Tab. Vi. (ig. 1. 9 ). Lib. III. cap. X. pag. isa. — Kbh- 
Ur S. I)t. N. 524. 526.' 
UfyWep/tr de anectibns capitis. Obr.XXI.plg. 41. — van 

Ometftrtn 1. c. pag. 196. 
an Morgagni edveiTar. aiiatom. I. pag. )9< ^^ den reclitetl 

mnüs Killen. 
€3) Albini aniiout. eeadem. Lib. I. eap. XI. — van Doi- 
öftrem L c. cap. Vlil. pag. I96. — Haiieri Eiern. PhyfioL 
VoLV. peg. ut. ^ ^ . 

i <rt Morgagni «dverlar. anatom I. p« 9t> -^ AuHviflius in 
ir J«»i*/f7örf ThefaMr. difleiUtt» Vol. I. pag. 365.— N./^o/Vrt 

^ de ofjibus calvariae, refp. J. Siihett . t plal 1746. peg. 19 fq« 
,( -j. — y«.rl. c. p.54 — Memoir.derarad.deChiriiig.Toin,lV4 
fc •♦) ^cAtt/w m Act. Nai. Curiol. Vol. I. obf. asg. paß.^of. 
. £. f — Smndi/ort obf. annt. patli. Lib. l. cap. VII. pag. tOJ« 
: Lib. UL cap. X. pag. 112. 
\ Hß^. i.ymchi^f, Armt, B. I. ^ 



2$9 IL Vün ifr/to KnoGkeitgeöütide. 

In HinEcht auf abnorme Grötst , oder KJelh- 
heit bemerke ich noch, dafs die Verfchiedenhei- 
fin hierinnen, theils bey einem Subjekte, gegen 
das andere, theils bey einer Höhle gegen die an- 
ilere, in einem Schede!^ fo häufig vorkommeo, 
tfafs fiefoft in jedemStirivbein -abweichen. So &i» 
dfet man lie fo klein, dafs fie, von vom nach hin- 
ten, kaiim.die VVeitie von einer Linie haben, xla« 
gegen in andern, vier, fflnf, bis fechs LinienRanm 
•von der vorJern zur hintern Wand gefunden whnd» 
Merkwürdiger noch find die Abweichungen die* 
fer Höhlen, in Uinficht ihrer Uölie, ind«m fie von 
lier unbedeutenden Höhe voti vier Linien mandth i 
mal zu t»inem Zoll neben der Glabelln in die ^ 
Höhe tteigen. Diefer Vmftand ift in RackficiH 
«uf Trepanation des Scbedels für den Chirwg 
)(iicht unbedeotend , und mufs bey Durchbo1inm| 
diefer Höhlen in Erwägung gezogen werden. • • 

Im Wafferkopf leidet diefei* Knochen geftef« 
üiglich am meiTtcn in feiner Form ^5). 

Manchmal ift er fehr grofs ^), Tnandlillal 
fehlt er aber auch ganz; z. B. Bonnet ^7) gedeakt 
■eines monftröfen^Kindes, wo das Stirnbein ginz« 
lieh fehke , und du-roh die verlängerten Scheitel« 
beine erfetzt wnrde. 

Die-Stirnliolilen ü^d vielen Krankheitett i 
eusgefetzt^S). Wir bemerken vorerft die Eiterung : 

*• j 

^?5) C voT*^ in Oiefem Abfchnitt t. ♦ J 

. -66^ Tkom. Sarikü/imrr J. c. Cent. I. fiift. XXVIll. Ta«. L I 

paP- ♦5. — Kö/>/cr S. 50. n. 171 a. bcfchreilrt ein Büt-f 

Xtro^grorse«! Stil tibein von r.ehn {nften ZoUea inderlAsva 

iijid zwölf Zollen in der Breite. ^ 

67) Meclic. Sepoemtrion. coU«t. Tom. I. t)as, 19. — VeAL 
Morgagni Rr. LXIII. ij. R, VI S. 92. 

<!") Runge de morbis praet^tptiii Jtnnifm offis fi nnti» «Cin* ** 
acilUeiuperioi is.Rifltcl 175t. in H////^r/ collect. dt(p« efci^ Ä 
Jörn. 1. 110. XI. — MenK»ir. de l'ucad, joy. de Gbirorfi _^ 



B* Von dem einteinem Knocken. dji 

die man in ihnen , nach einer Entzündung der fie 
nmkleidenden Haut> nicht feiten vorfindet. Sie 
dehnen fich davon aus, aber, wegen der Stärke 
der äufsern Knochenwand, gewöhnlich nach derti 
Gehirn zu, oft ungeheuer, ohne, dafs man äufser*' 
lieh waf davon bemerkt ^9). Selten bemerkt man 
Mudh hiervon Zufälle des Drucks aufs Gehirn. 

' Gewöhnlich durchfrifst das Eiter die Scheidewand 
itr beiden Höhlen und vereinigt fie in eine Eiuzi- 
ge^); manchmal fand man fie beide auf diefeArt 
mit der Nafcn- und Oberkinnbackenholile verei-* 
Bigt« Bisweilen dürclifrifst das Kiter die hintere 
Wand utfd verurfacht durch feinen Ergufs aufs Ge* 
hira, Scblagflufs 7*). Seltner durchfrifst es die vor- 
dire Wand und tritt in diefem Falle in das Zell* 
fewcbe des obern Augenliedcs; in den meiften 
Fallen öffnet es fich einen. Weg in die Nafe, durch 
welchen es abfliefst 7^). Auf der leidenden Seite 
verliert der Kranke gcwöliuiich das Geficht und 
es itk liöchft wahrfcheiolich, dafs hierinnen oft die 
Boentdeckte Urfach des fchwarzen Staars verhör^ 
gen liegt; wenigftens klagen Staarblinde oft über 

*. iincn bald tauben, bald heftigen Schmerz in der 

T 2. Ge* 

Tnm. IV. — Blumenhach prnlaf. anatom. de Tnahus fron« 

UEbitf. Gnu. 1779. — U'cige Je morbiH riiiiuim fionta* 

'-^ Inim. OoU. 17S6. deutfch in der M. Samml. dci aiiserl. 

Abhandl. für Wundnrzie. St. XIX. S. 259. — kichter ob- 

Jerv. chirnr^;. Gott. 1770. fafcic. II. und in den Comment. 

Soc. G«tt. Vol. III. ^-- EheudcfC» Anfangs*» runde der Wund- 

'•'- «rzney. B. If.S. 975. -— Böttcher ron den Krankheiten der 

\ -1 Knochen. B. III. Th. II. Kaip. XXI. S. 176. 

: -* if) Richter 4. a. O. <. 45«- S- 576. 

t I 70) Sandiforc obfcrv. anat. pdthol. Lib. III. cap. IX. pag. 113. 
' ■ 71) RicJitrr;obhrr. cbirurg. 1. l. 

*! fi) ftarikoiinus 1. c. Cent. III. 21 1. — Richter*^ AnUn^ 
' gruade der Wundariücy. ö. II. f. 457- ^3. ^77. 



L- * 



4ay|j^ JL Vom dnn Kn^dnengthäude* 

Oegend der Stirnhöhlen und Ober eine ungewöhä^ 
liehe Trockenheit der Nafe 7)). 

In den Stirnhöhlen fand man nicht feiten 
WArmer und Infekten. Sie verurfachto j^e- 
wöhnlich Oerurhlofigkeit, die heftigften Kopf* 
fcfamtrzan, Zuckungen, Wahnfinn* Liure 74) nod 
MaldetT^tahtn durch die Nafe, Wärmer abgeHen^ 
firelche eine Art Kellerfchaben waren ; eben fo //#>«• 
iel 7^) zwey 'kleine, den Koi^nwflrmern ihnlidbe 
WQrmer. Gahrlieb 77) fah bcy heftigen Kopf- 
fch.merzen Ma .lenwQrofier durch die Nafe mitEr^ 
Icichterung ausfchneutzen, Jiarthotin'i^)txymSkiA 
einen ähnlichen Wurm. Tulpius 79) Uh einei 
Wurm durch die Nafe abgehn, welcher einen Y»' 
ger lang war. Jut. Benivenius ^^) fah nach den. 
heftigften Schmerzen und Zuckungen nnd' irach 
oiner Sprach- und Verftandiofigkeit, einon fehff 
langen Wurm durch die Nafe auswerfen,. wornadi 
alle ZußUe aufhörten. Sundi/ort ^0 und B/umeu' 
^ach ^^) fahen zwcy Fälle, wo nach unertrlgli» 
dien KopfTchmerzen und nach einer anhaltendes 

Ge- 

7)) fielie die voriicrpah.Anmeik. ^o.anger.Sehriftlfceller.lpi^ 

Richter A. a Ü. j. 45g. S. 57g. 
74^ Hiftoir. de VdCdd. des Scii»nc. An. 170!. pag. 4^. 
75S ibid. An. i;)j. pap. U- 

76) Ephem. NmI. Cur. Dec. IM. Ann.//i. Obf. 141. 
77> Act. I^at. Cur. Vol ill. obl. iiü. 
7t) 1. c. Cent. /. lüft. LX7V. Tom. /. paß. 11«. 
79) Libr. 1. Lib. iV. cap. X// pag. 299. X«b. V/J. 
ao) de abdini rnorboii.m Cüulii«. l\or. 1507. eap. 

VergL foreßi oblT et eniat. med. Lib. XX/. obT.XXVJZX. 

pag. 15). — Bfumenhach proL de lin.fjont. ^.VHL ptf 

J4- — Slabhtr in Verbandet van Haaiicni. DeelX. 8c.U. 

pa^. 466. 
ai; Lxej oitat. acad Lib. //. cap. XVi/. — ejutd. obL asiL |^ 

path. Lib. llI, cap. X. pag. 135. not. i, 
at) Gefchiclite und Kftfclireibnng der Knoclieii. 8. lOS. 

merk.«*) ~ defftlben medie. ßibi. B. li. S, 4I4,— IT*» 

^tfi. c. ^ /i. paf. I. 



. 10»- f 






S. Vom den eiateltien Knochen» 29S 

ieruclilofigkeit eine FeuerrafTel (Scolopendra 
1 e c t r i c aj atufgefchneutzt wurde. Stocket ^) fah 
ach eioem langwierigen KopfTchmerz einen zwey 
Ml langen Wurm mit weifsem Kopf und hraonem 
tör/er, au^gefchneutzt werden 84). 

Auch fteinigte Konl^remente W man 
i den Stirohöhlea gefunden ; z. B. Bartholin ^5). 

fab 

tfjl tranMCt. of Pliiladelpli. 1799. VoL /. Part. /. Ueberf. 
rom htichaeh's Leipz. 1795. B. /. Th. /. No. X/V. 5. xo«. 

14) 'llebrere BeiXpiele ; Schenk obC ined.Lib. /.obf. 9)6 fq. 
P#6^ 3t7 fq- — Benivcmtu obf. eap.C. pag.}7i. -^ Hii* 
4imuuj obf. cbir. Cent. /. obr, VIIL ptg. jtl- -^ JJifet^ 
meiiiu univerla medic. Francuft. 1574 cap. V//« nag« 499.— f 
f. ForeftuM med. Uieor. et pract.l2ib./X. obf. //. — Harr- 
Jcr obferv. apiarium. Baf. I<87* pa^ 98* -^ Bartholini 
••ift.medie.(Jeitft.iV. Hafn. I6(). Ceiit.//.pag.64l.— ir<*ri^. 
nng rpecil. anatom. 4). -^ Ephem. rCac, Cur, Dec. ///• 
Ann. V/i/.'Obf. 141. — Comnierc. liter. Nor. An. I7594 
Iiabd. XX/. r^uni. 9. --^ Brcslaiier Sammlunj^ 1735. S. 446. 
1719« S. 44. — BUfoei. Nat. Cur. Dec. 1. An. /. obf. 99. 
An. 1(. obf. 147. Dec. /f. Au, V. App. pag. 35.69. An. IX 
•t X. obf. 50. Dec. ///. An. //. obf. 98. An. HL obf 146. 
An. A^. obL 46. An. V// et Vi//, «bf. 141. — Act. Nat. 
Cnr. VoL ///. obf. iio. — Nov. Act. Nat. Ciir. Völ, /V. 
Abt 99. — lVo(fii obf. med. Chirurg. Quedlinburg. 1704« 
Lib.jrl. U.4. -^ Riediini Li neue medicae l694.menf. Maj, 
obC /V. paj. S09. — Still parti van der fVieJ obf, lar,- 
Cent. /. Qbl. X///.Scbnl. ]>ag.6s fq. — J, Salzmann di(t 
4e verme naribiu exoulfo. Argent. 1736. in Hßlleri difp. 
iiracl. VoL I, n. 35. — Le C/erc biftor. natnr. et med^ 
Jatorum lumbricorum. Genev. 1715. cap. XUI. — fter- 
gmgni Adverf. anac. VI. aniniad. 90. — de fcd, et paufT. 
«orb.£p.1. 9. — NilRo/cn de oltcalv»«'. Lc. *^ Schaar- 
fekmiJi** medic. und chirtir^.' Naclir. Tli I. S. 314. -^ 
Q^m^ma/z in^C^mmerc liter. ISor. 1746, p<«g. 191. -^ Zae- 
cA«in«irxNov.Act.r4at,Cur.Tom. IV. pag. igt. _ fFo^/- 
fmrik ibid. obf. 57. — ejusd. obf, Ai Verralbn» per na- 
rea cxcretia. HaL 176%. — Rozouap Jonrn. dfs Scavant. 
tf^K — London CLronicle 17I4. n^ 619. -^ f^clge L c 

rB^ 7. *- Lmnge in B^u^tenLach's niedic. Bibl. B. IIL 
194. — Biittcher a. 1. ü. B. 111. Kap. XXII. S. tss. 
lO K C. Uilt. XXXllU Tain.1. pas,S4- — c£. F/af<fr/ Frax. 
fta(U.U95. Tract.lll. c-ip. 15. — //«r/>// obferv. Lib. IV. 
obf. 47. Opp. Tom. II.. pag.. 340. — MiicelL Nat Cor. 
I;ec. 1, Aufi. 1. obf. 36. Pec. U Ann, 111. obf. 79. Dec. 
Ih. Aon.VetVI. obf^^. Ann.lXetX. obf. 145. — Com- 

merc 



^94 "• ^^^ ^'^^^ Knöshengehiud^. 

fah bey einem jungen Mädchen einen Stein ^ Yon 
der Gröfse und Form einer Dattel, durch die Nife 
abgehen. Ein langwieriger Kopffchmerz ver« 
fphwand nach Abgang eines verlteinerten Kirfcb« 
kerns durch die Nafe ^^j.. 

2. Die Scheitelbeine (offa parieialia). 
find bisweilen widernatürlich grofs *7). 

Die Fora mina parietalia find nicbt im« 
tner da, und bisweilen find fie ungemein grob ^ 

Die Fontanellen, w eiche die Scheitelbefme 
durch ihre abgerundete Ecken da , wo fie an den 
benachbarten Knochen anliegen , bilden, und wel* 
che gewöhnlich mit dem zweiten Lebensjahre fich 
fchliefsen, bleiben nicht feiten länger, ja iDUidi* 
taal Zeit Lebens offen 89). ^ 

3« Das Hinterhauptshein (os occipitis). 
Bey Neugebohrnen befteht es meifteni «ot 
vier Stacken, fellner aus fünfen 9©). 

An feinem ohern Rande findet man bey Elin* 
dem gewöhnlich einen fchmalen Einfchnitt^ wel- 
eher aber zuweilen bey zunehmenden Jahren offe« 
bleibt und dann eine kerniam finus faicifbrinif 
veranlaffen kann 9^). 

War- 

mere. lit. Nor. 17;). Ji9f^. 46. — Memnins nf the nie4.8<S. 
of Lond. Vol.I, — S'fAnr/^Iitliolog, caip.II, }. f. pag.IOI« 

16*) Meckcfs nenes Archiv der prakt. A. K. B, I. PYo. XII 

$7) Köhler S. 50. no. 171 b. befehreibt ein linket Scheitel- 
bein, welches fich in der Loderrchen Sanunlongbefindeli 
nenn Zoll in der Breite und eilf Zoll in der Liofe ktt* 

tS) Lohftcin de nervit dnrae matris. Tab.I.b. c« — jUncKf 
de foraminibus calririae eornmqiie ufu. Lipl. X76S. 

19) Caff), Bauhini thcatr. anatom. pag, 280. — Sil Xe/A 
1. c. — Mayer*s Befchreibung des ganzen menJMiL Üf ' 
pers. B. 11. S. 6). 

90> Fal/opiit.f expofit. de oCfiba». pag. 557. 

pi) Lo^ftein l. c. — • S. oben S. 4i, Anmerk. 79. 



'B% Von deip einteinen Khochex^ ^HjjS 

'IVcwner 9^) fah das Hinterhauptsbeiii fiiffr 
izlich fehlen und darauf eine Art Hirnbrnch 
flehen. 

B«y einem FallfiVcbtigen ftindmaa die- innere 
fei ditfes Knochens vom fiR^iofrafs angegriE**^ 

4. Dte Schlafheine, 

Per Griffel fortf atz a^i Schlafh^in if^ 
weilen fehr lang, und befteht in diefem. Falle 
vöhnlicb aus mehrern Stacken 94). Blumen-, 
rh 95) befitzt aher auch einige, welche über an* 
thalb Zoll lang 6nd und doch nur aus einem 
icke beftehen und ganz knöchern find. Biswei-« 
1 findet er fielihohl, hit wie ein kleioer Röhren« 
ocbeii 9^). 

5. Die Gehöru}erksteuge4: 

Ich bemerke hier jiur blos das, was die kno^ 
clttea Theile betrifiV. 

Der aufsere Geh&rgan g befindet Geh in 

cm Präparate, welches Schönian jnBrauxx« 

weig befitzt, doppelt 97). Er ifl auch manch- 

1 verfchloffen , vcrftopft u. f. w. wovoa 

weiter unten 98) reden werde. 

In der Pauk an hohle fammell Cch- nacK 
lzfln<ki9g und Vereiterur^g der fie umkieidendea 
et, Elter und Gauche 99)^ die Knachanwända 

wtr- 

1) Cafes in Snr«>ry» Lon^,. 1754. Ol>f. XI, p»p. 47.. 

Bonneti Sept\lc\ ec. anJitom. Lib. I. SeoLXIl. obf.?. Toin.I^ 

n fy/l/igohlerv. bota«, Cottj. 1^66. pag. i. 
yi M, a. O. S. 137. Ainnqik. 

() Bhimenladi ü. ». O. in den ZuLiueii :%u $.. 137. 
r) Kifhier ü. «. O. S. 14$ I). ^%U 
\) S. iinic^i Abfehii. VI, B. p. 

}) Moroa^niKp,rV,Ki, — V«igL imten ^bfchn-Yl. B.<» 

*J 



^6 U» Von dem KnoekMgMud€* 

werden dadurch angefrefren und leiden am Bein* 
frafs >^^); manchmal durchfxifst das Eiter den 
Knochen und ergiefst fich auf das Gehirn *); 
Manchmal füllen wäCsrichte Feuchtigkeiten die^B 
Höhle aus: £b fand &t Falfalva ') nach Fiebern 
init Taubheit. 

Die ^Eußachifche Höhre ^) ift durch zi- 
b«f Feuchtigkeiten, Eiter, polypöfe Konkretionen» 
Verwachfungen derfelben nach Gefcbwflren|..bev 
fonders venerifchen, oft Urfach des fchlwerea Ge- 
hörs ♦). 

In dfer Paukenhöhle liegen di^ Gehö r kall» 
chel<;hen, welche in nur feltnen Fallen durch 
Fehler der erften Bildung zu leiden fcheinen. Man 
hat fie bey einem taub und ftumm gebohrnenKnaf 
ben dreimal kleiner gefunden , als natflrlicb ^ 
Hingegen fand man fie auch, befonders den Steig« 
bü gel, ungewöhnlich grofs^). Ambos und Hain« 
tner fehlten, ohne dem Gehör zu fchaden 7); fo 
findet man auch den A m b o s allein fehlen ^. Im 
Qegentheil findet man auch überzä bliche O^ 

hör» 

|oo^ Ephem. Nac Cur. Cent. VI, ob£ »i. Gent. Vit ohl 

40 tu Ol. 

1) Morgagni Ep. XAT. f. 9. 5, cet. 

#) Morgagni Ep. V/. J. 5, Ep. X/V. 9. — Vtrgl. AhtduL 

VI. B. d. 
I) Vergl. unten. Abfchn. V/. B. e. 
4) Boerhavii praelcct. in inftitnt. f. $51. 
%) Bonneti Sepulcret. aniit<>m. Lib. /. Sect. XIX. obt 4. f. |* 
i) Cotunni de aquae4uctibut anris bumanae. Neapol. 1174a 

i' 72. 
7^ Caldani epiftoL ad Hallerum fcript. Vol. VI, paf. 14S. 

145. — C. Torraea In Giornal. di medic* TonvVTTpa^ 

931. — Scarpa de ftnictuia feneftrae rotandae anrii ft 

de tympano recnndario. Mutin \17%. pa(». I4. 
I) Sonneii fepnlcr. anat. 1. c. obf. 4. — Marin. M9rf^nn»t 

(epift. ad Beiyertvyck de caloolo p. |0.) ^fand Um bty ci- 

Hern Taubgebobrnen febien. 



fc F!§m dem eiHzetn€n Mnecheti* A97 

koOchdcheD f). Taol dieCen gehören gewifbr* 
seo die Li nfen beinchen (officul« orbi*< 
taria f. lenticnliK welche äufserft aobeftän- 

£nd und fehr oft fehlen «<^), deher fie gev^Uk 
' bloTseEpiphyfes und keine wahren Gehörkao« 
B find u). 

Unter die krankhaften BefchaffealieitaB 
Ter Knochen gehört ihre Verwacbfnng im 
hl onter einander, als mit benachbarten Thei* 

")( Sie werden unbeweglich durch Schleioi 
t andere in der Paukenhöhle angefammelto 
Ichtigkeiten >)}• Sie werden durch Beinfrafs 
trairt; Valfalva ^^) fah eine Frau, wo dieXrom« 
Ihant auf beiden Seiten weggefreffen und wor 
1 den Gehörknöchelehen nichts weiter , als clio 
nndfläche des Steigbügels vorhanden, auf der 
fem Seite aber der Ambos Ton dem Steigbügel 
lig abgefondert war; fie hörte dabey fehr 
iwer. Endlich werden diefe Knochen auch durch 
waltthiWgkeiten (z, B. durch Wunden des Schlaf« 
na) ans ihrer Lage gebracht. Hierher gehört 
r Waf fer k opf, bey welchem zwar die Schlaf« 
ioe ihre natflcliche Gröfse behalten , aber doch 
weilen auseinander getrieben werden, fo, dalt 
\ Gehörknochen in ihrer I'Sge und Verbindung 
rftört werden. Am hdufigften findet man in die» 
in Fall den Hammer und Ambos mit demSclmp- < 

pcn- 

}) Teithmevcr vindiciae qnorum^am inventorom aiNttomi- 
eoran. Jeo. 1727. — Ca/Jebohm tracutut Vi. 4e aure 
lunnan«. HhI. 1794. Tract.lV. pa^. 55. 

(O) Mmrcheiti anaCom. pag. 333. 

ll) Ph» Conr, Fahrieii metho^. ca^av» hnm« rite fecan4i 
pag. 141. — Blumenbach a. a« O. S. XA4 fg. 

:S) ymfjalnt^ de aure humana. C^p. IL f. 10. pa(. 5a» * 

i) fieh« onten Abfchn« VI. B. d. 

4) L c. Cap. Y* f. 5- — Morgagni Ep, XIV. 10, 



'mg$ 2L Vom ääm K/iath§ngihüüd€. 

penb^ine aufwärts getrieben und letztern ganz* vom 
Steigbügel getrennt, wie Blumenbach bemerkt >S)«. 
In einem Fall fand Btumenbach aber auch diefen 
auft feinem eyförmigen Fenfter ausgehoben , wel- 
ehes er als den wahrfckeinlichea Ornnd betrach« 
tet, warum manche auch nachher erwa^hfene 
Wtffferkdpfe zugleich taub und firupide 6nd» an« 
de r e hingegen, ihr völliges Gehör behalten. 

Das Labyrinth ift ebenfalls wegen der Eni» 

' Zündung feiner Häute, den Eiterfammlungen und 

dem Beinfrafs ausgefetzt , wovon weiter unten '^)« 

Die Schnecke f^nd man bey einem Taub« 
gebohrnen in beiden Ohren nur ein und ein halb«? 
»al gewunden '^. Das runde Fenfter fandCoii/ii^^ 
ni >') mitKnochenmaffe ausgefüllt. 

6* Das Keilbein (fis fphendideüm). 
Diefer Knochen variirt unter allen Schedel« 
knochen am häufigfren '9). In manchen Scbedelu . 
ftöfst der pars bafilarisdes Hinterhauptsbwif 
dichten die hintern proceffus clinöideosae, 
kl andern hingegen bleibt er weit davon entferot^ 
io^ daCs eine ganz eigne fohräge Fläche des Keil- 
beins vom Ende jenes pars bafilaris zu den gt« 
dachten procefffibusclinöideis emporfte^ 
welche Blumenbach unter dem Namen der Abda« 
ehung (clivus) unterfcbeiden will ^^)« Diefer 

Un. 

15) «. t. O. S. 19. N^ot. •) S. 140. Not. ••«), 

16) Abfebnict VI. B. f. 

17) Comment. Soc. Bonnonienf. 1791. Tom. VII. 
IS) diir. cie. }. 73. 

%i) C. y. Schneider de oITc cribriformi. p. %C. — Blumrn* 

hoch A. a. p. S. 155. 
«0} Buftachiuf Tabiil, XLVI. Fig. n. a. — Bfumenbaek «., 

m O. S. 155. i 61. — VergL auch Sand{/orc obf« aoafe» 

f ath. J^b. lU. cap. X. pag. ^35 f^. 



B* Vom tUn eitizelnen Knoek^m s99 

UnterfcHied, fagt er, ift (o fehr beträchtliah und 
anfFaJlend , dafs dadurch das Profil von diefem 
corpus des Keilbeins, wenn es von vorn nach 
liinten vertikal durchfchnitten wird, im erftea 
Fall ein Quadrat » im letztem hingegen ein Penta» 
gon vorftellt. 

An den Seiten des fcharfen Randes unter den 
vordem procesfibns clinöideis liegen die 
cornoa fphenöidalia, ein Paar dreieckjgt% 
gewebte, kl«ine Knochenfehaalen , die bald dem 
Keilbein, bald dem Siebbein zngehören , und fonft 
nmcfaerley Varietäten erleiden ^<). 

Die beiden Höhlen des Keiibeins find oft 
in mehrere Fächer abgetheilt ^^); bisweilen ma« 
chen fie nur eine einzige Höhle, ohne Scheide^ 
wand, ans^)), oder fehlen auch ganz und gar 
nnd find mit einer Art Dijplöe ausgefällt 3^). Zu« 
weilen find fie auch fehr grofs ^^), oder die eine 
ift ungleich gröfser^als die andere 2^). Die Schei- 
dewand geht auch manchmal in die Queere 
durch ^)» 

7. Das 

•rt y. Tkeoph, fFttlier AhhinH. von den trocknen KnocheA 

des roenrchU Körper». S. 109. — Pk. A. Uühmcr infiitnt. 

Ofteoloß. T«b. IV. Fig. 5. G. G. Fip. 6. IC. K. Fig. 7^h. U 

^ Su€ in Oftcolos. de Monro, Tab. VIII. Fx^;. 3. K. K. 

F«:. 4. H, H. 
n^S/umenhach a. «. O. S. I$f. — Hmlleri Elem. PliyC, 

Tom. V. pag. 140. 
•j) SmndifoTt obf. anat. patliol. Lib. I. cap. VII. pag. loj. 

Lib. III. cap. X. pag. 126. 
«4) Blumenhach a. a. O. '— Sandi/ort Le. pag. Ii6.— >4^r» 

Vmieri mnf. anat. propr. pag. 5, 
•5) Aurivilliu» in Sandi/ort tbef. dilf. L c, pag. |6tf. — Ssm* 

di/ort obf. anat. pathol. 1« o. 
96) Sandi/ort l. I. 
«7) UorgagrU Ep, LXllT, I?. 



So« If; Vom d§m JCnoch&ng^Sud^, 

^* Das Siebbein (oj eehmöideum% 

Die Scheidewand diefes Knochens neigt 
itch Tnanchmal fchief auf die eine oder die ancfere ' 
Seitens). 

Der fogenannte Hahnen kämm enthflt 
manchmal einen wahren Sinus ^9). 

DieSeitentheile fand man von oogewöhn- 
Ucher Breite '<'); die oberfte Mafcbel A i» 
einigen Fällen in mehrere kleinere getheilt ^^ 
idie mittlere bildet zuweilen eine kleine verfclilaft« 
ne BUre,wie eineSchleimhöble )^). Dle.ce 11 nl*e 
ethmöideae nriiren in ihrer Anzahl und.Oröi 
fsefehr?'), Das os planum fand man ia zwej 
^eiie getheilt Hj. 

8. Die Oberkinnlade ^ 

In einem monftröfen Kinde fehlte fie gittz« 
Uch 35). 

Der proce/jus nafalis wird auf feiner Auben- 
feite durch einen fcharfea Rücken in zwey Theile 
getheilt, wovon der vordere zuweilen zu eiiper 
merklich tiefen Furche ausgefch weift ift, Vielehe 
Varietät bey den . Operationen der ThrflneoEl^ 

mtfgoL 

Jlj Morgajgni Ep. XIV. li, — Q^utlmmlz de ntrittm to- 
niirninc lepti inciirvatione. Lipt 1750. — J. G* Oum i« 
in dfii Mcinoir. pn'.fentef, Tom. I. p4g. aSf» — Sanii- 
fort oUr. 1. c pag. i^. 

515!) Bhimcnbach a. a. O. J. 7». S. 1^7. 

90) Sandi/ort obH anat. pathol. Lib. III. cap. X: pj^. Uf. 

)l) Saniorini obferv. anatoia. Venet. 1734. pag, S9. ond in 
den, von GirartU herauff eg. Tabu], pofthninif . Para. 17^5« 
Tab IV. paß. 5«. 
- )•) Samorini \. 0. pag. ft. — Girardi 1. C pag. 53. 

31) Blumenhaeh a. a. O. 8. 171. 

34.) Hunauld Memoir. de Vacad. des Scienc I74e. fmp%Kf* 

•35^ Memoir.phyfio log. et d'hiftoire naturelle, parjfi-.Hp^/- - 
Jet, Par. 17I7. Tom. 11. • ' ? 



tfaiAiiIaflteSv weklien fie oft zu eineoiFiblr 
9 gegriMB hat 9 zu beiherkcn ift, ^). .Zo? 
ift dif Sttiek dt« proceffus iKafallt 
lae fnperio]^is^ welchaideR Ihrine^r 
iMdofeltf eiii fttr ficfa beljLehendff, dvn^icft 
*]D0iiJe getrenntes KnocfaenftQok '0»- , 
Majitrum Higbtnori febd.t**9in{afr 
\ hftiBger aber ift et in mabreve-ZallMi 
t )9). Es Ift vielerley befondeni Kranldfil» 
rerworfen^^; wir finden Entapndmlg;4tt» 
41), Beiotirafe, KnochengtfchwQifirto.4a), po« 

»)). In ihm trifft man biffweilan WafTeia«^ 
Ingen 44) und anch manchmal ei^en vert 
tn, verdickten, faulem Käfe glejchen.$chlaiai 
Man (and in .ihm eine Knochenfpeckgan 
ft, die den ganzen rechten Oberkinnbacken, 
Iba Joob tmd Gaumenbein nnd mahrerebe;« 

'oa^eid ohferv. and cafcs ehirnrg. VoL I. p«|{.^^l. } 
Ttium externariim ocnli YinmariT, inpi'imis Qv^ino* 
1 lacr^-rhahnm defcriptin anacttinica, ieonfbns illtifba- 
%tict. J. Chr. RoßnmuHet. \ji^ 1797. p. ^7. 
fnrMagni adverf. aiiaioni. I. p. )t. Vf. pair. Il6* 
'CTerc L c. pag. 9^. -* «rmi hoen^ertn fpf e. obf. äefiC 
XIII. t- Vi. pac. 197. r— MaiirhHi.tl ift es jiiiWi üivt 
t klein: Sandifort obf. ai^Kt. patfa. LiW. lU. can.X. 

tnge ia dar oben S. 65. Aamerk. ). anf^ff. AbliandL 

\ordenai*e Maraoir. de Tacad. de Chimvfr. Par. 1774. 

I. XV. pag. 125. — PJcfiter 9. a. O. B. //. ß. ))t.-— 

r</«/Fi 4ika^ di« diinfi g, Ki:imkheit#n de« UiMiU<te t«P^ 

nit demlelben in Verbindung fttheedeti '1 bcite. Nfirob* 

. aßde, — BSitchtr B. IM. Tli. Jl. Ka^/. XVt 135. 

ftmoir. de Tacad. de Chirni-g. Tom. /V. pag. tf4. ^-» 

!/rr a. a. O. — Böttcher a. a. O. S. Ijf.* 

»nlnMVtf L c. Toin., V. -^ Richiff S« >ri- ^^ BdirtcAri- 

rot 

ndtnäve I. c. — Bbi/eher S. 1679 ^^ Dtjbuii aoserf. 

arg. WaBiliehiii. 1^ iV. S. l|d. 

mrdaln a^ a. O. 

fc/W ealti iii riirgei-y.>^ KUhtt¥ S. |€f. • - 



3oa tL Von. d§m Kn^dUngMliidei 

siiobbarte Knocfaentheile aufgelöfst balle 4^. 
Manchmal findet man die Knochenwäode aufge« 
fch wollen und widernatürlich Verdickt 47); tine 
Art fpixit ventofa. Im antro Highmori 
liat man auch allerhand fremde, entweder durch 
Verletzungen« oder durch eine 2ahnlQcke hioeio« 
gekocimoe, Körper gefunden, z. B. ein Bourdon- 
iieti SlecknUdeln, Knochenfplitter, einen Zaho^ 
«inen Stein , ein Stade von einer Federfpule oad 
Mch Warmer 48). 

Noch muffen wir von ganzen Oberkinnba- 
ekenknochen bemerken, dafs er bey Hafan- 
f Charten häufig fehr. leidet^ und dafs man ihn» 
zugleich mit dem Gaumenknochen, gefpalten fin« 
det, fo, dafs die Höhlen des Mundes und derNafe 
gleichfam nur eine einzige Höhle ausmachen 49). 
Eben fo ift er auch dofcb Polypen der Nafe und def 
entrl Highmori zerfprengt worden. Sand'ifowt ^) 
giebt uns die Befcbreibung mehrerer Fälle von 
Hafenfciurten. 

9* Die Gaumenbeine* 

find wegen ihrer Trennung bey den Hafen* 
fcharten zu bemerken, wovon weiter unten Meli* 
reres vorkommen wird. Nicht leiten findet man 

' anch 

46") 9urfnr in A^r fciion mgef. Abhandlufif. ■ 

47) Kichier t. ü. O. f. 45a. S. 371 fj?. 

41} fi^YJtham in med. trommiinicut. Lond. Vot I. B. !•. — 

VevfX Eordtnave mein, de r^oad. de Chirurg. Tom. IVet V. 
45) Sasttfijort obl. «nat. paUi. Lib. /V.cap. IlI.p«£:)t.»Ta^ 

V/ et VII. — K/cArrr a. a. O.B. //.f. 964.8. 385. — Hdi- 

rcret unten bey den Lippen Abfcbn. VI, JQ. i. 
50) Mufeum anatomictim academ. Lned. Bat. VoL /. i^^ 

LXi^"'^' »^|. »• i-^^^/. Tab. XXXV. Fig. X. paj. l^f • 



&' Von den einzelnen Knoch^n^ 3o3 

mch htj grofsen Nafenpolypen eine widerna* 
UIrliche Oeffhuug io ihnen 5^)« 

io% Die NafenbHne. 

6n(( manchmal durch eine ächte Nath verbun* 
den, manchmal auch z u l'a m m e n g e w a c h f e n ^^). 
Man fah fie auch ^0 gänzlich fehlen, und durch 
die Fortlatze des Obvrkinabackenknocheas erfetzt 
werden. 

II. Die Thränenbeinchen* 

iah Meizger 5^) fo nach dem Innern det Augen- 
höhle zu liegen , dafs der Nafenkanal von ihnen 
wicht ausgebildet wurde, fondern fehr groüi war» 
Miochmal fehlen Oe gänzlich ^). 

18, Der üttreAlefcr* 

Kbhler ^0 liefert iins ein Beifpiel vpn einem 
iulserordentlich grofsen Unterkiefer, welcher drey 
Zoll breit ift* Bey Neu^ebohrnen /and man ihn 
bisweilen monftrö^lang und ausgeliuhlt, daher die 
Sage von Misgeburten mit ElephantenrttffeliK 
Fifchköpfen u. L w. 57). 

Bey 

)l) Fritse in £.o^r^*J Jpnrnal für «\ie Chirurgie. B. JJ. Sc. i, 

Sw a4. — Vei gl. Sarufi/ort nuif. «ri;it. 1. c. 
53) Blumenhack a. a. O. ^. IS4. S. 20^. 
51) Sanrtifort oht anat. patböl. Lib. HL cap. X. pig. t'io. 

Lib. iV. oap. X. pag. 136. — ejuTä, Muf. auauim. Vol. /. 

pag. 167. n. C/. *— Köh/€r a. a. IX S. 140. n.^4a S.134. 

11. 417. 
54} Cnrationnin chiriirgicantin , quae ad /irtnlam Incrymd« 

lern iincusqne fuere ddiübita> biftoria criticta. Mdnaft« 

177«. P«P. ^«. 
55^ y. F. L/cA^ de prae€ipni9 vijtrnni 1aci7niaiinm mdrhi5. 
ArgenC 1776. pag. 50. — Sandifurt o!)f. anat. palt, Lib. 
/l/.*rap, X, pag. isg. Lib. IV, cap. X. pag. 137. 
5«) S. 50. n. 171. 
[ 17) (»iftroCpÜ ViioruaL Farm. 1690. pag. 21% '^ A.E.BUek- 
\ nsr 



3o4 i^ f^on dem KnpekengebMudw* 

Bey alten, zahnlofen Perfonen findet man die 
untere und obere Kinnlade abgenutzt und ihre 
Knochenfubftaaz wie verfch wunden ^). Es be» 
beruht dies- auf dem Gefetze des lebenden Organii* 
mus, difs in folcben Theilen, welche ihre Braach- 
barkeit verlieren, die Ernährung nicht fo Tollkoa* 
ixien, wie in andern, von Statten geht, und dab, 
auf der andern Seite, die elnfpugenden GefätM mit 
mehrerer Gewalt auf fie einwirken. Daher wer- 
den iie ia ihrer Mifchung verändert, und nehmen 
an GröCie und Schwere ab. So fand ich z. B. den 
linken S chenkclknochen eines Mannes, der mth« 
r^re Jat re auf diefer Seite gelähmt gewefcn wai^ 
und die Röhrenknochen des rechten Arms einer . 
alten , f eläbmten Frau ungleich dQnner und ter* 
brechlicher, als die übrigen Knochen. So findel 
man a*'ach gelähmte Tbeile in allen ihren Theilcn 
dünne):; das Fett fchwindet, die Muskeln zehrta 
ab und werden bläfser. 

i3. Die Zähn^ 59). 

Sie haben in ihrem Baue viel veilnderli- ; 
ches; bald find fie fcharf und fchneidead, I 

baW J 

rtf^-'mifccll. pliyf. med. oder Nacliricliten von phyfiktli- 
. (ein II nnd irifdictii. Gefehichtrii. Krf. i7Sf- S. IIIS. 
^i) Beifpitflft liicrvoii in Waltcr^t Muf. B. 11. S. 12^.110. 

164 - 166. • 

59) ^tifch Abhdtidlnni; von rien Zdbnen. Wien 1767«-— M- 
mor^n Abhandlung von den Kranklieiten der Zihnt xml 
des ^^alinfleilrhes. Ans d<»in Knpl. Altcnb. 1771. — J^. J. 
Vlcnh de minbis dentiiim ac gingLvarnai. Vinclob. ITTli 
dei'tToli : Wien J779. — J. Hunteri liiJ'toria natnralU dlii- 
tiui:» Inimanoi-nm. Dordr. 1779. J. Hunter*g natArHcln 
Gelchichce der Zuhne und Rercln-eib:nig ihrer Krankhei- 
ten. Leipzig 1780. — Jottrdain Trait« de maladie* ^ U 
boneht. Par. 1778. dencfcb : Niirnb. I7S4. -* Riekttr'i 
Aiiläng.*g.. der W. A. B. IV. S. j;5 lg.— Praktifche Bf . 
merknng^n libfr die Z.'iline und einige Krankkeiiea der^ \ 
ieü*au, vuü tr, Hifj'ch. Jena I7y6. *-. fäiiamuM lUff. ^ \ 

to« 1 



k 



t 



S« fV« de» Mulnen'KAochem» 3o5 

Id Abgerflndet, ffiimpf^ welches böchft* 
hrfcheinlich von den gewohnten Nahrungsmit- 
O herrührt und daher auch bey manchen Natio- 
n alü wirkliche NationalbiJrlung erfchemt. So 
}d Winslow ^^} au einem ScheJel von Hond -Ey- 
id aus NorJamerika dergleichen Zähne , Blu' 
•nbach ^') an den Schedein mehrerer Mumien 
d Ifetißamm^^} au einem fogenannten Steinfief*. 

in ihrer Anzahl variircn fie fehr häufig ^5), 
e vier hinteriten Backzähne kotnmen gewöba- 
h fehr fpät, nicht feiten aber auch Zeitlebens 
;ht zum Vorfchein ^^). So fand man auch bey 
^emManne keine Schneide- und Hundszähne ^9), 
er auch einen angehohrneoMangel aller Zäh* 
••). Im Oe^enthcil find man auch überzäh* 
ehe Zähne. 7 B. acht Schneidezähne in einer 
ordefltlichen Reihe ^7^, oder auch zwey und 

drey 

denrinni mnrbi«. Haljft 1799. *— Eine ziemUch Tollftant 
iii'g<e Literativr itb<»r .-. almkrankheiten |;iebt Mwyer in Bai" 
dingcrt N. Malaiin fflr Acrzte. St. XV. 3. 

Memoir. de Tucad. des Scieiic. dt Par. 172a. pag. 334. 

OSttin«. Magaz. R. 1. ^t. 1. S. iio. Gefcliichtc der Kno{ 
!ien. Abfchn. XXIV. }. ijo. S. 247 fg. Anm. •). 

pTalctifche Aniaerkiinf; üoer die Knooheti. S. 77. 
^uft^chius de d«»i;Lib«M. paf! fa. -* Schenk abf. med» 
b. I. nbf. 9S3. pag. 437. — Ha.'/eri E}tm. Phyfiol. Tom. 
. pap 39 fq- — van Dociteren 1. r. pa!». 198. — Hun* 
in der deutfchen Leber! etznng S. 133. 

'inmenhach Gefcb. d Knncbcft. §. J||. S. 056. . 

ifcell. Nat. Cm . Dec. II. Ann. VI. Obf. xia. 

>re/// hircor. et obfervat. ni dico - pbvficae rarioref^ 

U II. obf. 41. — Dam in Starkes Archiv für die Ga • 

thalfe. B. iV. S. 6t4. 

Vi/ii annotat. aca<lfin. Lib I. pag. ^j. Tab. IV. Fif. 

;. — G. C, Arno/iii übler V. phTÜco • medicae. Vra- 

. 1777. — I>*tf 69 h- 

pmih9i,Anat,B. I. ' XJ 



3o6 H. Vm dem Knackiirgtbaude. 

<lrey Reili«n Zahns •^. P/uff ^) fah oft drcy und 
draifsig und vier und dreiCsig, wo wie Sömmr* 
ring 70), einmal fechs und drelfsig Zahne« Meh* 
care Beifpiele filhrt Halhr 7i) an. 

fiäM £ndet man fie anch ungewöhnlich 
grtjfs 72), 

. Manchmal kommen einzelne Zähne an wi- 
d'ernattIrlicheB Orten zum Vorfchein, z. B. 
am Gaumen, 7.wifchen den Nafen- imd Aügenhöh- 
'leni709 oder In der Oberkinnlade Ober dem vor- 
letzten Backenzahn 74), oder in dem Unterkiefer, 
am procesfu coronöideo 75), orfer am Kinn 7*). 
Hirfch TT) fah einen Zahn , von der Oröfse tines 
lialben Zolls, frey aus dem Gaumen hervorft^heu. 

" '«•> Plinii Hiftor. Nttiiril. Lib. 11. oa». LXXXin: — C*- 
lumbus ^e re anatomica. 1. c. -Lib. &V. — • Arnold aUl 

I. c. -— Thom, Bartholini liift. anatom. rarior. Cent. 1. 
«ift. XXXV. Toin.l. pag.55. — Mifcell. Nat. Cor. Dec. I. 
Ann. 111. pa£. 566. Dec. 111. Ann. VII et VIII. Obf. lOl. 
*—Halleri Eiern. Pliyf. Tom. VI. pag. ^. — Biock*^ ne- 
dicinifche Bemerkungen. Berlin 1774. S.19. — Ci^JJiM» 
Über die Krankheiien der KnocBea. 6. %%%^ 

09) Abhandlung von den Zähnen. S. 9. 

70; Von der VerfctiiedenbeU de^ Negers vomEMropüer. iltti 

70 Elcm. PhyfioL Tom, VI. pag. ay. 

7i) Diemertroeek anatome corporU hnmani. Ultraj. lip. 
Lib. IX. oap« X. — Sokfnk obC med« Lib« I. obC )t)- 
pa«. 4^7. ^ 

n) Fore/ii obTerv. et curat, medicae. Lib. XIV. ob(l la.— 
EufDachiiu L c. eap. XXIX. — Schenk L.l«obr.9t4«pa(, 
427. — - Co/umbtu L o. Lib. I. cap. X, pag. 67. -* AAim 
annot. acad. Lib. I. cap. Xlil. pag. 5^. Tab. IV.— «aad 
de Soeleto.pag. 477. — Sandi/ort Muf. Anat. VoLL$ett. 

II. pag. U. n. CCCXLVII. 8ect. IV. pag. lC6. s. XCL 
pa«. 17. a, CCCXLVUl. nag. i6S. n. XCII. 

.74} Sandi/oft obd anat. pathoL Lib. III. cap. X. ptff. Iff. 
Tab. X. Fig. X - 4. — ejusd. Mii£ anat. VoL L p« ll( 
. n. XClIletXClV, *^^ , 

75) Sandi/ort \. c. pag. i|i. Tab. X. Fig, f. 
^6) Sandi/ort X c. pag. IJ^. 
77) Praku Beobachi^ idber -di» Zähne. K^. IV. S, 7«. 



A V^n dem- Bikzälaem KtioekmU^ ^09 

d9 7t)7ah einen Batierjongen, der fanf bis fec(^ 
hins In der ganfsen Länge und Breite des Gsa» 
ns fitzen hatte. 

Als einen Fehler der erften Bildung bemer«* 
D wir hier auch noch das SchiefTtehn der Zäh« 

Gewöhnlich kommen fie mit dem neunten 
bensmonate hervor; hSufig findet aber auch 
ch ein früherer', oder fpäterer Ausbruch Statte 
man fah fie fchoa drey Tage nach der Ge« 
rt ^) ausbrechen» Einmal fand man fogar bey 
er fechsmonathlichen , unreifen Frucht hervor« 
»rofchne Zähne <'). Im Gegentheil findet man 
eijihrige Kinder, bey welchen noch kein 21aha 
rv^rgekommen ift S^); felbft im Tehnten ^0 
1 dreizehnten ^4) Jahre hat man fie erft hervor« 
nmen gefefaeo. 

Bisweilen brechen die Backenzähne eher, als 
Schneidezahn« hervor '^^). 

Mit dem fiebenten Jahre werden fie mniftens 

w#chfel t ^^); manchmal geichieht dies aber 

U 2 aucli 

Med. Jownal B. 11. Su IV. S, ai. ' 

r) dichter t AnF^irtjsfiir, der WuiidmrEneykönrt. B.IV. K«p^ 
VII, ^. X6U S. 106 %• _ ^ ^ ^,,,^ ^. 
iS MiFcelUn. Nat. Cur. Dec. L Ann. Vllk Obf. 47. . 

I) ibid. Dec. 111. Ann. VII et VlIU obf. i6%. — lieltufig 
t»l»r«^rT. pliyf. med. Ar.|;. Vind. I6«a obf. a|, — Schdnk 
«bferr. Lib.l. ob(. 910- p*«.435» — Coinmims de re aficv 
to«. LiW, I. cap. X. p.g. 66. 
I) ibid. Dec U Ann. Vi et VIl, obf. IS J. 
\\ ibid. Dec. II. An«. IV. obt *«. SchoL p«^. 75. 
I) ibid. Dec, I. An«. IX et X. <>bf. na. 

6)^i*/Wf ^otat.academ Lib.l!. ««p.»-*"^ ''^"^ rt^^* 

d<»ituiene fecund« janii>nt!m. LipU 173«. ««« «g* '-^ ^ 
f3 jBWbtdeoffibue BMHiaiWakvum putrorumieptemutt»^ 

Lipt 171«, 



So8 <H* y^^ dem KnockmigebBud9. 

liQch zweimal ^; und felbft im hdherti Aftier von 
achtzig, neunzig und hundert Jahren fah mia 
neue ZShne fich erzeugen W)v 

Im Alter fallen fie aus, die Zahnzellea 
fchlieTsen 6ch nach und nach, uhd fcbleifen 6ch 
ab , fo , dafs der Rand ganÄ glatt wird 89). Die 
Höhle der Zähne wird^ nach der allmähligen Ab- 
. nntzung der Kronen, datch einen Abfatz des kao* 
chichten Stoffs wierler ausgefüllt 90). 

AlsRrankheiten der Zähne bemerken mit 
ihre Mis färbe 9*), den fogenannten W •In- 
fi e I n 9^ j, den B e i n f r a f s 93) (dem aber die Edc* 
zahne nichi fo unterworfen find, als die Obri- 
gen 94), das Wackein 95), eine widernaiarliche 

Weich- 

. 17) Schenk l. c. obC )t9. ptg. 4^1. — Simmont media) 
obfervations and inquires. Lond. Vol. III. pag. 17t: — 
Dachs in Haarlemer 'Verfaandelin^en. Deel XVI. it. IL 
8. 117. — JX, Gehler prof^am. de dentitione tertia.ÜfL 
I7g6. c. Bg% 
tl) Schenkii ü^^. med. Lib. K obf. fSi.Jpag. 415. — ^ I»- 

* rellut K c. pae^ 139^ — Mifoell. Nat.CJnr.Deo. III. Ada. 

I. obf. 3t. — l^ec. I. Ajin. IXctX. obf. 171 Dee.lL 

Ann.ni. obf«I<. Ann. IX.obf. 3is% Ann.X. obf.53et31S. 

I ■ — Journal de Medic. Tom. XXV. pag. )|4. 

S9) Ruyfch obferv. an»c. cliiruig. pag. 77, Fig. 65. — Me- 
moir. de l'acad. de Scients. 175g. Tab. XII. Fig).i.— fi/ii- 

• ' menbach a. a. O. S. 57. — Köhler S. i;7. o. |lo, — &w 

difort Muf. anat. Vol. I. pjg. 167. n. XCV bu C, 
^) O. Prochoß^ka annot. ucad. Prag. 1710. Fafo. I. paftf. 
fl) Richter a. a. O. S. ii}. }. Ig6. 

f%) Magellam fnr leslnlectes poiypiers, qurformeAtle Ur- 
tre de; dents. Jonrn. de Pbyf. par KoziVr. X7S|. Big. I7t> 
— Richter S. 117. — Hunter a. a. O. Kap. V. & i07.— 
Hierher geli<1rt auch die Bemerkung, welche Smhmkr 
(Tralte coinplete d'anatcm. Tom. I.) an einem fcorbali' 
fchen Mädchen machte, bey welcher alle /Shne mit et* 
ner fchwammigten Borke , wie mit einer Scheide, (Über- 
zogen vrareti. Vergl. lan Swieten Conimeut..in Boerhf 
^ii aphorism. Tom. V. pag. 399. und Euftackü Cract,^ 
dentib. oAp. XXIX. 
9f) Hunter S. 145. -^ kichter S. 134. 

94) Slumenbuch a. a. O. in den Zufutzen zu S. ^49. f, Ifl. 

95) Richter S. 149. — Hierher gehört auch die Verr«>^ V 
1i a o g der Z«hae : Bütächer a. a« O. B. II. S. loi. . i 



e i elih ti t 9^) und endlich eine EntzQndung der 
hnrablhuiz felbft,^obej die 2ähne in alltn ih- 
r DimenSonen auttoii wellen V). 

Würmer wjU man auch in hohlep ZabneM 
h haben er^eogen fehen 9^, 

b. Das Zungenbein , 

rllrt (owobi in der Oröfse, als nuch im Ver« 
Itni&i und felbft der Anzahl feiner Theile^ gar 
ir 99)« Es iffcauchder Verrenkung, die nicht 
ne Gefahr ifl, ausgef^tzt >^^. Einige Abwei« 
angeo in Hinficht der Verkn^cherung und Bil* 
ag cKefes Knochens , bey einem neugebohmea 
sde, erzählt hofchgje 0* Die grofsep Hörner wa* 
I hier kurz und uoch knorplichi die Waizen* 
rner hingegen bey weitem länger und fchoa' 
iz, knöchern. Jedes -derfelben beftand aus zwey^ 
'cb Knorpel verbundene Knochenftflckchen. 

Cm Die Säule der Wirbelb§ine^ 
Die Anzahl der Wirbelbeine variirt fehr* 
I Ofterftea trifft diefe Abweipbqn^ die zwölf 

firuft^ 

^ L» BUne Precla det Op«rationa. Tom. !• p«§^ Ifn 
r) Hufuwr 8. 154. — Jourdain A. *. O. *«- P/ou^uet refp* 
KoppU theU prim. Un. Odontitidl« rifcens. Tabir.g[. I7f4. 
Tkom^ Bartho/inus 1. o. Cen^ III. hifc XCYI. Tom. II. 
pac. l>l. — Schenk obf^Lib. I.oUf. 39Ö.n4g. 4)2. — Mi- 
te^ NaI. Cur, Dep. I. Ann. IX et X. ohC H- 1^- xt7. Dec. 
IL Ann. V. «bf. 191. Ann, VI. ohT. S)}. Ann. VII. obf. 
174. — J. Chr. Seh'df/tr die eingebüdetf n Würmer in 
dca Uhnen. Regeu2>b. 1757. — « J.U.L. Uffeka obf. anaU 
diirnrg. med. rar. obL IV, pag. 4a. Tab. IV. 
i) Blumenhach 5. 255. 

») Vniftdva de anre humaoa. pa|». «. — P. f. MoUntlli 
in Comment. Boniionieiir. fom^ V. Part. II. pag i fq. 
) In Ifenftamm und RofenmiiHers Beiträgen tür die 'liW' 
glieaeruiii9kiinrt. B. 1. St. UI. S. »1. 



3i9 i/* Von dem K^eehengeh^deV* 

Bruft« nnd fünf Lendettwirb^I: Statt fener findet' 
man drettfehti oder eilf^J> Statt diefer* nur vier 
oder fechs ^). Aeufserft' feiten 'findet man die 
Haiewirbel' um einen v«»rnatjhrt 4). 

Als einen Fehler dQr erften Bildung fand man 
gar keinen Kanal durch das Rückgrat für das Ro* 
okenmark ^)^ 

' BiA doppeltes Misverhältnifs de:iRanipfe8 ge- 
gen die übrigen Oiiedmafis^eii. wird entweder durch 
2u frühz.eiMge, oder .iaroh zu fpSt erfolgte 
Verknochriing der Wirbelkörper terurfacht; 
jene nämlich macht, dafs der Rumpf gegen den 
flbrigen Körper zu kleini-und diefe, chiGr er zu 
grofeift«). 

Die Wirbelfaule ift Krümmungen «usgeTetzt^ 
welche man unter drey Klaffen gebracht bat:. C j« 
P h o f i s> wenn die Krün^mung nach hinten^ &c(H 
JiafiSv weiin fio auf die Seiten» und Lcrdo^ 
f i 8 wenn fienach vorn gefchieht 7). Gewöhn« 
« Uch 

J) Vi«r; Riolani de offib. oap. XV. paf. t4V ^— Co/utti*' 
hM L h See hu: Morgagni iilp. V. 6. — Bölaiur obi, 
«oat. rar. P. 1. pap. V. n. K 

i) Cöhimhus 1. 1. paj. 4t 4. — Hnller «le fiinotion. coro, 
hum. Vol.VI.pac. 7. — Eiern. Pliyfiol. Tom. III. pag. f 
F. A, Bbhn^ t»bl<ei'v. «uuit. 1 aiier. fa}X, I. pag. V; zi.\l. mc. 
VI. n. HL — i'«#i Doeveren fpcc. obf. atrad. cap, ä|3% 
}• VII. pi|g. 1^9. — Utduyi^ pi im. Un. aiiat. pathoL pa$. 
II. not. b. 

4) Eußachii exain. offinm. pag. 310. — CohimttuY. 1. pat» 
4t4« — ^ Lfveling obierv aiut. rarioi'.Noiim'b. I7gy. Fale. 
I. cap. III. Ackermann Qber die körperl. Verfchiedenbeie 
dea Maone« vom Weibe. S. 49. Anmerk. k. — *" Q/dpirn« 
^tfcA 8 38|. Anmerk. 

5) Wepfer in Epbem, Nat. Ciir. Dee. I. Ann. III, obC U9. 
— Morgagni Ep. XH. f. Ep. XL VIII. 4g. 

<} y,F. trank de'vertebialis columnae in morbis difaitib. 

Pariae i79c.iJberf. in clea SammL auseri AbhandL für pr. 

. Aerz^ B, XV. S. «70. 

f^ Cour, Henr. a Roy commentatto de foolioß. JL. B, 1774. 

ia fV€i4 X^«uci» Atta«, «ua HUTert. fftr WundfirTte. AXV. 

S.10I. 



ich fangMi diefe Aiiswaehfuogex» fcbon in der er»^ 
ten Kindheit ao> wo Rachitis und Skrofeln dea 
taamen. dazu legen S). Manchmal aber bemerke!^ 
fir fie erft beim Mennbarwerden und feiten fälll 
hre^ erfte Entftehung in das reifere Alter; Mor^ 
^agai ') bemerkte 6e bey einem MajjjD| ▼.an vier« 
jg Jahren. 

Bey den Krfimmungen ftndet auch gewöhns 
ich ^100 enkylotiCche Verwachfimg Statt .'^). 

Manchmal ift die KrQmnuuQg.{o4itark> dalil 
Be hintern Fortfiltse. ganz auf die Seite gedreht 
ind ")> M^ry, ^^) Tah fie fo verdreh^ da& dieVor-^ 
lerfeite des Unterleibes ganz nach hinifn^iiftand« 
Von den^in der itfee<:«(/c&en' Sammlung befind«^ 
ichenBtifpielen von Rüokf ratskrOnjoungen luna 
ch folgendes anfahren^ 

Voa dreis^diü Pottfchen BjrflmmnngeOf die» 
hreo Gmodf auch bey (choa Erwachfenen, in Ei-i 

temng^ 

8» loS* "^ Coopmann» üflert. «te O^hoii. ibid. t77$* "*« 
LuäwigU adverf. med. pract. Tom. 1. p^g, 7U* Toai. 11^ 
P«S- 5*7« — Chefcläen Ofeeograph. Ti|b. XLIV. — ^ah^ 
^rt Mut aaatw TaKLlLIH. XXXVII. Vi^ f . 6. Vol.l. 
8eec IV* pae. 137- N. I. pa|:. i39<. n. \\ %k III. u.>f. ii7^ 
fl. CIV. Tab. XXXVK pag. i6g. 11. Cy. Tab, XXXVllI. 
Mf« i|f . n. CCIX. pae. itt. ». CCX. Tab. L bit Lltl; 
pas.iM.o. CCXUTab.LiV. LV. paa. it4«H. GGKIL Tab^ 
IVI bif LVIII.pa«.it».o.CCXIU. Tab.LlX. LK.-r-tarf^ 
mßigii 1. t Tab.^I. Fig.a. paf, 7. "«d pap.a5.»f ^VlIK 
Tab, XIV. Fif. I. pas. 9. «. «4. J.XXl. ^ JVmher't anat« 
MuH B.11. S. 59. no. 430-430. -r. ^öVer S. 10), n. )64b^ 
S..I06. a. )64. S. 110. n. )|3:%. 

i> fieba oben bey Raokitis. 

I) Bp^X. ij. S4 fe. — Vergl. W4S.ich fclioii \^y dem r*;» 
ebitifchen Knochen erwähnt habe. 

10) Fallopii praef. ad Xracut. de laxationibiis ofiiutn in 
Opp.Toin.ll. pag. 61. — Ruyfch obfarvat. auat. Ghir.67» 
fig. 54 ^e- — Morgagni Ep. CVI. |4.— Roy I. c. pag.7Jr 
— Coopm^nns L c. pag. 7. — Smndi/ort öbf. an«iC. patb^ 
Ub.I.cap.Vll. pa^. 39. -- /Ct/.VcrS.IU0.|i.ii^3..— Yfisl. 
eben die ank\lf>eilchen ^''erwachluni^en. 

11) Morgagni £p. IK. l6, 

%3) Memoir. de Tacad. de» Seiene. t7eei paf. 94.. 



3ia il* Van dtm Knochmigebhude» 

terung der K5rp«(r der Wirbelb<iine haben» infolge 
deren fie gemeiniiclich Cyphoiin veraolaffen, 
find nur drey von Kindern vom dritten i)is zam 
fiebenten Jahre. Zwey derfelben find ausgemacht 
Folgen der Blattern, wovon die Kinder z^var^ dem 
äütsern Anfchein nach, gepfeilt fehlere en, aber nach 
einem halben bis einem ganzen Jahre erft, tbeiif 
die finnlichen , tbeils die rationellen Kennzeichen 
▼on diefem Uebet zeigten. Alle drey haben fhren 
Sitz in den Körpern derLetidetiwirbel, deren zwey» 
orey, auch viety -fich in Ihren Körpern fo ve^iii» 
dert habem dafs ihre Stelle ein dickhäutiger Sack 
•innimmt, injdem entweder noch wh'kliches dicket 
Elter vorhanden war, oder Statt deCTen ein feftei» 
fadeaartiges,, fehnigtes (jewebe angetroffen wurd^^ 
Kaum ift eine Spur von Knochenmaffe vorbiindM; 
die hier wahrfcheinlich ebenfalls, wie in andern 
Fällen, durch Etndugung fortgefchafft ift« Dif 
4^ufammenhang der gefunden Wirbel über und un* 
ter den zerftörte^ wird theils durch diefe Mafle^ 
theila durch eine anfangende Verbeinernng zwi« 
ichen den ftachlichten und Queerfort£atzen untef- 
halten. Der Abfcefs begränzt fich auch hinten, 
^nd hindert das Eiter felbft bis in das Zellgewebe 
um die harte ROckenmarkshaut, zu dringen. Diele 
ift daher ganz natürlich befchaffen. Das Racken* 
mark felbft weicht, ayfser der verfchiednen Rich- 
tung, die es durch die KrQmmungen der Wirbel* 
fäüle erhält, von feiner Normalbefchaffenheit nicht 
im geringften ab. Daher ift es möghch, dafi man, 
durch eine lange unterhaltene äufsere Eiterung, die 
Zufälle, die man gemeiniglich vom Drucke des 
Marks herleitet, heilen kann, wie ich einige giflcki 
liebe Heilungen derfelben felbft gefehen habe. 

/ Zwey 



I 

A Vom iem einzelmkn KttochäA* 3iS 

Zwey ndere dergleichen KrOmmuogeif find 
zwey^rwachfenen FrauenspeTfoneo, die zieii»^ 
i beiabrt waren. Auch diefi» find' Kypholea 
' 'haben- ihrMi Sitz in den Lendenwirbeln» derea 
y obert in ihren Körpern, b'ey dem einen Sab« 
te, gänzlich ausgefogen find. Bey dem- andern 
»en dt« vier obern Lendenwirbel mit dem letz« . 
RtU^kenwirbel daffelbe Schiekfal gehabt. Bey 
lenvertcefen die unter einander verknöcherten 
:hel - und QueerfortfStze die Stelle der Kftrpev 
[ dienen zorVerfeftigeng der Siule. 

In einem (echften Speinmen ift nur die recb* 
lälfte des Körpers vom dritten Lendenwirbel 
gebohlt und der rechM Qneerfortfatz eben£ille 
dichtet. Die entftandene Höhlung ift durch eitt 
rorftebendes, fafrigtes, fohwammartiget Oewe« 
insgefiUlt, Daher ift mehr eine Scoliofi«» als 
»hofis entftanden. Wahrfcheinlicb hat ein Fall 
di^fer DeG^fmität Anlafs gegeben; denn es ift 
leich die aohteHippe derfelben Seite zerbroohent 
lit dnrch Kallus geheilt, und die neunte ofteo^ 
iotifch) fo^ dafs man fie.bjeinahe in ihrer gan« 
Längei wie Fleifch fpalten konnte. 
Die folgenden fbnf Krümmungen haben in den 
:kenwirbeln ihren vorzüglicbften Sitz, und find 
ibtentheils von Erwachfenen« 

Bey der fiebenten nämlich find zehn Körper 
I Rackenwirbeln gänzlich vernichtet« Die bei*> 
I obern, und der erfte Lendenwirbel .find durch 
nfrab rauh geworden. Durch die grolse Anr 
il der vernichteten Wirhelbtinkörper ift die 
rbdföttle fo verkürzt, daCs der Taogent des 60- 
is, den die Cyphofis befchreibt, vom erften Ra*» 
en- bis zum letzten Lendenwirbel , nicht UUiger» 
\ vier ZoU ift» Die AorU^t mit ihrer Mündung 

tm 



3i4 n» Vmitdmn Knädkengehaud^ 

imHerxe nicht mehr» als zweyZoIl von der Thei-r 
I«Dg anf dem fänften Lendenwirbel entfiernt. Sie 
btTdet daher vier fcblangenförnuge- Windungen»' 
dbr^an erfte, gleich unter dem Bogen» fo ftark iü, 
dals der obere Thell der Bniftaorta und der untere 
4erfielben ganz parallelj In der Länge von drey 2^1« 
len horizontal laufen und mit einander nach hi»i 
ten, und linkt, einen ganz fpitzigen Winkel bilden; 
Sehr fcharf ift die rechte und linke Krümmnni^ 
nntec welcher fich die Aorta abdominalia bis zur 
' Theilung herunter windet. Unbegreiflich ift ^ 
wie in diefem en^en Räume die Eingeweide der 
■rnftböhle und des Bauchs ihren Aufenthalt haben, 
HiAhrend der langen erforderlichen Zeit zur Bil« 
dhing des Uebels, auf eine erträgliche Art, ihre 
Dtenffe verrichten konnten , und wie das zum Er- 
ftaunen gekrOmmte Rflckenmark, zur C^haltnag 
der Oekonomie mitwirken konnte. 

Die achte Krflmmung ift eine Folge von Zer^ 
ftörung der Körper vom vierten Rückenwirbel 
herab bis zum Körper des erften Lendenwirbel^ 
der ungleich in diefer Zerftörung mit begriffen ift 
Die Brufthöhle' ift dadurch fo verkürzt, daCs der 
Raum zwifchen den über und unter der Krflm« 
inung befindlichen Wirbelbeinen nur anderthalb 
Zoll beträgt. Die untern Rippen werden daher 
!2wifcben den Hüften aufgenommen und die Spitie 
des gewölbten Bruftbeins fteht nur fiebenZ^U vom 
Obern Rande der Schaambeinfügong ab. Das Ske« 
let ift von einem achtzehnjährigen Menfchen» mit 
fehr langen obern und untern Extremitäten. 

Die neunte Krümmung ift ein Gemifeh von 
Cyphofis und ScoIioBS) vom vierten Rückenwir- 
bel bis zom vierten Lendenwirbel in einer erwach- 
fenen Frauensperfon. Die StacheUortfitze aller 



Ap Von den einmeinen Knochen» 3 17 

ftehung liegen diefe vordem Fliehen auch dahin 
gerichtet; unten Bndfie ftark gegen die linke Seite 
gedreht. Die Höbe der Körper befindet 5ch alle* 
zeit auf der Seite der KonTexität; wo die Konka« 
vitit des Bogens ift, find fie um ein, bis zwey 
Drittheile dOnner, ja, wie mehrere ftarke Skolio* 
fen zeigen, fo platt zufammengedrUckt, dafs voa 
mehrern nur eine Dicke von zwey Linien, von 
aodorn gar nichts übrig geblieben ift. Die ein- 
bch S förmige Geftalt wird auch dadurch zernich- 
tet» dab mehrentheils oben Kyphofia, unten aber 
Lordofisift, die, bey dem weibliclien Gefchlechte» 
zur Vermindrung des obern Umfangs des Beckens» 
durch Verkftrzung des kleinen Durchmeflers, bei- 
trigt. Die Hervorftehung der untern Wirbelbeine 
ift apch feiten gerade nach vorn , fondern gegen 
die einei oder die andere Seite gerichtet, meiften» 
tbeils gegen die rechte. Daher entfteht, ftatt der 
einbch S förmigen Krümmung, vielmehr eine aus- 
drey Bogen zufammengefetzte. Wenn der l£opf 
nämlich mehr gerade gerichtet ift , die Halswirbel 
lifo nicht aus ihrer Lage gekommen find, fo ent- 
fteht der erfte Bogen , mehr oder weniger ftark, 
dadurch» dafs die obere Krümmung des S im obera 
Thtile des Rückgrats, die zweite im untern Theila 
Am Figur A^s S vollenden ; ibn^n fetzt firh aber 
Boch ein dritter Bogen in der Richtung des obern 
an, fo, dafs die unterften Lendenwirbel ganz die 
Rjcbtong der obern Rückenwirbel erhalten. Oft 
letzt fich noch, je nachdem der Kopf auf iVit eine, 
orfer die andere Seite geneigt ift, wie man dies 
. nicht feiten in Subjekten fiebt, wo die Musl^el* 
k %iirkung, durch deren Anftrengung das Krunniie 
I gerade gemacht wird, wegfällt, eiue neue Krüm« 
X amog an g die, entweder rechts, oder iiuks koa« 
^ kav, 



3l8 IL y^n äMH Knodinng§häu49* 

kar, den Grand zum Sinken des Kopfs auf die ei- 
oejoder andere Schulter vcranlafst« Meiftens aber 
neigt fich der Kopf zur rechten Seite und daher 
ift dJe Krümmung rechterfeits konkav; darauf 
folgt die rechte Hervorftebung vom obern Theik 
des Rückgrats; die dritte weiter unten ift rechts 
fcdnkav, links konvex und die letzte rechts und 
^twas vorwärts konvex« links konkav. 

Diele angegebenes Verfchiedenheiten bemerkt 

man auch meiftens immer in den StachelfortGKtzen« 

Wegen der feften Verbindung der Rippen mit 

iden Wirbelbeinen wird da, wo das Rückgrat kog^ 

^ irex Uervorfteht, auch eine ftärkere Hervorftehufig 
der Rippen bewirkt; die entgegengefetzte Seite 
der Rippen wird hinten platt, ja eingedrückt« Der 
Bruftbuckel ift alsdann gerade in entgegengefeH- 
ter Richtung; die rechten Rippen fteben mitilH 
rem hintern Ende auswfirts heraus; und mit ihm! 

* vordem Ende find fie eingedrückt; auf der iinkea 
Seite ifts umgekehrt. Das Bruftbein fteht dana 
natürlicher Weife fchief, meiftens von der rechten 
nach der linken Seite* 

Die VerhSltnifle der Lage der Brüftgegea 
das Becken hin, werden bey diefen Krümmungen 
«ben fo, wie bey den, durch Beinfrafc verurbeb« 
ten, beftimmt; fo, dafs bald die eine, bald die an- 
dere Seite der Bruftliöhle fich mit ihrem unten 
Ende in das Becken herabdrSngt. Aber nidit alle- 
inal richtet fich diefer Umftand nach den Krüm- 
mungen des Rückgrats. Denn bald liegen die auf 
der Ivonkaven, bald die auf der konvexen Seite der 
ROckenkrtimmung gelegene Rippen tiefer innere 
halb der Hüften herunter; bald findet eine befon« 
der« Richtung und Verlängerung der mit der koo* 

kaven j^eits^ bald der mit der konvexen Seite ver* 

koade- 



B» F#ff d€n einzeitmn Kmockem. S«) 

enRippes, Statt, wodorch bald diefe bald 
die der Bauchhöhle inehr verengert wird; 
ereogerong ift in einem fchreckllob Verua^ 
iSlcelet fo beträchtlich, dafs die udtemRip« 
linken Bnifthöhle auf der Grundfläche des 
sins ruhen. 

ifs alle diefe rerfchiedenen Befchaffenhei« 
wohl in Betreff ?on Geftalt und Lage der 
und des Bruftbeins, blos Folge der Verän* 
in im Rückgrat find , (feiten anders) y darf 
dicht erinnert werden. Das Unnfitze eines 
ch angewendeten Drucks durch SchnQr-i 
Binden» Pfiafter ! ! zeigt fich aus der Natur 
fahrung als erwiefeni und giebt den Kor- 
en, wodurch allein auf die Wirbelbeine gb* 
irird , nothwendig den Vorzug« 
ne andere Krankheit der Wirbelbeine yft 
iltnng des Rückgrats, fpina bifi- 
drorachitis '0* ^^^ betrachten <j(iefe 

Krank* 
Ipii obferrat. med. Lib. 111. cap. ^o. pac. S30. Tab. 

— Hochftädter diU. do i'pina bifida. Akdoif 170). 
drockt in llaUeri coli, difpnt, practic. Tom. VII. 

I. nag. 385. — ^11 r/cÄ obTpvv. anai. obiriirg..fibr. 
IV. Fig. 96. obf. XXXV. XXXVI. SaUmann rcIp.ÖrfA 
de r^iübusdam tnmoribns tunicütis externis. Arfmc' 

. — Z. Titttner progr. de fpiw« billJa. Lipf. 175A. 

merc. Ute**. Noric. An. 1741. bcbd. XXl. No. J. — . 
eil. Nat Cur. Dec. 1. An. l. obL 7. pag:. S6. Au. HI. 
ia9. Dec. II. An. 1. «bf. 15«. pag. 969. An. VJ. obf. 
paS.I49.ii.m.Sc — Morgagni Ej^. Xll. Ep.XLVIlI. 

— Letkfs aiisei lef. Abbandlimgen (ki\% den pbiluf. 
itact. B. in. S. 2Ä). — HaUcri elem. Phjfiol. 
i, IV. paf. 17. — Huck medic. ohferv. <ind inquir. 

IV. pa|^. 40. — Licuiaud iy\}\eT\"di. anatom. inedic. 
. IL ObtCLXXlX. pa-. ?il.— Ochmc difT. df m%r. 
eccns natornin cliirui tfiois. Lipf. 177). deudch u\ Jer 
amml. aoserl. AbbandL idr Wundai zte. St. HI. S. 79, 
mndi/oyt obferv. anat. patbol. Lib JIL cap. l. pa«. 9. 

IL — €ius%l. exe reit, academ. Lib. IL p4g, %y^ — 
t Traic4 au mouvement uiufculaire. Berl. 176c. »ae. 
r«b. lU. — 3, P'itgtt* anatom. chiruif . med. Beob- 

•aclicivs- 



'3ao HC yon^dmn Knock^gMBüu.if. 

Krankheit hier nur in fo fem , als fie die Knochen 
^ngeht. Weiter unten werden wir noch einmal 
Geiegeoheit haben, davon zu reden *^). Man findet 
an irgend einer Stelle der Wirbel eine Oefroun^ 
wodurch eine mit wäfsrichten Feuchtigkeiten ge- 
füllte Gefchwulft hervortritt, die fich dann in ih- 
rer Gröfse und Form nach der KnochenöfFnung 
richtet. Es ift diefe Krankheit nur Neugebohr* 
oen eigen , bey welchen die Spaltung fehr leicht 
von dem in der Rückgratshöhle angefammelten 
Waffer entfiehen kann, da die Wirbelbeine bey 
dem ungebohrnen Kinde aus mehrern Knochen« 
kernen beftchen^O* Die Spalte betrifft meirtmt 
nur einen oder wenige Wirbel; man fand aber 
auch alle gefpalten, wie eine Rinne >^), oder et 



aohtpng«ti. Rofc X759. S. 414. — Henkets nebe 
und clururg. Anmerkungen. Bei L 1769. B. 1. 8. i. «— (». j 
Heuermann's verniifcbte Bemerkungen, n. Unterfuch. der 1 
aafdbendeh Ai-zne^winenfcb. Kopenh. 17^5. B. I« S.jof. 
. T«b» III. — Roux Jntii-niil de Med. Tom. XXIX. peg.iia 
— Büttner •. a. ü. VII. VllI — y, Mohrenheim* Beck- : 
Achtungen veifch. chir. Voifälle. Wirn 17S0. B.l. S. 17». 
Tab. II. FL;. I. n. 2. — P, Camper libcr die Natur, l-r- 
fachen Terich.WarTeiTpchten, in Samml. anflerlef.AbhaadL 
für prakt. Aerzte. B. XVI. S. 444. — O. Greei^e Beeb- 
icbtungen einer beti .'.ehelichen Spaltung des Hdck|(ratff J 
ebend. B. Vlli.S. 584. — J- f- f-'rank a. a. O. ebeod B.XV. ' 
S. 279. — rntgtef 1. c Tab 111. Hp. i. 2, — Riekieft 
Anfangs'r. der Wnndarzuey. B. ///. S. aj9. — Saehelehen 
Klinik der Wafferfucht. Dauzig 17^5. S. 473. — Srnndi' •■ 
fort Mi'f. auat. Vol f. Sect. F//. i)^g. 504. n XV. XV/. 
Tab. CXX/V. — Pofewiiz Journal iür Medicin, Chir. t. 
Geburtsl.fllfc. St. /. S. 176 fg. 

14) fiehe unten Abfchn. V. B. , 

15) J.A.Murray progr. fpinac biHdae <•* mala ofTiaraeea* j 
formalionc initia. G»>tt. 177^. — frank a. a. O. S. 2|l* |- 

16) Kerkrin/^ Tpecileg. anat. Amft. 1671. pag. 57. — tfV- f 
loo exercitat. anat. chirurg. L. B. 170t. Cent.//. p«|r. tfl* i 
Tab. ir. y, — Hurfch thef. «natom. VUl. — Jof.VeJ^ 
inrtitnt.di Chirurg."^ l'art. /. \. 574« *- Hnin in MeoK^ir« » 
de Tacad. deDijon Vol.//. pag. 105. — Richeer*s chir«r( t 
BibL ß. IX. ö. XS7. -• KifMer 6. 4^. «. 164« 



Bm Vqh Am 4nnz9ln€m Knocken. Sm 

r auch die Oeffnung in zwey deutlich abgefon« 
rten Stellen '7). Auch fah Salzmann die gan- 
Wlrbeifäule pcnetrirt, fo, dafs man mit dem 
Dger in die Bauchhöhle kommen konnte 'S), 
e Stachelfortßtze fehlen gemeiniglich. Merk** 
irdig ift daher der Fall, welchen Hutchinfon '9) 
Tchreibt^wo bey einem Kinde von drey Wochen, 
{(en Lendenwirbelbeine eine Spalte von zwey 
II Länge nnd beinahe einen Zoll Breite zeigten, 
ch diefe Kortfätze gef palten wareii. 

Diefe Krankheit kommt, wie gefagt, nur bey 
DgebAhrnen Kindern vor, und gewöhnlich fter* 
I fie kurze Zeit nach der Geburt. Nimmt die 
ikiHig mehrere Wirbelbeine ein, fo fterben fi^ 
ifrens gleich nach der Geburt, oder kommen 
lOB todt auf die Welt ; zuweilen leben fie einige 
»di^a oder Monate ^^). Man hat aber «och Bei* 
tley dab folche Kinder Jahre lang ihre.klägli^ 
t Eatiftent fortgefettt haben, acht, zwölf ^^ fieb« 
in *^), 2wanzlg ^')« ""^ funfeig Jahre ^♦); doch 
r ätiiOf fteta eine Lähmung der Fofse« 

Höchft feiten > vielleicht einzig, ift der Fall» 
i ein fchon Erwachfener ein gefpaltene^ Rflck* 
t bekam, welches uns Frank von dem Btdifchen 
ite Buch erzählt. Diefer war ein Mann von 
Edg Jahren, fiel in einen Wahnfino und wurde 

ganz 

f) f. Camper a. a. O. S. 44S. 

%) 1« c. in Halleri collect, paj^. 4JI. 

f\ Tue new Lond. mcdic. Jonrnal 179^. Vdl. 1. Part, ly^ 

— «IcÄ/«-** Chirurg. WM, H. XV. S. «5. 

>) Mvrgagni «. a. O. — Richter a. a. O. S. «4;. 

(5 Trfm in Wov. Act. Kat. Cur. Tom. //. pag. 594. 

i) QL/Icrell in Konigl. Vctenfcaps Atad. Handlingar. 1741. 

rif. ^1. 
W'm'ner cafe« inSnrgery. I.e. — Camper i. 8.0.8.456« 
) H^tf^taetter 1. c. — - Sivn^cmtann Ontlced an h«tlliun* 
dig» Verhandelins; van Jj^c A\'aUi>lioosd ceUiünit 1747* 
ib. d.pathol. Amu. fi. l * X 



3at M. Vom (Um MM99kmg9bBudik 

ganz rerftandlol; feine Htnde zitterten abdafhl^- 
lieh j und feihe Ffifte waren faft ganz gelähnnt» 
14atth dem Tode fand man wider aller Erwartung 
eine Rackgratsfpalte, welche wahrfcheinlich durch 
Herabfenkuhg einer Feuchtigkeit in die Wirbel» 
beiohöhle eati'tandeo war >0» 

Man fah auch in einem Falle, bey einem mit 
ileRi gefpaltenen Rückgrat gebohrnen Kinde nicht 
allein eine Spaltung der Körper der Wirbelbeine, 
(ondern aich einen Mangel aller Fortfüt^e derfel- 

Uebrigens betreffen diefe Spahnngeb gröCi- 
tentheils die Lendenwirbel ; fo wie die Krümmon« 
gen hiufiger in den Bruftwirbeln gefundea wer^ 
den^ 

Oft findet man auch die Wirbelbeine in dhf 
fir Krankheit von dem VVailer angefreffen^ j 

Der 2erbrechung find' die WirbelbHiti 1 
befondera die Hals- und Lendenwirbel, obwohl / 
nicht gar häufig, ausgefetzt. Man fehe Boucher^ r 
und Sömmering ^}| welcher alle Littratar foa j 
^efem Falle giebt. 

Voi " 

Ä5) 3^. ?. Frank ateicctus optafeiil. ne^ic. Vot Ü. psf, J|« 

in der Anmerkung'. — «aoiinl. Aiii«i L Abh. fOr ff^U 

Aerze*, a. a O. 6. Jlo. 
^6) Richter'! chirurg. ßibL B. |^. St. ih S« |fa & iX. & 

1I17. •-- Grteve a. a. O. 
$f) Frank a. a. O. 8. af7. 
tS) Apin^ in Ephem. Xiat^ Cof. bao. ///. An. tk. oVt tM^ 

— • Bidloo L c. 
«>*) Vo&iden Ki-ankheiten der Knoclieii. B. I. AbCJnilttlt. 

Kap» yni. S. 34s h' — Verisi, udiuigii adTarC »atfk 

prÄCt. Tom. ///. Part. ///. pag. 507. 



f o) Ueber Verrenkung und Bruch des Räokrratt. btrL Ijfl* 
— > Die Abbilduna eine« eerbroclienen vierten 
%tU liefert ' ' *" """ 



— > Die Abbilduna eine« eerbrociienen vierten Ualräriv* j 
^elt liefert Luduni 1. e. Xa^. ^lU. Fif . a|, pi^ |. wl I 



Bi Von de*i »fHite&t«!! Knocke. S^3 

Vdtt dttk V^rr^nktingeA wiftrde lell Wfei^ 
Utiteo bey detr Ligani^tileh )') tntehr zu fagcil 

!f»^^ehheit haben^ 
BeyGefchwülftctt deir Aorta leirföA die Röcken 

i-bel auf clnis befoAderä Art^ Wovon ich bey de^ 

rta w^ittt r^dbü werde% 

d^ Das Kreuzbein^ heiligt ISelhi 
&S befteht im tiatarlichften Zuftftndö aUs fünj 
-bielähnlichen StOck^il. In mehridrn widerna- 
liehen FiJl^n fand man aber dt^ren liechs )^)> 
itfelln^rnut viör3l)oder fiebönH). 

An d^r fpina bifida nimmt diieför Kno- 
ätl nur feitön Anthei), doch hat man auch Fäl- 
wo er gefpalten angetrofFeh würde ^^) Hoch^ 
mer ^) fand feine Spaltung deffelbcn bey eincj? 
i£dg{i[hriglsn Prau , welchii durch Aufhebung ei* 
rgrofsen Laft Velrurfacht worden War) alfo ein 
ihrer B r n c h )7)i 

X 1 Statt 

ij iAettT Abtehnitt, Ü. 

a) Cohimhus 1. L pa{i:. 4t4. -^ ^M/m tbnbb.ib«i.Lib.i^i 
päg: 5I. •=^ /4mä^. Boti'rdo'n TäbnU Ahat. Tib.V; -^ l*ä/i 
böltvtrcn bbfeiv. acad. Öftp.X/i/. pag. 366. ^=- Saindifofk 
bbC anat. path. Üb. ///. cat^. k. pigi 1)5. -^^jhsd. Mu& 
tnacöflki Vol. I; paif. I7. h. CGCLU. ttap 176. ti. CLKIIi 



tnacöiai Vol. /; paf. t7. tu CCCLU. nag: 176. n. CLKII; 

t»«^5»77.n.CL}c///.CLX/V. ClLXV. CLXV/ bit CLXXVI; 

&— Aek^rmänti a. a. 0. ^- fi/iimerzMi:c^*J Oeibh. ctiir Kho- 

dMi» Abfebh. XXX//. S. 30). Anm. 
lO fk/hfpii e*pt>f. Üe bflibuii. paj; 579. -^ ftth Dbin^w-f/l 

L c. pag. 207;— Levtiih^ bblerv. atiat. ratio i*. Fafc. !;-= 

Stkermanh a. a. O. 
4) Sil/. Aiberti biftör; p^rtitiin bopp. tinm. ViteUb. i^g)^ 

TalK Vi FiÄ. ?a. — ?. Paw primit. ahatbm. J>ag. löä. -^ 

JlhpHm^tfcA <; a; O. S. 304. 

{} MmrgHgni Ep, Xi/. 9. — ^ 5a/Kf//br^ tkerc acad. Lib. /I; 

«Mfr if. pag. «7. ^ib. /!/. pag. 135. — Gheeve i. a. O; 

f) Ybii d«n Bracneh dei Rieu^beins, f. Böttcher a. 4^ 
O. E. /. Abßfehn. //. K#rt. /X. S. 3^9. — tin gebrpchcri 
ftVe^tt^ Krcliiibein bild<*t uns ^«/iÄf(/or^ ab in Aluf, anat. 
VoL /. W 171. Tab. XLV, Fig. 5. ^. ?• rt. QtiXXÄ/Ii 



Bey Fallfüchtigeo , Melanoholifohen und an^ 
dera dergleichen Kraaken follaa vornjlmlich dr« 
flippen erweicht werden, fo^ daft fie fich wie 
Fifchbein biegen laffen. Bald findet diefe Weiche 
beit auf einer, bald auf der andern Seite, bald aof 
)>eiiie/^ Seiten Statt, mehrentheils aber dogh aar 
an den mittleren wahren Rippen, feltener an der 
^rften oder aweiten ^^), 

Bey Pulsadergefchwairten der Aorta tri£E^ 
inan hSttfig die Hippen, oder die Wirbelbeine, oder 
das Broftbeia an gef reffen, oder auch ohne alle 
Spur von Eiterung odeir Beiofrab, gana y«f« 
»ehrt Sl), 

Die Brüche ^^) uiut VerrenkungtiiQ 
4w lUppen find bekannt. 

gs Bas Brufthein, ^ 

Den fch werdföripigen Knorpel U 
«nanfehleni^);ehen fo auch das gance Qra(t« 
bein ^^ Einmal (ah man auch das ganze Braft- f 
)iein durch Karies verlohren gehn, fo» daft «isa \ 
den Herzbeutel bIos,und die Bewegungen desBeh 
f ens deutlich bemerken konnte ; die Oeffinong fer« ; 
wuchs aber wieder, indem die Rippenknorpel tpa ^ 
|>eiden Seiten aneinander wuchsen ^')« ' 

hl 

13) Mor^fLgni Ep. XVIIl. 15. Ep, XVII. j^ Ep. XXVI. if« I 
--: JVeikar^^ vermifobie media ichrift. B. 11^ S^ 1?. -^ S 
BaMHc .^niitoinie de« krankhaften Haues Ton eioimi i» * 
, triebt. Theite im menfcbl. Kiürper, iiVerfeUl von Sltmmt^ ; 
Ting^ S. 17, -7 fCifVew a. S9. n. 910 o. m. — Wmlm"* * 
«nAK. Muf. B. 11. S. |i|. 9. 56e. S. 114. 11.561. €.iai.9i j 
5^9- -nr Vergl. unten Abfcfan. ///. B. Anmerlu |1|. 
$4) Bduektf «. a. O. B. /, Abfoh^. 11. Kap. VZf, a fll|i 
15) ehcnd. B. II. ^bfciin. //. Kap. VI, S. |ai. ^ , 

%6y Hßlfer df oorp. bum. iabripa. Totm. VI. pas» m, 
«7} fV,R,C.JViplaiann Ob. d. f(ibUpde QmKMa, l^ftbü^ 

11) QMm« iahitiira ^f^omllim. I7«9*iiil^i/a/ei«## 



A .IV« dkm tfVj#&Mii Knoeknh' $%J 

In rioem Fa}fe lehhe vob Natur nicht allein 
itasBruCtbein, {önäsrn tuch die Rippenknorpel 
Hod Schl&ffeibeine, fo, da& suin die Ein^ew^ide 
der Briaft fehen konnte S9)^ 

Man fa(id a.ucb dM Braftbein K^f palten« 
Bey einem jungen Mann fUhlte man m der Hand-i 
habe, des Braftbein$ ^ine^ einen Zcill lapge und aa« 
dcrthalb 2k>|l breite Furche, die ftch ^ac^ den 144a« 
fe des ganzen Brurtbeins herab erftreokte, allmäh- 
Vg lbhm$ler ward, und fich liacht uB%en wieder er« 
weiterte« An beiden ^iten, wo &Bh das Schlü(^ 
felbeln ans Brafrbein befefUgt, fQhhe map fehr 
deatlich die Hälfte des aberiv haU)mondfärmigeil 
Ausfohnitu; und die knocplichj(en Theile des 
Rippen, mit dem' damit verbnndenen Stftck def 
Broftbeinti krOmmtea fich an beiden Seiten der 
%flite einwärts. Jm obera TheiU der Spalte fOhlt 
man, bey der Exazerbaüan des Fiebers, ixK wel- 
che« der Kranke Uf^» die grofsao Oefa&e pulfiren 
V,q4 bey einem etwii3 (tärkex;^ DcucK<$ ward 4^ib. 
pob (ohw«ch^r ^^X 

. Xüp Geft^lt unj^ Qr.Ofse Jes fcKwercl- 
farmigen Knorpels iftfehrverfoh^cdc^o; b^ld ifi^ 
er abgerundet, bald gabelförmig ^), bald 
dreizackig ^^). Bakl ift er einen bis au zwey 
vad dfi^ttebalb '^U la^g ^')* Nicht gai: f^ten |ft 

er 
Annajh* der (r«iiz. A. W. B. 1. S.Aie. -n ^way «hnlicl^e 
Ocfcfi. erzShlt Sekonk obf. nedic. Lib. //. 0(4.171 f^i7S« 
pUL 3^7 ü^. aus 4^m A^cennm und fttfitiiJtfnMU.. 
^) jaembit:. de Tacad. dca Scicnc de Par. ;7<^ fkUf. Uu 
4o\ Pieker's Bei^ägt zur Arzntywißenreh. St. |. S. 7p.. 
il) SatUU/ort |4uC anatoa. Tom. I^ paa. I7y. 1^ CXpi^t 

Tom. iL Tab. XLYI. Fig, i, a. 
4e) 7. Mimur. Hofiutfnut difquil. oorp. bumani anatQm^con 
pailiologicii. Spea IX. \^ ^, pa|. ^4t* ~ Q/utnrtttac^ K 

#»> il/Z^nrub. ojfiiun XIV, ^ i4cib#rvfaM9 #/ a. O. S. r## 
Aiuiitrk. -*-r Ver(l. diefen Abfcbnitt C. 



Ss8 IL Von dem Knook^pgMiude, 

•r mit einem Loche durohbohrt» walchns manch- 
mal ziemlich gtofs oder gar doppelt ift ^^). 

Die Spitze der Klinge ift bisweilen durch 
eine Qaeerfurche abgefondert ^. 

Nicht feiten hängen alle diefeiTheile in 
Ein^ zufammen ^). "^ 

Hier ift auch noch der Biegung des Bnift- 
beins und der Rippen, aus rachitifchen und an* 
dern Urfachen, wie hey: den Rücken wirbeln» zu 
erwähnen. Meiftens ift auch die Krümmung der 
Wirbel die Ur{ach von der Krümmung de$ Brufi« 
beins ^7)* 

h. Da,s Schulterhlat\t 

ftmd man einmal gefpalten ^^. In derRachitil ' 
leidet es durch Biegungen nnd Brüche ^ 

i. Die Schläffeibeine 
fehlten bey einem Menfchen, der ohne Aenae 
gebohren war 70). Ej^ fehr feltnes Beifpiel Ton 
einem Beinfrafs des ganzen linken SchlüfTelbeini 
liefert Ludwig 7«). ^ 

»• Die 

64) Blumenhach f 29^. S.354.— Achermttnn S.75.-i. Seil- 
di/ort Muf. anat. Vol. I. pag. 17^. n. CLXXJCK/l. 

^5*) Haller de corp. ham. fahr. Vol. VI. pag. 2}. — 5«ii* 
di/ort obf. anac path. Lib. 111, cap. X. pag. 154. 

^i) Sandifort MuH anatom. VoL 1. Sect. IV. pac I?l. n. 
CLXXXVl. TAb. XLVI. ^^ ^ 

*7^ Morgagni Ep. XXVII. J. 31. |S. 

61^ Hochßiltter I. 1. 

6^) Vergl. Sandifort Muf. anat. Vol. 1. Sect. /V. nJI, paf. 
lat. Vol. II. Tab. IV. Fig. 1. "^ 

70") J^r/en de orQbus pag. 24. 
71) 1. L Tab.iU. Fig. a. 3. pa^. 7. und pag. 94. $• XV/L 



S« Vmn den €ißzelm0$ Ka^eheml. Säj 

Am rtehfen Etlobogen fand de la Chehal 7^ 
\n beweglichen Knochen, welcher in feinen 
bindungen dafelbft völlig die Stelle der Knfe- 
sibe vertrat, da er mit eignen Sehnen und Li- 
lenten verfehen war. 

DieRnochen der Haadwarzel Variiren in 
BT An z »hl. Sandifari7^) fah bald 'ihrer Sie^ 
, bald ihrer Neune.- 

Von überzählichea oder fehlendeii 
Dgern hab ich fchon oben geredet 74), j^fan 
i auch mehrere Fiogerglieder 75). 

Eine fonderbare Bemerkung, welche Hin^ 
7^) von einer Krankheit und einem abwechfeln-' 
1 Verlofle imehrerer Fingerglieder bey Jeder 
iwangerficbeft einer F^au genncht hat, kann ich 
;r nicht übergehen.- Sie litt nSmlich bey jeder 
nwangerfchaft folgende auffallende Phänomene 
den Knochen der Finger: Einige Wochen nach 
lem frachtbaren Beifehlafe empfindet Ge eine 
tze in irgend einem Finger, worauf ein Ge- 
iwDr entfteht, welches fich bald in eine mit bel- 
li WafTer gefüllte Blafe verwandelt; öffnet fie 
efe, fo fcheint das Fleifch in Eiterung Oberziige- 
n und der Knochen des erXten Gliedes fällt her- 
s. Nach vier und zwanzig Stunden ift die Wunde 
gdann geheilt. Bey der erften Schwangerfchaft 
J das erfte Glied des Mittelfingers, bey der zwei- 
n det Zeigefingers, bey der dritten des Ohrfin- 
srsjindbey der vierten desDanmens der linken 

Hand 

79) Siehe oben bef dmn ilberzShlichea Knochen. 

7)) ObC anat. patn. Lib. lU. cap. X. pag. 136. 

74) Siaha in diefem Abfcbnitta A, 

7$S Coiumhus 1. 1. p. 485. 

7i) Siark** Arcbiv für die Gtburtsbüife, B. V. 8. 404« 



Hand «b; bey dar flUlfteii traf di# Reihe dai erfte 
Glied des Zeigefiogers, htj der fech^ea d^ Ohr* 
(ingers und bey der fiebrnteii des Pagniens dev 
rephtenHand. 

2« Das Becken. 

DieUngeftaltheit derBeckenknachea ift 
irorzüglieh dem Geburtshelfer wichtig* Ihre Ver« 
biegnugen kommen von Rachitis, {k#rbnt{foheff 
und ireilerifcher Schiffe , von Schwere des Kdr- 
perSi dpFch die Eingeweide, dureh ein von Jugend 
auf angewohntes Tragen Cphwe^r tiafteu i rfurcb 
Sxoftofen u, f . w. TT). 

Meiftens ftehen die VemnftaltmigeM tlit Be« 
ckens mit den, oben erwähnteti , Verunftaltongen 
lies Rackgrats» die fich, als Folge wmn vadhllffchef 
Erweichung der Rackgratsknochen leicht ci4cIärco 
Jaffan, in Verbiildun{;, Aber nicht imaa^r. Dis 

Ir- 

ff\ P0i. f^amper demonftratioBefl aaat. p«th« Lib.ll. Aaift. 
1761« oap. 1. — Fr« Thierry ^ÜT. da p«rin diEficili •« mal« 
conFoimatione pelvis. Ar|ea|. 1761. in Saiuli/pr^ Thalaar« 
Aißart.Tom. 111. — ^lamoir. dte rapad. roy. d9 Chirurg 
de P«>-. Tom. IL Pait. IIL pa^. aia fq. — Co^pem Madia, 
Obr. and inqnir/Londor» 1771. Vol. IV,— JT, Jk. HV'fT 
von dfs Zcrfchneidiing der Schaamknocben in fcliwaren 
Gabiirtan. BerUn.i7ta, 6. 35 fg. — Rtchter*i i^ir. BiW. 
P. VUl. S. 70S' — Joiiin. de medicPai. ijiqu Tosi.3LLl 
tind XLIV. — y. fLJördcru dilTert. de Titiij peWif mn- 
liebiif. Erlang. I7ir. — Baudü/octfue'.f Anlei^nf^ aar En^ 
bindungskunit, äberf. von f. Fr, Mtqhel, («eipaif I7f f, 
B, 1. — Steins Anleitung »ur GebtiruliiilFa. Mar^p». 17^5, 
^ dcffen klaine Werlte aor prakt. GeburtfbfHfe. Marb, 
<79S. n- VI. Tab. X, ^ Nie. Conn. de Frcmery ditt ifi ewr 
iatione flgurae pelvif , praeCeriiin ilsi^ qua« ax ofliuiQ ein<il* 
' litione orinntur. Lngd. Bat. 1793^* — =- C. C. Cr&P^ düC dt 
fraotui'is orHum pehiis. Alogu^a. if9^ ''-^ fiiüuf. vom Bina 
dM waibLBeukai^.LeiDa. irf^.-rrB^fnd, vo^ deaKraak« 
baiten dai weibL BfckeniL Bfrlia 1795. -r- Ebermmc^ 
de nimia pelvis muliebria anipUtu^uie, Gö(|uig. irbr. — 
W«ar «. t^I, No. WS « W ^ ' 



r 



'A Forn dem ^InzolMn Kaock^^ 33 1 

!rfiAiniiig beitätigt nSmlieh, daEs das Becken, we^ 
ligftens eben fo oft, wenn auch alle übrigen Kno« 
h'enan Rachitis leiden, davon rerfohont bleibe 
ils es damit befallen wird. Schon die oben gege^ 
»eoe Hefohreibung zweier rachitifchen äünderfke* 
ette ans der Sammlung des Oeh, R, Meckel be« 
UUig^n die Wahrheit dadurch, dafs bey dem erftea 
lie Weiche der Beokenknochen VeranlalToog sa 
ihoHchen Veränderungen fon denen wurde, dio , 
nan bej Erwaohfeneo bemerkt, und die, als dis- 
Mmirende Urfach angenommen, die leichtette Er« 
dimng der gewöhnlichen Abänderungen des Be* ' 
ikmnw znUUst. Mit ihr wird» anter der Bedingung 
ron Stehen, Sitzen und Gehen, die Laft des Ropfs^ 
fer obern Extrenütiten und der Bnift auf die layi« 
p Wirbelftule, und dureh diefe vorraglich auf 
liae Heiligbein wirkfam, und darum der Girund, 
ivmmni bey allen fohlechtgebildeten Becken, be-> 
onders je flbler fie gebildet find, die Grundflächn 
lei Heiligbeins weiter herunter liegend an der 
intern Beckenfläche angetroffen wird ; und war-« 
m «och meiftens , der natflrlichen Richtung der 
snden Wirbel und des Heiligbeins gemäfs, die in 
bieten Linien gegen einander gerichtet find, dj^ 
dligbein mit (einem fogenannten PromontoriQ 
>e wirkliche Hervorragung bildet, zu welcher 
* Qegendniek , den d^s Heiligbein von unten, 
es zwifcben den Hüftknochen feft eingeklemmt 
maeht , das feinige beiträgt« Bey ober, diefea 
en finden die Bedingungen Statt, wodurch die 
lere Se^te des Beckens unanfliOrlich der hin^ 
näher gedrückt wird* Der Oegendrui^lc, ' 
die Schenkelknochen (furch die Pfanne auf 
ranzen vordem Umfang des Beckisns machen^ 
iel^t th^ einwärts, theiU 9«fw4rtS| daher 

liegt 



eioeid, ils d«r Mderfl Seite; durch fchiefetttef» 
unierfleig^n des Heiligbeins und vorztigliqh h<u* 
fige JTchiefe Riehtüng des Steisbktin^ ; dorth titfSert 
Stellung ^^ eibeu Sitebeiiihöckers gegeo den in« 
dem \ durch ungleiche Richtung der herutiterfi-ei- 
-gendeki Aerttiö der Scheambeine und herauflteik 
gendien des Sitzbeins; dutch Enge und Schiefe tllch« 
tun^ dest Sohasmbettibogetis bufsem: ih aus rief 
dispobiteäden Weichte der Knochen, nebft Schlatt- 
heil der BiOder, die fie vereinigen , leicht erkllf« 
bau 

int &cftät}güt)g äeir bbigeti ttÜM filfehaup« 
lüttgt dafii init dien fchrecklichften KrümmusgeA 
desRütkgi^ats, dereh Entftehung weder von Bein» 
frafs der Wirbel , noch von äursetn Ürfabheii hep> 
geleitet v^erden kann, fondern nur tachitifcbef 
Umändt6rung r ittgefchrieben VirerdeVi fenub^ fiAt 
gut gebildete BeckBo verbunden Teyn kötinen} b^ 
fecugen einige Skelette in der Meckelfchen Pr<pa- 
ratenrammlong. Bey Beben derTelben> wo die 
Skoliofen fo beträchtlich iBnd^ dafs fich die Linge 
der Staintnhdhe i\xt Lange des ganzen K^r^pieri 
wie 1 zu 3, auch drunter verhält, haben die Be* 
cken ihre gab« vollkommen na\ar]fche Rt^Vitu^ 
lalftellung unter Att Wirbelfäule, die ibfaMfta 
fchiefe Neigung vom hintern Umiang ttifü töt&mf^ 
Daher eine völlig gleiehe Höhe dier Haften tu bBl^ 
den Seiten, völlig gleiche Länge cFer SeileiAM^ 
chen, das proportionirterte VerhSltnils Vtm veh 
fehiedenen Höhen det- KnocheYi, die di« Wandl 
der Beokehhöhle bilden. Das Heiligbein hat feM 
gewohnliche Breite, die Ober vier 2oll, fa bcf 
verfchiedenen fanf Zoll Und drOber, an derOrtiB^ 
flache betrSgt) und das nämliche Maa^ von LAngMi 
ttiit der gehörigen Wölbung, zufolgia deron etwal 



' A Kon: dbn einzelnun Kuochäm- ^ 335 

6ifiio Zoll Raum zwirchen der Tangente und 
Sinrns del Heiligbeins und des einwärts ge- 
imten Stdtbeins entftehn Nur bey zweien 
t fich «ine da tiefe Aushöhlung deCTelbeo, Fol* 
>r urfprflnglicbenBefchafÜenheit derKnochehi 

der di^fer Fehler aueh häufig, als. Folge det 
a Sit2ens bey weiblicheil Gefchaften wahrge^ 
«en wfrd» ^ (Diefer Umftand ift oft die ür- 
, dafs der Kindeskopf, der bis ati di» untere 
inog des Beckens leicht herabtrat, hier fchwer 
urchgeht, ja (ehr oft ohne Hülfe der Kunf^ kei* 
A.«sgang gewinnen kann.) Eben fölpropor* 
rt ift die Seitenhohle der Wunde des Beckens» 
»ey feilen drey Zoll und drunter betrfigt* Bey 

fiodet fich die, milde fchiefe Neigung gegen 
ider flach unten ^ Wodurch fie die propor« 
rtefte Verminderung des Queerraums Itn Be^ 
i mn oben nach unten verahliffeo« Did 
ambehihöhe ift bey allen unten 2wey, meiftens 
; fiormal, anderthalb Zoll. Daher die geMt* 
igfie Entfernung dt% obern Umfaugs der Be«^ 
ihdhle und des untern Umkreifes vom decken« 
iber^ wie fchon erwähnt, manchmal abweicht. 

D«rQueer-uud fchiefe Ditrchmeffer der 
m Be^enöfFnung beträgt hf>y allen vier Und 
' Viertri bis fänf und einen halben, ja in zweiea 
iZoll, ili beinahe abermäbige L^oge« l3oy 
1 hft der kleine DurchmeiTer feine reg^lmä« 
i rier 2oll nhd drüben Bey vierfcn fiodef), 
Tchon rorher bey den Beckenhohen bemerkt 
de, auch die Bedingungen von tiatürljchet 
te Statt, die bey zweien durch übermäfsigeWoU 
; dos Heiligheihs, b^y Mhem durch zu fcbrä- 
Fortgang nach unten, den tlaurti dSefer Höhll^t 
lieht vermindern^ doeh ungleich machen» Da** 

h#t 



336 tL Von dtm KnoekengebälUt* 

ber find auch bey den vier erften die Entfemnt- 
gen von den Enden der Durchmeffer in dem Aqt^ 
gange des Beckens ganz unregelmä&ig; der Raam 
ftwifchen den Sitzbeinen ift nur bey zwc'ien vierte» 
halb Zoll, bey den flbrigen roifst er vier Zoll, und 
in zweien y die fechs Zoll QueerdurchmefTer obea 
Kulten, fogar fOnf Zoll. 

Der grofse Durch meffer der untern Oefiiion^ 
von der Spitze des Steisbein, zur Mitte desSchaio- 
. bogens, ift bey den meiften, ohne Rückbeogaog 
des Steisbein, vier Zoll lang; nur bey za ftark 
ge^Tulbten Heillgbeinen und Steisbeinen zweier 
Becken mifst er drey Zoll und drunter. JBey fila- 
fen iftder Schaambogen, deffen wefentlieher An* 
theil an dem Ausgange des Kopfs vom Kinde <bs 
dem Becken bekannt ift, unQbertrefflich fehOo ge* 
wölbt; nur bey zweien fteigen feine Schenktl n 
fteil aufwärts, laiifen mehr wirklich oben zoCun* 
men und endigen fich unten in die aneinanderfto* 
fsende Hocker vom Sitzbein. Sehr begreiflich ift 
es demnach, warum dergleichen ungeftaltete Sab* " 
jekte in Rückficht auf die Richtung der Wirbel« 
faule, leicht gebähren, und es giebt dies BenVeiGi f^ 
von der Trnglichkeit des Schluffes von Skoliofil ^ 
und andern Merkmalen von Rachitis, auf fehler* k 
hafte Bildung des Beckens. ^ 

ZurBeftätigung der zweiten Behauptung; dafa l 
mit den übrigen von Rachitis fprechenden Kau* t 
zeichen, zum öftern eine üble Befchaffenheit def jf 
Beckens vereinigt fey; dienen unter andern fecb jf 
befonders merkwürdige Becken der Meckel/cheB 9 
Sammlung. * 

Das erLte,weIches mit dem SkeletinVerbindonf 
f^eht, das mit allen Merkmalen von Rachitis, durch 
eine fekr anfehnliche Skoiiofe, durch anberor- 

dent* 



itlich betraclitliche Veril^chiebung der ganftdä 
tafthöhle, Verkürzung der Oberärfcne, bey wi* 
rnatorlicher Länge der Vorderarme, eben tö 
Täehtlicher VerkQrliing der Obetfchenkel» di« 
^eich fehr ftark vorwärts gekrümmt find, durch 
jmme Schienbeinröhren und Wadenbeine, vtc* 
len ift; zeigt ein Becken, das wegen ftatkei^ 
rForftehupg des Heih'gbeinberges weniger, ali 
xh die Vereinigung des fünften Lendeilwirbeli 
t einem aufserordentlichen fechften, von Vorh 
:h hinten fo verengert ift, dafs nur ein twef 
i drey Viertel Zoll weiter kleiner Durchmeffei^ 
;etrofTen wird. Der Queerdurchmeffer hält 
r und einen Viertel Zoll und der fchiefe vief 
U 2wey Linien. Die obere OffTiung des fie- 
MS ift herT^förmig gebildet und dadurch entfteht 
» geringere Diftanz zwifcblen der erwähnten Hei^* 
Tt^hung und den QueerSften der Schaambeioe^ 
auf der rechten Seite gerade zwey Zoll, üut 
' linkeB kaum 2^ Zoll beträgt. 

In einem andern Becken ift durch ein äufseN 
lendicb gekrOmtntes Heiiigbein und Steisbeiü 
rpM, als durch tiefe Stellung der Schaambeio« 
iifig, im Verhaltnifs des fOnfteh und fechften 
öden Wirbel!?) eine Veranlaffung zu einer fo be- 
chttiebeniVerkdrzüng des Längendui*chmeffdnl 
r mlMrn Beckenöffnung gegeben, dafs nur drey 
U das Maafs de(f»lben ausmächen; der Queer* 
rchroelfer diefer OefFnüng ttlifst drey und eineü 
IbetiZoH. Das Skelett ift Voti einer Vier^Sigj&hri^ 
I Frauensperfon , die von einem ihr gleicheii 
\(mk gefchwängert Worden w^r und tiot durch 
e fehr fchwere Zangengeburt von einefn Kindt 
banden werden konnte« £nt%Qridurig und Ei«' 
Dug der Gebärmutter, deren Folge Mutterfifteiti 

Mßul^, d. pmihui. Anmi. B.U X ^^eb 



33d M» f^om 9l^rti Ki»ckeng€häMd9. 

nach demMaftdarm und der Htfrnblafe su Mairden, 
endigten fechs Wochen nach dtr Niederkunft ihr 
Leben. 

In vier andern Becken , bey denen die letzte 
JvräHimung der Lendenwirbel einen Beweis voa 
Rachitis liefert, die auch aufserdem, obgleich die 
Becken von Erwachfenen find» aus der Leichtig- 
keit und der, trotz des Trockneos, Qbrig geblie- 
benen Biegfanikeit^ erkannt werden mufs, find die 
VerJLnderungea der einzelnen Knochen «nd des in- 
%iern Umfangs vom Becken, folgende: Eins der- 
felben giebt fanf Zoll Maas fQr den Queerdurch« 
meffer der obern Oeffnung, nur fftofthalb für des 
fcbiefea und drey Zoll zwcy Linien fOr den klei- 
sen Durchmefrer« Die Bedcenlidhle wird dnrrii 
eine ^n ftarke Aushöhlong des HeiJigbeios ab- 
weichen/1* Der Qu&crdurchoieffer der unter 
ÜefFnnngmifst vier Zoll und eben fo viel euch eur ^ 
^er LfingendHrchmeffen j 

Das zweite ift fchon mehr von der naltrli- *. 
chen BefchafTeBheit entfernt. . Durch die ftSrkert ^ 
iHervot/tehung des Heiligbeinberges und das Eis* ; 
wärtsdrftcken des vordem Umfange vom Beckea, ir 
i^at es Im QoeerdnrchmefTer der obern Otfhm^ ^ 
der ftber fünf Zoll miüt^ nicht gelitten, der Schiefe «L 
ÖurchmefTer ift aber auf vier ein halben Z#tt vei» | 
iiürzt; der kleine DurchmeOer mifst kanm dref | 
2ell In der Mitte, auf der linken Seite ift fein Mm i 
.nur drittehalb und auf der rechten nur twtjlA «^ 
Der X^ueerdurchnreffer der untern Oeffbting gMt j^ 
Hber vier^ der Längendurchmeffer nur drey Zsy»]^ 
I(n dritten Becken fteht der HeiligbeinlMlgil|^ 
litatk hervor, dafs d^r kleine Durchmeffer derobeit^ 
Oeffnang ntSt Zwey Zoll vier Linien belrigtb faf^LJ 
Erhöhung und iiie Höhe der 5chaainbeinlilf^£ 



eil . 

^1 






ich gcTAdU gegeddbdn Ihr tchieWÖntch* 
fnifgl nur tBtvMi.«; flher vilnr iSolI, dtNrQnter« 
letTer fnnfe; Das Heilig; - ood Steißbein find 
k fekrOmiüt) dafii di« HOh« beldttf iia< 
aib ZöU beträgt üöd disr Bogbii beider t^ef 
iefe het; dAher die Verkarzotig de^ Lln« 
chmefTer» der unterq QefFiiting ad^dre^ 
bey einem vierzdUigeo QueerdorchmelTtri 
Becken ftamnil vqh einer PerfoA , an wid^ 
oiius in Berlin, den Kaiferfchnitt^niil nitht 
icbem Erfolg , r^rrichtete« 
^as YlerteBecken, von einer Irathilltctleti er^ 
nen Perfon, t)ualifi2irt fach noch intht^ wi6 
*ige, tarn Kaiferf&hnilt Das obere Beckea 
ch eine fo fteile Fortfetzucg der HQftbeinfi 
nz f<»nkrecht iltehcn, Herikiafsen Verengert| 
ur fiebentebalb Zoll Räum zwifchen dtA 
I &nd; die^Seifdnhehf des Beckens betrfigt 
mehr., ala einen Zollv Der Heiligbeinberg ' 
0' tief herunter, dafe der obere" Ra|id d«i( 
nbeinfflgong einen gnten Zoll hdbelr Itehf^ 
cb ill der kleine-Durthmelle^^f eodertbalt^ 
edtizirt und es bleiben , Wegen fchiefer Stel« 
:les HeiHgbeins^ nur ^ZoU auf det Unken 
iderthaibZoU auf der rechten Seite) Z#iCche& 
leUigbefoe und den Oueer&(tefa der Scbiahaa 
Gbrig% DieBcikeubofaie cfwtitert fith^ llv* 
efem fo engen obern Umfang des BeckMi| 
Zorück weichen des Helllgbeins nach nnttBt 
ifs, mit einer fehr geringen Weite deir.B#« 
lOhle Von vorn nach hinten^ dlich die ünteM 
ong des Beckens 6ch ^ durch einen ziemttcü 
migen Schaam bogen » dunsb einen benähe 
Uligen Queer « und durch einen l^eA fo lan» 
lia^endurebmeffer i dem Mtarlkb^n ZilftMls 



d#^ nirbert) der aber freilich zut MögllcbkeSt einer 
natürlichen Gebort nichts beitragen konnte. 

Das fecbße Becken, welches ganz vorzOg^ 
lieb die Kennzeichen von Rachitis, dur6h aufseroiv 
deoUiche Leichtigkeit der Knoeben und abrigge« 
bliebene Weichheit bey einer Erwachfenen, an fich 
trägt, ift in den Lendenwirbeln von der linken 
zur rechten Seite gekrümmt. Die Hüften ftebea 
noch nicht acht Zoll von einander und der obere 
Theil der Hüftbeine fehr feiikrecbt, mit tieftn 
j^öshöhlungen der Hüftbeingruben. Der Heilif- 
beinberg fteht dem untern Bande der Scbaambeiii* 
fflgvng gegenüber, ift mehr eingerirflckt, ak her* 
vorftehend, fo, dafs feine Stelle durch dieVerti- 
nigung des vierten und fünften Lendenwirbels nr^ 
treten wird. Die obere Oeffnnng ift ganz herz* 
ftHrmig gebildet und vermittelt einer benrorfte* 
henden Spitze, welche die gekrümmten Queerifta 
•der SchaambeiAe bey ihrer Fügung bilden, bis anf 
vier Zoll Verlängert. Der Queerdurcbmefier btit 
beinahe fAnftehalb, der fchiefe aber kanm 4^ Zoll. 
Die Beckenhöhe wird, tbeils durch eine fehr be- 
triLcbtlicbe Einwärtsbeugung des Heiligbeins «sd 
ISteisbeins, theils durch ein fo ftarkes Einwirls- 
dringen der Schenkelpfanne und inwendigen An- 
nähern der Sitzbeine verkleinert, dafs nar drey 
Zoll Queerweite übrig bleiben» Befondert engl 
wird die untere Oeffnung durch einen engen 
Sdiaambogen, deffen von den zufammenBiebendea 
Scbaam • und Sitzbeinen gebildete SeitenrSndsr 
ganz fenkrecht neben einander in die Höhe Cteigce, 
fo, dafs der Raum zwifchen ihnen , oben nnr ei- 
nen Zoll, zwifchen den Höckern der Sitzbeino na* 
len,nttr zWey LinSeta beträgt, Dabey ift der Lfa* 



B* Von dk^ einzelnem Km6ohemm,* 34t 

geiidurchineflior der untern Oef&ung gut vier TMi 
weit. 

Nicht feiten findet man bey einem flbrige it 
feblerlofen Körperbau ohne die geribgften Merk- 
male fon Rachitis, oder fon(tiger Krankheit» 
fchlechte , vom Normalverbältnils fo ebweiohenda 
Becken , dafs fie za Ichweren Geburten Anlafs ge- 
ben. Im Meckelfchen Kabinet befinden fich zwey 
dergleichen Becken, die, bey Qbrigens gewdhnli^ 
eher Gräfte und regelmäßiger Geftait des Kikk 
chengebäudeS) doch durchaus durch abnorme Em 
ge und Kleinheit fich auszeichnen* Eins miist nub 
tfrey Zoll zwey Linien im kleinen Durchmefleiß 
der obern Oeffnung, vier einen halben Zoll im. 
Qoeer* und vier Zoll im fchiefen DurchmefTer^ 
Der Raum zwifchen den Httftbeingraten betrigt 
oeaii ZoU , eine Folge dw zu fteilen obern Theijiai 
des HOftbeins. Der Schaambogen i(t fehr fchö^ 
gebildet, zwifchen den Sitzbfinböckern ift vier 
ZoU Raum und eben fo viel hält auch der Längen* 
dnrohmeffer der untern Oeffnung* Im andern 
liegt dar Heiligbeinberg fo tie^ dafs er dam obern 
Rande der Schaambeinfagung gerade gegeoftber 
Ikelit; leine Stelle wird durch die Fflgung det 
vinrton Lendenwirbels mit dem fanften vertreten^ 
IMo Goniugau der obern Oeffoung betrigt nur 3^ 
ZaU, der QueerdurchmefTer 4-| Zoll und ebenfo* 
vidi der fchiefe Dnrchmeffer» Der Längendqrph!^ 
meßier der untern Oeffnung beträgt nur 3^, defr 
Q«oerdurchmef(er aber vier Zoll» D^ HeiligbelA 
md Steisbein find ftark eiaw|Lr|s gekrOmmt, dec 
Sehaambogen (c^iön gewQlbt^ 

Gar häu&g findet maa aqch , bey völlige^ 
Normalbefchaffenbeit der obern Becken5f£nun|^ 
ebne Krankheit,, fine v\ Itark^ W^UttuV de^ Heir 



^gbeias, als V«r4nIa(Tung «ur VerkQrzung desLStH 
^endurchmeffers der untern Beckenoffnung, wo« 
duroh er ao vierthalb» ja bis zu drittbalb Zoll ver* 
mindert wir^, wie dies mehrere Becken beieogen« 
Dies epfehwert den anfangs laichten Fortgang des 
Ki^^'c* snletzt gar fehr« 

Oft tritt dar Fall dn» dais urfprQnglieh gut 
gebaute, oder anch nicht durch Rachitis in der 
fügend varnnftaltete Becken, orft im Alter, maneb« 
mal bey Frauenzimmern nach der zweiten, oder 
ifaritten glttcklicben mid leichtea Ent^bindung^ 
durch ziikommenda Kran|^beiten , z« B, Gich^ 
flälacofteon und andere, Weichheit der Knoebeo 
erzeugende Urfiioben,(Exoftofen nicht mit gerecfa<« 
net) eine abnorme Form erhalten, und fchwera 
Geburten verurüachen. IV. Wood fah in kurzer 
f^eit fanf dergleichen Fälle. Z wey Fälle defOttTO 
find befonders merkwArdig^ Der erfte belrifik 
eine Frau von ein und vierzig Jahren, welohe fe* 
ben Kinder gebohren hatte. Nach der lettlee 
^'iederkunft bekam fie heftige rheumatifchs 
Schmerzen imd wurde dabey fo lahm, dafs £a 
liaum gehen konntet Bald darauf ward 6^ wie- 
der wohl und zum achten mal^ fchwanges. Das 
]Und konnte auf dem natarlichen Wege nicht ge^ 
hohreo, fondern mufste duroh den Kaiferfebi^ 
entbundaa werden« Am vierten Tage nach der 
Operation £tarb fie. Die obere BeckenAffnoog 
liatte eine trianguläre Fignr; vom Heiligbein bis 
fof Symphyfis off. puh« ma£« ße vierthälh Zell^ 
ller grofsf^ Ourchinefler zwey und dar fchxeCB «•« 
lleJTlh^lh Z«oll I und nqch weniger der Uua korre- 



ft) Mfaia«n4fhyC Jqurr.«! Xtex^ Oict. No. XXXI^^. Jo 
^ «u4iBd.>(*aU. UtVi^lu;^. ^ 1. 'S. %\\ und ftf. 



Jpurfr 



A Fön. d9H einzelnen. Knoekem^ ät^t 

f^ourfireiide von der rechten zur link#n Seiten 
An der Steife der ftärkften KrOnuming «od gegen«^ 
feitigen Annäherung der Sr^hoofsbeine betrug der^ 
Raum KMim einen halben Zoll. Di» untere Aper-^ 
tor war noch mehr verengert Unmittelbar ujtiter 
der Simph. o|T. pub. betrug der Raum» von eiaen^ 
Sitzknpchen zum andern, einen Zoll-, weiter oate» 
kaum einen halben. Von der Tuberofität de» 
einen Sitzknochens zu der des andern,' betrug die» 
EntfernuAg nur ancbertbatb Zoll: und eben fe viel* 
von dwr Tubero6tät dea einen SUzknochens bit 
mr Spitze* des Sjteisbeina» Van dem letzt genaniw 
ten Punkte, bis zur gröfsteo Annähei^uog der Sits^ 
knochen unter fich, cU^ fe ftark war^ dafs. man, 
kram einen Finger da2wfchen bringen konnte,^ 
betrug d^B Entfernung beinahe zwey, und bi» zum^ 
Hftiligbtl« direy Zoll.. T>m ^eiHgbeii» var ftark 
elnwirta gekrflmmt, die Schaamknooheu halten^ 
ftarke Wl\Kte, die Wirbelbeine waren ftark^vor«« 
warfs gekrümmt unfl fa auch mehreire Knochen.. 
Der 'iweite Faü betrifft eine Frau ^ die. ebenfalli^ 
fiabea Kiader glflckliph. gelK>hren, und bey der* 
flsai^ d#bey nich^ die geringfile Deformität cf^ Be-^ 
dceos bemerkt hatte.,' Vorder achten Schwatiger^ 
fekeft war fie i^euma^ifeh geworden undr boy deif 
Niederkunft fand man das Becken (o misgeft»Ltetv, 
dhfa daa Ki^d enthirnt ujK¥i ipit dem H^ken Iver*^ 
vorge7.ogen werden muGste. 

Mehrere Beifjpiele- io dep Meckelfchen Sanamr^ 
\mf beftätigea dies ebenfaUs«, 

Aoy einem: Becken i(t die^ linke Seite in^alfer 
ROekficht gut gehäbdet. Auf der rechten fteht de« 
Seiteoknochea eine» kalben Zoll nfedriger^als der 
Knke; der QueeraCt deaSoiaambeiDS und das he^^ 
unterfteiciQde StUck Afffflbeiv 6«4 fix gekr Ammt, 

dafs 



944 ^* ^^^ ^^ KmockBMgebBude^ 

(biGß die Conjugata hier nur dritthalb, in der Mitta 
vierthalb und auf der linken Seite 3^ Zoll ^iebf. 
Des HeiUgbein und Steisbeiu find ftark gekrammt^ 
doch ift das i^Ues beider Durcbmeffer der uatera 
OefTnung reichlich vier Z^H« Das rechte Seiten* 
hein ift kariös und an einigen Stellen vertieft und 
ferfreffen, an andern widernatflrlich dick. Die 
Quelle des Uehcls fcheint ihren Sitz in der Pfanne 
gehabt zu haben» denn diefe ift um ^ kleiner, als 
9atQrlich| und nimmt eine kleine kop£irtige ond 
Oberknorpelte Erhabenheit des Schenkelknochens 
aaf| welche die Stelle des ganz eingefogenen Sehen« 
Kelkopfes und Halfes vertritt. 

In einem andern Becken ifk ebenfalls di« lin* 
IceHälfke natürlich gebildet; aber die rechte gieb^ 
durch widernetOrliche Dicke, fchiefe Neigung und 
Verknöcherung des Hüftbeins mit dem Heilig- 
bein, VeranUffung zu Schiefheit des Beckene,^ fo^ 
dals die Symphyf, ofL pub« ganz gegen die linke 
Seite geibfaoben ift« Die Conjugata der obern Be« 
l^kenöfAinng miCst linkerfeits 3^ in der Mitte 3|, 
auf der rechten Seite nur dritthalb Zoll^ Der 
Scbaambogen ift mehr winke! • als bogeojEQrmig. 
Zvi^ifchen den Sitzhöckern ift 3^ Zoll Raum, von 
vorn nach hinten 4^ Zoll« Diefe Umftande mach» 
ten die Enthirnung des Kindes nothwendig« 

Bey einem dritten Becken ift die linke $eita 
fehr fchön gebildet ; auf der rechten Seite ift der 
Queeraft desSchaambeins am innernEnde zerbro* 
eben, nicht weit von der Fügung deffelben mit 
dem linken Schaambein, Die Enden des Bruchs 
(nd fchief durch Kallus verbunden. Der herauf« 
Cteigende Aft des Sitzbeins ^nd der herabfteigende 
des Schaambeins fehlen gao:(. Im Heiligbeki, das 
ffhr b^trjicbtltch gebogen ift| a^eigea frph Spuren 

von 



8^ Kmi 40m eintelmen JQ|<MrAe|u 34S 

TOn Btinfrafo; durch Weichheit und Rauhigkeit dai 
Knochens« Die Coojuggta der obern Oeffoung 
]nilst4i» ^^^ Queer* und fchiefe. Dorcbmefiec 
faft fiQnf Zoll. Dagegen ift der Lingendurchmef« 
fer der untern Oeffnung nur 2^ und der Queer* 
durchmeUer 3^ Zoll weit« 

Bisweilen find^ bey übrigens regelmfibjgeK 
Bildung! die Becken zu weit. So findet man dea 
Queerdurchmeffer der obern Oefinnng von fechs 
Zoll, den nntern von fftnf Zoll, und die Conjugat^ 
der obern Qeffnung fönf Zoll weit» und eben fa 
vielLSngeumaafs auch in der untern* 

Befonders wichtig ift die Synchondrof» 
der Schaambeine, wegen der erft neuerlich fo be* *^ 
tfthnat gemachten Sehaambeintrennntig 79)^ 

Bey 

ff% Hunier med. obferv. audlnqnir. L«nd. Vol. II. — SU' 
b0id in Richters chir. Bibl. B. IV. S. «79. — P. Cmmpet^ 
epift. ad vmnGeJ/cker de fectione fyncftondrofao« offinnt 
piibii.GroDin{;. 1774.'*— Kffs obfervAt. üiter«fl««tiM en fa- 
vetir de la fect. de Li fymuhyre du Pubit. Par. I77f • — 
y, CAfs Lader de fynchoudrofeot oHitini pubis fectione« 
Gect. 177t. — Beruely de Cectinne rynchondritfecw oflinm 
pnbU. Araenc. 1779« ~* Alphonft feRoy obferv. fiir Tope-t 
racion de lafyniphyre et les accouohemenu laboiienx. P4- 
ris l7tO« -^ K, ifon Krmpf tniätom. Verfucbe undAnmar« 
Irnngen ober die eingebildete Erweiterung der Becken- 
h'lble in natarliclien, und angeprielene Dnrohfchneidnng 
des Schaambeinkjiorpeld in widern dtdrlichen (iebiirten« 
Wien i7to. — J. Th. iValier von der SpüUung der Schaam- 
kfiochen in folmeren Geburten, fierl. X7ta. -^ An Eflay 
of tbe laborons Parturition, in wliicli the divißon oj tho 
fympbifis v^ narticulary cnnfidered by W. Oshorn, Lond^ 
17S9. — y. P. Mickeil de ryncbondrotomia pnbM* Amft. 
Vth — C.f,I^dioifi auafiihrl. Abbaiidl. über dießcbM>n* 
bcintrennting. Leipz. 1784. — J. Peterjen Aber die $abaani* 
beintreunnng. Aun dem Latein, mit Anmerfc. toq Ctr^^K 
Ludwig Leipzig 1784. — J. CA. Damen in AUgooiten» 
Vaterlandfcite Lette raffen in gen 17I4. nnd 1786« deütfchi 
J, Ck. Damen Bericht V(ui einer Sohaambeintrennupg« 
von fr. W^ J^"S' I''*a»kf- 17SS- — Lauverjot «ene Mar 
ihode, den Kdi&rlchnitt zu machen, und Vergleichuns 
diefer Operation mit 4fiJ' Scb^inbe\nvt90QP|L* Vaberf. 

von 



34^ tL Vfirn imn Kmoth%ng^äu(Ul 

Bey CohlftchleQ, ungeftalteteo Becken weicht fle 
allemal, mehr, oder weniger » von ihrer Nornat 
richtung ab. Aber auch bey gutgebildeten Becken 
findet man 6e bisweilerf fchief. Nicht feiten fehlt 
diefe ganze Knorpelfcbeibe nnd die Schaambeine 
klaffen ' aus einander S^). In der Meckel/chen 
Sammlung befindet fich ein Becken, wo man, bey 
gleichen Schnitten durch die Schaambeinftlgnn^ 
eine wahre Höhlung swifchen den Knochen an« 
trifft; nur vorn und hinten, oben und unten, ift 
fie mit der Beinhaut und mit Bändern überzogen; 
in der Mitte ift ein beinahe zwey Linien breiter, 
durch die ganze Länge der Ffigung fortgeliender 
Raum. Viele Schriftfteller behaupten, dals fie bey 
natOkrllehen Geburten von üalbftien aus eioander 
^cben '0^ Inzwifchf» ift dies fehr Zweifel« 

hsft. 

▼on Erfhid. Leipzig 1790. «^ y, Ckr. GeMorcAT de iTjn- 
^OB^otoMia oirium pnbif. Qua, 1790. — A. Prallt ff- 
f9r*9 Gefchiobce eines gliloklioh vollendeten Schaambein- 
knorpeÜchttitts , üi Starkes Arohiv ii\r die Gebiirtthalfc. 
B. 111. S. 694. — Ehendtff. Reitreg zu einer pakt. Abh« 
über Sypchondrotomie undHyItArotomie,ebendafl B.VI. 
8; 569. — Siehold ieompar. inter fection. eeefar«em et 
difleetionein oartilagini^ et ligimestoium pubii. Wireeb, 
1^79. «^ Q. Ph» Becker oüiufln pubi« fynetiondrotioinU 
num profit, nnm Uedat? Heidelb. i7go.' 

|c\ Morgagni Rp. XLVlll, 44, — WüUer Anat, Muf. B.ll 
o. I8lp n* ^89« von der Spaltung der Schiamknocbeii. S. 
ftO. nnd dabey die KopfertaBsl, attf welcher 4ie Scfaaam^ 
beine einet dreyrsigjübrigen Menfchen vorgefuJlt fkni^ 
e^elche auk* awancig und eine halbe Liiiie von efaunder 
abfteben. Vcrgl. ^km\t ^wch Srtndifort MaS. anaimin. T«b. 
LXll. •^* Die Trenfiung der Sohaambeine gab aooJi ein« 
anal Gelegenheit so einer angebolirnen Iiiverfi«m der 
UarAblale. S. tierdtr^s Refchrelbung e;ne< f ngebobrsn 
Vorfalb einer umgertfilpten UrinbUie in Stark** »totdi 
Areliiv lAr die Geburuhttlfe. ß. I, Sc. 1. 8« 25. 

$l)i Hippovraiet j oder wer FonTt der VerFafTer des^ unt^ 
deffcn Namen bekannten Rnchä de ptieri natnra Ift, n. 
XI ilJ. — J. i4^ Deifeh dilT^ dr» neceflaria iijL par^ pr*i- 
fttival^rali inftrc|inentoruin appH^aeioae. Argent. tj^ 



B. Von den ^miäinen Knoehäik ^y 

kaft ts), Unvorfichtige Oewah oder eine feht 
fehwere Geburt treiben fie aber aus einander t)}. ' 
Eben fo ftreitig find die Schriftrtelier Qher 
dieVerknOeherung und wahre Ankylofo 
des Schaannbeinknorpels. Mehrere Scbriftfteller 
verneinen fie und finden fie unerhört ^)« Docb 
findet man fie gar nicht feiten H). 

Diet 

in ^mileri tofL ^IT. eliirnrg. Tom. llt. n. 7t. — Jfotr 

ftgni a. a. O. — Louu Memoir. de Tacad. do Chirnr|^, 
om. IV. pag. 69. — . Thierry L C. pae. 199. — Boni^ 
V«rbandeling. von h«t BaUafrch OcnAotfch. Deel 111. pag^. 
S74. *-* Sandifyrt de pelvi ejnsque in paita diUutione. 
1«. B. 17$}. und in Thef. dilTei ut. Tom. 111. pag. 17s. -^ 
ejusd. ebferv. anat. path. Lib. lt. cap. l. pa^. 5). Lib. IV. c«p, 
L par. 10 Iq. -« PranfikcvU/e in Nonreanx Memoir. de 
l*ac«a. des Scienc An. 1776, pa^;. 81. <— Souguei in Hi- 
ftoir. de la Soc roy. de Medic. 1776. pa§. 514. — Hen- 
wuquin ibid. An. 1777. pag. 149. — Pict in Reoneil periok 
dique de laSociete deMedicine de Pari«; dentfch loHa* 
Jtiands Annalen der franz. A. W. E. lU. St. L S. 51. 
f s") Sehr kanfig ifc diefer Streit gefilhrt worden. Man febe 
alle vorher tu der Anmerkting 79, und 81. angeffihrteA 
SohriftCteller , befo^ders Michell dilT. de Synoliondrf>ti>- 
mia pubi». pa^, 51 fq., welcher eine ganze Kpihe hier- 
lier gehöriger Stellen anführt. Ni^oh ^ec^«/« Beobaohimi.* 
gen ift [\e mm nur zweymalj^naoh iehr fchwcren Gebur* 
ten einleuchtend vorgekommen. 
$)) H^Heri ekm. Phyfiolftg. Tom. VUl. pag,4l[5;.— 0«vfil 
Bufohi^ Liiciari oder Magazin ffir Geburtshelfer. ^I^rbni^ 
1717. 8t. 1. n. a. -^ StiirJCs Arohiv für die GeburtshflP 
U. B. in. St. IIU S. 419. 
^ Piit^ei opifticulnm }>Uyf>ü\ngicnm vere f dmiraodnm, tr^- 
ctani ftnalytice primae iiotas iiitegritatis et oor^nptionit 
vlrginnm, deiode gravtdicatem et partum namraUm mi«« 
KertiBi^ \n quo 0U4 publ^ e^ ilium diftrahi dilnovie do% 
Attnr. Par. 1^97^ pag. 13|. -^ Rurfch obibrv. anat^ chin 
rnr(. pag. 177. — HmlUri Elem. Phyßol. Tom. VlU.pag. 
4)6. — DitverMY önvres anaton^ Tom. 1, pj^ 45S. --r-. 
BounV c. pag, 279". — Wumcnhaeh a. a. Q. 5- 6t iv JJl-r 
f^) Boit7r#r Sepulcret. Anat.Ub.Ul.Seet.XXXV)lLToni.llU 
paf. 109« — r Bauhiai theatrnm ana|. l^b. 1. Cap. XUIX. 

Sag. 176. -^ Götting, pel. .Anzeige« 177I. St^ XXX. -^ 
Wapf a. a. Q. B. I. S. 10. 14« 90. — Benteiy l. •. pag. 
56. — Siehold a. a. O. S. 579. -^ Sandijort obfervat« 
Hpat. pathn). l.ib. l. cap. VM. pa«. lOO. not. q. Lib. II. 
aap. VI, p4|. la». Lib. IV, Q^f. X\ p«g. U9 I^ — KtfA^ 



S4t IL Vmm dem KMckämgeUtuU. . 

DiM beweiftt auch ein merkwOrdiget B«i- 
fpiel am dem Mecketfchen Kabinet. Das Beckea 
Sft aus einer Frau von mittlem Jabreo, bey 
der Oberhaupt eine nicht ganz feltne Neigung zu 
ftirkerer Knocbenerzeugung ans einigen Moroeo- 
ten, 2. B. aus ungewöhnlich ftarken und auswärts 
hervorragenden Oräten Toofi Hoftbein, aus nnge« 
wohnlich rauhen Höckern vom Sitzbein, fo wie 
auc^ aus der Verbeineruug der untern Wirbel des 
Stdisbeins, bey noch vorhandener beweglichen Fa- 
ltung diefes Knochens mit dem Heüigbein und 
Haftbein und zwifchen den obem Wirbeln deflel* 
ben, hervorleuchtet. Die obere HSlfte der Schaam« 
heinfügang ift von vorn bis hinten durchaus in ei- 
ne fefte Knochenmafle verwandelt; die untere 
Hüfte ift hinten, gegen die Beckenhöhle zu, ganz 
durch fehr dichte Knochen verfchmiedet; nwt 
vorn bleibt eine, zwey Linien tiefe Höhle Übcigi 
wo dieSchaambeine von. einander abftehen. Diet 
ift eine wahre, gröfstentheils ganz knöcheroe 
Schaambeinankylofe , die einzige in diefer Samm« 
lung von Menfchen; von Thieren, z. B. Pferdeiii 
Scbaafen, Händen, ift fie häufig vorhanden , da 
die Symphyfis bey diefen enger, und wohl mehr 
^r Anchylofis geneigt ift. 

Oft mag man fich auch wohl tSufchen» wü^A 
man diefe Ankylofe hiufiger gefehen haben will, 
da in trocknen Becken ein tiufchender Aofcbein 
von knöcherner Verbindung nicht feiten dadiirdi 
entfteht, dab die gewöhnliche Subftanz nvUcbea 
den Schaambeinen in eine dem Walliath ihnlicbs 
Malfe aus^eairtet |ft, die aber dein Dnitk (q leicht 

nacfa^ 

rer %, tu O, 8. II. n. ^4. — Walter toh der Spaltung 
der SohuMn^ifi^ 4n fcbvreren OeiturUii. $. t^ 



\ 



B. Foa demr einteineit Knocken. ^49 

Bttchgiebti dafs ihr nur die weifse Farbe eine Aeiixi-> 
liefakeit mit Knochen giebt. Pies ift der Fa]l in 
Hoehr, al^ zehn Becken in der Meckeifchen Samni- 
luDg. Sandifort f^) bcfchreibt ein Becken, wo 
diefe Ankylofe nur fch einbar Torhanden ift , mit- 
lelft eines, am obern und hintern Rande, wider* 
■atOrlich gebildeten Knochezrblatts, 

Ob aber auch gleicl) eine ' gänzliche Verkn6- 
chtroDg des Schaamheinknorpels feyn mag , fo 
icheint eine befondere Art von partieller Verknd* 
chemng nicht fo ganz ungewöhnlich zu feyn , wi6 
lyes folgende Becken beweifen. 

No, 1. Bey perpendikulärer Darchfflguog 
ixr Symph-yfis vermittelt eines» vom obern Rande 
dcrfelben bis zum Schaambogen heruntergezogen 
Deo SSgefcbnitts , der zugleich die innern Winkel 
derSchaambeine von oben narh unten durehfchnei« 
det^ erfcheineo, unter einer, eine Linie dicken Band* 
dedcei welche die obern Ränder d^r Scbaambeine 
zafiromeDheftet, drey Knochenkerne, von denen der 
ober« in der Höhe von drey Linien , durch zwey 
Drittheile der SymphyGs von vorn nach hinten 
reiebt. Eine dünne linorplichte Linie trennt ihn 
von den, feitwärts anliegenden Schaambeinen und 
eine dickere Streife von dem zweiten Knochen^ 
kerne, der nur ein Drittheil der vordem Dicke 
der'Fflgang einnimmt, durch dOnne Knorpel von 
den Schaambeinen getrennt wird und unten mit 
dem dritten Knochenkerne feitwärts zufammen- 
fliefrt, wjihrend er an deo Seiten mit ihm verei« 
Bigt ift. Diefer letzte, ift der kleinfte und nimmt 
Her einen kleinen Theil der vordem Seite der 

Scbaam'* 

M) Midi anacsm. Aoad. Lug4. Vol.l. par 190. No.CCXVL 
Tjib, LXiU. i>i«. 1. 



Schaambeioffigang ein« Hinter dieCen Knochen* 
kerneiH und zwlfchcn ihaen, gehen eillteIJle^ ««• 
Fafern und ßlittchen gemifchte Gewebe von ei- 
nem Schaamknochen über; doch ift gröÜstcntheila 
xwifchen dem Scheambein eita Linien breiter Zwi« 
fchenraum» Hinten werden fie nur durch Band- 
oiaffe vereinigt» 

No. 2* zeigt im obern Drittheil derSchaam* 
beinfagung cinei^ Hafelnufsgrolsen Knochonkern, ' 
der fich in der Symphyfia^ vorzüglich mehr noch j 
«n dem rechten > alt am linken Scliaambeinkoo- j 
eben gebildet zu haben fcheint» Eine kleine && 9 
unmerkliche knorpliche Gränzlinie fcheidet iha ] 
vom linken Schaambein; die Mitte der Symphyft | 
ift aber oben durchaus , in der Höbe von-vier tk 
fünf Linien knöchern» bia ganz nach vorn» wo eia 
neuer Knochenkern, neben dem, in dar IiUüb 
. Obriggebliebenen knorpelartigen Wefen, linkeriau, 
.in der Gröfse einer Bohne, erfcheint DerRaom 
KWiCchendenScbaambeineabefteht aus einer weit 
fen, anderthalb bis einer Linie breiten Sirei&i 
die im Ganzen viel ähnliches mit Knochen hat, nur 
aber an einzelnen Steilen wirklich knöchern ift, 
auch nicht in beftändiger, fondern munnigCittiger, 
durch Knorpel und hautartiges Wefen unterbro- 
cheiicr knöchernen Verbindung fteht. Die linke 
Schenkelbeinpfanoe zeigt deutliche Merkmale voo 
Übermüfsiger Knochen bildur.g, durch einen fehr 
ftark, Ober einen Zoll, hinterwärts hervorflteh«- 
den Rand» Der Grund davon hat wahrfcheidlick 
in einer Krankheit diefes Gelenks gelegen, da 
ttuch der Schenkelkopf rauh und um die 
kleiner, als ge\vöhnlich ift. 

No. 3. Ein Hafelnufs grofscr Knochenk 
fällt das untere Drittheii der S^mphyfis» vorn 



[ 



Bm Von dem €in^itten Kfi9ck0n^ 35 1 

zum Schaambogen, in* Im obernEnde derfelbcA 
liegt hinten ein etwas kleinerer, and der weifst 
Streifen, zwifchen beiden Schaambeinen., Itt wes 
DJgftenS 2um Tbell Ivnöchern. 

No. 4* h^t einen virirklich - knöchemen» 
oben und unten weitern , in der Mitte fchmälera 
"Streifen, der in der geraderen Richtqng zwircben 
den Schaambeinen von oben , bia zur Mitte def 
SdMtcnbogens ) herabfteigt, 

No. 5. zeigt einen, eben fo zum gröfstea 
Theil» knöchernen Streifen, der auch an mehrern 
Slelton wirklich in die Schaambeinc fortgefetzt 
tvird. 

Nicht feiten Bndet man die Beckenknochen 
feanik einander verbunden und verwach fejfi^ 
diCa man keine Zuiammenfagung wahroehmeA 
ksanii i7> 

Die Verknöcherung der >'Qgung vom Hoft« 
beia nlit dem Heiligbeine, wird theila unvoUftSn- ^ 
dfg) thtils vollftundig angetroffen. Die erfte Art 
fiadet 6ch in einem Becken def Mccieifchen Samm« 
iDogi wo die Verbindung im ganzen Umfange der 
Fogung heweglich ift; von der Mitle der rauhen 
trtikuiireoden Fläche des Hüftbeins erhebt fich 
tber ein Knochenaus wachs, der fchwammartig g»- 
liildet, vermitteirt feines Stiels mit dem Kriechen 
fa Fortfetzung fteht, mit dem Kopf ^ber^ der vier^ 
maJ grOfser, als der Stiel ift, in eine gleich gebil«> 
dtl» Orube der anliegenden Fläche des Heiligbeina 
m%enommen wird. In zweien Skeletten altef 
M^Umer» deren Stammkoochen vom tirftett Hal^ 

Wir* 

«7^ ianäi'/orl Muttnatoita. 1. Cv mCCXV tufc.LÄlt. tl|i 
1. 3. ). — Verol. aucii ob«n« wss tuvivcm tot| üe« An* 



ßS» il Von dsm Kn^ekeng^hämdk. 

Mrbd, Kit tum Stdsbein in eine knöcherne Sliil« 
verwandelt) und deren Rippen durch Knocheii- 
matdrie feft an dieROckenwirbel und an dasBroft« 
bein gefchmiedet find, find in dem (Einern beide hin* 
tere Seilenftagung^n des Beckens Terkndclian;di^ 
ScbaambeinFügung it\ gan2 offen. AufsM diefen 
findet fich diefe Verknöcherüng auch tioeh ia ti* 
Aem weiblicbcn Becken derfelben Sammlung. 

In den Beckenkuocheu , und namefttlich in 
deti ungenannten Kdöcbext> befinden £ch 
.swey natürliche O^ffnubgeb 2um Durchgange idth« 
rarer Nerven und Oefaise». welche Oeiegeiiheit m 
felttien Brüchen geben können, und daher hier 
nicht Übergangen werden dürfen» Die «rfte ift 
tdaa Foramen magnum ovale» wodurch dfa 
wtsL obtnratoria aus dem Becken treten, ttnd wel- 
ches Über dies noch mit einer ftarken Haut vef- 
fchloflfen ift; hier findet, zwar in feltnen FHIlen, 
«in Bruch ftatt t^, ja fogar auf beiden Seiten «); 
Einmal fand man auch' die Blafe darinnen 9^). Dia 
zweite Oeffnung bildet die inciXura ifchia- 
dicja fuperior, swifchen der HüftbelnpfSanne 
lind dem hintern Ende des Hüftbeins, wo auch 
ein Bruch, der ROckenbruch , gefunden wor* 
den ift, aber vielleicht nur ein einzigesmai f^ 

Da 

$%) Gmrengtot MeiAnir. de l*ac<id. de Cliiriira. Tom. III. 
pag. )5). — G. Heutrmatui's Abhüiidl. der vornefavfita 



chirdrg. Operationen. Kupenh. 1754« B. I. S.57S. "^^ Ob* 

«rer/rey L K pag. 46s. — K '^ 

pathol, Lib. II. cap. 

Kap. XLIII. 8. 7g7. — DefTefb^ Anfangugr. d^r WoiU- 



rnty L K pag. 46s. — P. Camper demonftrat. anaMtt. 
pathol, Lib. II. cap. VI. -^ Richter von den Brflchea. 



artnef. fi. VI. Kap. iV. S. 4g. 
•9) ^^^*/ ^on deh Brüclien. Glogan 1769. .S. 104. -— f, 

Cmmper demonftrat. anatonl. patliol. Lib. II. pag. 17. 
90) Jn/f' O, Cancii obfervat. anat. cliirurgicae de htmiii. 

Liül. 1744. P»P» 96. 
51) Cft, H, Fapen eniftola ad Halierum^ firtens ftnpendiflt 

et numquam ikfcrlptaai iiei niam ^dorfaltmi Gdtung. 179a 



U* Von d9n einztlntu Knocken» 353 

Die acetabula off. inno^inat. fiodoft 
Yon widernatflrlicliet Beichaffenheit, und können 
daher lOfters eine Urfache des Hinkens werden. 
So findet man fie zufammengezogen , faft oval 9^\ 
kegelförmig 9'); oder fie find fehr tief 5*), manche 
mal fo tief) dafs der Schenkelkopf wie eingekeilt 
in ihnen fefte fitzt 95). In eitiem Fall, Wo der 
Seheokelkopf von einer innern Urfache ansge^-, 
renkt, uiid nicht wieder eingerichtet War, fondefa 
ficb eiiie neue Gelenkpfanne gjebildet hatte^ 
bnd man fie ganz dreieckig 9^)» In einem ähnli^^ 
dijen Fall fand man die al tß Pfanne faft ganz mit 
einer ligamentöfen Subftanst- verwachfeii^ 
«nd dabey eine neue 97). in andern gleichen FäU 
lea war fie Miit einer knoeh^chten Subftanz atig^ 
fUlt 9t). Oder fie war auch von Garies angegrif- 
fen 99> 

In der Pfanne fand man auch eineiti Stein ^<^« 

Die foramina facralia anteriolra det 

heiligen Beins trifft man manchmal weit kleiner >X 

naanch« 

«nd jh tialieri difieftat. cliirurf Tom. ///. ba^. |l). » 

Kicktervim den Brüchen. Kap.XXXVlll. S.6t9. ^ D#A 

fcib. Anfangjfrr. der W* A. B. V. iUp. XVU* 3. 470. "^ 
fi) Smridf/hrt )rf nf. anat. Vol. I. Sect //. pag. ig, n. CCCLVl» 

fMf. lyg. n. CCXLVIl. 
fl) Morgagni Ep. LXIX. lO. 
H) Sandi/ortMiJ, anat.VoLI; Sect.lV. pig. I^. h. CCXV. 

pae. 19}. Q. CCXXXIII. pag. 194. Tab. LXIV. o. LXVit. 
fc) ih'd. pa«. 191* n; CCLl. Tab. LKXlh d. CCLII. Tab« 

LXX//I. 
H) /^V:pa^ 194. n. CCXXXIV. Tat>. LXVI. püg. 195. n. 

CCXXXViA Tab. LXVIl und LXVIII. Fig* 4. 
jrr> Md. pag. 195. n. CCXXiCVl etCCXXkVIll. Tab; hXWIlU 

Fig. I. 3. ^ 
ft) ihid. pag. 196, ü. CCXXXtX"CC)CUi CCXLy. 

99) ihidJiin, CCXLII. — fValters anat. MuC B. II. S. af. 

100) MmrccUus Donatut de tnedic. bift. mir. Lib. IV. cap. i^i 
1) kökUr S. 10. n. )3. S. II. n. 97. 

Am», d. pm€k%!. Anmt. B.i. Z 



354 ^* ^^"^ ^'^ Knoekengthäude* 

manehmHl außalleiicl. grofs ^). Hierbey nacht 
Köhler )) die Bemerkung, dafs (liefe Foramina» 
nach einem unerkiurbaren confenfus, bey krank- 
haften Veränderungen dtfr Beckenknocheu faft im* 
mer leiden. 

m. Die untern Extremitäten. 

VorzOglich find die grofsen Knochenrdbreii 
der Krflmmung in der englifchen Krankheit unter- 
vrorfen ^)^ weiche Krflmmnngen man fogar erb« 
Üch gefehen haben vriil 0* 

' Das angcbohrne Hinken mnfs man 

hier auch bemerken, weiches tneiftens von n 
kurzem I oder fehJeiidem, oder zu wagrecht %^ 
richtetem Schenkelhals herkommt ^). Oik 
kommt es auch vmn andern Urfachen her, z« B. 
Ton einem fehlerhaften oder fel/lenden ligamCA* 
tum teret, wovon an den gehörigen Orten. 

Häufig findet itian den Kopf des Scken- 
kelbeiht deg^nerirt. Befondcrs ift dies dir 
Fall nach Luxationen und Brüchen des Schenkel- 
halfes, welche nichr gehörig eingerichtet .worden 
find« Es erfolgt alsdann gewöhnlich ein Hinlceo, 
indem 'ein neues acetabulum ficb bildet (Wie ich 

fcboa 

i) Ebendaf, S. It. n. 3)« 

))a. a. a. d; 21. 

4^ Hebe oben zu Anfänge diefes Abfchnitts. 

\) Köder m Cqftrb de univerfa xnitliti um mediciaA. Put l 
Lib. 11. cap. V. pap. 52. 

K) J'aletUi de clAUdibatione congenita. |. ja. 
over bet Mankf aan der . Keude 
dec audi F«lle, Uro die PiFatine I 

der den Schenkelkopf ganz iimrchlierseu , fo , dtSa tt vt 
feinen Bewegungen gehindert wird. Sändt/ort MöH tMK* 
Vnl. I. Sert. IV, pag. I9f . n. CCL/. T«b. LXXlI. l*' 
LX/X. Fi<r. f. 9. — Mehrere widernatürliche Bildfl^ 
»iefer Theile hat Sandt/ort 1. c. n. CCLIX ^COjSOi 
)^ag: aoj fq. — S. vorher Anmei k. f a ff« 



congenita. |. 3a. — P..C9mper 
Keuderen. pag. 4. -i. Mali £»* 
Panne fo tiet ift, dal« ihre Mb- 



& F#A den tinzelnen Khochkh. 359^ 

IcImII. TorHer gefigtbabe), wodurch der Sehen* 
kelkopf, 10 d^m er 6ch nach der Form des neuen 
AccUboluih bildet» 6ine ungleiche Oberflache er« 
hlli7)i 

DerBrttch desSchenkelhalfesiftauctt 
merkwürdig >). 

EUeher gehört auch folgender Fall. EinMfid« 
eheü von vier Jahren fiel Ton einer beträchtlicbeil 
HAhe; ee aiitftand Oefchwnift und Fnlzündun^ 
welche, fie aber in wenigen Tagen verlohir. SM 
konDte ihren Fu{f wie vorher giebrauchen, nur 
war er um einen ganzen Zoll kürzer; Nach und 
■ach fiilg fie an, abj^uzehren» wobey fie einen ge* 
fingen Schmer^ in den Eingeweiden dei* rechten 
Seite, aber gar keinen in dle^m Fufsa felbl't» empfand; 
Ans dem Aiter flofs Blut mit Etwas ftinkenderMa^ 
teriei Nach ihrem Tode fand man, dafs der Sehen* 
kelkopf 'durich feiii^ PFaiine in das rechte ünge^ 
oanilta Bein gedrungen war. In dfer hohlen FliC« 
:be diafes Knochens lag ein länglichter Sack mit 
»hngeföhr zwölf Unzen Eiter} er öCEbete fich tier 
U>U rom After in den Maftdarip 9). 

Z 2 bef 

7) r. B. Säfidifort Muf. tnat. VoL I. Sett. IV. pac. 194* «H 

OCXXXIU. Tab.LXIV. p«^. 195 fq. Tab. LXV; Flg. |"i; 

Tab. LXVl. Fig. 4-7. Tab. LXVll. Fig. a. 9. 5, 6. Tmb^ 

LVllL Fi^ 3. 1. Tab. LIX. Fig. 4; 5. Tab.LXX. Jig•^4; 

T«b; LXXi. Fig; 9.4- 5- — Werner epift. obfervata qaa«* 

flam de moi bis et A-ccionibus cadaverum Lipf. 1776. 

\ Cfiir. G. Ludioigii did. de collo femoris ejuiqne fraocu- 

ra,in Halieri collect, dilpnt. chiriir^. Vol C. pag. )47.— 

H. y. Sriirunghaufen Ober den Brdeh 4«i6chexikelbeiii- 

halUs. Wirab. I7t9. -^ Böttcher ;t.ä. O. B. 1. Abfchn. 11. 

l«p. XXI. S. 943. — Sandifort Miif. anat. VoL 1. Sect. 

Wpag, t05 fn. n.CCLXXlV. CCLXXVIII; TaB.LXXTX. 

. CCLXXIX. Tab. LXXVll.. Fig. %. 4 n. CCLXXX bii 

CLXXXIIl. Tab. LXXVll. Fig. ^.g. Tab.LXkVlll. Fig; 

«• 1- 

^ttufon ia der nenefteri medidnifch - ehlrtirg. Litet-aciir: 
II. S. 495. -^ M»n vergleiche auth Chtfiiäcn Ofteo- 

grapH; 



3S6 it» ypn dem Knackengebändfm 

Der Schenkelbeinkopf kann mit der Pfonne 
durch eine wahre AnkyloiTe verbunden w^rd^n. 
Häufiger fcheint aber ein^ falfehe Ankylofe Sutt 
zu finden , iüdeni \vidernat(h*!iche Abänderungen ■ 
in der Forkn der Pfanne und des Schcukelhein- 
kopfs VeranlafTüng ziiUnbeweglictikeit diefes Ge* 
Unks geben. Meinem unvergefsllcben' Lehrer, 
.dem feeligen Meckef, irerdanke ich die'Mittbei* 
lung von fünf merk würdigen Fällen diefer Art aol 
feiner fchätzbariin Präparatenrammlnng. 

No«. i^ An beiden Seitenbeihen eines fchAn* 
gcbildetöh weiblichen Beckens erhebt fich iln Um» 
£inge desl^atttfes der Pfanne, deren Weite ^inabt 
das natörliche Maas um die Häl&e überIVeigt, wo« 
bey fie zugleich flächer, als natarlich fibdi ein, 
theils aus vofgefdioiTenen Knochönftackt^Hi theils 
«US wirklich irerknöchertem Kapfelbandei bafte^ 
hender Handy der fich nach Und nach ^ bSt iMMt 
den gröbten Umfang des Schenkelknöcbenkopfii 
verlingett und fo bis ih den Schenkelbeinliidt 
ffortgefcizt wird. Der, d^r PftinAe entgegenfte* 
hende köpf hat fdne fchönc, glatte Rundung ver* 
lohren, und ift auf beiden Seiten doppelt gröfsefi 
als natürlich, dai^ey aber platter. Eine Airt voo 
Ausgnb knöchertier SobDatiz im Umfang d^r gröff* 
ten Breite und von allen Seiten > befondert 'nacii 
innen und auffen i fich verlängernde Kndditaans- 

wflchfi^ 

grtph. Tab.XLVI. ¥ig, i. 3. — Bisweilen Wird äMfrBrwA 
i;ar nicht geheilt, nnd es bleibt zwifchen dem Ropfiiaa' 
dem Hälfe ein Zwifchenranm. Sandijort MuH «lurt. Vd. 
1. piig. 205. n.CCLXXV.CCLXXVll. Tab. LXXVllL Fi^ 
4. 5. 16. 7. in dem letzten fehr fonderbaren FalU kiUcC 
der n«he am Trocbanter abgebrocbneSchenkeliiaIi6iJMi> 
konifchen ZapFen , welcher in eine p^CfendA Gcnbe ^ 
Obern Theils des Schenkelbeins, wi^ in einem neeü^ 
Unke beweglich gewefen, 



B» Van din einzelnen Knockm Kj 

wächrs) erheben fir.h gegen das, noch nicht ver« 
knöcherte Kapfeiband. Daher erfcbcint der Sehen« 
kelhals fo verkürzt ynd der Kopf den Rallhageli| 
fo nahe, dafs nur wenig Raum zwifchen ihnen 
ebrig bleibt. Die Schenkelknocheii. zeigen übrigens 
rieht von einem krankhaften Zuftande, uad ihre 
untern Eiiden find, wje die Fügungen der übrigen 
Gfleiike, in jeder ROckficht norm?}. 

No. 2% ift von einem fünf und achtzigjähri« 
jgen Manite, der in den erften Jahren feines Lebens 
aos der Wiege fiel und darauf zi; hinken anfing. 
Doch /ühlte er bis zi)m fiebzebnten Jahre wenige 
Befchwerden und keinen befondern Sphmcrz. Voi| 
diefer Zeit an fingen die Bcfch werden beirpQel^ep 
an, ft|rker zu werden, die Schmcp^en nahmen zu^ 
Ib wie die Unbrauchl)arkeit des linken f u{seS| 
de^ejitwe^en er keinen Schritt mehr aus feinem 
Zimmer gehen konnte. ?{ach feinem epdlich er- 
folgten Tode fand man, dafs die Pfanne des linken 
Hüftbeins |im zwey ^rittheile ihrer Weite zuge-' 
noMmc^ hatte, Ihr ungleicher, knöchern er Rand 
dehnt fioh weit über die gewöhnlichen GrSozen 
ant; an niehrern Steilen ift das Kapfeihand unter 
dem Rande der Pfanne ftark verknöchert und von 
eipem überziehenden Knorpel ift eben fo wenige 
als Ton einer P^ettgrube , eine Spur übrig. Die« 
fer Pfanne entfpricht ein Schenkolkopf, der nur 
noch eine Spur von feiner vorigen Hefchaffenheit 
in fpf^rn zeigt, dafs eine flache, mit etwas Knor- 
pel Obetzogne, der GrOfse der Pfanne angemef« 
feoe, Brhöhung übrig geblieben ift. Rings um 
diefen'Kopf erhebt (ich nach unten ein fo dicker 
Knochenrand, daCs der ganze Hals des Schenkel- 
beina davon bedeckt ift. Nach aufsen vereinigt 
ficb die Rnochenmaffe mit dem grofsen RoUhügeK 

Nach 



358 il. Von ätm KnochengMtuiu 

Nach innen bleiben nur fünf h\% fecbsLihieol 
zwifchen dem Knopheprande und den beides 
hOgeln (übrig. 

No. 3. ift von einem Frauensin^mer, i 
linker Schenkel nur fehr wenig beweglich 
piefer organifche Fehler hatte feinen Qrond 
innen, dafs der obere, Iijntere und ontere 
, -der Schenkelbeinpfanne fich ziemlic^i dur 
um einen Zoli über den gewöhnlichen Um'iar 
ftreckt hat. Der knorplicheUeberzug der P 
fo wohl^ als die Fettgrube fehlen ganz, un 
Pfanne ift fo verkleinert, dafs der, um ein ff 
Drittheil verkleinerte Kopf des Schenkel kpoc 
der über und über rauh ift, genau in di^ftlbe 
und feine ungleiche^ Erhabenheiten und V 
Zungen ähnlichen Ungleichheiten der Pfanni 
cegen liegen. DerHal^ des Schenkelknochc 
ithr verkürzt. 

No. 4, Das rechte Qüflbein ift kariös, 
ziemlich geheilt. Das Bec]i^en ift dadurch f( 
|[ndfrt, dafs es noch nicht drey Zoll im kl 
Purchmeffer d^r obem Beckenöffnung \ 
Kanz fcblef und , befonders auf der rechten : 
enge» if^ Die rechte Schcnkejpfanne ift fp 
lileinert, dafs fic kaum die Hälfte ihrer na 
Che,n Weit^ beträgt. Der Schenkelkopf ift b; 
fünf Linien Länge, und vier Liuiep Breite ytti 
Dj'efes l^nöpfchen ift mit der Grunditjclic dej 
fsen Hollhügels vereinigt, fo» dafs wtiter 1 
Spur fon Schtnkelkopf und Hals übrig gtbl 
ift. Uebrigeqs '\l% der ganze SchenkflKAPcbc 
«wohnlich dani|. 

No. 5. Hier fieht nian nur einea, grO 
|ieUf v^rzehrte^ und fehr ttogleichen knOdi 



5 



B» Von tfen eimzelnen Knochetu S59 

tenke]k6p, dem eine gleiche Pfanne entgegta«? 
bt| wodurch die Bewegung erfchwert wurde. 

Fehlerhafte Bildung dc^ ttlus und njk* 
culare fcheint anihäafigften die Urfach/B de^ 
;enannten Klumpfufses za feyn '^). 

Das hinte^fte Glied des gro&en Zehen findet 
n bey Podag^iften zuweiljen ganz mit poda<» 
fcbem Tt)phtis umgeben ?}• 

U eberflüffige im4 ff^hlende Zeibeo 
\ nichts feltnes ^y* 



Q. Die Knorptl «3> 



Die Knorpel leiden an ebexi den Rrankheitem. 
lohen die Knöchel^ unterworfen fiod, an Ge*^ 
wülften, Qefchwaren, Brüchjsn *4) u. f. w. Qf*^ 
Jet man a^ber auch die Knochen Köclaft vcurdor/ 
I, di^fCnor^el im Gege^thoil gauz^ gcftind'5)^l 

be- 

o) QA^elden SLnAtotny qj th^ liivmaqbQJy..pa^. )7«-*- Jws^ 
'van^er.fJmmr \n Haailftm. VerhandeL 0eef XiX. Sc. In. 

Sag. ro4. — V,' Camper s fSmindiche kleine ce Scbrilttn» 
LeArzney* nn4Wiin(^rznevkipiJtLbetj;clffen4.1'eip2 ijtt» 
&. I. — T i4. Brückner s Verluch einer Abh, über die Na- 
tur der tinifärtt sekrÜminteti Fflffe. Godia 179^. — ^ J* 

' i, HQua^U^g Abb. vo^ der BeinkrtimKnnng. Leips;. 179,^. 

U) IVntfon in Medic. Communicat. Lond. 1784. Vpl. I. )• 
^ ß/unienbaeh's med. Bibl. U^ U. 8. )}<. -r Defßihcf^ 
Qefch.' der Knocfaai^. 8* 460« ' " ' ■ ■ 

;s^ ßebe oben.' 

yy Böttcher** oft; angeführtes Werk, rr Autenrietk re%» 
Uoemer dilEdesrarioribuf quibatc^nL cartilaginufi mu;" 
Utionibns. Tobki|. 179t. . ' 

4^ Böticher, B. 1. Kap, X. Su 155^ 

f) Mor^a^ Ep XL. 96. 29. 8w I07f. -r* P#^*> memoir^ 
Ac Fiiicad. Jle» Sciea». 1773. ^ Huflm opof«. paüh. 9bl^ 



36o Ih Km dem KnoßhengehdutU. 

befondert find diefe letztem nicht feiten in der 
Bachitis gans; ohne alle Fehler '^). So waren fie 
Huch (elbft in der berflchtig^en Krankheit deir S u- 
piot^ wo alle Knochen fehlerhaft waren, ganz ge* 
fnnd und fehlerfrey. 

Von den Brüchen dar Knorpel bemerke 
ich l\ier nur, als den gewifs feltenften, den Bracd 
des ring- und f crliildf^raiigen Knor^ 

StoU fand bey einem an derBrnftw^erfucIlt 
Verftorbenen die Kno'^pel der fechften wahren 
Bippe auf der r^cht^n Seite von'Ihr abgelöist, ohne 
vorherige Gewalt oder Anfrtffung, blos durch 
Auflöfung ihrer Verbindungen ; eben fo war auch 
die fQnfte Rippe der linken Seite befchaffen« An 
diefen Stellen befand fich eine ranzigte Materie ^S). 

Bey in hohem Grade Gelbfachtigeu, findet 
inan ße g^lbgefärbt »9> 

Die Knorpel findet man häufig verknö* 
chert, wovon ich fchon vorher ^^) viele Belfpiele 
b^gebractit habe, Inzwifchen foll dies ein höchft 
(eltner Fall bey denen Knorpeln feyn, welche man 
unter dem Namen beftändig bleibende, per- 
af^anente^ verae ^Oi begreift. Doch findet 
man auch vom Gegentheil Beifpiele. Saiftt zum 
Bfi^iel, der Schaambeinknorpet nicht fei- 
ten verknöchert und JieSchaambeine deshalb an- 
licylotifch verwachfeu -^)i eben ig findet man aodi 

Ver- 

ji) Fortal a. a. O. S. 154. 

17) 3, y.P/enk** Sammlung vouBcobichtiingei% WierW.Ae 

Wien 1775. Th. I. 
IS) SKoifsMtiian^methode, qberX« von F«^/. B,VU. i.f*» 
19) Stall a. a. O. B. III. Th« U. ;», 14t. u. 155, — SOrk 

Ann. roedic. I, nag. 15p. 
flo) fiehe vorhar. S. )47- 

ai) Blumenhmck*4 Gefoh. dar Knoten. S. ^6. $•90. 
aa) iehe vorbor. S« 947 ^s« 



C, Die Knorpel, , Üi 

VerknAchtrungen des fch w e rd f äV m i gen 
Knorpels des Brurtbeins.^)), iind auch der Rip« 
penknorpel, wodurch aber Creilich Hie läfiigfte 
nnd unheilbarfteEngbrüftigkeit entrreht^4). Auch 
wurde der ring- und fc-Jiildför mige Knor« 
bei knocbicbl angetroffen ^5), Munter ^ fah ibn| 
ferkoöcbfrti fich abfond^rn und aiugeliuftet.4A(er^ 
den, ., ^.. 

Bisweilen ift der f c h w e r d f ö r mige Kaor* 
pel zu lang, fo, dafs er-M9>en den Nabel reicht, 
woraus, wegen der dadurch verhinderten Ausdeh- 
nung der daranter befindlichen Theile^ mehrere 
BeCebwerden entftehen können '^), 

Zu. 

M^yPmp iie ofRiitif. Part. 111. ea|iJII*--v Abr.yatBr^de Cä^vk 
finSulari aTchmatit a dtPi'ftflU>ne fttrni e^fobre^pnrpuj*«« 
ta, Vitemb. 173t. in Hal/eri coli. dlFn. ad morb: Ütt: fÄi^ 
Vol. ir XI. 4t. — Pq/ Cöttl, Schacher nbferf^aiioiiei tnw 
«irc« Ri^teriam onsficaCionis praeter naturam Facue. Lijpt 
I7a6. i|i HalUri coli. difn. ad morb. hllt. fdc. Tom. VI« 

rH' 3)^- '^ ^^^ Haen Heilnn^fraethoae. K. llt/S. ilt* 
Pmw i. L — VmUrX o. — Schacher I. c. — Morgof' 
ni Ep. V. 17. — Haller de fiinction. corp. hiun, Vof. Vi. 
pag. II. — Benin ti^itA d^oftcolog. Tom. 111. pag. lOO. 
— J, St. Bernmrd epift. ad hiallerum fcripfar. Vol. III, 
pag. )^3. -994, *« Leruin memorabilia circa aerem^vitae 
genua, fanitat tc morb. Clansthalienl. Oöttiug. 1773. pag. 
t44.-*|{.i1.Fo^«/ progr.de afthmate fiiigulari «»x cartila- 
gir.iim pofcarum oUercentia. Giitt, 1779. — Jahn Hunter 
ie Wed. Obferv. and Inquir. Vol. V. paj». 31a. — P'on 
hiäens Heilnngsmethode. B. II. 3. 279. B. IV. S, it;. -^ 
Jrdnkifche Samml. B. il, S. 313. — S/oZ/V Heilungsroe- 
lli^de. B. Vll. S. 19. -^ Sandifvrt nbf. anat. natli. Lib. 
lU» eap. U. TaiK%. 44. — .Vinc» Malacame iu Kuhn an4 
tfeigeU italien. med. BibL B. II. Sc. 1.. S. i|6. 

•5^ SiolT^ Heilnngsmelhode. B. 1. S. 344. — Smidifori MuL 
anat. VoL 1. Secc. II. pag. %7. lu CCCXLIX. Sedt. V. n. 
LXXXl, pag, 374. — Adolphi in Act. Ntt. Cur. Vpi X. 
pag 45. 

*) r, Baillie's Zufätze in der Samml. fflr praktifch« Amte. 
B. XX. S. 359. 

atf*) G. H.Tro/chel da morbis ex alieno /itn partinm abdo- 
minif. Francnf. 1754. ). sf. in Haileri coli, dUji, ad liift. 
et cur. morb. fac. Tom, IV, pag. 150. «^ B^ %^o4ronchi 

de 



S6s *• !!• yon dim Kkoehengebäuäe. 

Znweilen traf manj die Rippenknorpel 
mit dem fchwerdf&rmigeii Knorpel aus- oder ein<^ 
wärts" gebogen, wodurch Eogbrüftigkeit und Er« 
brechen entTtanden war ^). 

Manchmal fehlen diefe Knorpel 4); 
mtncbiiqal ift der fchwerdförmige Knorpel ia 
Bwey Theile getheilt ^^ond was es fflr Varietiten 
»ihr ^iebt )<>), 



9, Diä Ligamenta ^). 



Sie find der 2^rftöraBg, Verhärtung, Verdi« 
^kiiBg ynd andern kranKfaaflen Berchwerden in 
arthrjtilehen und endeni Krankheiten 1|o^rwo^ 
fcn. 

In rielen Fällen fehlen auch manche Liga? 
|Deate; fo mangelte %• B. das lig^mentom te« 

rec 

de morbo nnvo, fire prolapf\i c«rtiLmuer»n.BpQ.t|M.— 
V»Septal(u* de morh. ex mucron. cartil. provenUnt, Me- 
diol. 169 a, — OL Borrichiu* in TA. Bffr#Ao//ni Ack. Hib. 
VoL V. — S. oben Abfch». 11. B.Q. S. jsj. 

f 7^ Paw L o. -^ Bnraei opp. cbirnr. Lib. IV. c«p. K. — 
Schi^nk obf. medic. Üb. li. obf. CCLXIV. p»{j. 51^.- 
— tonnet Scpnlcr. anat. Lib. II. cap.l. obr. CXVI/«-!. 
SepiaNus 1. «, ^ Ro(fink difT. antt. Lib.Ill. eap. XLL 
p«?. J99»-- Mifecll. Nat. Cur. Dec.Il. An.l. obf.CVI.- 
Codronckius 1. q. -« Mmuqucfi tk ia Motte. Ti'ait« ^ 
aciyjuchements. Par. 1721. Lib. IV. cap. XVII. ^bC J75. 

91^ C vorher B. G. S. ji/. Anm. 59. 

jf) ^ckaoker h c "pafj. |3J. — 'Jf. vorher B. G. 

|0) f, aben B. G. $. |2|. 

|l} Henr, Bmckerackt dilp. d« morbis ligaoifottnim L H ' 
I7iO. in HtJl^i cpll, ^ilp. ad morb. hit^, (^o. Tom, VI. 
pa|E. 401. — : G. Gdff£ diil. de morbis lij^amentornm «I 
m^^orifi animalis ni^^tur^ e^ ^niqcura laatata cosnp^^ 
di3. Ha. 17?|. "f 



- D. Die Lisam»nt0. 3^ 

; otfiitis femorif, und verurfactite ein Hin« 

Bisweilen kOnnen fie zu lang auf der eitieni 
;e feyn, hingegen zu kurz auf der entgegen« 
ttzten. So fand Murrny 5?) bey einem Fötus, 
der Schenkel nicht pach hinten, fondern nach 
sen, uqd der Pjattfuls uicUt nach innen , aber 
b ^ubexi gedreht werden konnte, den Grünet 
innen , daCs die. Blander auf der einem Seite dei 
ses fehr lang, auf der andern fehr kurz waren, 
l daher der entgegengefetzten Bewegung ua^ 
Twindjiche Hinderniffe entgegenfetzten. 

Pie^noc^ien können durch Beinfrafs zerftört 
n , ohne , dafs die Bänder gelitten hätten '4), 
ob fyiAitX man fie ebenfalls angefreffcn }^^ und 
sioe (cfaleimige Maffc verwandelt ^^). 

ffjicjti Rbeumatismeii und Gicht findet man 
Binder derer Gelenke, in welchen der mtifte 
imarz war, verdickt, verhärtet und die Gelen- 
mit einer eiterartigen Materie angeföUt Vy 
fcfaiich hält man daher oft An feh Weitungen der 
lonke, die nur Fol|c;e von Erfchlaffung der Ge* 
khSnder find, wodurch eine Verrenkung der 
ooben eotfrand, für KnocbengefchwQlfre. Fälle 
- Art hat Götz ^^) am Kniegelenk und an der 

Hand- 

a) B. Gcnga «matom. chir. Par. %6t7. pa{r. 124. — • A, Nt- 
coM decas obf, anat. Arpent. 1725. pag. 10. — Bonn, dä- 
Icnpt. thet pIC morb. Haviam pag. }•. n« XXXVil. XXXIX- 
XLlil. '^' fachf rächt 1. c. f. 46 ff^. 

\) Fottu* hydrowjphalo intern o corrcpti deforiptso. Uplal. 
1797. — ' Rudolpjbi's fehwed, Annaien. B. 1, li. 13}. 

4) M0rgAgni £p. XL. 36« 29. 

.5) Baeheracht \, c. i. 39. 

\i) FieJcers Utitr'JEt znr ArznavtrifTenfcli. St. II. S.4t«u.53. 

17) Bactitxacht L L (.73. — Oi/iican Med. Comment. Dec. 
II. VoL }V. pag. 401. Samml. für piakt. Aerzte. B. X/II« 

|t) 1. 1. pa('. i<. 94 fq^. Tab. 1 et II, 



364 U. FsrndernKModkemgeiäMde. 

Handwurzel , wie aoch zwifchen dm Mittdhand« 
koochen und den aogränzen Jen Gelenken der Fin- 
ger befchrieben ond lehr gut ans dem Jäeckeljehen 
Kabinet dargeftellt. 

Za den Krankheiten der Bänder find auch die 
Verrenkungen ^ za rechnen, die theils, und 
dies am gewöhnlichften , Ton iufserlicben , theilf 
aber aoch von innerlichen, z« B. arthritifcbeoCr^ 
fachen , TOn Krämpfen u. f. w. berrabrei) 4«) nad 
auch angebohren ^) fejn können. Sie gehören 
fflr dieChirorgie 4^). Nnr Ton einer einzigen Art 
Ton ihnen fej mir hier erlaubt, zu reden* Es be* 
trifft die Verrenkung der R Qckerfwirbel« 
als die, theils fiir den Chirurg, thtils filr den ge» 
richtliclien Arzt merkwArdigrie. Man bezweifeh 
fie, und will Statt ihrer gemeiniglich einen ^rodi 
gefunden haben 4'). Inzwifchen findet il^an fo- 

wohl 



ä 



%f) % Smlztmmnn de lii?utione oSf fenftri« rarior«. /lr|Btnt 
172^. — Atbini annot. «cadem. V. Tab. II. — P. f^f> 
Abhainll. über veiTch. Ge|;enrCdnde der Wnndarznciknoit. 
Dresd. 1779- — '*''• Bromßel^* chirnrf. RenHarhtnngM. 
l^P'ig «774- S- 194- — Hef/ier inftüuL ckiriirc. Tom. 
I. ptf5««i2. — de la Moet0Tr*'it^ complete de rbirn'«ie. 
Tom. IV. pag. 3?9. deatfch : Niirnh, 176». — A, ••wi 
eoroiDCntacio de humero Ivxato. Ln^d.Bac I7tx deuiUi 
in der ne<jen Samml. der auserlerenrten Abb. Iilr W. K 
Sc HI. S. I. — Böttcher a. a. O. B. II. ~ Walter i amu 
MuF. B. 11. S. 175. n. 66t fg. 

40; Siebe z ß. vun der Hamr in Haar lern. VerhandelinjE- 
Deel VIII. St. I. pa(. 907. fibei T. in der SanvoL atiferlHl 
Abbji;dl.fur prakt. .Aerzte. B. U. St, 1. 8. |. -*»- Mn&ifl 
der Heilkunde. B. III. S. 171. — Lodcrj JooroaL Bw i / 
S. 56^. — J. F. Henkeis medic. und cjiiriir|r. Beob««*- .- 
tunfcn. S. ifl. — J. U. Bilguers cbirnr. Wahrneiiin.*«i ( 
verlcbicd, Wundärzten. Erankf. 176t. S. 192. i 

41) L^ke*s auf erleC AbhandL aus den philo£ TramacL B. j ^ 
III. S. 296. ; , 

42) Man lebe die vorher Anmerk. )9. angeff hrteo 8«krifr * Z 
fteller. \ " 

41} Thedens neue Bemeik. und Ej-fahryngem K^p, VL i- 



\ 



O. yDit Ligamente, 369 

wohl Subluxationen > als auch vollkommne Ver* 
rankungen der Wirbel. Jene werden durch bal* 
digo Handanlegung gehoben ^^), diefe aber find, 
durch den dadurch verurfachten Druck der Wir- 
bel auf das Rückenmark abfolut tödlich. Z'u^ 
mann^^ erzählt dieGefchichte einer Verrenkung 
des zweiten und dritten Halswirbels , welche töd- 
lieh war; Ludwia *0 föhrt drey Beifpiele an; im 
erften betraf die Verrenkung da^ erfte und zweitü 
Wirbelbeio, fo, dafs man einen Finger dazwifcheü 
bringen konnli^; im zweiten war der dritte und 
▼ierte Wirbel drey Linien weit von einandler ge» 
gangen und iih dritten war der erfte Wirbel uiü 
rinta Finger breit von dem Hinterhauptsbeine 
gewichen. Harrup ^0 ^^h ^i"^ Verrenkung der 
Halswirbel durch einen Fall von einem Hcuwageii 
auf die Schultern entftchen. Auch Prelfs ^) Iah 
eiae Tollkommne Verrenkung des zweiten HaU« 
wirbeis vom dritten. Mehreres hierüber fehe maH 
ber den ntiten 4^) angefnhrten Schriftftellern. . 

Nicht feiten foU auch eine Verrenkung 
das kokuksbeikis vorkommen 4') > biefortderS 

bey 

44^ ieflin in Schmuchars verrtiiFcKrj*!! >chr. Il./.S.S|4^. " 

45) Med. tnreiuii. Lipf. 1706. ceut//V. «-^f. V. 

44) Adveif. mfd. prart. Vol. //. Pair. W» de Inxjitlone ver« 
tebrarum colli, amedicofyrei i\ i:iicufn'"pt*ct»'<lifqnirend«. 

47^ New Med, .Ittnrn. 1 i.iiä. Vol. /. in« t. IV. — Richttr*g 
dnriir«. Bibl. B. XV. S^ 90^ 

•; HartenkeUt Zeitmip. 1791. ß. 111. 6. 2^. 

1^ Bvnntü Sepulcr. anat. Tom. 111. Lib. V. iPart.iV. cap. 
IJ/. pM3^, %7i, — Hifdani obf. Cf »it. V. pag. 45t. — vttn 
Sandten Commeniai. Tom. /. p«ff. 25) fi]. -^ Schaar- 
Jckmidt^f medic. und eljiriu-g; rSacbricfaten. Th. Ijl. S« 
9)9. — Act. TüC. mtsd. Hdfii. Vol. 11. — PetU Traitt^ de 
mdad* dei O». Tom. 1. p^i^. 109. — Mokrenheim's chir. 
fieobacht. B. H. Gelch. XLlI. S. 1)6. — Böucher B. U. 
Abrchn. //. Kap. IV. S. HO. 

4f) D'AngerviÜc de oflis coccygU Itixacione. Par. 1710.« — 
faifcsU. Nac Cuf . D«e.l, Ann. 111. obf. 1^5. — Dec III. 



368 !'• yon dfim Knochengebäkde, 

Das alte Band War T^rtlfhn Und dertroM» und ei- 
ne neue Gelenkhöhle entftaii^en. 

Ich will hier noch den Gliedfcih wämm, 
fungu$ ärtlculbrum ^^) abhandeln, da bey 
ihm die ßändcr 7.uctTt nnd vorzAglich krankhaft 
%rfcheinen. El; ift die$ einiK langfam entfteliende, 
Weirse)-ih^hr oder Weniger weiche und däfUfcbe 
OetehwUlft an irgend efnem G6lenk(^, am meiften 
ifn Kniegelenke ^). In dierer Gefchwülft findet 
tnan die Gelenkbänder angefchwoUen ^7), das Zell- 
gewebe ausgedehnt , rchwammigt, und mitt^'ench- 
tigkeit angefüllt ^8); diefe ift gewöhnlich döniii 
klebri6ht, ohne Geruch, und oft äufserft wienig ^; 
bisweilen hat fie eine gewiffe Schärfe Und ift gfes- 
fchicht 7% biswellen wirklich eitrlgt 7i), Je ütir 

' die 

K5) y. ti, SIcvogt rcfp. Chr. L, IVucherer de bumn^bat |r- 1 
rnnm ftin^iofis. Jen. 1715. — Dcthard/ng refp. Beektr U ] 
Inngo Aiticiilorum. höft. 1743. — J, A. H, Reimari 4iE 
de tumore lij>aiAenmniin eitca articnln^, fnnE^u artknlo- 
rum dicto. Leyd. 1757. in Hal/eri coli. diTp. irf hiorb.biri; 
fac. Tont. VI. pag. 437. — J. A. Brambi/fa Über dit 
Phlegmone. Wien 1775.. und in der Abiundl. der kailerL 
med. cliir. Acad. znWipn. B. I. — Br// von GereWflitA 
tind weiL«eii Gelclm'iiirten.S. 284. — * Chrfiou*s pathoIofE. 
l/nterfucir. und Rcobaclitungen in der W. .A. Ukierf. «»n 
Scher/. Gotha 1780. Kap. V. S. 90. ^— Beirröee zor E^ 
iHiiteinng der EniTcebiiugsurraclien und der ticilat^tta d« 
Gliedrchw^mnis voh J^ C. Jäger, FrankF, I7t9. — Bttf- 

ch&r a. a. O. B. III. Th. //. Kap. XXX. S.225 Üüller 

dilT. de fiingo articulari. Goct. 1783. — Fith/el ÜtL dt 
fnngo articulorUm. Gott» 1793. — W>/>tf/'x iulien. 

Bibl. ß. IV. St. I. 6, 166 1^ — 

ferticnlorum. Halae 179I. - 
Tab. /. — Chefeiden Ofteoi 

€i) Böttcher tt. a. O. (. 314. 

<7) Reimärus l. c. J. ao. — Chefion S. 116. 

48^ Reimaru* i, 30. — Chefton S. ti8. — Bö'itcher {.Sil, 

69) Rdimarits f. ai. 

70") Reiniaru* J. ai. — Chefton S. 104. 

71) Monro med. Effays /V. u. I|» ^- Reimmtru* f. äl. » 
Chefton Bk l})». ' 



1^ — G. Kleffel diir. de foM 
— ' Schmidt dilT. c. pj*. i« |q. 
loSiaph. Tab. XL/X. Fig. |. 



D. Die Ligamente* 3^^ 

dieKrankheltjrt, um defto harter ift die Gcfcbwulf^. 
Die nahe liegenden Nerven find dicker, als ge« 
wohnlich« Die Muskeln der Gegend find von blaf- 
fer Farbe, und die Fiexoren widernatürlich rufam« 
rtiengezogen. Selten leiden die Knochen ; nur dann 
und wann findet man die Enden der Schenkelkno- 
chen auFgetrieben ; Öftrer ift er weicher, als ge« 
wOhpIIch, und mit einer blutigen Gauche ange* 
flült. Seine Cobere Lamelle ift ungewöhnlich dann, 
wirf äufserlich vom Beinfrafa angefreffen. Bey 
Kindern vernrfacht eibe hervorquellende, fchwam* 
nfchfe MaiTe eine Ankylofe. Die Knochenhaut 
ift dicker, ah gewöhnlich und die Knorpel haben 
ibreii natürlichen Glanz verlohren und find biswei* 
len auch angefreflen. In fehr alten Fällen find 
aach felbft die Bfinder angefreffen und zerftört, 
Uemro^^ zergliederte eine dergleichen Gefchwnlft 
«d Cuid fie mit einer eiweisartigen Materie ange« 
Mtl^ und zwifehen diefer kleine, mit Eiter ange« 
&Ute Höhlen; dabey waren die Gelenkdrüfen 
zdlenförmig aufgefchwollen,und eben fo auch die 
Inorpel; die Knochen- Enden waren angefreffen. 
BramhUla 7)) fand bey vernachläfBgten oder mit 
tafammenziehenden Mitteln behandelten Fällen die 
Matarie verdickt, und wie in klebrigten Häutchen, 
fchlditw eis, übereinander liegen. 

Durch die Güte des feelig^n Mec^e/ kann ich 
<He Befcbreibung folgender zwey Beifpiele von 
Gbadfchwamm, ans deffen Sammlung, mittheilen. 

Die erfte war Folge eines febr verwickelten 
BrMhf des Unterfchenkels. Das Kniegelenk zeigt 
btträchllich angefchwollene Knochen * Enden, der 

ein- 

74 1* e. und defTen Tammtl. Werke. Leipc. 17^3. S.'ii6. 
7)) ia der Alihandl. der kftif. med. cbir. Acad. B. /. S. f. 

I 



370 II* Fat dtm Ktfokengthüudef 

einander gegen Aber liegenden Schenkel* Dnd 
Schienbeiarähren und eine engefchwollene Knie« 
fcbeibe. Das Kniegelenk feibfl,. worjnnen fibri- 
i^cns weder eine flaffig^ Feuchtigkeit irgend einer 
Art, noch Spur von Eiter befindlich war, erlaubt 
keine Gränzen der hier befindlichen Knochen za 
unterfcheidcii ; fondern vermittelft eines yorn 
durch die vordere Wand des Gelenk)« gemachten 
^ueer^ und LängenFchnitts, erfcfaeint bloa ein Ge« 
webe von dichten, feften Fafern, wodurch dieKno« 
chen- Enden und die Knicfcheibe, mit den Zwi* 
£chenknorpeln und innern Bändern des Gelenkii 
in eine fefte faferartige Maffe ausgeartet Qnd« 

Der zweite Fall ftammt von ensem alten In* 
validen, der an einem dickgerchwoilenen, fteifen 
Knie, das au mehrern Stellen, fchon feit vieles 
Jahren, mit fiftulofen OeCühwüren beißet war, Geh 
immer jw^eder von neuem entzündete und aufbradi, 
io griifslich litt^ düts er fich zur Amputation ent* 
fdilofs. Die Untcrfochung des Gelenks zeigte 
ein übermäfsigausgedelmtes Gelenkband des Knies, 
eine fechs bis achtfaclie Verdickung deffelbeii, 
ganzliche, durch einen übelriechenden Eiter be- 
wirkte Zerftöriing d<3r innern Oelenkbänder und 
Knorpel , üb wie aucli der überziehenden Knorpel 
der einander gegenObeiliegeuden Knochen- Eudia 
des Schien • und Schenkelbeins, deren OberBiche 
daher raub war. Uxiter und über den Flache* 
;^>er waren die Knochen- Enden angefchwoHeSi 

In den Gelenken gichtifcher Perfonen 
findet man nicht feiten fteiaigte Konkre*' 
mente 74), 



74") Boneei Sepulcr. «natom. Lib.A^. Sect. Will. oVf. 4» - ,f 
üpiiam. iSac. Cur. Dec. 1. An.//, obf. Cf. — C«/i^ Lc T 



V 



ß ^""^ ' 

•"»erworfen. S ?*'''^'* eine,;* '^I^^'^en Un^ 

ä'«^ -»on.5r^-; von "'-tttoTr^- 

linen „hgJeich „;h, "^^ "«cb rfem Tod« • . 
=W^^'cheode„ Kr , f!«^^ «öer bey ^ '*'*«"ei,. 

'" A,Ichen Perfn " '^'*«- 

Aa a **** ^^eßfe. 

K^,;.; ;'"••''• '"''..'•, ;^- «• 'w. 



379 ^J» ^on den Blutg^äfstm, 

£aft ganz vom. filute leer« Nadi Longenfachieii 
ift dies gewöhnlich der Fall ^). 

Dafc Blut eixtes ati Diabetes itielJitns geftorbe* 
neu Mannes fand Marfchal *) von einem widerJi- 
chen, faßlich -faurenGeruch, und von einer brau- 
nen, einer dflntien, gutbereiteten Chokolade kha* 
liehen Farbe. Völlig fo befchaffen fand es aach 
Michaelis **); und diefe Ucbereinftimmung, ver- 
bunden mit andern Erfcheinungen , einem fchwar- 
zen im Magen befindÜchen Schlaipme» einer dnn- 
kelrothen Farbe und mürben BefchafFenheh ein- 
zelner Stellen der Magenbäute, und einem bSofi" 
gen, deutlich bemerkbaren Ergufs des Milchfafli 
in der gro&en Blutader, (den auch Baillie ^**) iu 
Oeftalt emer weifsen Floffigkeit im filut derglei- 
chen Kranken fand), läfst Uns mit Recht fchliefsefli 
dafs diefe fQrchterJiche Krankheit ihren Gruod in 
einer abnormen Mifchung der ganzen Blutmalb 
habe, wovon der f&fseflarn nur Sypmtom ift. 

Einen fonderbaren Zuftand der. arteriuras 
und venöfen Geför^e der Lungen bemerkt Halter ^. 
Man findet nSmiirh bey Lungen gefchwnreoi 
welche einen Tlieil der Lunge zerftört habfo, 
diefe QefSLlse bisweilen fo vom Eiter zerfrelTee, 
dafs fie offen, wie abgefcbiiitten erfcheinen, ohoe 
Blutungen tu verurfadien. Zuweilen hängen die 

abge- 

4) Clmmhcn de ilontaux^ merkwürd. Kraiiketigefcliiclice» 
und LeicbeiiöTtiuiiigeur Leipz. 17^1. S. }t7. 

•J R0//0 über die Iioni^ai tige Hartiruhr. S. $34. 

••) in Hufdantts Journ. ß. XV. Su //. S. 117» Verel mit 

B. XIV. St. //. S. «5. * 

•**) bey Rollo a. a. O. S. aj«. 

5) üpiifc. pathol. übt XX. ijig, 399. — ejutd^ öpp« auat' 
' la. Tom» ///. — Vev^l« Portal üb«r den fian der Loa- 

^eiuirüftn in den Memoir. d^ l*academ. des Seiend iTfO* 
abcrf. in den SanftnU aui«rie£ Abhaudl» für p^akt. Aciiit/ 
B. X. ti. 417. ^ 



Ul Von den Blutgtfafi»n. 875 

ibj|frfreffenen,/OfFejien Gefsrse frey, wie Strick^ 
in der Höhlung des Abfceffes. Es ift 2tt bewon^ 
dern» dafs |>6y «loem fo]chen Zuflaode nicht hjlaw 
figere, ffarke, tödliche Blatergie&ungen, oder \ve* 
nigftens nor öfterer BlutrpQcken erfolgt , (ils man 
gewöhnlich wahrnimmt. Auch in andern Theilen 
finden wir gleiche Bemerkungen^ Schmidtmann ^) 
öfFnete den Körper einer Frau, in welchem die 
re qhte Niere, die Harnblafe vnd andere Theile im 
üntnrleibe durch Eiterung ganz zerftört waren, und 
\fO auch von d^r Nieren- Puls- und Blutader nur 
wenige Deberbleibfel vorhanden waren. Dies wav 
dies gefchehen , ohne Blutungen zu erregen, wel« 
ebedocfa wohl aus folcfaeq anfehnlichen Aeften hat- 
ten erfolgen und tüdtlich feyn m Offen. Vielleicht 
liOrt Geh dieErklärung diefes Phänomens, wieB/</- 
menbach 7} angiebt, durch eine Bemerkung von 
Heid erleichtei^n. Diefer fand nändich die, unter 
den Gefchwüren der Lunge liegenden urteriöfea 
und veoöfen Oefäfse immer fehr verengert und oft 
pm mit einer fibröfcn Subftant angeffillt, fo, dafs 
lie OefTnungen der zerfreffenen Geiafse leicht, da- 
lorcb verftopft werden können '). Wirklich fand 
lueh Liemaud 9) folche zerfreffene Gafäfse mit ei- 
lem fch wielichten VVofen verftopft, und Afi/ze//'^) 
and bey cjnemi an der Schwindfucht gcfiprb^en, 

jun- 

f) in ^uftlan^s Journtidtr prakt; Heilkunde, B. VI/. St. 

IV, 6. 44. 
r) M«dic.BibL B.ll. 6t./. S. 15. — Vei jl. K«r/ fle//'* Zer- 

(;1ie4e* unren des menfchlich. Körpers. B, /. $. aio fg. — «^ 

Wulitrs Kraiikb. der Nieren. S. |o. t. 19. 
S) An KCfay on the eure aii4 natnre of the pbtbyX pulmo* 

naL by Ktid- («ond, I7%h deutlcb: {ll^er die Natur und 

Heilung; der Lunf enfupht. Offenb. \7%7. — Uiufncnbach^s 

med. BibL B, /. St. /V. S, 569. 
9) Hift. «oat. med. Tom. /. Lib. U. p«f. 51). 
fo) F. ff. L. HiAzeiPs medic, und «birarg, VVehrnfbp« B^l. 

1776. Sammt /, 8t 14- 



374 ^^ ^^'^ ^^'^ Blutgifttfien. 

jangenMann die ganze rechte Longe, mit alleaGe- 
ßCsen und Luftröhrenäüen zerftört, die ^tücKeo 
^avon in dem £iter {chwimmend und dieMQndun« 
gen der Gefafse feft verwachfen. 

In diefem Abfchnitte nimmt das Herz, als 
glelchfam der Mittelpunkt alier BlutgefäEsOi die 
erfte Stelle ein« 



A. Das Herz "> 



Man fah es gänzlicb fehlen '^)« Aber nur 
bey Mifsg0burten k^nn dies (tatt finden, nicht bey 
Erwachfenen , daher ich beim Foetus n^hr davon 
fagen werde« 

Il) C. Bruno dß cord6 et ejus vitiis« Bat 15S0. — A/hgrti- 
ni de dffectil^aA coriHs. Lib. ///. Ccfcna 164.«. — Herrn, 

' ■ Boerfumvt patbolog. ßctrachtun«; de^ Herzens in : G^ets 

^ . 3Na^U|-,r en Huishund kundige Kabinet, oitgegeven d«or7« 

Vo^t^envan Engefen. Leid. 1779* Dcel /. pag. 562. uberf. 

' in deiiSatnml ani^crler. Abb. fiir prakt. Aerzte. B. /X. S. 
4S). — Morgagni de c.iufT. et fed. moi bor. £p. KXIIU 
— Fr.Meckel fm les maladies du Cueni* in Atn Alemoir. 
de Vacad. des Scieno. A Berl. 1755. j»aiT. 56. — Fr.de Fe- 
iragha de cordis affcctibn» fyntagma. Rom. 1779. — Spü* 
venil düT. de ^cqucntiui ibus cor^is ni.-i;(n".m(j[uc vaIo- 
rnm morbid internis. Vieiin. ir72«" — 3^. C». IP'aUer fnr 
les Maladies du Coenr. ibid. 17%%* — J* Senac 'iVaite de 
la ftnichiiV du Coeur et de fes Maladi>5, ]j.ir K, ForraU 
Par. 1778. Vol. Tl. dentTcl : Hm.v.Stnnc^s Abhiindl. von 
Krankheit n »Ic^ He: zi^r.s. I.cipz. I7?;i. — Jcl.nBcIl \\\itt 
die i\\if\t\ i>ildnnj:'»rj tlt\s HeiÄOii;: 11. T. w. in dt'ffen .'\ju- 
tomy i f tliA 'üimjii h«uly. V*»!, //. J»ap. 201. deiTtfcli: 
Samml. an^dli^f. .M:];aji<ll. liir urakt. A^.rzte. Ü, XVII. S. 
477. — i'^iV difT. aiialccta ad, iüfturiam oordis patholo- 
i;icam. W.il. 1790. 

la') 1 hil..fo,:W. liairact. Vol. LV//. 1. — y. vAttMeeckren 
obfervat. mcil. c!.h .irg. cap. XXXV. — MifceL riat. G«r. 
Dec. U. An. U. Obf. 145. — Sehen f: Obfervat, med, rar. 
Lib. II. n. i8i. *— FahHcii Hifdani obrervat. Cent. IV. 
obf. 51. — Hallcri opufcul. pag. HO. — Citrtius IpfC. 
inanjj;iir. de munftro bnmano cum infante gemello. Lugd. 
Bat. 1762. pag. 19« — C. F. DaniefiQämmL mediz.Ou^ 

tchuB 



A Das HeriL 375 

Elier findet man t\n zwi cFacIics Herz^ 
aber auclh dies nur bcy Thicren '0 und bev 
inenfch liehen Mfsfireburten '♦). In Atm von Meyer 
aufgezeichneten FaUe batte die Mifsgeburt zwcy 
Köpfe, einen Tnincus , einen Herzbeutel nnit ei-^ 
nenn gröfsern, ausgebildeten, und einem kleinern>. 
T/eniger ausgebildetem Heizen, fö fehlten nam- 
lifb an ihm das iirtke Herzohr und* die Lutigen- 
blutader. Zugleich fanden fich auch noch hinter 
twey vollkommnen LuiigenflOgeln^ zvvey unvoll» 
kommhe, zufaninnengedriVckte Lappen, welche*' 
Iber keine eignen Blutgefäfse hatten/ Aber auchr 
bey «Weileibigeu Misgbbuftea findet man es oflf 
nur einCiich •^). 

Ein dreifaches Herz bildet uns Kerh- 
rthg'^ ab. 

Häufiger find die RHci wo die Lag« und die- 
Geftalt des Herzens variiren« Bey einem an der 
Wafferfucht geftorbenen, dreif^igjährigen Manrye,. 
waren die Lungen und alle Theile der Bruft fo 
geüau miteinander rerwachfeir, dafs man da^H^rr. 

nicht 

a^^hten itnd ZenpnifTe. Leipt i*^6. 8.279. — Starkes \T*i 
cliLv. B. //. St //. S. S9. 
tj') z. B. Eoerhaave (Samml. tii^erlef. AbhancLl. riii- ptakr. 
Aeizre a. a. O. S. 491 ) rührt aub dcxiEdü:b«irf!. Bcobjclit« 
eine, Ratte mit 7 vre y Ilc; /.en au. -7- In den jMerrinir. iW 
Vacad. det SHcnc. a i'ar. 1709. |>ag. i<. ii'ndfn lo^a- 
air3:r.r\k. Annalen. Sc. V. S. i. wird ein Hulin mit /.w:) 
HeFZTu crwälmt. — Moj-^ajfni (üp. XLVUl. 57.) I'aimI < 
bi!y einem zweyköpßjen Kalbe doppele. — SöuHitcr:'. 

Jin den Anmerkungen zu feiner Ueberfetzung^ des Bain'"- 
;. 37. Anm. 51.) fand zwey Heizen ia einer Gans. Ar.clt 
xnlMeokellchenMuIunm befinden fioh z\rey ineine^Gap' 
befindlich gewefene Herzen. A/rcAe/ dijj\ oit. pag. S. ^.7 
14) F. A, A. Meyer*s Majfazin für dieTluerj^efdiiCiite. H. k 
St. U. S. X7t. — Starkes Archiv ß. IV. S^-^^^. — 0//« :- 
d!er*j neue Denkwürdigkeiten B« I. St. I. S. 191. -^ Meh- 
rere Beifpiele Rehe bey Hauern de i'orp. Uum. FAbrica^ 
Tom. 11. pag. 338. nr.d unten beym Foetus. 
^5") Crifttll de partu gemellorum coalit..pa(r« 5)» No. L 
16) Specil'Tß. aautom. Amfc. 1671. Obl. LXIX. 



37G in. yon den Blutgii/Sfsem. 

nicht eher zu* fehen bekam , als bis diefe nit dem 
Meffer getrennt wordel^ waren ^7). Wahrfcheinlich 
war diefer Fall eine Folge von einer Entzündung 
aller diefer Theile. Einen ähulicben Fall erzIhU 
auch Frank *8), wo tey einer Herzbeutel wafler^ 
fucht diefer fo ausgedehnt war, daft er mit der ei* 
terartigen FlüUigkeit eilf Pfund wag und da(s man 
kein Herz fah , weil es an der hioternf Wand def* 
felben feft hing und mit einer Pfeudomembran be* 
deckt war. Bisweilen 6nkt das Herz mit dem r e« 
laa:irten Zwerchmuskel in den oberften Theil der 
Bauchhöhle herab, fo, da(s man es nicht an fei* 
ner gewöhnlichen Stelle, fondern tiefer unten pjil« 
firen fühlt <9). Wilfon *) fah es in der Gegend dei 
Oberbauchs liegen, und zwar tief in einer Höhle 
der Oberfläche der Leber. So fand man datHerz 
auch tief herunterwärts liegen und das Zwerchfell 
fo b erabdrücken und ausdehnen, dafs es das Herz 
gleichfam wie ^ine Kappe einfchlofs ^^). Bey ei» 
nem Madeben bemerkte man es deotüch unter 
dem Zwerchfell» an der SteJle, wo fonft der Ma- 
gen liegt, fo nahe unter den Bedeckungen, dafs 
man es deutlich fühlen, ja faffen konnte > Obrigeoi 

wir 

^7) F. G. Barbeck refp. £. Brunner de corde oeenlto illd^ 
qiie hydrope afcice conrequente. DnUb. 170X. in tialieri 
coli. difp. ad morb.hirt.l'ap. Tom. V//. pag. 7^7. — Ver|L 
d9 Haen's Heilun^sroeth. R. I. Th. II. Kip. Vllf. %. 171. 

It) Jofeph Frank rat. inftitnti clinielTiciAesiiis. Vieii«l797. 
eap. IX. und* das beygcfügt« Kupfer. 

t9) 7- O. Leide/t/roß exeroiutio de hernia et proUpfb cor* 
düt hnmani. buisb. 177t. — rjiwJ.opnfcula pbyfieo*obe* 
mica et medioa, ante hae reorCm cdita,mincpoft e)iifeVi* 
tum collecu. Lemgo 1797. Vol. /. No. I. pag. } Tq. 

•) Phaofopli. Trtnwct. 179%. Part. U. pig. H^« Ä''^' ^* 
chiv B. IV. 8. 450. 

toj Morgagfii £p* XVIU 2%. 



A. Das Herz^ $jj 

Perlon dabey wohl ^O- Herold ^^ fand 
lem monftröfen Kinde mit den maiften 
ingeweiden aufserhalb den Bedeckungen, 
uff erhalb der Brnft, nackt» ohne Htrz« 
en es Büttner ^5) und Weber ^♦), 
fah es umgekehrt liegen, mit der Spitze 
kehrt ^5). Torrez '») fand feine Orond« 
erwärts, nach d^r rechten Seite zu, die 
er aufwärti, lilika gekehrt^ liegen« Auch 

£and 

lal de M«dic. Clilnirg. eet. Tom. XL/X. paj;. 4Sf • 
nlicfae FaUe: Milcell. N«t. Cur. Decl). Aii.Vil/. 
. An. VI. obf. a|j. 

rit'^ Archiv ßir GebarubOlFe. B. /. 8t /. 5. 4€. ^ 
be FSÜe: Haiteri opiifc. Pjitbolo^. obf. >XXIX.-^ 
xka adnout. academicte. Pragaft 17I4. Fafp. IIU 
3. Tab./?. III. — Abbandlnneen der fchwed. Ac«- 
der ^iOenrohaften. B. XX/V. $. tj. ^ Voigtel 
lt. reiniolog. obftetrioUe. pag. 77 fq. Tab. V. Diea 
lerkwitrdigej Reirpiel ans der Meckeirchea^kinmU 
90///. BUitner*s in vielen Jahren gefammalteana* 
e Wabrnebmnngen. Königsb. 17$% S. )6. — De/* 
inatoin. Anmerkung, bey einem mit aa:i\r2rts han- 
Herzen lebendig gebohr nen Kindes. KOdigfberg 
I. Knpf. — Einen gleichen Fall führt er aiiuMmr^ 
»ferv. rara de Cofde in infantiilo. Madr. 172).. in 
coli. difp. anat. Vol. II. an. In beiden Falleo leb- 
Kindcr ; das erftere 34 Stunden , das letztere i» 
I. Qeide waren ilbrigeni vollkunnnen fceblldet, nnd 
v% Herz wich nur wenic von feiner gew'ihnllcheo 
fenheit ab. An beiden konnte man die Bewegimg 
i bemerken. 

friinger*s Magazin fflr Aerste. St, V/. S. 510. — * 
incb TourtclU in Journal de Medicine. I7I4. ToiQr 
Decbr. 

o/fmmnn Cardianaftrophe feu oordU inverfio in 
uLipf. X671. — BorrAoat*«; a. a. O. S, 500. — Mor- 
:p. XVII. 35. — Mifcell. Nat. Cur. Dec. UI.A«./. 
), Dec I. An. II. obf. 76, — Hallert elem, Phy 
m. /. pag. 1)6. ejutd, de Corp. Hnman. fibrioa« 
. Seot, 11. pag. 19 % ^- Morand in M^moir. do 
des Setene. 1732. --* Senmc Traite d9 U ftruct« 
ir. Tom. I. pag. I7t fq« — Philofoph. Transact. 
(. pag. 74^ u. 776. — Sandifort ob£ aoat. path. 
. cap. lll. pag. 55 et 60. 

lefene Abhandlungen der Akadem. der WifCanroh* 
1^ von f. W. Beer, Leipz. 1754, B. U. S. tf6. 



3So IIL Von den Blutgeföften. 

Bartholin ^0 ^ ^^^ H^rz, deflen Spitze fn zw«y 
Theile geihdit war, fo, dafs man anberlich cUe 
beiden Ventrikel unterfcheiden konnte. Mof 
gagni ^^) fand ein kleines Herz, auch mit Ter» 
hältnifsmäfsig kleinen Klappen, deffen rechte Seife 
•ine krumme Linie befchrieb (woran felbft die 
Scheidewand Theil nahm), fö, daff fein oberer 
/tlieil ond die untere Spitze nach der rechten Seite 
faenrcrrragteo. Van Stpieten 45) traf den hinten 
Ventrikel dreimal gröfg er, als den vordem. 

In einei* fehlerhaften Bildung des Herzeal 
und des Anfangs der gröfsern GeÜCie hat ein im« 
heUbares Uebel, die blaue Krankheit 4^ 
Ihren Grund. Ich will einige Fälle davon anfuhr 
ren. Morgagni 47) * befchreibt fie zuerft. Vtk 
Mädchen von fechzehn Jahren war beflJUidi|f 
kriiiklich, immer fehr matt, fohwerathmig wid 
durchaus Ober den ganzen Körper blau. Nadi 
ihrem Tode fand man die MOndung der liUngen» 
pulisader durch knorplichte,hier und dakoOeheiiie 
Klappen fo verrchloffen, dafs kaum eine linfee* 
grofse Oeffnung fflr deffen Durchgang Obrig war; 
das eirunde Loch fiand weit offen und das Hers 
war fehr ausgedehnt.* Hunter 48) fand bey einem 
Kinde von dreizehn Tagen , welches ein^ donklt 
Hautfarbe, fphwereo Athem und ftete gewaltfams 

4^) l. o.Cent. I. Mrt. LXVII, Tom, I, p«S- "A 

40 F.p. LX. J. 8. 

45) Coinmentar. in ^o^rAain^iV |ip1iOririfi.To||i.I. f. 17^ pa{h 
29%. — Köhler befchreibt ein Her^ delTin linktr VenU^- 
kel weit über den recbtep hervorra^ luia fpitzig aoUnft 
A. a. O. S. H). n. X017. 

46) L. Fr, B, Lentin* Beitra'i;« znr ausübenden Arzntiwiir. 
Leipzig 179t. B. II. $.6^ 

47] de fed. et caufiT morb. Epift. XVII. f. it. 

48^ Medtt. obfervat. and inqiür. Vol. A^. pag. ))0. — ' Mc- 
moirs of die med. Societ. VoL I. pag. t )|. — Sanualeni 
taferlcC AbbaniU. ^r prakt. Aerste, B, XVll. S« 47|. 



• 

9- 



\ 



Bewegungen des Herzens )im|0) die Kummer der 

Longenarterie änfserft klein ^ die Arterie an ih* 

rem Urfprunge ganz verfcliloffen und in eine fefta 

Subftanz, ohne allen Durchgang und Kanals ver« 

wachfen ; der arleriöfe.Gang war offen upd endigte 

fich in den linken Aft der Lungenarterie; der Hohl* 

teneafack war gröfser , als gewöhnlich. DiefeU 

ben Symptome bemerkte auch Nevin ^^); der Fall 

war folgender: ein Kind war bis einige Wochen 

nach der Geburt ganz munter, bald aber ftellte fich 

tio befchwerliehes Athemholen e«n, die Hautfar* 

be veränderte fich in eine dunkelblaue» und die 

Haut verlohr ihre Wärme; das Athemholen wur* 

de befchwerlicber, die Bruft beklemmter i und fo 

die ZufSUe häutiger und heftiger; der Puls wurdo 

Utiii,gefchwind und ausfetzend, die Hauptfchlag* 

ädern klopften heftig, und in der Herzgegend hörte 

MD bisweilen fogar ein ftarkes Pochen. Aeufaer- 

liehe Wärme erleirhterte die Anfalle. Nach einigen 

Monaten ftarbda&Kiud, und man fand ein fehr ver^ 

{röbertes Herz mit aufgefchwollenen Kranzblut* 

i idern« die Aorta in ihrem Anfange fehr weit und 

lua beiden Ventrikeln -zugleich entipringend; die 

Klappen der Lungenpulsader, weiche nberhaupt- 

fehr sofammengezogen war, hingen mit ihren Spi* 

ticB an der innern Haut diefcr Schlagader feft an, 

Und fühlten fich in ihrer fiafis wie verknöchert 

«a; das Foramen ovale war offen; und der ductus 

arterioftts Botalli gefchlofTcn; die vordere Hecz« 

kammer war fehr erweitert, die carotidei und fub« 

dafiae entftanden aus der Aorta in abgefonder« 

ten 

49^ lledic. Commentai'. De«. II. Vol IX. pag;. 325. überf. 
64ininl. Ans^ilef. Ablundi. filr ttriikt. Aitizt«. B. XVLl* 
St. 1. S. t^. lind in den: mcil. Loinnientarieti von einer 
Urrelllbh. dtfi- Aertte tu hduibui e ObcrL von A. Ftt. A. 
DitL Aiteiüi. 1797. Dec. li. Vul. IX. p«g. 11 1. 



3fo HL Fsn dem Siufgtfäfsetk. 



teH Stimmen.. '^flll^'^ gleichen Fäll erzählt unt 
Sandifort ^^): faft im ganzen erften Jahre ^ar dai 
Kind gefund. Imfolgenrfen wurde dU» abwecli^ 
fcinde blane Farbe der Finger und> Nägel ver* 
d^cbtig. Nach einem anhaltenden fchwer^n Ka* 
larrh ward man mehrere > zuerft rothe» hernach 
Uaugelbe Flecken gewahr. Die Bewegung Avurde 
ihm befchwerlicher , Geficht, Hände und Fü&e 
wurden ihm darnach blau, die Lippen und Zunge" 
fchwärzlich. Es wuchs und hatte guten Appetll» 
nur klagte es oft fibfr Kopfweh und Froft. filat-> 
lern und Mafern überftand es, ward aber darauf* 
mit noch läftigercm Herzklopfen und grOfserer^ 
fieangCtigucg befallen. Stieg cliefe autihre gröfste 
Höhe, dann kam ein trockner Hüften , Ohnmach-* 
tenund flarkes Klopfen der Karotiden dazu. Nedi 
dem Tode fand man das Herz ungemein grob|- 
vom Blute ftrotzend, am- meiften die rechte Herz« 
kammer. Die Lungenpuisader war bis zu ^ihrer 
Spaltung (ehr enge, das eiförmige Loch ofFeHi 
der canalis arteriofus verfchwuiKten, die Lungen 
klein; di« Lur.genpulsader hiitte keine Oeffuüng; 
die Aorta aber entfprang aus bilden Herzkammero 
und empfing das Blut aus beidrn. Die Klappen 
waren körnigt und fleifchiclit ausgewachfen. Dal 
Kind war bey diefen grofsen Fehlern doch eiif • 
Jahre alt. Baillie *) fah, bey einem zweimonath* 
Ikben Kiode^ deffen Haut ungewöhnlich blau und 
kalt gewefen war, die Aorta aus der r6chten|He^^ 
kaminer und die Lungenart«rie aus der linken enh 

fprin- 

50) OK aiiat. jpatlrol. liU X. cap. I. pa§r, 16 fq. T«b. 1. 11» 
III. — £iusd. ÄJuf. aiiat. \W,I. Scct. V. ii.VI/, pa|r.a94. 

•} Zwfatze KU ihsr Anatomie «V*s krankKa&en B«nes ifi 
niciifchl. Körp^i 5 in dcnSantinl. ulr pi akt. Acrzee B.XX, 
S. 35 J. -^ Abgeliidet ift V;ieiei ^all in Uniiliet Serics of 
Juifratini Xq üliiTuu tlie lugibid anat, iraTcl, TakVt. 



A. Das Herz, 38S 

pringeii« Z^^ifclien beideojjA-'^terlen fand keina 
nctere Vorbindung ftatt, als nur diejenige,* die 
lurch den duelu.s arieriofus gefchah; der ebea 
locb to weit war, dafs eine Krähenfeder durch 
hn gebracht werden konnte. - Das eirunde Loch- 
var etwas mehr Terfchiotfen, «Is es bej einem 
ieugebohmen Kinde zu feyn pflegt. Uebrigens 
latte das Herz nichts abweichendes von Normal« 
6rm und Gröfke. Puhney 5^) fah einen folchen 
[ranken von vierzehn Jahren. Ein anderes Mäd- 
;hen bey Sandiforc 5^) wurde, fechzehn Jahr alt. 
^^nün ^)), erzählt die Oefchiehte eines jungen 
denfcben, welcher im fünfzehnten Jahre an diefer • 
iLrankbeit ftarb. Sachfe S4) liefert die Gefchichte 
ünes an diefer Krankheit leidenden Jünglings, der 
noch jetzt im zwanzigften Jahre , lebt. Andere 
frurdeo bey weitem nicht fo^lt; z. B. dai Kind» 
tUffen Aberneuy 55) erwähnt, wurde nur zwey 
]ahre alt, ein anderes, deffen Gefchichte JF/u/r/er 5^) 
erzahlt, lebte nur dreizehn Tage, iV^ri/rV kran* 
ker Knabe nur dreizehn Monate, und das Kind, 
deffen Gefcluchte Wiljca*)€r2^itlt^ nur fiebea 
Tage« 

Das 



5t) l^ted. Ti-ania«. Vol. 111. — Eben fo alk wanl anrh d/rr 
koabe» delTen lielcliichie lr^>itcr «rr.<ihlt: Thom. Trot» 
ter med. audChirm {x.Efldys. Loud. 179$. pag- laj. deutfclic 
6animl. *«sej ief. Ablu \üv prakt. Atitw, H. XVll. S. lo?,. 

52) 1. C. pag. 23. ' nr - ' - 

51) B«ytr.' ge zur ansHbemlen ArzneywiCEenlcli. B.ll. S. 69 iij. 

54) \n Hu/e/and's Journal. B. XV. St. 11. äi. I26 l^. 

55") Alcrneuy^s clnruig. i-ad j)liyfiolog. VcjfucliC. Aus der* 

Engl. ^ \s6. 
56) W«a. obf. ai)d Iiiqnir. Vol. VI. pag. 2pJ fq. — Vcrj;!. 

&]cdtc. comniintir. Ini th« V»'*r 17^4. Vol. 1X% — /JicA- 

C'-r'.f chiniif. Hibl. B. XV. S. 55<;. — BiutncnbaGk't me^ 

hibl. 15. 1\. .^>. 51t. 
•) f. R€Üs Archiv. B. IV. S. 44g. . r 



314 JIL Fo» deßi Blutgf/^fsen. 

Das Herz ift bey diefer Krankheit allema} 
viel gröfser, als natarlich, und wird , bey ztf* 
nehmendem Alter, immer gröfser S7). 

Bail/ie 58) macht bey diefer Krankheit folgea- 
Je Bemerkung: Er ift klar, dafs in diefen Abwei- 
chungen Tom natürlichen Baue, eine zu kleine 
Blutmeiige durch die Lungen ging, um den Nu« 
tzen des Atbmens zu erhalten, und dies muTs mehr 
oder weniger, nach dem Orade der Abw^chung, 
der Fall feyn. Das Blut ift aus diefer Urfache von 
dunkler Farbe, da es doch-bekannt ift, dafs es feine 
hlQhende Farbe vom Einflufs det Luft in den Lungen 
erhalt Daher mulste die Farbe der Haut notb* 
wendig blafs, oder dunkel feyn, befonders alsdann, 
wenn fich das Blut ungewöhnlich ftark in den Ve* 
nen anhäufte. Es ift nattirlich, dafs, bey eifern 
folchen Bau des Herzens , der KreisJauF des Bluts 
defto befcl^werlicher vor 6cb geht, jemehr er 
befchleuni^ wird. Dies kann fogar bis zu einem 
folchen Qrade gefchehen, dafs der Kreislauf Ar 
eine lange Zeit ganz und gar aufboren mufr. 
Durch diefe Urfach gefchah wahrfcheinlich , dab 
gelegentlich diejenigen Anfalle hervorgebracht 
wurden, deren in dem einen Falle gedacht findr 

In der Hunterfchen Sammlung findet fich eio 

Herz, welches ein Loch in der Scheid«» 

wand zeigt, das grofs genug ift, um eine Gäofs- 

• feder leicht durch zu laffen 59). Pultney ^ bb 

in demfelben, bey einem Kinde eine Oefifnung von 

vier 

57) a, B. Sandifort 1. c. — Httnher U. U. — LentinM.^ ^ 
O. S. 95. — Samml. auserlef. AbhandJ, für pr«kt. Kmtr ^ 
te. ü. XVII. S. 4S3. i 

5$) Ji. a. O. S. »4. 

59) Med. ohf. and Inquir. Vol. VI, 

4o) Med. Tianiacc Vol. HU 



f 



\ 



4. Das Herti 385 

vier Linien Im DurchmefTen Im Leidenfchen Mu- 
feum befindet fich das Herz eines Foetus, io deffen 
Scheidewand ebeofalls eine OefTnung zu fehen Ift. 
Zugleich entfprlDgen die Aorta und Lungenarte- 
rie aiM dem rechten und die Aorta hat auch noch 
eine andere Oeffnung im h'nken Ventrikel; die 
Luogenarterie hat nur zwey Valveln ^i). 

'Das ovalrunde Loch fand Morgagni ^^) 
Vej einem achttägigen Kinde noch offen und mit 
gif keiner Klappe verfehen. Ueberhaupt ift es 
kioBg ooch offen» felbft mehrere Jahre nach der 
Oebort und im höbern Alter. Albin ^') fand es 
■lehrmals in ei-wachfenen Körpern und auch in 
fehr' eilen, noch offen. Tacconi ^4) fand es bey ei- 
fünfzehnjährigen Mädchen , welches nach ei* 
fchweren Falle in ihrem fünften Jahre/ gar 
Spur vom Athemholen gehabt hatte und 
lefrerftfcbwacb gewefen war, dafs fie gleichfam 
aer ritam minimam gelebt hatte, ganz offen, und 
noch weiter, als bey der ungebohmen Leibes- 
Iradit; die Lungen waren gan^ zufammengezogen 
und derb, die groben Stämme ihrer Oefülse faft 
ganz f erwachfen , gefcbloffen und blutleer. Das 
foramen ovale war alfo höchft wahrfcheiniich 
dnrcfa den heftigen Fall, durch Erfchatterung und 
rierch plötzliche Kongeftion des Bluts wieder ge* 
wofden, das Blut hatte einen neuen Weg 
und die Lungen verladen j kurz, der 

Blut* 

CO Sandi/art Muf. «nitosi. Vol. I. paf. aU- ^o. VU. — 

fjuäd, obC toidt, padi. L c 
U) Epilt. XLVIII. i. 62. 
()) Ajuiout. Academ. Lib. I. obL tX« p«;. 44. 
H) Da Bononienfi fcientiinim et artium infticnto aCqsf 

«ctdtmU commefit^rii. Bnnon. 17I9. Tom. VI. a. §« «-• 

Biume/ihack'* madic. BibL B. L S. 414« 



38bL 12/. Fon, den Blutgeftkjsen. 

BlutumlauF war wieder wie beim ungebohrneti 
Kinde geworden. Levcling ^5) fand es in den 
Her/en zweier Männer und einer Frau noch o£- 
f^n; in dem oben ^^) aus dem Morgagni angeföhr* 
ten Falle befand es (ich bey einem rechzehiijäbri- 
gen Mädchen noch eröffnet. So fand es auch Sanr 
dlfort bey einer Frau ^7) und bey einem ftarken. 
^lanne ^^\ und Mayer ^J>) bey wenigftens funfalehja 
erwackfenen Perfonen 7o^. 

In zwey Herzen., in der Mechelfchen Samm* 
lang, "lix diefe Oeffnung noch obngelabr eine Li«^ 
sie und in fünf andern vier Linien weit offen« In 
einem Fall aber miüst d\t Oeffnung acht Linien} 
und zugleich ift das rechte Herzohr fo ausgedehnt, 
dafs es die Gröfse der rechten Herzkammer er- 
reicht ♦). 

Zwey Beifpiele derfelben Sammlung, wo di^ 
{es Loch vier Linien weit offen fteht, aus Ertma* 
kenen, beweifen : ciafs die Meinung, diefe Abnor» 
mitat fchatze für das Ertrinken« falfoli fcy« 

Aber- 

C5) 'ObferVat. anatom. varior. Fafc. I. 

^> ^' %79' Anmerk. 42. 

^7)UDbf. diidt. patlj. Lib. IV. cap. IV. p.ifl;. 5^» 

6%) ibid. Lib. lll. cap. V. pag. 84. 

6^^ -Anatom, ßefchi-^ibuii^ «Im lJlntg<?raTse. 6. i^ An». '^. 

■ yo") Man verglcicLe : A/bini aiinot. aca«!. Lib. I. C4ip%IX.'- 

RocJerrr de fiilTocatii; üpnlc. pa«;, 2%%,Tabarrant inAut 

dell' Aü<id. t^elU Scienie di Siena. T^m. lU. App, n«^ 

4I> '— Sandijort obf. anat. path. Lib. I. cap. I. paf. J2. 

— ejusd. Kxercit. Lib. 11. cap. VL VIL Lib. III. pajj.lf 

— eJusd. Mnf. Anat. Vol. 1. Sect III. nag. 104. 110. CUI. 
^ Stifte de moite Tufpcnf. pag.i^. — HÄ//^n'Elem.PBt- 
fiol. Tom, III paj?. 258. IVtii. VIII. Parf. 11. ^a^, it - 
Harjtröm uüer da« eirunde Loch in der Scheidewand ^if 
Herzohien, \v«nH es b^y einem Erwacbfencn offen ftefct; 
in den Abhandl. der Koiiigl. fdiTvcd. Ac*d. der Witf»* 
IcIiaUcn, fiberf. von Kiißncr und Vrmndis^ M. Vll, 

•) J. ^. Mccke! flin; ck. pa^. «}. |. i^ 



A. Das Herz: 3g^ 

Aberneny '^^) hnd in m eh rem Körpern, de- 
ren Lungen fehr fchadhaft waren, das eiförmige 
Loch offen, und hält dies nicht für einen Bildungs» 
fehler, fondern für eine Wiedereröffnung dnrch 
Wirkung der Lungenkrankheit; denn, fagt er> 
tritt der Fall ein, dafs es am Blute im linken Ve- 
nenfacke fehlt, und im rechten deffen zu viel vor* 
banden ift, fo wird der Druck, den das Blut im 
rechten Venenfacke auf die häutige Scheidewand 
aasflbt, diefe fo ausdehnen und reitzen, dafs fie all- 
Dälig verfchwindet und dieGemeinfchaft zwifchen 
beiden Venenfäcken wieder hergeftellt wird. 

Wenn dies ovalrundcLoch noch offen gefiun» 
den wird, fo ift auch meiftens der ductus arte« 
riofas Botalli zugleich offen 7^). Docli fin- 
det man auch Beifpicle, dafs jenes Loch oifeii) die» 
ierGang aber doch verfchioffen war, z. B^in dem 
von Nevln kurz vorher 75) augefüiirten Falle. 
Mehrere Faile von einem offenen arteriöfen Ganga 
findet mau in den unten angefahrten Schriftftel* 
lern 74). 

Hb 2 Da» 

71) Philof. Transac^ 179S. Part. I. paJT. 103. — RtiVs Ar- 
chiv fOr die PliyIV)logie. J3. V. S. 155. 

7J> S. Mayer a. a. U. S. 52. — Vei;gl. Halleri Eiern» phy* 
hol. Tom. 111. x^ä*^, x6i. Tom. Vlll. Part. II. p.*g. ^ fq. 

75) S- ;8l. Anmerk. 49. 

74') Huller U. cc. — Fr unk. Samml. B. IV. S. 242. ^— S'tfn» 
dijort 11.11.— Hey einer zwüuzig.dhi igen Frau fand m«ii 
Ulli noch olien, wie einen Trichter gcrtaltet, die gnifse, 
ÜBuf Linien weite, Oeffnung nach der Luneenartcrie, die 
kleinere ngc]; der Aorta tugekeln t; Mutk in der Oe* 
fettichte nnd Verfnchen einer chirurg 1 ri . .icp:';fellfchaft in 
Kopenluscn. Kopcnh. 1774. — de IViu fand diefenOan^ 
in einer Vünfund 2wanai»*u:lMigin i ran n(»rli «.tV-^n ; Vcr- 
handeli^igen van het BdtAdtTch Gcnoodchap te Rocterdaitu 
1775. Tom. II. pa^. 195. niit finer Abbildung. — fVr/s»' 
hfrg fand in einem iiebeui.'tin i(ren ül«taclien kui-2 unter 
«ierMflnilrngder Ltmgenarteric, ein© etwas klein iieUe IT» 
^%% ffdch« i^ den arter/ofeM Uang dt« BouUua fiinr« 



386 •. U/* yon den, Blutgffdjseo, 

Das Oegenftflck hierzu ift der ginzlicheMaDr 
gel diefes Kanals z. B. in dem hernaclf 75) anzafoh« 
renden Falle von Chemineau. Bey einem Embryo 
fah ihn auch Thomas Bartholin 7^) gänzlich fehlen. 
Sandifort 77) fand bey einem eilfjährigen Knaben 
anch nicht die geringfte Spur davon. 

Bey einem Mann, welcher an einem beftän- 
dlgen Herzklopfen gelitten hatte , fand man tin 
fehr grofsesHerz ohne Scheidewand und alfö 
iiur mit einem Ventrikel 78). Eine ä'hnljcfai 
Bemerkung: wo beide Vorhöfe nur ein* 
Höhle bildeten , hat Mery 79) aufgezeichnet» Wlh 
fort Ä^) fand bey einem vollkommnen Kinde, wel- 
ches Beben Tage lebte, ei\i Herz, in dem nur eint 
Kammer und ein Ohr war: aus jener kam die 
Aofta, theilte fich aber bald in zwey Aefte, w> 
▼Ott der eine in die Lungen ging; die Biutaders 
Att Lutigen ergöffen Cch in die Hohlader. 

Im Gegentheil fah man auch d r e y Ve n trf* 
*kel, welclje unter einander in Veifbindung Itaa* 

den; 

te, welcbei hier ganz offen \rar, und fich in die Aortt 
fenkce, fo, dafs diefe aus beiden Hei zk^mmern fiebes 
Jahre lang Bfnt, ohne ßcfohädignrg der Scheidewand 
empfangen hatte. S. dellen Anmerk. twHaliers Grun^» 
rifs der Phyfiologie fiir Vorlefungen ; überf. und mitA • 
merk, begleitet und befor|t Ton S, Th. Sömmering vi 
PA. F. Meckel. ßerl. 17IS. §. 77, J. 114. Arno. 54« 

75*) Siehe die folgende gifte Anmerk» 

7(J) AcU Mtfnienl Tom. 1. n. CX. pag. SOÖ. 

77) f. vorher S. 3««. Anmerk. 50.— Vergl. yieu/fautn- 
tk für U Structure du Coeur, pag. 35 fq. 

7t) Lanzoni in Kphem. N«t. Cur. Dec. 11. An. IX. Obt 4|i| 
*— Co/itmhus de re «nat. Lib. XV. pMg. 4t9* — Sckeakl 
obf. med. Lib. II. obf. it4. pag. 354. I 

79) in den : Memoir« de r^cadem. des Scieno« de Par. l7oai| 
pap- 54* 

tö) Philof. Traasact. LoncT. 1799. P. XL — Siark*s ne 
Archiv. R.L Ät.111. 6. 355. ^ Äei7'# Ai ohW iüi« die T 
/i*LB*lV. «^1^8.450^ 



A. Bas Herz. S89 

fielt; rier rechte nahm die Hohlader auf und der 
linkt die Lungenfiiutader, der dritte mittlere ety 
gob das Blut wieder in die Aorta und Lungeo«- 
pnUaihMU der Canalis Botalli war gar nicht da S'). 

Man will da$ Herz auch ohne alle Höh- 
lang, blos wie einen Fleifchklumpen, gefehen hi^ 
Im «2). 

Am Herzen können auch Anh^ngci (di- 
Terticnia, proceffus, appendjces^^wiean 
indem Eingeweiden vorhanden feyq. de Haen ^)) 
fßod bey einem an einer Nierenkrankheit und da- 
tngekommenen Bruft* und Zwerchfells-EntzQndung' 
geftorbnen Menfchen, am linken Herzohr einen 
Anhang, \velcher dem wurmtförmigen Fortlatzo 
det Blinddarms nicht unäholich fahf ßch !au$ dem 
fkifche des Herzeos gebildet hatte, ganz flei* 
fehicht and hin und wieder n^it fett bewachfen 
rar. 

Die Klappen des IIerz.€n8 Tariiren fehr 
liofig in ihrer 0r(3tlise, Stärke und; Anzahl. Mpr^. 
\agnl^^ fand vier Klappen dtr Lungen* 
lalsader, ohne Schaden des Blutomlaufs. Im 
jegentheil fand man deren aber auch nor z w ^y, 
ibtr gröfiser, ala gevf öhnÜch ^^)« In der Samm- 
lung 

ll) Chemimetm in den Menioir. de raca4. des Sci^nc. 1697. 

Sa) Mif««U. Kat. Cur. Dec. II. Ad. IL. Obf^ Ui- I>ec. III., 
An. II. OW. p. -r^ Veftlingii Synugm. aiut. pag. 150. 

%i) Hcilongüinethode. B.IV. Th. IX. Kap.,1. S. 196. — NqoK 
melir^r« Beifpiele von fleUchigten Auswüchsen an der 
l «Giern Fl «Ibhe des Herzens erzShU Sora^^ in Sepulor. anat- 
lern. I. pag. $90. %%%.t^i, U%. 

t4> 'Bf. XXXIV. 15. — Aiich Petfche fah deren V i e r e^ drey 
|t euere und eine kleinere: Sylicge At^af. Select. Num^ 
XLVII. in Halleri coli, difp. anat. Vol. VI. pig. 774- 

\\) fetfeke \. c. num. XLVlll. pag. 775. — ^-t^A- ^V^Jj^^ 
•bffnrit. MUitomieae. Berl. 1775. pag.ip. r^ $^itdi*ort 



ggo lU' Von den Blut gefafscn. 

lunjs^ df^s feeligen Meckel bcfinclen Geh vier 1 
fpiele von vier, und eins von z^ey Klappen ( 
I/nn.^enpulsader ^). OFt findet man die SJap] 
bald grofs, bald klein; bisweilen zerriffen, dar 
löchert, fleifchicht und verknöchert. Manchi 
fehlt diefe, oder jene ganz und gär. So fand A 
gugni 87^ die Klappen der Aorta fahr verg 
fsert, und mehrere Male auch fehr klein' 
Bald ift einegröfser, oder kleiner, als dieafl 
re 89). Di efer Fehler betrifft auch die drei eck 
ten Klappen 9®). Bald findet man diefe, 1 
jene Klappe zerriffen^*) oder darchlöchert' 
Morgagni 9?) fand ftatt der Klappe der Krii 
blutader nichts, als ein dünnes Gew^ 
Nicht feiten find die Klappen mit Knoten 
Auswflchfen hefctzt 9*) flechficbt 



obf. tnat. patli. I.ib. I« caj). I. pa^/^x. T^b. 11. Lil 
cap. I. pag. 19. Tab. VI. Fig.;. pag. 40 f^ «— Hvm 
the blood. Lond. 179^* pag* 159- 

$6) Meckel jun. dilT. cit. pag. |i iq. Tab. IL Fig. 1.1. 

t7^ Ep. XJwin. 17. ^ 

SS) Ep. XXIIl. 11. Ep. UCVIL IK 

193 Morgagni Ep. XVU. U. Ep. XXIV. i| Sm 

obf. anat path. Lib. 1. cap. 1. nag. 13. 

96) Morgagni 1. I Epift. XyII» i. il. 

fl) Bttfjii obferrat. anat. chir. med. Dee. I. pag.si|. 
Fig. 5. — Cowper myotomia reformata. Lond. iHf^ 
XXXVIII. Fig. 9. — D. Mummfen dilT. df» cordil 
Lipf. 1764. pag. 58. — Morgagni Ep.XXtV. U -• 
ieri Elein. Phyllol. Tom. L pag. ;)9. — S^tm^/^ 
ahae. patb. Lib. I cap.l. pag. 34 et 50. — MeMÜ 
MMnoij-. de Tacad. des Sciene. da Berlini 1755. "* ^ 
a. a. O. S. 20. 

53) Ijiorg^igniEi^ HL 30. Q. a. nt. O. — So fanA vafJkl 
(a. a. O. ß. 16. die Klappe dea Thcbefina i^ 
löchert. Meckel fand (# ganzlicb fehlen»« 
grofseKi'anibliitadev in den Limgenblutaderfiioktl 
eieüsen. jUndner dilT. de lymphaU vafor. SjitaiBitt 
lac 1787, pag. 2. 

90 Epift. LXVT. 9. 

94) Morgagni Ep- XL 11. Ep.XXrV.tS. £p. XXIX.lt 
XL. a). Ep« LklV. 9. u. a. m. 0, — - Lancifiia ^ 



I 



A* t^as Herz* Jg^i 

dick 95), auch an rfie Wände rff?» Herzens ange- 
wach Ten 9<5). Von ihrer Verknöcherung 
werde icli weiter unten reden. 

. Za dem Verhältnifs des Körpers, zu welchem 

es gehört, kann das Herz 2 u. klein feyn. Es ift 

diefer Zufall nichts feltnes. Kerkning 97) fand hey 

eioem neunjährii^en Knaben, der übrigens voil^ 

kommen gewachfen war und deffen übrigen Blut- 

gefafse feiner Gröf^e und feinem Älter augemeflesi 

waren, das ganze Herz nicht gröfser, als bey ei* 

Bern ausgetragenen Kinde; er war dabey ftelft 

krinklich gewefen und hatte immer an Augft> 

Schwache und gefchwindcn I^uls gelitten. Mor- 

gagtfi ^) fand bey einem, ührigens gefunden on4 

. xobufteaLafttrSger ein fohr kleines Herz« Siöick^). 

fand es bey einer an einem Lebergefchwdr verftoi;- 

benen Frau kaum fo grofs, wie ein Hühnerey. 

Chavaffa ^^) fand bey einem vier und fechzigjäh- 

ligan M^nae, welcher hcy Lebzeitea Her^klapfe», 

BeCcbwenden beim Atheppholen, e^rig^eq Auawu(f 

aod unbedeutende Schmerzen gehabt hatte, eiiv 

Herz) noch- kleiner, wie es bey einem Neugebohr^ 

rerfcbiedenen plötxliclien Toc1e»arteii. B. It. S; 121. -^• 

SandiforL obf. vnat. pathol. LLb. 1. cap. 1. pag, 9i..Tab. 

111. Fig.* 4. I«ib. III. <U))r i. pa^r. 41. 
9c) Morgaeni Epifi. XXV. lo. Kp. XXVI. ^;, Kp. XLVUI. 

1$. Kp. XXX. 7. —- HulUri KUm. Phy.üoi. Tom, I. pap. 

9J^. — .Eaillie S. ao. 21. und Säsnrn^rinfif Anwerk. 43. 
^) Rainer in den l.piieitu Nat. Cur. Dcc^ 1. Aa. lli. Obf. 
. ag3. [iM^'49%. — Littre in den Momoir. de riicci«*ni. de« 

Scienc* k Par. 171). — Lucutaud L c. Lib. il. Seot. II« 

obf. 59« fq^ Tom. IL ptg: it4 f<|. 
j^^ Speeil. aiiitora. papv49. — cl. 3^. Btiii' a, a. O. in der 

Miinml. a.n$erle£ Abh. für prakt. .^er7.to. Ji^XVU. «S.^o;. 
f%\ Ep. LX}t. 5. — Yer-l. Ep. XYU. la. Ep. iwXX. i©. Ep^ 

^} Ann. Med. Tl. pag. s^l. 

100) Lond. medic. JoiirÄ. i-'g^. pa.«:. 40f.. Samm!« aii-^'^rW^ 
AbhaudL filr praiülL Aer7J:e. tt. Xl> 3. 695« 



39t in. Ftfjt den Blutg^fsen. 

Den zu feyn pflegt; a» der hintern Herzkammer 
war es mit knochichter Materie bedeckt} und zer- 
riffen. Sehr klein, trocken und von einer ungleV 
eben Oberfläche fand man es bey einer krankli- 
chen, unfruchtbaren Frau ')• Befonders bey Aui- 
g ez eh rte n * findet man 6S klein und ver* 
&hrumpft *). . 

Die widernatürliche Oröfse des Herzeiif' 
ift entweder ein Fehler der erfteo Bil* 
düng, oder Folge der Lebensart, und die 
Pcrfonen, bey welchen man diefe fand, waren übri- 
gens gefund, ohne hervorftechende Zeichen •iner 
folchen Widernatürlichkeit; oder man koonte 
ddch weoigftens in ihr nicht den einzigen Oranff 
ihrer Krankheit und ihres Todes finden. Ma^ 
iani )) fah ein Herz von einer ungeheurfn Qrölse 
iiey einem Menfchen von unaufhörlicher Gefiri- 
fsigkeit. Einen ähulichen Fall erzählt utktPomm:^). 
In einem Trinker fand es Boerhaave ^) draiaial 
gröber, als gewöhnlich und fehr fett. Morgagni^) 

ftnd 

l) Mennir. de TteMd. 'de« Seieno. de Ptr. 1714. -— Vtrgl ] 

auch MircelLNat.Car. DecIIl. An. IV. — Boerkmmv t. ^ 

a. O. S. 544. 
O Kerkring fpecil. antt. Obf. XVII. — Hildimi al>renr«C 

chir. Cent. iV. Obf. LI. — Tä. Bartko/imi anat.>Lib. IT. 

C«p. VI. — Bontti Sepnlcr. anal. Lib. 11^ Sect. VI|. obf. 

lOt. Lib. IV. Sect. Xll. obf. 9. — Senac traiti do coeor. 

Lib. IV. cap. Vlll. J. I. — Peyer mcth. bift «iMt. ctp. 

VI. — BJancaräi Anatom, pract. rationaL Amlt. ufll« ^ 

Cent. II. Obf. XIX. pag. 337^ ^ Boerhaave a^ a. O. & 1^5. — f 
« MifoelL Nat. Cur. Dec I. An. III. Obf. 65. Deo. IIL Aa. ( 

III. Append. pag. lt. -*-* tdeutmud hift. aaat. med.LibJL / 

Seet. ll« öbf. 44S. Tom. II. pag. 146 fq. ; 

i) de anenryanaticit praecordlornm moibis, FraneoEirU^ j. 

J. 7. ^ Mi>rgmgni fp. LXIV. 14. '^ 

4) in Roux Jouin. de Medieine, Chirurgie oet. 1774* Toon i 

XLII. pag. 410. ' 



5) a. a O» 8. 49S 

^) £pUt. LXX. xa — oonf. Epift« XVIL x 



[ 



A. Das F!ef^. SjJ 

find es bey einer Frau, die an einer liungenent« 
zandung geftorben war, felir grofs» nüt verhält* 
nifsm&fsig dicken , nicht ausgedehnten Winden. 
Ogle 7) ünod es dreimal und Heurnius ^) viermal 
gröber uls natarlich. Gufiav Adolph* s Herz vrog 
fünfzig Loth 9 1. Lancifiiis *®) fand daa Herz ei- 
nes Laufen fo grofs» wie ein Kuhberz und zwey 
umd ein halbes Pfund fchwer. In der Loder- 
fchea Präparatenfammlung befindet fich das Herz 
eines- Mannes, der an beftändiger Engbrüftigkeit 
litli welcbea neun Zoll lang, iieben breit und fan- 
fe dickJft"); ein anderes ift fanf und einen hal- 
ben Zoll lang, vier und einen halben breit und 
drey und einen halben dick "). de Haen <)) fand 
bey «iner Frau ein Hen von zwey Pfunden und de* 
bey alle grofsen Oefäfae aufsecordentlicb weit, oh» 
ne^ daiSi Zufälle da waren, welche folche UmftSn- 
de vesmuthen lieCsen. Lancifius '^) hat folche Er« 
«dtwogen in einer Familie durch vier Genen«' 
lioneiK erblich gefehen. 

Oder die Erweitenmg ift Folge man«» 
cheriey kränklicher Befchaffen heiten. 
So trägt alles dazu bey , was den Ausgang des 
BInts hindert. Diefe Urfachen können entweder 
»echenifch wirken: z.B. 

Ver^ 



\ 



f) Me«ioir«>of tlie nedic. See. of London. Vol. L 

t) Hiftor. et obfervat. rarior. Oneribii« Ferne/ii adncxae. 

pag. 36. -— Vergl. Chamhon de Montaux S. )4. 
i) Samml. auserlef. Abhandl. filr prakt. Aerzte. B. XIV. S. 
%fri. Anmerk. IT. — Vergl. Meckel in Memoir. de Tttcad.. 
det Seien o. 1. l. 
10) von den verlohiedenen plStzliehen Todetarten* B, IL 

S. uo. 
tO Köhier al a. O« S. 941. n. leo). 
la) ebemd, S. 341 • no. 1009. 
I)) Heiliiiifrsmetbode. B. UL S. S4- 

I4) de mocu eordis et aneorysmatiboi, ftru IL oap. V# 
V«S. all. 



396 Jtl» Von ien Blutgeß/sen. 

den ^^ fand bey einem WafTerrttchtigen ein (6 gre» 
Sses Herz» dafs deflen Bafis vier und zwanzig, and 
der Umfang der Ventrikel fiebzehn und einen haJ* 
ben Zoll betrugen* Bey Herzbeutel vraflerfucht 
ift es meiftens von einer ungewöhnlichen Gtötst^ 
wie dies mehrere Beifpiele beweifen ^9). 

Vieles Fe^t: Lieueaud ^^) fand bey ei- 
nem fechzigjährigen, von Kummer und Sorgen gep 
quälten, und an einer Erftickung geftorbenen 
Manne, bey ^iner ungeheuren Fettmenge, eüi 
fehr erweitertes Herz. 

Es können, auch die Urfachen der Herzer- 
weiterungen krampfhaft feyn; fo kdoMn z.B. 
alle Leidenfchaften wirken, vorzüglich Zorn uiid 
Rachfucht. Daher bemericte Harvey V) bey iol« 
f hen Mcnfohen , welche der Zorn fchnell hinge* 
rafft hatte, ein ungewöhnlich grofses Herz, indeu 1 
AsL^ Blut fchnell nnd gewaltfam fich in dea Van- 
trikeln anhäuft und lie ausdehnt. Hierher gehö- 
ren auch die Fälle, wo man nach folchea LeldeO' 
fchaften das Herz gebor ften find; z. B. 
Whytt ?^) fah das Herz nach anhaltendem , nagen* 
dem Kummer gebor ften, und eben dies fand auch 
Portal ))) bey einem ZOchtling, welcher nach ei- 
9em heftigen Zank plötzlich tod hingefalleo war. 

Dia 

a«) Afi«tomy. pajj, m. 

f^) z.B.Liritiaud 1.1 Tom. 11. ptg. 19s fq. r^ RBUin^nr» 
nal de 'Med, 1770. Vol. XXXU. p*ß. 74. S^rnml. filrpr, 
Aerzte. ß. 1. St, 111. S. go. — fVefiring fcbwea. Abb. 
1790. IV. Qtiarc. n. 5. 5^minl. fOr prakt. Aerzte. n,XlV» 

%o) L 1, obf. 434. pag.X40, 

91) Exercit. «nat. 4t motu pordi^, Tom, I. pa|;, %t%^ 
jO Cricical Review. iy%%, Decbr, pag. 554. 
D) Memoir, de Tacad« dea Seienc. I7t4, naz. ci. Swi* 
für prakt. Aerzte. B. XII. S. 72^. ^^ ^ 



A. Das HtnSf 397 

Die Symptome der Erweiterung des Herzens^ 
bey einem langfamen Fortgange der Krankheit, 
find gewöhnlich : Beängftigung, Herzklopfen, aus* 
fetzender bald langfamer, bald fchneller Puls ^^); 
zuweilen heftiger Schmerz quer über die Bruft» 
auch quer über den Unterleib; Ohnmächten, Hu-« 
fteo, fchweres Athmen , und der Kranke kann in 
Terfchiedneh Lagen nicht aushalten ^5). 

Man findet die Ausdehnung bald in der Aor« 
tn- bald in der Lungenarterfenkammer, bald in 
beiden; bald in irgend einem Ilei^zohr, bald ia 
llpeidan; manchmal auch in allen diefen Theilen 
tngteich ^). Oft ift die tördere Her2kammer er^ 
weitarty und die hintere verengert; aber nicht fo 
«ngekehrt; vielmehr findet man bey Erwelterun* 
gm der4rintern Kammer auch die vordere ei-wei« 
tert 97}» Selten find die Winde dünner, fondera 
toeiftens verdickt; und die ganze Höhlung ift mit 
•inar Terdickten Haut überzogen '^). 

Eine Menge Beifpielo von diefen Erweiterung 
gein £ndet maa, von welchen ich Hnige auszeich« 
n€n will : 

yan &'/tvW<?w '*) fand die hintere Herz*^ 
ka m m e r dreimal gröfser, als die vordere» Auch 
im Me'ckelfcken Kabinct befinden fich mehrere 
Beffpiele von Erweiterung dicferHerzkammer) be» 
(oaders eins, wo fie die vorder« an Grdfse zwey« 

fach 

$4) foriiä «» 11. Ol S. 707» 

ff) Jfihn Ftrriar von der Dilatation des Herzens, In leinen 

»eaed Bemerkiui^en über WAlTerrncht, Wahnfinn u, f. w. 

Aus dem Kngl. Leipz. 1799. Kap. Vlll. S. 74. 
.)4} Mrcktl 1. c. und in der Uebeii. der pbyf. und med. Abh, 

der AlLsd. der ^VilTenfcimhea in Berlin > wn MuntmUr^ 

B. IV. S. ^05. 
VJ) Fortal. S, 70^ 

•) B^Uliei Engmvings. rufe. I. Tab. 5. 
U) CommehtÄr.inBo^rAimwt «pboriiiii. Tom.L p«f.a99. 



4oo lll F#« äem BlutgefUfsem. 

Meirteiv findet man bey Erweiterangfeii des 
Herzens auch deffen WSnde verdickti mit 
niehr Materie, als gewöhnlich. Der Grond liegt 
vielleicht in Folgendem. Entweder es entfteht die 
Erweiterung durch eine Oelegedheitsurfach , wel- 
che das Blut an der vollen Ausftrömun^g hindert 
(z. B. durch eine Verknöcherung der Valvein)| 
und dadurch eine Ausdehnung, Verlängerung und 
Erfchlaffung der Muskelfafer venirbcbt, odeTi 
die Ausdehnung ift die Folge einer örtlichen , in 
Veränderung und krankhafter Mifchung der Mm* 
kelfafer ihren Grund habenden Schwäche. In 
beiden Fallen, (ey fie nun Folge, oder Urfaoh des 
Fehlers» ift eine Erfchlaffung der MuskelCaCer, ein 
aufgehobener Zufammenhang ihrer Theile da, die 
Abfonderung und der Umtrieb der, für diefei 
Muskel beftimmten Theile werden fehlerhafk|diefe 
häufen Geh dann in den ZwifchenraumeD der er« 
fchlafften und locker gewordnen Mnskelfafem aii| 
und vermehren ihr Volumen. 

Bey 

med. obüervatione üluftrata. Halae 17S5. *— Smnd^*^ 
obf. jinat. pacli. x.ib. I. cap. I. p^g. 37. — Lientmuä 1 1, 
Lib. 11. Secr. II. obl. 405 - 447. obf. 601 — Ä06. Tom.n. 
pdg 12^ i'q. l%6 fq. •— Lancijius lie motu «ordis et anrt« 
li&matibus, fliehe vorher S. 393. Anmerk. 14."^ — - Asmmm 
«iilll de aneiirUmAtibns. Grönin«. 176). — Maiani ^€ ano 
rynmaüci» praecordioriim morbu (f. vorher S. 991. k 
merk. 9.") — Trew aneurlsmatU J'piirii hiftoria. Nori* 
1769. — Murray obfervatione? in dueurisma feiaori». t 
Tal 1771. — Uuauani de externis aneiirLümatibu». Res 
1772. — Verbrufig de aiieurismate , oblara noUibile,f 
tae anein ysma dlvulgandi occafione. L. ß. 177). — I 
tin de aneurystnate vero pectoru extenio , ii^miple 
Inbole. L. B. i7to. Diefe letztem acht SchriFtTteller ^ 
&ch de&wegen liier beyrammen angeführt, weil ße ficF 
Ikfnmen in fol(*e*ider Sainmluii|i|; befinden : Scriptf 
latinorum de aneiiry&matibiis collectio, edidit atqne 
latus elt Ihom, Lauth, onm XV. iconibnu. Argent. 
— ' y. G. Michaelis difl. aiieurysmatiim cordis dif)' 
anatomico-medica. obütivatioiie ^iiadjon iUnTcrat 
U% 17«5- 



y dem AiienriiRna des H^neeniB fihd euch 
lieh die aus ihm entfprin^enden grofsen 
sfifse von zweierley Befchaffen« 
3ie Arteriell, nämlich die Aorta und 
npulsader find oftmals verkleinert^' 
rengert ^). Es kann dies vielleicht oft- 
rie ich fchon getagt habe ^0> ^^^ Grnnd 
iurisma feyn » iaderft die Krankheit in der 

liegt, welche von Natur zu enge gebaut 
arch Verdickung, Verknöcherung, oder 
hafte Zufateimenziehung ihrer HSute , wi» 
rlich verengert feyn kann. In diefem Fall 
IS Blut in feinem Fortgange gehindert und 
h zumTheil im Herze anfammeln,daffelbo 
ndig ausdehnen und dadureh erfcblaffen« 
I diefe Verengerung der Arterien aber auch 

des Aneurisma feyn. Denn, indem fich 
'z erweitert, feine Kraft verliert, fo ziehet 
ih nach und nach die Aortf, weil fie nicht 
sgefQllt wird, im Verhftltnifs zu dem Orad 
reiterung desHerzens zufammen und rieh« 

dadurch zu der ganzen Quantität Blut 
dche ein fo erweitertes Herz ausi^ratzea 

)• 

ie vendfen Oefäfse findet man im Gt- 
t bey diefem krankhaftf^n Zuftande de^ 
8 allemal erweitert^ und gleichfam 
Tse Blutbehälter 53). 

Eine 

n Celle mabrere der vorher Anmerlc. 4^. angeRihrcen 

, z. n. Morgagni Ep. XVllI. a. 3, 4. — Meeke/ Me.iude 

(L des Scienc. de ßorlLu 1750. pag. I69. 

3a vorher S. 594 Arimerk. 17 fp, 

rpl. Be!L a. a. O. S. 507. 

//. S 505. 

. pmthuL Afutt. M.t. C C 



4o4 i^^* ^^* <^'* Blutg^fsen. 

nem ^olciaten , welcher, nach langem, vorherge- 
hemmen Tanzen, im Beifchlaf, unter einem hefti* 
gen Schrey, ftarb, alle Eingtfweide gefund und die 
rechte He: zkanimer zerriffen. 

Gefchwüre am Herzen geben nicht feiten 
auch Gelegenheit zu deffen Zerreifsung. Bej 
einer im Jahre \y3o verftorbenen Herzogin vom 
Braunfch\Veig fand man die Muskelfubftanz der 
rechten Herzkammer durch ein GefchwQr fo zcr« 
ftort, dafs fie endlich geborften war ^7), Peter de 
Märchen i ^*) erwähnt eines üftulöfen Gefchwfln, 
welches aus einer Wunde des Uruftbeins bis zur 
vierten Rippe u d der linken BnJthö'rle gedrun* 
gen war, und din ganze Subftan/. des Kerzerts bei* 
nahe bis auf dieKibem zorftört hatte, fo, dafsdiefe 
Fiftel die linke Merzkammer durchdrungen hatte. 

Eben fo kjcn auch eine brandige MOrb« 
heit der Subftanz hierzu Gelegenheit geben* Mr.* 
rand^) fand in einem Fall, wo die Aortenkam* 
mer.geboriten war, die ganze Sübftnnz des Her» 
zens fo weich und mürbe, dafs die Sondt» Qber^II 
durch ihr eigenes Gewicht durchdrang. Murret)*^ 
erzählt die Oefclnchte eines Mannas, welcher vor- 
her häufig rheumalilclie und arthi jtifoh»* Sohmer^ 
zen gehabt, und endlich die hefti^l'ten Scrhinerzeii 
in der Bruft gelitten hatte, worauf er nach einigfii 
Tagen plötzlicli ftarb. Man fand die» linke Uen- 
, kam- 

67) Lemmery in M^moir. de l'acadom. des Scienc. 17JI 

Pap. y.%. 
C%) t/Uleivat. et iractat. nu*dic. *IiiMiif. Nediml. 1772. obf. 

XLVII. p.ig. 78. — McliiL-ie iJcifpi/le lludcn iidi vut^' 

<kii lieiuacli aiijjelilhrtCJi lüllea u^jd i,v\ den (ieffliW*!- 

len im Heize. 

69) in den Meinon . de rut\<.l. des Srier.o. 1753; |ia,?. 59<. i 

70) Ail. Miirtaj difr. (ie coi Je n»]»t<.. l^plal 1785. Cberfi-r« ; 
in den neuen i?ainiulMii;:;t;ii der .lükc: lefeuften u. utxitlwi 
Abhuiidl. lüi, Wundarzte. 8t. Will. 8. t ig. * .' 



A. Das Herz. 4q5 

kaminer zcrriffen, und zwar erblikte man neben 
einem grofsern Riffe, noch einen zweiten kleinem. 
Die Subftanz war um diefe Gegend weit düoner, 
von dunkler Farbe und mürbe, gleich., ^^Is wenn 
fie brandig wäre. Die Lungen waren il unkelfar- 
big, fchwer und mit Uiut angefüllt. OffcMibar war 
hier eine Entzündung des Herzens vorhergegan* 
|ren, und der darauf foigende Brand die Urfache 
der Zerreifsung, Caley^ Wundarzt zu Saint Ci« 
rons , ftarb im fünf und feclizigften Jahre plotz* 
lieb, als erXich eben bückte, um. feine Sohuhe zu* 
niüchnallen, und n^ben einem Freunde am Kamia 
lab. Er hatte iich eben von einem FiuCslicber er- 
Iwhit, das ihn vierzehn Tage im Zimmer gehalteo 
ktte, und er ftarb, als man ihn völlig bergeftellc 
giübte. Bey der Sektion zeigte fich derHerzbeo* 
tal von einer ganz aufserordentlichen Gröfsc und 
mit Blut angefüllt. Die linke Herzkammer hatte 
eiaen Zoll langen Rifs. Inwendig war dif ganze 
Moskelfubftanz von einem Gefcliwür verzehrt, fo» 
dtüi eigentlich der Rifs in der, das Herz umgeben« 
deaHautgefchebon war. Der Ueberreft derFleifoh« 
koliiinnen war kallös, und iaft friabel, und von 
g^icher Farbe. DieKaUofivät erftreckte fich voa 
oben bis an die Baßs der mützeniorniigen Ivlappea 
und längs der Scheidewand. Der Vcrftorhcne 
hatte vorher vier Jahre nach einem FriefelGeber 
oft Kopffchmerzen, Schwäche des Gedächtnifscs 
nnd der Füfse und einen grofsen Puls gehabt, aber 

•^ keine Befchwerden, die eine fo beträchtliche Zer* 

i ftörung des Herzens vermuthen liefscn "'). 

l Wir haben auch Fälle, wo äulscre Gc» 

1 ^altthätigkeiten eine Berftung des Her- 

^4 zcns 

. 1 7^) Joorn. de Med, X791. von LnngUde. Ueb^rf. in Hu/r- 
1 land^s Deueft^n Annale» ^«r ftaiiicr. A". ^Y. H. V.. S. 1. 



4o8 III. Von den Blutgrfäfsen. 

Difirte und mit dem Herze durch eine, oder meh* 
rere Wurzeln verwachfene Körper, wie wir fie häu- 
fig in der Nafe, Gebärmutter u. L w. antreffen , ge* 
be; oder ob diefe von den Zergiiederern für Polv* 
pen genommene Körper, nicht blofse lyrophati- 
fche Konkretionen, oder geronnene Blutklumpen, 
die erft nach dem Tode entftanden und Folgen 
der Krankheit, nicht aber deren Urfacfa gewe- 
fen waren. Schon ältere Zergliederer, z. B. Mor- 
gagni 8") und Andreas Paßa ^^) läugneten fie ab 
und hielten 6e nur für zufallige , nach dem Tode 
entftehende lympbatifche Konkretionen. In neuern 
Zeiten vertheidigte lofeph Paßa 85) diefe Mei« 
nung mit fehr finnreichen Gründen. Doch find 
die GrOnde für die Annahme der Herzpolypea 
Überwiegend. Denn, wären die vorgefundenen 
Konkremente allemal nur geronnene Lymphe, oder 
Blut gewefen, fo hätten fie fich leicht im WaCfer 
mflCfen auflöfen laffen; fie wären nicht hart und 
flechfeoartig, nicht mit dem Herzen innig verwach« 
fen gewefen, die Kranken hätten nicht vorher, 
oft lange vorher, an ftufenweis fteigenden Znfal* 
len gelitten. Es giebt aber freilich auch bloüse 
Schleim- oder Blutpfröpfe, welche ein Ungcfibter 

für 

$n Ep.XXlV. 35. R. II. S. %70. — S, Kerkringii tfttil 
anatom. Obf. LXXIll. Pfcudopolypi. — Gegner diefer 
Meinung w^ren Malpighi (^Tract. de polypo cordis, üi 
Opp. Lond. i6%6 Tom. II. oud mit deffen Tr. de rilee- 
inm rtriicturd. Bonon. i66i. zutnmmea^^dvuckt)^ Mmnget 
(BibL andt. Tom. II.) Peyer u. a. 

SO Andr, Paftae epiftolae dtiae , altera de motn £^npuaiß 
poft mortem, altp.ra de cordis polypo in dubium revo- 
cato. Bergami 17)9. vid. Act. £rud. r^ov, A. 17|f.. U* 
Febr. pag. 79. 

f)) De «Sanguine et fanguinels coneretionibus , per anat»- 
men indagatiJ. Berg. 17S6. — Göttiug. gel. Anseilen tjU* 
— Vergl.Ljc{ifa«fifrrecisde laMedic. prau^ae« Par.i7li> 
pag. J75- 



A, Das Herz» 4^9 

für wahre Polypen halten könnte« Um ganz fi« 
eher zu gehen und der Wahrheit am nächften zu 
kommen, mufs man,, wie Maincourt *♦), zweier»^ 
ley Her7polypen annehmen: wahre und fal« 
fche. Diefer Meinung, welche genaue Bcobach« 
langen während der Krankheit folcher Perfonea 
and genaue Unterfuciiungen nach dem Tode befti* 
tigeo, treten auch mehrere SchriftfteJIer bcy ^^). 

Falfche Polypen find ein Konkrement, aus 
geromiener Lymphe und etwas Blut, welches fich 
erft in der letzten Krankheit , oder im Tode er« 
leogt hat, dicht und ausgefüllt ift und fichfaftia 
allen Leichnamen bald an diefer, bald an jener 
Stelle der Blutgefäfse vorfindet S^). Ueberhaupt 
findet man bey Perfoncn, welche an hitzigen 
Krankheiten geftorben find, meiftentlieils folche 
polypöfe Konkremente im Herze, und um dalTelbe 
herum 8^). 

Wahre Polypen find fehr feft, fafericht, flech- 
fenartig, fpalten fich in länglirhte Lamellen und 
hingen fo feft mit den Wänden un«! den Fleirdi* 
'r fjfern des Her/ens zulammen, dafs Ge mit demfel* 
ben nur einen Körper, von brauner oder ((unkel* 
rother Farbe, auszumachen fclieinon. Sie find 
hohl, abgeglättet, mit denMuskelfafern genau ver« 
nachfen, weislicht und ähnlich den HydaLiden 

IQ 

i4) de 8anguineis lymphaticisqne, mal« polypis ^ictii, con- 
cretionibuf üi corde. Par. 17^9. und im Au^^uge überC 
in Hti/'e/and'* Annalen der friinz. A. W. B. 1. S. 344. 

15) Vergl. Am. von Haen Heilungsnietliadc. B.l. S. 164. — 
j^ Wichmanns Idean zwr Diugiioftik. Hannover 1797. B. II. 

1 s. 171. 

\ %€) Vtrgl. A. Fr, Walther progr. de atra bile. Lipf. 174I 

(in Halleri coli, difp. pracL Vol. 111. n. ClV. pag. 575. 
17) De morbis quihnsdam Gommentarii, Auct, C. H'/n/rm^- 
«»^ A«m.Lond 17S3. überf. in denSanaml. aiiseilif. AbLundl. 

für pi Akt. A. ß, VIU, if. 199. 4. II. 



4io 121. Von dem Blutg^fsen. 

in den Gefchwalften der Eingeweide. Sie e'ntfte» 
hen' langlani, und die Befchwerden, welche fie 
verutCacheq, fteigen daher auch nur allmählig bis 
eu ihrer iiftdiichen Höhe. Man bemerkt Anfangs 
nur ein leichtes Herzklopfen , mit einer leichten 
Aengftlicbkeit und Kurzathmigkeit. Mit der Zeit 
werden diefe*S}rmptome einmal plötzlich, nach ir* 
gend einer VeranlafTong, hefriger, der Pols wird 
intermittirend und unordentlich; periodifch tritt 
eine grofse Angft ein, die Kranken fahlen Schwere 
und Druck auf der Broft, das Herz klopft ;hefti* 
ger und unausgefetzt, die Beängftigungen fteigen 
immer höher, fo, dafs der Kranke auch nicht die 
geringfte Bewegung vornehmen kann , es erfolgen 
Ohnmächten, Stickflufs, Scblagfiufs, Tod ^). 

Die Entftehung beiderley Arten der Po- 
lypen des Herzens und der Arterien und beider 
Stoff ift gewifs einerley. Es ift die gerinnba* 
r e L y m p h e des Bluts* - Wir bemerken 6e bej 
EntzQndungen auf dem^abgelaffenen Blut, wie auch 
nach den entzündangsartigen Krankheiten in deo 
Hohlen und auf de^ Flächen der entzündeten Thei* 
le S9). Nur der Unterfchied findet Zwilchen bei« 
der Entftehung ftatt, dafs diefer gerinnbare, lym* 
phatifche Stoff, beim wahren Polyp nach mid 
nach, lange vor dem Tode, ausfchwitzt, fich lan^ 
fam anfammelt, verbartet, und fich zu einem orga* 
jiifchen Körper bildet, alfo mehr Folge einer qhHH 
aifchen, als einer akuten Entmifchung ift; Beim 
fa Hohen Polyp entfteht diefc AofammluBg im 

Qe< 

II) Man }t£elVichmAn>t*s TortreiHielieBefchraibtuic a,i.Ol 

%9) Im Abfclmitt von der Brnft- und Unterleil>shdhle md 
bey der Lufcrökre» werden «rii* nekr ?oa ihr in rede« Q^ f 
If genheu habt n,j n 



I A* Dal Herz* ' 41t 

Oegenthail kurs Tor dem Tode> od^r in dem To* 
de erft, wegen fch wacher uml endlich aufhören- 
der Bewegung des Herzens. 

Boerhaave ^^) erwähnt eines Menfchen, in det* 
fen hintern Herzkammer man einen Polyp fand^ 
welcher deren ganze Höhlung ausfüllte und in fei« 
Her Mitte ein Loch feigte, durch welches das Blut 
feinen Durchgang zur Lungenarterie hatte. Eben» 
derfelbe'O erzählt auch von einem Matrofen, 
welchen ein anhaltendes Fieber befiel , wobey fich 
ein befphwerliches Athemholen einfand, weichet 
ihm nach und nach folche Beängftigungen machte, 
daüi er nur ftehend athmen konnte; nach feinem 
Tod« fand man einen fo grofsen Herzpolyp, dafa 
V die Fafern des Herzens ordenitich auseinander 
gelrieben hatte. Morand V} fand das rechte Herz- 
ohr von einem Polyp ganz ausgefällt. Greding 9)} 
fimd bey zwölf Rafenden und acht Fallfüchtigen, 
grofse, fchwere, fettige Polypen in beiden Herz- 
obren; bey fünfzehn Rafenden und neun Blödfin- 
nfgeo dergleichen Gewächfe im rechten, und bey 
zehn Fallfachtig - Rafenden im linken Herzohr. 
Bey oinem tieffinnigen Menfchen fand man einen 
Polyp, defTen Zweige fich in die Mündungen der 
Geß&e erftreckten 94). Bey einem fünf und drei- 
fug jShrigen Mann, welcher eine allgemeine Waf* 
Infttcht hatte und endlich an einem rothlaufarti« 
g^ Fieber ftarb , bemerkte man einen fehr unre« 
gelmilsigen,. ausfetzenden Puls und nach dem To« 
de in der linken Herzkammer, ohne Zeichen von 
Entzflndung, eine Gefchwulft, welche durch drey 

Stiele 

; 90) a. a. O. S. 54a 91) S.54T. ja) i.a.0. 

t f%) SSmmtliebe Schriften. B. I. S. 350, 

I * ' ,^} Siibtrmann praef. Meckel dilT. de promovendii ajiato» 

> Alias paUiQlo£iQ4« admiaiCcratioiübui . HalL 179a j^g. 1 1^, 



4ia ^^* ^^^ '^^ Bliitgefäfs^n. 

Stiele von einer fleirchichten Subftanz mit dem Her« 
zen verwachfen. war Ä5). 

Wir finalen in den SchHMtellem, welche ich 
unten angeführt habe ^) , eine Menge Beifpiele 
von Herzpolypen, wovon die mebreften äugen« 
foheinlich zu den falfchen Polypen gehören. 

Die 

^S^ Iftedic. Commentar, by Duncan, Dcc. 11. Vol. IV. pag. 

401.' dentfch : Samml. anserlef. Abhandl. fär prakt. A. 

B. XUl. S. 4S9. I 

yi) Hanfcy 1. c. — Bauliini theatrum anatomieum. Franc. 

' irK>5, Tab. IX. Icig. I. 2. — Berger dilT. de cordia poly- 

, pis. Vltetnb. 16S9 — Albini d^TT. de polypis. Francöt 
1695.-^ Rufen dirr. de polypo cordis. L. B. 169).«— Siai' 
parti ran der H^'ief obf. rar. Cent. l. cbf. XXXVIII. »ag. 
151. <— Balloniut epideiniarum et e]}hemeriditin L. rar. 
164a Lib. II. •— "Nie, Tulpii obfervat. med. Lib. I. cap« 
XXVIl. pa£j. 51. Tab. II. — Sob. Bifjini eniftola de eer- 
dis polypo , ad cal. Libri de diabcle. Mediolan« 1654. 
^^Thrnrn. Barthol itUhxhor. anat. rarior. Cent.UU hiltor. 
XVil. Tom. 11. Ddg. 40 Fig. i.a. 5. — ScherJiii ObfeW. 
med. rar. l.ib. 11. — L, Riverii obferv. med. Par. l6|4 
Cent. 1. obf. 83. -^ Mare^Maipigln de polypo cordis Lc. 

. — H'ep/er übfervat. anat. de apoplexia. Amft. 1671. paf. 
134. — Cerardi J.fafjii obfervat. med. rar. Amfi:. l677- 
Part. VI. obf. I. pa^.7i. Tab. VIII. Fig. i. 2. — Th.Boneti 
Sepulcret. anat. Lib. I. cap. I. obf, 14. cap. VIII. Gbf. 14. 
cap. XI. Obf. 5. 6. Lib. 111. cap. XXL Obf. ^. Lib. IV. cap. I. 
Obf. I) cct. — Vaeonis ttPyihagorae (Harderi et Peyeri) 
exercitt. anat. med Baf. i6Ss. pag.74. — Zollico/er SS» 
de polvpo cordis. Argent. 1685. — Sne/lditl. de polypo coi- 

» dis. Gieff. 1701. — de Cruyskerkm difll de polypo ror- 
dis. L. B. 1705. — Gohl de cordis polypis. BeroL 1710. 
•- A/hertl i\e pdil\r>o cordis. Hai. 1724. — Litdol/^. 
de polypo cordis. fcrF. 1727. — J. J, Mangeti Biblioth. 
aiiatomica. Gencv. ii%^, VoL II. — J. J, Harderi Kv\k- 
lium obfervationum. Daf. 16I7. pag. 55 fq. — Siepkani 
ßlmncardi üiiatomia practica rationalis. Amit. l6%%. Ctntl | 
Obf. XX. paff. 51. ObLXXI. pa«. 5). Obf. XXXIX. pag. 
9O.0bf.LXXVlI,nag. 1^0. — rhiiolophical Transactiom. 
Lond. 1687. MenL Aiignft.ii. 188. 171t. n. ))5. — MxleelL 
Nat. Cur. Dec. L An. l. Obf a8. An. IL Obf. 153. Ao.lV 
etV. obf. 51. Dec. IL An. IIL Obf. 154. An, VL Okf.j;J. 
An. X. ob£ 174. Dec. IIL An. 1. Append, pag.,ii|iq- 
An. IL obf. x6. I8, 17». US- I89. An. IIL ofclT 14. I<<. 
An. IX et X, obt 156. I<5i. Kphem. Nat. Cur. Cent. L obL 
171. Ccoc 111 et IV. obLii4. 142. Cent.V. obf. 8$. Onb 



Die EntzQndnng des Herzens ift freilich 
ine fehr feltene, fcbwer zu erkennende KraLkbeit» 
)a£i aber diefes edelfte Eingeweide entzüudet wer* 

dea 

IX. obf. 17. Act. Nat. Cnr. Vol. IL obf.90. Vol.IV.App» 
pag. 113. Vol. V. obf, 106. — Acta Helvei:. VoL II. pag. 
IJ3. — Actd Fiuditf.r. Mpf An. 1719.. pa{^ 449. — K«- 
wazzini conftitnt. epidcm. an. 1691. ^. 91. in Upp. otnn« 
Genev. 1717. pag. 171. — Morgagni ddvejTar, anatom. 
Eoiion. 1706. 11. oljf. 42. — Breslaner Öamml. 1717. S, 
307 und 435. üchrrns ebend. 172a. S. ;$«>. Scheuchzcr 
ebend. 1723. S. 325. — P. G. Schacher jir gr, de poly- 
pis. Lipr. 1721. — G. Gif/5 de ])t»l)|inris crnc. etionibus 
^ai'iorrtm in pi^ctore nioibornm oanffis. Alrd. 1726. — 
Morand in Mein, d« Vacad« des Scicnc. 1732. ym^. 433, 

— P. i4. Böhmer Obf. aiiat. laricM . rulc. 1, in praef. ||^:ig, 
Xll. not. nn. und in fftTnci* difp. de piaecavcuda pol)|;«i- 
rum generatioiie. Halae 17)6. in Hoihri collect, difp, 

Sract. Vol. U, pag. 625. — H. F. TcliliwcYer .'nftitiit^ 
kd. Jtnae 1741, Part. II. Sect. VII. c:;p. 1. — G. A. 
Lgngß^ih relp. S, G. Eich/er de polypo inlantis laqhitici 
difpntatio. Vitemb. 1744. i" hlalieri coli, difp, ad hift, 
morb. fac. Tom. VI. pag. ;o;. — Hiltoir. de 1 ac<fd. det 
Scienc. 1750, — Scnac Traitc* du Coeur. Par, 1749. Lib. 
IV. cap. X. — Laur, Hcifccr's mcdir. chirurg. nnd anat« 
Wahrnehmungen. Kofr. 1753. B. II. S. 62. 152* 296. 460. 
171. Ua//crih[iitv, Miyf, Vol, 11. pa^.l6. — Huheri ob« 
ftrvar. anattnn. C^fcll, 1760, paß. ^;. — Vaufrhan diff. 
de polypo corai.«-. tdinb. 1761. — Corr«-ir//cÄ in ÜilT. Fai- 
ric, Ob*crvat. med. Sriitrj^. 1777. — Sri m/: Aonns XUdi- 
cni 1. pag. Ilt. H. na». 236. — Jnac/r Ci>tzke cafas me* 
dieiis practicns i}f. |:<*lypo cordi» , cum nimia palpitatio- 
oe-cordiP, annot. praCt. et animadv^jf. anut. b)>ir. 1764. 

— Hörne medic. Incrs and l'lxperi;;^. i-a«?. 153. — J, Äa- 
der obfervat. meHtcae, iiiciiionibus cauavernm anatomi- 
Ciii illuftratae. lrii>nrg 1762. Obf. 1. pag. iy6, — J tctt- 
taitd nirtnr.anatomico - medica, lonr. 11. pag. 153. — JL'or- 
tmgni de fedib.et canfT. moib. Ep. i.l!. »4. — F/c/tard 
Broume Che, ton ]»athol. inqi)irifs and Uulei v. in Sr.rjte-v. 
Gloc. 1766. itentU'h : Cur/ton*s p«itV.«»l. IJiiterfncli. i«. H« -ih- 
athr. von ScberlF.Cjotha 1780. S is?. — Lbcitd.y'. i:j I.tnJ. 
medic. Joiiiiial I755S- pi*f-2'^5 iibetf.in: Samml. .iij.nciI. 

Jibhandl. fHr prakt. Atv/te. B. XI. 8. tiC fjj. — l\'if-:am 
Hetv/on experimeut. inciuiries. Part. II. nag. 192. iibnJ. 
in r Sataml. \ur prakt, Afi ztc, B. IV. S. 250. — .SVAW 
Bcytivg^ zv.i- AizneywiflV'iifcha't. Tb. II. S. 3^. — • .Toii:>. 
nal de l'nyfi^ne, 17^2. Dccbr. — Alhiecl: in iVov. Act,. 
iSrfl. Cm. 'Icwn. 1. pa^,. 6. -— ^i' llacu'; lJ<»ilMngsnietb(>- 
4e. B. I. T;,. II. Kap. VII. S. 163. 15. IV. 'Ih.lX, Knp. XL 

♦ . 10. 



4i4 il^' f^o^ ^^ Blutgrfmfsen. 

den könne, lebrt uns fowohl die Analogie i ils 
euch die Erfahrung ^). 

Gewöhnlich ift die Entzündung auf der Ober* 
fläche A^s Herzens, oft zugleich mit einer Entzün» 
düng des Herzbeutels verbunden; oft aber auch 
ganz allein in derSubftanz des Herzens. Gewöhn* 
lieh zeigt diefer Tldeil häufigere Blutgefäbcben, 
als im natürlichen, gefunden Zu frande, auch biswei« 
len einige wenige Flecken von ausgetretnem Blute» 
Man findet eine Verwachfung des Herzbeutels, Ah 
Herz mit einerSpeckliaut aber zogen,eiterarl{ge^b]B* 
tige Feuchtigkeiten im Herzbeutel, polypöfe Oeria* 
nungenund eine rauhe Oberfläche des Herzeos M}. 
Die Zufälle, welche diefe Krankheit begleiten, 
waren fehr verfchiedcn. Frank 99) fagt : fo oft 
Inani ohne gegrOndeten Verdacht einer aoden 

Krank* 

). 10. S. &26. ^ 5>o/rj Heilnn^imeth. ilbeiT. von Fairt. 

B. 1, 8. I4t. — Bach in RAldinger^t neue/i Ma|;aB. 8. XJI. 
S. 4<5. — Richter 3 cliirnrp. f>ibl. ß. VI. S. 167. — cki- 
'trich im Archiv dei prakt. H. K. frtrßchlefien. B.III. Sr." 
11. S. 164. — Wichmtinns Ideen rnr Diai^norcick. fi. II. 
f* 81. 6. i6t. 188 fg. — . hiufelHnd's net:ej Journal. B. I. ' 
St. II. ß. x62 fc. — Thom^nn 1. l. 

97) DeBerger diiC dtinflammationeenrdi^. Viteinb.t7t7.— 
Mtckel in Mcmoir. de Tarad. des Srienc. de fierL 1755. 
i^ag» 91. in dtv detitfchcn Uebciletzung voq MiUnmicr^ 

C. IV. S. 50). — Hautßark 1 ccucil dObfei-v. To«. 11. 
pag. 580. — Senac L c. pag. 146. — Joiirn«il de Vtdic. 
Tom» LXVI. pag. 457. — ran Dotrertn fpce. obfimc. 
«cad. cap. IV. pag. 69, < — Trecourt chinirg. AbbrnniLl. 
Wabrneiiin» aus dem Franz« Leinz. 1777. S. )o. SabibL 
«HMrlef. Wahrnehmungen. B. In. S. 518. — SiifrekÄaB, 
Kled. II. pag» 363. -^ Journal de Medic. Chu\ et Fbaim 
^ "XVI. p« " 



Tom. LXVl. ])ag. 457. — Ntmn de cmditide fpoiil 
Erford. 1788. ^- Äfttzgrp refp. Morrjeldt de cortfiült. « | 
Ile£:iom. 1789. — Frankst Grondf. i1ber die BebiDdlMf '^ 
der Krankh. des Menfchen. B.ll. S. 163. -- S.C. FofcT/ H 
Handb. der prakt. A» W. B. IV. Kap. X. S. %U. 

98) Baii/ic C. 10. — Vergl. die^nun ioiaeiiden LciebcaiS' 
nungen. 

$9) iu a. O. S. U^ 



A. Dat Herz» 4i5 

Kraokheit, gröbexe AengMicbkeit, Schmerz in 
der Herzgegend, ftarkes Pochen und Schnellen 
deffelben, unregelmäüsigen, fehr fchnellen Ader« 
(cblag und Ohnmächten zugleich bemerkt; oder 
ittch nur diefe Zufälle ahwechfeln ficht, fo könne 
man auf eine EntzQndung des Hertens' fchlie&en. 
Zugleich erzählt er eine Krankengefchichte und 
Leichenöffnung, welche icli, ihrer Wichtigkeit 
wegen, hier anft^hren will. Ein Menfch, welcher 
fiel Furcht und Schrecken auszuftchen hatte, wur* 
de Ton einer gelinden Unordnung des Herzent 
bey^ Bewegung des Körpers befallen. Er mufsta 
einige Nächte unter fortwährender Furcht, bey 
kaller Witterung unter fi^eiem Himmel zubringen^ 
«ad das Herzklopfen wa^d ftärker. Da er fich 
nn neuerdings heftig er^sQrnte, fo fühlte er, dab 
fieh das Herz zufammenzog und gicichfam von ei* 
nem kalten Lüftchen durchwehet wurde« Sein 
Athem ward tief und feufzend, der Puls fchlug 
flark> hluGg und hart, gegen das Ende fchwach 
ood aasfetzend. Das Herz* fchlug beftändig ftark» 
gichtrifch und mit einem Drücken und heftigen 
SehnstTZ begleitet. ^ Unter heftigen Ohnmächten 
fiarb er den achtzehnten Tag. Das Herz und die 
froCien Gefäfse waren entzündet» in beiden Bruft^ 
htibUn war häutiges, blutiges Waffer und in d^.m 
Hortbeutel wohl fieben Unzen einer gleichen Flüf- 
figktit Das Herz war fehr grofs» fteUte eine 
ScUagadergefchwulft vor, war fchwerwicbtig und 
•a der äufüern Oberflüche rötbei-, als gewöhnlich; 
CttBe Gefäfse waren glcichfam eingefprützt. Dia 
lauere Oberfläche des Herzbeutels war entzündet; 
«hea (o das Rippenfell der rechten Seite. Sqgar^^) 

bh 
100) SyftttaQ4 moiborum fymptomaticaaiK Vien. i7l).|Hil9» 



4i6 IL Von defn Knockengehäude. 

fab eine Nonoe» welche diefe Krankheit durch ei- 
ne plötzliche UnterdrOcIcungxterMenftraation fich 
zuzog, plötzlich die Haed aufs Herz legte nnd 
fchrie: dafs ihr das Herz verbrenne und fie fterbe. 
Sie genas aber. Ferro ') bekam einen Kranlcciiy 
welcher Anfangs kurzathmig war, und dann nnd 
wann huftete. Diefe Uebel nahmen immer mehr 
und mehr zu, er bekam plötzlich Schauder» 
Schmerz in der linken Seite, Beklemmung ond 
Ohnmächten. Der Schauder dauerte den ganzen 
Tag hindurch, der Schmerz nahm zwar etwas ab, 
aber die Beklemmung immer mehr zu« Nach ei* 
nem Aderlafs verfcbwand der Schmerz ganz, aber 
in der Gegend des Bruftbeins empfand er eine 
Schwere, als lag ein Stein da; auf der rechten 
Seite und dem Racken lag er mit wenigerer Be« 
fcbwerde; Angft, Seufzen, grober Dürft, ge» 
fchwinder, kleiner und weicher Puls, Kälte der 
Extremitäten, Schlaflofigkeit. Endlich wurden dft 
Extremitäten ganz kaU^nnd blau, die Sprache Te^ 
lohr ßch, es erfolgte grofse Angft, leichte Kon- 
vulfionen und der Tod bey völligem Bewaftfeis, 
wobcy er ftets Schmerz auf der Bruft andentete. 
Den rechten und untern Thcil des Herzens hai 
man bey der Eröffnung entzündet und dunkelhlaSi 
die Kranzadern ftrotzend vom Blut, in den OefÜ* 
fsen polypöfe Verwachfungen und auf derinften 
Seite des Herzens weife, warzenförmige Aav- 
wüchfe von gerinnbarer Lymphe. Ebender- 
felbe ^) erzäblt auch eine ähnliche Gefchicble^ 
wo man bey der Eröffnung der Brufthöhle eis 
Maafs Serum, fehr kleine, fchlaffa Lungen, einen 

fahr 

i) medicLnirdie Ephemeriden, überf. von HofcnhlaU, Jefli 

i->5. S. 17 ^g. 
j) ebend. S. 167 1$. 



jf. Das fJerXtf 41^ 

iehr ausgedehnten, dicken , röthlichen und genau 
mit dem Zwerchfell verbundenen Herzbeutel Sand, 
irelcher auf zwey Pfund röthliches Serum enthielt; 
das Herz war wohl noch einmal fo grofs, als ge« 
wohnlich, blutleer, hochroth, äufserlich mit gro- 
Isto Auswflchfen, wie im vorigen Falle, befetct* 
Die oben von Murray erzählte Gefchichte einer 
Zerreifsung des Herzens, gehört offenbar auch zu 
der Herzentzündung. 

Sogar eine Epidemie mit Herzentzündung 
£ud man. Trecourt ^) beobachtete im Jahr 1 746 
ein cpidemifches, hitziges Fieber, mit grofsem 
Dorft, Uebelkeiten, hydrophobifchen Zufallen^ 
Ichwerem Athem, ftetem heftigen Schmerz in der 
Herzgegend. Im Tode fand man das Herz mehr, 
oder weniger exulctrirt, zähes, ftinkeodes Eiter ; 
TerfaSrtungen und Brandflecken an demfelben. . 
Die Entzündongen des Herzens haben völlig 
^n Ausgang anderer Entzündungen: Eiterungi 
Verhärtung oder Brand. 

In allen Fällen , wo wir GcfchwQre und 
Vereiterungen am Herz erwähnt findeui 
nofs auch allemal eine Entzündung diefes Theils 
vorangegangen feyn. Lanclfius ^) fand oftmals 
Oefebware am Herze« Alle Kranke Trecourt Sf 
wddie man nacli dem Tode öffnete, hatten Ge* 
üdiwilrean demHerz, manchmal fo grofs, als wie ein' 
Tanbeney 5). Boerhaave ^) gedenkt eines Mannes, 
ivelcfaer nach einem hitzigen Fieber, Blotft&rzun* 
lea viid Engbrflftigkeit bekam, woran er endlich 
uarb; das Herz fand man fo vereitert^ dals es ganz 

voll 

}} «. a. O. S. )a. 

4^ de Botii cordis et afieurysmatibiu. Part. II« cip« XXIII. 
P«g- iSi. 

5) «. «..O. 6, 30. 6) a.;a. O^ S. 47«. 



4iä in. Voll den BUtg/ifäfsen. 

voll Maden und mit fo vielem Eiter umgeben war^ 
clafs der Herzbeutel davon ganz ausgedehnt wurde. 
Van Doeveren 7) fand bcy einem, welclier nach 
heftigen Bruftrdjmerzcn, beftändigem Herzklopfen 
und Unordentlichem Puls geftorben war, das Herz 
entzündet und vereitert, und im Herzbeutel zwey 
Pfund eitrigtes Waffer. Störk 8) fand bey einer 
Weibesperfon , welche mit allen Zufallen einer 
Herzentzündung geftorben .war, das Herz ander 
Spitze tief vereitert und den Herzbeutel voll dQo* 
\ien Eiters. Baldinf^er 9) fah bey einem Waffer- 
Iflchtigen s der, nach faft vertriebener Wafferfucht 
und nur zurückbleibendem, kleinem, hartnäckigea 
Hüften , plötzlich ftarb, das Herz tief zernagt und 
zerfreffen,'fo, dafs die Dicke der Wand der eioeir 
Herzkammer kaum noch ein paar Linien betrog^ 
, Übrigens war das Herz regelmäfsig gebildet, abef 
oh^e alles Fett. Blancard ^^) .fand bey einem 
Mädchen , welches lange Zeit hindurch einen un^ 
gleichen und intermittirenden Puls gehabt hatte, 
das Herz faft halb von einem GefchwDre zei^ftört 
Carcaffon ") fah bey einem hüclift venerifchgewt* 
fenen Mädchen , welches lange Zeit über Schmer- 
zen in der Bruft gekbijt hatte, an der Spitze des 
Herzens ein krebsartiges Gefchwür. Sandi- 
/ort^^) fand das ganze Herz, unil clea Anfang al- 
ler Gefäfse in deffen Bafis, mit ein(?r eitrigtenKm- 
fte überzogen , und unter diefer vom Eiter aoge« 
ft-ctTen. Ein junger Mann von zwanzig Jahren be- 
kam 

7^ Spectm. oWcrvat. acad. ptg. 70. 

1} Ann, mfdian^ 11. pa.r. i62. ' 

9) Krankheiten einer Armee, ars eignen Wahmefamtinsefl. .' 

Langcnf. 1774: i5. 301. • . u - '^ 
toi), Anat. rat. Cent. 1. Obf. LXXXIII, pag. 169. . 

11) Mcmcares de la SocierA roy. dcMedu-iiie. 177t» ; 

12) übfeiVH^.ajriÄtüin. patlioU Lih^ IV, C4p, X» pif. 10^» ^ 



4* Das Herz, ^ic^ 

kam Spannen auf derBruftund ||n aQS2elirenrfe$ 
Fieber; nach feclizebn Jahren ftarb er» und man 
fand das Herz ganz vereitert ''). Chambon de 
Moiiiaux ^) fand bey einem, an einem nachlaffen^ 
den Fieber geftorbepea Mädchen xigts Herz voq 
aufsen wie macerirt, weifs und von Eiter zerfref* 
fen. Cruikjhank '5) fah bey einem plÖt:!Hrh mi»* 
hncholifcfa gewordenen Mann ein Gefchwar am 
rechten Herzohr, welches über eine Unze Eiter 
entliielt. Ferro *^) hatte zugleich mit d«tm vere- 
wigten Sro// einen Mann in der Kur, deffenKrank« 
heit ÜB fAr eine LungenentzQndtuig hielten. £r 
liatte faft alle jen^^ oben angeführte Sypmtome: 
weichen, fchlaFen Puls, drücl<en:»e Empfimiiirißeii 
kider mittleren Geprend de^ ßniftbeiPSuTicf Angl^'- 
wffto er auf der linken Seite lag. B**yW{er L«>i« 
chmöfFiiung glaubten fie einen F.iterrack in den* 
Longen zu finden, fanden aber 7u ihren stOfsttA 
Erflauntn dir Lungen gefund, im Gegpnthcil ctie' 
Spitze des Herzen^ vereitert und über zwey Pfuqd' 
Siter im Herz])euteK 

Biancard *7), Burtet »^, Srhmipdel '9), Afo/v 
fQgni ^J, SenuG ^*J,' Lieuiaud *0> Schaur^ 

D d 2 fchmidc 

Ifl Act, pliyfico - me^ica NaU Cur, 1750» Vol. lU 

H) •. a, O. S. 1$). 

IC) GefcbiclKe nvA nefclireibiinp der Saufsad^ni» UeberiU 
von CA»\ f>, LuiUvig^ L«piig 179^ KllU 

M) ft. Ä. O, 6. 171. 

17^ 1. 1 Cent.K Übf.XL. pjg*93> Cent, II. OW^Vt.p.aöiv 

11} SwAilci . ,ifi-t. Lib. II. Secr. VIIK Obf. «. 3«. 41. Secu 
IX, bbf. 10. 42. S>ct. X. Obf. 2. a. Tom. 1. yair. ^9 ft^^ 

If) aifr.cle exiilcei atioiie pericsArdirct ctirdi». J«nM 174a. 
' io) Ep. XXV. 17. X«. 19. 21, 23. Kp. XXXVIU. ra 
' ai) Ljc. Lib. IV. cap, VIl. pog. 1«5. 

^ HUuAi. inat. T#ii)u Or p^^fi. I6l> W^> IL Stet. IL obt 



^20 Uh fV dem Biufg^ßen» 

fchmidi^^y H^ler^^)^ Junker »5) vod ändere 
Schriftfteller m^r ^^) haben uns Beifpiele gelie* 
£ert. 

Eben fo entftehen aucb Oefchwflre im Innern i 
des Herzfsns, die dann, wann fie bis nach aufsen 
gedrungen waren, eine Zerreifsung des Herzeos 
va rurfachten, wpvon ich oben ^7) fchon einiges ge* 
iaj^t habrs« Lnnglade ^S) fand bey einem fQnftiod* 
fecbzigjahr^gen Mann das Herz durch ein Ge- 
fchwar ?.'erfre((en und daher einen plötzlichen Tod 
komme». Die vorhergehenden UmCtXnde waren 
fol|;ende': etwa vier Jahre vorher hatte er ein Frie- 
feliiebei:, wobey dcsr Kopf fehr angegriffen wurde 
nncl wovoD er auch nachher noch an KopfTchroer- 
2en und fchwacbem GedfichtnSfs litt; der Puls war 
immer voll, grofs und hart; in der Jugend iMtts 
er öfte rs Bruftfchmerzen gehabt. Acht Tage vor 
feinem Tode fühlte er einen geringen Sehnten 
um diei fünfte oder fechfte Rippe herum. Er katta 
eini damals herrfchendes KatarrhaiBeber, woroo 
-er aber völlig hergeftellt zu feyn fchien, als er 

plötz^ 

/ a|) Ketlic. und cliirnr|r. Nachrichten. Bcrl. 1745. Jakfff, L 
S. 4J. Jahrg. lll. 1745. «• »44 

54') Klem. Phyfiol. Tom. I. pag. 285 et 4^2. 

25) de morb. cordis tabula tyiioptic*. Hai. 1769. 
. a6) Fantoni Ohferv. an«t. i^. 22. 2g. — Riverir Obf. med. 
Lib. II. pag. 298. — Schenkii obf. med. Lib. II. obf. so:. 
104. 307. P«{. 377^1. — Fabricii Hildani obfer^At. cbir. 
Bafil. i6oi. Cent. IV. obf. ji. — Fr. Hoffmum dt lir- j 
dropepericardii rariffimo. Hai. 1697.— Ephem.W«t.Cnr. / 
Dec. I. A«. 1, obf. 91. Cent. IX. obf. 15. — Baader ob- : 
lerv. XXXVI. ^ W//iher et Schmiedet de exalccration« , 
perloardii et cordii. Jcnae 1743. in Halleri coli. dift. / 
|>iact. Tom. II. n. 68. — Auszüge auf dem TafcliAiibneM ( 
eine« prakt. Arztes. BerL 17J1. fl. I. S. 3H* — B^^- !' 
medicin. Comment. Dec. IL B. III, S. 70» j- 

37) S. 4C4. Anmerk. 67 lg, 

ai; Im Journal de Medic. 1791. Aoat. lieber H inHi/WW« 

. Ai»n«le» dtr/firanzüi; ArwieywUT. B. II. S, 3. 



j<. Das H§^u 4^1 

Stzlieb ftarh. Der Herzbeutel wir groft; und 
it BIul angefaltt; die Subftanz der Haken ^erc- 
miner war von einem GefebwOr Yöninifei^ her« 
s verzehrt tind die das Herz umgebende Haut 
dllch einen Zoll lang geriffen; der Uebrrreft 
r Flairchkolumnen war kalldt» fäft friabel und 
n gvlbliebtar Farbe. Penada ^) fand bey einer 
au 9 die achtzehn Monate lang an Herzklopfen^ 
igbi fiftigkeit und darauf an vorObergehenden 
inmachten gelitten hatte, usd nach diefer Zeit 
einer Ohnmacht geftorbea war, ein GefchwOr, 
»Ichea, Ober einen Zoll lang und tielF, die ganz» 
(lakeKubftanz bis in die linke Herzkammer zer- 
iflen bitte. 

Sowohl diefe beiden Fälle, ala aucb mehrere 
rhergehende Fälle )^) zeigen offenbar, dafs di# 
(reil#rung langfam vorging und das Herz lange 
it, vielleicht Monate und. Jahre lang, an diefer 
heilbaren Krankheit litt. Wir haben daher 
tr die wichtigften Beifpiele, dafs felbft die edel* 
n^ zum thierifchen Leben noihwendigftenTheile 
I Körpers, leiden, ziyn Theil zerftört werdea 
nnen, ohne das Leben geraile zu rauben. £in 
iteoftQck hierzu find die vorher angeführten Bei. 
ele vy von grofsen MlsbUdungep in diefem Ein^ 
ireide. 

Oh aber, bey alle dem, dar Fall, welchen uns 
rdenave ^^) erzählt, wahr, oder nur warfchein* 
fa ift| fcbeint mir fehr zweifelhaft« Er fagt nim* 

lieh: 

^) in Wet^ePt iul^ med. oliii nrp. Bibl. B. 5. St. I. S. 10|. 

o) X. B. Ajimerk. 74. 7|. 79. fo. II. 83. lum, 

O S. %^, Anmerk. 48 fg. 

3^ HiftDire de VaoHd. des Scienc. de Fari^. An. 1768. p«g. 

i;. Ueberf. in der Sarntnl. «ustrltf«. AblundL K^r pr. A. 
L I. St. 11. S. 6^. 



^1^2 JitL Vm den Elutg^ft9tu 

lieh : ein gewiffer Sumain habe einen Fall beohacb« 
tet, und 1728 bekanoit gemacht, wo das Hert 
gröfstentheils zerftört,.ziur eine Herzkammer an* 
aioch vorhanden; übrigens aber weder Herzohr» 
tnoch Bafis, weder Scheidewand, noch Klappen sa 
finden gewefen wären und die Perfon doch wirk* 
lieh , obgleich mit einer Menge ?on krankhaftem 
Zufallen, gelebt hätte. 

Gewifs find auch die VerhärtiingeB, wel- 
che man -öfters in und an dem Herze fand, maocb« 
snal Folgen einer vorhergbgangenen EntzOndoeg 
gewefen« ßchaarfchmidi '0 erwähnt eines Man- 
nes, welcher, nebft der Gelbfucht, über-Schmer« 
zen in der ganzen linken Seite der Broff klagte^ 
und auch keine rechte Luft hohlen konnte. Auf 
einmal konnte man' kaum einen Puls mehr fUh 
]en. Zugleich hatte er einen heftigen, troekiMA 
Hüften , und nachdem dies wenige Tage gedaeert 
hatte, ftarb er. Die Bruft (auch fclbft die Höhle 
des Unterleibs) war auf beiden Seiten mit Blut an* 
gefüllt, das Herz mit vielen kleinen Anhängen be* 
ferzt, feine ganze aufwendige Oberfläche auf zwey 
Ijiiiien tief kailös und auch gleichfam korrodirt. 
Bey ß}n^c 54) fimlen wir einen Fall, wo die Ba« 
£s dos Herzens mit fehr vielen Auswüchfen be« 
fetzt war. Frcu,z von Hild^^n 5^) fand bey einem 
jQnglin:^ an d^r Spitze des Herzuos einen KnoteUf 
wie ci e HifeL-ufs grofs. Morgagni ^) fah ia | 
dem Hfrztn eine«' ^eh alten Mannes eine Verbar- i 
tupg, fo grof«;, wie e'nc mäfsge Ki^fcbe, welclit ,' 
halb in (ier^Subfunz iafs, und hdlb darüber her- 

vor 



9;) medic. und rhir'rg;. Naclirichtcn. JÄhrg. 111. S, ^ 
54. 8e|>iiltret. ; at. Lib. .. Suct. i. Obf. 2, 
35; Obfvrv. c .ir Cent. *, Obl. 51. 
36;) £p. XXI. 4. 



i 



A. Dax Herz* 42S 

vorragte. Man findet auch noch aridere Heifpi»* 
le '7). Auch auf der innern Oherflächc fand 
iDan Icleine Auswöchfe und 'Verhärtungen 5^. 

Selten traf man das Herz in einam bran*^ 
dlgten Zuftande 59). InzwiTchen findet maa 
doch Fälle davon, r. B. bejr Liputaud ♦®). In der 
Epidemie, wclclie Trecourc **) befcbreibt, fanden 
fich häufig Brandflecken. Eben fo auch bey Siörk*s 
Kranken ♦'). Hierher gehört auch der fchoit 
aben ♦5) erwähnte Fall von Morandy wo dasFleifch 
der zerborftenon Aortenkammer fo weich und 
mOrbe war, dafs die Sonde tiberall durch ihr eig** 
nes Gewicht durchdrang. Einen ähnlichen Falf • 
befchreibt Johnftoh ♦**): ein Mann von fechzig 
lehren hatte lange eine Anginam pectoris gehabt;^ 
nach feinem Tode fand man das H^rz fo mCtr« 
i»e| dafs man es mit dem geringften Druck dtirch- . 
bohren konnte. Ein Mann wurde durch eine- 
Bmftwunde getödet; der Herzbeutel, welcher zuttk. 
Theil mit dem Herz verwachfcn war, hielt einen 
gelben, fchleimigten, aber wenigen Eiter in fich; 
die äufsere Oberfläche dts Herzens war ungleich 
und wie zerfreffen. Die Subftanz war fo welk 
und fchlaff, dafs es ungewlfs war, ob die Sonde» 
welche in eine anfcbeinende Oeffnuog fehr leicht 

hxn- 

37) z, B. Bartholitii Hift. anatom. rar. Cent. IV. Hift. XX» 
Tom. II. pag. 266. — .7. C. ¥e\w nw^thnd, iiiftor, ai»^». 
medic. Cai^ VI. pag. gj. — MilcclL I^at. Cm. Uet\ II. 
An. I. Obl. gp. l)cc. II. .\ii. VI. Ubl'. 194. — Ueutqud 
L c. Üb. II. St«t. II. obf. 54.4. T«m. 11. pA-. 169 % 

IS) Blantard 1, c. Ceut. 1. obC. LXXV. pag, 15I C 

?9j Baillic a. a. O. S. II. 

40) L c. Ttun II. pag. US. Vih. IK Sect, II. obf, 539. 

41) am üben S 414. Aiinifik. 97. aiigef. Orte. 

4s) Aiiiini K.fdicits 11. pag. a62. \e\i^\.df^Haens Heilan^ 
mMhnde. K. IV. Tb. X. Rap. 1. J.i. 8.514. 

43) S. 404. Anmr'ik. 69. 

44) Memoirs ei tbe medical Soeiet« of Lond« Vol. I« «• 31 • 



4^4 ÜL Von den. BlutgrfStfien. 

hineinging I diefen Weg (ich felbft gebahnt^ oder 
ob fchon eineOeffxiung d^ gewefen fcy ♦^). Cham* 
bon de Montaux ♦^)fand bey einer, an VerftQr 
pfung der Lungen geftorbenen,vier und fiebzigfäb* 
rigenFriu, dieSnbftanz des Herzens weich, gleich- 
kam £siul lind vdn branner Farbe. Einmal fand 
man die linke Herzkammer fchwarzblau, fauUcht 
,und ganz mflrbe ♦O- Auch Meckel beobachtete 
einmal auf der rechten Seite des Herzens eint 
hrindigte Stelle. 

Wunden des Herzens 6nd fOr den gericbtll» 
chen Arzt fehr wichtig. Sie find gewifs allemal 
abfolut tödlich, wenn fie bis in eine Höhlung 
darchgedrungen, oder doch nur etivas tief in die 
Subftanz des Herzens eingedrungen find. Ob^f" 
fläc bliche Wunden der Subftanz find der Natur 
gewifs eben fo leicht zuheilen möglich^ als Entzfin* 
dangen und Oefchwüre. Denn dafs diefc.Ietztwes 
geheiJt feyn mögeii, beweiren die Beirpiele ?oa , 
Narben, welclie man am Herze fand 49). Pena* i 
da ^^) erzählt fogar ein Beirpiel von einer geheil- 
tes 

45*^ Morgagni de Ted. et caud. morb. Llll. 39« 
46) a. a. O. S. 970. 

47).Güttiiig. gel. Anzeigen. 17gÄ. St. CXXVIII, S^ ISI4. 
41) Vergl. die Abliandlung : Ober die Tödlicbkeit voo Fleifi^ | 
Mrimd:?n des Kerzf^ns, in Th. CA. Roojys Beytr^gen vor- ; 

ferichtl. und öffentl. Arzneyknnde. BiTf hw. 17^f . i?t I. 
.188. — Reifpiele» wo man Her/.wund^n geheilt bat« 
Ändfct man in d?»n: Mifr,.'!!. Nat. Cur. Dec. 11, An. VI. 
cbf. '^j, — Sfalpnrti nutn der Wiel obf. Cent. 11, obt f|. 
— fVo/f:f nh?» chir. med. (^)ni*dUnb. 1704. Lib. 1. n. !!.-• 
Schenk oh[. med.Lib.li.obf.COVin pag. JgS« — Sehrnw 
ekers verm. Schriften, ß. 11. — Ttouquet Aber fefraidir> 
me Tode5.11 rcn. f. 44. . ■ 

4V) z. B. Act. Lipfient An. 1705. ' \ 

50) Oflervazinne medico «natnmtca fopra un ulcere •orro» . I 
dente e y)roFijnd<) rifcontrato del cii<^"e di un cada^r* /• 
anatnmizzato, Tanno 17%\. Saggi di Padova. Vol.lII. Part. T 
II. p«:g. 57« Wtigel's iuUen. me4 chir. Bibl. B.UI. SlI ' 
S. xoi. 



4* Das Nerz* ^S 

tra penetrircnden Herzwunde; in der Satnm* 
lang yandelViSj Profeffors der Chirurgie in Pt- 
dua« fah er nämlich das Herz eines Mannes, der 
einen Flintenfcbufs in dia Brufl bekommen hatfCi 
aber geheilt worden war, ohne, dafs man die Ka* 
gel hatte herausziehen können, und einige Jahre 
nachher an einer Krankheit geftorben war, die mit 
diefem Vorfall in gar keiner Verbindung ftand; 
die Kugel lag plattgoiclrückt in der vordem Herz* 
kammer und die Wunde des muskulöfen Theilt 
war TÖllig vernarbt* In den Schriftfteilern fin- 
den wir mehrere Fälle, von denen ich gleich her* 
nach einige erzählen will, aufgezeichnet, wo Wun« 
den dt% Herzens, die bis in die Kammern gedrun- 
gen waren, tagelang nachher, erft tödlich wurden« 
Inziytrchen glaube ich, da£s diefe Wun<teo anfangs 
ifieStthftanz nicht ganz durchdrangen, fondern, 
dati erft nach und nach, durch die beftändige Be« 
wegung und Ausdehnung des Hertens, folche Won* 
dea durchrifTen. 

ßcilpicle von Herzwunden, weiche erft nadik 
Tagen tödlich wurden, finden wir häufig. So er* 
zählt Th. Bartholin ^*), difs ein junger Mann mit 
einem Mefferftich in die Bruft verwundet wurdc^ 
worauf er noch fehr weit nach Haufe ging und 
noch fOnf Tage, bey vollem Bewuftfein, lebte« 
Nach feinem Tode fand man die Lungenkammer 
darchftofseu. Ein Anderer)^) wurde auf eben di^ 
Art verwundet und lebte noch fechs Tage. Man 
find die Brufthöhle ganz mit Blute angefüllt und 
die Lungenarterienkammer durchbohrt. Tul* 
pfiix ^0 fah, nach einer gleichen Wunde, den Ver- 

wun* 

50 Hirtoir. jnat. Cent. I. liift. LXXVII. Tom. 1. pag. 127. 
51) >}ircell. ?<«t. Cur. Dtc, 111. An. III, Append. p«g. a. 
i\\ Obferv. med. Lib. HI. cap, XYlll. pag. laj^. 



42^ uz. Von den Blutgefitfitn. 

Wendeten noch funfi&ehh Tage leben. Ein Sol« 
dat 5*) ward in einem Zweikampf von feinem Geg- 
nerin die linke Bruft geftochen ; diefer floh, jTber 
der Verwundete verfolgte ihn noch auf zweihun- 
dert 'Schritte, wo er dann erft niederfiel; d^^ 
Herz fand man durchbohrt. Morgagni ^ behan^ 
delte einen fflnf und dreifsigjahrigen Mann, wel« 
che^ mit einem Meffer in der Mitte des Bruftbeini 
verwundet worden war; feine Kräfte und derPnIs 
lankep fo^gleich , doch erholte er fich etwas , und 
bekam. heftigen Hüften, der endlich fo ftark wur- 
de > dafs er ihn kaum aushalten konnte; gleich 
vbm erften Tage an, fpOrte er auch eine Empfio« 
düng von Schwere im Untcrleibe, die fich in der 
Folg^-über den ganzen Unterleib erftreckte; in 
der^Bruft fflhlte er aber nichts.*- Am fiebenten 
Tage ftarb er. Der Unterleib und die rechte Bruft- 
höhle war voller Blut und das Zwerchfell, Mittel- 
feil,- der Herzbeutel und der Lungenventrikd 
durchftochen. Hey Zittmann ^^) fteht der Fall 
von einer Wunde deffelben Ventrikels, welche erft 
am achten Tage den Tod verurfachte. Amnwnn^ 
führt ^inc Verletzung der fiebenten Rippe, des 
Zt^erchfells, der Lunge und des Herzens an, wel- 
che erft am fQnften Tage tödlich wurde. Ein an- 
derer Menfch ^^ lebte bcy einer Wunde der vor- 
dem Herzkammer noch dreizehn Tage. Tnl* 
ler ^9) führt eine ähnliche Beobachtung an. Ein 

50 Blmtcard 1. 1. Cent. I. Obf. XXVI. pag. U. 

55) hp LIII. 3. 

5^) Medicina Fnrenfu , d. i. geöffnete, zur Mcdie. vind Ciii- 
rurt;. anveifendc Ausliirüche und RefponLi derFaeuiüC 
£11 Leipzig^. FrAJikf. 1706. Cent. 111. caT. 50. 

57) Medicina critiea. Stad. 1677. Cent. 1. Hift. VIII. 

5O Jouru. de Medic. Tom. XLVIII. n. »49. 

.59) Triller de mirando cai dis vulneie poii XIV. diem ^e* 



A^ Dms Herz* 427 

Bäcker wurde von feiner Frau mit einem Meffer 
in die Bruft geftorben; er bekam Ohnmächten^ 
Zittern» kalte Schweifse/ Erbrechen, unwiJlkühr- 
liche Stuhlgänge. Doeh erholte er fich. etwas und 
klagte nur «von Zeit zu Zeit Ober Herzensangft. 
Dabey hatte er immer etwas Appetit and. Schlaf» 
nur konnte er, wegen Schwindel und Beklemmung 
loderBroft, nicht auffteben. Den vierzehnten 
Tag ftarb er unter ftarkern Beklemmungen, Hen« 
klopfen und kalten SohweiCsen. An der Spitze 
des Herzens fand man eine Wunde,. welche aber 
den VentrikeJ nicht berührte« Thomaffen ^^) er<» 
tShlt folgende Gefchichte: Ein Soldat bekam ei- 
sen Stich in die Bruft, wobey er viel Blut verlohr 
«nd fünf Tage in einem todtenäbnlichen Zuftando 
liegen blieb. Es war fehr kalt, und der Blutver« 
)a(t fowohl, als die Kälte, hatten Antlteil an die* 
fem Zuftande. AucK waren ihm die FQfse erfro- 
ren. . Wäre ilicfe Abfterbung, meint er, metho- 
difcli behandelt worden, fo wäre er vielleicht ganz 
dafoo gekommen. Im Lungenventrikel fand man 
eine Wunde, welche fich in jenen fünf Tagen, wo - 
das Herz ohne Bewegung war, gut gefchloffen hatte. 
Saviard^^) verßchert: fogar beide Herz- 
kammern durchrtochen., und doch nur erft am 
länften Tage den Tod erfolgen gefehen zu haben* 
Mehrere Fiille von einem fpät erfolgten Tode 
bey HerzwunJeu , findet man bey Bokn ^^j gefam* 
meit. 

Blut- 

mum letliaU. Vitemb. 1775. und in Schlegel coli. di£r..ad 
Mcdic ioronl. Ipectant. Vol. V. 11. 56. 
^) Hufcfand's Anualen der.kriinz. A. W. B. 1. S. 90I. 
^i") Joain. de Mi'dic. lom. XLVI. pai;. 4)5. 
42) De ri>nunci«tione vnlnenim. Lipf. 1711. pag. ^00. — 
Schenk l. c obf. CCIX. CCX. p«p. }t6. — Boneti Se- 
puler. aiiar. Lib. IV. Sc«t. LH. obi. a), — - Dicmerbroecl: 

Ana- 



4a8 ni. . Vom Hea Blutgeftfsem. 

\ Blutleer, von Luft angefüllt und ausge- 
dehnt fand Morgagni ^^) das Herz «iMS an der 
Wafferfcheo geftorbenen Mann eS| eben fo fand man 
es bey einem Wahn6nnigeil ^^). Einem Jtingling 
von achtzehn Jahren ^ ging ein Wagenrad Ober 
die linke Ferfe weg. Nach einigen Tagen worde 
er von einer Art Staarfucht befallen ,' und nach 
zwanzig Tagen ftarb er» Alle GedSrme fand man 
mit Luft ange fallt t in den Herzkammern lympha* 
tische Gerinnungen und in der vordem, Bint mit 
Luftbläschen. Mehrere Fälle findet man in den 
unten^) angeführten Schrifkftellern. 

Bey Ertrunkenen findet man in den irot^ 
dem Höhlen des Herzens fahr viel Blut, in 
den hintern fehr wenig ^)» 

Gewohnlich trifft man etwas Fett am Hwzc^ 
doch aber auch manchmal ein ganz fettlofteii 
übrigens gefundes Herz ^. Morgagni ^) fand 
bey einem, an der Auszehrung geftorbenen Greife^ 

eia 

AntCom. Lib. II. eap. 6. —* DaniePs Sarami. med. Btob* 
achtanp^en. Leipz. 1776. S. §97, Anmerk. 41. — äieitr 
in B€ttdinj^er*s neuem Magaz.B. IV. St. 11. S. 10$. — Lieu- 

, tmiid L c. Lib. II. Seet. 11. obf. ^-^09. Tom. H« P«f* 
€|t fq. — F ichner s Beiträge zur prakt. und gericbtucL 
Arznevkinide. H. I. No. €, 

65-) Ep. Vlll. t?. B. I. S. 345- 

64S Act. Lipfienf. 1721. 

6s ) Morgagni Ep. LIV. 49, 

^) J' ^- Pech/ini obrcrvat. pbyfico - medioae. Hamb. f ^91. 

1>ag. 155. — Fr. Ruyfch Xyl. refponfa ad tntidem cpiftn- 
aa pmblcmatica«. Amftcl. 1696. — Morgagni Ep.V.». 

B. 1. S. »17. Ep. XXII. 4. B. II. S. 65}. Ep. XXIII. K. B. 

II. S. 762. En. XXV. 15. B. II. S.960. — Ueutaudlt. 

Lib. II. Sect.II. obr. 45t fq.Tom. Il.pag. l4Sfq. — Mei 

Obfervditions and Inquiries. Vol. VI. n. V. 
67) Fr. A, Schitn de fubmerfis. ArgenC. i7St. 
^S^ Sömmering in der ölfcen Anmerkung zu feiner Ueber* 

fetznng de5 Bai Hie. 3. sy. und in feiner Abhandlnnff vo« 

der körperlichen Verfcbiedenheit des Negers vom Euro^ 

pSer, S. 74. 
69; iHp.XLlX. p. II. B.IV. ai4. 



ein Iterz, welches alles Fetts berauht war, nnJ 
eine raube» icbwarzgelbe Oberfläche hatte. Bey 
dem fcbon oben 7») erwähnten LatltrSger, der faft 
immer betrunken war, fand er es, Ley feiner Kleine 
heit| aoüoh zugleich ganz ohne Fett. Ein mageres 
trockenes Herz fand Siengel 7i) t>ey einem Mann^ 
in deff^B Aorta man groise Speckgefchwül ft« 
fand. Boer/iaave 7^) gedenkt einer an der Auszeh« 
>vng geftorbenr4 Frau, wo es ganz raub, hart und ^ 
vnd ohne alles Fett war. Auch Banhölin 7)) und 
andero 74) gedeoken folcber Falle. 

Im Gegeotheil fand man es aber auch feh» 
ftark mit Fett bewachfeo, z. B. Buerhaave^^^^ Mof 
gmgni 7^) und andere 77). Portal 78) fand ein Herz, 
wulches zerrlffen war, mit eintr zwey Finger dl* 
cken Fettlage umgeben. Walter4dLnd eine grofae 
Fettgef ch wulft an der Spitze des Herzens 79). 

Di. 

70) 8. 39«. Anmerk. 9t. 

71) DifTert. de rreatomatibn» in pi inciplo ;irtei Ue Aortifr 
re|iertis. Vitemb. 1723. p«;;. g. 

78) «. «. O. S. ^5. 

71) TAom. BarihoUni Anatom. Lib. II, cap. VI. 

74S Mifcell. Nat. Cur. Dec. I. An. III. Obf. 65. Dec. III. 
An. III. Append. p«g. 86. — Schenk obf. mcdic« Lib. II. 
obf. CXCI. pap. 363. 

75) a. •. O. S. 496. 

70 de caultet fedih. morb. Epift.III.ao. F.p.XVI. 16. En. 
»XVII. 1. Ep. XXXV. 18. Ep. XI.11I. 17. Ep. LH. 34. 

77) Jdifcell. Nat. Cur. Deo. I. An. III. obf. iig. Ao. VI et 
VII. obf. 71. Dec. II. An. II. obf. ii. Dec. II. An. VIL 
obC IS. — Acta pliyCco - mediea. Ann. 1730. Tora, IL — 
Schenk obf.. med. Lib. II. t)bf. 197. p^g. 3-3 fq. — Hb/F' 
jararnni cardianaftropbe. pag. 3. — 6cA4<ii> Haemarolo|>ia. 
Dr(**d. 1744. ptp. 401. — BerMer in d. SammL an^erlef. 
AbhandL i^r prakt. Aei zte. B.rV.S.499. — LietUMud L L 
Ton. IL pae. 150. obf. 464 fq, — H'ade Lond.M«d. Ofal 
and Inqnir. Vol. IIL pag. 69. 

7S) SammL auserlef. Abb. für pr. A. B. XIL 6. 71K 

79) 3' C« Wmluri obftrv. anaumicae. BaroL 1775. f« XX. 



43o lU' Vqu den Biut^^äfs€as 

Die Stibrtanz des Hertens fah W^Uhrecht ^) 
io eine. Speck- oder fettähnlicha Mäf(«,i die aus 
tnebrern. •didcern , oder dünnern Lage« beftand, 
verändert. :.-•.. 

Die MuskelfubfUnr. <tes HerzeiMS'fand Albmr- 
iini 8t) von der Bafis bis über die Hfilfte flech- 
f e n a r 1 1 jf; Schaarföhvtidt ä^) fand die Snbftanz 
des Herzens auf zw ey Linien tief ganz kallös« 
Vorzöglich hn Alter werden die >ru.^kelfarfern ri* 
gide, trocken und zu ihrem Gefchäft untaugli* 
eher. Daher ift der Umtrieb des BJnts fchwa- 
eher, def Puls kleiner, ausfetzend, das Athemhoh» 
)en befchweriicher. Man fand die Wurkfe der 
Ventrikel bald dünner 8)) bald dicker'«). 
Manchmal war dieSubftanz welk 85), '(^efostf^rt 
foll dies da ftatt Anden , wo der gaozd Körper auf- 
getrieben und fchlaiT ift .0^) , oder auch gaüz Ter* 
fchwunden, fo, dafs nur die äufsere Haut des Her- 
zens übrig war 87). Bisweilen war Qe b lau 88), 
oder blafs«^). 

Ab- 

!•) S^ac 1. 1. Lil), IV. cap.IX. 12. — Vergl. was icb obto 

bry ti^n Muskeln beygebraclit habe. 
SO Comnicntai. (Ic Hoiuiuincnli fciciit« tt «it, iiiftltut. et 

«rad( m. Boiiiinii. 1731. Tom. I. — Veijil. Mor^afsriihp. 

WUT. 34. Ep. 5^LV. «5. 
«:) y.eihc, iNacJirIclitcn. Jabrg. 111, 1741. St. XXXI. S. 245. 
S5) Itlor^asni de cauff. et fed. morb. £p. XXVII. at. Ap. 

XX X. 20. r.p XL. 25 cet. 
S4) Mor^ag,u l. 1. Ep. XXV. 12. Ep.XXlX. 20. Ep.I.VLr. 
S5; ibid. r». IV. 4. Ep. V. II. Fp. XVIII. 14. Ep. XXXIV. 

18. Ep. LVI. 26. Lp LX. 4. w. a. m. O. — MiTeelL j\at. " 

Cwr. Dec. I.An, I. obf. 15. — fabridi HUdüni obf. OpnL 

IV. T»bf 5!. ^ Hardcri Aj>iÄr. obJ*. 52. — A^. ined.Bc- 

) ol. Vol. II. pr»K. 80 fq. 
16*) BeU's Zerglifdej inipjein H. T. S. 19« Fjj. 
«7) Jilrßi ler. ndtiiral. Lib. V. cap. XXVII. — Mi/cdL 

Kat. Cur. Dec. I. An. VI et Vll. fibf. XXV. 
%t) Morga/pti L 1. T piU. XXV. J..I9. ^P' LH. ^4> 
tir) ibid, Epifi. LXX. J. ^ 



1 



A. Das Herz,. 43 i 

Ablageraogen von Kn.O'clicnniaterie anfis 
Herz find fehr häufig. Halier ')^) fai^t: numeroi- 
fisfima exempia osfeorum in corde concrementO'> 
rum repcrio^ iriiigne circulare cor fere median^ 
amheuns depingitur in Aluf. Med. und an einem 
andern Orte 9') : fed etiam offeam et demum arc- 
Dofam et lapidcain masfam in cordis telam callulpr 
faxn deponi, rarum non eft. Auch andere Schrift- 
ftcileFi vpn denen ich hernach mehrere anfahren 
werde, führen eine groFse Menge Br^ifpiele' von 
Verknöcherungen im Herze an, fo, dafs Baillio 9^) 
mit Unrecht fagt, dals man fie als fehr ungewoh«- 
lieh anfchen mülTe. 

Gemeinigh'ch finden fie an der Bafis ftatt 9)), 
doch auch nicht feiten in der Subftanz. Morgag'- 
iii 94) fand einen halbringförmigen Knochen , an 
welchetn die gleichfalls verknöclierren Mitralklap- 
pen anhingen. Der/elbe^^) fand auch einen Kno- 
chen von der Länge eines Queerdaumcns an dem 
Orte des Herzens, welchen die zweiteMitralklappe 
bedeckt. Hey einem andern Subjekt fand er 9^) an 
der äufsernSeite desHerzens, zwey knochigteSchup* 
pen. Boerhaave 97^ fand die Scheidewand des 
llerxeDS verknöchert. Ein andermal fand man 
alle fleifcliigten Säulen des einen Ventrikels knö* 
ehern 98). Le Haen 99) fand in dem Floifche des 
obern Thcils der linken Herzkammer einen acht 

Li. 

50*) Ad^rnda «4 Flementa Phyfiolo-iae, pac. 129. 

Jl) Dl* CiM-|>oris htimani fabi ica , l-tb. IV. SocC. lll. f. f« 

52^ a 3. O. S. 26. 

9)^ Soemmterlnjf zw Baillie^ S. a6. Anuierk. 49» 
94^ bj). XXVI L 2. 

95) l. 1. Kn. ni. «3. 

96) ibia. K|.. XWIl. If 
97^ I ra^'lcctlon. in inltitiif.'piopria«. f. 47s» *— CclunAuw 

4t re anüt. Lib. XV, pa)i..4l9« 



i 



43d UL yom den Biktgeftfee^^ 

Linien langen, fehr harten und fpitzigen Knoeheo. 
Chambon de Montaux *^®) (ab an den fleclifichten 
Thellen des Jinken Herzohrs tb^Is knöchernei 
theils fteinnrtige Körper. Watfon >) Fand zwifchea 
beiden Kammern, längs der Scheidewand, von der 
Bafis bis faft zur Spitze, ein zackiges, daumenbrei* 
tes Knochenhiatt« Ch^fclden ^) fand ein dreiecki- 
ges Beinchen im Herze. Einen gleichen Knochen 
find man im AortaTentrikel des Pabfts Urban des 
Achten ))• Man fand auch einen mufchelfdrinigen 
Knochen in der Spitze des Herzens ^). Einen fiha- 
lithen, dreieckigen Knochen fand auch Bartholin^ 
bey einem Schwinclfüchtigen/wie auch £/oizcari£f). 
Bey einem fiehenzfgjährigen Mann« der oft mit 
Engbrüftigkeit und Herzklopfen behaftet war, faul 
man die hintere Herzkammer durch ihre ganze flti- 
fchigte Subftanz, welche einen ganzen Zoll dick 
war, verknöchert; diefe Vcrbeinerung reichte tob 
der Spitze des Herzens Ober deffen Gruod , bis aa 
die rechte Herzkammer 7). Bey einem zwey und 
fiebenzigjahrigen Mann wurde mitten in der Sab- 
ftanz der Seiten wunde ein flacher Knochen vier und 
einen halben Zoll lang und einen guten Zoll breite 

9%) Act. Kat. Cur. Tom. I. Obi. 170. 

59) HcUnii-^üifthodc. B. in. Tb. Vi. Kap. IV. S. t7. 

loo") a. a. ü. S. HO. 

l) Mediciil coritTniuiicatiniis. Lond. X7S4. Vol« 1« pag. 32|. 

Biiintenbach's inedic. Bibl. B. 11. 5. )2t- 
s) Orteogiapli. T<ib. 1. Fig. 5. 

3) Thom, Biirtholini hift. üiiat. Cent. II. bift. XLV. ToolL 
l>ag. 24^ 

4) Abhandlunp.en der cliiriirgirch - medieinifcheA UUitir; l 
Akademie in Wien. ß. I. Tab. VII. S 287» i 

5) \f c. Cent. I. hift. L. Tom. I. pa?. 77, j . 

6) Aiiat. pracc. lüticu. Cent. 11. Ohf. XLIII. paf. 1^0. Ob£ I 
LVl. pag. 272. f ; 

7) JoJ. Mohrenheim\t wiencrifclie Beytrdge zur prakcArz* J 
ni^ykande, WnndHrrneykuuft und (ieburt'^liülfe.iS.lLDA^ f 
fall 178). S. au. I 



% A^ Dat //tf^*♦ 433 

# 

• gefandM, welchör beide Her7.kammern umfafste, 

l und mit den Fleifchfibem feft zufammen hiiuv *)* 

Thomann 9) fand in dem Her;^ einer fehr afth- 

matifchen alten Frau, an der venOfenMfintlung dei?' 

j linken Herzkammer, zwifchen der hiniern kleinen . 

j Valvel des Hcrzolirs und der hintern Wand (Set 

Herzkammer einen halbmondförmigen, driitehalb 

toll langen, rauhen Knochenkörpcr, mit dem kon* 

Vezen Theiledeffelben hing die hintere VVa:id und 

die Scheidewand der linken Herzkammer ;^i:nd mit 

dem konvaven der obere Thcil der hilitern Klappe 

tnCiinmen, der untere Th eil aber war frey. Zu« 

gleich \varen die Bronchiald rufen meiftens verftei» 

aert» Bordenave *°) fah bey einem funfzicjiihri* 

fjOi Mann eine VerknOcherung, welche über zwe;f 

Zdl breit war, und über beide Herzkammern und 

deren Scheidc\rand in einem Stücke wegging. Die 

tordere Jiammer war faft i;anz bis an die Spitze da« 

mft ftber^ogen , dann ging fie über die Scheide«» 

Wand, über die hintete Herzkammer, bis fie auf 

• der vordem wieder auf den erften Fleck kam. Ali- 

^ thaelis '0 ^^^ ^^^ Herz, welches aus einem einzi^ 

^^n Knochen gebildet zu feyn fchien. 

. Noch mehrere lieifpiclc lefen wir beim raU>^^\ 

•^ Horfi '5^1 Kerkring '•^), Zacutus Lufuamis *^}, vn/i 

1} Hift. 3e Tacad. de« Scienc, An. 1728. pa?. i^ 

f\ AiMial. Inftitiit. Äled. Clin. Wirct'b. 1799. Vol. 1. Jum 

lol •• 1. O. S. 50. Samml. auserlcf^ Abli. ftlr praku AerzW» 

B. I. Sc II. S. 64. 
U) Prakt. BihK B. I. S. 116. 






M) l. c* Obf. V. — F.pliem. Nat. Cur. Dfec. ll. An. !. pt** 
%iL — Miucrmit 111 Act. ^au Cur. Vol. IX. Obl*. LXXXV, 



-W Oblerv. mcdicae. Tnm. il. Lib. IV. Obf. 47. 
^.U) Speriloc. anatom. obf. 7X. 
K) Pfäxcoi medirae admiraadji; Lib. U «ap. 161. 



484 ^11* y^n den BUtg^fstm. 

Döveren ^^), CrüU'en7'^y J. van Heekeren^^) i 
vorzüglich in Hallers Schriften *9). 

Oft find Verknöcherungen (\9S Herzens 
fach des Her7kIopfens> von BeUlamtnungen) a 
fetzendem Pulfe und andern Krankheilen. 

Eben fo häufig find auch die Verknorpe] 
gen und Verknöcherungen der Vajveln 
Lanciflus ^^^y Pejer'^^^y Cowper^^j^ Baader 
Morgagni ^^), Senac ^^), Rityfch ^7)^ Vienffeus 
Themeln'^9), de Haen '^°),'' Haller ^^), Stoll 
Mecken^^y Sandifort^^')^ Malakarne^^^y Sa 

16) Spcoim; obf. anat. pag. 71. 

17) CrUwel difr. de coidis et vaforum ofteogenefi in 
uuadi'ügenario obfervata. Hai. 1755. 

1$) de olteogenefi praeternatmali. Lngd. Bat. 1797. 

19") Praelettion. ad Boerhaarii iiiftit. Vol. lll. paa. CO 
Elcm. Pbvfiol. Vol. Vlll. Part. II. pag. 78. ^ De c 
humani fabrica« Lih. IV. Sect. III. paf^. 12%, — Man 
auch: Cemma cycJcignoAi. Ljb. II. pag. 75. — Sa 
obf. med. obf. igS, pap. 3S7 ^q. — KiedUni üneae 1 
1696. menf. Septbr. obf. XKVIII. pag. 510. — LjVw. 
1. c. Lib. II. Sect. 11 obf. 556-569. Toni. U. pa*. 17 
< — Die Abbildiiij^ eit»*^s l-ier^eiis , auf deffen Oberü 
einiire VerknocluTiir^en vorhanden lind , findet ma 
Bai/lies En'^raS'ln^/i. Fafc. I. Tab. 5. 

^O) Verj;l. ob-a S. j89 lg. 

il) de motu coidi.s. Upp.Var. Tcna. II. pag. 250. 

2i) Metliod. h'ih. anit. |>,i:ii()l. |.aw. iqq 

3;) Myotainia. IaU. }\L. Fir,. 4,. 6. 

34^ Obferv. m(;d. inciil«Miiliii!i <\<dav. illuftr. Obf. XL. p. 

35) Epift. VIII. 4. Epilt. X. 19. Kp. XVII. 12. Kp XXI. 

, Kp. XXIll. jj. J p. i<IX. 40. 1.,,. XXXVII. 30. in. XL 
Ep. XLVIII. n. Ep. LXVII. 4. * 

26) Traitc de la Jyit^t. üv rofir. Tom. II. pag. 5JJ4 

17) obferv. au.it. «"hir. Obf. XXI, 

tjj") Trait^ für la ftrnct du coeur. paj!. 107. 

2:^3 Obeier/gfbiirfiitci't ^ J«»m ual. ir*-ib. 174g. St.II. S. 

90) HpiluUfismeth U. lll. Tli VII. Kap. II. S. 276. 

31) Elemewt. lMi\rinl. \ ttm. I. pu^. 3;}. 

32) Heilnnp,:<mi'tli »iberf« t/.t vou Vulni, Tb. I. S. i}9» 
35) Sur les Maladies du C(»eiir. 1. »-. ' 

34) Obfervat. aiiat. patbol. Lib. I. cap. 1. pag. "30. tip» 
pus:. 48 fq. 

35) yifn;erizo Malacamt Difcorfo fulU litiaii delle Val^ 



A^ Das Heru 435 

jre/1^), und mehrere andere ^7) liefern uns ein« 
iMi'nge Beif^iele. Auch im Meckelfchen Kabinet 
befinden ficii mehrere Beifpiele ^S}* 

Bailiie '9) meint: dafs diefe Verknöcherun* 
gen fehr feiten in den ven öf enHerzklappen vor- 
kamen. Aber auch diefe werden oft verknöchert 
-gefunden 2. B% Flcuffens ♦^), Bca/g ♦O ^^^^ meh- 
rere der vorher angeiXihrten SchriftfteJIer fanden 
die venöfen Klappen der hintern Herzkammer ver- 
knöchert. Noch ieltner, als alle andere Valveln 
£DlJen die, zwifchen den Herzohren und Herzkam«^ 
inern verknöchert gefunden werden *). 

Die Verknöchernng der V^alvelu ift allemal 
eineHindernifs ((es Blutumlaufs» Ihre Folgen find: 
Herzklopfen, auÄfet/CMuler, flockender Puls, Be» 
Uttnmungi Erweiterung u))d Ausdehnung öe% Her- 
tens mit ihren Folgen. Aber auch hier findet man 
einzelne Ausnahmen, dafs man im Leben nichts 
temerkto, wa< auf eine folche Vermuthung hätte 
fiihr'*n Könnten luul dennoch nach dem Tode Vef« 
knGcberüugcn fand« 

Ee 2 Auch 

aell* Cnore. Toriiio 17^7. Ae'^^l. im Ginmale per felvirt 
alU ftoiia laaionji-iörll.i m.-tiK^ina (U (jnLTti> fecolo» Tom» 
VI. pi:?. 154 i'i- iii»ftjr. in Kü/m iinil W e/>tf/*j iul. nie4ic. 
fcbiujiii. hi»»l. 1794. '*• li- ••^f'l- S» iSi 1{^. 
|4'^ NeM#? nu dtciuilfJie Litcidtiir von Ch.Tr^. Skchlege/%B^U 

■ Ol. I. s. m. , ^ . 

\j) Keller in Ephfm. Niit. Cm . Dec. L An. III. Obf. 7\%% 
i>aj. 4>S. *- Uttrt in dor Memoir. de l'acad. desSeietin« 
tri}. — Act. LipM-iif. 1750. — Abhiindl. der fchvred» 
Akad. B. ^XVII. ^^ 907. B. XXIX. S. 175. -^ Medic. 
Iraii^'acL. V»)i, 111. p«:». 13. — L/tuiattd h c. Lib. 11, Sect» 
II. Ubf. 577. '^'••»11. lü pac. 177 f'l. 

kl) Jl/tfc/r/ diiV. cii.pn-. 7=. fab. Hi.Fig. 1. a. Tab.lVvlV 

X9) «. *• ^- ^- ->• 

40) 1. 1. l'J'. 3Ö1. 

42) UidiiMm ^ofor'omli HaFinenr. 17I5. Jül. 
•) Rßillict tn^r^YliJ«.. F^fc. l. Tab. 4. 



l 



43€ m> Von den Blufgeßfsen. 

Auch eine Kr^nzpulsader des Herzens ^ 
fand iVfargcrg/7f *2) verknöchert, EkuMi gleichen 
Fall befchreibt auch Crell ♦O ""^ Lieutaud ♦*). 
lenner *^) fand fie einmal ganz knorpdartjg und 
ein andermal zum Theil knöchern. 

£rdigte und ftei nigte^Konkretionen am 
Herze findet man auch häufiger erwähnt, Brliini ♦O 
gedenkt eines Steins an den gröfscrn Aeften.der 
Kranzgefafse und Bonet ^7) einer erdjgten Mate- 
rie in der Subftanz de% Herzens. Morgagni ♦^J 
fand an der aus^^'cndigen Seite des Herzens eines 
' fkrofulöfen Menfchen, klo|ne, harte, fteinerne KQ« 
gelchen. Kuhnus *^) fand ein fehr grofses, fchei« 
benförmiges Herz, in deffen hintern Her^kammeTi 
tinter den Mitralklappen, ein Zoll langer Stein \v«r. 
Zacutus Lnjüaiius ^^) fah in dem hintern Ventri- 
kel eines Herzen?, drey Steine. Blafius ^*} fapil 
in der Herzfubftanz eines fünfzigjährigen Weibes 
ein<^a Stein , Aron der Gröfse des erften Gliedes ei- 1 
tfes kleinen Fingers. Haller ^^) fand in eioemian j 
Herzklopfen geftorbenen jungen Meufchetv- den 
Herzbeutel voiler harten und eiK^rnden Scirrhen, 
den untern Thcil der rechten Herzkammer ftein- 

hart, 
•4^) Fp. XXiV. 17. 

■43) Crcll Tf'^p.Rs/n/iolJ (!ß p.rterla c/>rr5naria infta.!- oJTi« in- 
iniata. Vitt'nibe'i% I/iO. in kJ aller i c«)!I; difp. ad moib. 
^ift. i'aC. Vol. n. n. CO, / 

• 44) 1. c. I.ib. II. .Secc. II. ubl*. 564. Tom. 11. pag. 174. 
4*53 Pt^ry übe) Hyiicoj). angiiiofa. pag. 12. 2t, 
46) Laurent^, BrIIlnus de morbis pectoris, in Opp. Vwet. 

1708. pj^r. ii%. 
47") Seprlcr. itn-r. Tniii. I. par;. 820. gac. 
48) Kp. LXVllI. 12. * 

49; Acta eiPditoruTTi LiMfienll An. 1727. 
^oyi^ax. mi^Ä. adinir. Lib. I, cap. CXXM, 
51*) Gerardi Blajii Obfei vaU uieüic, rarior. PaVt. Vi. frb''. 
Xlll. pag. «I. Vergl. aMch duf. Tait. V'J. ovt V. ^»l^u* 
53) opidcid«! pitthoiui;. pag. 13^. 



A. Das Herz. ^3j 

hart» und mit rlem Ilerzbeatel vcrwachCcH. So wt 
«ach die linke Herzkammer befchaffen und in den 
Valveln faqden fich vieleSpuren von knochichter uad 
fteinigter Materie, In der Loderfchen Sammlung 
befindet ficb eine herzförmige Steinmaffe aus dhxn 
Herz eines Hirfches, welche fünfzehn Graa 
-wiegt ^5), Walter ^♦) fand an der Spitze ei«esOch/^ 
üenherzens eine Gcfcliwull^tji welche eine grQta^n 
artige Materie enthielt. 

Mehrere Fälle findest n»an bey v-än Swie-* 
ien^^), Meckel 5^), Lieuiai^d V)HQllcr^%)y und 
Schur ig 59). 

Bfsweilen» und wirklich, nicht gar feiten^ 
triff! man die auswendige Seite /des Herzens, oder 
(Ue innere des Herzbeutels > oder auch beide, mit 
ejoer weifsUchten, wolligteo Materie überzogen,, 
welche netiformi^, fk>ckicht ausfieht ujod wie ein» 
Rinde abgezogen werden kann^ Es ift dies cler 
Zaftand, welchen die Alten cor v i 1 1 o (u m> h i r->^ 
(tttuo) nannten ^®)« Es eutfteht diefes Filament^ 
Ton aosgcfchwUzter^ kpaguUrtej: Lymphe, üe n^ag 

nuQ 
5« Kä^f^ *. •• O. S, 194. ^'o, 791. 

54) obfervat. anatom. Tab. IV. Tig. s^, 

55) CoramenUir. in BQcrhaaril a|)h.»rifin. Tom. V. p. 2XJ^ 
56J Stir 1c5 maLid. du (>)ri>u- 1. ). 

57) Hiftoii*. anatom, mcdic. Toni. II. p/«.T. 174 Tj. 
5t^ De oorporis hiniuui faUi Ic^. LIb. IV. .^cct.. Hl. ^, 1« 
paf^ \2%. -^ c}^sd. opufc. ])athüh f».i^. 13-4.- — rpliCMi, 
Iift. Cur. Dec. 1. An. I. obf. 44. Dct\ li. -Ao. L 'bl. i??. 
Au. V, nbf. 9;. Deo. 111. An. I. app. pa«^. lüj. An. IX tn 
%• obF, 89. — Horftii Opp. Toiiu II. pag. :08. — KfrA- 
rif^g Spcc. anat. obf. 78. — Sc/ienJz I.e. Lil*. II. <v!!f. 195. 
fH ^^9 "^ Philüf. rian^acr. 1465. .)iil. ];iy. 65. — .^/'?/- 
tpmi'i ^IfL de c^kulo rer.u'U» Helipft. 1679. f. 2. — ^X^fl- 
Irrr« obf. iii«d. cbir. üi*p. 95. — K. Knl^/p^c^ von eiiici 
K|-ankKeit des H6vzej).*-\ ui dei\ Sa^uml .iii^'M Icf. .-V'^haudl. 
lilr prakt. Aersre. i>. XlII. Ö ^^$5. u^s dciu Load. int^dig. 
Jorrnal 178I?. Vol. X. lUn. IV, pap. HI- 

^ i>) Lidiol 5;ia cap.II. §. 3:. pjT, M^ c^p.V, {. IG. o. IJX 

r ^) Sbmmcring zu BaiUic. S. 28. IN, 



\ 

t 



438 til Von den Blutge/äfieH. 

jitin von EntzQndung des Hei^en.% oder des Herz« 
beuteis, oder vielleicht von einer Stöhfong der ein- 
saugenden Kraft .der lymphatifchen Gefafse her- 
rühren, wodurch die Einfaugnng des liquoris pe« 
ricardii, oder der etwan ausgefchwitzten koagu« 
Jablen Lymphe, gehindert und nur fein dOnnfter 
wäfsrigter Thcil eingefogen wird , der dicke, gal* 
Hrtartige aber zurückbleibt ^*). Em folches Herz 
belchreibt Bofe ^^) in einem eignen Programm, 
Sömmering ^0 fah deren zwey und Walter ^*) bil- 
det eins abf Malier ^^) führt mehrere Beifpiele da*- 
von an. Eine grofse Anzahl folcher Herzen be« 
findet ßch auch im Meckelfnhen Mufeum. 

Hierher gehört auch der Fall aus de Haen^\ 
wo das Herz bey einer Herzbeutel wafferfucht fiis- 
fah, als ob es zerrlffen und aogefreffen wäre, dies 
abar bey genauer Unterfuchung, faden ähnlichef 
Blut von polypöfer Natur war, welches bald gdb, 
bald fchwarz bald von andern Farben war, allent- 
halben anjdem Herze anhing und mit den Fiogem 
losgemacht werden mufste. 

Auch gehört hierher der Fall, wo Sömme* 
rlng'^7^ ein paar Flocken von Zellftoff von der 

Spj* 

^l) Sömmering 4. a. O. 8. 9, Anmerk. 5. — VerjfL Sandi'* 
/ort obf. anat. patliol. Lib. 1. cap. II. pag. 4^. 

(Ja) Pjnijr. i\(* Isiftoiia oordis villnh. Lml. 1771, — . Vtr|d. 
uuchiFcir'jröcht i|i Nev. Commeiit. Fetjopol, Tom, HL 
])ag. 403 

$1) ZMin Bai/he S. tS. IX. 

64) obffrvat. anat. Tab. IV. Fi^, i. 

65) <le corpor. hnmaii. tabrica. I.ib, IV. Stet, I. f. Jj. pÄ 
54. — Auch Srhefikii obff. Lib. 11. obf. Igs. pap. 551.- 
9'an der J^'itri Obff. Cent. I, pag. 384. — Boneei Bevn\ei. 
anat. Lib. U. Soct. Vlll. Obf. 99. — MifApll. Nit Cur. 
Dec. III. An. Vfi^VI. obf. 122. Ephem^Cent. VUI. «bO- i 
. — H'rltirc'^hti Comnienr, Potropol. Tom. V"L pi^. J^l' 
^^Lieuia'tdX.c. Lib. II. Sn^cU. obf, 469. Tom, II. p.If^. 

#6) HeilnnLi^.n "tliode. B. IV, 'I h. IX. Kap. P. S 15a 
$7^ » a. O. 6. 21. X, 



^ A. Das Herz. 4^9 

Spitze des Herzens frey hinabhnngen (iah, ohne 
ao dem Herzbeutel befeftigt zu feyn. 

Hierher gehören auch wahrfcheinlicli die Bei- 
fpiele von Haaren^ welche man am Hörz gefun* 
den haben will und wovon uns RJotan^^)^ Bau* 
hin ^5), Lanzoni^^) und Haller 7«) Beifpiele gelie- 
fert haben. 

Endlich find auch wohl alle die Fälle, wo 
man das Herz mit einer widernatürlichen 
Materie oder Haut überzogen fand, eine Fol- 
ge von ausgefchwitzter, koagulirter Lymphe, de- 
ren danner, wäffrichter Theil eingefogen wurde, 
der dickere aber zurückblieb. Morgagni 7^) fand 
bey einer, an einer hitzi|;eii Krankheit geftorbenen 
Frau, das Herz mit einer weisgrauen , dem Kalk, 
womit eine Wand ganz frifch übertüncht \vorden, 
gleichen Materie überzogen. Chambon de Moit» 
iaux 7?) fah bey einer gelähmten und wahnwitzi* 
gen Frau von achtundl'ochzig Jahren, den Herzbeu« 
tei mit einer weichen, dicken, leicht von ihm zu 
trennenden Haut gleichfam ausgefüttert; auf ihr 
ragten, harte, von einander abftehende Wärz<;hen 
hervor, welche Cch auch Ober das Herz verbrei- 
teten, wo fie aber länger und fefter, auch ftärker 
eingevi^urzelt waren, dafs man ße, ohne die Hor-/.- 
fobftanz zu verletzen, nicht abreifsen Uonnte. 
BoerZ/flflVtf 74) fah das Herz von einer wiilornaiür» 
liehen Oberfläche, oder fchwammichten Kruftr, 

nm- 

^f) Anthroporrtphia et OfteologU. Parif. i6:6. Lib. HK 
cap. VII. 

69) inftitiit. anut. Lih. II. cap. XVII. 

70) In den Mifot-11. ^Jt.Cur. Der.lll. An.VctVI. Obf.is:. 
70 Wem. Fl)\fiol. Vnl. I. pa« 2K5. 

72) tp. XIA'.' 16. 

70 a. a. O. K. 111. Beobaclit. l.XXXIX. S. liu 

74^ ^dmml.rtn«:*»if. AW!lÄn«^l. Uir prakt. Aevzt«. B. IX. S. 404. 



^4o . lU. Von den, Stutgeftfeem. 

vmgebeQ) fo , dafs es wie ein ganz anderes Werk« 
l^eug ausfah. Aufserdem kamea auch an aireoSei* 
tcn des^ H^'rzens Fafsern hervor» welche daXIelbo 
mit dem Herzbeutel vereioigten und von aufseg 
raub und uneben machten. Aehnliche Fälle lie* 
fern van Dövcren^S)^ de Haea'^^) und Sandir 
fort 77). 

Wafferblaf^n fand Heuermann 7Ä) an der 
Flüche des Herzens und am Herzbeutel, in- und 
ausrwendig). und Morgagni "^^^ fand eine grofse 
Wafferblafe an der Spitze des Herzens, zugleich 
mit einer Wafferanfammlnng im Herzbeutel, bey 
einem Mönch , welcher an Ohnmächten geftorbeq 
war. Bey einem alten Mann fand Ebenderfel« 
be^*) einen Knoten, wie eine mäfsige Kirfc^ei 
halb in der Subftanz fitzend, halb hervorragead 
«nd eine Feuchtigkeit enthaltend ^ ohne, daCs der 
Kranke die gerlngften Symptome, welche auf einea 
Fehler des Herzens hätten fchliefsen iaffen, gehabt 
hätte. Wepfer 8>) fand viele Wafferblafen ober das 
gan^e Herz verbreitet, Eben das fahrt auch Ba^ 
net '0 an. 

Auf der Oberfläche des Herzens bemerkt 
man auch nicht feiten einen oder mehrere, gro« 
fcere oder kleinere, weifse, u n durchfichti- 
ge Flecken, welche bald dicker, bald dOn^er find. 

Am 

75) Specim. nbferv. aoad, cap. IV, pag. 74 fq, 

7O HeiliTiigsmcthode. B. VI. Th. XIV. Kap. I. \. % S. »1% 

77) Obferv. anar. pathol, Lib. 111. cap. V. pag. Jj. 90^. c 

Üb. IV. cap. X. pa-. jo|. -- cJusd. Exercit. acaaea. 

Lib. 1(. pas;. loi. 
7«) G. Hrtterfftann*! Pbynolo^le. Kopcnh.«75l, B.I^ flLlOI. 
79) Ep. XXV, 15. 
$0) Ep. XXI, 4. couf, Ep. 111. 26, 

|l) in Mifccll. Nat, Cur. Dec. 11. An. X. Obt m. p, »«. 
^ 11} 5epulorft, anal, X-ib. IV, Sect. XU. pag, ^^%. 



\ 



A^ Das Herz. ^ 44t 

Atti dfterften finden fie fich auf der vordem Herz- 
kammer, feltner auf der hintern und auf den Hera« 
ohrcn. Doch finden fie Bch auch gelegentlich auf 
beiden. Sie beftehen aus einer fremden Membran» 
welche auf einem Theil der das Herz bekieideD- 
den Fortfetzung des Herzbeutels gebildet wird, 
und fich leicht fo ablöfen läfst, dafs diefe Bede« 
ekang unverfehrt bleibt. Baillie S') und Sömme-^ 
ring^^) fahen dergleichen Flecke fehr oft und hal- 
ten fie, wegen diefer Gemeinheit, für keine kränk« 
liebe Befchaffenheit. 

Hey einem heftigen Fleck fi eher fand 
5^oZ/K)na^h dem Tode auf vielen innern Theileo, 
unter andern fogar auf dem Herze Petechie a. 

Auch WOrmer will man in und an dem 

Bens gefunden haben, bald geftaltet wie Maden t^), 

bald wie Wanzen 87), bald fo grofs, wie Spulwaiv 

mer t^), bald fogar wie Schlangen $9), Inzwifchen 

ii% 
%i) a. a. O. S. II. 

14) ebend. An merk. 25. 

$5) HeUiinp5method»,aberr.vonFabri, R.ll. Tb. II. S. I^, 

f6) BoitetiSQyuXcw annt. Lib. 1. Sect.XVlU. ObHö. Lib.lK 

. Sect. XI, übf.' 9. J. 1 tt a, Lib, IV, Sect, I, Obf, 45a. u. a^ 

m. O, — Schenk obferv. med. l.ib. II. obf. CXCIll.fq.-« 

Behilf dilT. de vermibns intcflini&Hbui. L. B. 1691, — • Mii« 

cell. K«t. Chi . D^c. I, An. I, obf. 50, An, IX et X, Ob£» 

Ij. P«»c. II. An. VI. Append. pa§. it, — Ivpbem. Nat, 

Cur. Cent, Vlll. obf. 1. <^^ Bocrhaave a. a. O. S. 497. — ,* 

Ideutaud 1. c, Lib, IL Seu. IL obf. 572 -^ 574, Tom% U, 

pag. X7Ä. 

17^ '/iacuius^ Litfitanus L c. Lib. I. cap. l^f. 

II) Andr^Spigelius^t lumbi'ica Uto. Fat, i^i|, cap« V.-^ 

Bortet L c. Lib. II, c^p. VII obf. 165. — Hittoir. te 

Tacad. des Scicnc. An. 1700. Obf. X. — Talfin An^t. dil 

oorps humain. P^r, 1753, Ton>. IL cap. HL -^ Dat^ !• 

Clcrc\iih. natur.ec med. latorum lnmbricorum.cap.KlIU 

15") Zacutui Lußtanus 1. o. Lib. I. cap. 140, — Marc^ Au^ 

rei. Severinu^ de i econd. abfcefrunm natura. X^eap. l6)a» 

pag, Sil. — Bortet L o, Lib. II. €foc IV, obf, 6, J, 1 fq, 

«^ Riolani Enchirid, anatom. patholog. Parif, 164t« Lib« 

UL cap, VUL — AcUiNat, Gar, Tom, \\l. obt 14* 



44^ ilL yon 4en Biutge/äßen. 

itt es nicht leicht denkbar, dafs in einem Ei nge- 
weide von fol eher Reizbarkeit, von folchcr immer-" 
Währenden Thätigkeit und von fulcher Verfchlof- 
(enheit, wie das Herz ift, 6ch Würmer erzeugen, 
oder dahin gelangen und fich dafelbft aufhalteo 
könnten. Man fleht alien jenen angeführten Er- 
zählungen das Uebertriebekie, Fabelhafte und Fal- 
sche gleich an, und fällt bald darauf, dab hier 
gewife nur lymphatifche Konkremente, oder ge- 
roqneneBItttkiOmpchen zum Grunde liegen, welche 
dapn eine flüchtige Unterfuchung oder eine aber- 
gl&ubifche, das VV'nndcrbare liebende Einbildung 
zu allem ftempelte, wa% man gern feheo wollte 9^}« 
Die Ver^iyachfung. des Herzens mit dem 
^er/beutel werde ich bey diel^m abhandeln, da 
diefe Krankheit von ihm eheri als vom Herzeo 
herrührt 9«), 



jß. Die Pulsadern. 



Zuerft bemerken wir hier die Verfchiedeo« 
heit d^r Arterien in ihrem Xaufe, in ihrer .An- 
zahl pnd in ihren Anaftomofen. Unendlich w- 
Türen fie lüeriniien, befonders bey der Vertbei- 
Jung ihrer Jcleincrn Zweige, fo, dafs es fiift un- 
möglich ift, alle Varietäten anzugeben. Wir be* 
gpflgf n ups pur an den vorzQglicbfteo P)^ 

Pic 

«o") Vercl. Morgagni Ep. XXIII. 15. Ep. XXIV. 2|, 

91) S. \mu\i Abfolin. VIII. D. 

93) Müh (elie: 'Nicolßi de directione ▼aromm in Hatltri 

collect dirpnt. anatom. Vol. II. — Ludwigii pro^aioa. 

obfevvat. aii^olog. tr^dens. LlpC. 1764. — Tinimermsnn 

fle flptandi circa natnrac in Jinman. macliina IhTus. j. ^olq. 

— Insjeld dilf, de iofibu^ natmite« Lugd» Bauv« |77*t "* 



B. Die Pulsadern^ i^\ 

Die Aorta trifft man mnuchmal ganz fon- 
Herbar gckrflmmt an; befonders thiit ße dies b«y 
Verwachfenen , wo Geh ihr Lauf gewöhnlich nach 
den Krömmungen des Rückgrats richtet 95), SchoQ , 
oben ^♦) habe ich ein merkwürdiges ßeifpiel von 
fonderbarer ICrfimmung der Aorta bey einer äu« 
fserft deformen Befchaffenheit der Rückenwirbel- 
fäa]e> aus der vortrefflichen Sammlung des unver- 
ge&lichen*MecA'6»/j angeführt. In einem Präparat 
der Loderfchen Sammlung 95), wo die beiden letz- 
ten Rückenwirbel mit dem crften Lendenwirbel 
durch Beinfrafs gänzlich deftruirt find, Geht man 
die Aorta widernatürlich gekrümmt und gleichfam 
in die Vertiefung hineingefchoben, Bey einem 
jungen Menfcheh, deffen Rückgrat fo ftark ge« 
krümmt war, dafs es einen fpitzen Winkel machte, 
macht auch die Aorta einen äufscrft fpitzen Win- 
kel 9^). Bisweilen macht diefe Arterie auch Krüm- 
mungen, ohne, dafs die Wirbelbeine gebogen find, 
fo fah fie Morgagni ^) bey einem alten Subjekt 
unmittelbar unter den Nierenpulsadern eineKrüm* 
mung von zwey bisdrey Queerfingern verurfachen, 
und dabey in ihrer ganzen Bauchlänge den An- 
fang zur Verknöcberung machen« Bisweilen fin- 
det 

fFatzel dirr. de eFBcaoia ^ibbofitatts in mutandis vafcu'niri 
4irectioiüUiis. Truj. ad Viadr. 1771, — Lf»dcr nonntiUae 
IftfterifU'um Varipkare». Jen. I7|l. -*- IVrisber/^ varieta- 
tiira aiigioloi;ir4vi)m per XXX aunornm Uriein in corpo- 
re humaao obfervatarum. Part. 1. Götring. 1791, — . i*en' 
^hienatl in Metnoir. de i'acdd, de Scieuc* dt Turin. I7t6i« 
Tpm. I, 

^9) Alorfinj^ui de cinff. morb. Epif. IV. i4. — Wmtzöt 1, 1, 
— Kollier a. a.O. S. J64. n. 1145. -^.^59. n, IUI« U, IXl^^ 

^f) f. Abfdm. II. B. beim Rtickgrat, 

>5) KöUer vS. 2^%. n. 1110 

56^) Wa!ter\x anatom. Mufeum, B, 11. S. C2, ft, i^t» 

ifk Ep» LXVU. II. 



444 ^^^' ^^^ ^^^ Blutgefafien. 

det man aber auch die Aorta in ihrer natürlichen 
Lage> obfchon das Rückgrat gekrümmt ift 98). 

Bisweilen t heilt fich der Bogen der 
Aorta und lärst durch dlefen Spalt die Luftröhre 
durch, fo, dafs diefe von ihr, wie eine Infel, durch 
ÄWeyAerme umfchloffen wird 99). 

Aus dem Bogen der Aorta entfpringen auch 
bisweilen melir , als drcy Aefte ; z. B. Morgag' 
ni >?^) fah aus .ihm unmittelbar die linke 
Wirbelpulsader entfpringen ; Sandiforc ') 'fah 
^us ihm die rechte Schlüff el t^ei nspu Isa* 
der unmittelbar entfpringen ; MjLCg ^) beide 
$chlüffelbeins- und beide Kopffchlag- 
11 de rn in bcfondern Stämmen. 

M«mch* 

^i) Walter t. a. O, S. 6%, >i. 429, 

,^9) Hontmel in Commercio Litcrario Noric. An. VIT, pip, 
162. — Mayer^s anatom. Berdireibung der BlutgetSüif 
des menrchl. Körpers, ßerl. 17%%, S, 43, 

100) Ep. in ao. _ 

' 1) Obl'erv. anat. pathol Llb. 1. cap. V. "pag, 7I. not, c. -^ 
ejusd. Muf. ana:o«ri. Voll. S*»ct. V. pap. 243. n. XII. Tab, 
CVI. Fic.2. pug 279. n.LXXlX. Tab, GVll. fig, i. 2,— 
Act. Melvet. Vul. VII. pag. 55 fq, 

ä) Specim. Obfervat. anaComicdriim atnue botanicarum. Ba« 
fil. 1753. art. VIII, — Mehrere dhnliclie Beobachtungen 
fimlet man in : P/r. A. Böhmer de qnatnor et qninc|^iie tf 
mis ex arcn nrteriar macnae adfcendeiitibns, HmU^ 1741^-4 
und in der Vorrede tu feinen obfervat. anat, r^r. Fafr.lT^ 
pag. IX. not. i!g hh. — Huher in Act. Hclvet. Vol. VIÜ, 1 
pafij. 72, — Hafferi Elcm. Phyfiol. Tom. II. pag. 165. — 
Ad, Murray in der Abhandl. der fch\rtd. Acadeni. B. XXX, 
S, 92. -^ Löfeht obf. anat, chir. med. novae et rar. He- 
rol. 1754. pae. 2<, — Commerc. Liter. ?ioric. An. VII. 
pag 162. — Memoir de l'academ. de Scieno. 1755, pag, ' 
J8. — R' 3: Steidefe Samml, veifohiedener in der chir, 
prakt.Lebrlchwle gCTiachteii Beobachtungen, B.II. Wien 
1778- — Sandi'fou ohf. aoat. path. Lib, IV. cap, VHI, 

yag» 93. — hJeuhauer defcriptio arteriae innominatae. 
ea. 1772« pap% 4I fq. — Sandijort Miif, anatom. Vol, I, 
pjij» «7? fa% "• ^11. Tab. CVI, tig.2, pa5.a7J,n,LXXlX, 



B. Die Pulsadern. ' 445 

Mai>chmal, wiewohl feltner, als die vorher« 
rebenden Falle, entfpringen weniger, als drey Aefte 
lus ihm ^). 

Nicht feiten trifft man alle drey Kranz- 
pulsadern des Herzens aus der Aorta entfprlngen; 
luch wohl ihrer vier ♦j. 

Sandifort 5) fand bey einem zwölfjährigen 
i^naben die Aorta ans beiden Ventrikeln entfprln- 
gen. Ebendies fand er auch ^) bey einem Fötus 
ind ftlhrt noch einen gleichen Fall an, welcliea 
Louis bey einem achtjährigen Mädchen beobach- 
ete 7). Nevtn 8) fah fie ebenfalls, an ihrer Mnu- 
luog fehr weit, aus beiden Ventrikeln hervorkom- 
nen. 

Bey dem oben 9} erwfihpten Fall, wo alje 
Eingeweide verkehrt lagen, lag aucli die Ao/ta 
luf der rechten und die ungepaartc Ader avf der 
inkcn Seite»' 

Die Lungen pul sa d er vf^rtheilt fich in' 
iem. rechten Lungenflügel oft durch drey grö- 
*ser c Aefte '®). Lö/eke ") fand in einem neu- 
rebohrnen Kiotle eine Lungen fchlagader, welche 
ich mit ihren zwev Acften in die grofse Schlag* 
ider endigte, und viele kleine Zweige, die nicht 
iicker als ein Strohhalm waren, in die Lunge 

fchicktCk 

9^ y, Z. Vetfche fyllor. obFerv, anat. Hdlae 1794. J. 47. -— 
Mar^agni Kp. XXX! V. 15, — Biumi «ibferv, ^iiit« pag» 
H^. — Huhcr in Act. Helvet. K c «aj;. ^u 

4) Mnrfa^ni l.p. XVI II. ^4. Vm. XLVlll. 2. 

5) 04jferVk dnatom. patiu»!. Lib. I. cap, h p«p» 29 et ^C^ — 
ejuid,}i\\\^. «nat. \ ol. I. Sect. V. n. VIL pag« 3)4« 341» 

C) ibid. Lib. III. cap. I. pa^, 17. 

7) ibid. Lib. IV. c.ip. X. imi:. 107. 

I) Medic. Comaien\ foi the ycar 1794. D^c. IK Vol. IX» 

p) S, 97J» Anmeik. 51. 

10) Mayer a..a. O. S. 9}. -^ Köhler a.a. O. S. 344* ti« tOat% 

ir> Obleiv. anut. chii. loed. rar. j^>a^. 8^. 'lab. 111% 



446 iJJ' f^on den Blutg^fs€n. * ^ • 

fchicktc. Nicht par feiten ficht man den Lungen- 
puIsadeHfamin noch bey Erwachferton durch den 
offnen ductos artcriofus Botalli mit der 
Aorta vereinigt'-). Manchmal findet man 
aber auch von diefem Gange, der doch gewöhnlich 
wie ein Ligament erfcheint, nicht die geringfte 
Spur «^). 

Die Kopf fchlaga dem (carotides) kom* 
men zaweilen beide aus der Aorta, wie ich fchoo 
vorher **) erwähnt J|fabe. Tode *^) fah die rechte 
Kopffchlagader bey einem zehnjährigen Knaben 
ginzlirh fehlen und durch Anaftomofen erfetct 
Morgagni *^) fah ße beide bey einem fehr dten 
Mann in der Mitte ihrer Lange ein paarmal ga* 
wanden, wie eine Schnecke. 

Die äufsere Ohrpulsader (arterit 
ftylomaftöidea) kommt zuweilen, ftatt am 
der Hinterhauptspulsader y aus der hintern Ohr« 
puIsader *7). 

Die linke Schlüffelbein spulsader 
verurfachte eine Befchwerlichkcit im ScblingeHj 
weil fie zwifchen der Luftröhre und dem Schioode 
durchging '8) Die rechte ScblöffeJheiiisarteria 
kam einmal nicht aus dem gcmeinfchaftlicheo 
Siamme, fondern unmitielbar aus der Aorta '^. 
In einem fehr feltnen Fall kamen die Kopf* und 

Schlaf« 

I2) S. nben S. ^gr. Ahmerk. 73. 75. 74. 

I;) 7//. UarihullH lind Swidi'/ot-t , in den nbfen S. ^SS« Am 

50» und S. ?&H- Anmerk. 76* u. 1^7. angei'übiten 8t«lltiii 
\^ >. 44.4. Anmerk. 2» 
iS) *.:e(hr r!iii iir^,. liibl. B. X. S. 707» 
16^ Kj.» XLIX. Ig. 
t"^ Miirtay a. a. O. 8. 35» 
Ifci Snrnmerin:* y.u llaitüc S. 55. Anmerk» tt%, ailf dM Iff 

xuoires of tlu; intidic* Socict. 1789. Vnl» II» Art« i4« 
l>) S» vorher S. 444. Anmerk. 1. und a» 



. B* Dit Pulsadern^ 447 

ilfifTelbeinsarterien auf jeder Seite aus einend 
mme *^). 

Die DrüTenpulsader der Achrelhöhle 
rt^ria alaris S. glandulofa axillaris) 
ilt zuweilen ^'). 

Die Schlagadern des Oberarms (art. 
achiaÜs) faii man doppelt ^'), oder fie 
eilte fich fclion in der Mitte des Oberarms 
die Schlagadern des Vor dc^arnis ^'). 
eartcria radialis enlfteht aixh manrhmal 
lon in der Mitte des Oberarme aus ihrem Stam^ 
>, der tiefen Armpulsader (art. hrachii pro« 
nda") ^♦). Sie nimmt aurli ihren Lauf, in felt- 
n Fällen, Aber das Gelenk At% erfteii Daüirtn- 
iedet, wie Tu^pius '^), GUibert ^^) und andere ^^ 
merken. Efrhenbarh ^8) fah fic an beiden Aer- 
?n, zwey Queerfinger breit vom Ende 6e% radiui;, 
D ihrem gewöhnlichen Laufe abweichen) uncl 

queer 

d) Biumi 1. r. 
:) Murray a. «l. O. i?. 14. 

) Chr.G*Lti(fuii; pronraTnma de variailitibns artoriae bra- 

rliialis laiiu«, in an^m -.«matis oppratioup Attendfndi». 

Li4»r. 1767» |Mj{.6. — /V//i/ nbin vat. aiij;i«lr>^..He arteriis. 

laj:. 8 Tq. — Sanifffftr, obrnmat. atiÄt.. i»alhol. Lib. 111. 

•ap. Vn. pu^. 17, — l^enHämm de liifriuiii in obfervatio- 

P5 anatnmicas epici in« Coirn»f*i:f. 111. — Mnhrenheini' ^ 

'ifiit'i ilcb*; Heitr.'ige znr ))rakt. A r 7.1 i(*ikmi»le, Wf.ndarZ- 

•ikkU. Oel?nrt-!b. LVihz.i783.n. ll.S. )22. — Ph.A.Baeh- 

pr obfT. Hiiat. lar. lafr. i. in pvaoK p^ji. \'I. üor. k. k. 

\ C*////^fr demniifna^ioii ; anatoni. ]>dtr.iil. AinFf. 176O. 

'•>. I. p.i^!. I^. — l-Jui'lc} : Icones üiidiniii. Fafr. VI. paj^. 

— Saiiiiijurt obf. aiitft. pall». Lib. IV. c«ip. VliU ]>. 9)« 

iayer a. a. O. S. 12\^. 

bl^iv. modle. Lib. HL cip. XLV. pa^^. J57. 
, /•:. Gillhert p'.Kr. BoobacltniiÄen r.nil krahken|»^« 
flite, iiberf. von L. U.Ht:ucitftrettt\^t\[tZ, 17V2.S. t59. 
•hem. ?sat. Ciu . Cent. X. n. 40^ 

irrtifcltte. niediu. nnA eliinnf l>emerki:n(7en libeivei- 
ifne Kl ankh.der H) nft, nebft iSacJ^.ri-.IitCn von mevk* 
. J-ticIitntifrniingen. Leij»/.. I784. U. L S. 1. 



448 lU. Vcn d9n Btufgeßifsen. \ 

queer über die Hand zwifchen dem Zeige* und 
Mittelfinger fortlaufen. Ludwig ^^) fall eine 
zweite Spindelpulsader aus der arteria axil- 
laris entftehen, an der iiinern Seite der Spindel 
herauffteigen und unter dem lii^amento transverfo 
Sn die flache Hand gehen* In einem andern Leich* 
jiam fah er ^^) ebenfalls die Spindelpulsader (ar* 
teria radialis) aus der Arterie der AchfelhOhluog 
entftchen, einige Zweige bey dem zweiköpfigen 
Musjvel abgeben und bis zur Spindel herabfteigen; 
die Armarterie gab keine Spindelarterie ab, ana» 
ftomofirte aber mit iener durch einen ftarken Aft» 
Bey einem andern Leichnam fah er '^ die Arm* 
pulsader einen Aft unter dem zweiköpfigen Mos* 
kel abgeben» der faft eben fo grob, ^Is der Stamm 
war; er ftieg in der Biegung des Arms herunter 
und formirte eine etwas grofse arteriam in* 
terosfeam, welche mehrere und gröfsere Aette . 
abgab ; der Aft der Armpulsader lief in der Mitte» 
. fo, dafs er in die SpindelpuJsader fich gleichfain 
fortzufetzen und der Seidenaft fich in die Elhibo* 
genarjicrie zu crftrecken, fchien'^)» 

In dem Unterleibe entfteht die Magien* 
kränzpulsacler zuweilen unmittelbar aus der 
Aorta, ftatt aus der innern Ba iichpulsader 
(artieria co eiiaca) zu kommen 5^). Dieküp 
zernMageiiarterien (arteriae brevesft 
vafa brevia) variircn in ihrer Anzahl, fo, dafii 

man 

«9) 1. C. pag. 7 fq. 

|c) jMa. p.ijr. 8. Ji) \\iii. 

|2) Mayer a. a. O. S. loi. fall fbenfalls die Spindelarterle 
atif. der axillaris cntlLpliei:. Verpl. aiicli Hcifter in Act 

fkhynco-niCiiic. Vol. VlI. nbf. XXXV. pa£;.94k — Hdli^ 
t?(iii. anat. FaiVic. VI. pag. 944 

Ij) Ma^'tr S. 1^8. 



B^ Die PuhaderH. 443 

man fie auch nur als eine Arterie antrifft ^^). Maa. 
vergleiche auch ^ was ich unten ))) bey der Mils 
beigebracht habe. 

Die grofse L^betfchlagader (arterit 
hepatica) kam, ftatt aus der coeliaca zu ept« 
fpringen, aus der Schlagader desOekröfet 
(arteria mefenterica fuperior) ^^). Ein« 
mal enifpr'ang fie unmittelbar aus der Aorta 9^ 
welches aber ein höchft feltnerFall iff^S)^ So fah 
auch Sandifori ^9) einen groCsen Zweig aus def 
'^ Gekrösfchlagader nach der Leber gehen und ihrft 
^ rechte Seite, nebft der Gallenblafe, mit Blut verl- 
iehen) fO) dafs die arteria iiepatica nur die linkd 
Seite mit iiiren Aeften durchiief, Uebrigens ge* 
1 htu folche ähnliche Stumme aus der arteria mefen^ 
Urica« «pigafh-ica und andern, luiufig nach der Le« 

Die obere Gek röspul sader hatte mit 
le ^Bauchfchlagader einen gemeinTrhaftlichett 
r* tlrfprong ♦'). Auch bemerkte Morgagni 4^) eind 
^ 'öppallB Bauchpulsa der; beide Stämme la* 
^4l«n dicht ncben'einander und jeder hatte feine be« 
;'^Dden) Mandung. In einem andern Körper be* 
s ih\erkie Eben d er fei bc ^J) fogar ihrer drey, de- 
"*^n jede fchwächer, als gewohulic^h war. Die 
^ b e r b a u h f c hl a g a d e r ift wegen der Bruch» 
^^erätioo zu merken ^^)^ da fie manchmal variirt^ 

und 

\i) Mov?//' Mdiuirfa an4t. XXIK. pag. 19. 

35) B. 11. Abfclin. X. D. g. 56) Ifcnflamm 1. L 

^7^ Sandifort obfciv. aiiat. })jth. Lib. II. cap. VII. p. 136. 

St) UalUri lilem. Plivliol. \'ul. VI. pajf. 146. 

3rt Obf. anat pathol. Lib. IV. cap. Vlll. pag. 96. 

%o> Vp: (iL fJoyVrr/ Llem. Vljyf. Tom. VI. pag. 473.— Afa/tr 
"j*^ S. 137. 

^ %J) Mursagni £p. XXIX. 20. 
% %ä) llp. LXX. 9. 45) Ep. Un. 37. 

4} Schriscri von Einfcbaeidimc dt» ßauohi Inges naoH der 

~ d,}TiiHfLAnttr1i.u Fi **"> 






,4{lo 'flf Von den Bbifge/Sfien* 

,Vind fich, Wie es 7. B. MohrenhHm begegnete^ um 1 
den untern .und innern halben Theil 6ts Bauch- 
rings herum fehl ug,, ftatt um deffen äubern und 
fObern Rand fortzulaufen ^y> 

Die Nie.ren pul sadern nehmen ihren Ur* 
fprung faft allemal der Niere gerade gegenüber; 
daher entrpringen 6ebald höher bald tiefer aus der 
AorU% So fand Mayer ♦^) die eine Nier^ im Be* 
cken« und ihre Arterie cntfprang aus der arte« 
ria hypogaftrica. Einen Nebenaft der Nieren- 
pulsader» welcher unmittelbar aus der Aoita kam 
und in die rechte Niere ging, fah Morgagni 47 j^ 
Auf d^r rechten Seite fah Bartholin ^^) nur ei 
Nierenarterie, und auf der linken, deren drey« Ebif' 
fo faAden fie auch : Rhode 49) Böhmer Ü^) und Saniit 
fort^^^* Der letztere fand fie auch auf btidenSä» 
> ten doppelt 5^^ Von einer folchen widernatluS* 
chen Mehrheit der Nierenarterien leitete man 
vermehrte Sekretion des Urins ab ^^)* Eii 
fchickte die linke Nierenarterie auch einen 
trächtlichen Theil fcbief herab>an denSaanienbli 

. chi 

Vc«i Mohrtnhcüm VDrfrefclilapcnen Art, in Hit/ltJantCsl 
der prakt. Arzruik. i\. i. 6. 402, 
4^) *J^f. Mnhr'cnhchns lic«;bicl'.t. vcj fch. Chirurg. VorC 
^Vien 17SO. H. 1. S. 155. — Svhroer a^ a. O, 

46) a« a. O S. 175. 

47) de fcd. morb. Kp. LXVI. g. 

48) L c. C*?nt. I. Hilt. XXXVlil. Tom* l. paj. <t» 
4V) Mantiir. .mat. paj. 24. XXXIX. 
3Jo; obfcrv. anat. pjg. 11. in piat'f. 

51) Obf. anaton\. pdth. Lib. I. nap. V. paj;. So. not. ij 
Mof. anat. Vol. 1. Secr. V. n. XXXIV pdi,' 151. 

52) ibid. tt pae. )2. Ta"b.IV. Vi^. 1. — cF. ejutd: Mrtf. 
Toin. 1. öect. V. n. XXIX «XXXI. p«j. 250. iVh. C 
Fig. I. — In einem andern tall^ Und ej anf der 
»en Seite zw**y Arteiiert niid Hjcn fo viirl \>nen, ab 
linken drey A.tojien und eine Vene. ibid. n. XXX^ 
Vatcri Mnf. anat. prnpr. p. 40. 

55) Z'//. A, Boelimer rer;>. Memier difC de nrina« Te 
cr^Ai<Mie üb mukitadiiittm artcriarum renalium larj 
Halae 1761. 



/ - w 



Ä. Die F?ilsade>n. ■ ifi\ 

n*Vofbfey,in den liintcrn Tlieil ffetWamWafe u)^ 
n fo erzeugen fie auch manch mal Ael'te für das 
kreas, and, wiewolil in felloncn FäÜnil, für 
innern Saamenpnlsadcrn , bcfondcrs der rech- 
Seite tQ. Ul!berhaupt vpriircn die Nierenpüls- 
rn am meiften , worüber man Eufcach J*) lind 
Her '^) nachfehen kann. 

Die Pulsadern des Nierienifv'^ttJ? farte* 
le axiipofae) fehlten auf der rechtem Seite ei« 
; weiblichen Leichnams ^^). 

Die Miizpulsader varfirt in ihren iBie-> 
Dg An; bisweilen macht fiegar kei^e <^) und 
andern Fällen febr viele ^^> Auch emfprSngt 
nicht leiten unmittelbar aus der Aorta ^*>. 
Die innere Saamenarterie fand mtn ^^) 
(beiden Seiten doppelt, und ineinemanderA 
D blos auf der linken Seite zweifach, wovoa 
^eine Stamm aus der Aorta, 6^c andere ans de^ 
erciiarterie enlfprang ^*). Auch auf der rechleik 
Ite, fahen Hauer «♦) und Hunier ^^0 dielen Fali^ 
kl ^*) und Huber «7) fahen die rechte Saamenar^ 

Ff 2 • terlA 

(4) Morgagni 1. 1. Ep. LXX, 7. 

5O Mayer S. 17g. u w • 

|6) Euftachii tract, d« Rtnibns, in o pbfcnl. edici FocrAoaui^ 

L. H. 1707. 
^7") F.leni. Thyf. Tom. VU. ])ag. a6o. 
51) Rhodhf^ l. c. XLl. iia*. ?5. 
«5J) Uorpagni l. i. Ep. XLIV. 19. Ep. LIV. ?7. Kp. lÄX. 7. 

ii. a. a. O. — Vater i um f. an dt. prop*. png. 68. 
Äo") MorrMgni Kj). XL. 24 fii. 

A) Sandifnrt oU'. anat.'patlt. Lib. II. 'cap. VII. pnjj. la^, 
Äai Kerkn'ng .Spccüeg. sinatom. Obf. XXXII. — San^'rßtrt 

Lib. II. c. c. 
Kl) Srnndifort l. c. paar. iiä. — VergL die Anmerk'nng %%\ 

auf dieler xSeite. 

KWcni. Pliyliol. Vol. VH. pa|t. »25. 
Hunter Äledic. OmimcTitar. pag. 7^. 
H) 1. c. ^#ag. 12. 

WSHubtri obJerv. unatom. pag. 9f. in £ivid!([/ort« Thtften 
»- bi^art« Vol. l. pag. jor. 



gänzlich fehlend gefeh^n haben 7i] 

Dieiipnere Maftdarmpul 

teria haemorrhoidaliis intefi 

aus der Milzpulsader , ftatt aut dei 

krOspuIs^der zu kommen 73). 

Unter dert Krankheiten ^)> 
ArterieA aufgefetzt find, bemerken vi 
ailerhäuiigfte : dieVerknöcheruti 
Denn es werdeil fehr wenige Gefafs^ 
man nicht irgend einmal verknöch< 
hab^B folltc. Bald find 6e nur fo hai 
Wachs oder Hern , bald feft , wie Kn 
hart und unter dem Meffer knirfchtn 
oder Stein. Bald findet man die Vei 
fiur in einzelnen Punkten, wie Blä 
Schuppen, bald hängen diefe an einan< 
men eine ganze Strec ke ein, fowohl ii 
iU im Umkreifc des GeVlhefi, Alles 
Folge der entweder fchon lange gedai 



6%) Obfeiv. mftd. rir. pag. 115. Ttb. VII. ] 

lUrt. in. olif. V. 
69") Mifcell. Nat. Cm . Dec. IL An. IV. obf 
70) Ubf. atiat. felpctiores cd. TL Bnrtho/i 



B. Di€ Pulsadern* ' ' ^jjfy 

t feit kürzerer 2^it apgefangenen Verknöchie« 

Allemal hat diefe ihren Sitz zwifchen der 
lem und äufsem Haut der Arterie 74), 

Frauenzimmer find ihr weniger unterworfen» 
Mannsperfonen 75), Poch leidet auch diefe 
nerk\ing häufige Ausnahmen 7^)^ 

Sie ift Folge der im hohem Alter immer 
lir und mehr abnehmenden Reizbarkeit und 
ift, wodurch die Materie, welche zur Ernäh- 
g der Knochen foeftimmt ift, nicht mehr an 
beftimmten Orten ^bgefondert wird» fondern 
onregelmäf&ig ablagert, ^ 

Findet fie an kleinen Gefä£$en ftatt, fo fcha* 
fie. den Lebensverrichtungen wenig; das Blut 
i demungeachtet, durch die wirkende Kraft 
Serzeps und der gröfsern Arterien, fortgetrie« 
ond im Umlauf erhalten. Aber, wenn ße an 
grölsern Arterieri iht'en Sitz hat iind dabey 
einigermafsen beträchtlich Kt, To hat fie aiiph 
» gröfsere Folgen. So ift z. B, die Verknö- 
ung im Anfange der Aorta nicht feiten eirfa 
pturfache der Erweiterung und Zerreißung d^ 
cejia 77); oder e« entfteheo PulsadergefohwAl« 
lie den traurigften Ausgang l)efürchtea lalT^'Pt 
Am häufigften und für die Gefupdh^üt 9in 
itigften ift die Verknöcheruug in der 
*ta, vorzüglich in ihreip Anfange« Un* 
ich find faft di« Beifpiele 7S), QefQpders fin- 
det 

Söp^merin^ in BatUie, S, 19. Anmer^. 3|. — J- vf 
ieekeren difl". de oftcügeneji pi aeternttuiali. L. R. 1797« 

Baililt a. a. O. 7^) Sömmering «kifelbit. 

f. üben 8. 994. Anmerk. t/ f^. 

£. B. Lancijiux de mo bti co: dis et anetirvtinatihiis, in 
>pp: var. Tom. 11. pag, 350, — DcrJ'dbe vuii d^n vei Ich. 
iGtztiehen Todecarten, überf. Ton Fß/i^er. Tb. II. S. 



454 '"' ^^^ ^'^ BbugäfäJUm^ 

det man diefe Verkoöclierungen «a AnKmi 
fer PüNa'ler. Morgagni 79) fand fie aber 
m^iocbmal oberhalb gefundj und nur in 
Tortgange ^ je weiter fia fich Tom üerz en: 
Icaochicht. 

Die Verknöcherungeo betreffen auch g< 
lieh nur einzelae , l^eiue SteUeii und leltei 

123. — » Blaneardi anatom. pract. rat. Cent. I. 
par;. 97. — 7'A. BarthoLlnus l c C«nt. l. Hift. 5c 
pa2. ?7. — ^ciiftt'ti tract. de Trichiaf. admi. p. 
VieujTcns trrtite für la ftructure da coeur. paj 
$enac traitc de U ftnict. du coeur. Tom. II. 
*— yater di(T. Ae ofteogenia natiirali et nraete 
Prooem. in Hn'!cri difp, anatom. VoL VI. paf 
€ittsd. m'ifeiim aiiutoin. nropr. Helmft. 1750, pi 
jWifcell. iSat. Onr. Dcc I. An. IX. X. obf. ;i. 10: 
An. i. Obf. 90. Dec. III. An. III. Append. pag. 
IV. o.br 5g. An. IX. X. obf. 171. Epliein.Nat.C 
VI. übf. 51. Cent. X. App. paf. 44s. Act. Nat. ' 
|II. Obf. 91. — Com merc. litter, Noric. 1731. 
•-^ Hiftoir. de Tacidem. Sci^nc. de Par, 1701. ]>i 
Morgagni de canfT.et fedib. morbor. Ep. IV. 20. 
Ep.XVlI. 17. Kp.lXVllI. 1%. 50. Ep. XlX. 49. E 
Ep. XXVI, x^. 37. Ep. XL. a4. Ep. XLIX. ig. E 
Ep. LXIV. ij. u. a. m. O. — Buchwald difT. ob 
ÄjijTa. HsFn. 1740. — Gttattani 1. c. — B/xi// 
•nat. in Saudi fort Thef. anat. Vol. III. n. 15. — 
o^bf. anat. rtir. Fafc. I. praeUt. pag. X. oot. dd. — £ 
Jferv. medic. 45 -^ M eck ef in Memoir. de Tacad. 
h Berl. 1754. Collect. Acad. Part, etraag. Tom. IX. ' 
foh/ proj;r. de ofiificdtionn Vdfnrum praeternatii 
1774 U' ^^'-. neuen An&zi\';en. B. VIII, pag. 10;. • 
/br( obf. anat. p atti. Lib. I. Cdp. II. pag. 54. Llb. V 
pap. 4}. Lib» IV.. cip. VI. pug. 55 et 59. — fj 
*jiat. Vnl. 1. S<n.r. V. n. LXKVIII. pag. 273. — 
diff. de fame Irtb^.Ü a oallofd oris ventiicuU d 
Sty. in 0} iifov fied. Francof. 17^6. Tona. I. pag 
^ohren/icim*s Wiener. Heyrrage. R. II, S. 213. • 
Heiliingaineth<>de, iib'»if. von fahri, D. 1. S. 2^5 
Iräge z:ir ArziiAvkmide, von Fr. CÄr. Sch&id^mafi 
1797. Th 1. — Wolters anat. Mnf B. I.S. 143. i 
S. 149. n. 29g. 299. S. x^o. n. 300. 301. 302. 
letta in W^igei*s ital. medic chirurg. BibL B, 
S. 120. 

fj) Ep. XXIV. I«. Ep. XLIV. 21. Ep. LVH. 10. E 
**- Verel. Harre^^Exercit. «Ut de «UOuL iinguiu 
Tom. I. paj, X^i fij. 



<fas ganze Rohr einer Arterfe, welche mehr 
ine Linie im Darchmeffer hält, ring^vm vep- 
irhert, fondern gemeinigHch nur ftellenweife 80). 
r man findet auqh^ im Oegentheil ganze Stre- 
i theils ganz verknöchert, theils mit aerftreu- 
kiiochenfchuppen t>edeckt. So fand Baader ^0 
Be^ggi *^) die Aorta auf ihrer Innern Fläche, 
:li von ihrem Anfang an, bis zu den Karotis 
uud herab bis zu den Hüftpulsadern kno- 
[lt. Man findet auch mehrere Pulsadern m 
Ti Körper zugleich verknöchert. So fand Mi- 
lis ^^) alle fühlbaren äu£$ereo Schlagadern; und 
iwald^) alle Schlagadern, die Im Gehirn 
3nommen, bey einem Greife verknöchert, 
S^ fand bey einem Mann von hundert uud 
sig Jahren, die ganze Aorta im Unt^rleibe» 
: den .Hüftpulsadern knochichl« Morgagni 8«) 
a der Aorta von ihrem Anfang an, in ihre^i 
en Stamme fort, in den Beckenpulsadern , iu 
Schenkel- Kniekehlen- Schlaf -^ ^nd Saamen« 
ricn viele Knochenfchuppen. Snoll ^) faqcj 
Larotiden gänzlich verknöchert, {b,dafs immer 
Uiöcherner und ein gefunder Zweig abwech- 
l auch war in dem{elben Subjekt die Lun* 

gen. 

YS9tmmering au Bailit S. 19. An merk. 9I« 

lObf. med. 44. Sandifort Xl^efanr^ anatom^ cUlTert. Vgl. 

IL pag. 55. — Ueutfludl, c, Lib. IL Sect.V, obf.772U, 

Fem. 11. i>dg 245. ci.C(^U€^ inStikcfika^^l* med. Lib^U« 

bf. CCXXXl. p4ff. 456. 

in Pacchioni opp, paff. 2t(>.. 

in Richtet's cliiriirg. Blbh B, VI. S. l6p. 

Balth. y. de Buchiualci Obrei:yu.tiü^iuin r^nadfi^fO. Hafflv 

f40c OUf; UI. in Hff//trr/ Collect, differt. ad mi«»< Vorum 

tttoriam et cnratiouem facient. locn. VI. pa^^ 777, 

^hiXoL Jraiisact. 1706. u. 306. pas. 2241. 

fipift. LXVIl. 14. 

H«Uun^siactlii)«le. 9, I« 8, 219. , 



454 '''* ^^'^ '^^ Blufg^fletu 

det man dlefe Verkaöcberungen aa Aoßlnge #fie« 
fer Pülsa^ier. Morgagni 79) fand fie aber auch 
maocbinal oberhalb gefundj and nur in ihrem 
Tort^ange^ }q weiter fia fich vom lierz •olfernte^ 
Icuocbicht. 

Die Verknxicherungen betreffen auch gevröbn« 
lieh nur einzelue , kleine SteUen und feiten findet 

man 

223. —7 Slaneardi anatom. pract. rat. Cent. I. o^f. XLl. 

paf^. 97.. — Th. BarthoLlnus 1 c. Cent. l. Hift. 50. Tom. L 
pas:. 77. — Scu/ttrti tract. de Triehiaf. admi. pag. 83. — 
yieu/Xens traitu für la itructure da coeur. pap. 109. -^ 
Scnac traitc de la ftrnct. du coeur. Tom. 11. pai}. 4))« 
*— yatef- dilT. 4e ofteogenia natiirali et nraeternattiralü 
Pfooem. in Ha'fcri difp, anat43m. VoL VI. paf^. 017, — 
. titisd. m'ifetim dDatom. nropr. Helmft. 1750« pag. 93. — 
* iWifcell. iNat. Uur. Dcc. 1. An. IX. X. obf.;!. loa. DtcIU 
An. i. Obf. 90. Dec III. An. III. Append. pag. 16I. Ah. 
IV. o.br 58, An. IX. X. obf. 171. Ephem. Nat, Ciir^ Gonl« 
VI. Obf. 51. Cent. X. A|»p. pap. 44a. Act. Nat. Cur. VoU 
|II. Obf. 31. — Co mmerc. litter, Noric. 173t. pa|(.'l)l» 
•^ Hiftoir. de Tacadem. Scienc. de Par. 1701. pag. J^. — 
Morgagni de canfT.et fedib. morbor. En. IV. 30. Ep.VlLfL 
Ep. XVII. 17. Ep.|XVllI. St. 30. Ep. X\\. 49. Ep.XXI/i. 
Ep. XXVU 15. 97. E,>. XL. 24. Ep. XLIX. 1«. Ep. LXj4 
Ep. LX)V. ij. u. a. m. O. — Buchwald diff. obferv. aat« 
4ji^a. H.nFn. 1740. — Guaitani 1. c. — Biumi obftr^ 
«nat. in Sandifnrt Thef. anat. Vol. III. n. 15. — Bochmtr 
obf. anat. i'ar. Fafc. I. praeUt. pag. X. not. dd. '— Baa^rob« 
ferv. medic. 45 — M ecke! in Meinoir. de Tacad. detSieaCi 
^ Bei 1. 1754. Collect. Acad. Part, erranj^. Tom. IX. pa«, 14^— 
Tohl proj:r. de nfiificationfi vaXnrnni praeteriiaturali. LipC 
1774 y W^iz neuen AiisziljTfn. B. VIII, pag. loj. — Sandi- 
/ort, obf. anat. p.ith. Lib. l. r^p. II. pag. 54. Lib. III. eap. IL 
jMg. 4J. Lib. IV .. c;ip. VI. pug. 55 ot 59. — tiiud. W. 
4Miat. Vol. 1. Srcr. V. n. LXxVlII. pa-. 273. — TriZ/cr 
dilT. de Famo Ic th;tU a o^llofa oris ventiicuU angaftii f. j 
57. iu ÜjMifo. ined. Francot. \-jC6. Tons. I. pag, 14 fq."" 
^ohrtmh<;itns Wiener. RcvrrJpe. R. II, S. 21a. — Stoltt : 
Heilnnp,yi:ietli(»de, iib'^if. von Vahri, D. I. S. 2)9. — Bei» \ 
Iragft z;»r Arznev^innde, von Fr. Chr. Sch^idfiu^nl^, LtifL . 
1797. Th 1. — iVahtirs anat. Mnf R.I.S. 143. u.l|7,3it. 
S. 149. n. 29g. 299. S. 150. n. 300. 501. 303. — fr 
/e/'^a in fVcr'ge/'s Ital. medio. chirurg. Bibl. ß. IV. S1.I. 
S. 120. 

f9) Ep. XXIV. 16. Ep. XLIV. 21. Ep. LVII. 10. Ep^ULl». 
— Verel. Hä ra cy Exei ci^. ^. de wcul. laaguinu ia Opp- 
Tom. I. pag, 1^1 I(|, 



B. Di^ Fiiisaikrn. ^Si 

Hin cfüs ganze Rohr einer Arterie, welche mehr 
Is eioe Linie im Dorchmeffer liäit, riBg.9vm Ter- 
möchert, fonHern getneliiiglich nur ft&UenwelfeS^). 
kber man. findet auch- im Gegentheil ganze Stre- 
:ken theils ganz verknöchert, theils mit aerftreu* 
en Knochenfchuppen bedeckt. So fand Baader ^0 
md Bsggi ^) die Aorta auf ihrer Innern Fläche, 
gleich von ihrem Anfang an, bis zu den K&i'oth» 
len und herab bis zu den Haftpulsadern kno* 
lücbt. Man findet auch mehrere Pulsadern in 
inem Körper zugleich verknöchert. So htid Mi" 
^haalis '') alle füiübaren äu&eren Schlagadern; und 
luchwald^) alle Schlagadern, die im Gehirn 
DSgenommen, bcy einem Greife verknö^chert« 
leil ^^ fand bey einem Mann von hundert uod 
Ircifsig Jahren, die ganze Aorta im Unterleibe, 
lebft den..£(üftpulsadern knochichl« Morgagni s^) 
ih in der Aorta von ihrem Anfang an , in iUreiii 
anzen Stamme fort, in den Beckenpukadern , ia 
en Schenkel- Kniekehlen^ Schlaf-^ imd Saamen- 
rterien viele Knochenfchuppen. Stall ^) fanct 
ielLarotiden gänzlich verkn6cbert,{b,dafs immer 
(d knöcherner und ein gefunder Zweig abwech- 
die; auch war in demlelben Subjekt die Lun» 

gen- 

fo") Sbwmering su Bailie S. i% Annterk. )t« 

f l) Obf. med. 44. Saudi fort Xli«r«"r. anatoin^ difleit. Vgl. 
fn. p»g. 5S. — Licittnudi, c. Lib.Il. Sf?tLV. ok>f.772U 
Tom. 11. jj«*4 245. ai.Ct^uet ii\S(;kcukti \M, med. Lib^U, 
obf. CCXXXl. p4ff. 436. 

99) in Pacchioni opp. paa. ai6. 

f |> in Richtet's cliirm g. iVlbl. C. VT, S. iCo. 

%^)^Balih. y. de Buchiua/ii Übl'e?;v4tio^iuin (inadriiT.o, Hjfn^ 
1740< 0\4: in. in Hnff^ri CoUpvt. di>Tert. ad ir«»' borum 
bUteriaiu en cnratimitm Ucient. 'l<»tn. VI. pa^, 7^7, 

15) IfhüttL TidJisaci. 1706. u. 306. ]ia:. 334I. 

t6) Epilt. LXVII. 14. 

17) H«iiuii^suictho4t. 9, I« S, aiQ. 



458;^ ni Von dem Blutg^ßmm. 

Die Er Weiterungen cVer Pulfadem kön* 
nen entweder natürlich, ohne Schaden, feyn, indem 
m^n nämlich zuweilen hier und da einen Aft wei* 
ter antrifft» als gewöhnlich *); oderfie find krank« 
haft.. ; Dze^ find die berüchtigten aneurysma* 
ta 7). Die Grundlage dazu fcheint manchmal ei» 
se aUgtt^ncin kränkliche Befchaffenbeit und Pra*- 
dispofition. der Pulsaderhäute zu feyn; denn man 
findet, dafs folche Oefchwülfte oftmals ganz von 
freien Stücken , ohne alle Gelegenheitsurfacben 
eptftehen, dafs oft mehrere Stellen der Arterien 
Sn einem Subjekt zugleich aneurismatifch find 

(wo» 

Lib. II« Obf 3911. *^ Chr.'Lanfin inif«elL etir. me^iaa« 
XäpF l6tf€. pag. §4. — Ci&om«/ in Pliilof. Traii?act.n.)I^ 

— MifcelL rvtt. Cur, I>ec, III. An. I. Anpend. pajj. I0|, 
Epbem. Nat. Cur. Cent. I« «rbf. 3. Cent.X. Append. M. 
44a..-:- Schurigii Litbologt«. Üiesd, 1744. paa. 199 lii 

— IValtcr übl, anat pag, 44. ^- Büttner a. #. O. S.SI%. 

4:1 z. B. Morgagni Ep, XXVIl.f «$. XXXVIIl. f. la XLIV. 
3. LXIV. 5. 13. £p« LXX« 5, IQ. — Kon Hota'« Ueilani^ 
meth. B. 111. Th. VlI. Kap. U. S. ags. 

7*) Guattarii de anfiirysmatibns exteri)i&.Romae l772.i»berC 
iii der Samml. cliirurg, Beqjerknngeii aus verfohied.Spra- 
cliefi. Altenb. 1777, Th,lV. Irew aneurysmatis fpiirii bir 
ftf^ria. Noiimb'. 1769» — Atatani de auenrysmacicis prae* 
cojdioriiin mnrbbi. Frtncof. 1766. Lanci/ius de inf>t.coid, 
et azieuryfniatibusi welche Laiuh zulammen nucer dem 
Titel: Scriptor. lat de «neui vstnat. Arg. 1,715. hera»i5«e- 

fpbcD hat. — VonHaensHeilmv^smetho^c. U.U. Tb. IV, 
;ap. II, S 10. B III. Tb. VII. Kap. II. S.a6l. — Ruxfch 
oblerv. anatum. cbir. pag, 97. — Memoir. de TaMcL de 
Scipric a Paris 1724« — Haileri opp. minoia. T«»qj. lll. 
Tab. IX, paj:. %o\. -^ Will Hunitr Medio, obrerv. ani 
Incpür. Lc.iid Vol. 1. Tab. 4. 5. dentich : Lf^nz. 1714. 
B. I, S \ und 141. — Wa'tcr \\w les Maladics du c^enr 
i» de» Mernuir. de ]*acad. de Swieuc. A KerL \7%%, — • J. 
y, Ptcuk's SaniDil. von Benbacbtnngeu i^ber Ge^euft^Viide 
der WifudarzneywiflcDftbait. Wien 1775. ^»IS^« •»- T^ 
tiefi^j neue Kemerinnf^en. Tb. I und II. — Richter*! Aar 
fang gründe der Wundarzne^kuiifc. B^ I. Kap. XIX. S. 
319. — y. Kr, fVitt^ de an^MJvimate ejn<qne cnrationa 
cbi' iirp,ica. Kiel ir87^ ^ ^^^^ BclVt i^ei'gliedermi^eii dM 
\ wfuTchl Körpers, h. J^ S« IJS ^S* 



rovon tins Morgagni 8), S^a//9) und Mpnrß}^\ 
eifpiele liefern) ; Michae4is ") fab einen Mann» 
9r von (einer fr(\heften Jugend an, neun.'wahra 
alsadergefchwüUte am linken Arme hatte; £• 
ihmen beinahe gar nicht zu, und waren .wahr-^ 
heinlich Fehier der erften Bildung. Und dafii 
ie Haute der Arterien folpker Perfonen, w^cba 
Jt dergleichen OpfchwOlften behaftet w^en , an 
errchiedeneuOrten, oft durchauSsautserprd^ntlich 
larbe und. «crreirslicb gefu^ide^ wurdeni.faKRich- 
\r "), Oft begOnftigt die Lag^ der Arterie felbft 
ie Eotftebung eines Aneurisinai a. B. der Bogead^t 
.orta (wovon ich -gleich nachher roehrCagen wer« 
5); denn wir finden di&Aneurismen am gewQhu- 
cbften in den Krümiiiungen der Arterien, oder 
a, wo Aefte aus ihnen abgefchickt werden. Oft 
nd innere Urfachcn H) und fpecifikes Krankheits* 
ift Urfach, z. B. rheumatifche Schärfe H), vene* 
ifches Oift '^). Nicht minder oft legen äufstee 
^rfachen^Quetfchungeui Fälle^Erfchütterungen und 
ergleichen den Grund zu Pulsadergefchwfllften ; 
emeiniglich betrifft es dann die Arterien der Su« 

fsern 

•) L 1. Epift. III. s. Ep. XXVI. f. •«. En. L. ^ — Vergiß 
von HaetVt Heilungsnieth. B. 11. a. a. O. f. 7. 

5) Heiltin^cmptliode, iibeiTctzt von Fabri, 6. I. S, 210. 

to) Monro eCfavt and obrervatioii» phyücian.^ and literary 
of Edingbiirj»!i. Vol. III, — S'dmmcring zu Bail/ie, S. l6. 
Aiimeikiiiif!; 31. 

jl) in Loder's Journal. B.II. S.665. Anmerk. 

13) Richters Anfangsgrund© der Wundarzneyktinft. «. a.O. 
S. J36. j. 519. — Lendn*s Anmeiknnpen Tiber die PuU- 
adergefcbwiiirt und I'oljjou des ScliliigllnrCe*, in Blumen^ 
bach's mcdicin. Bibliotb. B. III. St. III. S. 5f6 fg. 

II) San.'/i/'ort obf. anat. patb« Lib. I. cap. II. p»g. 5). 

14^ Hi^rlier j^cliüi t die Gcrcbichte einer wahren Pulsader- 
gefchwitlft in der Kiiiekclile von Brückner in Loder*s Jonr 
tial fi<r die Cbirnrj.'. H. I. S. US fj;. nnd die iVeikmrfffrh» 
Gvfchichte in delTeu vcrmirchun zncdic. Schritten, äc, iL 
Artik. VI. S. 15 fg. ^ 

15) Quattani I L 



4^4 ^"' ^^'^ «^^^ Bimtge/Ufsen, 

Unter den aufsern Pulsariern ift die Kni^ 
kehle na rterie den Aneurismen am meiften 
unterworfen i^)* 

Aber auch andere innere und äubere Arte«» 
Tien hat man ancurismatifch gefonden» So fand 
der jüngere Sandijhrt die innere HüFtarterie 
aneuriimatifch, bey einem Kranken^ der die hef* 
tigften Lendenfchmer/en) die man für Ifchias ntr* 
Vofa hielt,, gelitten hatfe 5'), So fand M^lacar^ 
ne ^^) Alt Arterien der feften Üirnhant 
Bnipurismatifch bis zurGröfse eines Taubeneis anl» 
gedehnt, und die Arterien des Hü.ckeA* 
m ar ks^ in 2wey andern Fallen bis ?.ur Orfifse ei* 
W £rbfe« Blatte *) erzählt ein fieifpieli Wd bei* 
V dt 

Späventi de freciliehtibribufi eordis majorumqüe TtÜMMui 
ftnorbis interhis. Viennae 1772. '•"■— Stö'rk An. med. I. p«g. 
t4i>. — WUdemann in Hu/d/aPrcTs Jonrnal*. B. lll. 6.)lh 
Eec. des AcCä.^de U Soc. de Sapte de Lyon. pag. 117» -^ 
Schrc^^eY'^s Annaleh der neucfton engl, nnd iratiz.iirk Chir» 
B*- 1. 8. 164. — fP'cikürd's verihiicbte med. Schrift. ä% a» 
Ö» — i. Sandijhrt in I^ov. act. aicad. Natk Cur, Tom. lY» 
pag. 10» — * S^;>?. F. Simnmns in Me(iic.Ooinmunicat.Vo]» 
1. j)ag. 118. — W^r/oii ibid. pa^:. t/t. n^ a^ ttii 

)o) Journal de Medicin(?. Tomi XXIX. pa^. 464» öaaitam 
1. c. — PejichicnoYi in Mcmoiv. de Tacad. de Tmih. 176I. r 
'lf»m. l. — ÄIounfHtry bifLolr. d'nn anenrysme vrai de 
Tavt^ire ]?oplit.«r» (^i:crl li'abord, mais fnivi de U morL 
J»)iuiial de Meiiic. 1757. Jnin. Tom. LXXt. pag. 4;|. — 
brL-ü/ifivr a. a. O. — CatiüdU a. a. O. B.llv S. 6^. — Mof/oti 
fnir nn aner.rysma del poplitft. Rlmini I773. — Sabatier 
de poplltis anenrvsmate. Par^ 1771. — jx)/, Fl^jani voö 
den Pills jdergefcbwinfVen, bpfonders Aer Kniekehle, ani 
deltf^n niiovo metodo de medicare alöiine mülattie fpet* 
tandi alla chi^u^giA. Rom. 1787. pa». 31. liberfetzfc in der 
Vi Ciien Sammlung der anserl. Abliandl. fi1r dieWundartneL 
St. XXIV. S. Uä. — fVa!ters}i\\xL ß. 1. S. 15a 298» i9% 
8.1^1. n.900. 302i -^ C.F./riWtf/fdifT.dc an«iu ysmat« 
pi aefertim de illo arceriae Popliteac. Gtltting 1795» 

)lS Tabulae ahatmilicac. Lng^. igoi. FaFc^ I. Tab. l etil 

%2) EnceFalotomia huova uiiiverraU Torino.t7|a pdl^^ti 
--. Ein gleiches Beifpie! : Joan. Sic. Hollorf Jeafus aueo- 
rysmati.' in capite niicri XI. aniK^ruhi. Ai-gent. l/iai 

*) Saniinhing iur praKt. Aer2M, £^ XX^ S. 56]* 



S. DU Puisaderm. ' 46$ 

eKarotiden zur Seiten des tfirldfchen Sat* 
nePulsadergefchwulft ausgedehnt waren; 
»n war von der Gröfse einer kleinen Kir<» 
5 andere etwas kleiner* BaiUie *) fah 
zwey Beifpiele von Aneürismen derfel- 
»rien, in derfelben Oegead« Collomb^^^ , 
ineurisma von der Gröfse einer Hafelnub' 
sr Zunge« Morgagni )^) fand die Milz- 
5 in einen knochichteii Sack ausgedehnt; 
) fand diefelbe wie eine Fauft ausgedehnt 
borften; dabey war auch ein Theil der 
igenden Aorta, der Nieren- und der 
chlagader aneui^ismatifch» So fand 
lidie Niere närterie >^) aneurismatifch. 
7)fah die Lungen arf^ri e zugleich mit 
:a aneurismatifch. Eben fo fand man auch 

die 
^^ 
jL fflr pr. Aerzto, n. XX. S. 471. i 

i'res med. cbir. pag. 45 1. 

t. in, a. — Beaufjier lal Jounul de MediC. To«. 
l. pag. 157. 

'Send obfei vacio de'difrupta fplenira arteria; in 
Jae. Romer deoas diilci utioiiuiu lAedicarom itali« 
I. iSorimb. 17^7. pjrg. 147. — ült .Atti cic . Aojid« 
Sc.enze di Siena. Tom. 11. pag. 195. — -> deutl'cb: in 
aminl, anserkC Abiiandl. für prakt.Aerzte. B.XVIi« 

cm. N^t. Cur. CenL IX. obf. 59. — Sm/. Conft. Ti-^ 
rogi . de vitiis rentim. Cu;nment. II et lil. Aiieuryi** 
arteriae renalis üiiifti uu exemplum. Viremb. I75S« 
ervat. medic. iiiciilojiibus cadaveium- aiiatomicis il* 
ue.irrib. 1765. — ' it: A n e u ry sm a der L un« 
ir te 1 ia faiid auch Blancarjd bey einer w^alferfiicli- 
irau; f. dellen anat. pract. ration. Ceut. II. Obf» 
V. pag- 3S6. — Vergl. jaucJi MUceii. X^at. Cur. De«. 
I. Vi. obf. ao7. — Matani de aneury&misticLi pfaa- 
oruin morbis,pag. 145. — i^o/<«n>>ep -icr. ai;at.l^ib. 
:ct.A'. Obf. 4. Übf.27. — Bach inKichtcr 4 chntirg 
B. Vlii. S. 49)(. TLiicitfchmidt in ScJuauiskers verm 
fu B.'iL S. 241. fall cia« D i f p a u e djlicr encTcahca 
paihoi,Anat.B,l, Og 



466 UJ* ' V^n den Blütgeföfiem. 

die» SaaiTiBTipulsadern 3^)» die Halsart 
rien '^j, die S clil i) f felbcinspulsader ♦ 
iKe Armarterie *•*)> ^^^ A r t e ri e n d e r A c h f c 
höhle 42) und der Schenkel 45;. 

Noch einiges nitfs ich hier ven der Ao 
tengefchwulfty als der merkwördigften lu 
bäurigften Pulsadergefchwulft, erwähnen. Die G 
fchwulft entfteht von vorgängiger Kräoklichki 
derHänIe, die deslialb dem Andränge des Bin 
nicht gehörig wlderftehen konnten. Sie nimt 

041 

^1) Journal de Äledic. 1760. Tom. Xlll. ptp. ;s^. dentfc 
in der neuen Samml. auseiUf. Wahmehm. B. IV. S. 9i 

a«) Morgmgnl Kp. XVll. 25. — Halieri upufcnl. path. d 
IV. pap. 15. *— Comment. de rcbiw in feien t. natnr. > 
med. geft. Lipf. TVkm. XV. p-dg 427. — Journal de Mm 
Tom. XXV. pag. 151. — Med. Ubleiv. and Inqnir.V« 
VI. — Acrfff a a O. R. I. S. 255. — Galc in Hifonr.i 
Tacad. deScienc. a Par. 1765. 

40) Morgagni I-p. XVII. 35. Kp. XXVI. tl. ^- Memou'. i 
Tacad, de Scienc. ü Par. 1699. wo eine Difpiioe .davo 

entftanden war. Joinndl d^ Mcdic, Tom. XIV. 55.- 

]S«ne Samml. auserlef. Wahrnehmungen. li. IV. S. 435.- 
Commentar. I.inliei»r. Tom. XV. pag. 427. Tom, XXUl 
pag. 2S7' ' — J'ii'i Si.u-ien Commtvt. iii Doerha€tvii Apha- 
lisni. Tom. 1. \)n^^ a:S. 

41) Sandifort Muf. An^r. Vol. l.+ßect. IV. n. DXLVI. pi|E 
j2^. — Jt)r.nMl ti« r a«. flüiid. metlic. L.i:eratnr. B. I. Ä 
II. S. 129. — Z/r/Zc// *liir. iJf.'obarht. Ü. I. 

. -42) Baader Übf. mt rl. »a.T. 15. — L'eo^clunng übfr eiol 
AchfelfcMiKTailt') -<i;^>i'W«'»it vi.d darauf t rlol^teii Bruch 
/.weii'i- w.iliifn hij i-fi» , in: x-eie i^amail. der au>eiir^ 
lind iieneftrn .Xbi.ai.ai. Inr V-rüd..! zte. St. VII. — HU 
d«» ia Hoc. (lo NJ:'d. 177*^. »». >'Vl. 
49' Comment. L'\]A\ Tniu XXU!. 39"'rr4<<». — Journal ^ 
iWed. Tom. XVil. pap. 262. — PMiofoph. Tran<act.Tom'L 
pii{;.;6}. — Loiiu«'ii.iii('uic. (JbiV- V. Tom. ill. pag. 106.- 
A f\ Waftir kW. /.juM.rNMridte, i.ijii. ircg. — Lieittatitihik 
aiiai.incd. To 1. I..t. ['„z^b.'^ :(>,-' /fd-^jurrttj- aniuiad\cil 
in iV'm(»ri.5 anonr\>iJijtj. 1}.!^!. 17X5. »•«id in der Satn^ 
Voll I^zftli. — Alcf'c/d et hri.ckmann de aneurysmate «* 
rffiae truralis in ivjrLilaj:-»ein ••* « -^ uii:tat.liieir. 176J.— 
G:./;/r</»M. C. — :.!ich:^eiis in \.oA^rr> c-hir. lUbl. B.VL 
S. 146. — fa(ctia {\\i\ilLn uaiXh ei^ei'j^ ital. med. cbtrur^ 
Bibl. B. II. ^t. i. S. 241. 



. 5. Dtt Fahndern.^ 46f ■ 

i natli zw, bis fie zuletzt gegcli'dieAippen^ 
f» Wirbelheine flöfst ii;id Öfters zwifchen 
pen als eine klopfende GcfchwuJft ficht- 
fOhlbar wird. Durch ihren Druck gegen 
)en und Wirbelbeine \neranlafst fie deren 
mg ♦♦), oder vieln^ehr deren Auffangung^ 
: nicht von einfcr Eitererzeßgung begleitet^ 
ein Procefsift, wrclcherun merklich eiBtritt^ 
1er Dvuck zunimmt. Ihre Gröfse niäimt 
mehr und mehr zu; Sömmerlhg^^^ fah 
gemont ein Aneurisma der Aorta, waches 
)Ii lang tmd zehn Zoll weit war^ Morgag^- 
ih eins, welches beinahe die ganze Höhl6 
terleibs einnahm; ih liem tob W&ikard 
rtcn Falle drang ein ThÄl der Gefcbwulft 
n def dritten und vierten Rippenach auf*. 
1 war fehr deutlich zu bemerken; in dem 
che/i Falle drang die Gefchw^ulft nach auf«^ 
bildete zwifchen der fiebetiten ttnd zwöM^ 
pc einen Sack. Ift ntin die Spannong «uf 
rhften Grad geftiegen, fo fterben die Hifnte 
miafsen ab, zerreifsen-, das Blut erglefst 
Ä der Kranke fthrbt plötzlich. Das Blut 
ntweder in den Herzbeutel ♦T)» «der in diÄ 
der Brüft*^ oder des Unterleibs ♦^J; man 
Gg 2, fah 

lie oben Abfchn. Ih B. F. S. ^26. Anmerkinip 5^, "-^ 
i an andern Knochen finttet man 4ies Ereignifs bey 
nysm^n, z. B. am Ohtrichetikeiheiitt i fValier's nakVi 
S. 131. V». 5Ä2. 

B,ti//te S. 15. Anmcrkoni: 50. 
. XL. 2Ä. 

rsai ;u l'p. XVII. 14. Ep. XXVI. 5. 7. 15. 17. i% 2r. 
i.Ul.>. V. d. in. O. 

jy-eniiiil Ep. XXVI. lt. 14. Kp. XI.., 39. — Woif'ih 
. Acr. P<?»K<)poliun. ri)ni. V, 17$«;. 
./zcfi* Sepiiln . Andt. Uli. III. Sevt. XXIil. Obf. 15.4a 
^Jorga^ni^i'j^. X1-. 36. ^ 



468 UL Von den Blutge/Sfien. 

£afa fieauchhöher^in den Schlund brechen und 
Blut in den Magen ergiefren ^®). In einfgen ' 
denen Fällen, die, wie ich fchon vorher erwfi 
habe, zwifchen den Rippen durchdringen und 
ne Gefc^wuKt nach aufsen bilden, kann ficfa 
Aneurisma, durch Unvorfiohtigkeit des Ar: 
oder des Kranken^ auch nach aufsen ergieCi 
Morgagni S*) erzählt ein folches Belfpiel , wo 
Wundarzt ein, am obern Theile des Brnftbi 
hervorgedrungenes Aneurisma fQr einen Blutfcfa 
reti hielt und mit erweichenden Mitteln bell 
delte, wodurch er es endlich dahinbrachte, < 
die änfsern Bedeckungen fo' dann wurden, dafs 
Blut durcfazufchwitzen anfing und endlich mit 
nem male hervorbrach und dem Kranken pU 
lieh das Lehen raobte* Einen fehr merkwill 
gen Fall erzählt iiTir/icA ^2):ein Mann bemer 
an der rechten Seite der Bruft eine kleine pnlfir 
de Gefchwuift, die allmählig dieGröfse eines d 
jfihrigen Kinderkopfs erreichte. Die Haut 
derfelben war abgeftorben, brandig, und aus 
rer Oberfläche fchwitzte heftändig ein blutiges 
rum. Er ftarb an Entkräftung, ohne dafs • 
Pulsaderfack zerrifs, Bey der Sektion fand ra 
dafs der wahre SchJagatferfjck von der verdick 
Aorta zu einer folcben Grüfse ausgedehnt w 
dafs er ein Pfund Blut eiithieit* In der Mitte c 
felbeu fa*nd man eine Zoll lange Oefruung, doi 
welche das Blut in einen andern Sack geftrö 

VI 

50") Sauva/f4Ls Nf'lol. Ä'ethod. Tom. II. pap. 39g. — - ^, 
meriti^ zn Buiflie S. 17 AnnuMknii^ ;j. 

51) Ip.XXVI.p. — S. antli ik'ftfif/rr in Ir^cm. NaL T 
Dijc. in. An. V. Obf. 179. — Lt^ntHius M'ifceU. xS-L C 
fx?ijt. I. Obf. vö. -— Act. PM.d. r.ipl. Sni»pL To«. 
obf. 9. — Siimnit*ring zn Bni/.ie Aiiin(*rki.nij 39, 

53) chimig. aut R#!ifen gemacliw ßcobachtuiigen. B. I. 



Rj Die Ptilsadertt» ^6^ 

war, der fchr ftark, von einer ko;igulirten Lym- 
phe gebildet war und aus einem Gewebe beftand» 
welches ringförmigen FJcifchfafern glich. Er 
enthielt ohogefähr fOnf Pfand Blut » nahm fornea 
Anfang unter dem Aortenbogen, ging bis zumHer- 
- zt felbft und hing fich feit- und hiaterwärts von 
der erften Kippe an bis zu dem untern Rande der 
achten, vorn an das Bruftbein und unten an die 
Rippen. Die dritte, vierte und fünfte Rippe wa« 
# reo beinahe vier Zoll lang vernichtet. 

Bisweilen fickert das Blut durch die au<'q;edebn- 
tBO HSute fehr langfam aus, und der Kranke finkt 
iUtnShlig dahin )';. Vielleicht lag hierinnen wohl 
kiofig la jenen Fällen, wo man viel ergoffenes Blut 
i» Herzbeutel fand» ohne einen Rifs in der Aorta 
^ oder dem Herz entdcckf n zu können, der Grund 
f%a der Anhäufung des Bluts 54). 

'Gewöhnlich giebt fich die Aortcngefchwulft 
'^ dnpch deutliche Symptome zu erkennen: lüurch 
^ grofse Beangftigung und fchwercs Athmeu 5S), jn- 
. termiltirenden Puls, ungewöhnliches, ftarkes, be* 
Iblndiges Klopfen, trocknen, fch merzhaften Hü- 
ften, Unruh und gröfsereAngft beim Liegen u f.w^ 
Doch findet man auch Fälle« wo man ein &ncuris> 
ma Aortae antraf, ohne vorher Symptome udd 
, Zeichen zu haben, welche ein folclies hätten ver- 
BiatheD laffen können. Z. K. ein Mann z^cifchen 
dreibig und vierzig Jahren, hatte manchmal kleine 
Anfillfe von Beängftigungen, geringen Hüften, \yel- 
eher ihn nicht erleichterte ; keinen intern.it iien- 

dea 

51) Baillie S, IJ, 
50 flehe i>"ien Abfcbn. Vlll. D. 
, 55) Böttcher ^vpimifchte iii#».l»c. Schrfft^n. Konigr^b 1791. 
3t. l. n. %.') gt^deukt finer A«»rte .efclwMU't «»i ne Jiefe 
Fehler. SUmmrrinß /n HaiUie S. 15. Anmerkung; yO, 



47 Ä W- ^Ofi den BlutgefäfUn^ 

der> Pills, keia Klopfen, kurz, gar keine Symptome 
eines Aneurismn; er ftarb plötzlich, und m^n fand 
eine Aortengefchivulft, welche gcborfren war und 
ihr Blut in den HerzbeuteJ ergofl'en hatte ^^). Im 
Gegentheil glaubte man auch manclimal ganz gc* 
wifs nach dein Tode ein Aneurisma zu fimfen, von 
welchem nrian alle Zeichen behierkte, und fand fich 
doch getäufcht ^7), ] 

Noch mufs ich ein Paar Worte von der dth \ 
achten Pulsadergefch wul ft (aneurisma ' 
fpurium) beifügen. Sie entfteht, wenn durch ei« 
ne Verletzung einer Pulsader, z. B. bey einem iid* 
Vorfichtigen Aderlaf«;, Blut in das nahe Zeilgewei^ 
be tritt, und eine Gefchwulft erregt. Man findet 
das Blut entweder auf einer Stelle in einer deol*. 
^lich umgränzten Gefchwulft, oder fich in alle 
Höhlen des nahen Zellgewebes ergoffen, es breitet 
fich längs dem Laufe der grofsen Gefäfse von ei*. 
Bern Ende des Gliedes bis zum andern aus und er« 
regt eine ungleiche länglichte Gefchwulft. Eio« 
dritte Art der unächten Pulsadergefchwulft ift dis 
aneurisma m\ xt um,wenn nämlich die äufsere 
Haut einer Pulsader verletzt wird, und die innert) 
zu fchwach dem andrängenden Blute zu widerfte- 
heb, eine Gefcliwulfl bildet ^5). 

Das Gegenftück der vorigen Krankheit, die 
Verengerung der Pulsadern findet man auch. 

56) IVicilcniafm Jin Hu/c!aiid*s Journal der prakt. Heilkno* 
de. B. m. S 381. t 

57) «zo/i Hrttviiirilnngsm*:tliode. Th. IV. Kap. II. f. 6. B.U. 
's. 27 riid ;2. iii. ix. Kap. I. }. 7. B. IV. S. 199 fg." 

58) r.brno.ffr/hcri Hcilungsinethode. B. U. Th. IV. Kap. H 
' i «. .S. IX fn. Th. V. Kan. VI. S. 529 ^^. B. llt Tb. M 

Kap. IV jf 2. S. 74. Th. VII. Kap. 1. S. 220 li;. — Jrtw 
1. c — Giuttiani l. c. — Murray I. c. — Richter s An- 
lanj;'ffrriiiiift der Winida» zney. B.' I. Kip. X\X. J. 511.5. 
3*9- f« 554« S. 35^. — Ma'fircHiiis diil. de aiieuryÄiruw » 
^f^^^ bi;4^hU itft mittcij^o (an^uine art^iia^. ßojaoiL I75<. 



Ä. Die PHlsadem. '47t 

Morgagni ^9) fand >n einem ziemlich grofsen Kör-i 
per ^ines an der Wafferfuckt ve/ftoi benen McHichs 
Ton drey und dreifsig Jahren , die Aorta kaum ei-» 
nes Fingers ftark und überhaupt alle Blutgeiarsa 
weit engtr. Paris ^^) fand in einer fünfzigjähri- 
gen Frau» die Aorta nahe unter ihrer Kurvatur fo 
enge, dafs kaum eine Schreibfeder durchgehracht 
winden konnte; nahe unter cfer verengerten Stellö 
hatte fioihre gewöhnliche Weite und über derfel* 
ben war fie auch nur mäf«;ig erweitert. Das Blut 
flofs aus den Aeften, die über der Verengerung 
eDtftanden, nämlich den erweiterten art.. fu!)clav. 
«od der erweiterten art. axillaris, durch häufige* 
Aoaftomofcn in die unterhalb derfelben beBndli^ 
chen Aefte> nämlich die art. intercoft. diaphrag«^ 
mat. infer. uiid epigaftrica« Ift dos Herz aneuris- 
natifch, fo find die aus ihm entfprjngenden Puls\ 
aderftamme allemal verengert ^*). Uebrigens find 
Verengerungen der Pulsadern an kurzen Stellen 
nichts feltnes ^2). 

Auch werl^en die Verengerungen der 
Arterien oft durch Verdickung ihrer Häu<« 
te» durch Erhöhungen und Anfänge deD 
Ve«rkuöcherungen und durch Spcrkge- 
ffliwülfte, V er ur facht.. iV/ü/g./i/.'i ^>) faiid 
b*y einem Mann von vier und ferh/ig Jjlircn, der 
Titlcrley Hafchwerden gehabt hatti', ein, 2war gc- 

fun- 

5f) Ep. XXX. 11. 

<0> JoiuiiAi de Chirur.7. Tom» II, n. 17. — Deßanit's a«s- 

erlcf. cIniiDi;. Walirneliiu iiii»en. Aus dem han/-. Fraiikf. 

1792. ß. II. S. 120. — VOfjl. J/ccAjr/ jn>lpr:irii. tle Tacad. 

de« 3cie;.c. de BeiL 1.-50. a: t. V. 1755. obf. 17. 
4l) iicjifi oben S. 4C2. Annie knKC 60 If. 
<a> 7.. H. Morgagni l.p. Wiri. 2. Ln. XXI. ?^. Ep. XXIll. 

4. El). .XX. 12. Lp. XXXVIll. 54. I i^.XLV.a). Kp. LIV. 
'""■ J. 



4. fcl). . \\. 12. li-U. AAAVilL 54. l !^. 

97. Ef>. \.\\ 10. En.LVI. 10. Kn. I.XVl 
J) Ep.Lxiv'. 5. — VtM«L.:jchKj).IV»ii 



ii) Ep.LxiV.5. — VtMi;L.:jchKp.IV*ii. Jbp. XXVII. 90. 



471 tlL Vom den BltUgttfafieiu 

fandet I aber in allen feinen Theilen erweitertes 
Herz, die Aorta dicker» härter, weifser und gleich 
hinter den Klappen einige Erhöhungen; er bti^ 
merkte diefen Zuftand auch noch in ihrem Fort« 
gange längs der Rückenwirbel. Eben folche Tu* 
berkeln, die bald mehr, bald weniger hervorftio» 
den, fah auch Sandlfort ^**). Mdnro ^^) fcind die 
grofse Arterie von einer groben Speclcgefcbwulft 
faft gänzlich verfchloffen. Sienzel ^^) erwahat et- 
iles Mannes, welcher fahr grofs und (tark wart 
i^nd an fchwerem Athemholen, Herzklopfen und 
Angft litt, bey welchem man in der Aorta zwey 
Speckgefchwülfte von der Gröfse eines Hfthnereii 
jn dem Bogen , und andere kleinere in der hertb« 
fteigenden Aorta fand« Die Aorta war dabeyts 
ihrem Anfange fo ausgedehnt, dafs man d^% 01« 
gere und ausgetrocknete Herz kaum fehen konoü. 

Hierher gehört auch der Fall, wenn GefchwOl- 
fie in der Nachbarfchaft einer Arterie, Hiefelbe za» 
iammendrllcken, Z.B.Kröpfe die HalsfcUag- 
ädern ^7). 

Die Häute der Arterien fmd der EntiOs- 
düng unterworfen ^'), Morgagni ^9) fand in ei» 

Bem 

44) Obf. anatom. path. Lib. IV. cap. X. pacr. 109 fq: — ' 

eju^d, Mnr. anat. Vol. 1. Sect. II. n. CCXCIII, pag. (^ 

öect. V, n. XI. paiT. 242. 
^S") Med, Effay- and Obf. Vol. II. art. XVI. pag. 137. 
66) de heatrxTiatibiis in principio arteiiae aortae repertif. 

Vitemb, 1723. pag. 8. i" Halleri coli. difp. ad inorb^bift < 

et cur. fac. Tom. II. n. 6^- 
€7) HalUri opufc. pathol. obf. VI. — Nov. Act, Nat. Cur. 

Tom. V. pa^. 64. 
#8) Are:aeuT de cauffjs ht Hgnis morbornm, in folgender 

Sammung: Artis medicae principe». Recens. praefatoi 

eft A/b. de Haller. Lanfann, 1716. Tom. V. de ßgn.moib. 

acjitor. cap. Vill. pap. 57. de moi b. acut, curat, cap. 1 

VII. pap. :i04. — Birck im Joyi nal de Med. Tom, LXl ^ 
i'^H^tllich in Baidinger s neuem Magaziu. ß. Vlll. S.«<»l. 

»— J, Schmuck dill. de vaforum ramguÜeroj un idBamai- 

tioof. , 



B. Die Pulsadern. . 4<;3 

nem plötilich geflorb«nen Mann viele Knochen« 
bJättchen Inder Aorta, und c^efe ganz fchwarz* 
roth. Stall fah bey einem Mann von zwey und 
dreifsig Jahren das Rippenfell, Zwerchfell und 
ne^rere Theile , unter diefen die Aorta nahe am 
Herz in ihrer äufsern Haut entzündet 7^^. 

Schmuck 7>) fand bey einem, an Herzklopfen 
•nd Bruftkrankheit leidenden Jüngling die Aorta, 
Ctchs Zoll vom Herzen, inwendig roth, aufserlich 
v#n natürlicher Farbe. In einer an Augenentzfln« 
dnng geltorbenen Perfon, war die ganze Aorta, 
mit ihren Zweigen im Becken,, die Schenkelarte« 
den, die Hals- und Schlüffelbeinspulsadem ganz* 
foth« Bey e^nem Handwerker, der an einer Ent» 
«ündung und Verfchwärung des Arms ftarb, find 
man die Hauptarterien und Venenftämme des Armf 
eotzflndet. Bey Knochenbrüchen der Hirnfehaale 
Und man dieCarot. interna und externa, thyreoid* 
fup», labial., occipit., pharyngea und die Ven« ju« 
gaU entzündet. Frank 73) fagt:daf$ er, in den hef« 
tigften Entzündungsfiebern, bey einer aufserorw 
deutlich ftarken Bewegung des Herzens und der 
Schlagadern, nicht allein diefe, fondern auch das 
ganze Blutaderfyftero, auf (einer Innern Oberfläche 
überall fehr röth und entzündet, auch mehrmals, 
unter d,en nämlichen Umftünden, ähnliche örtliche 
Entzündungep, vorzüglich der groben Schlagadern, 
gefehen habe. 

Aus 

tione. Heidelb. 1755. — y,G.Sa/T& dilT. de varorom fan- 

fiiiferornm inflammatione, — Hai. 17f7. — Reitf Fid- 
erlchre. B. II. S. 39>. 
49) Ep. XXVI. 55. 

70*) Heilungsmethode. B. II. Th. II. S. 17t. 
71) diir. cit. — Reil a. a. O. S.ajS. 
7s) Ortmdfätze Über die Behandl« der Kiankheiten« B« U 

6. ISO. f. iii. 



Aus diefer Entznndung eDtftehen Hit Oe- 
fcbwttre, welche man häufig. in den Arterien* 
häuten fand. In dem oben fchort erwähnten Fall, 
welchen Scörk"^^) erzählt, fand nian hey der Ver» 
«dterung des Herzens auch die Aorta einen Zoll 
lang vereitert. Th^den 74) fand bey einer verei« 
terten Oberfläche des Heiv.ens auch die grofscn 
BlutgeFäfse gänzlich mit gelbem Eiter umgebexK 
Durch folchc Gefchwüre wird die Arterie durch« 
freffen und fie z er reifst. So finden wir bey 
^an Doveren 75) einen Fall, wo die Aorta apge» 
Ireffen und mit dem Schlünde verwachfen war; 
fie platzte endlich und ergofs ihr Blut in den^Ma* 
gen. CridkfcXxank 7^) erzählt einen Fsll, wo durch 
eine, in Eiterung übergegangene, venerifche Lei* 
ftenbcule die darunter liegende Schlagader zerfret 
fen wurde, und durch ihren Blutergufs den Kran« 
ken todete. Mehrere Beifpiele von angefreffenen 
Arterien ftnden wir bey den Schriftftellern 77). 
Wahrfch^inlich wird das Eiter, welches man ia 
dem entzQndlichtn Gefäfsfieber, in dtn Gefafsea 
felbft angetroffen hat 7S)^ durch die Entzündung 
der Gefäfsc erzeugt 

Noch 

79) /.jin, Mc«3ic. 11. pag. a^3* 

74) ri.renicljt für Unterwundärzte bey Armeen. Bcrl, I7t2* 

S.290. 
^5^ A. J. van Dtiveren €>bi*er\\ anatomico • |vatIioL L. B. 

1789. -•'>f. I. Auch in Sa ndi fort yiw'i, ai at. lom. 1. SecL 

V. n.\ll. IX. Tab.CV. Hg. 1.2. Tab. Cv'l. 1 i>. i.p.24X 
y6) Gefchiclite dei" einfangenden. Getalie, übeiTeuc voa 

Ludwig. 8. II|. 




39. — Acta Medic. licrolinenf. ür-c. 1. Tnm.VUi. 
pap %6y — fVeuhrcchc in Commentar. Acad^m. i'etro- 

i)oUtau. Tom. IV. pag. C69« — Satuil/vrc obf. aiiat«paül' 
^ib. 1. cai). II. pag. 5). 
71) f, Reil «. Ä. O, S^ 3e5* 



B» Die Pulsad^rn^ 4^5 

Noch find hier zwey Fälle aus Morgagni zu 
erwähnen, wo die Aorta durch äufsere, und 
zwar leichte, Ge wal tthatigkeiten mittea 
Ton eins^ndfir geriffen war. Dererfte79) 
betrifft einen Greis, welcher von einem einzigen 
Hiebe n)it einem Stock fogleich tod hinfiel; raaa 
fand die Aorta zerriffenjohne, dafs die Rippen oder 
Wirheibeine verletzt waren. Der zweite Fall 8^) 
betrifft einen jungen iMenfchen, dem durch zwey 
Stockfchlage die Milz, die HoiiJader und die Aorta 
geborften waren. 

Man fand die Häute der Arterien auch brand« 
artig mürbe, dafs fie faft bey der leifeften BerQh* 
mng befchädigt wurden ^). W;ihrfcheinlich war 
cüjfe folcbe Mürbheit die Urfach, dafs in den eben 
erzählten Fällen die Gefäffie fo leicht zerriffen* 

So fand man auch die inwendigen Haut« 
fchlaff, r unzlich und uneben ^^), gelb und 

m isf arbig ^O- 

Aeufserlich fand Morgagni ^^) die grofse 
Pulsader ungleich, nicht anders, als ;weua fie 
hier und da mit B u c k c 1 n befetzt wäre; inwen«^ 
dig war diefer ganze Raum blos runzlich. 

Ebendcrfelbe ^0 f^nd auch Wafferbla^ 
£en an den Arterien, 

Man 
79^ Ep. LH!. 35. 
|0') F>p. 1/1 1. 36. — Vej gl. auch in dcmfelben Briefe J. 8«, 

ww durch eineji Fall di« Aoi t* zcrfpraiir^, ifnd ihr flliit 

in den Kerzbciif^l er^^ols. — Siehe auch Py/V AtiCfü'tztt 

lind Beobachtungen ans der gerichtl. Arziieywülciiroh» 

B. IV. IJchjchtMi:-. 7. uud K. 
II) Morgagni Kp. Li. 35. 
tr) Mnr^o^rti Lp. IV. 21. Lp. XXL 47. EjK XXVL IJ. Ep. 

XXVl.. 12. Lp LX. 8. i p. X^IH. ». 
13) Mor^oi^ni l 1. Li/ift. XVIIL x Vi^ XXIII. 4. Fp. XXV. 

10. tp. Ä.\V1.3ft. fcp.XLlll.23. Lp'.XLJV.^. 3. Lp.LXlV. 

12 ly. Ip. LXVIL 14. «4) M». IV. si, 

15) Ep. vu. M. lip, XXI. l^. E^),^\L^^^7. u. 



476 lU* Von dtn Blütg^fsen. 

Man will aach Polypen in den Arterien ge- 
funden haben *^). Inzvrifchen hat es mit den Po- 
lypen der Arterien eben die Bewandnifs, als mit 
denen des Herzens ^) und man findet wah re Po* 
lypen wohl nur in den gröfsern Mflndungen der 
grofsea Geföfse, wo fie Raum haben ^ oder wohift 
fie fich aus den Höhlen des Herzens haben verbrei- 
ten können. Hierher gehören aber nicht dieFaliey 
wo man durch gai/ze Theile der Arterien verbrei- 
tete Konkremente antraf, z. B. das.Konkremeoti 
welches Morgagni ^^ in der Lungenpulsader vad 
ihren Aeften antraf; oder der Fall, welchen von 
Haen '9) befchrieben hat, wo man bey eine^i 
Mann, welcher dreizehn Jahre hindurch cKe 
Gicht und drey Jahre Kolik gehabt hatte» fa,ftia 
allen Adern einen polypöfen Strick von der Scfr* 
ke einer Linie antraf; oder die Gefchichte, wel« 
che Hfl/Z^r •^) erzäh't, wo man in der, Leiche ei- 
nes, öfterm Nafenbluten und häufigen Beangftigaa- 
gen unterworfenen, und nachmals wafferfQchtig 
geftorbenen Mannes, ein dem vorigen ähnlich^ 
durch alle Pulsadern, vom Herzen an , bis zu den 
Beinen, verbreitetes, zähes Konkrement antraf. 
Haen 9^) f^nd auch bey einem , an einer Brufteot- 

zun* 

%C\ Fpliem. Nat. Cm. Dec. I. An. I. Obf.if. Dec. III. An. 

I. Apneud. pag. 85. Act. Nat. Cur. Vol. X. obf. 95. Nov. 
Act. iSai. Cur. Vol. VII. obf. 97. — Morgarnilip, VII. 

II. £p. XXXVIII. 40. u. m. -— Klautiig iSolocom. cha- 
r^^utis Hift. IV et XXII. «— Fatin epiXc. de aorue poljpo. 
Biix. I7?i. 

t7) S. Abfchn. III. A. S. 407. Anmerkung fO fg. 
SS) Ep. VII. m. a. O. / # 

S9^ Heilnngsmeth. fi. III. Th. VI. Kap. IV. {. ). S. ta 
^} Nov. Comment. Societ. Gotting. Tom. VIU. Ann. 177^» 
pag. 7. Götting. gel. Anzeigen v. J. 1777. S. I194. "" ^ 
Bartholini Act. Hafn. Vol. IV. obf. XXIX. pag. 95.' 
90 HaUungsmeth. B. IV. Tb. IX. Kap« L S. igi.. 



B. Dii Puisaäera* 477 

idung geftorbcncn Menfcben folche fefte, zä- 
Lymphkonkremente im Herz, in der DroC- 
ider« in der Lungenpulsader, in der Aorta und 
verfcfaiedenen fiiutadern. Oewifs find Colcbe 
;enannte,Polypen nur erft nach den) Torle ent- 
Ddene lymphatifche Konkremente, nicht Ur- 
b, fondern Felge des Todes. 

Endlich mufs ich noch einiges von den Wun* 
n der Arterien fagen« Sie find, wenn das 
Sit» nur einigermaafsen weit ift, allemabl ge» 
brlicb, und um fo gefährlicher, je tiefer die 
terie liegt und je fpäter Anftalten zur Blutftil* 
lg gemacht werden. Abfolut tödlich find 
\ Wunden der Arterien , wenn fie fie da treffen» 
66 unmittelbar aus den Höhlen der Bruft und 
I Unterleibs hervorkommen, oder wenigftens 
;ht weit von diefen Stellen, z.B. die SchlüffeL- 
insarterie, die Scbenkelarterie 9^. » Abfolut 
Uich find auch alle Verwundungen innerer Ar- 
ien, und meiftentheils plöt#ich tödlich, wenn 
; Geftfs beträchtlich ift, z. B. die Hoftpulsacfer, 
I Aovta, wodurch ein fchnelierBlutergufs in die 
terleibshöhle entfteht 9)). Eine Frau foU, nach 
rreifsung .der Aorta in der Nähe des Herzens 
hrend der Oeburtsarbeit, noch fünfzehn Tage 
g gelebt haben 94). 



G. Die 

2) £. F. DanieVs Sammlnng medic. Gutachten und Zeng* 

nilTe. Leipz. 1776. S. 64 fg. 
i) Ziitntann medicina forenlis» FrancoF. 17D6. Cent. 111% 

obf. 50. 11. a. m. 
\) Medical Hecords and r^fearche». Lmid. 1791. Vol. L 

I'ai 1. 1. — Oj:mntIer*^ Ann««l«n der £ntbindiin^>an[laU se 

Guttillgen. U4I. Sc. II, 8. 167. 



48o HL Von dtik Blmtgrfhfiti. 

Doppelte innere Droffelblutadei 
fand Columbus ''). 

Bey einer Frau ergoIXen 6ch die Lebe 
blutadern nicht unter, fondern über di 
Zwerchfell in die Hohlader und verurfacbteo < 
durch drey verfchiedene Oeffnungen in di 
Zwerchfelle H). 

Die Pfortader fancf man 6chindieHd 
aderj nahe bey den emulgirend^n Veoen, end^ 
ftatt Ihr Blut in die Subflanz der Leber zo S 
rcn *1^). Huber '^) fand den SUmm der PfortiJ 
durch ein befonderes Loch im Zwerchfell dun 
gehen^und fich in der Bruft milder Hoblader H 
einigen. ^ 

Die Nierenblutadern, fiqd ebenfol 
figen Varietäten unterworfen » ab die Niertqi 
ädern. Sandijorc >7) fah auf jeder Seite u 
Nierenvenen. Mieg '^ fand auf der einen Si 
z w e y Nierenvenen > wovon die eine grölsert 
ihrem gewöhnlichen Orte, die zweite klü 
aber tiefer unten, am hintern Theile der fli 
ader, in zwey Aeften fich in diefelbe ergobiH 
de kamen aber nicht weit davon ans einem SM 
xnt. Bartholin '9) fand die rechte NierenvenedM 

D") de le anat. Lib. XV. pag. 4I7. | 

14) Morgagni Ep. LX. 6. 1 

15) Ahernctty fiirgical and pfayfiolopcal Ellayt. Loti.1 
und in der dentfohtn Üeber fetzung von Brandts, & 

16} obfervMt. anatom. pag. 94. 

17) Obf. anit. patb. Lib. I. cap. V. pag, SO. not.d. 

Tab. IV. Fig. i. — Columbus LI, pag. 4I7. 
IS) obferv. bocaii. anat. et phyiiol. Büf, 177^* pag. A 

Vergl, Trew in Conioiei^. licerar. Norie. I717. Aa. 

pag, IS. — Sandifort obf. auat. pacb. Lib« IV, 01^^^ 

pag. 99. 
19) 1. c. Cejit. I. hift. XXXVllL Tom. L pag- $1. -''<^ 

L c. pag. 4a. 



C. "Die Blutadern. 481 

pelt. Mayer ^^) fah auf der einen Seite *^'rey, 
auf clei' andern vier Nierenblutaflern, Einmal 
fall er die linke ihreii Urfprung aus der Kecken« 
blutader nehmen , weil die linke Niere hinten im 
Becken lag. In einem andern Fall fah auch der« 
felbc die linke Nierenhlutader zwifchen den Wir- 
beln und der Aorta durchgellen, ^/äz/i ^0 bemerkt 
diefen Lauf der linken Nieren vene hinter der Aorta 
weg, als fehr feiten und merkwürdig. Paw 22) 
fand auf der rechten Seite gar keine Nieren* 
bluf ädern. 

Die 'Milzblutader fand Blaßus 2^) dop« 
pelt lind J3/a/iXrar£^ 2^) dreifach. 

Die rechte Saamenblutader fand Bar • 
ihoUn ^0 ^^ ihrem Anfange dreifach , dann iheilta 
fie fich in 2wey Aelte, vereinigte fich aber wiederi 
che fie fich in die Hohlad^r ergofs; die linke 
endigte fich mit zwey Mündungen in die Nieren* 
blutader derfelben Seite. Paiv ^^) fah auf jeder 
Seite zwey Saajnenveneni 

Bey einem vierzigjährigen Mann, welcher 
vorher eine Bauchwafferfucht (wobey vorzüglich 
der Nabel fehr aufgetrieben gewefen) gehabt hatte^ 
aber geheilt worden war, fand Blancard^7^ die 
venam umbilicalem noch offen. 

Die 

Ad) «. a. O. 6. 334. — Ver«l. Paw obf. anat. Wpct.pan. ai, 
Mi) Ann«»t. acad.Lib. VII. cap. H. pap. 94- — Hc/Zcri KUun^ 
rhyi. Tcun. VH. pag. 267. ' — dcikU dilf. de labr. et ulii 
vLfcerTini iiinpoicticorum. pdt'.g. — Blatihert difl« de Ne« 
pliiicidc. pag. II« — Sandijort obf« aiiüt. paCh. Lib. 1« 
can. V. pag. 80. not. f. pag. 81 fq. 

t^) Obfei V, nifd. rar. PArt. IV. obf. Xlll. pag. 56. 

%l) Anat. pruct. rat. Cent. l. Obl'. LXXVI. paj;. l€ö. 

t5) Hifcor. aüjt. Cent. 11. Hilt. LXXVU. Tom. l. pag. |0^, 

a() obf. aiiat. il'lf^tc. paif. 41 

17^ 1. c. Cent. 1. Obl. XCVI. pag. 187. 

H,/*athot,Anat.B,t. Hh 



48» ^^^> y^f^ ^^ Blutg^fieiu 

Die t^chte Schlüffelbeinsblut 
fah Morgagni^^) in einem doppelten S 
«US der Achfeivene entfpx'ingen » und ancb , 
zwey gleich ftarke Aefte getheilt, bi^ eur 
duAg der innern Droffelader fortgehen* 

Die Medianblutader am Arme 
isien fehr häufig doppelt ^9),. 

'Die grofse Haüptader (vena ce 
tica major) des rechten Arms, fovcohl i 
als -über dem. Ellnbogen, fehlte in dem£ 
^nes ftarken Mannes 3^). 

Dieällatadern find faft allenKrankhe 
\^elche wir bey den Pulsadern bemerkt haben, 
falls unterworfen. Daher, finden wir in ihm 
Verkriöcherungen undfteinigte 
kr«mente» 

Walter '0 find die Schenkelblutader l 
bar Ftau ?on drey und vierzig Jahren gäna 
i-n einen Knochen verwandelt, unc 
Höhle fo' verfchwunden,dafs auch nichtdic kl 
Sonde durchgeht, fie ift von einer Spcckgefcl 
eingefchloffco* Morgagni 5^) fand ein Sl^c 
. Hah 1 a d e r mit den Nierenadern fehr ausgec 
die Häute knorplicht und zum Theil 
beinern* In den ve;ii5 emulgentibus eines 
jährigen Knabcns, will man eV.ieu Stein, vo 
Gröfse einer Tauft gcfuuilen ha!)en 55)* Tulp 
faod in der R Qckenblu tader einen k! 

S 

2|) Ep. LXIX. 2. n. V. S. i66. 

29) MAycr a. a.'O. S. 2^5- 

?0) Mövnraj^fn Kp.LlV. 4^. ^" ^V. S. 49^ 

;i; Anat. Miil*. li, I. ^'. 1,-2. 1». 351. 

32) Kp. L\IV. y. 

53) ^Tolhich'.n. c»Meiv. medico ciiirnrgicae. Ed. tj 

lyf'M, iCpi. oi',[. X\. uü'-. 7). 
^4") Üi.Jerv. :n#-d. Lib. IV. cip. ^CXll. pag, jir. — < 

^us de i*i aaac. LLt. XV, -jid;;. 4^1. 



# 



Cb Die Btutaderjh 483 

Stein tohd fVaher ^^) fah fnnf kleine, Stpine in 

den Venen der Urinblafe hey eirem Mann, 

welclier mit dem Blafcnftein beliafict war. E b e n- 

r derfelbe ^^) fand in den Venen der Mntterriiei* 

de einer funfzigjälirigön Frau drey Stoim Iier-, von 

f einer) bis zu zwey Linien ini Dipchircir;*!-, 

: Murrar 57) fand bey einer Knochen^efch^vu'lt im 

f Knie die «Vena poplitea verknöchert, unJ ciii 

♦ Ungenannter ^8) den grofsen Blutbehäi tet 

? ganz hornartig^ 

Sie find auch, wie tlit^PuJsadern, denErwei- 

^ tj^ruiigeh unterworfen. DielV erfirecken ßch 

■" Entweder auf ganze Zweign, und frbeineii 

: eben Yiicht allemal krankliaff en Urfprungs zu feyn j 

Ib fall z. B. Franz von Hilden 59) clie Lungf n- , 

Vene aufserordcntlich erweitert und ^r/z^^/Z/b//*®} ^ 

die Kranzadern des Herzens. Blruland^^ 

Sind bey einem fnnfjährij?:en Kinde iWn Aft det 

Obern Holdader von einer G:^frhwuirt» die an der 

Ifcchten Seit* der LuFtrühre fafs, ziirammenge«*riVckt 

ttnd Ober diefem Ort widernatflrlich erweitern 

' iSoerhauve ♦-) fall bey einem Wabnfinnigen did 

Hb 2 Blut* 

•l 

s€) Oif. atiar. pair. 4*. — Mthrorc Rpifi.iMc: Th. tianho* 
Hmtsh c. Cevulll. Ililt. XXXIV. ly m. 11 nag. 71. t-ni 
dir Abl.ll('r!:f, pau. 7"? — >:ilr';ll. ^ar. Cm. Ofc. IIv 
Jim. V. ol.r. %6. — Scl.fnfcii obierv. med. rar. Lib. llh 
€ect. II. obf. 54. yarr. C^- 

%€i Amt Mnf. n. I. S. 161. 11. 52$. 

37J Acu ^Tfdicornm Siu < ic«>r. I.'pfal. i-gj. Toni. I. i. 

9t) I" H'ifr/anffs Jniinul. II. V. S. %l6. 

99) Frafict'/ci Iliftlani «»bfoiv. cMrnrg. Cent, II. oU. 4«^ 

MO) f'br#Mv. amt. paliinl. Lil». I. <\'«p. I. |»ujr. 27. 

»r Sorci::iCi d^ dilTnili .jnt iiniicdita ülim»»iir<»i i^m dnpnt- 
hoiif. 1. B. 178O. ^aiiiir.l. aM^cilcl*. Ablianjl. fni piakt; 
Ai..2te. K. IN. S. 731.- 

41) Simir.L u»sciljf. AbliAuai. für praJvt. Aerite. ß; IX.S. 511; 



484 •^^'* f^^'* ^^" Blutgefiifsen. 

Blutgefä&e vom Blut fehr ausgedehnt, befonders 
aber die Hohlader nahe am Herz fehr ftark ange* 
fchwollen. Hey einer Frau , welche an Engbrü- 
ftigkeit fehr gelilten hatte, fand pian wenig Krank* 
haftes, ausgenommen das rechte Herzohr und dla 
obere fowohl, als vorzüglich die untere Hohlader 
fehr varikös und ausgedehnt 4J), Bey Erweite- 
rungen des Herzens werden auch allemal die 
grofsen Blutadern widernatürlich er« 
weiten, fo, dafs fie gleichfam zu grofsen Blul- 
behältern werden ♦♦). 

Oder die Erweiterungen der Blutadern be» 
treffen nur einzelne Stellen; dies find-dit 
Blu^taderknoten, varices^5). Sie finden* 
' fchmerzhaft , fühlen fich weich an und fehengt» 
wohnlich röthlichblau aus. Sie können allentfaat 
ben ftatt finden, befonders aber an folchen StelleDb 
welche vom Herze entfernt liegen. Zuweilen ge- 
rinnt das Blut in ihnen und fie find hart nnd wei- 
chen dem Druck nicht. Wir treffen fie an deq 
untern Extremitäten der Schwangern, voa 
Drücke der fchwangern Gebärmutter auf die Be* : 
ckenftämme ♦^), an den äufsern Schaamlip- 
pen Schwangerer und Gebärender ♦^j^imHod^av 
fack) an der Blutader i\e% Saamenftranges^ wo 
fie den Namen haematocele> cirfcöele ba- 

beü 

45) Hu/elanfTs Journal der prakt. HeilkiMide. b. V. BA^ 
44.) r. oben S. 401. Anmerk. 5). 

45) E?/tf in Comment. üöttinjr. Vol. II. — Richter s cbir« 
ßibl, B. V. S. 123, — äeJjcibenAnidJMisgviXnd^ der W.A. 

ß. 1. S. 956. 

46) ß^ O. F. Richter difT. de gravidarum varlcibtit. Lif»h 
178I. — CA. H. l'h.Lützclbergtr diff. de qnibusdam pi«- 
vidarnm Tymptomatibus, praecipne de v«iricibus atqni 0^ 
demate pedum. Jenae 1791. 

47) Sixbold in Ltrticrs Journal für die CliirUrf . ft. IL S.ft. 



C. Die Bultadern. ifi$ 

ben 4^. Haller *9) faod fie bis zur Weite eines 
Daumens ausgedehnt. Auch an inneroTheilen 
finden wir fie; z. B, Vefal^^') fand den untern 
Theil der Venen des Grim mdarms varikös. 
Man findet fie an den B 1 a f e n v e n e n (h a e m o r* 
rlioides veficae urinariae). Morgagni ^) 
fah die Lu ngen blutader febr varikös; £ai/- 
lie ^^) fand die vena azygos fehr varikös erwei« 
Icrt, dabey war ein beträchtlicher Theil der un- 
tern Hohlvene gänzlich gefchloffen und daher war 
die unpaarige Vene, nebft einer andern, unge«, 
wohnlichen Blutader an der linken Seite , die ein?- 
zigen Kianale zur Rückkehr des Bluts zu dem Her«, 
ten und alfo dies die Urfache ihrer Erweiterung, 
fohl^^") fand bey einem Kinde, welches häufiges. 
Nafenbluten gehabt und einige Tage hiuter einan- 
dir geronnenes Geblüt durchs Niefen ausgeworfen 
fiatte,wobey auch zugleich eben folche Blutklum* 
pen durch den After abgingen , eine grofse Menge 
▼ariköfer Venen auf der Innern und äufsern Fla- 
che der Gedärme, auf dem Zwerchfell, den Lun- 
gen und in den Gehirnhäuten, von denen einige 
frey in die Höhlen hingen, Bey einer engbrOfti« 
gen Frau fand mau die untere Hoblad er in ih*. 

ren^v 

4I) ATor^tf^n/Ep.VII. IT, — Richter nhlerv rliirin rr. JJ'*'!!-^ 
tili» 1770. Valc. 11. Cd|i. 11. piu». 22 f«i. — H ifj- ö'^ *''^ 
«irlucele. (iottiiic. 1779. — A. Murruy duC^ü'' » fV. * |x* 
f«l 1785. — UailUe a. a. O. S. 2oy — CU. (/. Ü. MoJ> 
aiff. de CiiTocple feu IioruiA vaiicola. HA. I7',t. 

49) Opp. path. obf. XXIV, — Opp. min. Toni,;lI. j». 304. 

50) de c<»rnor. human, i'abrica. pdj;. 66}. 

51) Kp. LXIV. 7, — Wifl. die voi^lierin dv" Arm^rk, \% 
ang« fuh te Bemerkung vcm Franz vonHlf.'oi. 

53) a. a. O. S.<^7. 

50*3^« ^' Pohrs Abhandlnng von den innern riundci Kno- 
ten, äut dem Latein, übeiTetzt in der nf^Mcfrou ." .iiiurtl. 
der auserlef. und neueften Abhandlnug liti' WundJir^te. 
Leipi. 179}. St. VI. S. X lg, ^ *j, S. 29. 



4filSi Vi yoik den Blutg€/»fi§n^ 

rem ganzen Umfang umi grofsen Aeflen^ einigt 

mal dicker, als nattirlich ^+). Vari<fes in der 
$peiferöhre verurfaclien ' ein befchwerli^ 
^ h e s S c h J i n g e n 5S) , fo wie Ge au dem Kehl* 
köpfe befchw^rliohes Athemhohl enun4 
an der Lunt>e Bluthuften und Schwinde 
fucht verurfachen ^^). Key Erauenzimmern mit 
Unordentlicher und, fehlender Menftru- 
Ution fandmap die Gefäfse der Gehärmut« 
t e r varikös ^0- Bogdani ^*) erzählt die Gefchichtt 
einer frau, welche man für wafferföchtig hielt, 
bey der man aber nach dem Tode zwifcben dea 
Bauchmuskeln und dem Bauchfell zwanzig PfuadI 
funkendes, (eröfes Blut fand, welches fich dl- 
Xelbft zur Zeit der Menftruation aus Tarlköfen opd 
aufgefprungenen Blutadern ergoffea und nach vad 
Iiach angefammelt hatte. 

Von einer äufserlichen Urfache hönnea der« 
gleichen innere Blutaderknoten auch enifteheo, 
$o, fand man z. B. im Unterbauclie und in den 
Schenkeln eines jungen Mannes eine Menge vari« 
ces, welche durch einen Fall von einer betrachtli« 
chcn Höhe ontftanden waren 59). 

Von allen diefen Blutaderknoten bemerken 
^ir hier mir noch vorzüglich die für den prakti« 
fchen Arzt wichtiglten: die Ul Uta derknotea 
4es Maftdarms, h a emor rhoidcs coe- 
Qae ^). Wir treffen fie entweder einzeln, oder 

iD 

54) HuftlancCs JonrnaL B. \\ S. tao. 

55) Po/z/ a a. ü. S. 3S- 

56) chcuiL S. 36. 57) ehcnd, S, ^6. 

5S) Obiervat. anat. ad 77;. Bartholinum , cdit. cum M, Ley 

ferl ciiltro anatomico. FrancoF. 1579. pag. 124. 

5^) M, A, SKvcr-nus de rocoud, abfccrftiuni natnrÄ. pag. M7« 

i^O) ehr, A. Lanigruth de artciia Ponte haomonlioidam Ua- 

pidiriiino, ViL(?rab. 177|. — Seii^mann diff. de hac»«»'* 

Cboidibiijs albi«. GöLtpiJ. 17^3. -^ J, A, Garn medici». 

Auf- 



C Die Bititadem. 487 

togröfserer Anzahl, kleiner oder gröfser. Sr^mu*. 
cfter ^'j fah fie von der Gröfse eines ApfeJs und 
Theden ^^) wie eine Fauft grofs. Sie beftehen 
sieht ans den kleinern Wurzeln der Pfortadei^ 
(ondern aus denjenigen Venen des Maftdarms, wel» 
che den äufsern Maftdarmarterien aus der gemein« 
fchaftiichen Schaamarterie ^^ entfprechen. Sie fin« 
den fich öfterer bey Frauen, als bey Maunsperfoi 
Ben 9 mehr in einem fchon reifern Alter > als bey 
jungen Leuten« Doch giebts auch hiervon Aus^ 
nahmen; ich felbft habe fie bey einem Müdchen 
?ou zwölf Jahren gefehen. Gemeiniglicli find es 
Wtiche Gefchwülfte von unregelmäfsigerForra, wel- 
che bald rund um den Maftdarm äufserlich her* 
am fitzen, bald innerhalb der Höhle diefea Darms» 
%im find mit einer zarten Haut bedeckt, welcho 
theils aus der feinen Haut unmittelbar rings uni 
dlie Aufsenfeite des Afters, theils aus der inuera 
Haut des Darms bcfteht. Gewöhnlich find fie ganz^ 
doch haben fie auch manchmal kleine Ocfiaan^eii« 
durch die bisweilen eine beUäclitliche iSlcn^i;^ 
Blut ausfliefst <^^). 

Wenn bey einer Aderlafs, oder fonftigeii 
«uClcrliclien Verletzung, die unter der Vene iie% 
gende Arterie zugleich mit vcrlet/.t wird, dinOeff* 
nnng der Vene auf der Aufsenfeite fioTi fchli<^ftt» 
die inner«! aber mit der koricfpontlirc^i.'tn Art'i- 
yienOffnung offen bleibt, fo cr£^icfst die Artrrio 

ilir 

AiiffaUe. Wittenb. 1791. Art. XII. — Tr, üfuUirj.jd voa 
deu bliiiden MänKM» holden. Lrl.ingeii 1795- 
4l) vermilchte cbinirs:. Sciirirteii. üciL 1785. \j, I. S. 108. 

43) Neue ßemevkiingen unt\ Fi rahiim^en. T h. 1. S. ^f,. 

41) Hal/eri lc«)nu:n anat. l af«\ 1. not. is. — e,::sr. F.lcm. 
PhyfiüL Tom. Vll. Lll>. XKIV. Sccu lU, J. 45. — Soif^r 
meriuff zu Baillii^ S. I90. Aniixci k^ 30^« 

44) l^uUlie 8« 103. 



488 UL Ven den Blutgeflftnu 

ihr Blut in die Vene und verurfacht eine klopfen« 
de Gefchwulft, Varix aneurismatic us ^^)« 

Bey föhr ftarker Ausdehnung platzen die 
Venen auch. So fah Morgagni ^^) die unpaarige 
Vene fo alisgedebnt, dafs fie der Hohlader an 
Weite gleich kam, endlich zerriffen war, und auf 
vier Pfund Blut in die Brufthöhle ergoffen hatte« 
Von Haen ^7^ iiand die Hoblader eines an einer 
Bleikolik Geftorbenen,geborften, Dies war wah^ 
/cheinlich dadurch gefchetten, dafs die Lebefi 
durch die Ausdehnung und ungewöhnliche Lagt 
des Grimmdarms, verdrängt war und dadurch die 
Hohlader nach und nach ausgedehnt, verlängert 
und gefchwächt hatte, wodurch ihre Häute vt^ 
dQnnt wurden und endlich berften mufsteo« 

In .den Venen findet auch eine Verenge* 
rung ftatt. So fah Morgagni ^^ alle Venet 
durchaus enger. Ein andermal ^9) fand er di« 
Hüftblutadern fo zufammengefchrumpft, dafs fie 
fich fchwer ausdehnen liefsen. 

So fand man fie auch vervvachfen. Bey einer 
wafferfüchtiger Perfon fand Rhod'ius 7®) den Anfang 
der berabfteigenden Hohlader ganz zufamnieng^ 

wach« 

^5) Pottes Abhandl. ilber veiTchindene Gegenftandeder WJ« 
S. 175. •— Hunin^'s medic. chirmg. Beobachtungen. B.I, 
S. 29. -*- Med. Obf, and Inqiiir. Tom. II. pag. 396, Ton» 
in. pag. II®. — Br/f's LehibegiifF deiW.A. Th. I. S.17.« 
— A. vntt Br'amhi'/n Abhandl. von der Blutadrichteiff 
Sclilap;iider.'»cfch\VMiri:; in d, Abhandl. der Jnfepli. xntditM 
ohir. Akad. zn xWien. II. 1. — Richter s Au^AnarZTmim 
der W. A, B, 1. ^ ^57- S. 555. 

t6) de fed. er. cutfr. moj b, Ep. XXVI. f. 9, — Ver^l, Bm 
lauer Samml. i-'iö. 

67") Heilunpv„,e.thode. R, IV. Th. X, Kap; 1. J. 9, S, 391. 

^8) l 1. H^pift. X>:X. $. 12, 

69"^ ibid. ^>ifc. XL. J. 33. 

7ei Mantiff an^tnm, N. XXI. pa^. 15. — ^ Ein gleiches B» 
tpiel eriuhlt Haiicrui opufc, patholog» obf, XX» p«&4^ 



C. Die Blutadern^ 489 

wachfen. Winkler 7«) fand die Hohlader venvach- 
fea, die Saamenvenc aber fo dick, wie fonft die 
Uohlader. Blancard 7^ fand fie bey ihrem Ein* 
gange in das Herz durch eine kartilaginöfe Ver- 
wacUfung faft ganz verfchloffen, die Lungenvene 
ther fehr weit. Morgagni 73) fand bey einer Frau» 
welche auf der linken Seite gehinkt hatte, die 
Hoftveoe diefer Seite fehr dünn und Ulafs, die 
rechte aber ungewöhnlich ftark. BaHlie 7^) fah 
einen beträchtlichen Theil der untern liohlader 
Terwachfen ; das Blut konnte daher nur durch die 
migepaarte Vene zu dem Herzen kommeo » wel« 
eher noch eine zweite ungewöhnliche beigefellt 
war; beide waren fehr erweitert« 

Die Häute der Venen, befonders die innere 
Baut, find ebenfalls den Entzündungen unter* 
werfen. 

/. Hunfr 75) fand dies bey allen Entzündun- 
gtn« 

Ein Knabe bekam bald nach der Geburt Er« 
brechen, Gelbfucht; Gefäfsfieber, Durchfall, Ner- 
Tenzufalle und ftarb den zehnten Tag. Man fand 
eine Peritonitis, auf der Oberfläche der Eingewei- 
de eine Sperkhaut und eine eiterartige Feuchtig- 
keit in der Bauchhöhle. Die Aefte der Pfortader, 
befonders die Aefte der Nabelvene, vom NabeJ bis 
tur Leber, waren in ihren Häuten fehr verdickt 

und 

71) Dilt de vafornm Litliiafi 1. f. VI. Not. a, — • ConF, AI* 

ifirti «nnnt. aCad. Toni. 1, paiT. tO. 
7a') An.it. pract. rat. Cfijt, 1, übf, VII, pag. xj fq. 
7?} 1, 1. i:p. LVI. J. 10, 
74> a- a. O. S. 57. 
7^) Trdfiijct. of a Soc. for the improrcmcnt oF med, tnd 

cliir, kimwlfdj^c. Loiid, 1793. Vul. l. Samm». hir pi.ikr, 

AcriLte. U. XVII, S. 61. — MeUic and pUUüfüplu Ouäp 

menc Luud. 1774. VoL Hl, pii^, 4}0, 



49* ^'- f^^'* ^^^ Blutgeßftia. 

und erfchienen deshalb ftark aogefchwoUc 

Wände der Nabelvene und ihrer erften Ai 

der Leber, batteh die Dicke von einer bi5 

Linien und waren mit einer feftanhängend< 

Zündungshaut überzogen 7^}. Einen ahn 

Fall erzählt OCiander 77). Ein Knabe kam i 

Dem eingeklemmten Leiftenbruch zur VV< 

ward :2war zurückgebraeht, es blieben aber 

•fchmer^en, Meteorisih, Erbrechen und Gel 

zurück. Am ßebenteh Tage ftarb en Ma 

alle ZilSlle von BauchfellsentzQndung, die ] 

Vene, war* fehr entzündet) Ihre Wände mit 

bedeckt und die innere Fläche von Eiterung 

frelTen78)! Bey einer Frau, die, drey W 

'tiach'(hff Oeburt, an einem GefäCsiieber, m 

-ertri»glichen Schmerz in der Weiche und der 

der linken Seite ftarb, fand man die Bauch 

mit eiterartiger Feuchtigkeit angefüllt, die 

fehr angcfch wollen nnd dieKruralgefäfse uih 

-ven mit 'eiterartiger Materie umgeben; die 

war der Arterie an Härte gleich und ihre \ 

dicker, als die Arterienhäute ; aus der A 

flofs Blut, av.s der Vene Blut und Eiter; ih: 

nere Haut war ungewöhnlich lecker, mit 

deutlichen EntzQndungshaut überzogen, die ii 

pen davon getrennt werden konnte; die Kl« 

derfelben waren theils angefreffen und zerr 

theils verdickt, angefchwoUen und dunkelrot 

Jlunter ^^) glaubt,^ und wohl nicht ganz mil 

recht, dafs die Zufälle nach unglücklichen Ac 



70 Afcckc/ in Sa{!l> diff. cit. paj. 9«. 

7T} Nene Denkwürdigkeiten. B. U S^. 57 fgf. 

78) Deckel 1. 1. pag. '^i^ 

79> ibid. pag. n- 

%o) Medic. Comment. 1. L p a(. 465« 



C^ Die BliUaftern; ^^t 

tky sieht von verletzten Sehnen undNerten, fon. 
n von Entzündung der verletzten Vene herrfliw 
I. Ein Mann hekam nach einer Aderlafs am Arm 
e £nt?^QQ^Iung deffelbcn uncf ftarb nach acht 
gen; die Vene war inwendig oberwärts bis an 
Achfetgrube entzündet, in. der Mitte vereitibr^ 
e Häute verdickt und mit Blutfalsern aberzogen^ 
T und da war auch die neben ihr laufende Ar« 
ie entzündet. Auch Aberneuy ^^) fand die ge« 
lagone Vene entzündet » roth, ihre Häute ver- 
kt. 

Daher fcheinen die meiften VerwachfVingen 
Venen I von denea ich eben geredet liabe, zu 
ftehen. 

Nicht feiten entftehen deshalb aoch Qop 
I w ü r e in den Venen ^^). 

Hunter erzählt, dafs er von einer Wunde des 
!ses,dicfogenannteRofenader bis zu denLeifteii 
zündet gefchcn habe, und in die fem Fall eine 
ize Reihe von Abl'ceffen, di» in diefer Richtung 
tCtanden waren, habe öiVnen muffen. Slieth 
/i S3) fall einen ähnlichen Fall; es entftand ein 
Xcefs in der A(ieroffnnng, ein aiulerer xmter- 
ib derfelbfn und ein dritter oberwärts » in der 
|>end des Schlüffelbcins^ 

Die Zerreifsungen der Venen durch auf* 
'• Gewalt, und ihre Verwundungen find 
:hts feltnes. Doi/bledey^^) fand bey einem Reu-i 
r, welqher von.einem Schwindel » ohneEmpfin« 

düng 

O chiiurp, wnd phyfiolog. Vcifnclic, übcifcut von Bfißti-^ 
His. Leipzig 1795. S. \7% ff. 
:) Lancljii <-pp. ^'ar Tom. 1. pag. 55. 
\) Mfdic. (-t>:'.iiiiPiit. YoL IV. njkj;-. 221, Kiahicr'j c^iirurg. 
Dibl. B. V. S. 72 
\) >ljf4 Obf. <nd, luc^uir. i-on^. 177^* VoU \k [>•£. H%k 



4^9 lil. Fon den Blmtge/^s§n4 

dung vom Pferde fiel , und ngch acht uocl vierzig 
Standen ftarb, die obere Hohlider gebor* 
ften; vielleicht war ein Gefchwör die Urfache. 
Einen andern Fall habe ich oben S^) erzählt. 

Bartholin ^) erzählt einige Fälle, wo ficb 
äatsere Blutadern von felbft eröffneteo. 

Fremdartige Dinge fand man auiih ie 
den Venen. Von Knochen und Steinen habd 
*ich fcbon geredet« Auch fand man in ihnen lym* 
phatifche, polypöfe Konkretionen i^X 
doch feltncr, als in den Arterien. Von Luft, 
fand Morgagni W) alle Venen eines zwanzigjähri- 
gen Jünglings ftrotzend voll. Bejr einem WahiH 
f i n n i g e n war die H o h 1 a d c r von Luft fo aus- 
gedehnt, dafs man zwey Daumen neben einander 
einbringen konnte 89), Die Venen der feftei 
Hirnhaut trifft man nicht feiten mit Luft ange- 
fallt 90}; eine wahrfcheinliche Folge angehender 
Faulnifs! 

Treutier ^0 traf in der vordem Schienbeins« 
vene einen Wurm an , den er unter den Namen 

Hex- 

15') f. oben S. 475. Anmerk. to. 

$6) 1, l. CeiU. V. Hift XIX, Tom. I. pag. 94. — Aelinlicht 
i'dlle iindet mau in: Horftii Opp. Vol. II. pap. 444.— 
Bc/ivi^ü Obf. phyf. med. Ang. Vindel. i6to. obf. i^J.— 
BresUuer Samml. 1724. S. 64). — Mifc, ?Jat. Cur. Dfc.l 
Au. HI. obf. 54. — Portaf in der S^imml. auierlcf. Abb. 
für prakt. Aerzte. R. XII. S. 724, 

$7) z, B. ßreslcincr Samml, 17äO. S. «57. — Gomoierau Lit 
r»Joiir. X7}i. Spec, X. — Haf/eri opufc. piithol« obf, XI 

— Morgagnil l, Epift.XXlV. J.'i^-.^i. Ep. LXIV.J.>. 

— Act. Nat. Cur. Tom I. obf. aso. ?«ov. Act, JSat, Car. 
Tom. IV, pag. 5a. — Bannern anat. W^hrnehmunge«. 
S. 27 F'j. A 

ti) l 1. Kpift, XXX. f. t. — conf. Sch§nkü obf, Hb. W. 

Socr.. ii. obf. 62. 
19) Act. .11 a. Bcrolinenr. Vol, VII, 
90) Ba "fr «. «. O. S, 250. 
3^0 Obfcrv. pathol. anat. Anctiiarinm «d Helminthologii« 

Corp. Human, cuntinentet« Li pf, 1793, Tab. IV. Fi^, I.M- 



C Die Biutaderm. 4^ 

exanthyridium Venarutn befchreibt. Die 
^ürmer, welche Spiegel 92), unter der Geftalt der 
polwarmeri in der Pfortader gefunden haben will, 
aren wohl weiter nichts, als lymphatifche Kon- 
retionen. 

Voll Eiter fand Blancard 93) die Hohlader 
ines Menfcheo, welcher an einem LebergefchwQr 
eftorbeo war. Sooft wird auch, wie ich fchoa 
elagt habe , bey Entzündung der Gefäfse ^ eine ei« 
irahnllche Feuchtigkeit io ihnen erzeugt» 



fa) Da Lnmbrico Uto Lin. Pauv. i^i|. cdp. V. — Aüc^ 
andere fanden AViirmer im Ulute z. B. Bortlli obf, med« 
phyL Cenc. III. obf. IV. ■*• MifcBlK ^et Cnr. Dec. U 
An. I. obH <o. Append. pag. s?. *-* Schenk 1. L pag^ ^* 
— Fr2nk. äamml. fi. VIII. S. 921.. 

j9) L L Gene« 11. obL LXXUL pat»fl^ 



Vitr- 



454 ^^' ^^^ ^^^ LymphfyfierHtk 

Vierter Abfchnitt« 
Von dem iymphatifchenSyft^mtk 



A, Lymph gjtf&fs 0v 



l-'ie A b w e i c h n n geh der Lyrnptigefafse g^ 
ins Unendliche; Vorzüglich finden fie bey d 
kleinern Aeften ftatt; oft fehlen fie, dft neboH 
fie einert andern Lauf; bald find fie dicker, alsj 
wohnlich V bald unmerklich dünn; bald find fiel 
jafröfserer Menge da, bald in geringerer Au 
Selhft bey dem wichtigften Stamme diefer Gt\ 
bey dem ductus thoräcicus findet man 
Abweichungen gar viele *)i Eben fo, wie ich ol 
Von der Aorta gefagt habe, befchreibt er 
Bucklichten die nämlichen Winkel und Wiiuli 
gen^ welche das Röckgrat macht ^). Biswei 
theilt er fich in der N^he des fiebenten ubd ackt 
Röcken Wirbels in verfchii^dene Aefte, üt i 
bald wieder Vereinigen, da er gewöhnlich ntfJ 
Rwey Aefte fich theiJt '^; öm hfiufigften ttcft» 

\) AJhhu annoh acnd. Lib. IV. bap. IX. paij.47rq. — Äj 
Icri c<»Uecr. difput. a^ia'-oni. Vol. 1. psip. 7^^, — nm 
ticin. Ihjf. Tom. VII ]i3{:. 222. — Sahatierui}!^*^ 
Wt Tdcad. des Scienc. de i'.ir. 1780. — ßa/^j^ In CoIL5j 
jMcd. H.itn. Vni. I. pap;. 84. -^ Sati(!iß>rt nbH anitja* 
Vol. II. cap. Vlil. pag. IJt fq. — B!umefihach*t t^ 
Bihl. H. 11 S. i?s. 

i) Criii/y!'/utirl\v l iffchichte tthd BofcVireibtttig tier •»* 
gonden GtKiTf«\ l.rbei f. vnn Chr, Fr,Lutitt*tf^.Ltifi'^ 
yait,. 149. — Kohler j. a. O. S. 2^9. n. in«. 

9) Halier i. c. jiag. saa '-^ Craif^kanA •• r. 0; 






il. Di€ Lympkgfß!fi€. 495 

£cli aber auch gar nicht ^). Eben fo entligt er fich 
auch bey feinem Eintritt in dieDroffcIbhitader ge« 
wöhnlicli in einen Stamm, oft aber auch in meh- 
rere ^j. Manchmal endigt er fich mit einem 
Stamm in die linke und mit dem andern in did 
rechte Schlüffelbeinsblutadcr^). Bisweilen ergiefst 
er fich mit einem Stamm in die rechte Schlarfel« 
beinsvene 7). Manchmal fchickt er einen Aft iil 
die ongcpaarte Vene'). Bisweilen ift er durchaus 
doppelt 9), ja dreifach w). 

Die fogenaniite cyfterna chylifindot matt 
fift gar nicht, fondern der Stamm läuft in eineif 
Stirkefort ")• Statt ihrer findet man auch zwölf 

grof^e 

A Ouihfh*nk t. a. D. — Smndi/ort o\%t. tnat. p.nh. Lib* 
- II. cap. Vlll. pip. n^ 

t\ Bartholini luft. i^nat. rar. Cent. I. hlft. I.XIIK Tntn.t. 
pag. III. — Halhri Klein. lMi>f. Tom. VII. p-jj. »2t. - • 
IJeutnvdmMr.. Tom. II. paR. 54t. — Sef^^di/nvtOhi,tiv.;it^ 

£ath. 1.1. pa?. iM. — Crnihf'Litnk a. a. O. 6. 150. -- /** 
fascagni Gefcliirlito rncl Ij-rchr.'ibnii:: dvv cinrii:rfn<i#'ii 

Gcfäfie. UebfiT. von C//r. Fr-. /-/'.Y/r/^/Lpln?.. i7g5;, 8.77» 
^\ Sanditnrt nbf. a:i. f i'ath. l,ib.l\'. cai). X. pag. 1 28. noNi. 

y, ehr. Bohl diil'. %'Ue lacceae Corporis hmnaiii hifto-. 

riA. Rcgioni. 1741. f. 82. pag. 7?. — Böhmer obf.aiiat» 

raiior. Fafc I. p:ac!ar. pJJ. XV. '. 

f\ HnNeri obf. aiuf. lai. I'air. I. pj:^. i^. — duthChnnJ^ 

S. 152. — Arjalini Ve; iV.c-ij i.hpr iK.« Krankli^it^n de« 

lympLatifchen S>rtpni«;. lJres<i. 1 :'<»». .S. 10. — SandiCmt. 

MiiL ai.^t. Vol. i. i=ect. V. p.ig. =4?. :^ >:il. 
f) llalleri colL düp. anat. V..1. Vll. r'a«. 149. — JT'rMcr^ 

de Vena azyjia dr.pUci. paj^^. 9. — Saic.\\ 3 1 Ohiciw B\)Ht, 

patli. Lib. Vi. pag. 13I. 
^) Oiemerl rock Anatom. Lib. 1. Ci]». Xll. p^p. 51. — Dr- 

vrmoy Commentar. Acml. Pptr<»|.";Ut. loui. J. paf?. 2j;. 

— ü^hisioir cxpollt. anatoni. ile la Iti iirt. iln corp« hn- 

taain. Par. 176A. iMm. iil. p..«. ?<2. — Ualirri Flem. 

Wiyf. Tom. VII. p.!«.222. — SaiitfU'-rt obf. mat. patliiiU 

Lib. II. paj;. 156. Lib. IV. pag. 126 Tq. 
10) CruiJcfhauk S. 151 ig. 
)l) Sätttorini foprrnidecini rabniar, nnas nnnc primnM edlt 

«itqiit: explicat, ii>(|ne alias addit Mich, Cfirffj'di. Parraa» 

177S' V*£* ^5^- — i^^ahait^ 1. c. 



49^ "'• ''** •(*"* LytnpkfyJHfn^m 

grofseStämme von Lym^hgefäfsen ")• Ma 
mal findet man fie doppelt *5)» 

tcl) übergehe die weniger merkwürdigen 
weichungen der kleinern Saugaderii und wi 
niiich gleich zu den krankhaften Zofäl 
dlefcs Syftems «♦). 

Man findet die Lymphgefafse entzüni 
Sie erfcheinen alsdann als rothc Linien unter 
Haut '^}. Es kann die'fe E n t z fi n d u n g eine i c 
patifche Krankheit diefer Gefäfse i 
Meiftens geben VVunden 5 Gefchwilre, Infekte 
che, das Gift wüthender oder giftiger Tbiere» 

d 

la) Köhler S. i^9» n ^7^^ 

15) Duvtrnoy 1. c. 

IA) J" ^' Leonhardi dilT. de reforbtionif in C» H. pr 
naturam iropeilitae caufiis et noxis. Lipl. 1771. — 
Blizard phyliol. Obferv. on die abforbeiit fyj'tem of 
feU, mltgetheilt von Wrisberg in den Gottiiij:. An» 
von gelehrten Sachen. 1787. St. LXXXlX. S. t%^, ui 
der LudwigfChen Uebe* f. von Mascagnü S. 164. — 
A. Wrisberg de fyft. ablorb'. in Commenu Soc. Reg. 
ting. Gott. l7«9.Vol. IX. Cnmmenutiones niodic. pb 
mnat. et obrtetric, arpumenti. Glitt, ijco. Vol. I. im 
*nge von Litdwig a. a. O.S. 167. — Affalhn elTay m 
für les VailTeaiix lymphat. Turin 1787. überfetzt D 
179a. und in den Samml. anscrlef. Abhatidl, fu.- p 
Aerzre. ß. XV. S. 93. — L. Forme y de fyftemat. ab 
pathologia. Hai. 1788.-— Chr. Ir. Ludwig phyfiologr 
«ttqne pathnh)g()iiiin « n l)ittm, ahforb. de'creta. 
I78<>. nnil in feinen Kxercit. acädoni. Lipf. 1790. — 
Va/i/cirif/c/t f\htin. abfcrh. drfci ipt. pliyliol. mcdicj 
ficiit. 1751. überferzt in Si/,rcfi,trrs thcnret. und p 
ieltrJge zi\r Kultur dei- Saupadei h'lire. Lcipz. 1795,' 
"^ H. Fr. I/enßantm de ubffirbtinng morbofa. Erl, 
— Pttjol de moib. vafor. abforb. in Mcm. de 1« So< 
>1ea. Par. 1791. Tom. VII et VIII, — J. G. Jahn 
de Onerat. atque vii- medicamentor. extern italet Tyj 
lymph. fiibmoventium. Jei:ae 1792. — J. N. C, d^h 
idea patholdgiae fyft. ab f. Cnloji. 1792. — C. C. dt 
fiini^ diff. de alTecticrnibns nioihof. lyft. abforb. i 
1799. — Sommerin fi progr. de cognit. fublil. ryftem.lyi 
in mcdic. nfu. Cafeil. 1779. — id. de morbis yitloT, 
forb. coi p. humani. Traj, ad Moen. 1795. 
1$) CruiicfUnk S. 57. 



jI, Die L)nnphgeßifse, 497 

eneiter, venerifcher Stoff , örtliche Entzfiodun» 
n, aobaltcnder Druck oder anhalteiid^s Reiben, 
f. w. dazu Gelegenheit *). Sie erfcheinen als 
nne, harte Fäden, d]e man bis zu den Drüfen 
rfoJgen kann. AßaVwl *^) führt drey Fälle da- 
n an : ein Menfdi wurde von einer HorniPe in 
\ Handwurzel geftochen, der Theil fchwoJl aa 
d es verbreitete fich ein drcy Linien breiter ro* 
er Streif über den Arm bis zur Achrelhöhle; 
1 anderer hatte an der innern Seite der Haut 
s Schenkels entzündete, rofenartige rotbe Strei- 
1, welche vom Knie bis zju den Weichen fich er* 
eckten, und wobey die Drfifen, fo wenig ^e 
ch aufgetreten waren, fehr fchmerzhaft weh tha» 
1. Oder die Entzündung entfteht, nod dies ift 
wohnlich der Fall, aus Mitleidenfchaff, 
6e bey Krankheiten benaclibarter TheiJe ent« 
ndet werden und in Eiterung übergehen ^T). 
mmering **) fah fie bey Wunden öfters entzün« 
t wie rotbe Striemen, z. B. bey einer Verletzung 
s Halfes wie rothe Streifen nach den Achfeldrü» 
I zu laufen. Crulkfhauk '9) fah hey einem Kran- 
n, welcher von einem tollen Hunde gebiffen wor- 
n war, entzündete Lymphgefäfsc als rothe Strei* 
I mit der faphaeua minor aufwärts laufen» 
idwif^ ^^) fah bey einem reizbaren Menfchen, 
r iicb an den Knöchel geftofsen hatte, die 

Lymph« 

) y. Ftrriar Med. hift.Vol. III. pa?. 93 fq- B-mmL für 
pnk. Aertte. R. XIX. S. 172. 215 lg. — K«iTx 1 icbei Ith- 
re. B. 11. Kap. VII. S. 910 ig. — K. Be/r* Zerjjlicderim- 
^tnv B. il. S. 24 ^^ 

fi In der Dresdner Ueberf. S. 44, in den ßwnml, f«r pr. 
Afsvzt^. n. XV. s. 159. 

>/) Cruihfhanh S. 44. 

t) de morb. vif. abforb. pap. 4. «9) ß- nr« 

0) in der Ucbeif. von Qruil^hank S. 5t. Anmcik. •). 

%äb. d, fHithot. Antii, B. I . 'II 



4q8 '^« yon dem L^-mphfyfieme» 

Lympligeßfse entzündet, nnci als rothe Striemen 
bis ilber den Schenkel weglaufen, wobey die Ld- 
ft«ndrüfen angefchwollen waren. Bey Entzün- 
dungen der hintern Bruftfcheidewand fand man 
mehrere Male den hintern Saiigaderftamm entzOn* 
. det; einmal waren ungewöhnlich häufige und di* 
cke Blutgefäfse auf demfelben verbreitet ^*). 

Erweiterungen diefer Gefäfse finden ficb 
lehr häufig bey ausgezehrten ^0> fkrofulofen ^^ 
rbachitikhen ^4), kui-z, bey allen folchen Subjek- 
ten, wo irgend ein Druck auf diefelben oder ein« 
Verftopfung Atx DrOfen ftatt findet, und wo auch 
vielleicht eine Schwäche der Gefäfshäute vorbao- 
den ift ^)» So findet man fie in venerifchei 
Krankheiten ungewöhnlich ftark aufgefchwol- 
Itn, indem das Gift die Lymphe verdirbt und vir* 
dickt ^); nach dem Tode fand man bey folchea 
Kranken die Gefäfse oft voll von einer ftinkendcB 
Materie ^7j, und es ift ohne Zweifel, dafs die Luft* 
feuche vorzüglich ihren Sitz in dem lymphatifcbea 
Syfteme bat ^S). Doch betrifft die Wirkung und 

Aeufse- 

ai") Sömmering zu Baiilie S. 6l. Ziifatze II. -« - Mascagni 

a. a. O. vS. 45. 
aa) Sommering' de eojjnit. fubtir. f)Ttein. lympliaL ttfn. — 
Jd, de «3 Ol- b. Viif. abf. }.LV. par^. 149. — F. Fontanue ii- 
feit, aiiatomicae. Tur. 1745. difl". V. naf». 176. 
!25) Sblrthcrtuff de mnrb. vaf. abf. J. XXXVII. pag. S7. 
94) E, F. G. Heine dilT. de vafonim ablorb. ad racliitÜMi 
^ procreandam potentia. Götting, I7S>s. — Sämm^ring l 
m, V. abf. J. XXXVIII. pag. $2. — Callifen princip. ehr 
vnvg.liodiern. Tom. II. 
15") Stimmering 1, c. paji;. 4. 

3<) Schwcdiaur prakt. He«>baclitungen rtber barrnSckife b> 
«incewnrzelte veiicr. Uebel, aus dem lingU Witai 171t 
S. 24. Anmerk. — Cruihf hani: 6. I)I. — Girumncr^' 
Abliandl. Clber die vener. Krankli. Gottiiljg. 175^. S. 7).— 
Sömmtring de morb. val'. abf. }. XXXV. pag. 74. 
. fl7^ Sommering 1. L pag. 7^. 
Ä«) y. Aftrttc de morbis veAereij. Lib. IX«Par» i740;VoLl 



A» Die Lymphgefii/se. ^g^ 

ung diefes Giftes mehr noch die Drüfen, 

^ymphgefafse -9). 

der Ruhr findet man die Gefäfse der Ge* 
ehr ftark angefch wollen^. fo, dafs ihre 
1 und fonft nie fichtbaren Zweige alsdann 
1 find 30). 

y einem krebshaften ^uftande der 
inden fich die Lymphgefdfs^ derfelben va- 
I. Auch in diefcr Krankheit fcheint das 
yftem ganz vorzfiglich angegrifFeo zu wer« 
am meiften aber doch die Drüfen; wovon 
lach reden werde. 

y WafferfO cht igen findet man ins ge« 
e Lymph;,efäfse ausgedehnt und |n ihnen 
e rothlichc, bald eine gelbe, bald eine wäfis- 
blaffe, fchr verfchiedene Feuchtigkeit, wel*- 
emal mit der in die Hohlen ergoffenen 
kommt 5J). 

jch ein mechani fcher Druck auf ein 

gefäfskann unterhalb der gedrückten Stelle 

li 2 eine 

'. Hunter i treitifo on tlie veneretl diftare. Lond 

. deiitlch : Leipz. 1787. — Chr.Girianner im a. B, Ü.I 

nnicrhig 1. c pag. "^S» 

'nmcrzns. J- XVllI. pag. 55. 

an'/orä in Modic facts and Obferv. Lord. 1792. VoJ. 

It. Xlll. — Sof.iMeririg de moi b. vaf. abf. f. XXIL 

4^. f. XLIV, pag. 105. 107. 

Cfiittper ovcr den waaicn Aait der KutikcrNrordingf; 
i^nc#*s - Natin..'- cri Hui.shnndkrniiig Kabinot. 1779, 
in. iibeiT. in doi Sainnl. anserlef. .-iLlimdl. iCxr pr. 

tc. B. X!. S. 509 F-^. — An acconnt oF :! e mcihod« 
ned in tlie treatmciit oF Cdrc<frr>iis and fciiih'm» di«. 
cri and otbcr indnrations. By^. O.Jnfeamotid LnndJ 
). l'ebeiF. in den Samml. auserlcf. Abhanül. Für pr» . 
ste. B. XU. S. 999. — SUifimeriftg de murb. v, a. J, 
V\ pag. 104. 

ruber gA, a. O. — AtCalhu a. a. O. 8» 4^ — llttafe 
tiis cutis et intertiuoinm abFoibentibni I,iof. 17^(6. 
:. !. Cap.T. pa?. 2, — Maica^ny üi der dcutFchen Ut* 
. S. 26. -t Sömmtritigl. c. J. XXiU pag. 4a.|,XLVai% 

ne. 



i 
5ao ly^ Von dem Lymphffftemt. 

eine Erweiterung des Gefäfses verarCache 
die Lymphe (ich nicht gehörig fortbewec 
So fand Wrisberg '♦) bey einer Frauenspei 
che eine Wafferfucht des linken Eierftoc 
in der Duplikatur des linken Mefoko 
grofse, harte Gefchwulft> die da« Geflecht 
ken Saamenftrangs fo zufammendrückte 
Lauf der Lymphe unterbrochen, die G 
%ar Dicke einer Federfpule aufgetrieben 
Wafferfucht verurfacht wurde. Ebei 
be'^) fand in einem männlichen Leic 
hartes Stück Fleifch um den pecquetfc 
nal herum, welches ihn fo zufammenfchi 
fkber demfelben auch nicht die geringfte 
leinem Milchbruftgange zu felieo war ; we 
kam er wieder zum Vorfchein, unter ih 
aber alle Lymphgcfäfse fehr angefchwolie 
mering^^ fah bey Monro inEdinhurg,di( 
gefäGse eines Darmftücks, welches in eii 
che gelegen hatte, fo varikös ausgedehnt 
die Stärke einer Taubenfeder hatten. Li 
fah dieMilchgefäfse eines Mädchens von fi< 
rcn, wegen verftopfter und fcirrhöfer Ge! 
fen, aufgetrieben. Dies bemerkten auch II 
und Sandi/on ^9) an ähnlichen Subjekten 
Uebrigehs ift ein anfcheinlich varik 
ftand der Lymphgefäfse häufig ein natQrli 



30 In aer angef, AbliandL an der Ludwigfchen 1 

des Mttscagni, S. 170. 
?5) an dem oben angef. O. 
36) de moib. V. a. ^, LIX. pag. 151. 
17) KjjiftoL ad Hallerum fcript. Bern. I771. Vol. I 

3«) J?"»' ldreforptioainMemoir.de Tacad-desScici 
Ami. I7t7. pag. 21. 

3y) ObC «nat.4>ath. Üb, II. «ap. VHI. p^. ,3*. 1 



An Die Lymphge/afse. Soi 

ffiift ♦*)• Baillie 4') fah don Saugaderrtamm fo 
(it, als die SchloQelheinsvene, ohne dars ein 
und davon in den benachbarten Theilen ent- 
ckt werden konnte. Einen ähnlichen Fall be- 
jrkt auch Sömmering 4^). Wrisberg 4^) be- 
(rkte öfters einige Milchgefäfse in dem Gekrö- 
, oder auch andere Saugadern in andern Stellen 
5 menfchlichen Körpers in der Länge von ein, 
ey bis drey Zoll in weite Blafen ausgedehnt. 
tscagni 4^) fand die Saugadern der Lunge vari- 
s. Eben fo fand man ^^) auch fogar Saugadera 
Jer Konjunktiva des Auges. 

Es fchcint hier der bequerofte Ort zu feyn, 
1 der BeCcbaffenheit und Entftehungsart der 
rdatiden zn reden. Die LeiclienöfFnungen 
>en uns folgendes gelehit: es find blafenförmi« 
Körper von verfchiedener Gröfse, von derGrö- 
einer Erbfe, bis zu der einer geballten Fauft 4<5j ; 
man fand eineVVafferblafe in einer Ochfenleber, 
lebe neun Pfund Waffers enthielt 47), Sie ent- 
tcn eine wäfsrichte Feuchtigkeit, welche derje- 
;eo, welche man bey andern Wafferergiefsun« 
1 in verfchledenen Höhlen des Körpers findet^ 
lig gleich ift, klar und wafferhelle« Oft iftfie 

fo 

0) Cruihjhank a. t. O. S. %%, — P. Chr, Fr, Werner et 
ehr, C. Feiler vai'orum Ucteorum et lyin|»IiatLcoriiin 
dei'cripcio. lipf. 1785. p-jr. X}, 

1) iu a. O S. S7' 

2) zu Baillie S. 57. Anmerkung 123, 
O a. a. t). S. \6%. 

4j im Orißinalwerk : Vafor. lympbaticor. C. H. hiftor. et 

iclmoHiaphia. Senis 1787. Tab. XX. H. H. Tab. XXI, ai. 
5^) Sömmering 1. c. pa;;. 41. — Schreger^t Deiti.'jie. Ih. I. 
6) G. Chr. U. Brehm da Iiydatidibus Krf. 1745. in Hu/leri 

cnllecL« difj). ad morb. lüftor. et cur, Uc. Tom. IV. pai; 

155, — von liaeni Hcilungsniethode. ß, lll, Tb. Vir 

Kan.in. i, 2. S. 29t. 
j') Caldtfius bey Morgagni de fed. et caufC morb, Kpift. 

XXXVni. JT. 



So2 ty. Von dem Lymphfyßeme. 

fo klar und clurchfichtig, dafsdie Hydatidcn einer, 
mit dem hellften Waffer angefüUtea Glaskugd 
völlig gleich fahen ♦*). Bisweilen ift üe aach gelb 
licht 49), röthlich 5o), blutig 5i), citerartig ^J) 
fchleimicht und gallertartig 55) und dick ^4). Nad 
Riciuers Verfuchcn ^^) verhielt fich die watfef 
heile Feuchtigkeit folgendermafsen? gefchüttil 
gab fie keinen Schaum, noch Blafen, welche Iid^ 
liehen blieben) Sie hatte keinen befondcrn eigei 
thümlichen Geruch« Der Gefchmack ähnelte i| 
etwas dem des Selterferivaffers, nur ivar er pidj 
fo ftark. Fernambuk Papier wurde davon vioM 
gefärbt, Lakmustinktur und damit gefärbtes h 
picr ward nicht davon verändert. Mit Alcoh 
Vini gerann fie nicht, auch nicht in der Warn 
wiewohl fich bey fortgefetztem Abdampfen eM 
weniges Flockichtes zu Boden fetzte. Ein Papil 
mit Salzfäure befeuphtet, darüber gehalten, il 
regte einen fehr beträchtlichen Dampf. MitS 
ren gemifcht braufste es etwas auf; blieb aber 
lig klar. Bios die Salpeterfäure verurfacbte 
ganz fchwaches Opalifiren. Mit Vitriolfäurej 
mifcht und in gelinder Warme abgedampft, erU 

4S) Richter's Kranklieitsgefcliichte und Lr.icIienöfFncif* 
nes an einer beträchtliclicu i]<incl\^efcli\ridft veriVw" 
nnn Wannes, in Loders Jonrnal für die Chir. M 
42t. — Brandts Verluch über die Lebenskraft. Hi»^ 
17^5. i 5 S. 9.' 

49) Morgagni 1. 1. $. 41. 50) ibü 

51) lyon Haen a. a. O. S. S^t* 

52) ebendafelbfc S. 30^. 
IJ') ebcndafelbft S. 294. — Oöuc in den Act >'*t.öi 

Tom. II Obf. 20g. 

54) von Haen S. 2$9* 

55*) in Loders Jonrnal fnf die CMrurp. a. a. 0. S. 4^^ 
Aehnliclie Bemerkungen machte J, Chr. Peki de liT^ 
faccato ex liydatidibns. Lipf. 1747. in Hm/leri toSÜH 
•d morb. hilu et cur. fac. Tom. IV. paj. 169 H» 



A, Die Lymphs^fse. * 5.o3 

man kleine Glauberfalzkryftallen. Nach diefen 
Verfucbea fchien demnach das WafTer in feiner 
Mifchung freies Mineraialkali und freies flQchtiges 
Laugenfalz^ nebft einem hOchft geringen, fafi 
gar nicht in Betracht kommenden Antheil, voa 
thierifcher Lymphe zu entjialten. Diefe Feuch^ , 
tigkeit wird von einer dünnen Haut eingefchloffen, 
welche bald fehr weich, zerreibhch, faft gallert*< 
artig ^\ bald etwas fefter ift ^7). Oft findet man 
fie deutlich doppelt ^S) und dreifach ^9). Gemei- 
niglich find diefe Blafen rund; bisweilen aber auch 
länglicht ^®). Gemeiniglich fchwimmen fio frey, 
ohne allen Zufammenhang, in den Höhlen des 
Körpers herum, liegen einzeln und tief in man« 
chen Eingeweiden und hängen feltner zufammen; 
9h findet man fie auf diefe Art in unglaublicher 
Menge ^^). In feltnern Fällen hängen fie reihen- 
weis odertraubenförmig zufammen, ohtieaberGe* 
meinfchaft zu haben ^'^}\ doch giebt es aber auch 
hiervon Ausnahmen ^0< Bisweilen enthalten die 

gro- 

56) Einige Bemerknngcn (iber die Entftehan^ der Hydati- 
deii, vi)u O. K«/V, in äc/7'j Archiv für die Ph)fiol, ß. II, 
S. 4SI. 

57) von Uaen's Heilnnssmechnde a» «. O. S. 300, 
5I) Fohl 1. 1. pag. 139. — Richter a. a. O. S. 42$^ 
5f) Mor^a^ni l. 1. Epifc XXXVill. 37. 

60) RieJtcr S, 42t. 

^l) Bre/im 1. c, png. 2x7. fand bev eiu«»r F» .im eit>^ fnlclie 
l^Ien^e, dafs man damit eia^n dclieflt^I iiiut fi>ch eiiut;*3 
Schürfelu aniülUe. Ein andermal fand m.*u deren 9000 
Stilck; Commerc. Lit. ISoric. 17?!. pag. 271. — Oft fand 
man eine pauze Menge in einen Sack eingefchInfren;i*oA/ 
1. 1. paj;. 22<. — von Hoeit ii, a. O. S, 293, 11. m. 

42") z. B. N/c Tiil/jfi obl'. niedic. LiU. II. cap. H- — ^^^ 
tfto/iiius in Act. Hafn. VoL 1. obf, S, — Moroa^ni 1. 1. 
Ep, XXXVIJl. 44. 

6)} z. B. man fand bey einer Frau, wolcbe eine Zeitlan?: »n 
Krämpfen gelitten hatte und endlich an einer Art von 
r^ervenfieber ucftorben war, in den Wiodnngen de* Qe- 
liirus cuie grü(«erei und diey kleinere WaflerUialen; die 



io4 if^' ypn, dem LymphfYfieme. 

gröfsernHydatidcn eine Menge kleinerem fich^*). 
Manchmal fand man einzelne Hydatiden tief in 
der Subftanz eines feften Eingeweides, z. B. der 
Lunge, der Leber, fitzen ^*^), Uebrigens findet 
man fie an jedem Theile des Körpers, im Zellge* 
webe, in den Muskeln, im Eierftock, in der Ge» 
bärmutter, in der Leber, im 'Gehirn u. f. w. ^% 
Bisweilen find mehrere dicfer Eingeweide zugleich 
damit angefüllt, oder aberdeckt, bisweilen auch 
alle insgefamml ^7). Ueber ihren Urfprttog 
find die Meinungen getheilt. Ruyfch ^8) hielt fic 
für die ausgedehnten äufserften Enden der Blutge- 
fafs^e. Wharton ^') glaubte: dafs fie aus Drafen 
gebildet würden > deren Ausführungsgänge ver* 

ftopft 

gröfsere konnte min nicht nnterfuchen , weil fie dnrdi 
• UnvoiTichtipkclt zerrirfpn \V4r ; die kleineren aber luki. 
tndn mit den Ly.|iiplig»*f«<Tsen der weichen Hirnhaut lo- 
Lmmenhüngen und ein Fortlaufendes Günze bilden. Im 
AdergeHechee fand man noch mehrere kleinere Bla&D» 
iäeren Waffer beym Heransnehmen durch das dentlicb 
Vor Angen liegende LymphpefäT« h*»rAn.slieF. Unterband 
man das Aderj^eflecht und blies Luft dnrrh das Lymph- 
gefafs, fo dehnten fich die tllafcn aujj. Hti/e/amf/ Jour- 
nal R. V. S. gi5. 

164) Richter S. 428. — Commcnt. Petropol. Vol. 1. pag. 37J. 

«5) z ß, Morgagni Kp. XXXVIII. 59. 

^i) Dif* weiteren Helope zu cK^fer Zeichnung habe ich hier, 
der Kürze \v?(ten , weprjrelaffen , da ioli fie an den befnn- 
dern Stellen, \vf) fic hinaclioren, \vie«Urhnlen miifste. Ich 
Verweile liier mir nnch auf: Lambstna vfntv'is Puxiis mul- 
tiplex. Aniftol. 1756. — de Haeii a a. O. — Sö'mtAertn^ 
de mfub. vaf. abf. J. XLVlli. pag. 13 1 ff(. — p'eit a.a.O. 
S. 486 h. • 

^57) f. Morjsfcnini Ep. XXXVill. 55. — Bo7/e//Sepnlcr. anjt 
Üb. lll.'Sect. XXI. obf. 21. J. 6ett. Sect, XXXVII. obf 
111. i. t2. 

^S) Opp. omnia. Toni. 1. pag. 15 fq. — <ry/rj^. Thelaur. anat. 
VI. expl. Tab. V. — Derfelben Meinung ift auch Scha- 
cher ; de virgin. afcit. poft paraeent. pnrpur. malign. tx- 
tintta. Lipf. 1725. 

*9) Morgapii l. 1. Epift. XXXVill. f. %%. ^ Stfmmering 
Ich eint tue Ter Meinnn* nicht abgeneigt zu feyn, wenn «r 
L c. § XXll. pag. 4s. lagt: „immo glandulae ipfae in hy- 
„datides abeunt.*' 



A* Die Lympkgtftfse^ 5o5 

opft wären. Portal"^^) glaubte, jdafs fic aus Zell- 
ewebe gebildet würden. Die Mehreften, und 
ntef diefen vorzüglich Letjom. 7i), Cruikfhnnk ^^\ 
ömmering '^^) und Rudolph I7i^j behaupten: c'aft 
e varices der Xy mphgefäfse wären. Et 
lit diefe Bemerkung gewifs in mehrern Fälleni 
efonders da, wo man fie traubenförmig aneinan* 
ergereihet und in Verbindung antraf 7^), Aber 
on denen, welche frey, ohne allen Zufammen- 
ang, in verfchiedenen Höhlen und Säcken, ja wo 
ilbft kleinere Hydatlden in gröfsere eingefchlof- 
«find, kann diefe Meinung nicht gelten. Voo 
iefen gilt vielmehr die Vermuthung, welche 
"eil 7^J vorträgt. Er glaubt nämlich, dafs dieHy«^ 
atiden als neue Produkte der Organifationskraft 
er Natur, und nicht als Produkte fchon vorhan- 
en gewefener deforganifirter Theile zu bctrach- 
!n find. Der Stoff, aus welchem ihre Häute ge* 
ildetfind, fey ausgefchwitzte plaflifche Lymphe: 
s ift ihm wahrfcheinlich, dafs diefe Häute durch 
ine einfache Gerinnung der Lymphe entftchen, 
nd dafs diefe Gerinnung lagenweife erfolgt, alfo 
ine blätterigte Kriftallifation fey, wie wir diefcl- 
e an den in Thierkörpern erzeugten Steinen, be- 
lerken. Es mögen dabey auch alle Hydatidcn 

nicht 

70) in den Hemoir. de Tacad. de Scienn. 1770 p^^, 54^, 

übeiT m d. Samml. auserlef. Abhandi. für priikt.Aerzte. 

ß. IH. ÖL lil. S. 109. 
71} Memoirs of tlie medic. SocieC ofLondon. VoLlI. Lond. 

17S9. pag. 52. 
72) a. a. O. S. 8?. 
75^ J. c ♦. X1.VIII. pa^. 15a h- 
7Ö ^- ^^ Rudo/phi rcl|>, J. H. Carter de ventriculis ccrc- 

bri. Gryplii-^. 1794. 
Ti) f. «. o. die vorher Anmcrk. 63. «us Ht{felmntt4 Jour- 

iwle angeE. ßemerkung. 
76) in ReiV^ Archiv «. a. O. S. 494- 



5o6 1^^ * Koii dem Lympkfyfieme. 

nicht auf cimnal entftehen, fondern immer fort- 
dauernd erzeugt werden. Dies erhellet im Veit- 
fchen Falle (wo fie fich beftändigj £phoa bey Leb* 
zelten des Kranken, durch einen Abfcefs heraus- 
drängten) aus der weichen, gallertartigen Befcbaf* 
fehheit ihrer Häute und auch aus ihrer Menge, 
welche mit der Dauer der Krankheit und mit dem 
Innern Räume des Abfceffes in keinem Verhält* 
nifTe flehen würde, wenn man eine lange Präexi* 
ftenz derfelben annehmen wollte; es erhellet auch 
ferner aus andern Fällen, wo die Materie 'in ihoen 
verfchiedenartig befchaffen war, in einigen dicki 
in andern dünn, eiterartig, gauchigt, kryftallhell 
u, f. w. und wo auch die Häute bey einigen düo* 
ner, bey andern dicker waren. 

Es giebt auch Wa fferblafen, welches 
wahre Würmer find 77) , wohin man auch dic^^ 
welche in den Köpfen der Schafe 78) und der Eio« 
geweide anderer Thiere gefunden wurden, befon« 
ders die Finnen der Schweine, rechnen mufs 79j. 
Es enthällt aber auch nicht jede Hydatide einea 
Wurm, wie manche glauben, und es ift auch nicht 
jeder Wurm in einer Hydatide ein Bandwunri 
fondern fie enthalten auch Ascarides und Fafcio« 
las 8^). 

Die 

f7) P. Ch. F. Werner ctF. Lh, Fifeher verminm intcftinaliiini 
praefertim teniae humanae brevis expolitLo. Lipf. 17I3. 
11. 17%6. — F,Lh. Fifeher teniae hydatigenae in plexu cbo- 
rioLdeo iovenue lüftoria. Lipf. I7gy. — F. A, Treutier 
obfei vat. anatom. pathol. Auctuariiimadhclmindiologiia 
huuiani corporis continentes. Lipf. 17J). 

7f) N. CLeske Anfangsgr. der iS'aturgefchichte.Leipi, 1715. 
79) y.A.Eph, Götze Verfucli einer Natu rgefchiclitc derlin. 

geweidevirürmer tbier. Körpar. BUnkenbiug 1783, 
%d) Rudolpfti de ventriculu cerebri 1, 1« 



A* t>ie Lympkge/Sfse. Soiy 

t Die Lympligefäfse finden fich oft veren* 

i gert und zufammengefallen 8i). Wrls'^ 
I berg 8J) konnte oft die grofsen Geflechte im Be- 
1 cken nicht entdecken. Halle *) fand bey einem 
I an Atrophie geftorbenen Frauenzimmer faft gar 
f keine Sput von Milchgefäfsen im Unte^lcibe. In 
\ der Leiftengegend zeigten fich trockne, mattwei- 
fse, ziemlich feite Fäden, welche Nerven glichen» 
und hier und da nach Art der Nervenknoten aufg«* 
laufen waren; dies waren die lymphatifchen Lei- 
ftendrüfen mit ihren Lymphgefäfsen ; übrigens 
waren fie an keiner andern Stelle bemerkbar« Oft 
cntfteht eine Verengerung durch einen Druck, 
z* B. durch eine Gefchwulft, durch Schwanger« 
fchaft u« f. w. Daher fieht man fo häufig die FQ« 
lie bey Schwangern anfchw^llen, wegen des Drucks 
des ausgedehnten Uterus auf die Gefäfse des Be- 
ckens S)). Durch den Druck von GcfchwüKten^ 
welcher die Gefäfse auf einer Stelle verengerte und 
den Durchgang der Lymphe hinderte, fall man 
eine wäfsrichte Gefchwulft eutftchen 84) und über- 
haupt hängen wohl die meiften Waffcrfuchtea von 
einer , durch Druck oder Verengerung verurfach- 
ten, Hindemifs des freien Umlaufs der Lymphe 
ab «0- 

Die Häute der Lymphgefäfse find oftmals 
JA einem welken Zuftande S^). 

Manch- 

%\y AffaJini a. a. O. der Dresdner UebarH S. 40. — SammL 
auterlef. Abhandl. iür prakt. Aerzte. B. VII. S. 9. 

53) a. a. O. S. i6g. 

*) Memoir. de Tinfcit. nation di^s Scienc. et arts. Vol. I« 

5ag. 5)6. SammL iiXv prakt. Aerzte. B. XIX. S. I16 fg. 
Vergl. Haafe 1. c. pag. 2g. 

54) Sbmmerinfi de murb. vaT. abforb. pag. 126. not. d. 

55) Man vergl. die kurz vorher aus IVrisherg angeführten 
l'alle. l^tTtxtr Mascagni S. 26rg. — QruikfhünkS,l0^ili. 
— Bqfilewiifck L c. 

%g) WrUbcrg a. t. 0. 8. US. , 



S«8 ly» Vt>n d0m Lymphfyfteme. 

Manchmal waren fie knorplich und gar 

verknö'chert87). 

In den Lymphgefäfsen find manchmal wider- 
natürliche Materien enthalten. So findet 
man. blutige Feuchtigkeiten, felbft rei* 
n e s Blut in ihnen , DefauU 8S} feod in dem 
Bruftgange eines Pferdes, bey welchem eine grofse 
Menge Bluts in die Unterleibshöhle und das Zell- 
gewebe durch eine Quetfchung ausgetreten war, 
(eine röthliche> mit Blut gemifchte Lymphe. Sa* 
hatier ^9) fand manchmal theils flüffiges, thella ge- 
ronnenes Blut im ductu thoracico. Sömmering ^) 
fand nicht feiten wahres Blut in dem Bruftgange 
wenn irgendwo im Unterleibe oder in der Brulit 
Blut ausgetreten war. Ein gleiches bemerkt Mw 
cagni 9')'$ fo oft er nämlich rothe Lymphe, oder 
Blut in den Saugadern fah» eben fo oft fand er audi 
eine ähnliche Flöfßgkeit in den Höhlen, aus wel- 
chen fie entfprangen. In zwey Leichnamen, ia 
denen die Blutgefafse durch eine Verwundung zer* 
riffen waren und Blut in die Brufthöhle ergoffen 
hatten, fand Derfclbe^^) ebenfalls die Saug- 
adern , welche die äufsere Haut der Lungen, die 
obere erhabene Fläche des Zwerchfells und die 
Zvvifcheiiräume der Rippen durchftreichen, inil 
Blut angefüllt. Desgleichen fand er in eioem 
Leichnam, wo die iVlilzblutader zerriffen war, 
viel Blut in der Unterleibsböhle und dieSaugadera 

aaf 

$7) Mascagni a. a. O. S. 43. — TVrishfrg- a. a. O. S. l6i 
— Sömmering de raorb. v. abf. }. XXIll. pag. 45. 

t%^ Weidntann.K Abhandl. über den Brand der Knocli^ 
Ueberf. Lcinz. 1757. S. la 

$9) Memoir. ae Tacad. de« Scicnc. Par. I7S0. 

90) zn Bat/Ue S. 61. lU. und de morb. VäL abC f. XXL 

p«s. 3t fq. 

91) deutfclie Ueberfctzung. S. 19. 
93") ebendalclblt S. 37. — SOmmering de morb. Tat a^ 



A. Die LymphgffBfie. .£09 

auf der Oberfläche der Leber und der Gedärme 
damitangefülltund eben fo fander auch die Lymph- 
gefäfse der Eingeweide und auf der Oberfläche der 
Bauchhöhle in einem andern Leichname, wo Blut 
in den Unterleib Geh ergofien hatte. In allen die- 
len Fällen waren die einzelnen Aefte der Saug- 
adern nnd ihre Stämme nicht nur mit Blut ange- 
fallt, fondern fie ftrotzten auch fo^ar von diefem» 
In einigen Füllen waren fogar auch diejenigen Ge« 
fafse gleichfalls mit Blut angeralit, welche von (fen 
Prüfen felbft zu andern und wieder andern Drü- 
fen bis zu dem Milch bruft gang fortgehen. In er- 
würgten Thieren oder gextaltfam getödeten Men- 
fehen fand man die Lymphgeiafse der Milz und 
der Bauchhöhle faft allezeit mit Blut angefQllt 9)}. 
So fand auch Crinkfhank 94) bey Thieren undMen- 
feben, welche an einr^m Blutauswurfe geftorben 
waren, mehreremäl die Lymphgcfäfse der Lungen 
von eingefaugtem Blute angefcliwollen. Selbft bey 
Entzündungen fand man die Lymphgeiafse voll 
Bluts. Cruihfhank 9^) bemerkte die lymphatifchen 
Gefafse der Gedärme folcher Perfonen, welclie an 
einer Entzündung des Darmfell.9 und der Gedärme 
geftorben waren, mit Blut angciüllt. 

Wahres Eiter fand man in den Lymphge-» 
jßEien der Lungen folcher Perfonen, welche an der 
Lungenfucht geftorben waren 9^). 

Galle 

^3) Crulhfhmnk in d^r dtutfelifn UebeiT. S. 45. 

54) a. a. Ö. Kap. Vlll. 8. 57. Kap. X. S. 45. 

55) Reinarks on ihe abfoi ption of Calomel from the inter- 
nal furldcc of tlic maurh; in a lettre to Mr, Cfare^ by 
WilL Cruikfhartk, Ucberf. in der Samml. au^'^rlcr. AbK 

•für prakt. Acrzte. B. VII. S. 650. -* Vergl. deiTeu Oeiiab. 
der Saiigadern, d^r dentfchen Ueberf. Ö. 45. 
y€) Sömm$rini d« raorb. vaf. abf. pag. II. 



5io ly» Von tUm*LYmphfyfieme. 

Galle enthielten die Lymphgeßfse derLe» 
ber und anderer Eingeweide folcher Gelbföchtigeii, 
in welchen die Galle, bey verftopftem gemein* 
fchaftlichen Gallengange zwifchen den Oeffiinn* 
gen der Gallengängc Geh befand 97), Saunders *) 
unterband den Lebergallengang und fand daranf 
die Lymphgefä'fse bis in den Bruftgang mit einer 
gallichten FlQffigkeit angefallt. 

Aftley Cooper **) fand den Bruftkanal einige- 
mal verftopft, und mit einer krankhaften Ma» 
terie angefüllt. Jedesmal erfetzten anaftomofiren« 
de Saugadern diefcn Kanal und verhüteten die töd« 
liehen Folgen einer folchen V^crftopfung. Im er- 
ften Falle wurde die Verftopfung durch eine ge- 
ronnene, kaTigte SubftanZp wie man Ge in fkroftt- 
löfenDrtifen findet, verurf^chf, indem fie 6ch zwi* 
fchen die Blatter der hohlen Klappen gefetzt hatte. 
Im zweiten Falle war der Kanal durch eiaen 
Schwamm verftopft, und in dritten war er, fo wie 
die Saugadern der Hoden und Weichen, mit einer 
breiartigen Materie angefüllt ; feine Häute waren 
dabey verdickt und undurchfichlig. 

Mit knochichter Materie angefüllt find 
man die Lyniphgefäfse befonders bey rachitifcben 

Kin- 

yy) Portal von clen Krankheiten der Lrber in den Memotr 
de Tacad. dcsScienc. 1777. pag. xo/.Ueberf. in der Simml f 



aiiscrlef. Abhandl, für p) akt. Aerzre. B. VlIl.S. 9. — /ir I 
drce cbendaf. Li. XIV. S. 259. — Haafe 1. .c. cap. VI.p^. / 
24. — Ajfalini S. 29. — iSruihfhank S. \7. — M^scngd \ 



S. 2g. — Journal der ai»Und. med. Lit, B. I. S. 46^ j 
*) Abhandlung über die Syiiktur der Leber. Dresd. 1'!% j 
§. 45. S. 65. ' 

••) Medic. Hecords and ReftarcliMr Lond. 179I. VoL l 
. pa£- 144- — t^ciPs Archiv für die Phyfiologic. B. V. 1 
157« — Ifciißamtn und KofcnmUlUr'4 Beitragt fflf di| 
Äer^Ued« un^skimft, B, i. S. 47, 






A. Die Zymphge/^fie. Sil 

Kindern 98) Cheßon 99) fand den Milchbruftgang 
t)ey einer fpina ventofa des Sitzbeins von ei- 
acr kno.chichten^Materie gänzlich verftopft. Auch 
)ey andern Subjekten fand Affalini *°^) den Milch*,. 
)rufrgang fchr häufig mit einer erdigten oder kno* 
rbichten Subfianz angefüllt. Im Fall einer folched 
^erftopfung diefesHauptkatialsfah man denMilcli- 
aft feinen Weg durch die Milchgefäfse, welche 
Dit den Lymphgefäfseji der Leber zufammenhän- 
;eD; nehmen und aus dielen in die Schlüffelbeins* 
Jatadejr der rechten Seite, oder durch die iiaai* 
Ichen Gefafse zu dem obcrn Theil des Bruflgan» 
;es gehen und fo in die linke Schlüffelbeinsvene 
elfngen 0* 

Steinigte Konkretionen fand man häufig 
B den Speichelgängeii linter der Zunge ^). Von 

einer 

f%) Fries de emollitione ofnnin. -- Summüring 1. c. paf. 
f6. — Affalini S, 40. — Heine ttiir. cit^ 

59) Philc.r. Trdiir^act. 1710. Vol. J.XX. 

lOO) S, 40. • — Cruihfhauk S. 74, 

l"> Affalini S. 4K 

9) Ger, Blajii obrerv. aiiat. pract. pag. I19. "^ tjusJ, obf» 
med. rar. Obf. XIV. pag %l. Tai». IX. Fig. i. — Rii^erii 
oblerv. a\ed. »ü«. 54^. 426. — Vintcii »^bf. Lib. U pag, 
995. — §chcnkii t\\A. med. rar. I.ib. I. p. 990. — Schnei" 
tUr 6^ tatarrlDS. Llb. IXI. c.:p. VII. p.ij;. 2?S- — hchtcti- 
«7 Litliüloj^ia cjp.ll.^. 17. pa;». iii. — Tbilof, Transdcr. 
for tlie ycar 1749. n. 4^1. obf.' i. — Cnmmpnt.LipC XX» 
3a6. — Commerc. Liteia--. .An. VHU pap. 165. — Alifc. 
Wat. Cm*. Dcc I. An«. 111. obf. 1. Iplieni. Cuiit.]^, c bf. 
79.'— Journal de Med, Tum. XXlll. nag. 455. — £!ler 
in Memoir. de Tavad. de Scienc. de Fierl. 1755. p»|L 24. 
Coli. Acad. part. etrang. Tom. IX, nap. 85. — Sah^rer 
de caiculis e dnctn falivali exoi^tis Aijjent. 17^7. iiifiaA 
ieri difp. pract. Vt»l. I. 11. 34, — HandttML^iVxVL, de cal- 
cnlo in gtaiiduUs fiibliiiejiii^libns reperio. Koft- 1754. — 
Hartmann Progr. calciil*. fnbliiiguaiis nnpernm Tpioüdam. 
cxemplura. Francof, I7l4» Nov. Act, Nat. Cur. Tom, Hl. 
pag. 4. — Oio/ AcrelTs cbimvg. Vorrallc. B. K S. Sil, 
— Hu/e/and^s Journal der prakt. A. K. B. II. S. «i). — 
Tiiius Progr. de calcnio i'alivali fpoiite excieU), Wiuenb. 
1794; «-• Hilcoria^ f^ltcmatLs fdUv^iUs ph^^iioi« «t path«L 



6i3 IK. VoH dem Lymphfyfte^ne* 

einer foIcIienVerftopfung desSpeicbelgangs durc 
einem Stein, entfteht gewifs fehr häu6g die F r o f c I 
gefchwulft, indem dadurch die Aufammiui) 
des Speichels fehr häufig und die Ausdehnung di 
Oefäfses fehr grofs wird ^). Manchmal werde 
diefe Gefchwülfte aufserordcntiich grofs; einmi 
enthielt eine ein Pfund fandichte Materie ♦). 

Des Genettes ^) fand bey> einem an der Loi 
genfucht gcftorbenen Marmor- und Gipsarbeitf 
nicht allein in den Bronchien und dem Zeilgewc 
be, fondern auch in den lymphatifchen Gefifse 
der Lungen fteinartige Körper. 

Sogar in der cifterna chyli will man eioei 
Stein gefunden haben, welcher fie verftopfta^ 
Allein Sömmering 7) hält diefes Steinchen ft; 
nichts andere, als ein verknöchertes Stück eine 
Saugaderdrüfc in der Nachharfchaft. 

Walter ^) bildet verftcinte Lymphgefib 
ab, die aber vielleicht nur zu den knocbicbtei 

Koa 

eonfiderati, anct. 7. B. Sichold.c. Tab. II. aen. Jen. 1797 
— Sandifort JViiil: aiiat. Vol. I. Sect. VI, paß. 275. n. D 
pag. 2«0. n. III. Tab. CXIV. Fig. 3. 9. 4. — Cotlom 
ocnv. cllir. pa». 304. 

%) Schenk ii oljf. 3S8» — StaJpnrii vaji der f^'iel ohL t 41 
Cent. I. obf. XX. pap. S7. — J. 7- Siahl de rannla firl 
linj;iia fpeciali ciun cafn. Erf. 1754. iwHtiUeri cell, difp 
ad Jiift. et cur. morb. fac. Tom. Vll. Part. I. pae. 564 
-^ Aerell u. a. O. B. I. Kap. XIX. S. 172. — kickttr'^ 
Anfangs^!-, der Chirurgie. B. IV. Kap. I. S. 2 fg. — Cam- 
per in bamml. auserlef. Abhandl. lür prakt. Aerzt». B. 
XVI. S. 4Ä4. — Ad: Murray refp. Loäta diiT, de tutBc- 
libiis lalivalibu.«. UpJ', I7S5. deutfch in der neuen Saaat 
Mu.serlef. Abii. für W. A. St. XIII. ö. »$4. 

^ /e Clerc in Memoir. de Vacad. de CJiir. Tom. V. p, 417. 

{) Journal de Medic. 1790» Juin. — Hufelands Kuxü^ 
der fran2«r. A. K. ß. I. n. XX. S. IJ5. 

4) Scherb de calculo roceptaculi chyli, hydropxs caolli« *^ 
Ha/ / er i collect, difp. pract. Tom. III. pag. 5)5. 

7") zn Baillie S. 6l. I. 

a) Memoir. de Tacad. des Soienc k Berl. 1717. ^ai.^!. 



A, Die Lymphgqftfee* 5i3 

Konkretionen gehören, von welchen ich fchon ge* 
redet habe 9). 

Mit Luft angefüllt fand Mascagni w) rfld 
Lymphgtfilfse der Bruft und 6e^ Unterleibs einod 
Menfchen, welcher an einer Vergiftung gehorben 
irar ; ebendaffclbe fand er auch bey einigen , die 
in DarmentzChi düngen gcftorben waren. Es ift 
dies aber wahrfcheinlich nach dem Tode, entwi« 
ekelte Luft "). 

Wunden der Lyrrjphgefäfse, befonders auf 
dem Rücken, der Uancl und des Fuftes oder nahe 
an GcieLken, find nicht feiten *2), Aus ihnen er- 
folgt eingröfserer oder ein geringerer Abfluls Ijm* 
phatifcber Feuchtigkeiten, Man fah fiein unge-» 
beurer Menge ^usiliefsen , einmal mehr, als fünf 
Kannen in drey Tagen *5), Solche Wunden hei- 
Itn deshalb unendiich fchwer *4). Oft gerinnt ' 
diefe Lymphe und bildet gleichfam einen weislich« 
teh Schwamm *^), Nach Verletzung des Milch- 
bniftgangs, oder eines groCsen Zweigs desfelben, 
tDtftand eine Fiitel, aus welcher eine, dem Milch- 
Jtfte ganz ähnliche Feuchtigkeit berausflofs ^^). 

J) vorher S. 508. Anmerk. %7, 
10) a. a. O. S. 2S>. r r # * 

^I> Ver{?l. Sönimtritig de morb. val. abf. f. XLTX. p. It^fq. 
U) A. "Such ilvi vtilnciibus \ jfojiim lymfiliaticorum, in Jei- 
ftCii l'X|KMiment. cljiiuij:. Liitrd. Hat. 1753. cap, XXVIII, 
— Joann. Mu\s de viiluere varciiU lyinjihatici, in feiuer 
Piax. med. chii nrg. Amfr. 1Ä95, Dec. VI. obf. lll. ptg. 
340. — Sommering 1. c. {. XXVU. pag. 53 fq, 
IJ) A/rafini ü. a O. S. 43 und 7<. — Verpl. Uitck 1. c. — • 
Muys 1 c, — Hallet' de corjj. Iiuman. Fuiicc.Toin, I. pag, 
31t. — Schreiers ßeitrJ'g«. B. 1. S. 184. 
U) Af'fafiui S. 41. 

15) Heivfon Fju^evimetit, fiiquir.Part. ll.pajj. 20?. — Mon' 
ro Wvdic. Effava. Vol. V. n, 17. — Samml. auieilef. Ab- 
handi. Inr prakt. Aerzhi li. IV. S. 35S. — Ludwig zu 
Cruihfhanh S. HO, Anin»M k •*). 

16) Fr.Hv//'manndiiX,de iiicci iiiitritüex pectore i'tiUicidio, 
^^»suUf^d.paihoLAnat.B. i. Kk 



5l4 "^* ''<*'* ^^^ Lymphfyfietnt. 

Uebrjgens find diefe Wunden des Milchbroftg« 
gewifs allemal tödlich, wenn auch nicht imn 
plötzlich, doch gewifs nach und nach, da c 
Milchfaft ausfliefst und daher dem Körper derNs 
rungsfaft entzogen wird. 

Durch Gefchwüre werden die Lympb| 
£äfse zerfreffenund ein ftärkerer Ausfiuls von Ai 
n^rer Oauche verurfacht '7). 

Durch Quetfchun gen können dieLymj 
gefäfse zerreifsen und den Milchfaft, oder« 
Lymphe in das Zellgewebe oder in die Höhlen c 
Körpers ergiefseh , je nachdem ihre Lage ift. 
jenem Falle entstehen wäfsrichte , oder auch U 
artige Oefchw ülfte «8), Hierher gehört der mei 
wrtrdige Fall , welchen Lentin '9) erzählt. Er 
folgender : Ein Müdchen hatte eine hier und da v 
bis fünf Zoll dicke Gefchwulft, welche die gai 
Fläche, vom grofsen Bruftmuskel an, fo weit 
mir dieBruft bedepkt, unter dem linken Art 
unter und über dem Scbulterblatte, belegte u 
dem Drucke des Fingers fchwer nachgab, 
hatte die gewöhnliche Farbe der Haut, bis ^ 
die Gegend der Schulter, welche blutrOth ausf 
weich und fchwappend war. Sie konnte V 
neUrfach angeben, als, dafs fie ohngefähreinVi 
teljahr vorher ein fchweres Stück Holz auf < 
Schulter genommen habe), diefes ihr fchwer a 
gefallen fey und einigen Schmerz in der Gege 
des Schlüffelbeins verurfacht habe. Einige W 
cheü nachher habe fie ap der letzten wahren R 
pe der linken Seite einen Knubben bemerkt, w 
eher fich fchmerzlos habe hin und her fchieb 

laff 

17)" Mascagm S. 49, 
i%) Ajyaliui S. 44. 

1^) Hevtidj^e zur lusübcnden ArzneywiDTenfchaft. B.l. 
^\1 Uiid H^ %• 



d. Die Lympkgtsßfti. 515 

fcn und immer gröCser geworden fey. Sie ftarb. 
m fiind ia der Gefchwulft ein weifseff, fettiges, 
e Gehirn anzufühlendes Magma und in demfel* 
n einen Strom Bluts. Alles wog zehn Pfund, 
e Quelle des Bluts konnte man nicht aufßnden. 
jnUrfprung des weifsenMagma*5 aber fand man 
einem Riffe der Schluffelbeinsblutader, juft bey 
' Einfenkung der Milchader, welche den Chy« 
I dadurch ergoffen hatte, der nach und nach 
rch feine Anhäufung jene Gefchwulft bildete. 

BrambWa ^^) leitet von einem folchen Lymph« 
rufs die Entftehung des G li e d f c h w a m m s her. 

Im Zweiten Falle entfteht eine Anhäufung voa 
iclitigkeiten , welche zu einer wahren Waffer« 
bt den Anfang machen kann ^'). BaJJius ^^) lei'* 
von einer Zerreifsung desducturtboracicus den 
eoannten Hydrops lacteus her. Morton ^0 
let die Urfach der Schwiaiffucht in einer Zer* 
[sung der Milchgefafse d^r Bruft, 

Sie zerreifsen auch bey fchweron Gebur« 

'4), oder bey Verletzungen der Eingeweide* 
fand Mascagrii ^^) in dem Leichnam eines Kna» 
is von vierzehn Jahren den Zwölffingerdarm 
riffen^ die Untcrleibshöhle mit einer milchar* 
•n Materie angefüllt und diefe Materie von deoi 

der Oberfläche liegenden Saugadern aufgefogen» 
Kk 2 Sitt 

}) Abbindl. der «edle, cliir. MiUtair-Akad-irt Wen. Ö. I» 
§ j4 1^ ^ Vcrgl. oben Ahfcnn.U. D. S. Sd \{:. 
") f«t Siuittcn ct)mment. in Boerlenvii aphur. Tom. IV, 
pag. IB9. — Hflq/tf^-c» c^p. IV. pa*^. «. — ^fJ^^Uni 6.$«» 
— MelzUr difr. de lj>dro[)e. pag. 2| 
:) Obf^^vat. Dec. 11. nbf, 2% 

) R.Morion pbtljifioluj^U. Lnml. Ift^V. DebeiT. Ht?lml\:i, 
,^jO. — lyofMid Mwif «H theDi*opfy» ()a^. fl}* d^iidUil 
Leipz. X777' 
) A(/ulim 6. 9^ 
-) «. A. (X S. 37. 



5i6 iy» Von dem Lymphfyftem^. 

/■ 
Sie war in ihnen bis zu den Stummen und Dr( 
und Über diefe hinaus^ fogar felbft bis zum Mi 
bruftgang durchgedrungen« 



B. Die Brufen '«> 



«• Von -den Drüfen überhaupt* 

Oft variirendieDrafeninihrerAnzj 
und Lage. DieCowp erfchenDrüfeo fahA 
gagni ^7) fehlen und öfters krankhaft; inzwifc 
ift von ihrer krankhaften Befchaffenheit W( 
oder nichts bekannt, da fie iriel zu klein find 
Gewöhnlich endigen fich die Oefäfse der unt 
Cliedmafsen in zwölf, bisweilen in zwanzig, 
aber auch In wenigere DrUfen*, ja auch nur in 
iie einzige ^?). Haller fah vierLeiftendrüfcn, ff< 
fon fieben und Wharton acht ^^). Hewfon fah 
ne kleine Drüfe am Schienbein, welche aber C 
ikf flank 3») für ein Naturfpiel hält. Am diel 

Be 

2f) Fr, Schröder diff. de lympba et glandulis patholoj 
conllder.uis. Helmit. 1686. — Camerarius de glan^ 
praeternatiiraliter ])atiilis. Tnbinif. i68p. — (Jir. / 
Run/ difp. de morbis ex ftiictin a plandnlariim nra< 

- iiaÄirain natis. Tnbing^. 1694. in Hallcri coli. difp. 
morb. liift. faC Toni. VL pag. 1 U^. — Watkcr diu. 
morbis glandiilanun. Ediiib. 174}. — Dietrich de inoi 
glandiilarnm. LLpf. 1759. ^ Tr. Jac. Riefe de glandii 
Gieff. 178I. — y. C. Szornhathi de morbis glandnlai 
recniidnm aetatps. Vien. 1782. — Hierher gehören «i 
iinch die meiften der oben S. 459. Anmerkiui{^ 14, afij 
führte*! Schriltfteller. 

27V adverfar. anal. Lib, IV. 15. 

2g) liai/Zte S. 199. 

29) Cruikfhanh übo f. von Ludwig S. C^ und Ilg. 

30) Haiicr de corporis humaui pari.fabrica. T0111.I. p.J5 

31) a. a. O. S. 117. 

) 



. B« Die Dril/en» Slj 

Äctne bemerkte Hunter J^) einmal ganz und gar 
keine DrOfen. Winterbottom ^5) fah eine Drüfe 
im Kanäle der Halsfchlagader. 

Die DrQfeD find der Verftopfung, An- 
liäufung einer fremdartigen Materie und 
daher entftehcnden Anfchwellung am häufig- 
ftcn unterworfen. Bald ift diefe Materie flüffig, 
gaucliicht,* blutig, bald zähe, talgartig, käfeartig« 
Die merkwürdigften allgemeinenKrank- 
Iieiten der Drtifen find die Skrofeln, der 
Scirrhus und der Krebs. Der Grund diefer 
Krankheiten liegt vielleicht, und wahrfcheiniich, 
mehr im ganzen Lymphfyftem, es fey nua 
meiner fpezifiken Befchaffenheit der Lymphe, in 
einer widematQrlichen Dickheit dcrfelben ^^), 
Oller in elnerSchwäche der Gefäfse H). Die Ae u f* 
Ter un gen diefer Krankheiten finden wir aber 
ftets liauptfachlich in den D rufen, und deshalb 
mflflen wir fie hier betrachten» 

In fkrofnlöfen ^^) Subjekten findet man 
die Drüftn mehr oder weniger ange fchwollen ; 
manchmal find fie ungeheuer grofs, fo, dafs fie die 
Verrichtungen benachbarter Thcile hindern. So 
findet man Fälle, wo durch eine grofse Anfchwel* 
lang der Halsdrüfen und RückendrOfen das 

Schlin- 

3») CruihfhaJih ebciKUfclbft. 

33") ailfert. de Vdfis ahfoib^iuibns. E<Hnb. l^gl. 

34^ Taranget in Journal de Medic. et Cliii urg. Par. 175J. 
Jul. art. 11. 

35) Kom'nff d« arTectibni fyrtematis lyn»]»batici Biorb«»fi«. 
pag. 67, — Sömmerin^ de m. v. abf. paj. 87. — BUzard 
in de» Ludicig/chen Uebcrf. des Mascagni. S. i6d. 

^i) C. G. TA. Kortum de vitio fcrophulofo. L'^ing. I7t9. 
deutfcb, ebeudafplbft 179;. -^ t(.ob, UnmiUijn Übf. on 
fcronbuluui aficctiüiis. l.ond. I7?I. de»i«cli Leipz. 1793« 
— Fr,A,H\'hcr von den Skioplielu.S«lzb. 1793- — ^^f^ 
mcring L c. |. XXXVII. pag. t4 f^ 



5ift IV* V^n dem Lympk/yftem0%^ 

Schlingen verhindert wurde ^); Verheytf^ 
fah, wegen eines, durch fkrofulöfe Anfchwellung 
diefer Drüfen verurfachten, hefchwerlic^hen Schhn- 
genS) den Toi! crfolf^cn, Cruikjhank ^^) fah von 
f krofuTlös angefchwoilenen Lungendröfen ein töd- 
liches Afthma entftehen. Man findet Atrophien 
wegen fkrofulöfen Oekrösdrüfen, tödliche Ver- 
ftopfung des Stuhlgangs oder erfchwer« 
te Oeburten, wegen ängefchwollenen Becken* 
drüfen ^\ Ueberhaupt f ollen, nach BaUlie ♦»), 
die cntfchcidenften Kennzeichen f krofulöfer Drü- 
fen folgende feyn: ße find erweitert, weicher, alt 
im gefunden Zuftande; oft haben fie beim Auf« 
fchneiden fo ziemlich das natarlicl>e Anfehn ; ai* 
lein eben fo oft findet man auch einige von iliBeo, 
die eine weifse, weiche, käßgte Materie, mit cl* 
was dickem Eiter vermifcht, enthalten ♦'). 

Am meiften find in äuftern Theilen die Hals* 
undNackendröfen, in de;i Innern aber dieGekrös« 
drüfea merklich bey f krofulufeti Perfonen aufge- 

fobwol« 

^Y) Boneti Sepnler. anatom. Lib. I. Sect, XXI. obf. 4- — 
JEphem. JSut. Cnr. Oiit.VUl. obf. XC. pair. 4.31. — Hm!- 
Itri ILlem. Pliyriol. Tom. HI. ^^<'^g. I18. i'om.V'I. pijr/IOO. 
• — von Gcmi.v in den Samnil. anseKlef. Abl>diidl. filr pr. 
Aerzte. B. IV, S. au. 593. 599. — J. Blculand obf.anat, 
med, de fina et mnrhnfa octophapi ftincti!«4. L. B. 1714« 
ejusd, cliff. de diFiicili ant impetUta alimeutarnm dfpr^l- 
iioiie. L. B. i^'iio, iibeif. in deri Samml. au.'^crlef. Abliaiiül, 
für prakt. Aerzte. R IX. S. (.76. — Tarcugei 1. e.p.250> 
•— t)as vcrliindcrte Schlingen hat auch andere UiTacliw, 
wovon heil) irh bey Refcnieibuag der Sohilddrüfe 
lind des Üei'o ph agus. 
' ^t) Anat. coip. hnni. Lib. 1. Tract. 111. cap. XIV. paif.^^ 
— Veigl. Rit^rch opp. aiiat, chiruig, Ton^ UK |»«6. ^ 

40) Sönimcn'jfg 1. C paj. 19, 

41) a. a. O, S. 59. 1X5 

4O ^' «*'^Sl» Cruikfkaitk S. 7$. — Sb'mwtcring L 0. p«J. y> 
HOC. (^. 



A Die Dri^e»* " ^ij^ 

s fehwollen ^^). Die zanächft unter der Haut lie» 

» fanden fehen bleich und fahl aus 44)« 

? Sie fchmerzen wenig, oder gar nicht ♦'). 

Je gröüser fie werden, defto härter und unb^ 
weglicher werden fie und wachfen feft mit den be« 
nachbarten Theilen und Oefäfsen zufammen 4<$). 

Mit der Vergröfserung der Drüfen ift nicht 
allemal eine Verftopfung verbunden; denn man 
bat goFundeni dafs durch folche vergröfserte Drü<* 

- feo das Qneckfilber ungehindert durchging 47). 

Der Scirrhus^^)y el>enfalls eine Krankheit 
dB% Lymphfyftems, äuCsert fich vorzOglirh in den 
Drüfen« Er ift Ton andern Drüfengefchwßlftea 
«od Verhärtungen, namentlich ven den Skrofeln^ 
deotlich durch folgende Eigenfchaften Terf<;hie^ 
den 4^) : Er befällt die glandulas conglome* 
ratas fccernentes 2. B. die Bruft, die Skro-^ 
fein befaUen die abforbirepden DrQfen SP). Bey 
ihm findet man die Gefäfse verftopft und gänzlich 
trerwachfen 5^), bey den Skrofeln (ndel fi^h gei-a^ 

4^) Cruihfhank S. lai. 125. •— Baffftc S. Uf* 

44) Sümmcring 1. 1. pag. 18-90. 

45) tht(t. paf:. S9. -* Cruikfhank S.\7U 
44^ Kortum 1. c. T(ua. I. pkg. 55. 

47) Cruihfliank S. 44. -^ Sommer tng zu BaitlitS. 11 5. A»« 
merk. 1>;. — efusei^demorh. vaf. abf. pag. 90. X40. 

4t) Mau Wie «Ue oben S« 464. Anm. 33. aji{«t:ruju-teii ScbiiJ'n^ 
ft^ller M»d: P. Bierchen ijitrnedes tal om kaevftskade»* 
fcFojihuloefe ocU veneri^ke Sitrs och Svullyardcrs i:;cji- 
kuiaaiide^ Scokb. 177$. -^ tV, Leurs ir> Piys verlunde- 
lingen bekroond doov hec Genoif hap tcr Bevoidt: in^ tA 
Amfceid. 1791. Tom. I« dontlch-in der Samml. au-erlfC, 
Abbaiidl. Uir prukt. Aerzt*. H. XVlll. S. 169. — Mut!:Ts 
AblidHdl. von deK Drüleiiverbartimg, bcCinideis C.%\ Hn'i- 
ftc. Leipzi^j I7l4» N«uc Sammle aiiserleC uud lUuefuAV 
hanUl. fili WuHdärzte. St. V. S. iCu 

49") WxiS^Siimmering U Q. pag, 105, 

5«S SiiiHrnering l. o. 11. l. 

51) ibid. r. a. — Siotl (Heilnnnsmtth. B, 111. Tb. lI.S.ClJ.) 
fand die Subrcauz; der Bi i-Itlchrlieo mebi ereoul« bart. 



5ift IF, Ven dem lymp^f^em^ 

Schlingen verhindert wurde ^^); l^erh^yn^ 
fah, wegon eines, durch fkrofulöfe Anfchwellang 
diefer Drfifen verurfachten, hefchwerlic^hcnSchliih 
genS) den Toi! erfolgen. Cruikjhank^^) fah von 
f kr.ofulös angefchwoilenen Lungendrftfen ein töd- 
liches Afthma entfteben. Man findet Atrophien 
wegen fkrofulöfen Oekrösdrüfen, tödliche Ver- 
ftopfung des Stuhlgangs oder erfchwer- 
te Geburten, wegen angcfchwollenen Becken^ 
drüfen ^). Ueberhaupt follen, nach BaUlie ♦')» 
die entfcheidenften Kennzeichen f krofuldfer Drü« 
fen folgende fi*yn: fie find erweitert, weicher, alt 
im gefunden Zuftande; oft haben fie beim Auf« 
fchneiden fo ziemlich das nat(lrlicl>o Anfehn ; al- 
lein eben fo oft findet man auch einige von iluiet, 
die eine weifse, weiche, käßgte Materie, mit et« 
was dickem Eiter vermifcht, enthalten 4^). 

Am meiften find in äuf«erii Theilen die Hals- 
lind Nackendrüfcn, in depinnern aber dieGekrös« 
drüfea merklich bey (krofuJqfen Pcrfonen aufgc- 

fchwol« 

^7) Boncti Sepnlcr. anatf>m. Lib. I. Sect. XXI. obf. 4. — 
JEphem. JVttt. Cur. Out. VIII. obf. XC. pau^. 451, — H«/- 
/ir/ Klem. PliyJloJ. Tom. lil. nag. I18, Tum. VI. paj:.'100. 
*— von Genus in den Samml. anscrlef. Abhandl, filr pr. 
Aerzte. H. IV, S. 2U. 395. 35>?. — J. B/ca/and obf.Änat. 
inf»d. de fani et mrirbofa ocfopha^i ftiuctutu. L. B. 17S4. 
ejuscu diff. de ditlicili ant itnpedifa alimciicanim depMl* 
ßone. L. n. i^'Jo, iibeif. in den Samml. anserlef. Abbaiid« j 
för prakt. Aerzte. R IX. S. 676, — Tareugei 1. c.p.:5& 
•— Das verliindcrte Schlingen hat auch andere UrfacIiWi 
wovon hf in M"h bey Befehl eibmvg der SokilddrCir^ 
iin d des O e i'o p h a g n s. 
' ^t) Anat. coi-p. I um. Lib. 1. Tract. III, cap. XIV. pBj(.l?9> 
•^ Veigl. Rit}fck opp. aiiat. cbiruig, Tom« IIK ptß. ^ 
•9> a, a. ü. $.'124. 

40) Sömmcrhtg 1, C. püg. 19. 

41) a. a. O, S. 59. 115. 

4O ^^'^gl» Cruikfkttnk S. 75. — SUmmtring L ©. paff. >> 
noc. f|. 



A Die lyrüfea* *" j[i^ 

iwollan ^^). Die zunächft unter der Haut lie* 
ndeii (eben bleich und fabl aas 44)« 

Sie fchmerzen wenig» oder gar nicht 49). 

Je gröber fie werden» defto härter und unb^ 
eglicher werden fie und wachfen feft mit den be« 
chbarten Tbeilen und Oefäfsen zufaramen 4^). 

Mit der Vergröfserung der Drüfön ift nicht 
lemal eiae Verftopfung verbunden; denn man 
tt goFundeni dafs durch folche vergröfserte Dtü-» 
1 das Queckfilber ungehindert durchging 47). 

Der Scirrhus^^)^ el>enfails eine Krankheit 
is Lympbfyfiems» äuCsert fioh vorzQglirh in den 
rufen« Er ift Ton andern Drüfengefchwßtftea 
)d Verhärtungen, namentlich van ckn Skrofeln^ 
iutlich durch folgende Eigenfchaften verfehle^ 
»n 49) : Er befällt die glandulas conglome« 
ktas fecernentes z. B.. die B^uft, die Skro«^ 
In befalleii die abforbireiKien DrQfen V>}. Bey 
m findet man die Gefäfse verf^opft und gänzlich 
;rwach(en ^>), bey den Skrofeln findet fi^h ^eta^ 

dft 

4^) CrtdJifhank S. Hl. 125. — BatlHc S, u?* 

44) Sömmering 1. 1. pag. |8. 90. 

45) ihid. paf:, 89. — Cvuikfhank B^\7U 
46^ Kortum 1. c. Tum. I. pig^ 55. 

47) Cruihfliank S. 44. -^ Sbrnrotering »u BaiHitS^ l\f^,Am* 
merk. 1;;, — ejusd,äf.morh, vaf. M. p-ig. 90. 140. 

48) Mau fche die oben S«464..Aiim. 33. angoi'üluten c>cbriJV.^ 
ftetlcr «od: P. Bicrcken iiitroedes tal om kaeiTt<kad^r"i 
fcFophulocfe ocU veneriske Sitn och Sviillu^pdcrs i:;eii- 
kajiaaude^ Scokb. 1775- -^ ^* Letir* in P> y^ verlunde- 
liiigen b€kroond door hec Genoifbap tcr Bevovdciin^ te 
Amrcerd. 1791. Tom. K doiitfch-in der Satnjni. «ueilpC» 
Abliandl. lyr pi^kt;. Acrzto. K. XVIU. S. 163. — 3/ii7/.-r'* 
Abliandl. von der Drüfeixvediärtimg, beCouders tle» Hrü- 
flc. Leipzi«; I7|4. Noue SamniK aiiscrleC uud ucu^ft.AW* 
handl. fil«- WiiHdärz.te. St. V. S, \4^\^ 

49^) VcrjjK Stimmiring 1. Q. pag, 105, 
5©S Saturn er ing l. o. n. I. 

51) i6irf. r. a. — ^fo// (HeitMnf;smttK BJlI.Th. II.S.21S.) 
fdiid die Su^ruu2^ der Brulucii'rheo mehrcAenuI« hart» 

«md 



520 ly. Von dem Lpnphfjfteme» 

de rtas Gegenthcil ^^). Der Scirrhus ift hock« 
rieht ^0> hart 54), enthält eine fcfte, weislichta 
oder braune Subftauz ^ mit einer .weifsen , feften 
Mei? bran umzogen ^5), "und gicbt, wenn er in den 
Krebs übergeht, eine dünne, fchwirzlichl«, frcT* 
fende, ftinkende Gaucha von fleh 5<^). Dabey fin- 
det man beim Scirrhus gewöhnlich nur eine DrQ- 
fe angefchwollen, bey den Skrofeln aber nicht fei« 
|en mehrere 57). 

DieScirrhen erreichen oft eine aufserordent* 
liehe Gröfse. Cruikfhank 58) fah die LendendrO» 
fen eines Mannes bis zurGröljse eines Kindeskopfs 
angefchwollen. Kaltfchmidc 59) fand eine ausge« 
fchnittene Parotis über drey Pftind fchwer. Eine 
glücklich ausgerottete fcirrhöfe Bruft wog dreiCng 
Ff4Dd ^®). Bey einer am Bruftkrebs geftorbenea 
Frau waren die Drüfen ^uf der innern Seite Atg 
Thorax £ehr gro&, einige fo grofs,wie ein Tauben* 
ey ^0. Durch grofse Anfchwellung der inwendi- 
gen Drüfen des Darmbeins und des heiligen Beijis 

kön» 

lind fowolil lii Anfelinng des Znfammftnhangs, als aucb 
der Farbe einem weiolicii Knorpel äjinlicli, fo, daf? nichri 
Ojganifclies in ihnen riclnba;r, londern alles ein homoge- 
ner lind hnorplicliter Kurpei war, Vergl. auch Mokreif 
hcirns Wifrer. Rritiii.;;c. B, I. S. 512. 

52) %S. vorher Anmeik. 47. 

59) Siimmerin^ piij;. 105. n. 3. 

54) ihid. pa;:. 105. n. 9, 

f5^ Baiilie S. 59. 
' 56) Shintnering 1, c. pag. 106. il. 

57) ibid n. 5. 

58) a. a. O. 8. 130. 

yj) Diff. de tiimorc fcirrhofo, trium. curti quadrante librt- 

rum.glandnla parotidi« cxftirpaU. Jenae 1752. 
6o> A, G. Hic/it(^r^'s Anfanfi-fgründe der WufularzneyVtnirc. 

ß. IV. S. ^99. — . Xe^^LSandifort Muf, anat. VoLL Sect 

V. pa- 25». n. VI. Tab. CiV. 
4l) P. Camper a. a. O. in Samml. ausei lef. Abhandl. fSr pr. 

Aerite. U. XI. S. 517, 



B. Die Drüfen. 5t i 

tödliche Verftopfungea dts Maftdarmrnncf 
linderniffe beim Gebären entftehen \ Cntik^ 
2) erzählt kwey folcbe Falle. 
»y Scirrhen und Krebsgefchwflren leiden 
irere benachbarte Drüfen mit und vergröf- 
! Gefahr. Daher erklärt Bierchen *') dea 
bey welchem die Achfeldrüfen mit ange- 
en find) für unheilbar. Ebendjes glaubte 
iinper ^4), wenn d^r Kranke einen ftechen« 
imerz an demjenigen Orte der Bruft habe, 
innern Bruftadem zwifchea der zweiten 
itten Rippe nach aufsen zu^uod nach der 
eben; dies fey nämlich das fich^rfteZeicheo t 
hon die innern BruftdrOfen vom Krebsgifk 
ffen wären. So foll auch der Krebs an der 
ppe unheilbar feyn > wenn die Drflfen un* 
Kinnlade angefchwollcn find ^^und.Schwe* 
^) erklärt die Ausrottung eines krebsh«fti-» 
dens für unnQtz, wenn die Sakmengefäfse 
iffen find. Inzwifchen finden diefe Gründe 
nmer ftatt. Denn ofl rottete man fcirrhöfe, 
rebshafte Brüfte ohne nachtheilige Folgen 
3nn gleich die AchfeldrOfcn angefchwolien 
^7j. Oft ift der Saamenftraog bey einem 
aflen Hoden nur fympatifch angefcbwol* 
Ebendies gilt auch gewifs in den meiften 
wo die benachbarten DrQfen eines ScirrhuSi 

oder 

a. O. S. 11^ 

a. O, — Vfjgl. leDran in Mf moir. de Ttcad. deChi- 

. Tom, in. J. 5. j>tg. ^7. — Lruisfkmnk S. 136. 

.1. 0. Saminl. fiir ])r. Aerxto. ti. XL S. 51H. — Söm-^ 

\n^ f.w BaiUie S. 61. V; 

icrcJic'i a. «L O. 

aktilVlie neob.ichtnn^tn über hartnackige und ein^a« 

/.elto vciierifche /.nlJlle. Wien 1786. S. 94. 

ja/ini S. 6a. — Sümmcring l, c. pag. II et 114* 

'j'alini S. 53. 



$a4 ly* Von dem Lymphfyfteme» 

Von einem Gefchwür in den Gedärmen 
fchwellea oft die Gekrösdrüfen an, und bey Lun- 
genentzündungen und Lungenfucht die Luugen> 
drüfen, weil die mit dem GefehwQr kommunici- 
renden Gefäfse die Entzündung zu den DrQfen hin- 
leiten S^). 

Von Krankheiten der Zähne, des Ge- 
hirns, des Kopfs, z. B. beim böfen . Kopfe,' 
fchwellen die Halsdrüfen auf S'). 

Bey Gefchwüren des obern Theils des Fof- 
fe$, der Kniekehle, de$ Schienbeins und bey 
fchmer^haften Hämorrhoiden fchwellen 
nicht feiten die Leiftendrüfen an ^^), ebenfo aucli 
beim Beii^frafs ^') und bey Entzündung des 

In vielen Fällen gehen die gefcfawolIenen*unct 
entzündeten DrOfen in' Eiterung über; folcbe 
CefchwOre geben gewöhnlich ein dünnes und 
Tchlechtes Eiter ton fich und heilen fehr langlam 
und fchwer. 

Bisweilen follen fie auch brandig werden; 
Chambon de Montaux 85) fand bey einem vierjäh- 
rigen Mädchen einen Theil derOhrdrüfe brandig» 

Di^ Drüfen enthalten häufig fremdartige Ma* 
terien. 

So findet man fie nicht feiten mit einer blu' 
tigen, gauchichten Materie angefüllt 8^). 

Stoll 

%0) Cruihfhank S. 121 und 145. 

Sl) elend, S. 12 5. — Sömmerlng 1. c. paj. 100» 

Sa) ^bend, S. li%. 

^5) J- Kragcin^h in Verliandeling van liet Genootfhap d. 

Heelk. te Amfterd. I7f ). Deel XI. pag. 94 und 100 tg. 
S4^ r«n den Bofch tlieoret, und prakt. Bemerkungen über 

dasMuskelver mögen der Htargefälse. Miinftcr 47t^.S.fe. 
%S) *. a. O. S. H4. 
SO Morgagni de fed. et ctul morb, Epifc L, {• 4t» 



B. Die Drüfem. S25 

)M ^ fand, bcy einer an der Schwinfifucht g«. 
rbenen und mit Driirengefchwüirten and Ge- 
iwflren am Hälfe oft behaftet gewefencn Frau, die 
ke Kinnbackendrflfe in eine kleine, mit Elter 
'flllte Blale verwandelt und ihre drQfigte Sub- 
nz verzehrt; mehrere HaisdrQfen enthielten 
er. 

In der Atrophie findet man die' DrOfen 
t Gekröfes angefchwollen und mit einer käßg» 
Materie angefüJlt W). 

Man findet die Drüfen auch verknöchert, 
»r mit einer knochen- und fteinartigen 
iterie angefüllt. Coopmntins^^^ i^rnd in der 
kcn. Seite der Bruft eine Drflfc, welche faft 
n- und knochenartig war. • Morgagni 9^) fand 
j einem dreifsigjährigen Mann in einer aufge- 
wollenen Drüfo der Bruft eine kalkartige, 
•te Materie. Blafius ^'J und Sandifort 9^) fan« 
1 einen Stein in der glandula lacrimaiis. 
einer krebshaften Unterlippe fand Blafius 9J)^ 
1 in den HaisdrQfen Hörer 94) einen Stein, 
n Geuns 95) fand amOefophagus zwey ftein- 
te DrQfcn, von der Gröfsc einer Hafelnufs, 
Iche denfelben ganz zufammendrückten. Man 

fah 

Heiliingsmetlicae. B. VII. S. 171. 

\) Diemerhroth anat. coi ]>. Jjiiin. pag. 29. 

1) Mttiiro iieuroloi'ia Ut. vert. c. euuinieiit. G. Coopmanm. 

Hüiling. 1763. pag. X60. 

l. l. kp L. 46. 

) Übferv. metl. ohf. XVI. pag. 12. 

s) obfei V. anat. patli. Lib. Ul. cap. IV. pag.71. Tab.VIII. 

Fip. ). ^ 

) l. c. obf. XV. pag. 82. 

,) Act. Acad. ^at. Cm. Vol. V. p«g. 257. — Veigl. Mor- 

gaani L 1. Kp. XI. 15. 

) a. a. O. ia dei Samml. auserlef. Abbandl. für prakt. A. 

M. IV. S. %i9' 



526 ly* Von dem Lympkfyßemtt 

fah fteinharte Körper in den Kinnbacken* und 
Ohrendrüfen ^^), in der glandula Thy» 
inus57), in der glandula Th yreoidea. >^), 
in krebshaften B ruften 9?), in der eitemdeo 
Bruft eines Mädchens *®®), in einem venerifcheü 
Bubo ^) und in mehrern Fallen> die ich an ihren 
Orten anzeigen werde. Wcr/^^r 2) hefchreibt ein 
Stück Leerdarm , bey welchem die Lymphgefäfse 
von ihr6m Urfprunge aus dem Darm bis zu den 
Drüfen, und die Drüfen feibft, durch einen mit 
erdigten Thcilen vermifchtenChylus verftopft und 
Terhärtct worden. Im Lodcrfrhen Kabioet be- 
finden fich etliche und vierzig w eisgraue Steine, 
von verfchiedener Oröfse und zufammen zwey 
Skrupel fchwer, die in einem weibÜchep Körper 
in einer Drüfe zwifchen dem Arcus Aortae und 
der arter. tracheaf. gefunden wurden *). Befon* 
ders häufig find diefen fleinigten Anfammlungendit 
Lungendrfifen unterworfen, wovon ich hernach 
' reden werde. Knoclicnmaterie fand man in 
den Drüfen des Gekröfes ^)\ Sömniering ^) fand 

der- 

^fS BoYit^t Sepnlcr. anat. Üb. IV» Sect. II. Obf. VI. pa5. 

1^17. — • PItrter oblcrv» in homin. ufFcct. Lib, III. j>. 'OJ» 

Morgagni Kp. XI. 15. B. 1. S. 4S8. — Hannes in iNov. act. 

J^at. Cur» Xoin.V. p««. 107. — Olfenn)th in Amemmnn's 

Maj?azin lilr die WiMidarzneywirferifciidt't. B. I. St» IV» n. 5. 

— - 9V4iher*s anat. Mnf. iJ. 1» S. 1^4. 11» 26$. 
57) Sömmerin^ zu ßaiilie S. 62. VI. 
5t) fValteri oUfcrv. «Miac. pag. 49. 
^^') Gooch practical treatife cn Woiinds» Vol« I. pa^. 400^ 

Vol. II. pag. 118. 
|0o) Hallcri opp. minor. Tom» III. pa^. 5;^. 
\) Alhin in Natnur-e« Gqijeeskund. Bibi. T<iin»^II« p.^44* 
a) Anat. Mnf. B. I. S. »40. n. 279. 
*) Kohler a> a. O. S. 1P4. ISo. 795» 
5) MeditJ. Transa<^t. Vt>1. 1. pac. lC\, — Bnil/h S^ tl^— 

HopJ'engiirtncr in Hu/elanas Jonrnal B. 1. S. 494. 
4) %n Bniilie d. iiiS. Aumerk» a95, -^ S. auch ^/n^ dt U* 
«faotomia pa^» ^ 



B. .Die Drüfem. S27 

rgleichen in einer Saugaderdrüfe in detWeiolie. 
fooders findet man fie in den Drüfen rachiti* 
ler Perfonen ^). 

Einen Wurm fand Treutier ^) in einer Saug* 
erdrüfe an der Luftröhre. 

Bey Gelbfüchtigen find die runden Drü« 
I in der Nähe der Leber gemeiniglich ^elb, 
nn fie fangen die GalJe ein 7). 

Im höheren Alter werden die Drüfen immer 
einer, verfchwinden aber nie ganz 8), 



h» Von einigen drußgten Körpern insbefondre% 



Ich fchranke mich hier nicht blos auf die Saug* 
er -Drüfen ein, fondern begreife unter diefem 
t>fchDitt alle drüfenartige Körper » welche ge- 
meinhin den Namen D rü f en fuhren. 

1. Die S peicheldrüfen. 

Die Spelcheldrüfen ent^Hnden fich 
\\T oft^ eitern leicht, werden aber feiten fcirrhös. 
ne Verwundung oder ein Gefchwür der 
ofsen Speicheldrüfe giebt oft Gelegenheit zu ei* 
r Speichelfiftel 9). 

Merk- 

\) Sammering de morb. vaf. abf. piir. Jt 

5) Ancttiar.ad Hclminthologiam corporis humaiu* Tab. II, 

Fig. 4-7.. 
r) Cruikrhank S. 67. 
Haileri Elera. Phyfiol. Tom. VIII. pag, 214. — Stofrt 

Heilimgsmetliode. B. VII. S. 115. — Cruikfhank S. 67. 

und 10). 
>) Richter*! AnFanfjJgr. der W. A. R 11. Kap. VI. S. Ut. 

ß. IV. Kai>. XU. Ö, 27^* 



520 ' ly» Von dem Lymphfyfteme. 

Merkwflrdig ift auch die Parotis durcli die 
angina parotidea *^). Wenn fie in Eiterung 
übergeht, fo fchcint das Eiler feinen Sitz im Zell- 
gewehf! zu haben und die Drflfe ift unverletzt "). 
Oft findet man Knochen und Steine 1a 
ihr» Walter ") befchreibt eine Verfteinerung, wel- 
che fieben Linien lang, vier Linien dick, kugelrund 
und auf beiden Seiten flach gedrückt ift.^ (?• ien 
HaaJP^) fand-bey einem dreifsigjabrigen Mann, wel- 
cher von Jugend auf eine fehr g'rofae verhärtete Ob* 
rendrüfe gehabt hatte, die endlich in Eiterung über* 
gegangen war, eine grofse Menge Gyps od^rKalk* 
Erde. Eine gleiche Gefcbichte erzählt Plaier '^) 
und Ollenroth *^). 

Die Mandeln entzünden fich leicht uiid 
gehen oft in Eiterung über *^3» Häufige findet 
man fie nach öftern Euttündungen angefchwol* 
Ien, nicht hart und unfcbmerzhaft, welchen Fall' 
man fälfchlich den Scirrhus der Mandeln 
nennt '7). 

Zuweilen findet man aucli in den Mandeln 
Steine, von der Grofse einer Linfe, bis zu der 
einer ßolme *8). 

Die 

10) Richter a. a. O. B. IV. S. 275^ — Wichmamis \it^ 
zur Di.i{'.iK»riick. Ü. L J. 9?. vS. 126. — ^ Man üiidct anr«er- 
nrdoiitluh gVofie Gefcluvilirte «ier Parotis; z. B, htySäft' 
difort (Mnf. anat. Vol. I. Sect. V. n. V. pag. 293.) Ibuiet 
Pich eine, fo giofs, wie ein Kinde^kopl'. 

IX) Hamilton in T) ansäet, ol* tlie Soc. of £tlinb. VoL II. 

12) Anatom. Muf. B. 1. S. ny. n. 27^. 

13) Invydinüä Redevoerinj;. paß 171. — SammL auserI«C 
Abliandl. Vür prakt. A. B. XVllI. S- 241, 

14) cbl. med. 1 ib. 111. pag. 767. 

15} a. a. U. — S. vorher S. 52^. Anmerk. ^, 

16} Kiohter a. a. O. B. IV. Kap. IV. S. 40. 

\*f) Caque Memoir. dt? Tacad. de CIni . de Ptr, Toin.V, — 

Richter a. a. O. f. 70. S. 45 1'^. 
IS^ Schenk obf. med. Lib. II. obf. II. pa{;. 4. — - LmtgH 

•pilc medicijial, Baf. 1554. Lib. II. u. «7. «— K€ntmmnn . 



B. bie Drüfem. 521^ 

Die Mahdein hafaif n auch b!swkli<eto bby &6tt* 
gebohrnen Kihctelrh geiPehlt^)^ 

il. bie Mihhttrüje. 

Die Miibhdrare (thymUis) ift toür tlett 
Poetus bigenthütnlich und verfchwihdet fcnit zuhek* 
nenden Jahtieii. 

Sarfdifort ^^) fand fee äbet noth in dein Leich& 
laiti eines Oreifes, iind zwar fbhr lahg, in zwey 
rbeile gethöilt, übel-haupt gröfsery alis beihi Foe* 
:its. Ein gleiches Beifpiel fah Meckel -*) bey ei* 
lem erwachfenlsn Mannen 

&ey eineihSchwindlUchtig^hfand inän tie wiii 
lige l'aurt grofs , liiid vere itert 2*). 

Bey cinetn achtzehnjährigen Mäde^heh war fii 
glror^, fthwärzlieht tind hart^J); Binnin^ 
ffr *♦) fah 6e gän?l;ch knochicht. Bey isinedi. 
ron Kiildh<s]t auf^fthmatifchen^ eilfjsbrigeii Mäd« 

theü 

äeCateul; t>ig. 1- ^ Miftell. Nat. fcur. Dcc. Ü. Ah.VIÜt 

bbr. 1^1. -^ S'cÄjir/^/V Litliblbtjla. Cap. II. ). 14. pii^. xb€. 

5^ Ricfiteh a. a^ ü. $. vi. S. '5«; — Mein; de TacaA. dH 

(Chiiuig. Tt»in. V. pag. 46!. 
i9) Sa/wttth ObFci V. VI. tap. III. 
äo) Öbferv. anät. path. Lib. lll; caii. ll. p*}? 45. hot. fe. -i^ 

Miif. auat Vbl. I. Sett. V. u. XIV. pag. 244. 
Ai) Melnoir de IdCad. de58 SHeiic. de Bcrl. 175^ t^blleci; 

Atld. part. etraiij;. Völ. iS. pag; 144.^^ Küi glelöllei BeÜ 

tplel: FiäAk. Samml. B. 111. S. 65.. 
S9J Cmni, dilT. de Voiiiifca piilraönuhi et jslatiiularuni vifci^ 

tiirum. Jen. 1740. pnjj. W. •=— Afehblichfe Bi^mehk. führt 

auth Lieuiaud art : 1. C übf. 766 7«l. l>«'fe- »41 i"*!. 
ä|i HtthJeH ApUrliim. Öbf.LXVl. j^ak. s6o. -^ Lieutaui 

I.e. Lib. II. Sect.II. nbf.761. Tbm.ll. p*g. aio. — KHeH 

to tuHilllefia grbfs »ihd feil* r hOl li ärt fah fi* BäiV- 

/j> S. 61. — Sahiriil. Für p»-. A. B. XX; S. 96i; 
ftÖ 7- ^- Binninger bbfcrv. tet curat, ihedicin. Geht. V: 

Montielj;ard. 1 67 ^ Cent, III« bbf; JVi — L/rtt<«uiiTbiii.ll; 

|>ag. 240; 
^li^. i/i ^i^Aö/. i4;ia/. B. i; LI 



532 ly» Von ätm Lpnpkfyfttmt. 

ner Glieder » Difformitäteo a. f. w. zwifchei 
dem und Eltern fiiideo , oder Fordert hat \ 
chocele nicbt genaa genug von Struma unter 

den^O* 

Struma ift die Anfcliwellnng und 

härtung der Schilddrafe ^^]. Ihr ift jede 

ter und Gefchleeht unterworfen. Sje ift ein 

fes Lokalübel und hängt nicht von f kroFuJ 

Miasma ab. Selten leidet die Schilddrüfe be 

Skrofelkrankheit mit, faft immer leidet fie a 

Langfam entfteht die Struma und geht gewi£ 

mals in Eiterung über V), Die Schild 

fchwillt oft zu einer anfehnlichen Gr5fse an^ 

unregelmäfsiger Form, tnii hervorftehendeil 

fchwülfteo. Durchfchneldet man fie, fo fc 

fie aus Zellen 7ii beftehen, o\t eine durchfiel 

Und klebrigte Feuchtigkeit enthalten. Diefe 

len find von verfcbiedener Ordfse, bald fo g 

wie * eine Erbfet bald kleiner. Jene klebri 

Feuchtigkeit gerinnt von Weingeift^ nach eii 

Zeit, zu einer undufchfichtigen GaJlcrte *). j 

gagni 9t) fand eine folche aufgefchwollene Sc] 

drOfe gleicfafam aus kleinen Läppchen zufamr 

gefetzt und zwifchen diefen eine Kugel, die 

einem Safte, der wie ausgeprefstes Mandelöl 

fah , angefUllt v^ar. In der angerchwollenen 

harten Schilddrüfe einer andern Frau fand fi b 

d 

)5) Wiehnutnn S. iif. 

36) Th. White on Struma. Lond. I784. — Förderin I 1 

Jof. Oäuiieri de ftnim*, Viudob. 1794, — JfViekm 

Hi a. O. i. ty. S. loS. 
97) Vergl. St^U in denAbliÄhdl. der raedic.c]iirur/.A 

zu Wien. B. I. — Sommer ing de itiorb.var.abft 4.LX 

pig. 163. 

•) r Baillie't Zufitze in der Samml. für pr. Aerztt. B 
S. 35^. — E«grauiijg« Fafc. U. Tab. t. ' 

IS) £p. XXIII, 4. 



B. Bie Brufen. 533 

darf elbe 39) eine fleifchfarbene» braune SubAanz 
mit einer weifseu untermifcht. Ein andermal fand 
er ^^) in einer verhärteten Schilddrüfe einen Balg 
eingefchloffen, welcher aas einer dickeni weiben 
Haut beftand und eine ziemlich dicke, gelbl|chte 
Feuchtigkeit enthielt, Stoll 4i) f^nd dje Schild- 
drOfe bis zu «ioer Fauft grofs angefchwollen und 
ftiDerhalb, eine gleichfam zellichte Subftniiz 
mit Sehieim amgefQllt; die knorpelart^ep 
Abtbeilungea darinnen machten wieder verfchie«* 
dene Höhlen, welche mit einem dQnnen Schleim 
ood mit bSutigeo 2«elldn angefüllt waren. Chambon 
de Moniaux ^) £and in einer, zu einer ungeheu^ 
rw Grö&Q angefchwollenen SchUddrtilfe eine fpe(« 
ckige Materie^ In einer andern, welche fo grofi^ 
als ein Gänfoay war, fand er 4^ wei(ae, harte Kno» 
ten, wel<^e eine käBgte, trockene, beinahe meb« 
lichte Subrtanz enthielten oqd mit den (4tt{tröhren» 
PrOfen zufammenhingen. In einem andern F^* 
le 44) £|ind man fie theils in eine honigartige, theila 
in eine knochichte Materie verwandelt» Haen 45} 
fand in einer Struma faft »Ue muglicbe Arten von 
Oefchwftlften , hier eine Brey-, dort eine Speck* 
gefohwulft, hier Wafferblafen, dort eine Eiterbeule; 
hier fällte geronnenes, dort fia(figes Blut, hier 
Schleim, dort kalkartige Materie m'iX fett ver> 
mifcht, die Gefchwulft %M% 

for% 

40} in demCclbcn Briefe. $. ^s^ 

41) Heilunj^methode. ß, III, Th, II, S^ 171, Yergl. fh. U 

$. 19t. 
4a)a. a, O. S. 51. 43) S, VA 

44) y, H. FreJea^ cUnduUe thyreoideae , ]>*rtim orU*iin, 
partim inclicc»itUs fpcciem letereutis exXtir^aUu. Lipf^ 

45) Hrilnnc meth. B. HI. Th. VIl. Kip. UU.K ♦• S. |00, 



534 If^' y^^ «^ Lympkly/Itemm^ 

Fordert '^) erhielt ans folchen GefchwOlfteii 
wfgDD fie Ton allemfilot gereinigt wim, eine ge 
ringe Menge einer weifsen, fehleimigteii , eiweii 
ähnlichen Materie , die im Icochenden Wafier gl 
rann. Bey Anfchwellüng der DrOfe Ift fie ver 
xnehrter; Dabey waren die Blutadern erweiten 
an eifßigen' Stellen, zu Säekeii atttgeilebnt; aoel 
felbft die Schlagadern waren erwetterL Das Zell 
gewebe* war fcblaff» EineEMifefchiea von auÜMi 
in mehrere kleine "getheÜt» -^Von ihrer Haut est* 
blöfst i^hien fie verftopfl> ziemlioh feft nnti Ton 
fchwarzbraoner Farbe«. Steinigte Verhirtanga 
fand er nicht« Bey einigen hnd er einen innan 
Kropf; derBala war dick, daa Athemholettifclfw«; 
die Mandeln , die Dra£en tiw Kehlkopf mhA^jtk 
Giefskannenknorpel waren angefchwolIeD/ved 
Tolf jenes weüaen Safts« 

Btffde Ueberhaben gröfsen Einflofe änF^Sc 
benachbarten Theile. Hatler 47) fah z. B. dorcli 
ihren Druck, attf die DrofTelad^ern , rinen Schlaf 
fliifs entfteheh. Durch ihren Druck auf die äittic 
iternoliyoideos und thyreoideos fand man diefc 
ganz verzehrt, dafs kaum eine Fleifchfafer zu fe 
hen war ♦*)• Sommer ing ^9) fah die Lnfb'öhn 
am Hälfe durch einen grofsen Kropf, gänzlich xv- 
fammengedrüekt und ihre knorpeliche Ringe da« 
durch gleichfam gebrochen, oder ii^enigftens ge« 
knickt. Daffelbe bemerkte auch Aepll 5o^. ^n 
meiften leidet aber von ihrem Druck die Speife- 

rßh- 

47) Opufc patiiol. obf. VI. 

4%) Cavard tralt« de mjologid fuivant Li methode UDf 
fault* p«g. 1.2. 

49) zu Baillte 5. 49. I. 

50) Salzburg, aedic* ehirurg. Zeituns 179«. I. 8. 399. 4'9* 



B. Dit Brufen. 535 

Öhre, fo, dafs fie fehr häufig die Urfach des be* 
chwerlicheil Schlingeas find 5i^« 

Die fcirrhöfe Befchaffenheit diefer * 
3rüfe unterfcheidet fich vom Kropf fehr deutlich 
ladurch, dafs fie nicht fo aufserordentlich vergröf* 
ert > aber ungleich härter , als beym Kröpfe er« 
'cbeint, und dafs fie aus einer feften, bräunlicht 
Kreifsen Subftanz befteht, in welcher man fehr we- 
nig von jener zellenförmigen Struktur bemerkt, 
iiaman beim Kröpfe findet. 

Man findet in der SchilddrOfe auch ftei« 
»igte Konkremente 52), Jfefs 59) erwähnt ei« 
Der ganz verfteinerten Schllddrüfei welche 
To feft war, dafs fie einen hellen Klang von fich 
gab; fie befände fich auf dem anatomifchen Hör- 
ble zu Kopenhagen. Walter 54) fand dit rechte 
Bäifte dieferDrQfe in ein gelbliches, erdigtes Kon- 
krement verwandelt. 

Sie if^ der Entzündung und Vereitemng ua«^ 
terworfcn ♦). 

4. £)!> 

51) Se^nard Heelknnding. Waarnelim. n. 91. — Dg Haem' 
de dip:lptiti(>iie vel deglntitonim in cavtim ventriciiU 
^cfcenfii tmppditis. Hig. I750. Caf. II, — i^an Gct.rn in 
Haarlem. Verband. D««! XI. Ohf. IV. pag. ^. Lebe. f. in 
Sainirrl. aiiscrlef. Abhandl. iur prakt. Aci zt^. ß. IV- S. 
597. — J. BfeuJnnd de dUf. aiit imped. aliiur u«»:. dc- 
puli*. in den Samml. i'ilr prakr. Aer/.te. B.IX. S.680. An- 
merk. — iia/Zcri Klem. PhyÜol. Tom. Hl. pag. 11 8. — 
BonciiSenwlcr.uiit, Lib.I1. Öect. IV.obf. 16. — ^ Ephem 

. Kat. Cur. Cent. VHl. obf. XC. pap. 491. 

VI) Sandi/ort Mnf. anat. Vol. I. Sect^ III. pag. 104. «. C. 
See. V. n. LXXXIl. LXXXIII. Tab. CVI. Fig. 6. 

5)2 VoUft'iMdige Auszüge «us deu beuten chir. Difp. B. II. 
ö. aio. Anmeik. *) 

54% obfervat. annt. pag. 4). — Anatom. Muf. B. I. S. i;9. 
n. 377. -*- Vergl. «uch ebend, B. 1. S. 156. u. }ii. S. 
157. n. ;i2. 

•) Hu/eland's JeuirnaL B. VIII. St. IV. S. 5a. — BailiU^ 
ZnJUitze : in e.tu Samml. für pr. Aer^cte. B.XX« S. )55. \^%^ 



53i W* Voß^ 4ßm t-i'mphfyftö^ß., 

4^ Die Rückendrü/en* 

]0iefeDrüfen, welche in der Gegend des vier« 
ten oder ft\aften Rflckenw^rbej|s liegen^ find uni 
am pieiften dadurch merkwürdige dafs fie ehen* 
falls öfters ein Grund des befchwer{ichen > oder 
verhinderten Schjingens find, \veqn fie ^ripkbaft 
abschwellen 55). 

S: Die L^ngg^drüfen• 

$ie find in der Subftanz der Lungen^ iofon*. 
flerheit. auf ihrer Qberfliche vertlieilt ^). Sie ßnd^ 
flach Por<n/ 57)^ der Sitz der erblichen Luogenfuchti 
durch Verftopfung, EntzQndung und Eiterung.. 
Pie Kranken werfen nie Eiter durch den Hüften 
aus uqd gefchieht dies ja , fo \tl es kurze Zeit vor 
ihrem Eude. S|e find allemal hej folchen I^erfo- 
pen angegrifTen^ welche nach einer venerifcheo» 
pder fkrofulpreQ Krankheit an der Lungenfucht 
Sterben, wo die Drüfen der Luftröhre gemeinig« 
lieh fclir gefund find, Bey einigen Perfonen fand 
fie der angeführte Schriftfteller angefch wol- 
len, und mi^ einer gipsartigen Materie an- 
gefüllt; bey andern war diefe Subftanz an fer- 
ichiedenen Punkten erweicht und eiterartig. Oft 

fah 

55) Verhcyn Anat. Corp. Hiim. Lib.I. Tract.lII. cap. XIV. 

pa?- I5V. — N/c. Inf flu obTerv. med. Lib. I. cap. XLIV. 

Pag. %t. — Boneti St'Pulrr Äiiat. Lib. IV. Sect IV. Tom. 

ll. pag. 95. — Kuyjchii O^y. anatom. chirnr|». Tom. III. 

pap. 9()0 iq. Maiichart diff. de ftniraa oefophagi hnjofqce 

^oalitii, dÜAciiii ac abolitae dtglnrionis cauJTi5. Tub. 1744« 

•— Taranget irn Joiirn. ile med. Tom. XLVIII. pa^. 25a 

r — Aiorga/^ni fpiTt. XXVIII. J. 16. 
56") Portai hcobachti.nficn über die Drufen der Lunten, in 

^en Samml. aricrlef. Abhaniil. für pr. AerEte. li. X. S. 

404. an.^ den Mem. de Tacad. desScienc a Par. I7to. p. )15- 
5;) Portal a. *. p. S. 41t. 



S. Die Drüftn. Sij 

fah er fie auch iii völliger Eiterung ^ das Ge urtigcH 
bende Gewebe der Lungen von einer eitrigten Ma« 
terie zernagt und in den Luftröhrenäfteii verfehle- 
dene O^ffnungen, welche heb das Eiter gebahnt 
hatte. Oft fühlen die Kranken an diafer Art Lun- 
gcnfucht gar keine Schmerzen, felbft auch dann 
nicht> vveon die Eiterung fchon angegangen ift. 

6* Die Drüfin der Lu/trdhreni^fte* 

Qie merkwflrdigfta Erfcheinung an diefen. 
PrQfeq ift ihre Anfch w eil uog und Abfonde* 
rung eines fchwärzliche n Schleims. Sie 
büden danp deutlich ia ihrer Mitte eine kleine 
Höhle, welche manchmal fo grofs jft, dafs man ei« 
Be kleine Erbfe hineinlegen ka^n, und wohey ih* 
ra Wände dicker als im gefunden Zuftanda &nd« 
In diefen Hphlcn ift jener, oft wie Tinte, fofch^viur- 
zer Saft enthalten 5Sj. Er erfcheint unter dam 
Mikrof kop in kugelförmigen Theilchan 59). £r 
färbt den fchwarzen Speichel, welchen man oft 
auswerfen fleht. Zwar will Morgagni ^) keine 
Verbindung diefer Drüfen mit den Bronchien za* 
laffen; aber unleugbare Thatfachen baweifan fia^^ 
Portal ^^) drückte die Luftrölirendrafen zufammen 
und es quoll jener Saft aus ihnen in die Luftwage, 
Deirfelbe ^'^) fand bey einem Mann, welcher ftats 
einaii fchwarzen Auswurf gehabt hatte, die Blrpo? 
chialdrüfen vergröfsert, einige fo grofs, wie cin# 
Halelnurs und voll fchwarzen Saftes, womit auah 
dUe Brqnchien gefärbt war^n. Wann er d|a DrQ* 

ien 

58) Vortal 1. a. O. S.'409. 

5^) Criti;,/huuk S. 6«. 60) Ep. XXII. J. ^i^ 

6i) S. 4C». 63} §, 4I9> 



540 IK Von dem Lymphfyficme. 

ift; der Unterleib ift, wenn fie allgeniein f krofu- 
lös find, (ehr im Umfange erweitert, die übrigen 
Theile des Körpers hingegen merklich abgema- 
gert 73). Es ift dies der Zuftand, welchen man 
Atrophie n^nnt 74), Man findet die Drüfen in 
diefem Zuftande theils in groCser Menge, tbeils zn 
einer aufserordentlicher Grö{se angefchwolleo. 
Blancavd 7^) fand fie* bey einem vierzehnjährigen 
Mädchen bis znr Gröäe eines Gänfeeis ange- 
fchwoileQ» Haen 7^) fand ein Gekröfe» welcbesi 
der verhärteten Drüfen wegen, dreifsigPfiind wog« 
Sic enthalten bald eine dünne,- eiterartige 7!\ 
tiald eine fett- und talgartige 7S), bald eine käfig- 
te 79), bald eine harte, fteinartige *^) Materie. Bis^ 
weilen fiAct fie ganz in Eiterung übergegangen ^). 

Ja 

74) Sömmcring de worl*^ ^af. abf. naß. %$. f LI- pay. 141^ 
-* Bukky dUrr. de atroplüa ex obrtriictione ^landiilarniK 
mcfcnterii orta. Gedim^ 1704. ^— Eyfeliut diÖ*. de fcirrha 
snefenteri^^ atrophiae incarabilU oauITa. £rf^ 171 5^ —« 
Meyer in Richters Hibl. B. VIII. S. 99- — Jufti inBaU 
dinters ^leucm Mapazii\. B. X\ $.446. — Baumes Mem. 
de la maladie du mefciitere •- carreau. JNiinPs 17SI« u| 
Hu/eland*s Annalen der fra^iz. A. W. B. I. S. ^S4 fg. 

7O 1. c. Cent. I. Obf. LXXI. pag. 155. 

76") ^, a. O. B. IV. Th. IX. S. 201. 

77*) Diemerbroek anaC. corp. liuni. paj», 5^9. — Sto/fs Hfi- 
li:njr9meth. B. VII. S. 140. -r- Sc/i<?rh im MuC der Heil- 
kiiiide von der lielvet GefelLfchatft cgricfprfn^. Aeri^e. 
Zürich ij'92, Br. 1. S^ 14;. 

7t') Taraeus Lib. XX III. cap. 56. — Baader obTervat. me^^ 
cap. XX. — f StoU*s Hcili*nf[&met]j. H. 1. $. ^44. B. VU. 
S. 1x5. — Chamhon de Aioniouj; S. 609. 

79) Dienierhroek 1. c. pag. 70. 

|0) Halleri Flem.pliyf. Tom. VI. pag:^ J^I. ^ depart.C.H, 
fdbrica et fnnct. Tom. I. ymg,. 362. — Epliem. Nat "Cur, 
Dcc. 1. Ann. III. obt 307. Ann. VIÜ. obf. 50^ — fidm- 
cius HUdanus Cent. II. obf. 44.. — : J.Fr Loh/'(ein de ner-j 
vo fpinali ad par vagnm accelT-irio. Arf;:cnt. 1760. pap 41. 
Drouiii Jo'.irn. «in Scav, i6yo. n. XXV. — EfUr^in Me«. 
de l'acjd. dos Scienc. a Rorl. Vol. XI. jigg. a6^ — M^. 
TrHjjSüCt. Vol. I. pag. "^öi. 

H) Blmicard 1. c, pag, 159. — E[.irt. ad HalUritn\ VoLlI. 



S. D/e Drafen. 5^1 

In W^fferfuch ten fplelen rfiefe Drafen 
c Hauptrolle. Man trifft 6e gcwifs aHemal 
hr oder weniger angefch»vollen unH hart. -Bei- 
ele liefehn uns /n Mtne 8^), Hewfon «5), Chani^ 
t de Montaux 84)^ Lenein W). 

Auch in der Oelbfuclit fand man 6e fcir- 
5s und faft ganz knorpelalrtig W). 

Sehr oft trifft Wart fie in einer Art von Ruhr 
ireltert an *7)» 

Nach einem tödtlicheil W ech fei fi eher 
d fie Chatnbon de Moiitaux W) Verftopft, ange- 
wollen und fchwärzlichblau. 

Es ift uns^noch die l^rage übrig, ob die, iii 
1 genannten Krankheiten erVveiterten, vergröf- 
teÄ, verhärteten und mit widernatflrlichen IVJa- 
ieo angefüllten DrOfen, auch wirklich ver- 
► pft find? Man nimmt fie gewöhnlich daför 
und erläutert, hierauf geftOt7.t> alle die ange- 
irten Krankheiten, Allein neuere Unterfuchun- 
I beweifen^ dafs die angcfrhwolJenen DrOfen 
ht Verftopft find. Sömmering ^5) f^h, dafs fol« 
5 DrOfen nicht nur das Qufeckfilber nicht auf- 
Iten, fondern es vielmehr leichter durchliersert« 
lU^hank >®) merkt ausdrücklich ah, daft er kei- 

neu 

5*^- 9i' ^^ *^^^ Swieten Comhient. Tom. I. pap» I49, 
f. C £. Hebenßrtit de fcirrtü meTeht^ril exiilterdth» 
Hai, t7%6. in Ha//eri coli, difpi üd hift. et cur. morb. ^4^ 
Tom. Vll. pae 697 

2) Traite de Chirnr|jie. Pai*. 1722. Tag. II. pa^. 1^. 
)) in den Samml. anserlef. Abh. für pt*. A. ßi IV» 6. 26f ; 
♦) S* 409. 574. 

5) ßeitidge tnr aiM(tbendeii ArzneywilT. B. 1. S. 207. 

6) Sto/N Heil"hgsm«th. U l. S. ?KV 

7^ Morgagni Ep. XXX!. i^. — ^toifs Heitiihcsmpll.nd«. 

B» lIl.Th.ll. S. ^6. HO. — Kauhlen von dier Huhn BoMH. 

1717. S. 6. — Craihfhank S. I3U 
t) 8. m. und 167. 
y) z^ BaillU S. 115. Anittsrk, a|V 
*0) S» t|0. 



544 '^* ^^^ ^^^ Lyniphfypemi. 

roerküngeii \ohBlan'cärd ^i) und Mö>']giagni >^) bc- 
ftätigeti dies» Jener fand fie bey teinein Waffer ffich- 
tigen gSntlich Verzehrt, dafe kein^ Spüt davon zo 
feheil war, Ohd di^fer fbhd fie fo Siüsgerlsh^t, däli 
fie anfänglich ganz und gak* zu fehlen fcbleii. 

Mail findet fie auch in einer ahderli Lagts» df 
ihre natürliche ift« Vorzüglich Verdrängen fie gro* 
fse GefchiK^ülfte änderet fiüngeweid)» aub IhlrerLi* 
ge 9^). Bey Zerreifsung des 2wergfells draldg fie 
tnit andern fiingevireiden in die Bl-ufihuhle 97). 

Blafius 9Sjhat dSefe Drüfe dojp]pelt gefbo* 
ilen, öder vielmehr in z^ey Stücke gfeth^ilt» tnit 
^wey Ausnshrungsgängeni 

Ihre häufigfte Kraiikheit ift Vö rho tliilig 
«ind Anfchweilüng '^v Oft ift biiy ihrer An' 
fchvvellutlg keine Verhärtung gegen\;i; artige oft aber 
ift fie auch zugleich verhärtet. äisw^iJeii ift mit 
ihrer Verhärtung eine Verkieineruhg Verbtitideoi 
Nicht feiten ift ße viel horfer, als im naiürJicbti 
flZuftande, ohne einige iti die Aug^ii fallende V•^ 
Änderung in ihrer Struktur W). Baillie halt di^ -^^ 
fen 2uftand für den Anfang des ProcblTes^ durdi 
den diefe Drüfe wahrhaft fcirrhös wird. Bald ift 
fiö in ihrem ganzen Umfange verhörtet, bald findet | _ 
tnaci nur einzelne Stellen hart, und bald find diefe 
in dert) Innern , bald auf der Oberfläche. Oetttl- 
biglich leidet b(»y diefeh Veränderungen der Ali* 

E^ 

ii) l. o. Cent« IL obr. LXVtl. pag. ftg). 

^5) £p.'XXX» 14. — et*. Licutaud 1. 0. Lib. I4 6eÜ. VOt 

obl. xote. Tom. I. pas 91t. 
5«) BresU Samml Snppl. IV. i|^i 
97) S. unten AbFclin. VII. D. 
i^g) Obfeivat anat. pag. is6i Tab. XV. Fi^. ii, ObCiDii I 

päg. 57. I 

*) y. R. Rahn ditt, fiftenk rciirbhtnte panörestis diaf»o/j 1 J 

khat. natliol. illuftr. CHitting. 1796. 1 *■ 

^9) Baitlie 6. i^|. undSöhtmcrint «Ut Aamerk. i|f* 1 ' 



iL Die Lymphg^fte^ . S45 

lodrfire auch zugleich die Leber und Milz an Aa« 
hwellung und Verhärtung. ^ Doch Bnden auch 
ier öftere Ausnahmen ftatt. Sie drückt in diefetn 
rankhaften Zuftandc diMi Magen und den Zwölf« 
rigerdarm, daher ein häufiges Erbrechen der Ge- 
Ihrte davon gemeiniglich zu feyn pflegt *^^). Wf 
en der tiefen Lage diefes Eingeweides fühlt man 
effen Anfchwellung nicht» es mOiste denn bey 
ihr magern Perfonen und fehr grofser Anfcbwel* 
mg feyn ')• 

Riolan ^) fand die ganze DrÜfe verhärtet, und 
> grofs und fchwer, wie die Leben Morgagni ') 
ind fie bey einem Mann, welcher von öfternt 
r brechen und .heftigem Schmerz zwifchen Bruft 
ad Unterleibe geplagt gewefen war, vergrö&ert 
ad nngleich, theSls von rundlichen, nicht kleinen 
AOten, theils von einer knorpelartigen Verhär^ 
iog. Die Leber war dabey ungemein grofs. Paw^^ 
h fia, bey einer ftarken Verhärtung, zugleich 
lit dem Magen und der Pfortader verwachfen« 
iancard ^) fand fie mit einem Theile des Netzet 

in 

lOO*) Morgagni 1. 1. Ep. XXX. 9 und II. — Ifenßnmm pf. 
TAnmerk. Aber die t'ing?w«»ide. Ö. 3^3. — J. Ha/m fcir- 
rlioriiin pttiicreätis lUapixTi» , ubfervatlonibiis et tdbnl. 
•en. iiliiftrata GOtt. 1796, -^ A, L.L.Hfl'c «b» rlyfijopiiae 
CaiiITis. Ci«»ttin{!. 1797. -^ Oltuials ift d«« iMbiccbeti abei* 
auch nicht ziijieeiMi, \vi«? 2. H. in d«'ui vm» Kivierc hcr- 
fijieh anznfühi enden lalle. Vergl. dß hiaens Ileilungsme- 
Uiode. B. 111. Th. VI. Kap. VIL jL 4. 8. 15. 

l) Morgagni a. a. O, II. * 

tS AnthropoprapLia et oFtcolop. Par. I6l6. I.ib. 11. cap. I6« ' 

j") Ep. XXX. 10. — Mehrere Heifpicle von j^'mUohi %nWt 
gerillterer Hdite uder Anfch\rellung liefcit liitlfi Sol.rilt- 
fteller Kp. IV. i6. I:p. XVI, ;6. Kp. XXII. 22. k|..XXVlI. 
9. Kp. XXXVlll, 28. — Lieutaud iiift. mar. med. Lib. I. 
Scct. Vlll. obr. 1011- 1043. Tom. 1. paj». 396. — HniUii 
Elem. Phyf. Tom. VI. 4;!. 

4*) obf. aiiat. vhU XVI. pa^. 3S. 

5) 1.1c. Cent. I. obt LXIl. p;i5. 140. 

Uyii<6. d. pailwL An/U. D. I . Mm 



548 ly- Von dem L^-mfHtfyftenu. 

Jichi al$ inwendig, Hem Anfehen and Gefühl r 
der Mikfubrtanr, fehr ähnlich waren, Bmk 
^and die gan^e DrOfe, zugleich mit dem Gfk 
fcirrhös. Rougnon *') fah bey einem Jung 
«welcher zwölf Tage vor feinem Tode ein befri 
fts Erbrechen gehabt hatte, eine fcil-rhöfe, rfi 
jhr Gewicht aus ihrer natflriiehen Lage gezoj 
MagencIrQfe. Bey einer fünfzigjährigen Frao l 
man aebtt diefer Drnfe auch die Leber, Milz 
den Magen fcirrhös >^). 

Nicht gar feiten findet man bey Gelblik 
^n das Panki*eas fcirrhös ttmd verftopft 
und es fcheint daher oft einen Antheil an A 
Krankheit zu nehmen. In den meiften H 
wohl nur dadurch, dafs es durch feine TemNl 
GröCse und Schwere die Gallengänge drfickti 
verftopft. 

1 Ein fcirrhöfes Pankreas verliert fein 
'ches Anfehen gänzlich, wird in eine harte, 
inige weifse Maffe verwandelt, die in 
^ner Haut durchzogen wird, wie ein Seil 
«ndern Theilen des Körpers '^). 

Die Scirrhen der Magcndrüfe gehen 21 
in den Krebs Ober, wie andere Scirrhen« 

Blancard '7) fand ße felir grofs, faulieh' 
krehshaft. Auch van Swieten **) fah fie kw* 
In der Leiche eines Mannes, welcher {eb 
Keuchen gelitten hattet beftand diefe DrA 

\^'\ in DcfiiuU Journal deChirvrg:. Tpm. II. ^ 

I}) Path<ii^>g;Lfclic fcmLotlfche Uetr^ckitungeii.TonlCiiiJ' 
zis 17^5. H. II. Kap. 20. 

14) bmU\ii\rf,. me<Uc. chirurg. ZeiUing. 1791. St. \1 

15) 2. B. Burthotintts in Act. med H«fu. 1674. — ^ 
lind Kor^lY in den hernach an^ufalircnden SuUi^ , 

• lO Bat7/ip «. 4 O. 3. 159. ' 

17) l. f. Cent. I. oWr. IX. pag. Ig» 
Ig) Conimeuui. in Bo^rfutävii äphorUm, Tom.1. f^^ 



B. Die Drüfem. 549. 

ir vielen Gefchwülften , die wie Aepfel geftaltet 
id krebfig waren ^9), Bey einem Schweiger faad 
m fie fcirrbös, krebfig und leicht zerreiblich ^^).. 
tn Döveren ^^j fab' in ihr, an der Stelle, wo 

den Magen berührt, ein Krebsgefchwör, wel- 
ei den Magen aogef reifen hatte, fo^ dafa fieh das 
ut in ihn ergob. 

Auch in Speckgefch wOlfte faiid man 
s Pankreas Übergegangen. Bey eipem jQngling, 
r» nach einem Hüften und Blutfpcien in Auszeh« 
ng und Wafferfucht gefallen war, fand man das 
krOfe fcirrhösund am Pankreas eine Gefchwulfi^ 
Ichs von der Gröfse eines Kindeskopfs war, aus 
hrern Körpern zu beftehen fchieo und eineFett- 
lerie enthielt ^^). Morgagni ^3^ fand bey einem 
ifzehnjährigen Menfchen in demfelben, fo wie 
mebrern Eingeweiden, Gefchwülfte mit eiiiei^ 
;igten Materie. Schmalz ^0 fsnd an der Stelle 
fer Drüfe eine Speckgefchwulft, von der Grö* 

und Form zweier neben einander gelegten 
tjoer Aepfel , welcho mit dem Magen und der 
Iz verwachfen war. Bartholin ^5) erwähnt ei-. 
*, aus dem Pankreas hervorgewachfenen Gs» 
wulft, welche grofser, als die Drüfe felbft und 
t war, wie einEy, inwendig aber eine fpeckigte 

Ma. 

Mor/fa/^ni Ep. XV. II. — Vergl. Tüten/eld iu MifeelL 
N«t. Cm \}tc, I. An. 1. obL J^. 

)> vonBerger üi Act. So«, med. Hafuitnt HaCn. 1774. Vol..!» 
p>i^. 155. 

;) jF /l. von Donneren diff. oblBrvau anitom. pad)ül 1..B. 
1719. obf. in. T«b. 11. 

r) Lituimud l. c. Lib. I. Scct. VIII. obC X04|. Tom. X. 
P<2. 507. 
1) Kj.. LXVlll. II. 
.) inHi/A/««^'Joarnal der praktifclien Heilkwnde. B. TV* 

S. 51) h- 

) l. c. Cent. 11. hift. LIV. Tom. 1, pag. »TOw 



55ai ly* yon tlsm Lympkfy^fm». 

Auch Lieu^aud ^9) erwähnt mehrerer vereiterte« 
Magendrüfcn. Bey einem.Knaben, welcher waf« 
fer- und -win.lfächtig geflorben war, fimd man^ 
aufser den WafferanfammiungeD im Unterleibe und 
im Herzbeutel, eine fehlerhafte Milz, und das Pin* 
lireas fo vom Eiter zerfturt, dafs picht die gering«» 
fte Spur davou zu fehen war ♦®)„ Bonz ♦•)} be» 
fphreibt ^inen AbfceGs in diefer OrQfe, d^ffeu Ei« 
ter den Magen und die Leber angrifF. Bey tdoer 
Frau, die von Qiner beftändigeu KarcUalgi« war 
geplagt worden» fand man im Pankreas einen Ab« 
fcefs, welcher fich eine Oeffoung ia den Magen g^ 
bahnt hatte i^). 

Bey einem hypochondrifchen Mann fiwd 
man die Df üfe verftopft und vejrdorban^^i 
es wird aber nicht erwähnt , worin diefe Vwdnrb« 
|ii(s beftanden habe. 

bey Gelbfachtigen fah man inihreins 
gelbliche Feuchtigkeit 44). 

Auch W a ff 6 r b 1 a f e n fand Chambon d^M^^t^ 
$(iux 45) in ihrer Subftanz^ 

Der Ausfuhrungsgaüg des Pankreas 

(ductus pancreaticus) öffnet fich nicht lei- 
ten an einer ganz verfohiedenen Stelle TomOallen- 

39) Hift anit. med. Tnm. I. p«p. )et(. obt 1046 fij. 

40) ibid. c»uf- 1060. pap. 311. 

41) Nuv. Ae.Ndt. Cur. Tom.VIll. ohf. 13. — ci^t^utMui 
, i. 1. ohf. 1051. pag. 909. 

42) Gaucicr diiT. de irritabilitatis 210 ttone^ natura et morbiL 
Hai. 179;. \. 13. pi^r. 129. 

45) KweekfcKool. DecKl. pag. i$7* — Sömmerin^ ztiSäH- 
//> S. 1^0. 111. 

44) Chumhon de Montaux a. a. O. B. V. Beobacht. CUCVIU 
S. 492. ^ 

45) ebeiuUr. B. L BeoU^u LV\ S. xi%^ 



B. Die Dräfen. 553 

ig^ Im Zwölffingerdnrmp, ohne rftafs Hiefe Mifs- 
ilung kränkliche Folgen habfen Tollte ^). 

Bey «jnem doppelten Pankreas hat maa 
A dieferv Gaitg zweifach gefehcn 47). Nicht 
ten find aoch die Fülle, wo man ihn bey einer 
Dfachon-MagendrüfiB doppelt gefunden hat 48), 

Von GefcbwAlften in benachbarten Theilea 
rd diefer Gang zufammcngedrückt gefun- 
D und ift daher auch bisweilen ver wach fdn49). 

Man beobachtete auch feine Haute bey einem 
inde in eine kartilaginöfe Maffe verän- 
rt 50). 

In ihm fand man auch eine» der Galle röh 
g gleiche Feuchtigkeit 5i). 

Mauchart 5^) und Lieutaud 5B) erwShnen ei- 
9 Spulwurms, welcher im Ausfährungsganga 
s Pankreas gefunden wurde und ihn verftopfte. 
arfcheinlkh war er erft nach dem Tode hinein 
krochen. 

Hau. 

4O Th.BarthoIi'ni Act. HaFn. Tom. II. obf.XV. pal». ;6.— 
Haltcr's Gnindrifs der Phyfiolop. 1ieransgegel>en von P.F. 
Meckel. Berlin 17II. J. 6«7- S. ^14. ^Sömmering a,a.O. 
S. 160. I. 
47*^ B/aJius 1. c. pap. 126. — ejitstf. obf. med. p^p. 57. 
4I) B/a/ii obfervAta anat. p«g; 114. Tab. XIV. Ti«;, i, — 
rjuid. obf. med. obf. XV. pag. 57. Tab. VI. Fi?, i. — Bar^ 
thofini Act. HaFn. Tom. II obl. XIV, pag. ;o. — Per/chii 
iitr. fylloge Mect, obferv. praef. Aibcrti, Hill. 1736.}. tX. 
Hallcri Commcnt. iii Bowrhtuirii pruclect. Tr»ii). I, pac. 
24.0. — ejuxd, Elem. Pbyfiol, Tom. VI. pasi 440. — Ph, 
A.B'tihmerl obfer^r. anat. rar. lafc. I. in praefat. pag. XIH. 
iM»r. üo. — Sandifort obf. anat. patb. Lib. U, cap. VII. 
pag. 127. 
49) MifcelL >'at. Cur. Dec. II. An. VI. obf. 1-^4. 
co) Ä^gt- de Graqf de natnra et ufu Tücci panrrcatici,L. B. 

1664. cap. VII. pag. 5»7. ' 

51) Mifoelt. ^at. Cm . Der. II. An. III. obf. U5. 
51) Diff. Inmbrici teretis in ductu pancrcatico repertt hi> 

ftoria. Tnbing. 1798. 
51) L c. Tom. 1. pag. 31a. Lib. L Secc VUL, otfaQ^av 



554 ^ JK. Von dem Lymphfy/teme. 

Häufig find die Beifpiele , dafs man StHne, 
in diefern Gange angetroffen hat 5*), GraafS^) fand 
deren fieben, bis achte, von der Grobe einer Erbfe. 
Auch Baillie 5^) fah ein Beifpiel davon« Die Stei- 
ne hatten ohngefähr die Gröfse eines HafelouCs* 
kerns , mit einer fehr unregelmafsigen Oberflächd 
lind von einer weifsen Farbe. Legte. man einen 
diefer Steine in Kochfalzfäure, fo iöfste er fich 
fchnell auf y und trieb eine grofse Menge Luft ans. 
Die Steine waren alfo ;n diefem Falle gar fehr von 
, der Natur der Urinblafenfteine verfchieden. .War- 
fcheinh'ch, fügt Baillie hinzu, weichen die in die* 
fer Drüfe gefundenen. Steine etwas, yon einander 
ab, (b wie wir das nämliche an andern, im meofcb« 
lichc^n Körper gebildeterv, Steinen fehen; allein, 
da diefes eine feltne Krankheit dis: Pankreas iff» 
fo erfordert es noch eine lange 2^it, bis diefer 
Funkt v.üllig ausgemacht werden kann« 

Im Pankreas felbft fand Ga/eci^i ST^tioe 
fteinigte Materie. Cowley 58) fand es in einer 
Harnruhr verhärtet und gaijz fteinigt» In 
einem an der Gclbfucht geftorbenen Mann fand 
J. F. Meckel 5») das Pankreas ganz in ein tophus- 

arti- 

54*> Staip. V. d. Wid obf. Cent. I. obf. Xlh — CommtmU 

J.ij.f. Tom, Vlll. pag, 990. — Mifccll. Nat. Cnr. Dcc.l. 

An. VII. cUr. 50. — Eller >n ^Trm. de rnoad. des Srienc. 

öc Heil. 1755. pag. 24. Coll.Atjad. part. etrang. Tom.ixj 

pag. £5. -^ Biurni obC auat. ui Sandi/ort Thef. dilX VoL 

lli. pag« 960. 
55). de aaU et nfu ri>cci pancreal; 1. c, — Lieutmid L c 

runi. 1. pag.'^og. 
56) a, a. O. S. 159. 
\'/) in Comment. BonnonienT. Tem. IV. Art. IT. rtn^, 54^— 

^Ifchrere tt^ifpiele in Schurigii Litholog. Cap. U. J. tt 

SK' 145 h- cap.VUI. p.455^ ^ MiTcelL X^JaC Cur.DecL 
n. Vlll. obf. 5a 
IO Journal de Med, Par. 17S9. 

55) Koreff difC Rftens theoreticam conffderationemicceri 
' 90vi^ ^ui.lMi9<Uqx CüiiJüK«. fimid fuperftj'UQUffi. uj. \yi\^ f 



B. Di€ Brufen. 555 

^es und fteinigtes Wefen degencrirt,' deffen 
lg von einer ähnlichen Maffc ve rf topft und fo 
irerlehut, daCs der Gallengang zufammenge- 
ckt und verfchloffen war, fo, dafs keine Galle 
chgehen konnte; dieOallenhlafc bis zur Gröfse 

Gailenbhfe eines Ochfens ausgedehnt, und da« 
ch dieGelbfucht entftanden war. Pau^^^) fand 
>ey einem zehn jährigenKual>en,derübef Schmer- 

im Ünterleibe, bcfondets auf der linken Seite^ 
(lagt hatte, wie ein Stein verhärtet. 

9. Die Kiereudrüfen *'J. 

Sonft heiEsen fie auch Nierenkapfelff^ 
^beunieren, glandulae (uprareuales. 
: c(rü6gter Bau ift nicht zu vevkcanen ; fie ge«- 
ren zu ilen zufammengcfetsten Drüfcn. . 

>lan fand fie auf jeder Seite doppelt« BaV'-^ 
ylin ^^) fah deren viere bey einer Perfon, de-* 
1 Nieren zarammcngewachfen waren. Morpag-^ 
^^) bemerkte Ge auf der linken Seite, bey zugieicK 
ppcltcn Nierenbecken und zweifacher Mili: dop-* 
lt. Dooh find diefe Fälle noch Zweifel Iwft ^♦^V 

Noch 7,weifelhafter find die Beobachtungen voa 
lem gänzlichen Mangel diefer Drüfen ^5% 
itjslow ^) will fio in Kindern, welche mit wcni« 

Cc) Lieittaud l. «*. oV>I. xoag. pag. 504. «F. obf. 1052^ p^ 305. 
übt. io\0' p»{:- 906. 

60 yiic.kiffids dilT. de glandiili« ri'praronalfbii». H^n.IT^.* 

tz) 1- o. Cent. II. liift. LXXVll. Tom. \. pag. 306^ 

£3) Kt>. l.XIV. 2. 

64^ Vrrgl.5eAmiWfdiff.de pland\i1is fnprar^^nalibnyTia?. ad 
Viadrl 17^5. — Mayetr's JUerdircibang des men^L Kör- 
per!«. B. IV. S. ^%. 

65) Mifcell. Nat. Cm. Dcc.l. An. II. obf. 6j. DccU. AikI. 
obf. 35. — H/iZ/rWElenuPliyC Tom. VII. paj.jg^. ^.^t.K 
wo mehrere HeNTpicle on^iilhr^ fin4^ 



556 ly» Von dem Lympkfyfieme. 

gern oder ger keinem Gehirn gebobren ^d^ordeiii 
feblen gefehexi haben. 

- Aber felbft in Fällen , wo eine Niere fehlte^ 
fand man doch die Niercndrüfe ^7). 

Inzwifcben l^ann ihr Mangel aber doch nidit 
in allen denen Fällen, wo die eine oder die andere 
Niere fehlte, nicht wohl zweifelhaft feyn. Einen 
foIehenFall finden wir h^y Härder ^^)vLndStoll% 
Kleiner, als gewöhnlich findet man fie febr 
oft. Befonders .foll diefer Fall, nach Hewfont 
merkwürdigen Beobachtungen ^^)y bey Kindero, 
welche wenig, oder gar kein Gehirn haben, ftatt 
finden. Mehrere Fälle, welche Sömmering 7«) an- 
filHrt, beftätigen dies. Cooper 7^) nämlich fand 6a 
in zwey acephalis fehr klein. Meckel^^) bemerkte 
dies ebenfalls in fechs dergleichen Misgebnrten. 
Auf dem anatomifchen Theater zu Dresden findet 
fich auch ein hirnlofes Kind mit kleinen Nieren* 
drOfen 74). Klein 7t) fah fie in hirnlofen Misge- 
bnrten mehr, als zweimal kleiner, wie gewöhnlitfb. 
Metzger 7^) fand dies in einem fiebenmonathlicben 
Kinde ebenfalls. Sömmering 77) fand fie in allen 
hirnlofen Kindern, welche er öffnete, fehr klein. 

Ein 

67) Sandifort Muf. anat. Vol. I. Scct. V. pag. afo. luXXX. 
68^ Wircell. Nat. Cur. Dec. II. An. I. Obf. 55. 
^9> a. a O. B. II. Th. II. S. 179. 

70) Philof. Ti ansäet. Tom. XLV. Part. II. pag. J15. 

71) zu Baillie S. 17t.\I. 
7a) Philo£ Transact. 1. c. 

75) zu Hailer s Grundrifs der PhyiioL S- 5Sj. Anmerk. e. 
74) Sömmering a. a. O. S. 17}. 

75^ S])ecimen anatomicnm iiTcens monrcrorum quomniji 
defcrlptionem. Stntgard. I799» 
in einem ßrie^ an Sömmering a. a. O. 
I in feiner Ueberf. Yoa Ha//cr*j Grundr, der PbyfioLbcr 
au5peßeben von Meokef, a« a. O. Anmerk. ••). Ferner m 
Btütiie a. a. O. und ia feiner Befcbreibung nnd Akbiida«| 
einij^&r Milsgeburten.. Mai^iz 1793. $. la« 



76J in 
77^ n 



B. Die Drüfea. 55? 

Ein Anderer 78) fand fie nicht nur kleiner, fondern 
auch fpitziger und von dunklerer Farbe , als ge- 
wöhnlich. 

Caßan 79) fand die Nierendröfen bey den vie- 
len Negern, welche er öffnete, immer viel gnifser, 
als hey den Eurorpäeni , und die darinnen be6nd- 
liche fchwarze Feuchtigkeit bey erftern in weit 
gröfserer Menge, als bey letztern. Dies veran«> 
laf^te bey ihm den Gedanken, ob nicht vielleicht 
der Ueberflufs diefer Feuchtigkeit iich über die 
ganze Oberfläche verbreiten , und eben fo gut die 
Haut der Negern fchwarz, wie ein Ueberflufs von 
Galle die Haut der Weifsen gelb färben könnte. 
. Er beruft fich dabey auch noch auf dt;n ganz eigea 
{linkenden, bey VVeifsen gar oicht bekannten Ge^ 
roch der Negerhaut, welcher von nichts andern, 
als dem beftändigen Abfatz einer verdorbeuen 
atrabilarifchen Feuchtigkeit herrühren könne. Es 
fcheioen diefe Folgerungen aber unrichtig zu feyn« 
Denn man fand auch bey Ruropd'erri in der liöble 
diefer DrOfen eine fcliwarzliche, tinteoähnlicbe^ 
oft häufige Feuchtigkeit <^). Sie ift vielleicht Fol- 
ge einer kränklichen Befchaffenheit, oder auch 
fchon ein Produkt anfangender Füulnifs; denn 
Sömmering *')fand diefe F'euchligkeit feiten in fri* 
fcfaen Leichen von diefem Anfehen. 

Sie ift auch, wie andere Eingeweide, der 
Entzflndnng und der Eiterung ausgefetzt. 
Blafius fand die linke NierendrOfe bey einer Fraa 

rüth- 

7t) GöttUig, gel. Anzeig. 179). S. 59. 

7f) übfervdtions meteorolog. faites fout laZone torride, pur 
Mr. CV/>«/i. Vai\ I7ly. Hujetantts Annalen der liauz-ol. 
A. W. B. I. 475. 

10) Bartholini liilt. an«t. Cent. I. hift. XXXVIH. T' m. I, 
pag. 59. — ejttsH. Auätom. cdp. XVill. — Jiaiiii* 4>. 17I. 

tl) zu Bailtit 's. 173. Anmerk. 971, 



558 i^. yon dem Lympkjyfieme^ 

röthllch, vergröfsert tin(J mit eiilicr fchivÄrzea 
und eiterartjgen Materie aiigcföllt; die Kranke 
hatte lange Zeit hindurch einen eite^artigen Urin, 
welcher einen fchvvarzcn Bodenfat:^, machte, von 
fich gelaffen 8^)^ Ein andermal fand man die eine 
Nierendrüfe ungeheuer grofs, mit einem finuöfea 
OefchwQre, aus welciiem zwölf Pfund blutigen Ei- 
ters herausfioffen 8^). Ein gleiches Oefchwflr, wel- 
ches den Orimmdarm mit angefrcifen hatte, vcr* 
tirfachte eine Kohk ^)rLieuinud 85) erzählt, dafi 
die linke Nierendrüfe zwey Pfund Gauche enthal- 
ten habe lind in ihrer Subftanz fo vergröfsert ge- 
wefen wäre, clafs De über zwev Pfund gewogen 
hätte. Bey ein'em zweimonathlichen Kinde fand 
man fie von der Gröfse eines Taubeneis ^^), 

Nur einmal fand üeBaUIie^) von einer fkro« 
fulöfen Befcbaffenheit. Eine derfelben war fo ver^ 
gröfsert, dafs fie faft fo grofis, wie die Niere felbft, 
"War. Sie waren dabcy in eine weifse Materie ver- 
Bndert, wie man fie o/t in den lymphatifchen Drö» 
fen findet, die au Skrofeln leiden, 

Sie geht auch, ohne Vereiterung, in Ve r grö- 
fse rung und Verhärtung über. Sörnrne* 
ring ^^) fall die rechte Nierendrüfe in eine, mehre- 
re Zoll im Umfang habende grofse Gefchwulft aul- 
gedehnt. In einem andern Fall fand man die rech- 
te klein, weich und ganz zerftprt, die linke on* 
gewöhnlich grofs und fcirrhüs ^^)% Santii' 

%2) ObferV. aiiat. paj. lap. 

Sj) l^Urcell. Nat Cur. Dcc. I. An. 1. obf. ^, 

S4) Epfaeni. iSat. Cur. Cent. I. obf. 56. 

15^) 1. c. Tom. I. pag. 357. Lib. 1. 6cct. iX. obf. IXlf. 

B6) ibid. ohl*. 1317 «. 

*) Zufützc in den SarnmU fui' pr» Aerzte» B. XX. S> 4:i 

f7) zu BaHue 6. 179. H. 






B. Die Brufen. 553 

t W) fand in der linken, am untern Theile, ei- 
1 djcken> harten Knoten. ' * 

Man fand auch folche fcirrhofe Verhärtungen 
ein Krebsgefch wür übergegangen 9oj/ 

An ihrer Subftanz fand man auch drOfigta 
iswüchfe. Morgagni 9«) fah an der linken 
»rendrüfe eine runde Gefchwulft, welche fo feft 
: derfclben zufammenhing, dafs fie einen Kör- 
* auszumachen fchienen; Ge beftand ans einem* 
Ifigten Wefen, welches gegen die MHte zwrf 
hlen hatte, die fehr verfchieden waren und ei- 
1 wäfsrigten Saft enthieJten, 

Ihre Subftanz fah man auch knorpelig 9^). 

Mit der Leber verwachfen h\\Ofiunder 9'} die 
ilite Nierendröfe, in einem nengcbohrnen Kin- 
> welches den Pemphigus mit auf die Welt ge^ 
cht hatte. • ' . 

Kleine Steinkör nehmen hat man in i)ircr 
bftantz beobachtet 94), Iffaßus 95) fand d?e lin- 
^ierendrüfe einer fünfzigjährigen Frau, welche 
threre Jahre hindurch einen eiterigten,ein fcbwar« 
s Sediment abfetzenden Urin, nicht feiten mit 
timerzen, abgelaffen halte, hi* zur Oröfse einer 
oft ausgedehnt, roth von Farbe und mit'i einer 
I Warzen, eiterartigen Gauche und mehrern Stein- 
en angefüllt. 

lo. Die 

It) Boneti Stp\\\cr. Aiinf.Lib. ll.Scrt. I. oU.LXXllI.p.4.i2» 

19} obf. anat. jjathol. Lib. IV. cap. VI. pag. 57. 

50S ßontt l t. Lib. lU. Sect. XXIV. cbl'. VI. pag. 10^3. 

^i) Ep. XVII. t. 

^2) Coiiimciit. Lmf. Tom. IX. 

^)) Deiikwnrclijikcitcji lür die Hcüktmtle nntJ Gcburtyhul- 

fe. B. 1. St. II. pia. 40:. 
^a") Linttnud 1. l. Tom. I. i^ig. a«6. — r^Irrtint; aiivtM farii 

cniiofa. Jen. 1679. Obf. XXVH. paf;. 56. 
5") Oblei vata an.itn;iüca, pag. I3p. Tal». XV. Fi^. I4« -— 

rjiLsd. obfeiV. liindic. oLL XX«* pa^;. S4* 



56o iy* Von dem hymphfyfteme. 

lO. D/e Vorfirherdrüfe. 

Von dem Mangel diefcrDrafe Sndet man 
kein Beifpiel. 

Widernatnriich klein fand man fie aber. 
Morgagni ^^) fand fie bey einem Mann, der, wäh- 
rend eines Trippers, an der WaiTerfucht geftorbeo 
war, fehr klein. BaVIie 97) fah fie voo fo auf* 
ferft kleinem Umfenge, dafs man fie, diefes Um- 
ftandes wegen , fchwerJich für gefchickt zu ihrem 
(Ivercbäfte halten konnte; damit war eine monftr^- 
fe Bildung mehrerer GefchJecbtsorgane unif der 
Harnblafe verbunden. Alfa war anch wohl die 
Kleinheit der Vorfteherdrüfe eiq Fehler der erften 
^ Bildung. 

Häufiger ift ihre Vergröfserung oad 
Anfchwellung in ihrer Subftanz. Sie ift entweder 
gleichförmig ausgedehnt, oder nur an einer Seite; 
oder fie hat auch AuswQchfe. 

Gewöhnlich ift mit ihrer Vergröfserung loch 
ein feirrhüfer Zuftand verbunden, der 6cb «ntw^ 
der Ober ihre ganze Subftanz., oder nur Ober ein- 
zelne Stellen erftreckt. 

Sie erweitert fich in diefem Zuftande oft 
aufserordentiich. Die Folgen find Verbaltung des 
Urins unJ baid zjMtjver, bald fpüi-r erfolgeader 
Tod. Dabey ift der Stuhlgang erfchwert, und der 
Kranke hat, auch nach erfuJgter Ausleerung, nocb 
immer die Empfindung, als wenn noch mehr Stuhl- 
gang erfolgen feilte. Der Katheter kann nur mi 
Schviieri^'J<eit, oft gar nicht beigebracht werdA 
T. Murale VS) ei-ziihlt die Gefchichte eines an üris- 
Terftopfung geftorbenen Mannes, bey weldiem 

dit- 
96) r.p. XXIV. 1$. 97) -'^. 197. 

9$) EpLeni. iS*t..,Cui. Dec.;!!. An.sV. obl. 2^. 



f_ 



B. Die Dräjen, S6i 

diefe Dröfe gröfser^ als eine Kauft war. Bartho* 
lin 99) fand fie in einem gleichen Falle fo grofS| 
als einen Mannskopf. Morgat^ni '°^) fand fie bey 
einem fechzigjährig^'n Ma^in, welcher in feiner Ju- 
gend' einen heftigen Tripper auspeftanden hatte» 
and an einer Urinvcrhaltung geftorben w.ir^ gatiz 
und gar aufgefch wollen und fo hart^ dafs fie bey 
der Zerfchneiduog gleichfam aus einer Subftanz za 
beftehen fchicU) die aus Knorpel und Band zufam- 
siengefetzt war. Sie war weifs» und an einigen 
Orten der Oberfläche fchwärzlich. Sand'ijon '} 
£ih fit bey einem achtzigjährigen Mann von der 
Öröfse eines GänfeeiS) fO) dafs fie einen kreis« 
f&rmigan Schwärzlichen Wulft bildete, welcher die 
MOndung der Blafe ganz umgnb, in die Blafa zum 
Theil hervorragte, und den grOfsten Theil des Be* 
ckens einnahm. Dabey war fie fehr hart, und die 
Harnblafe vom zurflckgehaltenen Harn bis zwey 
Finger breit über den Nabel ausgedehnt. //er- 
kotd ^) fand fie fo widcrnaliürlich grofS) dafs fie 
den ganzen mitern Umfang derJ^lafe, wie eine aus« 
gehöhlte dicke Rinde genau einfchlofs, und vom 
Maftdarni an bis zuniSchaamknochen mit allen be» 
nachbarten Theilon felir foft verwarlifen warw 

In diefetn erweiterten Zuftande iit das uufsere 
Aafehen ihrer Struktur vom natürlichen nicht ver» 

fchie« 

^S9) *• «5- C<^"'- ^- ^^i^ft, XXlII. Tn»n. I. pag. 57> 

loo) Kp. XLL ij. 

1^ MiUvjMiii ai'aiomiciim dca»1. Lupdimo - T .tAvae. Vol. L 
i?ect. V. pa;;. 257. 11. XLII. Tab. CXIII. li?.. 5. — Zvrty 
Hliiilicbe l\illi» ei/.'iiiU ^untU/wt ebond-if. p.*:\ 2y).v\.2ftU 

Ä) in Arnernar,ns^\A^n.\\\ Iwv die Wuiidai /.:u*yh nndc. U.U. 
6t. I.S. lOX. — Mciireie KtMfpiele von Vci grölspi -.ir.j; die» 
\er Dniro liefern: Vaüfn^ri opp Tom. III. Scrt. llf. olif» 
Sl. «. 22. — lUmeti Sopiilcr. anJt. Lib. lll. Sect. XXtV» 
i.bf. ir. ?ect.XXV. nl:!'. 16. i; vl.\%. — Mircell. Wat. Cur. 
Dec.nl. An. IX et X. u..r. 14«. ^ Morgagni Cp.XLl. Ifi 
UentUt, d. paikot. Anaf.B. I N n 



$64 ^^' ^V^ ^^^ l*yynpf^\Jlteme. 

cula feminaliS) bis zu welcher fie fich erftreckte. 
Ihre Subftanz war völlig der Proftata gleich* Ei- 
lten ähnlichen Auswuchs fand E b e n d e r f e 1 b e ") 
bey einem Greife » welcher eine Harnrerhaltuog 
gehabt hatte, da jener Auswuchs faft gar nichts 
durch die Mündung liefs. Bey einem andern fand 
er '^) in der Urinbläfe einen kleinen, hervorfte* 
banden Auswuchs von d^r. Gröfse und Geftalt ei* 
ner Kirfche, welcher mit der Proftata zufammen* 
bingi ^ncl von glerchek* Subftanz- war. Man fand 
auch foIcheAuswOchfe doppelt; Morgagni^^')lA 
^^ B. in einer Hamblafe zwey weifse, glänzendei 
harte ) halbkugelförmige Auswüchfe, w^lcbcrg^ 
mtt mit der Proftata zufammenhingen. Th. Bar- 
^fco/m**) traf ebenfalls twÄy folche hodenahulichek 
weifse, drüfigte Knoten der t'roftatil an« Morgag- 
ni '^) fah auch dergleichen Auswüchfe in zwey 
Fällen in ihrem erften Anfange; fie bildtstta kiti- 
Xkt\ rundliche Hervorragutage^ Von der Grofse ei- 
aes Weiribeerenkerns, warert von der innern Haat 
der Urinhlafe öherzogeh, inwetidig von einer weif* 
fcn, dichten Subftaüz, in welche fich aügenfcheia* 
lieh die Proftata verlängert hatte. 

In einem fkroful ofen Znftande fand Äa/A 
he **) diefe Drüfe. Indem er fie auffchnitt, bh 
er genau die nämliche weifse, geronnene Matetie^ 
weichein einer fkrofulöfenSaugaderdriife ftatt Bb* 
det. Durch einen Druck zwang er aus ihren OeH' 
tiungen ein f krofulöfes Eiten 

. \\) Kp. XLl. 6. 

13) Ep. LXVi. C. — Desgl. Kp. XLI. 17. und it. Ep.XUX. 

' 195 Ep. XLII. II. 

14) i" Bvnen Sej)nlci . anat. Lib. IIK Scct. XXV. t)b£ ti 

15) Kp. XU. Ig. Kp. XLUI. 2^ 
l^) S. I5>4. 



A BU Dräftn. 5S^ 

Sie ift der Entzündung unterworfen 'O* 
^fan findet fie nicht oft in dem Zuftande einer ge* 
w^öhnlirhen Entzündung ^8); aber defto öfter di«r 
Folgen der Entzündungen: Abfceffe und Qe- 
ichwüre. Vielleicht ift ihre Entzündung mit 
ihren F'olgen häufiger ein Nachlafs des Trippers, 
ils man glaubt. Blancard^^) f^nd in ihr bey ei« 
aem Mann, welcher .während eines Tripper« an 
^ioer andern Krankheit ftarb,einGefchwör, Mor\ 
fagni ^^) fah ihre ganze innere Fläche mit Gefchwü- 
ren befetzt, und gleich fam mit einem gewiffen weif$* 
ichen Grinde überzogen. Fantoni?^)hud fie fehr 
losgedehnt, hart und inwendig voll Eiters. ScoH^^) 
and in der Proftata eines Mannes, welcher an ei« 
[i6r Tiertügigen Harnverhaltung geftorben war^ 
^wey Abfceffe, wovon der eine (o grofs , als eine 
duskatennufs, der andere aber noch dreimal gröf«. 
ier war.. Er leitet fie von einem vorhergegaoge« 
len Tripper ab. Hier war aber wahrfcheiulich 
nne äufserliche Verletzung daran Schuld: denn 
:wey Monate vorher war der Mann von einem 
Pferde an die Zeugungstheile gefchlagen wor- 
len , und hatte von der Zeit an über Schmerzen 
>eym Uriniren und über dftern Drang zum Urin* 
pffen, wobey diefer abe^ nur tropfenweis abging, 
geklagt. Baillie ^5) fah einen Abfrefs in ihr, oh-t 
te ungewöhnliche Verdickung und Erweiterung 
ler Drüfe» auch fchien das Eiter von der gewohnt 

liehen . 

U) Vogets Handbuch der praJit^Arzncy^iffenfc^aft. B. IV. 
K«p. XVII. S. ;36. — Murray iii der SammL für fr»In^ 
Acizte. B. V. S. 120. 



IS) BuUlte S. 194. 
191 



1. c. Cent. III. gbf. Uli. p«g. s69^ 
ao) Ep. XLII, ati, 
fli) Opp. aiett et aoac. Eo. Vlll. a« 1|^ 
ss) Heilimgsmethode. B. 1. S, \il. 
2?) S. 194. 



968 I^. yon dem Lymphfffiemm^ 

iveit kleiner» als die im vorhergehendeii Falle 
farrimengehäuft ^^). Dergleichen Körnebea 
derfelbe Scbriftfteller aucli noch öfterer, fo 
an der Mändung der Proftata ^% als auch zwii 
derfelben , in ihrer Subftanz ^'), Er ift fclbl 
gewifs über ihre Natur, und halt fie fär eine Fi 
tigkeit, welche in der DrOfe abgefondert wird 
in eine folche Oeftalt zufammengedrilckt wo 
ift. Vielleicht 6nd 6e die Folge einer ?orhi 
gangenen Entzündung und Zerftoruiig der Dr 
körnchen? vielleicht der Anfang zul'tcinigten 
kretionen? 

Die Ausführung «gange der Prc 
findet man oft erweitert, manchmal fo fehr 
fie eine Rabenfeder einnehmen« Sie find alsi 
ein grofses Hindernifs für den Durchgang 
Urins durch ^ie Harnröhre, und er fammelt 
in der Höhle der Blafe,odt^ derDrüfe felbftai 

In diefen Gängen findet man manchmal a 
Steine, welche nach Balllie H) braun « 
fchwarz ansfehen , gemeiniglich von der GroCN 
Der Erbfe find, und in ihren Eigenfchaften voo( 
Harnblafenfteineri ganz verfchieden fcheinen. 
wurden nämlich von Vitriolfäure gänzlich aufgelö 
von SalpeterfSure aber nur zu einem feinen Pol' 
zerfetzt. Wolfaßon *) fand, dafs fie aus phospbor( 
rer Kalk-ErdiB im neutralifirten Zuftande, ^ 

I 

30") jchendc^fMft §. 30. 

%\\ Ep. VII. II. Ep. XXIV, 6, Ep. XLIV, %\ o, 3:. 

92^ Ep. VII, a. a. O. Ep. XLIV. 19. 

13) Baillie "ß. 197- — iifmmering dtf. Anmerk, ^aj- f} 
net den fall hierher, welchen Watfon in den PW'^*' 
Transact. 1769. Tom. LlX. befohreibt und abWldft,« 
«her diofe orweiterten Gänge f ör Anfang»mündun?« 
Sangadern hülL 

94) S. 196. 

*} S Scherers allgemeine« Journal der Giemie, B. l^> 
XXII. S. 584. 



B. Die Driifem. $£9 

üt rl^r Sekretion der ProftaU beftanden, . Bdy 
cn Schriftrtellern findet mau viele Beifpiele von 
liehen Steinen ^^). 

XI. Dl ff B rufte 3«). 

Bey beiden Gefchlecbtem ift der Bau. der BrQ« 
:e nicht wefentlich verfchieden, nur find 6e beym 
weiblichen Gefchlecht ungleich vollkommner. 

Man findet Beifpiele von vermehrter An* 
ahl der Brüfte; doch find einige davon mehr, 
Is zweifelhaft, /, Faber ^7) und andere 58} wol- 
sn vier befondere, milchgebende Brflfte gefehea 
aben. Eine Bauersfrau foll zwey BrOfte an der 
ewöhnlichen Stelle» und zwey andere, voll von 
liJch, auf den Rücken gehabt haben ^9}^ Auf 

eben 

)5) MarcellusDonatiis d« medlca hiftoria mirabili. Lib. 1 V» 
cap. 30, — Rhodii ohhrw Ceut. 111. obf, 37. — Tk.B*r» 
^o/jWKpift. med. Cent. IV. epift. VI. — ^r. Lojjßi oh» 
fervat. medic. lib. 1. ohf. )9. •«- Boneti Sepnlcr. anaS» 
Lib. Hl. Sect. XXIV. obf. 5. 17. Sect. XXXIV. obf. 5^t^ 
-^ Morgagni E|). XLIl, 19. J7. — Fahl refp. ^eigefrind 
dilT. d« proftatis calculo alt'^otis. Lipf. 1757. — ffewt- 
ma/in medic. chirurg. Annc'itze, hirtörifch - praktifcbea 
liilidics. Lcrl. 1778, — Carl BciTs Zergliederungen, ß. I. 

S. 2J0. 

f6) Craujjhts diff. d«* m'>rbif mammanun. Jen. |689*-— Hoft 
difr. iU\ ninrbis miimindium. Edijib. 1782. — F. J, A^ 
Schleeet dilf. de ftatii fdno et morbofo mamiriHritni ia 
graviiiis et jnuM|)eris. Jena»' l/yi. — 0//anr/tf>'* Refiiltate 
von Heobacr.:r.;ii:rn an den lirilftf^n während derScbwan- 
pcrfclijfr; in dt»u Dcnkwfirdigkeiten filr die H. K. und 
Gebuit hülfe. H. 11. 11». 11. n.VIl. 8,41). — Rcilim hx- 
cLir li!r die PhyAoL ß. 111. S. 437. 

J-) Fr. Hcrvaudis plartarum, animaliiim, mineraUum Me- 
xican. liift. a Rrccho collrrta , a Terenito notis lUuftrata; 
cui acrrd. ulioi-. nov. Hifpan. ai:imal. cxpoiitio ,^ per ^. 
Fmhrum, IVun. l6si. p-i?. 475. 

jO Zt ß. Cahrolii <»bfei vat, anat. VII, — Mifcell. Nat.Cnr. 
Dec. I. An. U. t»br. 72. app. — /ifl//<rr/ Elena. Phyf. Tom, 
Vll. ?art. n. pa-. 4. 

•9) Fnu^/iui bievi.ir. rer. memorab. cap. XXXI, App. «4 
Wifcell. ^dt. Cui, Dcc. II, An. IV. pag. 3Q|, 



67a ly^ Von dem Lytnpkfyßeme. 

Mirri findet Belfpiefe von brüften, welche zeho, 
2wdlf und mehrere Pfunde wogen. Banholin W) 
erzähit von einer Frav, dafs ihr'dte Brfirte bis auf 
die Knie herabreichten; -'Bonet ^♦) filhrt ein Bei- 
fpfel von einer vier und' fechzigp fündigen Bruft an. 
Wahrfcheinlich war dies ein krankhafter Fall, fo 
wie auch die mehreften ähnlichen Fälle. So führt 
z. B. Mandehloh ^^) ein Beifpiel eines zweijäbri* 
gen Mär'ciiens an, deffen Brüfte fo grofs, wie bey 
einer [fugenden Frau waren, und das fchon im drih 
ten Jahre d>e monatliche Reinigung bekam. So 
werden die Brüfte vorzuglich ven den gleich her« 
nach anzuführen^Jen Krankheiten vergröfsert. & 
ne ungeheure krankhafte Vergröfserung derfelbei 
befchreibt 7örrf<?/?^ *). 

Die Entzündung in denBrüften ift fehr ge- 
mein und bekannt. Sie verbindet fich faftmitje' 
der Verhärtung und allen denen Krankheiten^wd« 
Jm folgenden aufgeführt find. 

Die häufigften Zufälle find VerhSrtunge« 
und Knoten, und unter diefen verdient der Sci^ 
rh US, das häufigfte und gröfste Uebel der Brflft^ 
die erfto Erwähnung ^*^), Von ihm haben wir 
fchon oben ^7) geredet, dem ich nur noch weni* 
ges hier beyffige. Man hat Beifpiele, dafs folcbe 
Brüfte zehn W), zwölf 59) und mehrere ^^) Pfunde 

wo- 

5^) 1 1. Cent. III. hift. XLVl. Tom. II. pag. 93. 

54) l'*^ly*^^^^s f, theüuv. mcdico - pracUcus. Gen, UJO. 
Tom. III, Lib. V. cap, a^. 

55) l'']>ift. ad 0/<?«r///m. pag, II. 1— Kine 5h«lichc Gcfchic^ 
te erz'/hlt Schenk obf. med. Lib. 11 obf. 183. pac. «ri, 

♦) in Hu/elanrCs Journal. B. Xlll. St. I. S, $3. 

56) S..'^ic/2^er'xA4J4n6sgr.aerWtA. B. ly. Kap. XVI.5.|U. 

57) S. rS7. 

58) K/c//^trr'j .Chirurg. Bibl. B. III, S. 511. von Oehme. 

59) Rpfcius ßclchreibiing einer glücklich abgcnommeani 
ßnilt von jLWöU Pfunden. Königs b. 1769. 

60) Rhh(cr'4 Anf4n^$gr, cl?r W. A. a. «. 0, S» J9^. 



rogen. Sandifori ^0 beröhneibt «iöe rrüdürböfe 
ruft» die den Unterleib gleich •Einern. Kiffen^sWf 
eckte. Einen gleichen Fall bcfcfareibtüiarcA^ii^^); 
n folcben von Scirrhen und VomKreb${8efdfgani« 
rten und veränderten Bröften^ findet manloiftrjltiir 
e Spur fnebr von ihrer tirfprAnglichen SirukbMV 
Gl find fier.in eine, deni Knorpel ficbrnjhernda 
ubftanz ausgeartet ^^) oft befteht fie au5 mehrerOi 
is zu dreifsijr und vierzig,, durch Zellgewebe velp* 
undenen^ gröfsern und icleiii«ria> runden Knotedi 
reiche mit einer feften Haut umgebeh; find.^f); 
^t find fiein ^inen faferigten, fehwaviniigten.Stoflt 
isgeartet, welcher leicht blutet^ fchnell entbekk- 
ad zunimmt; dunkeiroth und wie Blumenkohl 
ftffieh'to^^}, .,. • . '^ 1' •• 

Häufig fii^dl auch dift Verhärtungen, Von iio*' 
cender Milf:h in den Milöbgaugen ocfer auch itk* 
tn DrOfeo> d** Milchknoten ^^). Sii( werdeni 
rt fehr alt; man hat Beifpi^le^ dals (ie zxvey Jahre 
luerten^eine knorpelarti<;e H^irte annahmen, aber 
3ch gewöhnlich in ihrem Itonefn eine flüffige Milch. 
ithielten ^7), Bisweilen ergiefst fich die Milch in 
IS Zellgewebe der Brüfte, und verurfacht eine 
,eichfc>rmige» harte» glatte Gefcliwulft der BrQ- 

e ««). 

Nicht feiten find auch die firuftknoten ve>' 
erifcher Art ^>> 

Eben. 

6l) Mnr.inat. Vol.l. Secr.V. paf.s^a. n. VI. Tab. CIV. -* 
Vcrgl. Bierchen vom Krebfe. S. 25. 

6;) Rcil a. a. O. S. 447. 44t. 

64) chtttdaf. Ö. 450. 1 .ib. 1. A. 

^\) Richter's rhirnrjr. Hibl. ö. VIH. S. 504. 

<6) Leur\ in acii Samml. für ]>r. Ar\'ttt. B.XVIU. S.Y^tx 

47) Richter ': AnlV.np>f:r. a. a. O. S. 4-0. 

«t; Sauvast^ ^ofr.l. mfr!-rM«. To»tj. l'I. P.nt. T. pjijr.. \^ 

6v^; Hioktcrji. a.- U S-. 4U. — Lfu/* ♦. a. O-. S. 259^ 



<76 If^* ^^^ «^w** ^Ymphfyfieme. 

Tier undfeoVis2ig Pfund, und hatte über drey F 
im Umkreife; die rechte war etwas kleiner. \ 
brigens waren &e gani.'ünfchmer^hafty und n 
Caad ^ach dem Tode der Kranken^ gar nichts 
dernatörliches in ihnen 7*^). 

O&maiir 'Werden die Brüfte durch Pettj 
Jt'C h 1^ tt 1 f t e wider nattirlirh verhärtet und vcrgi 
fort 7$)^ Kock 8^) erzählt einen Fall von ein 
Jilotzliohen-Wachsthum der Brüfte durch eine l 
lagerühg des Fetts% 

Auch 'findet man Togenannte Flelfebj 
fchwülfte in den Brüften «O* ifrre;/W)f. 
bey einer fechs und dreirsigjahrigen Frau die hi 
Bruft dreimal grörser, als gewöhnlicli, widemat 
lieh fchwer^ -nicht hart, aher faft wie ein rnusl 
löfcr Theil de$ Körpers^ mit eingezogener Wai 

Das OegenftOck der.vo*herp.eiinnnten Krai 
heilen der Brüfte ift ihr« widcrnaiÜriiche\Vei< 
lieit. Krankheiten » Kindbetten, Schwärmerei 
tU)ermäfsiger Beifchlaf, LQidenfci^iaften und an 
re Schwächungen ranoen den Brüften ihre Hä 
\lnd Fülle, machen fie kleiu, weich und fchlaft^ 
Dadurch wird auch ihre Form verändert, fie w 
den platt, hängend und fleckförmig. Man fah 
He Bruft, welche dieGoftalt rincr männlichen RuI 
(mamma mentulata) hatte ^0> 

Kn orpii eilte, k noch igte tind ftei 
ertige Konkremente find in denBrÜften garnic 

felti 

yi) t&jskes auserlef» Abhanrtl. -aus dcü philofnph« Tiaiiii 

1774. «. I. 
^f^) Leurs a. j. Ö. S. -6?. ?. 98. 

){•) Actes dfrUd Socirir. de .Ved. .'t Bruxclles. iy^7» To» 
%X) Leurs a, a. O. «. 97. S.262, 
t2") cbinng. Vr.riällf*. ß. I. S. 2SS. 
15) Reif S. 440. 
14} MifeeU. ^At. Cur. Üet, U. An. VlL t>bf> t»i> 



Bf Die Drüfenm Syj 

ftlten. Sioll ^5) unterfuchte einige Amputirfe BrQ* 
&t, und find fi6 der Farbe und Konfiftenz nach, 
in eine unorganifcbe, knorplichte Maffe verwan« 
delt. Reil ^) berchreiht und bildet einige folche^ 
Brnfte ab> welche ebenfalls an einigen Stellen in 
eine dem Knorpel fich nähernde Subftanz aufgear- 
tet find. Eine davon zeigt nicht allein mehrere 
knorplichte Rnbten und Säcke ^^^ fondem auch 
ain wahres Ofteofteatom ^S)» das wenigftene 
nnen halben Zoll dick, einen guten Zoll breit und 
loderthalb Zoll lang ift. Auswendig itt es mit 
einer dicken, häutigen Kapfei bekleidet, hierauf 
Folgt eine Knochenrinde, welche anderthalb Linien 
dicSc ift, und der Mittelpunkt deffelben ift mit el^ 
ner fpeckigt knorplichten Materie ausgefallt. Auch 
andere Aerzte haben eine folche Verwandlung der 
Brflfte in Knorpel beobaclitet ^9). 

Eine Nonne bekam in der einen Bmft meh* 
rere Knoten, welche nach und nach eine fchmerz- 
bafte Gefchwulft mit einer ungleichen Oberfläche 
bildeten. Sie ging in ein Oefchwar über, deden 
Heilung fehr fchwer vonftatten ging, bis der Wund- 
arzt einen Körper herauszog, der die Grdfse ei« 
9er Wallniifs hatte, und aus mehrern gröfsern 
und kleinern Knochen ftü cken beftand , wel- 
che unordentlich beyfammen lagen, und zwifchen 
welchen eine ligamentöfeSubftanz eingeftreut war, 
wodurch fie verbunden wurden 90), Honet »') er- 
zählt das Beyfpiel von einer Nonne, deren BrU« 

fte, 

S5) Heilnn<;smerlioae. B. l!I. Th. IT. S. 3I|. 
86) «. u. ü. S. 447. n. J. S. 44S. n. 4- 
«7) S- 454. n. 9. Tab. II. b. c d. e. f. ß. h. 
SS) S. 45^ Tab. 11. a. 

S9) Memnir. d«* I'iirdfl. de Chirurg. Tom. III. pag. )f. 
90) Moreaani £p. L. 41. 

9t) SepiiTcr. aiiat. Lib. 111. Scct. XXI. obC (i. 
^itirtfH, d, rmtkol. Annt. B.X. O O 



58o IV. Von dem L^tnpkfyfte^. 

und Scli^rfe an ^). bisweilen will m 
g r Q n e Milch gef^hen «haben ^), Mäch «ii 
ken GenfHOthsb^wegtlng fah man die Mrlci 
Brflften gelb, ja faft girün, und fond 
bittefn Gefchmacke *®)» Bey einer Frau l 
eine ungetifiein faure vmd fch war7e ") 
einer andera eine fehr dicke und e 
fch warte Mflch ^2). Sitter fand au 
iholin »^) die Milche ' 

Dafsln tifeft Brflften jtiAger, Yiiclit 
barer Mädöhen Milch' abgefondert 
kann, tind dafs diefe daher anrchwellem 
folche iFeucTitigkeit voYi fich gcb'en könn 
dfe BrÜfte fchv^angerer \Vefl)er, lehren u 
Beifpiele. Bartholin '0 uYiterfbchte eii 
Mädclien, welches dealialb verheirtiliclitev 
gerfchaft w^gtn, angeklagt ^zr^ weil ihr 
angefchwoUen ntid roll Milch waren; B« 
dies aber von ihrer erften Jugend an geW< 
reigten fich auch fo bty ihrem jüngel-n 
Morgagni '0 ^^öd in den BrQften eines V. 
von achtlehn Jähren t^ahre Milch, \velc 
AufTchneiden mit einer gewiffen Gewalt 
fprit^te. Ueberhaupt bemerken wir be 
heiten der Zeugongslheile, bey verbalten« 

I) Herrn' Boerkaavii elemeot. Chemiae. L. B. i 
II. p*g. joa 

9> Lmi^ni animadverl. var» ad med. pag. I3^. - 
obfei'V. med. et burat. infifn. Ceiit. il. obf. ic 

10) D«t Ucberftner des Afjalini in der Samm! 
Abh^dl. ffir pr. Atrzt«. B. XV. S. isi. Anme 

II) Mifcell. Ntt. Cur» Dec. II. An. II. Apppnd. i 
12) Commerc. lit. Nor. 1734. 0^ 1. • — Mor£ujflii 

tt. V. S. IM. 

n^Act.Hahi. Vol. U T>br. «ft. 

14) Hifcor.^iiÄt. Cent. 1. hifc XXVll. Tora. 1. 
-« Schenk obf. med. Lib. 11. obf. 3S9. ]>af . 574 
Xat. Cor» Dtfc. 1. Aa. III. x>bf. I|6. u. m. ÜciL 

1$) Kp. XVI. 9f. ' 



ft DieDt^/enf Sil « 

g i>. f; w* eine-Aiifchwdllcufig derBTÜfle^uod eia 
slaufen einer milcbactigen Feuchtigkeit aus ih- 
I, ohne» dafs. wie gleich, auf^ Schwaogerfcbaft 
liefsen dOrfen, und daher alf Qebuttsbelfer mid 
i.qhtJiche Aerzte fsbic torfichtig. gehen oiOlTeoi^). 
Bey ganz kleinen Kindei^D ift die Axv- 
imlung einejc q^ilch^irtig^fll ¥eQQbti£k«yi picht 
(eilen «7). 

Auch bej:* alten Weibero findet noch • 
OLchiual eiue» Abfouderung too MilcK in dea 
iften ftatt 4)., Bey. einer Fran war noch nach 
zebn Jahren nach Ihrer letzten Ekitbindung Mil^K 
:ien BrOften *%).. Eine alte fecl^szigjlihrige Jh^iK 
im das HJnd ibc^r Xoebteir q>it in ihrQetl; um 
des Nachts zo, beOln^gea, b^fjtcicb 6ei ihre 
ifte mit Mjlclv mid gabt fin ihm iiv ißn Mund ; 
Kin/1 zog heftig«, und nacbi viel* und zwi|nzig 
nd^a bisocrkte^ $e Ad[ilch io. den, BrAften , wo^- 
dl fie in den Stand geCttzt wurd9> das Kind drt y 
>rtel Jahre lang ^in ßygei>. ^^)^ Vinp Fran von 
r uud (ech/ig J^hfeUi welcH^ zwapzig Jabr tor^ 
- ihr letztes Kind gebohren, und zwifchen dem 
t i^d iti^rzigfltn nnd funfzi^ften J^hr^ IhreRc^i-v 

nigung 

l) M^n feh« z, B. zwey bierher g^hc^rig« F.lUt in Stmrl** 
Arrhiv fui Geburuh. R. I. Sl l. S. s. — LoJcr iu Bück- 
t,ulz Bein jpen zur gerickd. A, G. B. IV. S. 5?g 

r) Schürt gii Syllepfiglo^iii. pag. )99, — Si;.\cnk 1. 1« obf. 
2^1. paß 579. 

W) Sand difr. de ef£De;tarnn Itcutione. Regioiy. 170^. — 
Mifo^U. ^At.Cnr. Dec. L An. IU. obf. ip — Epi^em, 
^jt. (^ir. CeQt«in. obCzq« — 5cAiir/^ii pAftbenologia. 
I>r«^d 1719* P«tg.. II|. IM. — Hm//eri £lcm> Pl.vf/Tora. 
Vll. P«rt. 11. pMf^ 1^. -^ (^xAe*# Atififtug %ns dcu Pbüof. 
Tr^n»ACC. B. 11. 8. SkS. — Gitz^tte de Santr' 1777. pog*. 
ta^ — Fax€ iu. Köui^L VetenfK/. AQ^em. HancÜuigar^ 

>^ CA«Ä|('P<i</eA/«iiViu^AbhandJ.voQ4^«)f^ aoVhei»(>a der 
(r raiien, übcrC vou t. H. Spokr. Ecf. 17^9. fi^ 11. & 110^ 
*> Kr««/ iw Uujflan^s Joui o4 % 4\e PV*K •V^.yii'ivvff^ 
*^ V. S 241 * 



58o iV* Von dem L)'mpkfyJ>€m^ 

und Scli^rfe an ')• Bisweilen will man eine 
g r a n e Milch gefehen thaben ^). Mäch «inrer Tür- 
ken Genlflthsb^wegnng fah man die Milch in d«i 
Brflften gelb, ja faft grün» und fend fic von 
bittefn Gerchmäcke *% Bey einer Frau traf maa 
eine ungemein Taure ond feh warze ") tind bey 
einer andern eine fehr dicke und ebenTalli 
fchwart^ Milcli ^2). Bitttr fand auch Bar- 
tholin •^) die Milcb. • 

Dafsln tl^fi Braften lüfig^r, Yi)rlit Ytiao)). 
bjir'er Mädöhe'n Milch' abgefondert werrien 
kann, tind dafs diefe daher anlchwellen tind tini 
folche Feuchtigkeit voYi fich geben k)5niien, wie 
die Brftfte fchv^angerer Wefber, lehren uns Vide 
Beirpiele. Bartholin '0 uYiterftichte ein joi%« 
MSdchen, welches deshalb verheirtilicIiteY Schwaa- 
gerfehaft w^gtn, angeklagt ^ar, weil ihre fii^fti 
angefchwollen utid roll Milch waren; {•'%ar«A 
dies aber von ihrer Eriken Jugend an geWeTen/uad 
reigfen fich auch fo bty ihrem jQnge>n Brvdir. 
Morgagni >0 f<3nd in den Bktkften eines Midcheni 
von achtl&ehn Jahren Wahre Milch » Vielehe beyfli 
Auffdhneiden mit einer gewiffto Geiiralt heraiil* 
fprit^te. Ueberhaupt bemerken wir bey Krank- 
heiten der Zeugangstheile, bey verhaltener Reini- 

guoj 

I) fierm' Boerhaavii elemect. Chemiae. L. B. ij^t. Tom. 
II. pag. joa 

9^ Lafdtoni animadverf. var, ad med. pag. la^. — Kireru 
obferV. med. et tmat. infi^^n. Cent. ll. obf. loa 

lo) Der Ueberfetier des Afjalim «in dei- Samthl. anbriet 
Abbtfhdi. für pi. Aevztt. ß. XV. S. 121. Atimerk. •). ' 

II) Mifcell. Nat. Cur. Dec. II. An. II. Append. pag. to;. 
12) Commerc. lit. Nor. 1734. u, 1. — Morgagni hn. L,C 

B. V. S. ly. 

lO Act. Hafn. Vol. 11. T>bf. «4. 

14) Hiftor. «nat. Cent. I. hift. XXVll. Tom. !. pag. 41 fq. 

-— Schenk obf. med. Lib. II. obf. 2%^. pag. 57c. Milt 

Xi^. Cor. D^. 1. Aa. III. x>br. 1)6. Uv m. Is«ilpit1f» 

1$) Kp. XVi. 94. 



^Dg u« f;w* eioe-ATifcHwellivig äerRrÜfle^und ein 
Ausiaufen einer milchartigen Feuchtigkeit aus ih- 
nen y ohne» dafs. wie gleich, stut Schwaogerfcbaft 
fchliefsen dQrfen» und dghec alt QebucUbelfer ujid 
gerichtliche Aerzte fjsbt irorfichtig, geben muffen >^). 

Bey ganz kleinen Kindern ift die Axv- 
fammlung einejc q^ilch^cUg^iH ¥^Q<;bti^k^t iiicht 
gar (elten "7), 

Auch be^- alten Weibern findet noch • 
manchmal eine* Ahfoiidernng voq MilcK in den 
BrQrten ftatt^)., Qey. einer Frau war noch nach 
tchzebn Jahren nach ihrer letzten Etatbindiing MUcK 
in den BrQften >9).. Eine alte fecb^zigjl^rige 9m^ 
«ahm das HJnd ibc^r To^bter i|>it in ihrQeiti um 
tt des. Nachts zu. befilnftigen, b^fjtdck 6et ihre 
BrOfte mjt W\c\\ ußdi gab^ fie ihm ii^ di^n Mun.d ; 
Hat Kitui zog hefUg«. und nacb. viei* und zwanzig 
$lttnd<(a bisqpcrkte^ $e Ad[ilch ia den, BrAften , wop 
durch fie iQi den Stapd geCstzt wurd9> das Kind drey 
Viertel Jahre iapg W ßygei> ^^)^ Ein^ Fran voa 
vier upd fech^ig Jsihteni welche zwanzig Jabr tor-^ 
her ihr lietztes Kind gebohren , und zwifchen dem 
tcht i^d fi^rzigfttn und funfzigften Jahr^ ihreR^i<v 

nigung 

!<} M;iD fehe z, B. zwey bierJier gehörig« Frtllt iu Simrl's 
Arrjiiv fui Geburuli. B. l. St. 1. S. S. — LoJcr iu Back- 
iulz Bcinjpcn znr gericbd. A. G. B. IV. S. 5?Ä 

17> Schürt gii SyllepfiDlogi^. pag. 199. — SvUnk 1. 1« obf. 

2^'- p«e 579. 

rl*) S^.'id difl. de cf£Dc;tar"A Ucutione. Regioiy. 170^. — 

Miro>U. Nat.Cnr. Dec. L An. IU. obf. ip — Epl^em, 

r^at. ilur. Cent« III. obH'Xq, — 5'eAiir<^ii partbenologia. 

D^e^d 17*9. P'gsUl. IM. — H«//eri Elcm,Pl.\f/ Tora. 

VII. Purt. IL pig. |(. -f- l^^tU An«£ug ajt5 den Pbilof. 

Tr^iXACC. B. 11. S. Sit. — Ohz^'U« de S*nt^ 1777. P*g.. 

itS. — Faxt \t\ Köui(^ Vetenfl^ Ao^dein. Haiidiingar^' 

^764. p*fr J4. 
ly) CA4[/i«<^o«</cAI«m4au7 Abband]. V09 de« K ankhea^a ifi^ 

l-'raueo, (tbcrf. von L. H. Spokr. Ecf. i^^^o. B^ 11. & iiOb 

B V. S JiV ^ 



|8a ly. Von, itBm Ixmffhfyfiem^ 

i^gwg verlohrti^i lo ihren Brüfton «ber ia» 
•ine ferOfe Feuchtigkeit behalten hatte, die 
ffrahlenwelfe herausdtOckea konnte» legte ( 
Kind ihrer Tochter, an die.Brqft» und Tenvandi 
diefe dadurqb in eine (q (trotzend reiche Mil 
qiueJJe» dals^ fie daa j!L.]nd droj;. Jahre lang,faft ol 
jedes anderem Nahrungsmittel| ernähren konnte^ 
Nicht feiten find j|ucb die Fälle» dafsMi 
»er und mänplicheXhi^reMilchin denB 
ften erzeugt haben ^^). Richter ^^) beobacht 
bey einem gefunden fechzehnj&hrigen Knaben c 
Gefchwulft der linken Uruft^ Ton dem Umlii 
eines kleinen Tellers, aus ^nelcher nach einem B 
fchnitte, eine groCse Menge Feuchtigkeit henn 
)(am, die vdlUg wie Miloh ausfah» voll ki^ 
$rocken,,aher ohne Qerncfa undSchSrCe war« Hv 
hold *} yerfichert, dafs er im fpanifchen Aneri 
f inen Mann g^^fehen bali^o, der fo viele und gi 
Milch hatte, clafs er fünf Monate lang ein Ki 
lullte. Sa fand man auch einen melkbaren ( 
fchnittenen Oclifen ^^), und noch mehr findet m 
daefe Erfchcinung beym Ziegengefchlecht ^S)^ 

• 

ai") Schmitiemann clKJUÄaf. B. VII. St. IV. S. 4^^ 
92) Fan//i'ni obfeiv. im.d. pliyr.fclecc. XCVl. — SckeiKi 
fcrv. nwd. Lib. U. obC ajo.pag. ^jS.^^Barthoiuil fcift. 4x1 
1. c. -^ Mifccll. Nivt. Cur. Dec. 11, An. V. ob£. lao. > 
VUI. obf. i:i%» — Sckachar diHl de lacte vLiuium €t,\ 
fiiiiim. Lipr. 174s. >^ Gazette de Sant^« I7IS« n« a|. 
99) taedic. (äiiriiig. Bemerk, ii. I« S. 19. 
♦) f, Oßandcis Anaalcn. ß. 1. St. II. S. ito. 
«4") Starhs Archiv für die GebnrtshöUe. B. l\\ S. 755. 
S5') Blumenhach's Handbuch der I^aturgerdiiciite. S. i: 
Art, Hi'rcus. — Scfmarfchmidt (Verzeicbnifs der Mer 
wtlrdi.^A^iten, \relche an( d«;m anatom. Ylieater /;> B^-1 
befindiiuh lind. Oerl. 1750. S. *)i.) befcbieibc de.i BfM 
eines Bocks , mit zu-^'v Zit/.f»n , der aia p,aiiz^^ Jahr i» 
lieh r^emuli.cn worden ift, und ^-ed^sm^l ein halbes ^' 
feJ Milch gab. 



..Qft;wiYd dittMilcb darch w^id^matttrlir 
i-Jie W.ege ausg«le«rt» Man. will fie bey ei^ 
tef Frau., aach EntwuhiuiDg il&res Kindes» durch 
Lrbrachea habea weggehn Uhtu ^^\ ^to/^ch ^X 
»mW/ie ^t) ufid and«ro ^9) durch dtn Stuhlgaog; 
Vv '^X 5K^i^ **)• B^r«^ 5») durch die Urin, 
r pg^l ßcbur^g ^). er74ähjit eiaBeifpitl von eineni^ 
eunzehnjährigen Alidcben» dereii B^fl(|^ uomäfsig 
Dn Milch ausgedehnt waren ; fie vertrieb fie, und 
an (teilten fich b»y ihr Reinigungen durch 
ie Geburt eiu, welche wie wahre. Milch- aujs^ 
ih^i j^ und gauz fo rochen^ Mto will auch die 
iÜeh aus mehrern Theilen des Körpers habep' 
tisfilelsen feheuiZ« B« durch den Nabel H), durch . 
(neQeCchwuKt aufden Rücken ?>); in den 
Ifeic.btu ^)j W den Schenkeln )^. Eine 

Schu^ 

M) NiicArV fialogruphra. pag. 50« — * Puzos in Samml. aii^ 

: ; mil^k AithaacUU für pr. Acrzte. B. 1. St. I« 8. 7. ---n Be^ 

, r«i(<| djjt 4^ Ucüs me^fcaßbus. Götc i7to. paf, 3S. --*-, 

iCifföt von den KrankbciMn vornehmer Standeiperfo neu. 
.'^.•5t.iii der dtutTctianUeberf. deJlea fii^&mtUolicn Scbrif« 

.Un. Leipi. iTte. B. IL S. 3,17. 
1|7^ Von Atn Weib€rkr«Dkl.eiten. B. VI. S. 6e). 
ötj^ TrtatiCe im tb« tbeorie «nd Practioe of Midwifery. p, 4io« 
S9) C. fFAi>^ von Belmudliiug der Sdiwangarn. Laipz. I77V 

ö. 17Ä. — Rouxlowriu deMedic. 17^6. Maj. Tonv^X*v 

Sa^. 401. -^ T/Z/ipi 4. a. O. ). 56. S. )i{.. 
Vvmux^t des. tfccondwmaiif. päs* SH« 
p) a. a. ü. {. 57. S, 316. 

)a) L c paf;.;a — Schenk obf.iocd.Lib.ll.obr.it^j».^/*, 

91) ?arhbeiioloeia. pag. at6. — cLFaul/itu obferr. C«-iit.1, 

pag. 39. — ^ftruG von den Frane^izimmcrkrdukbeicen, 

überr. von Ouo, Drcsd. 1766. B. Ul. Kap. XV. J/l. 

14) Chomel ¥\ Memoir. da Tacad. das Scienc« i/at. p. 5tf • 

— Wifcell. Nat. Cur. Dec 11. An. Vlll, 4>bf.i<7. -r Jfü-; 

frr diff. de metdftili lactea. Tubina. 1770., pag. 19. 
HaM*x UaUung«maÜLüda. BU HL Th.VlL K«|i.lil. i.$« 

5^) Of/w iii i4/>ruc a.a. O. B.Vl S.ft|. t- N/70/a/V Toi t- 
.fetz.M'.r, tL«i i*atho!o;ie. ß. U Kap, IV. S. |e. 

37) i'/iroj a. a. O. S. 17 f?. — ^^ rjhina von den K 1 aiikh^i- 
lan d«'r Scliwavgßiu. S. 3li. — ScAiwiicÄer'x \vi in. chir. 
Schiift. B. II. ir. 19. — Sici^imi a. a. O. B,U. S. |^ fj. 



584 '^- y^'^ ^<^"^ hymTphffJttm%. 

Schuftertfrau z«rhrach wähjrencb dar Schwtoger«^ 
fchaft das Bein,, die Kaocben waren zerfpUttert, et 
eatfland ein grofses GefcbwOri, welches» bis auf eia [ 
kleines- Locb am Fufsgdienke zuheilte,, ans wel* 
cheta vor der Geburt zur Zeit des VoUmoxules, Blut, 
nach der Gehurt die Kindbettreiniguogett, und 
dana mehrere Wochea Ung eine grofse Quaatiüt 
MUchattsflA(s,tf}. 

"Die Br^ftuH^tZ€m 

fiod maacfaerlej Fehlern unterworCeoK 

Sie fehlen manchmal gaozlich» entipedtr 
dareh Verwahrlofung der Hebamme beym ae«fi* 
bohrnen Kinde (fo hab** ich eben jetzt eio jnäfil 
achtzehnjähriges Weih viele Schmerzen oad Ungt» 
mäohlichkeiten äusftehea fehei>, dais die Hebam« 
me» welche ihre Geburt befargt hatte^die gew&ho* 
liehe unnothige und fchädHche Gewohnheit hatti| 
den neugehohrueo Kindern die Milch aus den Brih 
ften zu drücken^ und dies hey ihr mit folcher U»* 
vorrichtigkeit und Gewalt that^ dafs eine Entzfln« 
düng und Wegeiterung der Warzen ent(taad)joud0t 
dnrch einen Fehler der erften Uildung ^9)^ 

Oft findet man die Warze fo eiugedrOckt^difl 
fio eine Grube bildet und völlig zu fehlen fcheiDt« 
Gegen das «Ende der Schwangerfchaft, oder gleich 
nach der Gehurt tritt fie bisweilen von felbft her- 
vor, oder nach angewendeten Kunfimitteto. 

Ihre widernatürliche Kleinheit von Natufi 
oder durch fchädlicheKleidertrachten» z. B. durci 
SchnQrhrüfte und Gürtel^ ift fehr bekannt «^> 

Manch- 

Jl) Schurig U l. pag. lojk. 

39) Mifcell. Ndt Cm. Oec.U. An,V. Appk Pag.67- AiuVliL 
nhf. \. Dpc. lll. An. IV. obX. lo-, 

40) SIen.'tii 4. Ä. O^ K-iK IV. }. 5t. S, if 1. -* Rci! *. ♦• 
ö. 455. 



Manchmal will man z w ey auf einer ^vft ^')» 
rier aucsh drey dreieckigte VYarz.ea ^vS jeder 
ruft i^> gefunden habea^ 

Eine Frau koante ihre Kinder nicht (tilj.en,, 
«eil, wenn ihr Hie Milcb in die Brttfte trat^ die-^ 
flbe unter den Armen wieder wegflofs^ Die BrO* 
e felbft waren klein« Unter der FaJte dt% Sruft« 
luskels jeder Seite» Im vordem. Theile der Ach- 
il, befand fich eine grofse Prüfe oder Mamma», 
ollkommen wohl begrfiDzt and mit eiaer Warze 
erfeheii, welche die Milchg$nge bildeten« Pief^ 
>rQfeo füllten 'fich zo gleicher Zeit mit denBrd« 
;en an,^ und ehe diefp noch eine betrScbtlich# 
Ausdehnung erlitten, ergofs Scb die abgefondertA 
iüffigkeit aus jenen Prüfen ^)), 

Sie ixnd beym Krebs und in der Luftfeuche oft 
tefchwüren, Riffen und Auswücbfea 
Uterworfen ^^^ 

Die MilekgMuge 
artiren bisweilen in ihrer Zaht, doch fehr 
elten ^5), .Man will deren fünf bis zwanzig ge-« 
unden haben ^^). 

Sie werden durch Knoten, GefchwOlf^e , oder 
ach durch flbermäfsige Anhäufung dea Fetten if\ 
lerBruft zufam menge drückt ^7)«* 

41) BoreffuJt Ceat T. obf. 49. — Schenli l. o. Lib. II. ob^ 
2|7. Di^. 574 -- Kerhring (pcc. aii»t. XXI. paf;. 45. — ^ 
MifcelL ^"Ä^ Cur. Dec, 1. Au. U, oUf.7a. Dcc U. Aii.X. 
obf. ns. 

43) Pauilinut 1. Q. in App. MifoelK Nac. Cin*. Dcc. XL AM^ 
V. p4^!| 40. 

4)) Phyf. medic. Journal. Iloi. Novhr. S 174. 

44) 'Nicolai a. a. O. J. 59. S, 195. — Rci! a. «. O. 

45; Halter in praele^t. in iiifuc Boerkaavii VoL V. pag. 

4?4. -^ e^ujd Elem. PliyHol. Tom. lY. Part« lU p^*9* 
4A) Nicolai a. a. O. f 57- pa|;. 191. 
47) f/7/i Stt'icten ^uxninenu ix) Bo^riaai'ii aphorifm, Tvoi- 

lY. 1.05. 146. 

Fünf 



588. r. Vom iem tt^rpemjyjte^ 

lea^ bey diefar Ausdehnung des G^birni» ficb dii 
GefichtszQge orplöfzllch veränderten, o^,d ^leiclt* 
iim das blöd&nnige Ausfehea verlpbreoc 

Eberi fo findet' man auch Varietäten detGe* 
birns in Rackfi.cbt, der Gröfse^ und det Ge« 
yr i c hts angefahrt^.' Kleinere, unbedeutende Ab- 
we^chuagen' findet man hier &hr hä,u£g. Maa fin* 
det feia Gewicht gewöJinlicK von zyvey und cit 
^alb Pfund bis drej^ Ffund und einige LotK <)^ Ei- 
sige wollen es nur aadertbaib 9), andere aber ühit 
iQnf Pfund fchwer angetroffen haben '^)^ Crowa- 
tfielts Gcliirn io\\ (ecbs und ein viertel Pfund p* 
wogen liabea; aber es mufs hier ein I.rrthoni,odfr 
eine Verfchied^nb.eit des Gewichts flatt finden % 
Befonders grofs (oll es bey rachitifckfiL 
Kindera leyn '^)[» und daher die vorzaglichen Gti' 
(teskräftex welche roa^ öfters, bey folcli^n Kranken 
bemerkt, herrühren 'i)^ 

Ein wabjrer- Mangel des Gehirns findet idi 
nur bey MiCsgeburten (acephall) und ich wei^ 
de hiervon, im Abfchnitte vom. P'ötus mehr Zula- 
gen Gelegenheit haben« Qiejenigeu Fälle, m 

i) Sffmmering's Hi/nlehre. ^. 34. S; 16. 

9; cf. Licutaud 1. L Lib. HI. Seot. II. obC 7». pa^. ||^i fq. 

^O) Setuierti mjedic. cliiiioa. Vitemb^ 1654. Tonru I. Lik. \ 



P4> t. 1. cap. XIX. pa^. 179. -w Barijhoifni biftor.«ii,|tre. 
C oiit. IV^ Hift. XCIV. Tom II. n^f^ 41.6. — BunePi St- 
p Icr. «n^t. Lib, 1. Scct VUL obT. II, pa|5. 179. S<r^ X 



«.bj. I. pag.306. Sect X.IY^ obf. XU. pa^. 377. — H'i/lin 
«üidtoine ««lebrü in Opp. Ainit. 17^2^ püj. 14, Fip.V.*- 

». r. Üb, III. Sect. 11. obf. 72-74. Tom, IL pag. )|| k. 

1 1 ) lia.'dhti^crs Magazin für Acrzte. B..IY. S. 57a — &•• 
mcriii^ a. a. ^ 

12) tt .Ho/Yttianu. niedic» lationaL fyftein. in X'ppkm.ea^L 
Fr dl» o^»f. 1740. paß. 5J^ --- Zucch. Nattner ar> med. bf.^l. 
niorb. arcoiximodata^ Lipf. 1765. pa^. 451. 

D) IVeikarcTs pliilofoph. Ar.'.t^ ^. lU S. 4XJ, — Sammt^ 
rJii^ ü- 4. ü, J. *04. d, SK>^ 



in, bey eiQem übrigens ToUkoitimen aosgebil- 
ten Kopfe, kein CehJtn gefuodeo bat» 6nd.wohl 
dftens entweder WaiTerfqeblen der Oeliirnkam- 
ern , oder WafTerköpFe gewefeh ; dedn in jenen 
eins Gehirn oft lo ausgeddini, daCs deiTeh Sab- 
thz faft verfcbwlndet, und ^ipen mit Wafler an- 
foUten Sack bildet, in tiefem ift cfs öfters ganz 
fgdöfst oder zuranime)figedrflckt H), 

Eben fo findet ein tloppeltes Hüta ficb nüt 
ij Mifsgeburten mit zwej Köpfen«; 

Die Farbe des.Gehirns weicht von ihret nt; 
fliehen Befchaftenheit verfc'biedentlich ab. Bey 
Indern ift das Gehirn gewöhnlich blaICer, als 
tj Erwathfenen ^5;. BlalTer findet man es auch 
ey kachektflchen iPerfoncn, indem die Blutgefafsa 
•niget BTnt Enthalten; um blaffeften i(t das Ge- 
irn bey KopFwafferfachtigen ^^). B«y einem Ge- 
rfawflr im Gehirn hafte die naheHirnfubftanz auch 
im blafTere Farbe, als gewöhnlich ^7). Gelb fand 
S SiXflP^) bey einem GelbfOchtigen. Du nk e 1 g e- 
ärbt, bräunlich, blau und fchwarzlich 
indet man es oft bey dickhlQtigen , \vahnwitzi« 
;en '9), fcblagflaffigen ") Perfonen und bey äüf- 
nrn Verletzungen undGefchwären desGehirns ^'^ 
tey einem am Fieckfiebet gefrorbenen jungen 
Veibe fand Sioll ^^^^ nebfl andern itiivern Etnge^ 

wei- 

14) fi. Mor^df^ttt fcp. XII. 5. «. 6. Avch diefcii .Abfrh:i. b. i. 
lind Abrcfaii. VI. A. a. 

15) Söm/tiering'j Ifirnle^ire. J. 59. S. 19. 

16) A/ü>/rfl/rn/Ep. XXXVI. 1^. — Vej^l. Sömmering a. a. O. 

17) Uargn'jfni l. 1 Cp. LI. SS. 

IS) H^itnnifUmetliode. H. III. Tn. II. S. 156. — LietJtatrd 

i. c. lab. 111. S«ct 11. x>br. 100. Tom. II. pai;. ;)9. 
^9) Mvrftngnt tp. VIII. 9. tp. IX. aO, *— Snmnrer itig *. a. O. 
20; Af or ir<r ^w/ tp. II I. 2. tp. IV. 21. Kp. V. 15. 

ai) Khendai\ Ep. LI. 14. a?. jo. 49. Ep. LH 2.10. 
12) HvilL<i>«>mc-tbud*. U. U Ih. 11. «». 1^7. 



X-age zorück, orler nimmt, weoo man darattf drÜ4 
gleich feine vorige Gcltait wieder an. Harta 
es gewöTioIicfa bej Greifen, als bej J&nglingen 
Harrej^yhnd es bey dem Über bündert und.fi 
zig Jahr alten Thomas Parr febr teft und hart. ; 
Rafendeo, Mdancholifchen, ^aiirdchtigen und 
-dern dcffgleichen Kranken , Iah man les öfters 1 
tond elaftSTcb ^. So fanden es aoeh häufig C 
ding^^Httmer ^^Maillie ^^tmd Simmer ing 
f lenzig ^) Citfid das Gehirn eines Mdancholifc 
2äbe, wie Leder, der Althäapafta iilinlicb.. 
Mann von ein nnd fethszlg Jahren fiel mit dekn 
pfe fo heftig gegen einen Baum, dafs er lange ! 
befinnungslos bJieb; tt ferhohltefich "^war wie 
lind befand fich ziemlich wohl: einige Zeitnj 
lier abfr B^ tt fehr t>ft *zn Boden, welches i 
Ton Krampen und Schwindel herleitete. J 
fing er eine, feine tjcfondheil Tchwächende, u 
Wohnte, fitzende Lebensart an, afs dabey fehr 
ttnd fchlief lange. "Zwey Jahre nachher erliti 
eine fchwere Krankheit, diebefonders das Gel 
lehr angriff und die rechte Seite halb iJhmte. A 
auch hiervon erhohhe er fich wieder. \ach 
niger Zeit erlitt er öfters Schwindel, Schwere 



^C) J. D imktorini r^bfei vat. anatotn. Vfnet. I724, cap 
f. VI. pa^. 54. — Halferi Dem. Ph\f. Tom. IV. p«i 
-^ Chumbon de Montaux a. a. O. B. VI. n. tt9> S. ci 

%'^ Mead moniu ac {»laecepca. Lond. 1751. 

9>) Mecke' in Hiftnir. ric 1 acad. loy. de Berl. 176^. 1 
XK. — Vtigl. die vorbei S. 590. Atimerk. r6, anf^f 
\it\\ .^teilen. 

%f/, in Ludwtfü adrerf, med. pract. Vol. II. — SJaimt 
mcdicii; Schriften a. a. O. — SU-o/ai's Patholotie I 
S. JK» fg. 

4c) Bat//i'e S. 25a. Anmerk. *) 

4I; cbenfiafelitfc. 

\z) zu V.aiUie S. 35). Anineik.594. 

41} aci. et obfervat. ai«dic«. Pj agat t7t). 



ipfe, geftumpfte Empfindung In diefem oder 
lem Oliede, Schwäche des Oe&chts, fchwere 
wegitng der 'Zunge, Kopffchmerz und andere 
ifalle« Dennoch aber ward er völlig wieder her- 
rteilt. Nach einem halben Jahre fteliten fich die 
rigen Zufälle wieder ein^ mit Fieber und Er- 
löpfung der Kräfte. Bey der Leichenöffnung 
id man in keinem Theile des Körpers eine hin- 
ichende Urfach jener Zuialle, aufser im Kopfe, 
e harte Hirnhaut war fehr feft mit den Schedel* 
lochen verwachfen, die weiche. Hirnhaut hatte 
üe WafTerblafen. Das Gehirn felbft war fo hart, 
e eine Sehne, faftlos, klein und fo zufammenge- 
efft , dab es die Höhle des Schedels nicht anse- 
ilte; um daffelbe herum war Waffer befindlich, 
üoheswohl zehn bis zwölf Unzen betragen moch« 
44)« Sandifort 45) fah das Gehirn auch einmal 
eine fehr harte Subftanz übergegangen. Loder 4^ 
merkte bey der Oeffnung eines Blödfinnigen, dab 
t Subftanz des Gehirns bey weitem zäher und fe« 
r war, als fie gewöhnlich zu feyn pflegt. Bey 
ler wahnfinnnigen Frau von drey und fiebenzig 
irtD bnd Hopfengänner 47) die varolifcbe BrQ- 
e, und das verlängerte Mark fo hart, wie eine 
hne. Pyl 4^ fand im kleinem Gehirn eines von 
gend auf blödfinnigen Jtinglings, mehr als die 
ilfte fo hart, wie eine frifche Walinufs. Ein 

Mann 

4) TAom. Schwenke rari ^aftit expUeatio «natomico - ma- 

dioa. Hag. 17)9. in Hmlleri collect, difp. praet. VoL VIU 

Fart, L pag.« 469. 
»5) obferv. anatom. pathol. Lib. III. cap« II. pag. 5 a. 
fS in BuchhoU Beitragen snf geriohll. Arsneigelabrthait. 

Weimar 1790. B. III. 3- «17- 
7^ in Hi4/W0nif« Journal der prakt^ Heilkimde. 8.1.^.531. 
t) AnfTcitze und Beobachtunjan auf der gericbtL Araaei- 

wiflenfcbaft. Tb, VIU n. la 
ndh. d, ff4itkoL Anat. B. I . P p 



ssi F.r-. 



IStaf oad vierzig iArwm hsOt e£tert 
epleptiSdie Asiaü?; er crfeifet enfiiaBS eiaeo fo 
ixarkcB Sdüjg ani r es iL<»p£ cak er gjpdcttcl wsd 
loglncb ciora rpi-eptiicbcB A^fa*] bftkas. NmJi 
vicrzebji Taees Turii er. Djs Getara liic^ mit der 
iiakeo Hj^i^ku^d^ §Iccb satcr ier KriAznatli, 
und ohogeiihr eiceo Zoll rea <fn SfcSielfiutfatze, 
i^üt der feuen Hiraliast, ohiz^eiibr in der GrcSw 
eifles Viergrofcl3e:ift&cks,za£nnrreA.iuid war ofas- 
l^efifar einer weifcben Nvis grois» rerhirtct ^^ 

Aach ic andern, als io deu r^aanatai Kraak- 
facüea, fiad^ mas das Gekiro, o.-ier exaen Thcd 
deflelbea, rerbartet. Fournler^^) £uid beyciaea 
Jaa^Hi^y der an furchterllcheü Zockaagen gefr 
ten hatte, eine Faeffgrofse Stelle des Gehirns (i 
liart, wie Stein. Chambon de Moaiavx ^ tni 
es aadi bösartigen Fiebern mshnnals fefter ant 
ifiehler, als gewöhnlich. Bey einer an der Wat 
ferfchea Verfcorbenea fand maa die äcCsere EbnH 
ünbftanz (o hart uod zshe, wie Lederzncker ^ 
Sioll ^') fand nach eineni tödlicher GalleaSeber ibf 
▼eriäingerte Mark kart^ wie Leber. Eben dies 
£ind auch Montaur ^^) nach bö^irtigen Blattei»» 
Watfon ^^ fand es bej einem aJten Podagriften fo 
feß, wie Wachs. 

Meh-i 

O) Tkom. Andtr/on Trathoi« Bemerkungen Cl>er das 
in den Samn:!. a-.se?IeL Abli. Irii prAr. Aerzte. B. 
£. 71 s. «ti5 ticn 'iraij««ct. Xti tht roT.Suciet. ci £4iii 
lona. IJ. i7>o. 

5c) Lieuiaud 1. c. Lib. III. Sect. II. obC t4 «• p^;. )}f. 

51; ü. a. O. B. I. o. XXIX. S. 9|. 

52) Joornal de medic. Toni. VI. 17^7. Febr. pag. ijf, 

5^) Heiiungsmethcde. B. I. S. it^. 

54) ■• *. O. ß. II. n. LXIV. S. 117. n. LXKl, 6, i^. 

55; Medic. C^mmraiicat. VoL I. 




A., Das Gehirnr. S^S 

Mehrere Fälle von hartem Gehirn findet iriad 
io den unten angefQhrten Scliriftftellern ^^). 

Uebrigens läfst fich in Rückficht der gröfsera 
Härte oder Weichheit <\^s Gehirns, weder in der, 
Fallfi'chf^im Wahnwitz und dergleichen Krar khei- 
teii, noch in andern Krankheiten, etwns GewilTes 
Feftfetzen. Denn man iinciet es in gleichen Fällen'^ 
unter völlig gleichen Umftünden, bald weich und 
(chmierig, bald hart und zühe ^7). Oft findet niaii 
es auch in einem völlig gefunden Zuftande, weder 
*u hart, noch zu weich 5«), 

Bey einer bcfondern Härte des Gehirns will 
üian daffelbfr auch zerr eiblich geftmden ha- 
ben ^f). Bey einem Mel^ccholifchen fand tsHeer^^^ 
lahr hairt, trocken und zerreiblich; 

Die kntzünduojE der Hirufubftans 
IftlDft ift nicht fehr gemein ^'), woVon der Grund 
In der verhaltnifsmSfsig f,eringen Menge vom Blut 
begt, welches das Hird erhält ^3), da 2. B; eine Nie^ 
]^enarterie faft fo grofs ift, als alüe vier Himarte^ 
kien zufammengenommen. Doch findtot fie abec 

l^p 2 ftatt^ 

. ^«) Boneii Sepnlcr. anatoih. Lib. 1. Sect. I, ohf, LXXXIXl 

pag. « Sect. IV. obf.V. paf. 149. -^ J'P*'ingIe de «itr- 

%' core lenili. L. !J. 1710. — Morgagni Ep. I. 10. tp. V. ^ 

Ep. VHI. ♦. 6. 8. 9. tl. 12. l^. i'p. IX. 9. K?. X. 17. cet; 

JBU O. — Cßiinziiu tÜfl'. delapillo :« IttiidnUe pinealis. LipH 

* i7$^ — Irialleri E!em. Tb) f. T«.ni. IV. p4i^. 65. Tomi 

Vlll. pi»p. i«7. — Licutoud 1. c. Lib. III. SVcr. II. obP. 

3 7<-8S. Tom. IL pag. 532 Iq. obL I4--98. pag. ;35 f*!- 

: ^) L vor)ier S. ^91. 

f 5t) Gre'tiingf meÖic. SchriFt. JS. 2 Jo, und die däfelbfc ange^ 

iChrc^n Scliriftrteiler. 
f ^jfi Halieri Eiern. Plivi: Tom. IV. pa?. ;i7. 
iSo) Lieutaud 1. 1. Lib. III. Sect 11. obr, 77, Tom. IL pajf. 
5?t. — Mehrere Tolche F^Ue crzrhlt ebeii<ifiTclbw ^clirüt- 
ftellcr a. a. O. 
iix) Baillie S. 350. — - Voger's Hjrislbtich. B. IV. K*p. I. S. I ff; 
^) Siimmering^s lst\\tn\ii\\rQ. S. 164., GefiiTiUhre£.4). lind 
>ui&<ii7/«>a: a.;0. Anmeik. 5{o: 



5^6 K Km dmn Nfrpenfyftem. 

fUtt^ und zwar entweder als eine idiopathifcbe 
Krankheit, oder mit andern, befonders ortlichen 
Krankheiten des Kopfs, z. B. mit Röpfverletzun« 
gen verbunden. Sie erftreckt 6ch feiten Über 
eine grofse Stelle des Oehirns, fondern fie ift viel- 
mehr auf eine, oder die andere beltimmte Stelle 
befchränkt. Diefe iftroth, wifeivohl feiten fefar 
dunkel, und beym Durchfchneiden zeigen fich 
die Oefiibe in Oeftalt blutiger, häufiger Punkte; 
•US diefen enthebt jetit dunklere Farbe ^^^ Man* . 
ohei^ndendie entzündeten StelUn des Gehirns vui 
keiner blondem Härte, fondem beinahe wie ia 
gefunden Zuftande^^). Bald entdeckte toian in ü* 
ner oder der atidetn Halbkugel, oder felbft ia 
kleinen Cehim eine Art bkfsrother) gelblidit« 
Otfchi^lft von b1>griinzter Gröfte, worin fieh * 
gldchÜam breylgter und grauer Stoff, der etwas dl- 
^er als Eiter > und faft trockeu ift, befindet^; 
bald äi das Hirn fehr feit, faft Kart, und die gso* 
ZB Sttbftanz Voth.Und mit ünzählichen kieiomOt* 
filfsen angefüllt ^> Larizoni ^7) fand das Gehifa 
eines an einem, niiit Irrereden Verbundenen hilli- 
gen Fieber geftorbenen jungen MenfcheD) Abenül 
voller fchwarzen Flecken. Witlis^^)Uh den äulser* 
liehen Umfang des Gehirns mit einer rofenartigea 
Gefcbwulft bedeckt. StOrk^) beobachtete eineRo» 
fe, welche fich von aufsen auf das Gehirn Vrar( hef- 
tige Raferey, Kopffohmerzen und Zuckungen vt^ 
urfachte, und bald den Tod herbey fahrte; du 
rindigte Sübftänz des Gehirns war ganz rotk 

63) BatVie a. a. O. 64) ebtnäe^f. S. 2Ki. 

45; Frank* j Handbuch Aber die Behandlung der Krankhei- 
ten des Menfchen. B. II S. 5a 
<i) ebender/e/be S. 49. 

€7) Mifcell. Nat. Cur. Dcc. Ul. An. IX. obt iij, 
^g) Ephem. Nat. Cur. Cent. VI. ubf. 91. 
€9) Ann. Med. I. pag. xoi. 



4* Dmt GMrm* S97 

*4önradi 7^) fah bey zwey Kindern, welcheyOich ei* 
ler auf den GrindkopF gefchmierten arfenikalU 
Dhen Salbe, binnen vier und zwanzig Standen an 
teftigen Kon?uI6oaeii geftorben waren, das Oe« 
im fehr deutlich vpU von blutigen Punkten, 

Mit dem Entzündungsa^uftai^de des Gehirne 
lat derZuftand deffelben,ip welchem man et nach 
cblagfl äffen findet, wo man nicht feiten fei* 
e widernatürlich angefallten BlutgefSfse in Oe- 
alt einer Menge blutiger Punkte , und feine Sub» 
MM daher röther upd dunkler gefirbt, antrifft, 
iaie Aehnlichkeit. Beifpiele liefern unt die un* 
m 71) angezeigten Schri^ftell^r^ 

Die Hirnmaffe hat man öfter« angefchwol» 
an gefunden, und e« fcheinen diefe FSlle zu den 
[|ro - EntzOndungen gebort w habw* Z» B. ein 
ehneidervon fünf und dreifsigJahren bekam plötz« 
ch einen heftigen Schm^z unter d^m Stirnbeine, 
el darauf in Sdilaflofigkeit und Irrereden. Düe 
fefafse der Hirnhiute ftrotztea Tom Blut, und 
u Gehirn war fo au%efch wollen, dafa es die Hirn« 
haale kaum faflen konnte. Ein fÜnQähriger Kni« 
I bekam einen heftigen Kopffchmerz mit Fieber, 
ag an XU rafen und ftarb am fünften Tage. Die 

Him^ 

7») Haedbnoh der pathn\o;. Anatom. 8 546. — Mehrere 
Beifpielt : B/mncard obf. anat, obC III. p«g. 4. — Schenk 
obf. ne4. Lib. I. obf. 9I. — Boneii Sepufcr. anat. üb. I. 
8ect. VI. ttbf. 9 fq. — Menoir. dt Tcad. de!« Scieno. de 
Tut. 17q6. puf. 46o fq. -1- MifotU. Nat,Cur. Dec. U. An. 
V. obl. 6a. — Morgagni £p. VII. t. — Lieutaud 1. c. 
Lib. III. Seot. n. obC 102^-104. Ton). II. pag. )4p. 

71) Bci/f^n'Sepiücr.anat. Lib.I. SeccII, obIl4. 9. lM5cet. 

— Morgagni £p. U. I7u, 19, Ep. III. ». 4- 14- Kp LX.t. 

— Schreiber In Nov. commtnt. Pttropollt. VoJ. 1 I. pa|^. 
?f5. — Sioerk An. Med. II. pag. 1)5. — Meuger j^rcf^r. 
btftoria fectionit anat. in caiuv. fotmin^e mtniaoo- epi- 
Itptiote. Regiom. 17I1. 



j^^ Vi Vm dem Nervenfirßem^ 

HirngefS&e waren voll vom Blut und das Oehim 

felbft fehr aufgefchwollen 7^). 

Eiitzünviung des Gehirns hat, wenn fie nidit 
geheilt wird, ofler an*fich gleich tödlich ift, den 
Völlig gloichf.'M Ati^;^>iJg, wie andere Entzöndon- 
gen, Eiter (inj, Brand, und Verhärtung. 

Eiterungen des Gehirns entftehen ge- 
wifs allemal aus vorhei^^jen E;:t:'.andungep, wirken 
offenbar oder uiibemerkbar, v.'ena fie-von ionera 
Urfachen o<lcr von äufsern Verletzungen entftehea 
Sind die Abfceffe fehr grofs, fo bricht dasGewicbt 
des Eiters riach unten zu durch die benachbart« 
Tlieiie, welche alsdann ausfehjen» als wenn fiezer- 
fturt, oder durch einea Druck fehr CUrk befdiir 
digt worden waren; find fie aber fehjr klein , fo 
bat die Höhle, in. welcher das Eiter enthalten ük^ 
das Anfeh^n eines Gefctiwprs 79). Manchmal k^on 
bey Gefchwüren im Gehirn das Leben lange be* 
ftehen, liod lange Zeit liiodurch Heine merklidi 
auffallende Verminderung der Hirn- und Nerven- 
Icräfte bemerkt werden. Bcfonders. fcheint diel 
der Fall, zu feyn, wenn das Eiter in eijaen Sack ein- 
gefchloffcnifL woes ficli vielmehr verdickt^ aJsdaül 
^s eine Sch^irf:: annimmt 74). Aber "auch nicht 
imm*,'rift dies der Fall, mau findet vielmehr bau* 
fige Bcifpieio van ein(;^m fxeyen, nicht eingefcUof- 
fenen Plitergefcliwur , welches nur langfam und 
unbemerkt die Hirn - und Ncrvenkr^fte verniia- 
<^rte, wie man aus einigen der iolzenden Baifpi^ 
le fehea wird. 

72) L.'etitmul L c. Lib. III. Seot, II. o^£ 6t, 7a Tofl. U. 

73) Ua:J!ie S. 251. 

74) yogel d. a. O. S, 15. 



I 



(?• Bauhirt 79) fand bey einem jangen Mann^ 
ilt^her lange Zeit hindurcli tief6Bn]g und geJähmt' 
wefen war, eine Eiterbeule im irechten Hirn-« 
gcK 

Borrivhius 7^) fahrt einen Jüngling an, weif 
er eine lange Zelt fallfüchtig, mit Kopffchmer»' 
fi geplagt und-fchlafTachtig gewefen war; imQe^* 
-n deflelben fand mj|u eine Eifterbenl», ib. gro& 
a^cia Hühneney. 

Eine Manu perfon van drey und dreibig Jah- 
1 wajpfchlank) vollblOtig, dem Weint fehr er-, 
len und hattB einen Brach. Auf der linken Seite^ 
I Köpft, forzQglicfa nach demHinterhaopte-fiiE; 
pfarnd er plötzlich einen Schmers. Auf xUefeiir^' 
gte Schmers und Schwäche der KalsmuskeUt- 
rfelben Seite. Dabey war anfange hefUges Fic^ 
:, .Welches aber nachher nachzuladen fchien., 
^ Strafte nahmen nach und nach ab ; wen« dair 
prcden bi8\tailen ainfhörta, lo. trat eine Sprache 
igkeit. ein. Nach feinem Tode bemerkte maA 
ym Herausnehmen dee Gehirns aus derHira-^ 
aale, an der Grundfläche derfelbeo eine eitsigte 
iterie, welche durch den Trichter aus den Gar» 
nkammern hervordrang. Sowohl die lioke^ aliü 
^h befondera die rechte Gehirnkammer waren 
lex Eiter. Im geftreiften Körper befand fich eia 
ch, mit welchem ein fiftulAfes GefchwAr kpm^ 
nicirte, wekhes den dritten Thml der Grund«« 
he der Ifirnfubftaaz der rechten Seite einnahm^ 
» linke Halbkugel war unverktst 77), 

Ein junger Menfch bekam auf eine geringe!; 
etfchung am Schede] ein bösartiges GefchwOr.. 

Es 

[) Boneti Stpnlnr. anat. Lib.I. Sect.XV. ob£lt. pag.)7I« 
.) ihidi Sect. XII. obf. 5. pag. H9|. 
") Morgagni Ep, V. fl. 



$oO: V. Vm dem ftmv^fiffiinu 

Es erftreckte fich endlich bis aii& .0«birii» toii 
welchem tSglich einige StOckeo heraaskamesi, oh* 
ne dals fich eine Veränderung der VerftandeskrSf« 
te zeigte. Vier Tage vor feinem Ende verlohr er 
eät die Sprache. Das Gehirn fand amui gjSazlich 
Mrnichtet und verzehrt ; nur etwas weniges von 
einer fchwarzen » faulen Materie konnte man auf 
dem Grunde der Hirnfehaale entdecken 7t). 

Ein junger Menfch wurde durch einen Sldn 
am Stirnbein verwundet» Die Wunde wollte fich 
nie fcfaliefsen. Er bekam Fieber> eitrigttn Aus« 
wtNrf und ein Eitergefchwflr auf dem Rficken. Nach 
swey Monaten ftarb er, ohne dafs man die gama 
2iit über die geringfte Unorcbung in feinem Ko* 
pfe bemerkt hätte. Di^ Pfeilnath klafte am obem 
'Rande der Wunde von einander» and das Stfra- 
bein war an mehrem Stellen kariös. Dio daras» 
ter liegende Eefte Hirnhaut war unbefchidigt^ am- 
genommen, dafs fie etwas blanlicht ansCah, vmi 
einige Knochenfplitter daran klebten. Aber die 
fainere Fläche derfelben hing mit einem Eiterge* 
ichwOr zufammen, welches eile Oröfse einer Ha* 
felttufs hatte, und ein dickes, grünes Eiter enl* 
hielt 79). 

Ein Greis von fechzig Jahren fiel mit dem 
Kopfe auf den Winkel der lamdaformfgen Natb. 
Er klagte über einen Schmerz in diefer Stelle, blieb 
jiber fOnf Tage auber Bette. Bey der UnteHn* 
ehung konnte er nicht einmal die Baumwolle bey 
Auswifchung der Wunde ohne den heftigft« 
Schmerz ertragen. Mit dem fiebenten Tage ht 

kam 

7t Samml. toserlef. Wahrnebmungen an« der ArsneiwifliMi 

fohafk. Aus dem Frans. Leips. i75iH S. II. S. lOS. 
fS>) Morgagni LL £p. LI. 19. 



im er eine Lähmang deg Unken Arin8> und mit 
im drey und zwaniigfteo, furb er fcblaffüchtig« 
n der Stelle der Wunde beoierkte man nichts, alt 
ne Auseinanderweichnng der Hinterhaoptsnatb» 
id unter dierer, nach der rechten Seite za, eia 
nrey Finger tiefes GerchwOr <<>)• ^ 

Prochmska ^) fah nach einer Hemlpl^e acff 
sr entgegengefetxten Seite des Gehirns, einen in 
inen Sack eingefcUoffenen grofsen Abfcels, toII 
»rdickten Eiters. 

Ein junger Menfch von fiebzehn Jahren fiel im 
ritten Jahre feines Alters mit der rechten Seite 
es Kopfs fo heftig gegen einen Stein^dafs er finn« 
IS wurde » und eine Menge Bluts aus beiden Oh- 
m herausflofii. Er erhohke fich wieder, klagte 
ber Ober fpannende und drückende Schmerzen 
n Kopfe. Das rechte Auge wir einwf rts ge- 
dreht, und er war gehörlos. Nach einigen Tagen 
ofs aus dem rechten Ohr eine Menge grünen Ei* 
wrt. Von diefer Zeit an ward er öfters von hef« 
igen KopfTchmerzen befallen , welche ihm warme 
JmfchlSge auf den Kopf jedesmal linderten. Der 
Itrigte Ausflufs aber dauerte beftindig fort. la 
einem fiebzehnten Jahre fiel ihm wieder eiuHolz- 
iragen an den Kopf; er ward finnlos, und es flofs 
hm fogleich wieder vieles Blut aus beiden Obren. 
Nachdem er fich erhohlt hatte, klagte er über drQ- 
tkende Schmerzen unter dem Stirnbein. Tags drauf 
latte fich der eitrigte Ausflufs durch das rechte 
3hr geftil]t,er fing an zu rafen, bekam ein ftarkes 
rieber und ftarb nach einigen Tagen. Alle Ge* 
lirnkammern waren voll eines grünen , fehr ftin- 

ken- 

so) 0h0ndafelbfi f. tS. 

Si) AnnoutionM academioat. Praf»e I7S4* FaCe. II. Serc 
II. eap.a. 



Sa4 y* y^^ ^^^^ Ntrpwm/yft€m. 

tiger Materie war» welche durch die Oeffboog dei 
Hinterhaaptsbeins bis zum verlingerten Marke her» 
abgedmngen war ^y. 

Laube tt) fand nach einem apoplekttfchen 
Tode einen Abrcefs Im Oebirn, der vorher ntdi 
einem Fieber entftandwa war. 

Eio^Mann von fechs und vierzig Jahren em- 
pfand einen anfangs ftumpfen, in der Folge aber 
heftigem Schmerz unter dem Stirnbein > und war 
feit einem Jahre mit öfTern Schwindel und Erbre- 
eben befchweri ; er taumelte und war ftets geneigt 
vorwfirts z^ fallen. Uebrigens war er gefund^ ob* 
Be Fieber, bey gutem Appetitt und fett. finte 
Tage vor feinem Tode war er mehr geneigt, rflck» 
wärtä zu fallen. Er fffarb nach einer guten Mahl- 
zelt plötzlich. Die Bedeckung des kieioen Ge- 
hirns war zufammeogefallen, runzlich und endiidt 
xon einer, aus Wafler und Eiter vermifchten, braun- 
gelben , ftinkenden Materie nicht mehr als fo vid 
ohngefihr in die HSlfte einer Eierfchaale gegangen 
feyn würde *9). 

Ein Soldat ward durch eine fogenannte matte 
Kugel an den Kopf getroffen , ging darauf aus Ita* 
lien nach Paris, wo er neun Monate nachher ftarb. 
Die Kugel fand man zwifchen dem Hirnfchädd 
und der feften Hirnhaut, und die Hälfte des Ge* 
hirns vereitert 5©). 

Pönal 91) fand in der rechten Halbkugel des 
Gehirns einer Mannsperfon ein Oefchwflr, in def« 

fen 

S7) ebenda/, B. I. S. «70. 

tt) Ephem. Nat. Cur. Cent. II, obf. 99. 

19^ De Lamare in Journal de Medic par Mr. Roux, 1770. 
Tom XXXIII. pag. 50S. Ueberf, in der Samml. fOr pr. A, 
B. I. St. 111. 8. 137. '^ 

90) M^rand vermifchte Schriften* S* I. 

j\) Beobachtungen über den Bio der Lungsndrfilen, in dra 

Memoif, 



en Hfihle naa^ ein grofses Hflbncrey l^en kenn* 

e, ohne dafs der Kranke vorher einen andtm 

Unfall , als einen leichten Kopflchnletz TerfpQrt 

itte. 

. Chamhon iteAfo)i^tfi/x9^)enähltdi^Ge{bhich* 

B einer Frao, welche in verfchiedenen Zeltpnnk- 

tri dreimal vom Schlage gerfihrt wordeil war; nach 

em drittenmale fiel fie in ein ftairkes Fiifeber und 

tarb. Man fand die weiche Hirnhaut vom von 

Sher Feuobllgkeit angefch wollen ^ welche Wenig« 

tens zwey Linien dick auf ihr lag» durchfichtig^ 

reich und 2itlefnd War. So verhielt fichs audh 

uf dem kleinen Gehirn. Die Subftan« des Oe« 

lims war auf ihrer Oberdäche zwey Zoll tief zer« 

reffen, Übrigens aber g^fond» 

Ein Mann von fechs und dreifsig fahren hatt« 

ob Kindheit auf eiqen AusBofs von Eiter aus dem 

echten Ohre gehabt, und nach feinem Tode fand 

nan in dem Gehirn eine Höhle» welchd zwe]f Un- 

en üinkenden Eiter enthielt 9)). 

Bn robufter fechs bnd vierzigjihtiger Mann 

rürde vom Schlagfluffe getOdtet. Er war in fei* 

em fechften Jahre von einer IVeppe herabgefai* 

sn, und hatte fich den Kopf verletzt , fo dafs er 

inge damit zubrachte. Er behielt auch immer 

n diefer Stelle eine Vertiefung, welche man, oh- 

,e Schmerzen zu erregen, nicht ftark berühreu 

urfte. Er fpraefa wenig und fchien dumm, rich> 

ete aber doch feine vielen Beftellungen als Bote> 

rodurch er fich nährte, pünktlich aus, und war 

nermfldet im Arbeiten. Dabey war er fehr ftark, 

ftets 

Memoir. d« Taead. cte« Sciene. tTlapa^. %\%, detitrch ia 
der Samml auserlef. Abh. für pr. Aerzte. B. X. S.41S. 
9S) a a. O. B. IlL Bemerk. LXXXV11I. S. 359 
9)) Medic. and philofophlcal Cottmentar. ^f fiidixibtir|» 
VoU II. B. la. 



6eS y. Vom iätm ^etpemfyfi^m. 

chin^h die INafe» die Ohren, oder durch andere Wege 
lüBifttt) oder euch wohl reforbirt wird. Man 
kenn hierher folgende Beobachtengen rechnen. 
Eine Frau iHIhrte der Schlag. Sie worde wiedar 
geheilt und (tarb fonf Jahre nachher. In der ei- 
ttem Ralbkitgel des Oehirns fand man um den ge* 
ftreiften Körper heroin^ drey ohnlängfl entftao* 
dene^ nun aber gfeichlam fchwielich gewordeot 
Upd mit einer Narbe Oberdeckte, kleine Höhlen. 
Der ftrelBge Kötper felbft war welk, dnnkelgelb 
und Tordorrt 95)^ Ein Mann, welcher vor einigar 
S&eit vom Schlage getroffen worden war,rtarb nadh 
her an einer andern Krankheit. Die rechteHalb* 
kugel des Gehirns > gegen den Schlaf zu, fah ib 
ous, als wenn fie gJticUam von einem Eitergefchnlr 
ingefirelTen gewefen w8re. Denn von derSubftaet 
fehlten vier Finger breit in der Länge, und andef^ 
halb iPinger breit in der Tiefe. Der näehfte He- 
gel des Sehnerven war dabey um zwey Drittbeil 
kleiner, eis der linke^ fah gelb und fo ous» ab 
Wenn er eine Narbe hätte ^). Anderfon V7) {and 
in einer Frau» die an heftigen Kopffchmerzen und 
Konvulfionen der linken Seite des Körpers längs 
Zeit gelitten hatte, und endlich ganz ontkriftst 
und abgezehrt, in einer Airt von ScbiafTucht geftor« 
ben war, ein Stück von der rechten Halbkugel 
der Gehirnfubftanz, längs dem Sichelfortfalse dar 
feften Hirnhaut gän2lich fehlen, fo dafs hiereios 
Aashöhlung im Gehirn yf^r* Es war diefe ohi* 
gefahr drittehalb Zoll lang, anderthalb Zoll breit; 
^nd in der Mitte faft einen Zoll dick% 1*0 der Mitte 

dis* 

95} ^runner in IBoneti Sepulcr. tnat« Ton. I. Sect» IL ohL 
13. in der Anmerk. — Morgagni £p. II. i6. 

3^6) Bianchi bey Morgagni a. a. O. 

97^ in den SamniL «uterlei^ AbhandL f&r prallt, Aarstt. ■. 
a« 0* S, 711. 



A. Dai Gehirn. 605 

fer Aushöhlung gleich unter d^Kranznalh und 

der gegen den Sichelfortfatz geketirten Seite^ 
d ficb auf dem Grunde eine welche^ bräunliche 
iterie, iii welcher map verfchiedene ftekiigteKon« 
smente fand. Einige von dleCen zerfielen hej 
: leichteften Berflhrung in Sand ; vier oder fünf 
cke aber 9 die ohngefähr den iechfien Theil 
es Zolles breit und lang, und etwas dicker 

eine Eierfchaale waren , konnte man heraus- 
imen« 

Brand ig;e Stellen des Gehirns trifft maa 
nchmal an« Gemeiniglich geben aber nur die 
tzflnduQgen deffelben, welche von\aulseni Ur« 
hen herrühren 9 in den Brand über, und zei* 
I eine dunkelbraune, weichgewordene SuLftanz, 
ufserft feiten findet man fokhe Stellen nach Ent* 
aduAgen des Gehirns aus Innern Urfachen, wie 
Wie 93) behauptet. Doch führt ebenderfelbe 
iriftfteller ^) auch einen Fall an, wo eine Por- 
a <ies Gehirns an der entzündeten Stalle voa 
r dunkelbrauner Farbe, und fo weich